„Premierministerin Theresa May hat ihre Regierung auf einen angeblich „weichen“ Brexit verpflichtet: Sie will ein Freihandelsabkommen, bei dem die EU-Standards gelten sollen. Diese neue Route ist aber kein Entgegenkommen an die Europäer, sondern zeugt von Pragmatismus.
Zumindest May hat eingesehen, dass das Umgekehrte unmöglich ist. Niemals werden 27 EU-Staaten brav die Handelsvorgaben der Briten übernehmen. Die Standards im Warenverkehr müssen aber weitgehend identisch sein, damit keine Zollschranken zwischen Großbritannien und Nordirland hochgehen.“
Während sich in London die Zeichen mehren, dass die Tage von Theresa May gezählt sind, wird in der Taz der Eindruck erweckt, May habe erkannt, dass es nur einen freien Handel zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich geben könne, wenn Letzteres Mitglied Gemeinsamen Markt bliebe, den sogenannten „Acquis communautaire“ buchstabengetreu umsetzt und dort weiterhin als Nettozahler fungieren würde.
Das ist so atemberaubender Unsinn, dass man sich fragt, nach welchen Kriterien bei der Taz diejenigen bestimmt werden, die angeblich fähig sein sollen, einen zumutbaren Zeitungstext zu verfassen.
Hier die Fakten.
Wenn sich die EU und das Vereinigte Königreich nicht darüber einigen können, wie die Handelsbeziehungen im Nach-Brexit-Zeitalter aussehen, dann erfolgt das, was (hoffentlich) immer wahrscheinlicher wird und als „Hard Brexit“ bezeichnet wird. Ein Austritt ohne Einigung.
Und dann?
Dann wird sich plötzlich die Erkenntnis einstellen, dass man auch ohne das Zutun der Brüsseler Aktenwälzer mit einander handeln kann, ganz ohne Regulation EU(2010) 2918/1.xxx und all die andere Tausend Regulationen, die es noch gibt.
Die World Trade Organisation hat eine Reihe von Prinzipien, die den Handel zwischen ihren Mitgliedern regeln, sofern sich nicht ein Verwaltungsmonster wie die EU mit dem Ziel dazwischen klemmt, Handeln in erster Linie zu erschweren und in zweiter Linie zu verteuern.
Trade without Discrimination (Gleicher Zugang zum jeweiligen Markt der WTO-Mitglieder). Niedergeschrieben in den General Agreements on Tarifs and Trade (GATT), den General Agreements on Trade in Services (GATS) und den General Agreements on Trade-Related Aspects of Intellectual Property Rights (TRIPS). Darin explizit vorgesehen: Die Möglichkeit, einen Freien Markt nur für bestimmte Güter zu schaffen und darin explizit verankert, die Pflicht, Ausländer (aus der EU) und Inländer (aus dem UK) gleich zu behandeln. Ziel ist, einen Handel ohne jegliche Restriktionen zu bewirken.
Es gibt also tatsächlich Handel ohne die EU.
Tatsächlich ist Handel ohne die EU ein freier Handel, ein Handel ohne bürokratische Hemmnisse mit dem Ziel, die Wohlfahrt der Bürger der handelnden Nationen zu befördern, nicht die Wohlfahrt von Bürokraten.
Ein solcher Freier Handel bietet natürlich auch denen, die immer noch glauben, sie könnten einen Handel planen, keine Möglichkeit, sozialistischen Schaden anzurichten und ihre jeweilige Klientel auf Kosten aller anderen zu bereichern (das nennt man rent seeking bzw. politischen Favoritismus). Vermutlich sind deshalb die Mainstream-Politiker auf dem Kontinent dem BREXIT gegenüber weitgehend feindlich eingestellt. Wo kämen wir hin, wenn Bürger Waren einfach so kaufen könnten, ohne dass sie durch eine bürokratische Unbedenklichkeitskontrolle gegangen wären, die allen Formen politischer Korruption förderlich ist? Richtig: In den Freien Markt, wie er in den Grundsätzen der WTO beschrieben ist.
Schlimmer noch, man kann auf Grundlage der WTO-Prinzipien nationale Souveränität unabhängig von der EU beanspruchen und tatsächlich bilaterale Handelsabkommen schließen, jedenfalls dann, wenn man die nationale Eigenständigkeit nicht vollständig an die EU verscherbelt hat.
Hat Ihnen der Beitrag gefallen? Dann Unterstützen Sie ScienceFiles!
[wpedon id=66988]
Falls Sie unsere Arbeit unterstützen, und dafür sorgen wollen, dass bei ScienceFiles auch weiterhin das Rad rund läuft, dann kaufen Sie uns doch einen Kaffee:
Oder unterstützen Sie uns auf einem der folgenden Wege
Unser herzlicher Dank ist Ihnen sicher!
DENN: ScienceFiles lebt von Spenden.
Helfen Sie uns, ScienceFiles auf eine solide finanzielle Basis zu stellen, damit Sie uns auch morgen noch lesen können!Wir haben drei sichere Spendenmöglichkeiten:
Was „wir“ Kontinentaleuropäer, glaube ich, gerne vergessen: Die Briten beherrschten schon ein Weltreich und trieben großmaßstäblich globalen Handel (neben Holländern, Spaniern und Franzosen) als in D noch nicht mal ein einiges Deutschand geträumt wurde! Und selbst ohne WTO haben die Briten zu vielen ihrer ehemaligen Kolonien durchaus gute Kontakte. Es könnte sogar sein, daß diese verstärkte Handelsbeziehungen zum ehemaligen „Mutterland“ der EU vorziehen! Da gereichen die verbliebenen Gemeinsamkeiten (ähnliches Rechtssystem, teilweise noch gleiches Maßsystem, Sprache, etc.) Britannien eventuell zum Vorteil – und dann hat die EU schlechte Karten!
Möglicherweise ist das den EU-Granden tatsächlich bewußt (auch wenn ich es bezweifle) und genau deshalb geht ihnen vorm Brexit so der A… auf Grundeis!?
Sie haben vollkommen Recht. Tatsächlich gibt es hartnäckige Gerüchte, der Trade Deal mit den USA, eine richtige Freihandelszone sei schon verhandelt und müsse nur noch in die Tat umgesetzt werden. Australien hat sich auch selbst ins Gespräch gebracht. Die Inder haben nachdem Sie – ich glaube seit einem Jahrzehnt ohne Ergebnis mit den Betonköpfen in Brüssel verhandeln, die Lust an der EU verloren und ebenfalls erklärt, sie wollten mit dem UK eine Freihandelszone errichten. Wie weit die Verhandlungen hier gediehen sind, weiß ich nicht, aber ich weiß, dass es sie seit einigen Monaten gibt. Die Liste der Länder, die Interesse an einer bilateralen Freihandelszone angemeldet haben, ist schon ziemlich lang und man kann sich vorstellen, was passiert, wenn das UK zum Hub des freien Handels wird. …
Wir freuen uns darauf.
[…] wir auf ScienceFiles schon vor einiger Zeit dargelegt haben, gab es vor der Europäischen Union bereits Handelsbeziehungen, und es wird sie auch nach der […]
Eine kurze Geschichte der industriell betriebenen Konsumentenvergiftung: „1866: Baumwollsamen sind landwirtschaftliche Abfälle. Nach der Gewinnung der Baumwollfasern bleiben den Landwirten Millionen Tonnen Samen zurück, die für den Menschen giftiges Öl enthalten. Gossypol, ein natürliches Pestizid in Baumwolle, macht das Öl ungenießbar. Die […]
Lust auf einen kleinen Krimi, eine neue konzertierte Aktion, eine Kampagne, mit der die Pharmafia, nachdem sie den Markt medizinischer Produkte durch Produkte, die mehr Nebenwirkungen als Wirkungen haben, von Leuten bereinigt hat, die gesund und nicht krank werden bzw. besser noch: […]
Mit Crisco nimmt die Gesundheitskatastrophe ihren Anfang… Crisco, Crystallized Cottenseed-Oil wurde von Procter und Gamble im Jahre 1911 als erstes gehärtetes Pflanzenfett und als angeblich gesunde Alternative zu tierischen Bratfetten auf den Markt gebracht. Als „Shortening“, im Deutschen ein ungehärtetes Pflanzenfett, war […]
Wer am Thema „Gesundheit“ interessiert ist und immer einmal wieder im Internet diesbezüglich recherchiert, dem dürfte der Hinweis auf Omega-3-Fettsäuren mehr oder weniger regelmäßig begegnet sein. Manchmal genügt ein Hinweis der Art, dass Omega-3-Fettsäuren „essenziell“ sind, d.h. dem Körper zugeführt werden müssen, […]
Wenn man das Tohuwabohu, das die halbwgs-Legalisierung von Cannabis umrankt, auf sich wirken lässt, dann muss man den Schluss ziehen, Grüne und SPD sind der Ansicht, damit nach der Vernichtung der deutschen Wirtschaft durch Kohleausstieg und Ausstieg aus der Kernenergie und nach […]
Ringelblume (Calendula officinalis), Mariendistel (Silybum marianum), Ginseng – asiatischer Ginseng (Panax ginseng oder panax notoginseng), amerikanischer (Panax quinquefollius), Eleuthero (Eleutherococcus senticosus; eine Pflanze, die oft sibirischer Ginseng genannt wird, obwohl es sich nicht um einen Ginseng handelt, sondern die Pflanze lediglich wie […]
Wir sehen, dass du dich in folgendem Land befindest: Vereinigtes Königreich. Wir haben unsere Preise entsprechend auf Pfund Sterling aktualisiert, um dir ein besseres Einkaufserlebnis zu bieten. Stattdessen Euro verwenden.Ausblenden
Was „wir“ Kontinentaleuropäer, glaube ich, gerne vergessen: Die Briten beherrschten schon ein Weltreich und trieben großmaßstäblich globalen Handel (neben Holländern, Spaniern und Franzosen) als in D noch nicht mal ein einiges Deutschand geträumt wurde! Und selbst ohne WTO haben die Briten zu vielen ihrer ehemaligen Kolonien durchaus gute Kontakte. Es könnte sogar sein, daß diese verstärkte Handelsbeziehungen zum ehemaligen „Mutterland“ der EU vorziehen! Da gereichen die verbliebenen Gemeinsamkeiten (ähnliches Rechtssystem, teilweise noch gleiches Maßsystem, Sprache, etc.) Britannien eventuell zum Vorteil – und dann hat die EU schlechte Karten!
Möglicherweise ist das den EU-Granden tatsächlich bewußt (auch wenn ich es bezweifle) und genau deshalb geht ihnen vorm Brexit so der A… auf Grundeis!?
Sie haben vollkommen Recht. Tatsächlich gibt es hartnäckige Gerüchte, der Trade Deal mit den USA, eine richtige Freihandelszone sei schon verhandelt und müsse nur noch in die Tat umgesetzt werden. Australien hat sich auch selbst ins Gespräch gebracht. Die Inder haben nachdem Sie – ich glaube seit einem Jahrzehnt ohne Ergebnis mit den Betonköpfen in Brüssel verhandeln, die Lust an der EU verloren und ebenfalls erklärt, sie wollten mit dem UK eine Freihandelszone errichten. Wie weit die Verhandlungen hier gediehen sind, weiß ich nicht, aber ich weiß, dass es sie seit einigen Monaten gibt. Die Liste der Länder, die Interesse an einer bilateralen Freihandelszone angemeldet haben, ist schon ziemlich lang und man kann sich vorstellen, was passiert, wenn das UK zum Hub des freien Handels wird. …
Wir freuen uns darauf.
[…] wir auf ScienceFiles schon vor einiger Zeit dargelegt haben, gab es vor der Europäischen Union bereits Handelsbeziehungen, und es wird sie auch nach der […]
[…] haben schon vor einiger Zeit darauf hingewiesen, dass ein Hard Brexit keinerlei Katastrophe nach sich ziehen würde, da die alle EU-Mitglieder […]