Mehrheit will weniger Zuwanderung nach Deutschland

Gestern hat die Bundesregierung den Global Compact for Safe, Orderly and Regular Migration unterzeichnet, gegen den sich in den letzten Monaten erheblicher Widerstand geregt hat. Ob, wie die Bundesregierung behauptet, durch den Global Compact weniger Migranten nach Europa und Deutschland kommen oder – wie die Gegner des Global Compact sagen: mehr, das ist eine Frage, die sich in den nächsten Jahren klären wird.

Ob die im Global Compact vorgesehene Möglichkeit, Kritik an Zuwanderung zu zensieren und in Medien ganz zu unterbinden als ein weiteres Mittel genutzt werden wird, Meinungsfreiheit zu beseitigen, ist zumindest für Deutschland nicht wirklich eine Frage.

Nun zeichnet sich die Welt der Umfragen in Deutschland, die normalerweise zu jedem Pippifax ein Ergebnis bereit hält, durch einen erstaunlichen Mangel, wenn es um die Frage, ob weitere Zuwanderung nach Deutschland von Deutschen gewünscht wird, aus. Umfrageinstitute wie Civey haben dazu schlicht nichts zu sagen, verbreiten lieber Ergebnissen, nach denen die Mehrheit der Deutschen denkt, Zuwanderung bringe Vorteile.

Auch die ZEIT hat zuletzt im September getitelt, dass die Mehrheit der Deutschen Flüchtlinge als kulturelle Bereicherung sehe.

Infratest Dimap berichtet, dass Deutsche ein moralische Verpflichtung zur Aufnahme von Flüchtlingen empfinden würden.

Lediglich Statista berichtet von einer Umfrage, in der eine knappe Mehrheit (48% gegenüber 46%) der Befragten angegeben hat, dass sie in einer Volksabstimmung für eine Begrenzung der Zuwanderung stimmen würden.

Die Frage, ob die Zuwanderung begrenzt werden soll, ob die Zahl der Migranten, die aufgenommen werden, reduziert werden soll, diese Frage scheint in Deutschland bislang kein Umfrageinstitut gestellt zu haben. Vermutlich traut sich kein Umfrageinstitut, diese Frage zu stellen.

Entsprechend muss man, wenn es darum geht, Einstellungen zu politisch unkorrekten Fragen kennen zu lernen, über den großen Teich in die USA schauen. Dort gibt es mit PEW ein Forschungsinstitut, das zuweilen Fragen stellt, die sich in Europa niemand zu stellen trauen würde. So haben die PEW-Leute in der Zeit von Mitte Mai bis Ende Juni 2018 gut 28.000 Personen in 27 Staaten befragt, darunter 1001 Deutsche, ob die Anzahl der Zuwanderer in ihr Land im Vergleich zur derzeitigen Zuwanderung reduziert, erhöht oder auf dem selben Niveau gehalten werden sollte, bzw. ob keine Zuwanderung mehr erlaubt werden soll (Originaltext: „In your opinion, should we allow more immigrants to move to our country, fewer immigrants, or about the same as we do now“.

Die folgende Abbildung zeigt die prozentuale Verteilung der Antworten auf die entsprechende Frage. Für Deutschland sind 58% der Befragten der Ansicht, die Anzahl der Zuwanderer solle verringert werden (darunter 4% die der Ansicht sind, es sollten keine Zuwanderer mehr aufgenommen werden).

Die 27 Länder, aus denen die Befragten für die Umfrage von PEW rekrutiert wurden, haben in den letzten Jahren rund 50% der Migranten weltweit aufgenommen.

Der Anspruch an den Global Compact for Safe, Orderly and Regular Migration ist damit klar: Die Mehrheit der Befragten in allen 27 Ländern erwartet eine Reduzierung der Zuwanderung.

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