Schon bei Orwell waren Schweine die besseren Menschen

Die Fahne der DDR, sie durfte in den 1950er und 1960er Jahren in der Bundesrepublik Deutschland nicht öffentlich gezeigt werden. Mit dem Verbot von KPD (1954) und FDJ (1956) wurden die Insignien beider Organisationen zu verfassungsfeindlichen Symbolen, deren Verwendung als Straftat verfolgt wurde.

Das alles ist lange her. Unter Willy Brandt wurde die Ächtung der DDR-Flagge 1970 zurückgenommen. Fortan konnten Hammer (Arbeiter), Ährekranz (Bauern) und Zirkel (Intelligenzia) auf schwarz-rot-goldenem Grund auch in der BRD gehisst werden.

Und seit es die DDR nicht mehr gibt, sind die Symbole einer „brutalen Diktatur“ (Hubertus Knabe) zu Abzeichnen mit nostalgischem Wert verklärt worden. Das ist nicht überall so:

„Wer in Litauen Zeichen nationalsozialistischer oder kommunistischer Organisationen zeigt, muss deshalb mit einem Bußgeld von umgerechnet bis zu 290 Euro rechnen. Wer in Lettland Symbole der Sowjetunion oder Nazi-Deutschlands bei Aufmärschen präsentiert, muss bis zu 350 Euro zahlen. Hammer und Sichel oder der fünfzackige Stern dürfen in diesen Ländern ebenso wenig öffentlich zur Schau gestellt werden wie Hakenkreuze und SS-Abzeichen.

In Deutschland ist das anders. Hier sind zwar Propagandamittel verboten, die „dazu bestimmt sind, Bestrebungen einer ehemaligen nationalsozialistischen Organisation fortzusetzen“ – wie es im Strafgesetzbuch heißt. Symbole, die Vergleichbares mit dem Kommunismus vorhaben, sind jedoch erlaubt. Während für das Anschmieren eines Hakenkreuzes bis zu drei Jahren Gefängnis drohen, können die Symbole der SED-Diktatur unbegrenzt hergestellt und verbreitet werden. Wie kommt es, dass die Kennzeichen von Nationalsozialismus und DDR-Sozialismus in Deutschland so unterschiedlich behandelt werden? Und welche Folgen hat dies für den gesellschaftlichen Umgang mit beiden Diktaturen?“

Das schreibt Hubertus Knabe in seinem Post „Hammer, Zirkel, Ährenkranz“, in dem er der Frage nachgeht, wie es der politischen Linken gelingen konnte, die Verbrechen des Kommunismus zu einer Art unbedeutendem Betriebsunfall zu machen, dessen Nichtigkeit (nur rund 100 Millionen Tote) einer Neuauflage sozialistischer Politik und Experimente nicht im Weg steht.

Damit geht Knabe einer Frage nach, die uns in anderen Zusammenhängen bereits fasziniert hat. Wie ist es den linken Faschisten der Kommunistischen und Sozialistischen Parteien gelungen, in einer geradezu unglaublichen Weise die Geschichte auf den Kopf zu stellen und sich zu Antifaschisten zu stilisieren?

Was Hubertus Knabe dazu zu sagen hat, kann hier nachgelesen werden (unsere heutige Leseempfehlung).

Unsere Beiträge zur erfolgreichen Inszenierung der Wölfe im Schafspelz finden sich hier:

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