Queere Junk Science im Entstehen – DFG gefördert

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), bei der man offensichtlich dazu übergegangen ist, jeden Blödsinn zu fördern, fördert gemäß dieser neuen Richtlinie „CILIA LGBTIQ+, eine Internationale Vergleichsstudie zu Ungleichheitserfahrungen im Lebensverlauf von LGBTIQ+ Personen“. Das angebliche Forschungsprojekt, auf das wir aufmerksam geworden sind, weil das „queere, mehrsprachige Forschungsteam der CILIA-LGBTIQ+ Studie“ händeringend für die „bereits gestartete Interview-Phase deutschlandweit noch Teilnehmer… (ab 18 Jahre)“ sucht, bei denen es sich „[i]nsbesondere“ um „Personen mit Diskriminierungserfahrungen in weiteren Lebensbereichen“ handeln soll, ist ein Beispiel für Junk Science der besonderen Sorte.

Wenn ein Forscher nach Personen für Interviews sucht, die danach selegiert sind, dass sie bestimmte Erfahrungen gemacht haben, dann ist das solange kein Problem, so lange die gemachten Erfahrungen nicht das sind, was eigentlich untersucht werden soll. Bei dem prätentiöse Quatsch, der an der Alice-Solomon Hochschule, die bei uns immer mehr zum Siegel für Junk wird, vom „queeren Forschungsteam“ durchgeführt wird, ist dies jedoch der Fall, er wird vom „queeren Forschungsteam“ wie folgt beschrieben:

„In einer einzigartigen Studie werden Forscher_innen aus vier europäischen Regionen die komplexen und multiplen Ungleichheitserfahrungen von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans*, Inter* und Queer (LSBTIQ*) über die gesamte Lebensspanne untersuchen. Die ländervergleichende Studie knüpft dabei an drei “Übergänge” im Lebensverlauf an: Schule und Beruf (1), Erwerbsarbeitsphase vom mittleren Lebensalter bis zum Ruhestand (2) und den Auswirkungen auf die Lebensphase Alter (3).





Gemeinsam mit den Kooperationspartner_innen sollen an der ASH Berlin aus einer intersektionalen Perspektive heraus Diskriminierungserfahrungen in nationalen und europäischen Kontexten untersucht werden. Die methodisch ambitionierte Studie wird sowohl die Gesetzgebung in der Europäischen Union und in den beteiligten Ländern studieren als auch qualitative und quantitative Daten erheben. Untersucht wird unter anderem, wie sich Faktoren wie die sexuelle und geschlechtliche Identität, Klasse, Staatsangehörigkeit und Migration in verschiedenen Kontexten und Lebensphasen überkreuzen und welche sozialen Konsequenzen diese mit sich bringen.

Es wird sich zeigen, wie Lebensverläufe von LSBTIQ+ durch Diskriminierungen beeinflusst werden und inwiefern beispielsweise Antidiskriminierungsgesetze tatsächlich Effekte in den jeweiligen Lebenslagen von LSBTIQ+ Personen nach sich ziehen. Die Ergebnisse der Studie sollen helfen, politische Handlungsansätze für eine Abmilderung sozialer Ungleichheiten zu konkretisieren. Sie sollen einen Beitrag für die Weiterentwicklung der Forschungsagenda in diesem Themenfeld leisten ….“

Dieser Unfug wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, also mit Steuermitteln gefördert. Wozu die DFG ein Projekt fördert, bei dem schon sicher ist, was „sich zeigen wird“, bei dem schon sicher ist, dass LSBTIQ+ „durch Diskriminierung beeinflusst werden“ und bei dem es offenkundig nur darum geht, „politische Handlungsansätze“ zu formulieren, die als Grundlage von Lobbypolitik dienen sollen, ist uns ein Rätsel.

Die angeblich „einzigartige“ und „ambitionierte“ Studie ist ein Musterbeispiel für Junk Science im Entstehen, denn zum einen ist das was Forschungsfrage sein soll (von uns in roter Farbe gesetzt) an Trivialität nicht zu überbieten. Wir übersetzen einmal: Es soll untersucht werden ob ein schwuler aus der Mittelschicht, der arbeitslos ist, anders lebt als eine Lesbe mit Migrationshintergrund, die im Pflegeheim ist. Was daran der Erkenntnisgewinn sein soll, das ist uns nicht klar, aber vielleicht kann ja einer unserer Leser etwas damit anfangen. Natürlich ist das, was von uns rot gesetzt wurde, keine Forschungsfrage, es ist das, was einer Forschungsfrage am nächsten kommt. Eine korrekte Forschungsfrage, die man mit Gewinn, mit Erkenntnisgewinn untersuchen kann, hat eine theoretische Fundierung, eine solche ist in diesem von der DFG geförderten Projekt trotz aller Ambition nicht zu sehen. Leider besteht nicht einmal darin die Einmaligkeit dieses Projekts.

Wann immer die Beschreibung konkret wird, wird sie falsch. So ist die Rede von drei Übergängen, aber nur einer, der drei vermeintlichen Übergänge ist auch ein Übergang (Schule / Beruf), die beiden anderen sind Lebensphasen. Damit nehmen es die angeblichen Forscher, die schon vor Beginn ihrer Forschung wissen, dass sie „komplexe und multiple Ungleichheitserfahrungen“ im Verlauf ihrer angeblichen Forschung finden werden, offenkundig nicht so genau. Wichtig ist einzig, dass eine neue Junk Studie fabriziert wird, in der herauskommen wird, was man vorausgesetzt hat, nämlich dass LSblabla diskriminiert werden, hinten, vorne, links, rechts, multipel, singulär und komplex, hochkomplex. Und warum wird das herauskommen? Zum einen, weil die angeblichen Forscher schon wissen, dass es so ist, zum anderen, weil sie Befragte anwerben, die sich, wir zitieren: „durch Diskriminierungserfahrungen in weiteren Lebensbereichen“, also das, was in der Beschreibung „multiple Ungleichheitserfahrungen“ genannt wird, auszeichnen.

Heureka.

Wir kennen das Ergebnis auch schon.

Warum steckt die DFG eine mindestens sechsstellige Eurosumme aus Steuergeldern in diesen Junk?


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