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Zentralkomitee der Fälscher: ZDF-Intendant räumt Kleber-Lüge ein

Henryk M. Broder berichtet heute auf der Achse des Guten von einem eMail-Wechsel, den er mit dem Intendanten des ZDF, Thomas Bellut, hatte. Darin räumt Bellut ein, dass Claus Kleber im ZDF heute Journal seine Zuschauer belogen hat. Aber lesen Sie selbst:

Quelle

„Lieber Herr Broder,

vielen Dank für Ihre Email, die ich hiermit direkt nach meiner Rückkehr aus dem Urlaub beantworten möchte. Die von Ihnen angesprochene Moderation von Claus Kleber bezieht sich auf ein Zitat aus einer BBC-Talkshow von 2010, in der Johnson auf seine Kompetenz als Politiker angesprochen wurde. Johnson antwortete darauf: „You can’t rule out the possibility that beneath the elaborately constructed veneer of a blithering idiot, there lurks an blithering idiot.” Ich kann Ihre Kritik insofern nachvollziehen, dass Johnson nicht wörtlich „in meinem Fall” sagte. Der von Claus Kleber in der Übersetzung des Zitats eingeschobene Halbsatz war also nicht korrekt. Ich habe Ihre Anmerkung an die Redaktion weitergegeben und gebeten, bei zukünftigen Übersetzungen noch gewissenhafter zu arbeiten.“

Der Intendant des ZDF ist also der Meinung, die Lüge von Claus Kleber, Boris Johnson habe sich als „durchgeknallten Idioten“ bezeichnet, die ausschließlich auf dem „eingeschobenen Halbsatz“, den Johnson NIE gesagt hat, weder so noch anders, basiert, sei ein „Übersetzungsfehler“, jemand muss im englischen Original also ein „in my case“ phantasiert haben.





Wie glaubwürdig die vom ZDF-Intendanten angeboten Erklärung ist, die Angestellten im ZDF heute Journal, allen voran Claus Kleber, seien zu dumm, um ein Zitat aus dem Englischen ins Deutsche zu übertragen, denn der Hinweis auf „Sorgfalt“ ist nichts anderes als ein Euphemismus für intellektuelle Unfähigkeit, Ungebildetheit, also Dummheit, kann man leicht erschließen, wenn man den Fehlerprozess analysiert.

Claus Kleber oder ein anderer Dummer aus seinem Team hat zufällig einen Videomitschnitt der britischen Unterhaltungssendung „Top Gear“ auf den Tisch bekommen, in dem Jeremy Clarkson in gewohnt schnoddriger Art ein Sprachgeplänkel mit Boris Johnson führt, das vor Sprachwitz trieft. Unser Dummer aus der ZDF-Redaktion ist allerdings nicht in der Lage, diesen Sprachwitz zu erkennen, alles, was er versteht ist „blithering idiot“, gesprochen von Boris Johnson. Wie es der Zufall so will, denkt unser Dummer aus der ZDF Redaktion, ob es nun Claus Kleber oder ein anderer gewesen ist, dem sein Intendant mangelnde Sorgfalt bescheinigt, ist belanglos, dass die Aussage, „blithering idiot“ von Boris Johnson auf sich selbst bezogen sein müsse, einen Irrglauben, den er sogleich in den erfundenen Halbsatz „in meinem Fall“ kleidet, den Boris Johnson nie gesprochen hat. Wie es ein weiterer Zufall so will, passt diese erfundene Selbstbezichtigung perfekt zum Leitmotiv, unter dem sich Claus Kleber mit Boris Johnson vor seinen Zuschauern beschäftigen will: Den britischen Prime Minister als unverantwortlich, als Spieler, als Wahnsinnigen verunglimpfen. Wie passend, dass es den angeblichen Übersetzungsfehler gegeben hat, der angeblich zeigt, dass Johnson sich selbst als einen „durchgeknallten Idioten“ bezeichnet.

Im Versuch, andere für dumm zu verkaufen, ist der ZDF-Intendant nicht wirklich geübt. Der einzige, der nach einem solchen halbseidenen Rettungsversuch wie ein „blithering idiot“ dasteht, um einmal den sprachlichen Niederschlag zu nutzen, den man beim ZDF so zu schätzen scheint, ist der Intendant des ZDF, ist Thomas Bellut selbst. Betrachten wir dazu die wahrscheinlichere Variante dessen, was in der Redation des Zentralkomittes der Fälscher in Mainz vor sich gegangen sein muss.

Auf der Suche nach einer Aussage von Johnson, die man benutzen kann, um den britischen Prime Minister in ein schlechtes Licht zu rücken, denn das ist das alleinige Ziel der Passage, die Kleber zu sprechen gedenkt, den britischen Prime Minister lächerlich zu machen, ihn zu diffamieren (was im Übrigen von keinerlei öffentlichem Interesse ist), ist ein Angehöriger der Redaktion wie auch immer auf ein Uraltinterview gestoßen, das Jeremy Clarkson im Jahre 2010 mit Boris Johnson geführt hat. Aus diesem Interview entnimmt der kleine Redaktionswicht genau einen Satz, reißt diesen Satz aus jedem Zusammenhang und erfindet noch einen Halbsatz, den Johnson nie gesprochen hat, um Johnson zu verunglimpfen: „in meinem Fall“. Fertig ist die Propaganda, die Josef Goebbels stolz gemacht hätte, in dessen Amt, wie beim Stürmer von Julius Streicher auch, sich die Übersetzungsfehler und die redaktionellen Irrtümer regelrecht gestapelt haben müssen. Fertig ist das Mittel, um ZDF-Zuschauern ein erlogenes Bild von Boris Johnson zu präsentieren. Ob der Wicht, der diese Fälschung begangen hat, Claus Kleber war oder einer seiner Hilfswichte, ist letztlich egal, es ist kaum vorstellbar, dass Kleber nicht wusste, dass er seinem „Millionenpublikum“, wie man beim ZDF schreibt, eine Lüge präsentiert.



Was ist also wahrscheinlicher? Die Kleber-Lüge ist das Ergebnis von Dummheit oder die Kleber-Lüge ist das Ergebnis von Boshaftigkeit?

Am Ende dieses Posts können unsere Leser darüber abstimmen.

Zunächst noch ein wenig Normalität.

Ein Intendant, der erfährt, dass seine Angestellt, die Angestellten, für die er verantwortlich ist, ihr „Millionenpublikum“ gerade belogen haben, sollte, wenn er einen Sender führen will, der glaubwürdig ist, bei dem sorgfältig gearbeitet wird, der in der Öffentlichkeit nicht als Lügenmedium, sondern als „Qualitätsmedium“ wahrgenommen wird, alarmiert auf diese Nachricht reagieren. Bellut tut das nicht. Er reagiert verharmlosend, tut so, als wäre das Belügen der Zuschauer eine Kleinigkeit, die weder einer Entschuldigung noch einer Berichtigung bedarf, tut so, als wäre das Beleidigen des Regierungschefs einer Nation, mit der Deutschland angeblich befreundet ist (obwohl es schwerfällt überhaupt zu denken, dass es eine andere Regierung gibt, mit der die Regierung Merkel befreundet ist), eine Lappalie, die keiner Entschuldigung gegenüber diesem Regierungschef bedarf. Das sagt mehr als alle Worte, die Bellut in dieser Angelegenheit machen könnte.

Offenkundig gibt es beim ZDF eine Kultur der Lüge, der Manipulation, eine Kultur, in der Bösartigkeit gedeiht, Fairness und Sorgfalt unbekannt sind und jede Meldung, die der Sender bringt, darauf abgestimmt wird, dass sie zur Ideologie passt, die man seinen Zuschauern eintrichtern will.

Zwischenzeitlich hat sich – im Gegensatz zu seinem Intendanten – wohl bei Claus Kleber die Selbsterkenntnis eingestellt . Der sehr agile Twitter-Korrespondent Eddie Graf hat uns dieses Video aus der Redaktion des ZDF heute Journals übermittelt!

Wir hoffen natürlich, im Sinne einer Berichterstattung, die den Sorgfaltserwartungen des ZDF gerecht wird, Herr Graf hat dabei keinen Editierfehler gemacht.

Wir als Deutsche, die im United Kingdom leben, erwarten nach wie vor eine Entschuldigung von allen Verantwortlichen des ZDF. Unter anständigen Mensche ist es üblich, sich für einen Fehler, den man bedauert, zu entschuldigen.


Die Lüge, die Claus Kleber über Boris Johnson erzählt hat,

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