War Theodor W. Adorno ein rechtsextremer Rassist?

Vor 50 Jahren ist Theodor W. Adorno gestorben.

By Jeremy J. Shapiro – CC BY-SA 3.0,

Das ist nicht lang genug her, als dass er nicht von Linken, die auf dem Kriegspfad gegen alles sind, was nicht in ihr Hirn geht, also gegen nahezu alles, instrumentalisiert werden könnte. Dr. habil. Heike Diefenbach hat gestern darauf hingewiesen, wie bedauernswert wenig die Journalista über den Mann, dessen sie sich bedient, weiß, wie sehr sich die Gutmenschen eines Menschen bedienen, ihn für ihre eigenen Ziele instrumentalisieren wollen, in zum Auguren des kommenden Rechtsextremismus aufbauen wollen, weil er sich im Jahr 1967 einmal wenig kenntnisreich und vollkommen unverbindlich über „Aspekte des neuen Rechtsradikalismus“ ausgelassen hat.

Nun, in einem Land, in dem sich Studenten weigern, Kant zu lesen, weil Kant den Begriff „Neger“ in seinen Schriften verwendet, könnte auch die Karriere des neuen Podest-Helden im Kampf gegen den eingebildeten Rechtsextremismus, Theodor W. Adorno, schneller beendet sein, als sie begonnen hat. Das folgende Zitat von Adorno hat Dr. habil. Heike Diefenbach in dessen Schriften gefunden. Es zeigt einen Kultur-Snob, der auf minderwertige afrikanische Kulturtechniken herunterschaut und diejenigen, die diese Kulturtechniken anwenden, als – Achtung: Triggerwarnung: Neger bezeichnet.

War Adorno, der Held des Kamfes der Linken gegen den Rechtsextremismus selbst ein Rassist und damit in der einfachen Welt der Linken ein Rechter?





Urteilen Sie selbst:

“Der Jazz verhält sich zu den Negern ähnlich wie die Salonmusik der Stehgeiger, die er so stählern meint überwunden zu haben, zu den Zigeunern. Nach Bartoks Nachweis wird diese den Zigeunern von der Stadt aus geliefert; städtisch ist wie der Konsum so auch die Herstellung des Jazz, und die Haut der Neger so gut wie das Silber der Saxophone ein koloristischer Effekt. Keineswegs hält mit den blanken Musikwaren die siegreiche Vitalität ihren Einzug; der europäisch-amerikanische Amüsierbetrieb hat die Triumphatoren nachträglich als Lakaien und Reklamefiguren sich gedungen, und ihr Triumph ist bloss die verwirrende Parodie auf den kolonialen Imperialismus. Soweit bei den Anfängen des Jazz, beim Ragtime vielleicht, von Negerelementen die Rede sein kann, dürfte es weniger um archaisch-primitive Äußerungen als um die Musik von Sklaven sich handeln; selbst in der autochthonen Musik von Innerafrika scheint die Synkope bei durchgehaltener Zählzeit durchaus nur der niederen Schicht zugehörig. Psychologisch mag die Struktur des Ur-Jazz am ehesten an die des Vor-sich-hin-Singens der Dienstmädchen gemahnen” (Adorno, unter dem Pseudonym “Hektor Rottweiler”, 1936: 242-243).

Das hat Theodor W. Adorno unter dem Pseudonym Hektor Rottweiler geschrieben. Es findet sich in der Zeitschrift für Sozialforschung des Jahres 1936, Jahrgang 5, Heft 2 unter dem Titel „Über Jazz“ (S. 235-259).

Müsste die Ikone des Kampfes gegen Rechtsextremisten, von denen, die sich ihrer bedienen, also nicht selbst als Rechstextremist verdammt werden?


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