Insipientia: Herrschaftsversuch ohne Sachverstand und Urteilsvermögen

Kinder werden in Medien als „Experten in Sachen Klimawandel“ behandelt. Journalisten wollen die Bevölkerung in Kommentaren und Beiträgen darüber belehren, was richtig und vor allem, was falsch ist. Politdarsteller wollen sich als moralische Hoheiten inszenieren, um ihren Führungsanspruch zu begründen – Führung wird z.B. von Tucker definiert als das Vorgeben von Definitionen, die die Geführten dann übernehmen.

Das Problem an all diesen Versuchen besteht darin, dass kaum einer der Benannten in der Lage ist, sich erfolgreich als kenntnisreich, als intellektuell überlegen, als einer, dessen Sachverstand man vertraut, darzustellen, zu inszenieren. Sie alle sind unglaubwürdig. Und Glaubwürdigkeit ist die wichtigste Zutat einer erfolgreichen Darstellung, wie Erving Goffman schon vor Jahrzehnten sehr überzeugend dargelegt hat.

Die Entwicklung westlicher Gesellschaften hat gerade nicht diejenigen, die auf Basis von Sachverstand, Kenntnis und Intelligenz eine glaubwürdige Darstellung geben können, in die Positionen gebracht, die in westlichen Gesellschaften immer noch als Führungspositionen gelten. Im Gegenteil: Die meisten Führungspositionen sind besetzt von Mitgliedern der Insipientia, die sich dadurch auszeichnen, dass sie das richtige Parteibuch, das richtige Geschlecht oder die richtige Gesinnung haben, drei Merkmale die Sachverstand und Kenntnis und Intelligenz allzu oft vollständig ersetzen.





Das, was in westlichen Gesellschaften als „Establishment“ bekannt ist, die Partei-Versorgungs-Netzwerke und Gravy Trains, mit und auf denen man an ein von Steuerzahlern finanziertes Auskommen gelangen kann, ist das Ergebnis von jahrzehntelanger politischer Inzucht, an deren Ende dann der stromlinienförmige, strunzdumme und vor allem durch einen Tunnelblick ausgestattete Karrierist steht, der in seiner gesammelten Inkompetenz keine Vorstellung davon hat, was er alles nicht weiß.

Dass die Bevölkerung im Durchschnitt deutlich intelligenter ist als diejenigen, die politische oder öffentliche Positionen besetzen, ist durch das Internet schonungslos offengelegt worden. Die Dilettanten im Amt, die Nieten in Nadelstreifen, sie haben kaum eine Eselei von sich gegeben, da sind sie auch schon als der Esel, der sie sind, entlarvt.

Quelle

Wir diskutieren schon länger darüber, wie es sein kann, dass gesellschaftliche Auswahlprozesse so beschädigt und unterlaufen werden, dass nicht die Besten, sondern die Dümmsten in Positionen gelangen können. Eine Erklärung ist sicher politische Korruption. Eine andere wohl, dass gesellschaftliche Positionen, eben weil sie weitgehend von der Insipientia besetzt werden, für Menschen mit normaler oder mehr als normaler Intelligenz keinerlei Anreiz mehr bereitstellen. Das Ergebnis ist ein Nachzugseffekt: Es klumpen die Dummen in den Positionen. Schließlich hat die oben beschriebene politische Inzucht, die seit Jahrzehnten in westlichen Gesellschaften betrieben wird, ein Umstand, den DiMaggio und Powell etwas zurückhaltender als Isomorphie beschrieben haben, ihren Teil zum derzeitigen Zustand westlicher Gesellschaften beigetragen.

Der Zustand ist erbärmlich.

Seit Jahren versucht die Insipientia durchzusetzen, dass Menschen am Klimawandel schuld sind. Vom erfolgreichen Durchsetzen der Klimawandelerzählung hängt es ab, ob weitere Generationen der Insipientia, die derzeit in nutzlosen Studiengängen von Gender Studies bis Cultural Studies herangezüchtet werden, mit Positionen versorgt werden können, Positionen, die nur der produktive Teil der Bevölkerung finanzieren kann. Mit dem Klimawandel-Hoax soll die Grundlage geschaffen werden, um diese Menschen auch weiterhin schröpfen zu können.

Kinder sind in diesem Versuch zum Mittel zum Zweck geworden. Sie werden auf die Straße geschickt, im wahrsten Sinne des Wortes aufgehetzt und für eine Sache eingespannt, von der nur die wenigsten dieser Kinder profitieren. Die Mehrheit dieser Kinder wird in ein paar Jahren bemerken, dass ihr elementare Techniken, um sich ein eigenständiges Urteil zu bilden und ein entsprechend eigenständiges Leben leben zu können, fehlen. Und dann ist es zu spät, um diese Techniken zu erlernen, da ein Lebenslauf aus Lebensentscheidungen besteht, und die wenigsten (und gerade diejenigen, die es am notwendigsten hätten) die Kraft haben, eine Entscheidung, die sie im Alter von 20 Jahren getroffen haben, z.B. ein Unfug wie Gender Studies zu studieren, Jahre, Jahrzehnte später zu revidieren und noch einmal von vorne anzufangen.

Die ganze Inszenierung, die derzeit von der Insipientia betrieben wird, lebt davon, dass es gelingt, Menschen emotional anzusprechen, sie lebt davon, dass gerade keine Argumente diskutiert werden, dass es keinen Wettstreit darüber gibt, wer die Realität am Besten erklären kann. Deshalb werden Kritiker als Leugner diffamiert. Deshalb wird versucht durchzusetzen, dass Kritiker verblendete Nixraffe sind, die einfach nicht glauben wollen, was doch angeblich gesichertes Wissen ist. Abermals tritt die Diffamierung an die Stelle der Auseinandersetzung mit den Kritikern, was seltsam ist, denn wenn die Argumente so eindeutig für etwas sprechen, sollte es ein Leichtes sein, Kritiker davon zu überzeugen, dass sie im Unrecht sind. Aber der Versuch einer rationalen Debatte wird gar nicht unternommen. Der angebliche Klimawandel und nicht nur er findet im argumentfreien Raum und ausschließlich in Emotionen statt.

Das ist wichtig.
Warum?

Weil die Insipientia rationalen Argumenten nicht gewachsen ist. Deshalb wird versucht, Menschen einzuschüchtern und z.B. mit dem Fehlschluss ad auctoritatem zu arbeiten. Das versucht das ZDF heute mit Emanuel Macron. Er, der von sich im Pluralis Majestatis spricht, ist absolut geschockt von dem jüngsten Bericht des IPCC, den er natürlich komplett gelesen und vor allem: verstanden hat. “Es”, was immer “es” auch sein mag, ist absolut verheerend und im Moment verlieren wir den Kampf, gegen was auch immer, gegen “es” halt.

Derartiger verbaler Unrat ist nicht dazu gedacht, rational zu überzeugen. Er ist dazu gedacht, Angst zu machen, Emotionen anzusprechen. Hängenbleiben soll beim Betrachter: geschockt, absolut verheerend, wir verlieren den Kampf.

Damit eine solche emotionale Message hängenbleibt, ist – wie oben bemerkt – die Glaubwürdigkeit des Darstellers von elementarer Bedeutung. Im vorliegenden Fall müssen Leser der Ansicht sein, Macron sei nicht nur in der Lage, seine Beurteilung auf Fakten zu stützen, sich ein eigenständiges und kompetentes Urteil zu bilden, sondern er sei auch intelligent genug, das zu tun.

Derselbe Macron, der hier als Autorität in Sachen IPCC-Bericht verkauft werden soll, hat im Zusammenhang mit den Bränden im Amazonasbecken schon sehr deutlich zur Schau gestellt, dass er alles ist, nur keine glaubwürdige Autorität, von der man ein auf Sachverstand gegründetes Urteil erwarten kann. Im Gegenteil: Bei Macron tut man gut daran, seine Behauptungen anzuzweifeln und seine emotionalen Appelle als Übertreibung, in jedem Fall bar jeder Fakten anzusehen.



So hat Emmanuel Macron seine angebliche Sorge um den Regenwald im Amazonas-Becken wie folgt zum Ausdruck gebracht:

Alle Behauptungen, die Macron hier aufstellt, sind falsch. Der Regenwald im Amazonas Becken ist nicht die Lunge, die 20% des Sauerstoffs der Erde produziert, der Amazonas Regenwald ist bestenfalls Sauerstoff-neutral. Die derzeitigen Feuer sind nicht außergewöhnlich und das Bild, der er für seine Propaganda missbraucht, ist uralt. Der Fotograph der es aufgenommen hat, starb 2003, was belegt: Feuer im Amazonas-Becken sind die Regel, nicht die Ausnahme.

Ausgerechnet diesen Macron will das ZDF als einen verkaufen, dessen Urteil Aussagekraft hat.
Lächerlich.


Genauso lächerlich wie die deutschen Politdarsteller, die in den letzten Wochen ihre Unkenntnis und ihren fehlenden Sachverstand in geradezu atemberaubender Geschwindigkeit zur Schau gestellt haben.

Die eine denkt, Batterien würden von Kobolden angetrieben, der andere fabuliert lauthals und mit Verve über die Ausgestaltung der Pendlerpauschale, von der er offensichtlich keine Ahnung hat.

Zwei Beispiele von vielen, die zeigen, dass das derzeitige politische System als Herrschaft der Insipientia am besten beschrieben ist. Gestützt wird die politische Abteilung der Insipientia von der journalistischen Abteilung, die sich durch nicht weniger Insipiente auszeichnet. Wir haben in der Vergangenheit unzählige Beispiele dafür zusammengetragen, welchen Unsinn Journalisten-Darsteller verbreiten. Unser Archiv verspricht dem, der sich auf die Jagd nach den entsprechenden Texten macht, reiche Beute. Für heute wollen wir ein besonders prägnantes Beispiel eines Journalismus-Darstellers präsentieren, das für die selbstgerechte Inkompetenz, die die Mitglieder der Insipientia auszeichnet, so charakteristisch ist.

Das Beispiel stammt von Annette Dittert, die Gebührenzahlern im ARD-Studio London zur Last fällt. Was sie dort macht, das wissen wir nicht. Was sie nicht macht, das können wir angeben: Sich über das politische System des Landes, in dem sie arbeitet, kundig.

Der Souverän, nicht der Souveräne wie Dittert meint, in einer Demokratie, das sind die Wähler, deshalb heißt es parlamentarische Demokratie, weil die Idee darin besteht, dass der Souverän seine Repräsentanten in ein Parlament entsendet, um dort SEINEN Willen umzusetzen.

Der Irrtum der Insipientia, der sich durch die Beiträge in Deutschland zieht, wie ein roter Faden, besteht darin zu denken, Souveränität sei eine Eigenschaft eines Parlaments. Das ist sie nicht. Der Souverän ist im britischen wie im deutschen politischen System der Wähler, mitnichten der Abgeordnete. Der ist im britischen Parlamentarismus als Individuum noch unwichtiger als im deutschen, was angesichts des Fraktionszwang etwas heißen will.

Der Fehler ist bezeichnend für die Illusion, die in der Insipientia verbreitet ist. Die Angehörigen, die sich dort als Establishment versammelt haben, sind der Überzeugung, sie könnten besser beurteilen als die Bevölkerung, was für eben diese gut und richtig ist. Nun, auf die Herrschaften, die derzeit einen Krieg gegen die Bürger führen (dazu kommen wir in einem anderen Post noch), wartet eine Überraschung, deren Folgen darin bestehen könnten, dass große Teile der Insipientia in die Wüste geschickt werden.

Oder wie hat einst Sir Frederic Stewart „Jumbo“, Mitglied des Civil Service aus Whitehall gesagt:
One crisis in the Middle East an back to normal.


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