Wissen ist Macht, Nichtwissen macht … abhängig, manipulierbar

Eine These, die man gewagt nennen kann, oder auch nicht, besagt, dass die Entwertung von Wissen durch den post-rationalen Konstruktivismus in den Gesellschaften, die sich für modern halten, die Demontage von Wissenschaft durch Infiltration mit allerlei Trash Fächern, der Versuch, Informationsmärkte, die nicht staatlich kontrolliert sind bzw. kontrollierbar sind, zu diskreditieren (durch den Vorwurf von Hate Speech oder Fake News oder was auch immer) dem Ziel dient, Unsicherheit zu verbreiten, weil Unsicherheit dazu führt, dass Menschen nach Bindung suchen, Bindung an andere, so dass – wie man weiter spekulieren kann – derjenige, der die eigene Meinung als Mehrheitsmeinung ausgeben kann, z.B. durch die Kontrolle von Staatsmedien, leichtes Spiel damit hat, seine Interessen in einer Gesellschaft durchzusetzen, denn die nach sicherer Bindung Suchenden, das ist bekannt, finden gerne Schutz und Sicherheit in der Mehrheit.

Szenenwechsel.

Aus einem Buch, das 1651 veröffentlicht wurde:

„Das Fehlen von Wissenschaft, das heißt Unkenntnis von Ursachen, macht dazu geneigt, ober besser, zwingt dazu, sich auf den Rat und die Autorität anderer zu verlassen. Denn jeder, für den die Wahrheit wichtig ist, muss sich, wenn er sich nicht auf seine eigene Meinung verlässt, auf eines anderen stützen, den er für klüger als sich selbst hält und bei dem kein Grund ersichtlich ist, weshalb dieser ihn täuschen sollte.

Unkenntnis der Bedeutung von Wörtern, das heißt fehlendes Verstehen, führt dazu, gutgläubig nicht nur die Wahrheit, die man nicht kennt, sondern auch die Irrtümer, und was noch schlimmer ist, allen Unsinn derer zu übernehmen, denen man vertraut. Denn weder Irrtum noch Unsinn können ohne ein vollkommenes Verstehen von Wörtern entdeckt werden.
Daher kommt es auch, dass die Menschen auf Grund ihrer verschiedenartigen Leidenschaften ein- und demselben Ding verschiedene Namen geben. So nennen z.B. diejenigen, welche eine Privatmeinung billigen, diese ‚Meinung‘, diejenigen aber, die sie nicht billigen, ‚Häresie‘. Und dabei bedeutet Häresie nichts anderes als ‚Privatmeinung‘, sondern hat nur einen stärkeren Beigeschmack von Zorn.

Daraus ergibt sich ferner, dass die Menschen ohne geistige Anstrengungen und klares Verstehen nicht zwischen einer Handlung vieler Menschen und vielen Handlungen einer Menge unterscheiden können, wie zum Beispiel zwischen der einen Handlung aller römischen Senatoren bei der Tötung Catilinas und den vielen Handlungen einer Anzahl von Senatoren bei der Tötung Caesars. Und deshalb sind sie auch leicht geneigt, das für eine Handlung des Volkes zu handel, was eine Vielzahl von Handlungen einer Vielzahl von Personen ist, die vielleicht durch die Überredung eines einzelnen dazu gebracht wurden.

Unkenntnis der Gründe und ursprünglichen Einsetzung von Recht, Billigkeit, Gesetz und Gerechtigkeit führt die Menschen dazu, Gewohnheit und Beispiele zur Richtschnur ihrer Handlungen zu machen. So halte sie z.B. das für ungerecht, was gewöhnlich bestraft wurde, und für gerecht, für dessen Straflosigkeit und Billigung sie ein Beispiel oder einen Präzedenzfall anführen können, wie dies die Richter barbarischerweise nennen, die ausschließlich dieses falsche Maß der Gerechtigkeit anwenden. Sie gleichen dabei kleinen Kindern, die keinen anderen Maßstab für gute und schlechte Sitten haben als die Zurechtweisungen ihrer Eltern und Lehrer – außer, dass Kinder ständig an diesem Maßstab festhalten, die Erwachsenen aber nicht. Denn alt und halsstarrig geworden, berufen sie sich von der Gewohnheit auf die Vernunft und von der Vernunft auf die Gewohnheit, wie es ihnen gerade passt, wobei sie von der Gewohnheit abweichen, wenn es ihre Interessen erfordern und sich der Vernunft widersetzen, so oft sie gegen sie spricht. Das ist der Grund, weshalb die Lehre von Recht und Unrecht mit Feder und Schwert ständig umstritten wird, während dies bei der Lehre von den Linien und Figuren nicht der Fall ist. Denn bei diesem Gegenstand kümmern sich die Leute nicht um die Wahrheit, da es sich um etwas handelt, das niemandens Ehrgeiz, Profit oder Lust beeinträchtigt. Wäre der Satz: Die drei Winkel eines Dreiecks sind gleich den zwei rechten Winkeln eines Quadrats dem Herrschaftsrecht irgendeines Menschen oder den Interessen deren, die Herrschaft innehaben, zuwidergelaufen, ich zweifle nicht daran, dass diese Lehre wenn nicht bestritten, so doch durch Verbrennung aller Lehrbücher der Geometrie unterdrückt worden wäre, soweit die Betroffenen dazu in der Lage gewesen wären.

[…]

Und diejenigen, welche die natürlichen Ursachen der Dinge wenig oder überhaupt nicht untersuchen, neigen doch dazu, verschiedene Arten von unsichtbaren Mächten anzunehmen und sich selbst zu erdichten. Dies geschieht aus der Furcht, die von der Unkenntnis dessen kommt, was die Macht besitzt, ihnen große Wohltaten zu erweisen oder großen Schaden zuzufügen. Auch fürchten sie ihre eigenen Einbildungen, rufen sie in Notzeiten an und danken ihnen, wenn sich ein erwarteter guter Erfolg einstellt. Dadurch machen sie die Geschöpfe ihrer eigenen Phantasie zu ihren Göttern. Daher kam es auch, dass die Menschen auf Grund der unzählbaren Vielfalt der Vorstellungen in der Welt unzählbare Arten von Göttern geschaffen haben. Und diese Furcht vor unsichtbaren Dingen ist der natürliche Keim dessen, was jedermann bei sich selbst Religion nennt, bei den anderen aber, die diese Macht auf andere Art verehren oder fürchten, Aberglauben.
Und da dieser Keim der Religion von vielen bemerkt wurde, kamen einige von ihnen auf den Gedanken, ihn zu nähren, zurechtzubiegen, in Gesetze zu verwandeln und schließlich irgendeine Meinung von den Ursachen zukünftiger Ereignisse hinzuzuerfinden, die ihnen, wie sie dachten, am meisten ermöglichte, andere zu regieren und deren Macht am gründlichsten für selbst auszunützen“.

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“Katastrophe auf Raten” – Klimahysteriker gestern und heute

Als an den meisten deutschen Universitäten noch Wissenschaftslehre und Methodologie gelehrt wurde, das war bevor die Genderista und andere politische Aktivisten Wissenschaft veralbert haben, gab es für Studienanfänger in Philosophie oder Wissenschaftstheorie die berühmte „Bewusstseinshürde“.

Der Satz „der Schnee ist weiß“ ist genau dann wahr, wenn der Schnee weiß ist.

An den Reaktionen auf diesen Satz konnte man diejenigen aussortieren, die keine Wissenschaftler werden würden und diejenigen, die es vielleicht, vielleicht auch sicher schaffen. Tatsächlich eröffnet dieser Satz das ganze Universum der Erkenntnistheorie, das all denjenigen verschlossen bleibt, die wie Genderista schon wissen und daher nichts begreifen.

Denn: wir sind als Menschen in der misslichen Lage, für unsere Theorien über die Realität keine Wahrheit beanspruchen zu können. Wir wissen nicht, ob unsere Theorien über die Realität wahr sind, schon weil wir nicht in die Zukunft blicken können, was z.B. für Newton bedeutet hat, dass er den Fehler seiner Gesetze, den Einstein finden würde, nicht kennen konnte und entsprechend davon überzeugt war, dass seine Gravitationstheorie richtig ist.

Eigentlich beginnt das ganze Unglück spätestens mit Hume und seiner Zerstörung des naiven Empirismus: Alle abstrakten Konzepte und alle Bezeichnungen der Dinge existieren nur in unserem Geist, so hat Hume gezeigt. Objekte der Außenwelt formen Eindrücke in unserem Geist. Wir bauen in unserem Geist aus diesen Eindrücken komplexe Vorstellungen über Zusammenhänge in der Außenwelt, deren Wahrheit wir aber nicht zeigen können, denn die komplexen Vorstellungen basieren auf Begrifflichkeiten und Zusammenhängen, die es nur in unserem Geist gibt. Wer hätte jemals Kausalität gesehen? Wer jemals einen Rassisten, eine Linksextremen, einen Pseudo-Intellektuellen. All diese Begriffe sind Zuschreibungen. Keiner davon hat eine Existenz, die unabhängig vom menschlichen Geist besteht. Wer hätte jemals wirklich weißen Schnee gesehen?

Und weil dem so ist, können wir nicht sagen, ob unsere Theorien wahr sind.

Das ist die Humesche Katastrophe der Erkenntnistheorie, die Karl Raimund Popper zu unser aller Glück dahingehend überwunden hat, dass wir zwar nach wie vor nicht sagen können, ob unsere Theorien wahr sind, aber wir können sagen, dass sie nicht falsch sind, solange sie rigoros geprüft werden und die Prüfungen bestehen, sich bewähren, wie Popper das nennt. Doch auch die am besten getestete Theorie und die am besten bewährte Theorie ist keine wahre Theorie, jedenfalls nicht, dass wir es mit Bestimmtheit behaupten können.

Weil dem so ist, haben Wissenschaftler für all diejenigen, die so genau wissen, dass sie meinen, sie könnten andere belehren, keinerlei Respekt, bestenfalls Mitleid, schlimmsten Falls Verachtung übrig. Weil dem so ist, sind all diejenigen, die so genau zu wissen meinen, was gut und richtig und für andere gut und richtig ist, die Genderista und die anderen linken Sozialisten keine Wissenschaftler und keine intelligenten Menschen, sondern Gläubige, die der irrigen Ansicht aufsitzen, der Müll, der sich in ihrem Gehirn anfindet, sei etwas anderes als ihre ureigenen Gedanken, sei eine Wahrheit.

Seltsamerweise hat die Säkularisierung, die Sozialwissenschaftler daran festzumachen können glauben, dass heute weniger Menschen am Sonntag in die Kirche gehen als dies noch vor einigen Jahrzehnten der Fall war, zu einer sekundären Religionswerdung geführt, die sich in einer höchst unglücklichen Weise mit den Wissenschaften verquickt hat. Nunmehr wird nicht mehr an Gott, das Paradies und die Erlösung geglaubt. Nunmehr wird an Teufel (Kapitalisten, weiße alte Männer), die Hölle (des Neokapitalismus oder des weißen Mannes) und die Verderbnis durch Klimawandel oder Rassismus geglaubt.

Und wie immer sind ausgerechnet die, die glauben müssen, der Ansicht, sie hätten die Wahrheit erkannt. Dass sekundär-Gläubige der Ansicht sind, sie hätten die Wahrheit erkannt, hat mit dem Schnee zu tun, der für sie in jedem Fall weiß sein muss, denn, was sonst sollte er sein? So wie der Klimawandel menschengemacht sein muss. Was sonst sollte er sein? Wer sonst sollte für die Erwärmung der Erde, das Global Warming und die vielen Katastrophen verantwortlich sein, als der Mensch. Und natürlich gibt es keinen Zweifel an der menschengemachten Erderwärmung. Die modernen Klimahysteriker sind im Besitz der Wahrheit, so wie die Klimahysteriker der 1970er Jahre sich im Besitz der Wahrheit wähnten. Nur war die Klimawahrheit der 1970er Jahre eine andere als die, die heute angebetet wird.

Katastrophe auf Raten“, so lautet der Titel eines Beitrags im Spiegel aus dem August des Jahres 1974. „Kommt eine neue Eiszeit?“, so fragt der Autor sich und seine Leser. Seine Antwort: „Nicht gleich, aber der verregnete Sommer in Nordeuropa, so befürchten die Klimaforscher, war nur ein Teil eines weltweiten Wetterumschwungs – ein Vorgeschmack auf kühlere und nassere Zeiten“.

Der Klimawandel der 1970er Jahre, er war demnach ein Global Cooling. Alles wird kälter und nässer und die Zeichen dafür, die haben Klimaforscher unmissverständlich erkannt, so wie sie heute die Zeichen dafür, dass wir eine Erderwärmung sehen, die menschengemacht ist, unmissverständlich und ohne begründeten Zweifel erkannt haben wollen.

In den 1970er Jahren hatten die Klimaforscher „Meßdaten über fortschreitende Abkühlung des Nordatlantiks [gesammelt]. Dort sank während der letzten 20 Jahre [also von 1950 bis 1970] die Meerestemperatur … Seither wanderten die Eisberge weiter südwärts. … Zugleich wuchs auf der nördlichen Halbkugel die mit Gletschern und Packeis bedeckte Fläche um rund zwölf Prozent … Die sich in den letzten Jahren [zu Beginn der 1970er Jahre] häufenden Meldungen über Naturkatastrophen und extreme Wetteränderungen in aller Welt …“, werden vom Autor des Beitrags aus dem Jahre 1974 als Zeichen eines „globale[n] Klima-Umschwungs“, in kältere und feuchtere Zeiten gesehen.

Die Belege der Klimaforscher für die Abkühlung der Erde sind zahlreich: Die „Intensität der Sonneneinstrahlung in der Erdatmosphäre“ hat nachgelassen, die „Luftdruckverhältnisse auf dem Erdball“ haben sich verändert, im „Magnetfeld der Erde“ zeichnen sich Veränderungen ab. Der Zyklus aus Eiszeiten und Warmzeit, er bringt die Reihe nach der Phase der .Erwärmung, die die globale Temperatur von 1890 bis 1945 um 0,7 Grad Celsius erhöht hat, wieder an die Eiszeit, an die Abkühlung.

Wer könnte angesichts dieser Beweislage noch daran zweifeln, dass die Abkühlung der Erde und der Anstieg der Meeresspiegel bevorsteht, ganz ohne Zutun der Menschen, einfach, weil es der Natur so gefällt? Zu Beginn der 1970er Jahre und im Verlauf derselben, wäre jeder, der diese akzeptierte Sicht der Dinge angezweifelt hätte, in derselben Weise als Ungläubiger behandelt und beschimpft worden, wie es heute demjenigen widerfährt, der sich traut, am menschengemachten Klimawandel, in dessen Folge nunmehr eine Erwärmung und keine Abkühlung der Erde stattfinden soll zu zweifeln. Die gläubigen Dummen, sie sterben nicht aus.

Sowenig wie diejenigen nicht aussterben, die die Dummen benutzen, um sich Vorteile zu verschaffen, um ihre Ideologie durchzusetzen, um andere zu belehren, zu erziehen und anderen den Verzicht zu verordnen, Verzicht auf Kohle, auf Öl, auf Auto, auf viele Dinge, die das Leben angenehm und sorgenfrei machen. Letztlich ist, darin ist Karl Marx zuzustimmen, Religion Opium für das Volk. Religion ist ein Herrschaftsmittel, das es nicht nur ermöglicht, eine Hierarchie durchzusetzen, sondern zuweilen so mächtig wird, dass es möglich ist, freien Individuen einzureden, etwas, was offensichtlich nicht in ihrem Interesse ist, z.B. der Verzicht zu Gunsten von Ungeborenen, sei in ihrem Interesse. Und natürlich sind Religionen immer Instrumente der Selbstbereicherung für die Priesterkaste gewesen, für all die, die frühen katholische Devotionalien und Serviceleistungen und Ablässe verkauft haben und heute am angeblich menschengemachten Klimawandel verdienen oder an den anderen Glaubensinhalte, die die sekundär-religiöse Gesellschaft beherrschen, die den Korpus der neuen Religion darstellen.

Wissenschaftler zeichnen sich durch Zweifel aus. Sie zweifeln am menschengemachten Klimawandel, sie zweifeln an der in den 1970er Jahren mit absoluter Sicherheit verkündeten Erdabkühlung, so wie sie an der in den 1990er Jahren mit absoluter Sicherheit verkündeten Erderwärmung, die menschengemacht sei, zweifeln. Wissenschaft ist ein emanzipatorisches Unterfangen, das Menschen durch Wissen befreien will. Es ist nicht das Ziel von Wissenschaft, angebliches Wissen zu einer Religion aufzubauen, mit deren Hilfe Menschen zu Unfreien gemacht werden können, mit deren Hilfe sie hierarchisiert und domestiziert werden können, mit deren Hilfe man ihnen vorschreiben kann, was sie zu tun und zu lassen haben. Wissenschaftler haben Achtung und Respekt vor der menschlichen Freiheit. Deshalb können Genderista und all diejenigen, die an die Religionen der sekundären-Religionswerdung glauben, keine Wissenschaftler sein, dazu fehlt ihnen die Fähigkeit zu zweifeln, denn der Schnee ist nur dann weiß, wenn der Schnee weiß ist!

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Newspeak: Das Wörterbuch der politischen Korrektheit

Beim Statistischen Bundesamt sind Asylbewerber zu Schutzsuchenden mutiert. Wir haben gestern darüber berichtet – auch über die Logik dahinter: Schutzsuchende verlassen sich auf Gutmenschen, während Asylbewerber den Nachweis ihrer Asyl-Berechtigung erbringen müssen. Die Gewährung von Asyl ist ein Rechtsakt, die Gewährung von Schutz ein Akt der Willkür. In bestimmter Hinsicht verkehrt der Begriff „Schutzsuchende“ im Zusammenhang mit Asylbewerbern die Realität in ihr Gegenteil, vor allem wenn man bedenkt, dass manche der Schutzsuchenden kriminell sind und Straftaten verüben. Das wären dann Schutzsuchenden-Straftaten.

Da man bei politisch Korrekten auf alles vorbereitet sein muss, jederzeit gerüstet sein muss, um ihrem neuesten Irrsinn zu begegnen, haben wir uns entschieden, ein Wörterbuch der politisch Korrektheit anzuregen, in dem wir zunächst die sprachliche Perversität der Bewerber, die zu Suchenden geworden sind, durchspielen. Unsere Liste ist sicher nicht vollständig. Wer einen eigenen Beitrag hat, immer her damit (= kommentieren).

Die Crux an politischer Korrektheit besteht darin, Begriffe, die für politisch Korrekte böse klingen, weil sie zumindest teilweise noch demonstrativ sind, d.h. eine Beschreibung des zu Beschreibenden enthalten, so zu entstellen, dass der Zusammenhang zwischen dem Begriff und dem, was er eigentlich beschreiben soll, durch einen wohlklingenden, positiv konnotierten Begriff ersetzt wird.

In dieser Logik werden dann Unterdrückte zu Machtsuchenden, und Minderheiten zu Mehrheitssuchenden. Beide Begriffe „Unterdrückte und Minderheiten“ sind nicht nett, nicht schön, nicht politisch-korrekt apart. Machtsuchende als Begriff bringt das humanitäre Potential, das in allen Unterdrückten vorhanden ist, ebenso zum Ausdruck wie „Mehrheitssuchende“ anstelle von Minderheit.

Auch Begriffe wie Selbstmörder, Mörder, Einbrecher, Dieb oder Terrorist sind keine schönen, politisch-korrekt aparten Begriffe. Deshalb machen wir aus Selbstmördern Erlösungssuchende, das macht das Ende nicht so final. Diebe werden zu Eigentumsuchenden, was die Machtstrukturen der Gesellschaft, die einen Dieb erst dazu treiben, Dieb zu sein, deutlich macht. Ein Mörder wird zum Blutspendesuchenden, weil man nicht davon ausgehen kann, dass ein Mord einfach um des Mordens Willen verübt wird. Denn Menschen sind doch soziale Wesen! Und Terroristen werden zu Sinnsuchenden, schon weil – wie gesagt – Menschen soziale Wesen sind, die den Tod anderer Menschen nicht sinnlos herbeiführen. Und natürlich sind Terroristen auch Weihnachtsmarktbesuchende. Selbstmordterroristen werden zu Gott- oder Todsuchenden, je nach Denomination. Auch diese politisch-korrekte Umbenennung, bringt das Aparte des Suchenden zum Vorschein, das jeden Terroristen, ob er sich nun selbst in die Luft sprengt oder nicht, auszeichnet.

Die politisch-korrekte Neusprache macht aus der Antifa die Krawallsuchenden, was insofern misslich ist, als Krawall von manchen reaktionären Gesellschaftsmitgliedern negativ assoziiert wird, weshalb wir die Krawallsuchenden zu Vergnügungssuchenden oder Volksfestbesuchenden neusprachlich weiterentwickeln.

Alkoholiker ist auch so ein negativer Begriff, der in seiner stereotypen Unmenschlichkeit, denjenigen, der trinkt, zum Alkoholiker macht. Wir empfehlen den Rauschsuchenden an die Stelle des Alkoholikers zu setzen und dem Saufenden damit einen Sinn zu geben, ihn zu einem sinnsuchenden Rauschsuchenden zu machen. In gewisser Hinsicht suchen alle Drogensüchtigen einen Sinn, aber harte Drogensüchtige, Kokser oder diejenigen, die sich Heroin zumuten, suchen mehr: Sie suchen Inspiration. Inspirationssuchende ist damit der Begriff, der sich für eine politisch-korrekte und aparte Bezeichnung derer, die Drogen konsumieren, aufdrängt.

Die Möglichkeiten, die der Begriff „Suchender“ mit sich bringt, sind fast unbegrenzt: Aus Faulpelzen werden Arbeitssuchende, aus Lügnern Wahrheitssuchende, denn beide haben schlicht noch nicht gefunden, was sie eigentlich suchen.

Der Begriff des Suchenden ermöglicht es auch, jene garstigen Begriffe, die körperliche Unzulänglichkeiten mit aller Gewalt ihrer Empirie beschreiben durch apartere und einfühlsamere Begriffe zu ersetzen: Blinde werden zu Erleuchtungsuchenden, Gehbehinderte zu Haltsuchenden, Stumme zu Wortsuchenden und Stotterer zu Wortendesuchenden.

Die Möglichkeiten, die mit politisch-korrekten Verstandesversuchern verbunden sind, wie wir sie hier beschrieben haben, sie sind ungeahnt. Und wir ahnen tatsächlich nicht, was die Kommentare bringen mögen.

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Altruismus ist ein (modernes) Unterdrückungsmittel

Verzicht und Solidarität sind wohl die beiden Forderungen, die Gesellschaften, die sich für modern halten, am meisten auszeichnen. Verzicht wird in vielerlei Hinsicht gefordert: Man soll auf sein Auto verzichten, auf Egoismus, auf Meinungen und Verhaltensweisen, die gerade nicht politisch-korrekt sind uvm. Solidarität wird immer dann gefordert, wenn eine gesellschaftliche Gruppe auf Kosten einer anderen gesellschaftlichen Gruppe bereichert werden soll, häufig durch Steuern und Abgaben, von denen behauptet wird, dass sie solidarisch verwendet würden, z.B. dazu, um auch in Wurzen ein Frauencafé zu eröffnen oder in Freiburg einen weiteren Radweg anzulegen. Markenzeichen der Solidarität ist regelmäßig, dass sie denjenigen, der sie leisten (muss), ärmer macht, während sie den Empfänger begünstigt, ohne dass dieser auch nur ansatzweise Dankbarkeit für denjenigen empfinden würde oder empfinden müsste, der sich solidarisch verhalten hat oder musste.

Hinter beidem, der Forderung nach Verzicht und der Forderung nach Solidarität, steckt das Motiv des Altruismus. Altruismus, der Verzicht auf etwas, zu Gunsten von anderen, Selbstlosigkeit, wie es auch heißt, ist eines der ältesten Herrschaftsinstrumente, eine der nützlichsten Formen von Unterdrückung und Umverteilung, denn: aus irgendwelchen Gründen ist Altruismus bei vielen positiv konnotiert. Wer altruistisch ist, hat fast so etwas wie einen Heiligenschein, wobei ihm eher eine Narrenkappe stünde, denn Altruismus ist nichts anderes als moralisch verpackte Ausbeutung, die Menschen ihr Recht, sich selbst der nächste zu sein, bestreitet.

Ayn Rand hat Altruismus die erste Hypothek des Lebens genannt und die Nützlichkeit der moralischen Ausbeutung durch Altruismus, ein sehr erfolgreiches Unterfangen wie z.B. die Milliarden der katholischen Kirche in Deutschland zeigen, offengelegt. Altruismus bestreitet dem Individuum eine Existenz aus eigenem Recht und lässt nur eine Existenz in Form eines Dieners anderer zu. Wo Philosophen einst geschrieben haben, der Mensch sei frei geboren, macht Altruismus die Einschränkung, dass jeder Mensch sich seine Freiheit dadurch erkaufen müsse, dass er zu Gunsten anderer verzichte, sich mit anderen solidarisch verhalte, die keinerlei Gegenleistung erbringen, zu Gunsten anderer verzichten müsse, die keinerlei Verzicht zu seinen Gunsten leisten.

Eine Stelle, an der Ayn Rand ihre Einwände gegen Altruismus besonders scharf formuliert, findet sich im Aufsatz: „Faith and Force: The Destroyers of the Modern World“.

Ayn Rand Philosophy“What is the moral code of altruism? The basic principle of altruism is that man has no right to exist for his own sake, that service to others is the only justification of his existence, and that self-sacrifice is his highest moral duty, virtue and value.

Do not confuse altruism with kindness, good will or respect for the rights of others. These are not primaries, but consequences, which, in fact, altruism makes impossible. The irreducible primary of altruism, the basic absolute, is self-sacrifice—which means; self-immolation, self-abnegation, self-denial, self-destruction—which means: the self as a standard of evil, the selfless as a standard of the good.

Do not hide behind such superficialities as whether you should or should not give a dime to a beggar. That is not the issue. The issue is whether you do or do not have the right to exist without giving him that dime. The issue is whether you must keep buying your life, dime by dime, from any beggar who might choose to approach you. The issue is whether the need of others is the first mortgage on your life and the moral purpose of your existence. The issue is whether man is to be regarded as a sacrificial animal. Any man of self-esteem will answer: “No.” Altruism says: “Yes.””

Unsere Übersetzung:

Was ist der moralische Kern von Altruismus? Die Kernaussagen von Altruismus ist, dass Menschen kein Recht haben, für sich zu existieren. Vielmehr wird der Dienst am Nächsten als einzige Rechtfertigung menschlicher Existenz dargestellt und selbst-Aufopferung als höchste moralische Pflicht, höchste Tugend und höchster Wert gesetzt.

Verwechsle nicht Altruismus mit Freundlichkeit, gutem Willen und Respekt für die Rechte anderer. Das sind keine Hauptsachen, sondern Konsequenzen, die durch Altruismus unmöglich gemacht werden. Der Gegenstand des Altruismus ist die Aufopferung für andere, das bedeutet: Selbstopfer, Selbstverleugnung, Selbstzerstörung. Egoismus wird so zum Standard des Bösen, Selbstlosigkeit zum Standard des Guten erklärt.
Verstecke Dich nicht hinter solchen künstlich geschaffenen Problemen wie der Frage, ob Du einem Bettler einen Euro geben sollst. Darum geht es nicht. Es geht um die Frage, ob Du das Recht zu leben hast, ohne dem Bettler einen Euro zu geben. Die Frage ist, ob Du Dein Leben, Euro für Euro, von jedem Bettler kaufen musst, der Dich anspricht. Die Frage ist, ob die Bedürfnisse anderer die erste Hypothek Deines Lebens und der moralische Zweck Deines Lebens sind. Die Frage ist ob Menschen als aufopferungswillige Tiere angesehen werden oder nicht. Jeder Mensch mit Selbstachtung wird auf diese Frage mit „Nein“ antworten. Altruismus verlangt ein „Ja“

Die moralische Hegemonie der Toleranzapostel

„Toleranz ist, wenn es einem egal ist“. Dieser magische Satz, den Dr. habil. Heike Diefenbach schon vor etlichen Jahrzehnten geprägt hat, sagt alles. Er sagt, warum die derzeitigen Debatten über Toleranz heuchlerisch sind. Er sagt, warum diejenigen, die am meisten für Toleranz schreien, die Intolerantesten sind, und er sagt, worum es den Toleranzaposteln wirklich geht: um moralische Hegemonie, um moralische Herrschaft über andere, denn: Es ist ihnen nicht egal, was andere sagen und denken, und deshalb sind sie nicht tolerant, sondern intolerant.

zero toleranceEigentlich könnten wir diesen Post nun beenden, denn es ist alles gesagt. Wenn Feministen mit Schaum vor dem Mund gegen das Patriarchat wettern und vermeintlich Frauenrechte fordern, dann geht es ihnen nicht um Toleranz, es geht ihnen um moralische Herrschaft, denn wer moralisch über andere herrscht, der kann so ziemlich alles durchsetzen, denn: „Sie werden doch nicht etwa sagen wollen, dass sie gegen … Gleichberechtigung sind?“

Moralische Herrschaft sichert Ressourcenzugang und sorgt dafür, dass die moralisch Unterworfenen finanziell ausgenommen werden können, für ihre moralische Niederlage zahlen.

Der Krieg um Hasskommentare oder die Demonstrationen gegen Pegida und die Aktionen gegen die AfD, sie sind gute Beispiele dafür, denn natürlich sind z.B. die steuerfinanzierten BMFSFJ-Günstlinge von NoHateSpeech ganz besonders gute und tolerante Menschen – oder etwa nicht? Jedenfalls wollen sie so erscheinen. Tatsächlich erstreckt sich ihre Toleranz nur auf die Menschen, die ihnen genehm sind, die nicht von dem abweichen, was sie als Richtschnur vorgeben wollen. Es ist ihnen also nicht egal, was andere sagen, denken oder tun. Entsprechend sind sie intolerant gegenüber diesen anderen und mitnichten, die Toleranz-Apostel, für die sie sich ausgeben wollen, um an den Geldbeutel der Steuerzahler zu kommen.

Noch deutlicher ist die Intoleranz der Toleranten bei den angeblich guten Linken, die gegen Faschismus, Nationalsozialismus und all die anderen Ismen streiten, die in ihren Augen eine ganz eigentümliche Verquickung der unterschiedlichsten Schrecklichkeiten darstellen, die homophob, anti-feministisch, anti-sozialistisch, anti-Flüchtlinge und was noch alles zum Gutheitskern der linken Toleranzapostel gehört, sind. Offensichtlich ist auch linken Toleranzaposteln nicht egal, was andere denken, sagen oder tun. Sie sind diesen anderen gegenüber nicht tolerant.

Warum sind sie nicht tolerant? Angeblich wollen die zuletzt genannten Linken eine Wiederkehr des Nationalsozialismus verhindern und Rassismus bekämpfen, und zwar dadurch, dass sie eine ganz eigene Form des Inländer-Rassismus entwickeln, der nicht Menschen mit anderer Hautfarbe, sondern Menschen mit anderen Meinungen stigmatisiert und mit Vorurteilen verknüpft. Die NoHateSpeecher wollen auch Rassismus bekämpfen. Ein Witz besonderer Art, denn sie sind hausgemachte Rassisten, die mit ihren sprachlich desolaten Äußerungen jeden Tag aufs Neue zeigen, wie intolerant sie gegenüber Menschen sind, die ihr Weltbild nicht teilen, so wie Genderisten nicht einmal im Traum auf die Idee kämen, sie könnten Menschen, die ihr ideologisches Kartenhaus kritisieren, mit Respekt oder mit Achtung oder gar mit Toleranz begegnen. Wie alle Fanatiker, so sind auch Genderisten nicht bereit, andere Meinungen zu tolerieren.

Kurz: Es ist ihnen nicht egal, was andere sagen, denken oder tun. Das scheint ein Markenzeichen unserer Zeit zu sein, dass es manchen nicht egal ist, was andere sagen, denken oder tun, dass sie intolerant gegenüber der Freiheit eigener Meinung und der Freiheit, sich nach eigenen Maßstäbe zu verhalten, sind.

In der öffentlichen Diskussion, wie sie in z.B. Mainstream-Medien geführt wird, wird die moralische Hegemonie der oben genannten Gruppen, die alle dem linken politischen Spektrum zugerechnet werden, bereitwillig akzeptiert und verbreitet: Tolerant sind Linke. Rechte sind diejenigen, die intolerant sind, die keine Flüchtlinge akzeptieren, gegen Homosexuelle eingestellt sind, die Anti-Feministen sind und Hasskommentare veröffentlichen. Das Schwarz-Weiß-Bild, das nur Gut und Böse kennt, grenzt an Fanatismus. Dass es in der Welt keine rein Guten und rein Bösen gibt, ist ein Gedanke, der zwar die Fakten beschreibt, in dem, was die guten Menschen in Deutschland für ihre tolerante Welt halten, aber nicht zugelassen ist.

Dass vor allem Linke Intoleranz und Fanatismus tragen, ist eine Erkenntnis, zu der man leicht kommen kann. Man muss nur nachlesen, welcher politischen Couleur die Gruppen sind, die anderen ein Demonstrationsrecht streitig machen wollen, die Professoren an Universitäten am Vortragen hindern wollen, die im Internet Polizei spielen wollen und angeben wollen, was erlaubt ist und was nicht. Einfaches Beobachten und Menschenverstand reichen in Deutschland aber nicht hin, um das Offenkundige zu belegen. Offenkundig wird manches vielen erst, wenn sie es nicht nur selbst sehen, sondern erfahren, dass andere es auch sehen, dass ein repräsentativer Sample von anderen es auch so sieht.

ft_16-11-01_respectfewyoungDeshalb kommt eine Befragung, die das US-Amerikanische PEW-Institut durchgeführt hat, gerade recht. PEW macht des Öfteren politisch nicht korrekte Befragungen und hat dieses Mal 2.583 erwachsene US-Amerikaner, darunter 2.120 registrierte Wähler danach befragt, welchen Kandidaten zur US-Präsidentschaftswahl, Clinton oder Trump, sie wählen wollen und dann nachgehakt und mit Blick auf den jeweils anderen Kandidaten gefragt, ob man Probleme damit habe, dessen Anhänger zu respektieren. Man hätte auch tolerieren sagen können, die beiden Begriffe, Respekt und Toleranz geben sich nicht viel, denn Toleranz kann nur auf Respekt aufbauen und Respekt ohne Toleranz ist nicht vorstellbar. Das ist der einfache Grund, weshalb man mit Sicherheit sagen kann, dass all die vermeintlich guten Menschen, die wir oben aufgelistet haben, die mit Intoleranz all denen begegnen, die nicht ihr Weltbild teilen, keinerlei Respekt für ihre Mitmenschen haben, denn hätten sie Respekt, es wäre ihnen egal, was diese Mitmenschen denken, sagen oder tun, sie wären ihnen gegenüber tolerant.

ft_16-11-01_respectwhitewomenDoch zurück zu PEW. Die Analyse, die PEW auf Grundlage seiner Daten angestellt hat, hat zu Tage befördert, was wir beschrieben haben: Linke sind intoleranter als Rechte. Anhänger von Clinton haben mehr Probleme, die Anhänger von Trump zu respektieren als umgekehrt. Der Unterschied ist recht deutlich und belegt, dass die Toleranz anderer Meinungen umso geringer wird, je stärker die Überzeugung vorhanden ist, uneingeschränkt moralisch überlegen zu sein. Uneingeschränkt moralisch überlegen können sich nur Menschen fühlen, die von sich der Überzeugung sind, dass sie im Recht sind und sich nicht irren können. Und da sie sich selbst im Recht sehen und einen Irrtum auf ihrer Seite ausschließen, müssen die anderen um Unrecht sein und sich irren. Und weil die eigene moralische Position so überlegen ist und mit Gutheit einhergeht, müssen die anderen böse sein und Böse darf man nicht tolerieren, wenn man in den ideologischen Himmel kommen will. So einfach ist es, ideologischen Fanatismus, wie er sich bei Genderisten oder linken Aktivisten (und auch bei rechten Aktivisten, aber seltener) findet, darzustellen.

Es ist sicher kein Zufall, dass die größten Probleme mit Respekt bei weißen weiblichen Anhängern von Clinton vorhanden sind. Der Feminismus hat hier ganze Arbeit geleistet, als neue Form eines weißen Rassismus, mit dem man Intoleranz zu einer neuen Blüte verhelfen kann.


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