Die anderen den Tod wünschen: Erklärung einer Abnormalität

oder: erster Versuch einer Erklärung.

Die Meldung, Donald J. Trump habe sich mit SARS-CoV-2 infiziert, hat aus linken und linksextremen Zeitgenossen das Schlechteste zum Vorschein gebracht, was die Menschheit zu bieten hat, sofern man Personen, die Dinge wie die folgenden äußern, noch zur Menschheit zählen will:


Wie erklärt man den Ursprung dieses Hasses und die dazu gehörige Dummheit, ihn auch noch öffentlich auszuleben?

Die Dunkle Triade: Psychopathologie, Narzissmus und Machiavellismus – stellt eine Erklärung bereit. Indes stellt sich nunmehr die Frage: Wo kommen die entsprechenden Persönlichkeitsstörungen her? Was ist ihre Ursache?



Gehen wir die Frage grundlegender an.

Mit David Hume.

Im zweiten Abschnitt seiner Untersuchung über den menschlichen Verstand schreibt Hume über den Ursprung der Vorstellungen.

Vorstellungen sind für Hume Gedanken des Geistes, Dinge, die abstrakt oder einfach, komplex oder trivial sein können und die Hume von Eindrücken trennt, die er wie folgt definiert:

“Unter der Bezeichnung  E i n d r u c k  verstehe ich also alle unsere lebhafteren Auffassungen, wenn wir hören, sehen, tasten, lieben, hassen, wünschen oder wollen. Eindrücke sind von Vorstellungen verschieden, welche die weniger lebhaften Auffassungen sind, deren wir uns bewußt werden, wenn wir uns auf eine jener oben erwähnten Wahrnehmungen oder Regungen besinnen.”

Man kann die Unterscheidung von Hume im Hinblick auf Unmittelbarkeit klassifizieren, denn Eindrücke sind unmittelbare Wahrnehmungen, unmittelbare Gefühle, die durch eine gegenwärtige Wahrnehmung ausgelöst werden. Eindrücke bedürfen der Gegenwart eines Objekts, das eine sinnliche Erfahrung auslöst, sei es dessen Wahrnehmung oder ein von ihm ausgelöstes Gefühl. Dagegen sind Vorstellungen im besten Fall Erinnerungen an vergangene Eindrücke, im schlechtesten Fall, zusammengesetzte Gebilde, Assoziationsketten oder Hirngespinste, die sich nicht mehr auf einen Eindruck zurückführen lassen. Die Freiheit des Denkens ist bei Hume somit eine sehr begrenzte, sehr eng umschlossene Freiheit:

“Ob nun gleich das Denken diese unbegrenzte Freiheit zu besitzen scheint, so werden wir doch bei näherer Untersuchung finden, dass es in Wirklichkeit durch sehr enge Grenzen eingeschlossen ist, und all diese schöpferische Kraft des Geistes auf weiter nichts hinauskommt, als auf die Fähigkeit der Verbindung, Umstellung, Vermehrung oder Verminderung des Stoffes, den uns Sinne und Erfahrung liefern. Denken wir uns einen goldenen Berg, so verbinden wir nur zwei widerspruchslose Vorstellungen, Gold und Berg, die uns von früher bekannt sind. Ein tugendhaftes Pferd können wir uns vorstellen, weil wir aus unserem eigenen inneren Empfinden uns die Tugend vorstellen können, und diese lässt sich mit der Gestalt und dem Aussehen eines Pferdes vereinigen, eines Tieres, das uns vertraut ist. Kurz, aller Stoff des Denkens ist entweder von unseren äußeren oder inneren Gefühl abgeleitet. Einzig die Mischung und Zusammensetzung fällt dem Geist und dem Willen zu.”



 

Das ist eine relativ mechanistische Sichtweise, die zwei Konsequenzen hat:

Erstens: Jeder von uns ist durch die Eindrücke, die ihn von außen erreichen und seinem inneren Gefühl, das auf die Eindrücke reagiert, determiniert und entsprechend ist alles, was Menschen ausdrücken, nichts anderes als das, was sie selbst sich vorstellen können.

Zweitens:

“Ebenso verhält es sich, wenn ein zur Erregung einer bestimmten Wahrnehmung geeigneter Gegenstand noch nie mit dem Organ in Berührung kam. Ein Lappländer oder Neger hat keinen Begriff vom Wohlgeschmack des Weines. Und obwohl Fälle eines ähnlichen geistigen Mangels selten oder niemals vorkommen, wo jemand ein seiner Gattung eigentümliches Gefühl oder einen Affekt nie erlebt hat oder dessen gänzlich unfähig ist, so lässt sich hier doch das gleiche, wenn auch in geringerem Grade beobachten: Ein Sanftmütiger kann sich keine Vorstellung von eingewurzelter Rachsucht oder Grausamkeit machen; und ein selbstsüchtiges Herz kann sich die Höhepunkte der Freundschaft und Großmut nicht vorstellen.”

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Als Ergebnis kann man somit feststellen, dass Hass, wie er sich in dem Wunsch, ein Erkrankter möge sterben, niederschlägt,  für Hume entweder das Ergebnis von Eindrücken, die den Wunsch, ein Erkrankter möge sterben, um ihm z.B. die mit Krankheit verbundene Qual abzunehmen, vielleicht auch, weil man durch den Wunsch Unrecht gemildert sehen will, das man SELBST durch denjenigen, dem man den Tod wünscht, erlitten hat, ausgelöst ist. Oder er ist das Ergebnis innerer Gefühle, die entweder auf biologischer Grundlage basieren: Darauf, dass jemand einfach von Geburt aus böse, einfach rachsüchtig, einfach hasserfüllt ist, oder es ist Ergebnis eines “organischen Fehlers”, wie Hume vor dem zitierten Absatz schreibt, also dessen, was man heute als eine Psychopathologie beschreiben würde, die dazu führt, dass eine Person auf bestimmte Reize aus de Außenwelt nur abnormal, mit sinnlosem Hass reagieren kann.

Die erste Alternative, Verringerung der mit Krankheit verbundenen Qual, kann man für diejenigen, die Donald Trump den Tod wünschen, ausschließen. Die zweite Alternative setzt eine persönliche Bekanntschaft und ein persönliches Leid durch denjenigen, dem man den Tod wünscht, voraus. Sie scheidet auch aus. Es bleiben somit die Annahme, wer anderen, in diesem Fall Donald J. Trump, den Tod wünscht, ist inhärent und biologisch determiniert böse oder sein Hass lässt sich auf eine Krankheit, eine Psychopathologie zurückführen, die durch einen organischen (einen genetischen) Fehler ausgelöst ist.

Die Antwort, die Hume somit in modernisierter Form geben würde, wäre: Entweder der Hassende ist (psychisch) krank, oder er hat eine organische Deformation, eine genetische Veranlagung, die ihn zu einem bösen Menschen, einem Hater macht. Beide Fälle resultieren in der Feststellung, es nicht mit normalen Menschen zu tun zu haben.



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