Massenhysterie als Treiber hinter Lockdown-Maßnahmen von Regierungen – neue Studie

Wenn man eine Junk-Studie wie die von Martin Lange und Ole Monscheuer, die wir gerade besprochen haben, durchlitten hat, dann schreit das neuronale System geradezu nach Sinn und Bedeutung, nach intellektuellem Futter, das Herausforderung und Genugtuung bereitstellt. Und wir haben es gefunden, in einer Ko-Produktion aus Chile und Spanien, die einen deutschen Mentor hat (mal sehen, wer es herausfindet):

Philipp Bagus, José Antonio Pena-Ramos und Antonio Sánchez-Bayón sind für unsere Genugtuung und Zufriedenheit verantwortlich. Ihr Beitrag trägt den Namen “COVID-19 and the Political Economy of Mass Hysteria”. Der Beitrag ist gerade im International Journal of Environmental Health and Public Health erschienen (18(4): 1376 – noch ohne durchlaufende Paginierung, so neu ist der Beitrag). Und er hat alles, was unser Herz höher schlagen lässt: er ist innovativ, witzig, hat eine dezidiert politisch-inkorrekte Sichtweise, ist mutig und darüber hinaus gut argumentiert.

Massenhysterie, so schreiben Bagus et al. (2021), das ist ein Zustand, der sich einstellt, wenn eine Gruppe glaubt, sie sei etwas Gefährlichem, einem Virus oder einem Gift ausgesetzt. Die Mitglieder der Gruppe glauben, die Gefahr sei real, entweder, weil ihnen gesagt wird, die Gefahr sei real oder weil es zu ihrer Erfahrung zu passen scheint. Als Ergebnis der Delusion einer großen Gruppe, ob eingebildet oder real, stellen sich Angst und Stress ein. Die Wirkungen von Angest und Stress sind erstaunlich und umfassen z.B. Phänomene wie “Nocebo”, also die Krankheit, die sich einstellt, weil man erwartet, dass sie sich einstellt. (Im Gegensatz zu Placebo, bei dem sich eine Gesundung einstellt, weil man erwartet, dass sich eine Gesundung einstellt).



Ein besonders schönes Beispiel für Nocebo ist Emirates Flight 203 aus dem September 2018. An Bord befanden sich einige Passagiere, die Symptome einer starken Grippe zeigten. Im Verlauf des Fluges bildeten sich immer mehr Fluggäste ein, an Grippe erkrankt zu sein und entwickelten Symptome, so viele, dass es nach Ankunft in New York notwendig erschien, alle Passagiere in Quarantäne zu stecken. Dort stellte sich dann heraus, dass außer der kleinen “Initialgruppe” niemand an Grippe erkrankt war. Berezow (2018) berichtet von einem Teilnehmer eines klinischen Trials, der sich selbst das Leben nehmen wollte. Zu diesem Zweck hat er eine große Anzahl von Tabletten, die Bestandteil des klinischen Trials waren, geschluckt und anschließend ernste Symptome entwickelt. Nachdem er in ein Krankenhaus eingeliefert wurde und ihm der Leiter des klinischen Trials erklärt hatte, dass er zur Kontrollgruppe gehört, die Tabletten, die er in großer Zahl geschluckt hatte, also keinen Wirkstoff enthielten, Placebos waren, ist der Teilnehmer innerhalb von 15 Minuten von allen Symptomen genesen.

Berezow, Alex (2018) The Man Who Overdosed on Placebo.

Das Beispiel von Emirates Flug 203  zeigt, was Gustave LeBon “Contagion” Ansteckung genannt hat: Hysterie kann sich leicht von einer Person zur nächsten verbreiten, sie ist wie ein Virus, das auf Angst und Furcht basiert. Angst und Furcht sind somit die Voraussetzungen für Hysterie.

COVID-19 und vor allem die Berichterstattung über COVID-19 in MS-Medien schürt Angst und Furcht in Teilen der Bevölkerung. Eine Reihe von Studien zeigt, dass die Maßnahmen, die im Zusammenhang mit SARS-CoV-2 von Regierungen getroffen werden, Angst und Furcht auslösen und verstärken. Burke et al. (2020) haben gezeigt, dass Furcht und Stress durch Lockdown-Maßnahmen erheblich zugenommen haben. Czeisler et al. berichte aus einer Befragung in den USA, dass rund 11% der Befragten seit Beginn des Lockdowns an Selbstmord gedacht haben, während rund 41% von psychischen Problemen im Lockdown berichten. Pollard et al. (2020) berichten von einer erheblichen Zunahme des Alkoholkonsums in den USA, während die geringe Infektion Fatality Rate, die Ioannides (2021) errechnet haben, deutlich zeigt, dass Personen, die aus Angst vor einer Ansteckung mit SARS-CoV-2 das eigene Haus nicht verlassen oder selbst bei allein unternommenen Fahrten im Auto eine Maske tragen, die Grenze zur Hysterie wohl überschritten haben.


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Burke, Tom, Anna Berry, Laura K. Taylor, Owen Stafford, Eddie Murphy, Mark Shevlin, Louise McHugh, and Alan Carr (2020). Increased psychological distress during COVID-19 and quarantine in Ireland: a national survey. Journal of clinical medicine 9(11): 3481.

Czeisler, Mark É., Rashon I. Lane, Emiko Petrosky, Joshua F. Wiley, Aleta Christensen, Rashid Njai, Matthew D. Weaver et al. “Mental health, substance use, and suicidal ideation during the COVID-19 pandemic—United States, June 24–30, 2020.” Morbidity and Mortality Weekly Report 69(32): 1049.

Pollard, Michael S., Joan S. Tucker, and Harold D. Green (2020). Changes in adult alcohol use and consequences during the COVID-19 pandemic in the US. JAMA network open 3(9).

Ioannidis, John (2020). The infection fatality rate of COVID-19 inferred from seroprevalence data. MedRxiv.


Bagus et al. (2021) bauen auf diesem Fundament auf und fragen sich, welche Randbedingungen Angst und Furcht in Hysterie und dann Massenhysterie überführen und welche Schutzmechanismen Gesellschaften haben, um aus der Massenhysterie wieder herauszukommen. Berichten wir zunächst die Antwort auf die letzte Frage: In Gesellschaften, in denen der staatliche Durchgriff auf ein Minimum beschränkt ist und bei privatem Eigentum und privaten Rechten endet, in Staaten, in denen eine Regierung nicht verfügen kann, dass Unternehmen und Läden geschlossen werden, dass Privatpersonen Masken zu tragen haben oder ihnen der Besuch von Gaststätten oder Sportstätten verwehrt ist, ist privates Eigentum und die damit verbundenen Rechte die Grundlage für einen Ausweg aus der Massenhysterie, denn selbst wenn große Teile der Gesellschaft sich an der Massenhysterie beteiligen und einen Peer Druck aufbauen, der dazu führt, dass bestimmte Regeln, wie z.B. das Tragen von Masken zur Norm werden, wird es doch vereinzelte Nischen geben, in denen Privatpersonen ihre Eigentumsrechte ausüben, ihren Laden nicht schließen, keine Masken tragen, in Gaststätten gehen, in Sportstudios gehen. Gibt es diese Widerstands-Nischen, dann können sich selbstverstärkende Prozesse einstellen: Leute, die sich an z.B. die Maskennorm halten, sehen, dass andere, die sich nicht daran halten, keine Konsequenzen haben, nicht krank werden, nicht sterben. Die ersten legen ihre Masken beiseite und kehren zum normalen Leben zurück. Mit jedem, der zum normalen Leben zurückkehrt, wird es für andere leichter, ebenfalls die Normalität des Lebens wieder aufzunehmen, so dass am Ende nur noch die Ultra-Hysteriker zurückbleiben.

Genau diese Schutzmechanismen sind in Wohlfahrtsstaaten, in denen sich Regierungen Durchgriffsrechte auf privates Eigentum und private Rechte anmaßen, nicht vorhanden.

“While the havoc inflicted by collective hysteria is limited by the protection of private property rights in a private law society or a minimal state, such limits can be easily overcome by a modern welfare state. In fact, a well-organized group that has been infected by collective hysteria may be in charge of the state or get to control the state apparatus. In such a position, this group can impose measures on the rest of the population, inflicting almost unrestricted harm. It must be taken into account here that a welfare state can also be a state which is bound by the rule of law and in which repressive interventions by the executive can be lifted by the judiciary. However, there exists the danger that in a collective panic, the protection of basic liberties guaranteed in constitutions will be abrogated by emergency measures and the judiciary will succumb to the mass hysteria, failing to lift the repressive interventions. The empirical evidence during the COVID-19 crisis demonstrates that basic liberties were not defended in welfare states. In general, the greater the coercive power of the state, the more harm can be inflicted on society in a mass hysteria.”

Je besser die Fähigkeit der Regierung in einem Wohlfahrtstaat entwickelt ist, ihren Willen gegen die Bevölkerung durchzusetzen, um so mehr Schaden kann diese Regierung in der Gesellschaft anrichten, schon weil alle Maßnahmen dazu geeignet sind, Angst und Furcht zu verbreiten und damit Hysterie auszulösen und zu verstärken. Bagus et al. führen sieben Kriterien an, die die Systematik, mit der sich Regierungen und Teile der Bevölkerung in Wohlfahrtstaaten systematisch in eine Massenhysterie steigern und dort verharren können, erklären:

    1. Viele Maßnahmen, die die Verbreitung von SARS-CoV-2 verhindern sollen, sind gleichzeitig Maßnahmen, die die Wahrscheinlichkeit für ein Abgleiten von Furcht und Stress in Hysterie befördern, z.B. weil kein Sport getrieben werden kann, um Spannungen und Stress abzubauen oder weil die zwischenmenschlichen Kontakte, die beim Abbau von Stress helfen können, reduziert sind.
    2. Wenn ein zentraler Staat wie Deutschland seine Maßnahmen zum Schutz vor SARS-CoV-2 implementiert, dann bleibt kein Spielraum für Abweichung, nicht einmal ein Spielraum für eine abweichende Meinung, denn Kritiker an den “lebensschützenden Maßnahmen” werden von Hysterikern als Feinde wahrgenommen, die die Gesundheit der Bevölkerung gefährden. Die Intoleranz für Abweichung führt zwangsläufig dazu, dass sich ein Groupthink entwickelt, also ein Zustand, in dem es keinerlei alternative Wege mehr aus der vermeintlichen Krise gibt. Wir sehen das derzeit sehr deutlich an den Regierungen, die egal, ob Fallzahlen steigen oder fallen, egal, ob private Unternehmen in großer Zahl insolvent werden, egal, ob Schüler durch die verlorenen Schuljahre erhebliche Einbußen im späteren Leben hinnehmen müssen, immer nur ein und immer nur dasselbe Mittel kennen: Lockdown.
    3. Politisierte MS-Medien, die eine Beziehung auf Gegenseitigkeit mit der Regierung entwickelt haben, die sich das Wohlwollen staatlicher Stellen sichern wollen, haben einen großen Anreiz, die Krise herbeizuschreiben oder herbeizusenden, und zwar in Form negativer Schlagzeilen, täglicher Fallzahlmeldungen, die grundsätzlich negativ gerahmt sind, egal, ob Fallzahlen sinken oder steigen. Negative Nachrichten verkaufen sich besser als positive, auch daraus ergibt sich ein Anreiz für MS-Medien, die Situation schlechtzuschreiben oder zu reden, und wenn man dann noch die Regierung als Retter in höchster Not präsentieren kann, dann sind staatliche Mittel zur Überwindung erfundener Notsituationen, in denen sich MS-Medien befinden, fast schon auf dem Konto.
    4. Die Krisennachricht von der nahenden Gesundheitskatastrophe wird durch sogenannte “Experten”, die die gegenwärtige Situation besonders schlecht darstellen, oftmals in vollkommener Abweichung von der tatsächlichen Situation, wie dies Anthony Fauci oder Karl Lauterbach tun, dazu ausgenutzt, um Furcht und Stress zusätzlich anzuheizen. Fehlende religiöse Bindung wirkt zudem amplifizierend. Religiöse Menschen haben in der Regel das Jenseits, das ihnen den Tod erleichtert. Nicht-religiöse Menschen kleben an ihrem Leben, wie miserabel es auch sein mag. Todesangst ist wohl der potenteste Treiber von Hysterie und Panik.
    5. Regierungen können – wie die deustche Regierung das getan hat – regelrecht Angst auslösen wollen, um zum einen Kontrolle leichter ausüben zu können, zum anderen den Widerstand gegen die eigenen Maßnahmen brechen zu können. Schon im April 2020 hat das Bundesinnenministerium die Broschüre, “Wie wir COVID-19 unter Kontrolle bekommen” veröffentlicht. Darin wird unter anderem empfohlen, (1) dass Regierungsstellen die mit COVID-19 verbundenen Atemprobleme betonen, denn die Angst vor einem Erstickungstod gehört zu den größten Todesängsten. Es wird zudem (2) empfohlen, dass Furcht und Schuldgefühle bei jungen Menschen ausgelöst werden, Angst davor, Oma und Opa anzustecken, Schuldgefühle, wenn sich Oma und Opa infiziert haben, oder Schuldgefühle, weil man als junger Mensch kein Risiko hat, an COVID-19 ernsthaft zu erkranken. Schließlich wurde (3) empfohlen, Langzeitfolgen und plötzliches Versterben zu betonen, um die Angst in der Bevölkerung anzuheizen und damit die Konformität mit Vorschriften leichter durchsetzen zu können.

      “It lies in the interest of a government to emphasize citizens’ vulnerability to external and internal threats, because the state’s legitimacy and power rest on the narrative that it protects its citizens against such dangers.”

  1. Politiker haben zudem einen Anreiz, mit ihren Maßnahmen über das Ziel hinauszuschießen. Ein verantwortlicher Politiker, der sich der Hysterie nicht anschließt, läuft Gefahr, für alle Folgen, die sich einstellen, persönlich verantwortlich gemacht zu werden. Ein Politiker, der sich der Hysterie anschließt, sie befeuert und zum Anlass nimmt, die absurdesten Regelungen ZUM SCHUTZ der Bevölkerung zu erlassen, läuft keinerlei Gefahr. Stellen sich die Regelungen als zu weitgehend und unnötig heraus, wird ihn niemand für die geteilte Hysterie zur Verantwortung ziehen, und da er keinerlei Anteil an den Folgen seiner Entscheidungen und somit auch keine Kosten hat, denn die Kosten seiner Entscheidungen werden sozialisiert, auf alle umgelegt, hat er keinerlei Anreiz, verantwortliche Entscheidungen zu treffen.

Es gibt in Wohlfahrtsstaaten keinerlei Sicherungsmechanismen, die verhindern, dass Regierungen sich eines hysterischen Mobs bedienen, den sie selbst geschaffen haben, um ihre Ziele durchzusetzen oder selbst Teil des hysterischen Mobs sind und Schäden anrichten, die den Elefanten im Porzellanladen zu einem Tropfen im Ozean reduzieren:

“Unfortunately, once a mass hysteria takes hold of the government, the amount of damage the hysteria can inflict to life and liberty surges as the state’s respect for private property and basic human rights is limited. The violation of basic human rights in the form of curfews, lockdowns, and coercive closure of business has been amply illustrated during the COVID-19 crisis.”

“Was tun?”, sprach Lenin und löste einen Bürgerkrieg aus…


Bagus, Philipp, Pena-Ramos, José Antonio & Sánchez-Bayón, Antonio (2021). COVID-19 and the Political Economy of Mass Hysteria. International Journal of Environmental Research and Public Health.


Seit Ende Januar 2020 besprechen wir Studien zu SARS-CoV-2. Damit gehören wir zu den wenigen, die das neue Coronavirus seit seinem Auftauchen verfolgt und den Niederschlag, den es in wissenschaftlichen Beiträgen gefunden hat, begleitet haben.
Eine Liste aller Texte, die wir zu SARS-CoV-2 veröffentlicht haben, finden Sie hier.

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