Brei-Gensing: Planwirtschaft und Grünenrettung – Wahlkampfhilfe bei der ARD

Thai-Ginseng, so geht die Kunde, sei gut für das Gehirn.
Brei-Gensing, so unsere Erfahrung, ist Gift für das Gehirn.
Brei-Gensing, so steht auf der Packungsbeilage, führt bei denen, die ernstnehmen, was Brei-Gensing schreibt, zu Denkstörungen, Missverständnissen und letztlich geistiger Umnachtung. Deshalb lassen Sie besser die Hände von Brei-Gensing, meiden Sie die ARD, lassen sie die Faktenfinder alleine suchen und vor allem: halten Sie sich fern von Brei-Gensing und dem, was er zusammenrührt.

Wir, die wir neuronale Antikörper gegen Brei-Gensing in Form aussagenlogischer Kenntnisse gebildet haben, können uns Brei-Gensing aussetzen und nehmen es daher auf uns, das World Wide Web vor Brei-Gensing zu warnen: Vorsicht: Das Lesen auch nur eines Extrakts von Brei-Gensing kann sie in ihrer Bildung weit hinter die Volksschule zurückversetzen.

Heute ist Brei-Gensing mit einer Mission unterwegs.

Den Grünen vom Bündnis 90 wird nachgesagt, sie wollten eine Planwirtschaft einführen. Üble Nachrede, wie der grüne Hilfsritter von der Traurigen Gestalt, Brei Gensing, meint, weshalb er angetreten ist, um sich dem Vorwurf der Planwirtschaft an die Grünen als öffentlich-rechtliche Wahlkampfhilfe, die von Gebührenzahlern finanziert werden muss, mutig entgegen zu stellen.

Nachdem es Brei-Gensing gelungen ist, mit Hilfe des Brockhaus hinter das Geheimnis der “Planwirtschaft” zu steigen, dass sie nämlich eine geplante Wirtschaft sei, die, weil eben geplant wird, den Aufbau einer Bürokratie erfordere, und wer hätte ohne Brockhaus’-Hilfe zu dieser fundierten Kenntnis über die Planwirtschaft hinabsteigen können, geht Brei-Gensing dazu über zu zeigen, dass im Wahlprogramm der Grünen der Aufbau einer zentralen Planwirtschaftsbehörde NICHT vorgesehen ist.

Vorwurf entkfräftet, so sagt Brei-Ginsing, und wir haben sie gewarnt, Brei-Ginseng kann nur ertragen, wer sich gestählt und mit Thai-Ginseng vorgebeugt hat.

Nun ist die Planung in der Planwirtschaft, in der sozialistischen Planwirtschaft, denn es gibt keine andere, und die damit verbundene Planungsbehörde, die – Überraschung! – Pläne, erst Fünf-, dann Siebenjahrespläne im Falle der DDR, aufstellt, nicht das, was die Planwirtschaft ausmacht. Was die Planwirtschaft ausmacht, das ist die Idiotie, eine grassierende Idiotie, die unter Anhängern der Planwirtschaft weit verbreitet ist (vielleicht weil sie zu viel Brei-Gensing gelesen haben), man könne die ZUKUNFT planen, alle Entwicklungen vorhersagen und so sicherstellen, dass z.B. alles, was in der Zukunft nachgefragt werden wird, auch bereitgestellt wird. Und was die sozialistische Planwirtschaft auf diesem Hintergrund insbesondere auszeichnet, das ist die Annahme, man könne mit staatlichen Eingriffen in den Markt Gutes bewirken. Diese Idiotie, die gebündeltes Wissen in einem Akteur voraussetzt, steht in einem diametralen Widerspruch zu dem, was Hayek die Katallaxie des Marktes genannt hat, viele, sehr viele dezentrale Akteure, die unabhängig voneinander Ideen haben, Ideen umsetzen, Produkte entwickeln, anbieten, verkaufen, und die sich darauf verlassen können, dass ihre Ideen auch der Nachfrage entsprechend belohnt werden, denn im Markt herrscht der Preis als Regulativ, der zwischen Angebot und Nachfrage vermittelt. In der Planwirtschaft ist das anders: Dort wird die Nachfrage bestimmt, und zwar dadurch, dass das Angebot festgelegt wird. Mit dem Angebot wird auch der Preis festgelegt, weshalb jeder Anreiz für private Akteure entfällt, ein Risiko, wie es z.B. mit der Entwicklung eines neuen Produkts verbunden ist, auf sich zu nehmen. Deshalb war Robotron in Computertechnik Lichtjahre hinter westlichen Unternehmen zurück.

Die Geschichte der DDR ist in weiten Teilen die Geschichte gescheiterter Pläne, gescheiterter Planwirtschaft, falscher Annahmen, falscher Vorhersagen, verfehlter Planziele:

Vorfreude auf das, was es vielleicht noch gibt, wenn man an der Reihe ist, war in der DDR die schönste Freude.

“Die Planung der Wirtschaft bringt die Notwendigkeit mit sich, eine umfangreiche Bürokratie aufzubauen, denn die Planung muss bis auf die unterste Ebene erfolgen. Entsprechend muss die zentrale Planbehörde u.a. die Produktions- und Distributionsabläufe in den Unternehmen bis ins Detail festlegen und die Koordination einer Vielzahl von wirtschaftlichen Teilvorgängen bewerkstelligen. Bereits an diesen beiden Aufgaben ist die zentrale Planbehörde gescheitert, weil sie (1) nicht im Besitz aller notwendigen Informationen war und (2) die notwendigen Kalkulationen die Planbehörde schlichtweg überfordert haben.” (Sass, 1968, S.24.)

Nicht nur das. Das Scheitern der Planwirtschaft in der DDR, in der Sowjetunion, in China, in Kuba, in Vietnam, in allen sozialistischen Staaten, es ist auch der Tatsache geschuldet, dass jeder Eingriff in den Markt, der steuernd sein soll, notwendig mit mindestens einer generellen Schnittstelle einhergeht, die wiederum die Kosten des Agierens in diesem Markt erhöht, was zwangsläufig dazu führt, dass Ressourcen wegen dieser Regelung, diesem Eingriff gebunden werden, an anderer Stelle nicht mehr zur Verfügung stehen. Nun sind Ressourcen endlich, und der berühmte Sack Zement, den Horst E hat mitgehen lassen, um ihn in seiner Datscha gegen Kaffee einzutauschen, der fehlt im Volkseigenen Betrieb, dessen Planer nicht mit Horst E. gerechnet und sich auch ansonsten massiv verrechnet haben. Und weil Horst E nur ein Symptom eines generellen planwirtschaftlichen Leidens ist, deshalb ist Planwirtschaft immer und unausweichlich Mangelwirtschaft, und wer wie die Grünen versucht, steuernd in Märkte einzugreifen, der sorgt dafür, dass Mangel entsteht, der sorgt dafür, dass die wirtschaftlichen Ergebnisse in einem Land, hinter dem zurück bleiben, was möglich wäre. Der schadet fast allen, nur um einen ideologischen Rausch erleben zu können.

Und natürlich basiert Planwirtschaft auf einem vollkommen absurden Menschenbild:

Der sozialistische Arbeitermensch strebt nicht nach mehr als ihm per Plan zugestanden wird. Er hat keine „ordinären Konsumwünsche“, beschränkt seine Konsumwünsche auf das Notwendige und ist am Wohlergeben des Kollektivs interessiert. (dazu: Roesler, 2005, S.40-42)

Es mag entsprechende selbst-restriktive Deppen geben, aber die Mehrheit jeder Bevölkerung ist normal.

Hayek KnechtschaftIm Wesentlichen führt sozialistische Planwirtschaft zum Aufbau einer immensen Bürokratie, die alles um sie herum in Regelungen erstickt und über kurz oder lang den Zweck ihres Daseins mutiert und nur noch am Selbsterhalt interessiert ist. Fast noch wichtiger: sozialistische Planwirtschaft scheitert regelmäßig am wirklichkeitsfremden Menschenbild, das an die Planbarkeit und Vorgebbarkeit individueller Bedürfnisse glaubt und Menschen kaum mehr zugesteht, als dass sie steuerbare Einheiten sind, die ihre Bedürfnisse, Träume und Wünsche dem anpassen, was ihnen vorgegeben wird. In der DDR war “das Kollektiv” der Hort alles Guten, an dem Individuen ihre Bedürfnisse und Wünsche auszurichten hatten, heute ist es die Solidarität mit der Gemeinschaft, die von Linken, die immer noch an die Planbarkeit des Unvorhersehbaren und des Glücks oder die ökologisch-soziale Umgestaltung glauben, ins Feld geführt wird.

Und weil sich eine Planwirtschaft durch

  • Vorgaben an die wirtschaftliche Entwicklung;
  • Vorgaben an das Angebot;
  • Eingriffe in das freie Funktionieren eines Marktes;
  • Preisvorgaben

auszeichnet, deshalb ist das Wahlprogramm der Grünen, im Gegensatz zu dem, was Brei-Gensing als Wahlkampfhelfer der Grünen durchsetzen will, voller Planwirtschaft, geradezu ein Bild von Planwirtschaft, ideologischer, schädlicher Planwirtschaft.

Soweit so gut.
Was der Wahlkampfhilfe von Brei-Gensing jedoch die Krone aufsetzt, das ist die folgende Passage:

“André Steiner vom Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung sagte auf Anfrage, zutreffend sei “sicher, dass die Grünen mehr lenkenden Einfluss des Staates wollen als beispielsweise die FDP”. Aber das mache “gerade den Charakter einer ökologisch-sozialen Marktwirtschaft aus, dass staatliche Rahmenvorgaben das Wirtschaften der – überwiegend – privaten Unternehmen in bestimmte gesellschaftlich erwünschte Richtungen drängt – aber nicht zwingt”, so Steiner.”

Wir haben vor der Nutzung von Brei-Gensing gewarnt. Gebrauch oder Kontakt zu Brei-Gensing geht nicht ohne neuronale Leiden vor sich. Und wie sie am Beispiel von André Steiner sehen, mündet dieses Leiden in Unfug wie diesen:

Ökologisch-soziale Marktwirtschaft … drängt private Unternehmen in gesellschaftlich erwünschte Richtungen, zwingt sie aber nicht in diese Richtung.

Einmal davon abgesehen, dass die Antwort auf die Frage, wer das festlegt, was die gesellschaftlich erwünschte Richtung ist, zwangsläufig beim sozialistischen Planer und dem Politbüro endet, das ihm Vorgaben macht, ist es schon eine besondere Form der mentalen Verwirrung, wenn man behauptet, eine Planierraupe, die den Sandhaufen vor sich herdrängt, zwinge diesen Sandhaufen nicht in eine bestimmte Richtung, nein, sie dränge ihn nur.

Es gibt eine bestimmte Art pseudo-Intellektueller, die ihre Intellektualität dadurch unter Beweis stellen wollen, dass sie das verbreiten, was wir sophisticated Bullshit nennen.
Mehr haben wir zu Brei-Gensing heute nicht mehr zu sagen.



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