Stellen Sie sich auf Verzicht ein – Die Früchte von Jahrzehnten verfehlter Energiepolitik sind bereit zur Ernte

Westliche Gesellschaft lernen derzeit und über die nächsten Jahre, dass der Wohlstand, den sie über die letzten Jahrzehnte akkumuliert und den ihre Bevölkerungen genossen haben, eine mehr oder weniger deutlich angebbare Quelle hat: Billige Energie.

Billige und damit ausreichend verfügbare Energie liegt so ziemlich jeder Art von Aufschwung und Wachstum zugrunde.

Bei der Herstellung von Waren wird Energie verbraucht. Steigen die Energiepreise, steigen die Herstellungskosten und damit die Preise der Waren.
Zum Vertrieb von Waren ist Energie notwendig. Steigen z.B. Kraftstoffpreise steigen die Vertriebskosten. Steigen die Vertriebskosten, steigt der Preis von Waren.
Der Wohlstand moderner Gesellschaften basiert in weiten Teilen auf Energie: Vom Fernseher, über das Smartphone, das private Auto, die Urlaubsreise, von der Heizung bis zur Beleuchtung, alles basiert auf Energie. Steigen die Energiepreise, dann steigt der Anteil derjenigen, die sich Teile dieser Insignien westlichen Wohlstands nicht mehr leisten können.

Verbraucher stehen am Ende einer langen Kette von Preissteigerungen, die mit steigenden Energiepreisen einhergehen, sie zahlen die Zeche einer verfehlten Energiepolitik gleich mehrfach. Wohl nichts bringt dieses Faktum in Deutschland besser zum Ausdruck als die Tatsache, dass Verbraucher in Deutschland aufgrund der Subventionierung durch eine Preisgarantie für angeblich erneuerbare Energieträger (eine Lüge: Kein Windrad, keine Solarzelle ist erneuerbar) fallende Strompreise an Weltmärkten durch eine höhere Preise und Umlagen finanzieren müssen. Wir haben diesen perversen Mechanismus, den sich nur besondere Profiteure an der Produktivkraft anderer überlegen können, hier dargestellt.

In aller Kürze zusammengefasst:

Im Erneuerbaren Energien Gesetz werden den Betreibern von angeblich Erneuerbarer Energie Preise garantiert. Die selben Betreiber verkaufen ihren Strom über internationale Strombörsen. Fällt der Preis dort unter den garantierten Preis, dann müssen die Steuerzahler für die Differenz geradestehen, zahlen also trotz fallender Weltmarktpreise mehr: Wenn der Erlös aus dem Verkauf von Strom immer geringer wird, die garantierten Preise für die Betreiber von Erneuerbaren Energien-Anlagen aber gleich hoch bleiben – die Differenz errechnet sich z.B. für offshore-Windräder, in den ersten 12 Jahren ihres Betriebs als Differenz zwischen den garantieren 15,40 Cent pro Kilowattstunde und den rund 3 Cent/kWh aktuellem Preis für eine Kilowattstunde Strom an der EEX – dann entstehen den Übertragungsnetzwerkbetreibern immer höhere Kosten, denn die Erneuerbare Energienumlage deckt nur 8 Cent Preisdifferenz pro Kilowattstunde ab. Die höheren Kosten werden natürlich an die Verbraucher weitergegeben. An wen sonst? Und so kommt es, dass deutsche Verbraucher für Strom mehr bezahlen müssen, wenn Strom an den Börsen billiger wird. Die perverse Konstruktion des Erneuerbaren Energiengesetzes sorgt dafür.

Die Preisschwankungen, die auf Energiemärkten ohnehin durch Schwankungen in der Nachfrage und gezielte Eingriffe in das Angebot vorhanden sind, Letztere am deutlichsten im OPEC-Alleinmittel der Drosselung der Förderung, um den Ölpreis in die Höhe zu treiben, werden derzeit noch dadurch amplifiziert, dass verfehlte Energiepolitiken und kontinuierlich steigende Nachfragen nach z.B. Erdgas die Preise in die Höhe treiben. Dabei wird Erdgas immer wichtiger, denn Erdgas ist die Energiequelle, die dann einspringen muss, wenn die unverlässlichen Windräder und Solarzellen keinen Strom produzieren, weil entweder kein Wind weht oder die Sonne eine Wolkenwand vorgezogen hat. Hinzukommt, dass gerade in Deutschland durch den Ausstieg aus der Kernenergie und das Abschalten selbst moderner und gerade erst in Betrieb genommener Kohlekraftwerke der ohnehin schon vorhandene Druck auf die Preise verstärkt wird. Und natürlich darf man auch Vladimir Putin nicht vergessen, dem es derzeit zu gefallen scheint, ein paar Preissignale an die Länder Westeuropas, die direkt von seinen Erdgaslieferungen abhängig sind, zu schicken – vielleicht um darauf aufmerksam zu machen, dass Sanktionen keine Einbahnstraße sind. Das sieht dann so aus:

Das ist eine Entwicklung, die dann, wenn man ein Land mit seiner Energiepolitik zu den höchsten Strompreisen in Europa geführt hat und auch ansonsten alles tut, um über den CO2-Ablasshandel jeden Unternehmer, der den Kopf aus der nicht rentablen Menge stecken will, um denselben kürzer zu machen, erhebliche Sorgen bereiten sollte, Polit-Darstellern Sorge bereiten sollte, Sorge darüber, dass eine Energiearmut ungeahnten Ausmaßes bevorsteht, die Teile der Wirtschaft verkrüppeln und diejenigen, die schon jetzt Probleme haben, mit den steigenden Kosten Schritt zu halten, weiter verarmen wird. Das bereitet Polit-Darstellern natürlich nur dann Sorgen, wenn es nicht ohnehin der Plan war, genau dieses Ergebnis zu erreichen… Man soll den selbstgerechten Zynismus ideologischer Eiferer nicht unterschätzen, oder wie Roger Hallam, der Gründer von Extinction Rebellion gerade gesagt hat, wenn in einem Krankenwagen ein Mensch auf dem Weg ins Krankenhaus stirbt, weil Hallam und sein Mob die Straße blockiert, so dass der Krankenwagen nicht weiterfahren kann, dann ist dieses Opfer durch das große Gute, für das Hallam und seine Jünger einstehen, gerechtfertigt. Eine Begründung, die deutlich macht, dass Extinction Rebellion eine terroristische Vereinigung ist.

Zurück zum Gaspreis. Der Gaspreis, den wir oben in der Grafik dargestellt haben, das ist der Spot-Preis, der derzeit an Börsen bezahlt werden muss. Aber, so erklärt und heute eine Hanna Heim vom Bayerischen Rundfunk in der ARD: Kein Grund zur Sorge, denn der “Einkaufspreis auf dem Energiegroßmarkt”, das sei nicht der Preis, der bei Verbrauchern ankomme.

Ja.

Es folgen wilde Behauptungen, die zeigen, dass hier wieder eine Person an die Tastatur einer ARD-Redaktion gelassen wurde, die ihre Phantasie in Buchstaben überträgt:

Heim schreibt:
“Der Gaspreis ist so hoch wie nie”.
“Der Preis auf dem Weltmarkt, ist tatsächlich so hoch wie nie”.
“Die Verbraucherpreise hingegen steigen zwar steil an, sind aber noch nicht auf dem Hoch von 2008 angelangt”.
“Tatsächlich waren sie laut dem Vergleichsportal Verivox bis vor einem Jahr mit 5,44 Cent je Kilowattstunde so niedrig wie seit 2005 nicht mehr.”

Hier versucht eine vollkommen Ahnungslose die Idee zu verbreiten, dass sich Verbraucherpreise für Gas anders entwickeln als Großhandelspreise, worunter man wohl die Handelspreise in Futures oder Spot-Market-Preise für natürliches Erdgas an Börsen verstehen muss. Wie diese Loslösung der Preise für die Verbraucher von Erdgas von den Einkaufspreisen für Gas erfolgen kann, welches mysterische Wunder sich in die Angebot- und Nachfragebeziehung, die durch den Preis moderiert wird, eingeschmuggelt hat, um Weltmarktpreise steigen, deutsche Verbraucherpreise aber sinken zu lassen, das ist eine Frage, die vermutlich nur Heim beantworten würde. Es steht zu befürchten, dass sie versuchen würde, diese Frage zu beantworten.

Quelle

Liebe Leser, wir präsentieren: Die Weltmarktpreise für Erdgas der letzten 30 Jahre.

Wie sie sehen, und wenig verwunderlich, hat die Koryphäe des Bayerischen Rundfunks auf der ganzen Linie Unrecht. Die aktuellen Preise für Erdgas am Weltmarkt, wie es in deutschen Medien so schön heißt, sie liegen deutlich unter den Preisen, die zu Beginn der 2000er Jahre zu bezahlen waren. “Der Preis auf dem Weltmarkt” ist also nur dann so hoch wie “nie”, wenn man das “nie” auf die Zeit seit 2010 begrenzt. Tatsächlich zeigt die Preisentwicklung der Weltmarktpreise genau den Verlauf, den Heim in ihrem selten dämlichen Werk für die Verbraucherpreise nachzeichnet. Wenig verwunderlich. Denn Verbrauchspreise sind natürlich nicht vom Einkaufspreis unabhängig. Die hohen Preise für Gas in den Jahren 2005 bis 2008 waren durch die erhöhte Nachfrage vor allem aus China verursacht. Die Gaspreise spiegeln hier einfach die Entwicklung, die der Ölpreis in diesen Jahren genommen hat, wider. Eine Entwicklung, die durch die Finanzkrise, die 2008 voll zugeschlagen hat, beendet wurde. Weitere Faktoren, die dazu beigetragen haben, dass die Gaspreise nach 2010 gesunken sind, sind schnell benannt: Die USA und Kanada beliefern den Weltmarkt mit Shale Gas, mit dem, was man in Deutschland oder dem Vereinigten Königreich nicht fördern darf, weil fracking angeblich umweltschädlich ist. Wie menschenschädlich hohe Energiepreise sein werden, das ist eine Frage für die nächsten Monate, die wir spätestens nach dem Winter beantworten können. In jedem Fall hat man den Eindruck, dass die Rettung des Planeten, die die Klimawandel-Sekte so eifrig betreibt, so sie gelingt, einen entvölkerten Planeten zurücklässt, Operation gelungen, Patient tot.

Doch zurück zum Werk von Hanna Heim, das wirklich alle Mindestanforderungen an intellektuelle Integrität spielend unterbietet.

So schreibt Heim: “Allerdings dürfte jetzt die Preisschwankung [gemeint ist der starke Preisanstieg] ein vorübergehendes Phänomen sein. Da sind sich Experten einig […] Doch wie lange und wie stark der Weltmarkt-Preis noch ansteigen wird, das kann niemand genau sagen.”

Manchmal schreiben wir angesichts solcher Passagen, dass man daran sehen kann, wie sich jemand um den Verstand schreibt. Das setzt aber Verstand voraus. Jemand der in einem Atemzug und felsenfest behauptet, dass ungenannte “Experten” eine Entwicklung als “nicht dauerhaft” einschätzen, um dann im nächsten Atemzug zu behaupten, dass niemand [also auch die ungenannten “Experten” nicht] weiß, wie lange der Preis steigen wird, weil nämlich “die Entwicklung” derselben Preise, also der Preisanstieg, der noch im Satz zuvor als “nicht dauerhaft” behauptet wurde, nicht vorhergesagt werden kann, also auch nicht ob die Entwicklung dauerhaft ist oder nicht, der hat nicht mehr alle Tassen im Schrank (womit nichts darüber ausgesagt ist, ob er jemals alle Tassen im Schrank hatte).

Aber was soll man von einem Schreiberling, der den Kunden von Gasfirmen angesichts steigender Preise rät, den billigsten Anbieter zu wählen, um der Preissteigerung, die die Preise bei allen Anbietern in die Höhe treibt, zu entgehen?

Das Niveau öffentlich-rechtlicher Informationsversuche als unterirdisch zu bezeichnen, wäre es zu hoch anzusetzen.

Wie dem auch sei: Bereiten Sie sich auf die Einschränkungen, die Kostensteigerung, die Knappheiten, die unweigerlich als Ergebnis einer verfehlten oder genau auf diese Einschränkungen, Kostensteigerungen und Knappheiten und die damit einhergehende Verarmung der Bevölkerung abzielenden Energiepolitik vor.



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