Gezielte Ablenkungsmanöver: Von inszenierter (COVID, Klima etc.) Aufregung und verdeckten Zielen

Nach Jahrzehnten, die wir wissenschaftliche Forschung, vor allem die Veröffentlichung der entsprechenden Ergebnisse beobachten, können wir ein Modell des Forschungsniedergangs vorlegen.

Thomas Kuhn, der einst die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen beschrieben hat, unterscheidet in seiner Beschreibung zwischen der relativ langweiligen Zeit der Normalwissenschaft, in der die Forscher unter der Herrschaft eines Paradigma dümpeln und nichts anderes zu tun haben, als “Rätsel”, die vom Paradigma vorgegeben werden, zu lösen, der vor-praradigmatischen Zeit, die durch den Streit unterschiedlicher Schulen gekennzeichnet ist, Schulen, die letztlich “Paradigma” werden wollen und der Zeit des Umbruchs, die damit einsetzt, dass Anomalien, also Widersprüche im Paradigma, die nicht gelöst werden können, sich in einer Menge auftürmen, die letztlich dazu führt, dass das Paradigma in eine Krise gerät, immer mehr seiner wissenschaftlichen Anhänger verliert, bis eine Revolution ein neues Paradigma hervorbringt.

Die Theorie von Kuhn hat eine heftige Diskussion unter den Anhängern des Kritischen Rationalismus ausgelöst, eine Diskussion, die Imre Lakatos einst mit einem sehr langen Beitrag, mit dem Titel “Falsification and the Methodology of Scientific Research Programmes” versucht hat, wie üblich vergeblich versucht hat, in einem “Konsens” aufzulösen. Konsens gibt es in der Wissenschaft nicht. Wer jemals versucht hat, interdisziplinär zu arbeiten oder unterschiedliche theoretische Schulen in ein Boot zu bekommen, der weiß das.

Wie dem auch sei, die Kuhn’sche Normalwissenschaft, die durch die Herrschaft eines Paradigmas ausgezeichnet ist, man könnte von einer Gleichschaltung der Wissenschaftler unter der Herrschaft dieses Paradigma, z.B. der Relativitätstheorie von Einstein, sprechen, ist eine geregelte Zeit, in der aus dem Paradigma Rätsel abgeleitet werden. Rätsel sind mehr oder weniger Forschungsfragen, die an die Realität herangetragen werden, um sie an derselben zu prüfen, die Rätsel im Sinne von Kuhn zu lösen, denn im Paradigma gibt es nur eine Lösung von Rätseln, sie können sich nicht als falsch erweisen. Tun sie es dennoch, dann werden sie als Anomalie im Keller des Paradigmas gelagert, bis sich im Keller zu viele Anomalien finden.

Diese Beschreibung der Normalwissenschaft vergisst wichtige soziologische Aspekte und basiert auf der Annahme, dass die wissenschaftliche Gemeinschaft aus vergleichbar fähigen und kompetenten Personen besteht, die alle dem Ziel “Erkenntnisgewinn” verpflichtet sind.

Dem ist nicht so, wie wir nach Jahrzehnten der Beobachtung feststellen müssen.

Wissenschaftler, die institutionelle Positionen einnehmen, sind in den meisten Fällen nicht an Erkenntnisgewinn, sondern am Vorankommen interessiert. Letzteres ist im Idealzustand, in dem wissenschaftliche Erkenntnis der Gegenstand ist, um den sich der wissenschaftliche Wettbewerb rankt, kein Problem. Wenn wissenschaftlicher Wettbewerb aber nicht mehr an der Qualität des Outputs – gemessen als Erkenntnisgewinn – ausgerichtet ist, sondern an Staatsdienlichkeit, daran durch Andienforschung staatliche Fördermittel erhalten zu können, wenn es Stelleninhabern nicht mehr darum geht, ihre Position mit wissenschaftlicher Leistung zu festigen, sondern durch Koalitionenbildung und Aktivismus, dann ist Normalwissenschaft im Kuhnsche Sinne, so es sie jemals gegeben hat, nicht mehr möglich.

Dann ergibt sich, was wir seit Jahren beobachten, ein Phänomen, das man am Beispiel wissenschaftlicher Arbeiten zu einem neuen Thema darstellen kann.

Die Arbeit beginnt mit einem neuen Problem, dessen Lösung nicht bekannt ist, an der deshalb Leute arbeiten, die sich tatsächlich um die Lösung dieses Problems kümmern wollen. Diese erste Phase ist geprägt, durch eine Vielzahl von Beiträgen, die neues Licht auf das Problem werfen, es in Teilen, vielleicht auch vollständig lösen und im Zuge dieses Prozesses neue Probleme entdecken. Diese erste Phase ist eine fruchtbare Phase mit einer schnell voranschreitenden wissenschaftlichen Erkenntnis. Die ersten Monate, in denen Beiträge zu 2019-nCoV, später dann SARS-CoV-2 veröffentlicht wurden, sind Ausdruck dieser ersten Phase.

Eine solche Phase erfolgreicher wissenschaftlicher Arbeit führt nicht nur zu Fachaufmerksamkeit und besonders dann, wenn das Problem, das gelöst werden soll, von gesellschaftlichem Interesse ist, zu reichlich fließenden Forschungsmitteln, es führt auch dazu, dass Leute, deren wissenschaftliche Karriere darin besteht, Trittbrett auf den Zügen, die von den Ideen von Wissenschaftlern angetrieben werden, zu fahren, in großer Zahl sich des Themas zu bemächtigen beginnen. Ihr Bemühen, auch ein Stück vom Kuchen abzuheben, an dem, was sie als wissenschaftliche Mode ansehen, zu partizipieren, führt dazu, dass die wissenschaftlichen Publikationsorte mit einer Unzahl von Junk überschwemmt werden, mit Beiträgen, die das zu lösende Problem, wenn überhaupt, so nur mit viel Phantasie und bestenfalls am äußersten Rand bearbeiten. Es ist die Phase, in der wissenschaftliche Erkenntnis versumpft, begraben wird unter dem Morast absurder und blödsinniger Trittbrettfahrerforschung mit Titeln wie:

Derartiger BS, der seinen Autoren ausschließlich dazu dient, als Trittbrettfahrer bei einem Thema mitzufahren, von dem sie keine Ahnung haben, wird ergänzt durch Myriaden der Andienforschung, bei der man Pseudo-Wissenschaftler dabei beobachten kann, wie sie versuchen, sich bei ihren Regierungen anzudienen:

Das alles hat mit Forschung am ursprünglichen Problem nichts mehr zu tun, es ist eine Form des Themen-Schmarotzens, das diejenigen betreiben müssen, die entweder vom eigentlichen Thema nichts verstehen oder in all den Jahren, in denen sie ihren Hintern auf einem Stuhl an einer Universität plattgedrückt haben, noch nie in der Lage waren, eine eigenständige Idee zu entwickeln. Es hat zuweilen auch den Eindruck, als würden staatliche Akteure gezielt diese Art von Beiträgen fördern, diese Beiträge, die nichts zur Lösung des eigentlichen Problems beitragen, die vielmehr dazu beitragen, vom eigentlichen Problem abzulenken, die relevanten und wichtigen Arbeiten unter einem Wust von BS zu vergraben, so dass ein Interessierter sich durch Unmengen des Irrelevanten fressen muss, um zu dem vorzudringen, was ihn weiterbringt. Es hat zumindest den Eindruck, und im Ergebnis führt der Zustrom der Trittbrettfahrer, der Themen-Schmarotzer und Anderer-Ideen-Opportunisten dazu, dass ein Thema verbrannt ist, dass nur noch diejenigen, die von Anfang an dabei waren, eine Idee haben, wo man die relevante Literatur wie findet. Aber auch für sie werden die Suchkosten immer höher, wird die Anzahl der Newsletter und RSS-Feeds, die man durchsuchen muss, um aus der Unzahl von Junk die wenigen relevanten Texte hervorzukramen, immer größer.

Diese zweite Phase führt letztlich dazu, dass ein Thema zerredet wird, was einmal mehr denjenigen nutzt, deren politische Interessen eine Legitimation durch eine ganz bestimmte Art von Ergebnis benötigen, Legitimation, die durch viele Ergebnisse, die im BS-Wust vergraben wurden, in Frage gestellt, wenn nicht als nicht vorhanden ausgewiesen wird. Einmal mehr könnte man den Eindruck haben, dass interessierte Akteure zumindest einen Anreiz haben, Wissenschaft dadurch, dass Junk-Produzenten platziert oder die Produktion von Junk angereizt wird, zu erschweren, wenn nicht zu kompromittieren. Für all das gibt es Vorbilder, z.B. die politisch gewollte und betriebene Etablierung von Gender Studies an Hochschulen und mithin eines wissenschaftsfremden Faches, dessen einziger Zweck darin besteht, eingespielte wissenschaftliche Prozesse zu torpedieren und Hochschulen in ein Tummelfeld von Aktivisten zu verwandeln.

Quelle

Diese zweite Phase endet in der Regel damit, dass sich die Interessenkonstellation in einer Weise ändert, die es den Anderer-Ideen Opportunisten und Themen-Schmarotzern nicht mehr lohnenswert erscheinen lässt, Trittbrett zu fahren. Der Grund dafür kann sich z.B. daraus ergeben, dass staatliche Fördermittel nunmehr in einem anderen Topf gewandert sind, dass die Anzahl derjenigen, die sich als Anderer-Ideen-Opportunist oder Themen-Schmarotzer betätigen wollen, so groß geworden ist, dass die individuelle Auszahlung zu gering und unsicher ist, um einen wie auch immer gearteten Aufwand zu rechtfertigen. Möglicherweise hat sich auch die gesamtgesellschaftliche Lage dahingehend geändert, dass nunmehr ganz andere Themen “IN” sind, so dass derjenige, der ein Auskommen dadurch finden will, dass er schreibt, wovon er sich Status und finanziellen Nutzen verspricht, das Trittbrett wechseln muss. Der Tross all derer, die davon leben, sich an Themen anzuhängen, von Polit-Darstellern über in MS-Medien Tätige bis hin zu eben den beschriebenen Pseudo-Wissenschaftlern zieht weiter.

Zurück bleiben Wissenschaftler, diejenigen, die das Thema deshalb bearbeiten, weil sie an der Lösung interessiert sind. Phase III entspricht von der personellen Zusammensetzung weitgehend Phase I bzw. einer um die Schmarotzer und Opportunisten gereinigten Phase II, ohne mediale Aufmerksamkeit.

Wir befinden uns, was die Forschung zu COVID-19 betrifft, derzeit noch in Phase II, wobei die Anzeichen sich dahingehend mehren, dass ein Übergang in Phase III bevorsteht.

Letzten Endes beschreiben wir hier einen Wanderzirkus, dessen Zweck darin besteht, die öffentliche Aufmerksamkeit durch “In-Themen”, durch Moden und aufgeblasene Trends auf Themen zu lenken, die entweder irrelevant sind oder durch den Zustrom dieser vielleicht am besten als Wissenschaftlermimen beschriebenen Akteure übernommen und in ihrem wissenschaftlichen Wert kompromittiert werden sollen. Wer Direktor in diesem Wanderzirkus ist, ist ebenso unklar wie unklar ist, welche eigentlichen Ziele durch diese Inszenierungen, dieses Wissenschaftstheater verfolgt bzw. erreicht werden sollen. Fest steht nach unserer Ansicht nur, dass diese Aufführungen nicht dazu dienen, den Nutzen derer, die damit getäuscht werden sollen, zu mehren. Wer andere ablenken will, sie hinters Licht oder in die Irre führen will, ihnen etwas vorgaukeln will, der tut dies, weil er der Ansicht ist, dass er dann, wenn er diesen Anderen ehrlich begegnen würde, seine Ziele nicht erreichen könnte.

Betrugsabsicht ist auch die einzige Erklärung, die hinter Versuchen, Menschen durch “Nudging” hinters Licht zu führen, stehen kann.



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