Anti-Wachstum: So wollen Ihnen Klimawandelhysteriker das Leben zerstören – Inkompetenzia auf Unverstand gebaut

Die folgende Passage stammt aus einem Interview, das Ralf Stork im Spektrum der Wissenschaft mit Ulrike Herrmann geführt hat.

Herrmann schreibt Bücher und für die Taz. Die Qualifikationen auf deren Grundlage sie das tut, zeigen sie als Mitglied der Inkompetenzia, jener Gruppe tief besorgter Menschen, die auf Basis ihrer morbiden Phantasien dafür sorgen wollen, dass das Leben und der Wohlstand von so vielen Menschen wie nur möglich zerstört wird.

Nachhaltiges Leben mit Kreislaufwirtschaft, wie es Herrmann vorschwebt?

Stork: Wie könnte diese neue Gesellschaft mit privater Planwirtschaft aussehen?

Herrmann: “Da Ökostrom knapp und teuer bleiben wird, ist die zentrale Frage, wofür er noch reicht. Flugreisen dürfte es nicht mehr geben, weil Ökokerosin technisch zwar möglich ist, aber viel zu viel Energie frisst. Auch den privaten Autoverkehr würde es kaum noch geben. Ein Auto wiegt zwischen einer und zwei Tonnen und transportiert im Schnitt nur 1,3 Menschen. Das ist reine Energieverschwendung, was auch für E-Autos gilt. Die Frage ist daher: Was soll mit den Menschen passieren, die in diesen Branchen arbeiten? 1,75 Millionen sind direkt oder indirekt in der Autoindustrie beschäftigt, 850 000 in der Flugbranche. Auch Banken, die ja von der Kreditvergabe leben, würden überflüssig, denn Darlehen können nur zurückgezahlt werden, wenn es Wachstum gibt. Werbung braucht es eigentlich auch nicht mehr, wenn die Wirtschaft schrumpft, weil die wenigen Produkte sowieso ihre Abnehmer finden. Die Presselandschaft würde sich ebenfalls verändern, weil Zeitungen und Magazine über Anzeigen finanziert werden. Allerdings entstehen auch neue Arbeitsplätze – vor allem im Klimaschutz. Aber Millionen Beschäftigte müssten sich umorientieren. Das kann man nicht dem Zufall überlassen, das muss geplant werden.”

Diese vollmundige Erklärung von Herrmann, die in einer nonchallance mit menschlichen Leben umgeht, die man ihr gerne einmal selbst angedeihen lassen würde, wenn nicht das dadurch verursachte Geschrei vorhersehbar unerträglich wäre, ist eingebaut in eine Sichtweise auf Wachstum, die Wachstum geradezu dämonisiert, zu einer Gefahr für den Planeten erklärt und – weil jedes Verständnis von Wachstum fehlt – zwangsläufig in zerstörerischen Phantasien begründet in Kenntnislosigkeit münden muss.

Ulrike Hermann fasst diesen Blödsinn in die folgenden Worte:

“Ulrike Herrmann: Es ist eigentlich ganz einfach. Der Kapitalismus ist auf Wachstum angewiesen, um stabil zu sein. Wenn die Wirtschaft schrumpft, droht das System zu kollabieren. Unendliches Wachstum ist in einer endlichen Welt aber nicht möglich. Wir zerstören den gesamten Planeten, die Klimakrise ist ja nur eines von vielen Umweltproblemen.”

Sie ist nicht die einzige, die voller Eifer und fast schon mit Schaum vor dem Mund über etwas redet, von dem sie so offensichtlich KEINERLEI Verständnis hat, wie man leicht daran erkennen kann, dass Wachstum für Herrmann ein Synonym für mehr Ressourcenverbrauch ist. Mehr Ressourcenverbrauch ist indes in der Regel eine Funktion von Bevölkerungswachstum, nicht von wirtschaftlichem Wachstum. Das ist eigentlich ganz einfach, denn Unternehmer wollen ihren Profit maximieren. Verringern sie den Ressourceneinsatz, der zur Produktion eines Gutes notwendig ist, dann reduzieren sie die Unkosten und erhöhen damit ihren Gewinn. Das nennt man auch Wachstum, aber dazu gleich.

Leute, wie Herrmann, die über Dinge schwadronieren, von denen sie nicht die Spur einer Ahnung haben, wissen davon indes nichts. Und mit ihrer Inkompetenz steht Herrmann nicht allein. Auch damit, den Mund voll zunehmen, ist sie nicht allein. Einer, der beides ebenfalls in Fülle zu bieten hat, ist Antonio Guterres, der gerade das folgende in Montréal zu Protokoll gegeben hat:

“With our bottomless appetite for unchecked and unequal economic growth, humanity has become a weapon of mass extinction,” he said, in a speech ahead of biodiversity talks in Montreal.”

Es ist hier nicht der Ort, um in die Geschichte des autoritären Denkens und der Menschenfeindlichkeit einzusteigen. Es reicht festzustellen, dass sich der alte Sozialist Guterres nur in Marginalien von seinen sozialistischen Vorgängern unterscheidet, die ihre Phantasie in Menschenfeindlichkeit, als Herrschaft der Arbeiterklasse oder Großdeutsches Reich in Bilder gepackt, zum Anlass genommen haben, um in der Gegenwart ein Schlachtfeld anzurichten und Millionen Menschen ihrer Phantasie zu opfern. Wenn die Menschheit zur Ursache von Massensterben erklärt wird, dann ist das geistig nur ein paar Neuronen davon entfernt.

Beide, sowohl Guterres als auch Herrmann, gefallen sich darin, große Reden über ein Thema zu schwingen, von dem sie so überhaupt keine Ahnung haben. Wir nehmen das zum Anlass, um das Konzept von Wachstum zu erläutern, eines, das schon seit Jahrzehnten von denen, die Sturm gegen Wachstum laufen, nicht verstanden wird.

So ist das eben mit Ideologen, sie bauen sich einen Popanz, den es nicht gibt, den sie aber dennoch bekämpfen, an dem sie ihre ganze Phantasie einer “schönen Welt”, für wen auch immer, aufziehen und dem sie aktuell lebende Menschen zu opfern bereit sind. Das ist ein Aspekt des Klima-Kults, den man viel häufiger herausstellen muss: Die Klima-Kultisten bringen aktuell  im schlimmsten Fall mit ihren “Maßnahmen” Menschen um, um zukünftige Menschen vielleicht vor etwas schützen zu können, von dem niemand weiß, ob es sich je einstellen wird, einfach deshalb nicht, weil es in der Zukunft liegt.

Fangen wir bei David Ricardo an:

Wachstum kommt bei ihm aus Spezialisierungsgewinnen, daraus, dass man, wenn man sich auf die Produktion von Etwas spezialisiert, dieses Etwas immer besser, schneller und effizienter produziert werden kann. Economies of Scale sagen Ökonomen dazu, und der Preisverfall bei Computern und Smartphones und Soundbars ist ein Ergebnis davon (nur deshalb haben heute fast alle Zugang zu Computern).

Spezialisierungsgewinne resultieren notwendig in weniger Zeit zur Produktion eines Gutes, in weniger Ausschuss, in Verbesserungen am Produkt, in qualitativen Verbesserungen, die den Ressourceneinsatz reduzieren, nicht etwa erhöhen.

Wenn Kapital eingesetzt wird um Waren zu produzieren und diese Waren konsumiert werden, dann stellt sich im Modell von Robert Solow automatisch Wachstum ein, weil Kapital über Konsum eine Rendite erwirtschaftet. Technologie, neue Technologie, hat Paul Romer hinzugefügt und gezeigt, wie neue Technologie notwendig Wachstum nach sich zieht. Eli Heckscher und Bertil Ohlin haben den internationalen Handel ergänzt und gezeigt: Internationaler Handel hat notwendig Wachstum zur Folge, schon wegen der Spezialisierungsgewinne, die Ricardo bereits beschrieben hat. Gene Grossman und Elhanan Helpman haben die Direktinvestitionen in anderen Ländern als weitere Größe eingeführt, die Wachstum zur Folge hat.

Das beste Beispiel für die Produktionsgewinne durch neue Technologien ist nach wie vor die Landwirtschaft, in der es mit neuen Technologien gelungen ist, auf weniger Anbaufläche so viel mehr zu produzieren, dass eine immens wachsende Weltbevölkerung nicht nur versorgt, sondern in weiten Teilen aus der absoluten Armut geholt werden konnte.

Manche sind indes so satt und so bar jeder Kenntnis davon, wie sich Armut anfühlt, dass sie ihre gelangweilte Blasiertheit mit einem unsinnigen Gedankenallerlei anfüllen, dessen Ziel darin besteht, eine Gesellschaft ohne Wachstum zu schaffen, also eine Gesellschaft, die nicht wächst, eine eingefrorene Gesellschaft, die notwendig gegenüber Investitionen aus dem gesellschaflichen Ausland geschlossen ist, die nicht mit anderen Gesellschaften handelt, in der kein Kapital investiert werden darf, keine Spezialisierung stattfindet, keine neuen Technologien entwickelt werden, kurz: Eine Gesellschaft, in der die Verbliebenen sich um die Verteilung des Wenigen streiten müssen, das noch zur Verteilung vorhanden ist. Diese Gesellschaft wird dann emphatisch als “Kreislaufwirtschaft” bezeichnet, eine Idee, die schon John Maynard Keynes als derjenige, der im Vereinigten Königreich für die Finanzierung des Ersten Weltkrieges zuständig war, umgesetzt und an der er gescheitert ist. Die britische Regierung war zum Ende des ersten Weltkrieges pleite und hätte keine zwei Wochen Krieg mehr finanzieren können. Dieser Prototyp einer gescheiterten Kreisfinanzierung mit Preis- und Konsumvorgaben durch den Staat, ist, was Leuten wie Herrmann, die offenkundig nicht wissen, was Keynes angerichtet hat, vorschwebt. Dem Lernen aus der Geschichte sind enge Grenzen gesetzt, vor allem dann, wenn die ideologische Borniertheit dessen, der lernen müsste, ihn vom Lernen abhält.

Wenn man linke oder grüne und ihre utopischen Wirtschaftskonzepte betrachtet, dann muss man bedauern, dass es heute möglich ist, auf Transfer und von der Arbeit anderer in z.B. Stiftungen oder als Journalismus-Darsteller sein Dasein zu fristen, um unsinnige Ideen zu entwickeln, deren Externalitäten nicht nur die Grundlage der eigenen gemütlichen Existenz beseitigen, sondern die derjenigen, von denen man bislang lebt, gleich mit.

Entsprechend kann man es gar nicht oft genug sagen: Eine Gesellschaft ohne Wachstum ist eine Gesellschaft, in der notwendig der Krieg aller gegen alle stattfindet, homo homini lupus, wie Thomas Hobbes geschrieben hat oder in den Worten von Karl-Heinz Paqué, einem der letzten aufrechten deutschen Wissenschaftler, die die rationale Welt gegen den Ansturm der Irrationalen verteidigen:

wachstum-1-format2403“Mit der Zunahme der Skepsis gegenüber dem Wachstum nahm der Glaube an den Fortschritt der Gesellschaft ab. Das kann nicht überraschen, denn ohne Wachstum reduziert sich Politik auf ein Nullsummenspiel, in dem jemand nur gewinnen kann, wenn er jemand anderem etwas wegnimmt. Dies verschärft den Verteilungskonflikt ungemein, und es macht eigentlich dadurch die Vorstellung eines gesellschaftlichen Fortschritts schon konzeptionell schwierig: Denn wie sollen wir von Fortschritt sprechen können, wenn es den einen nur auf die Kosten der anderen besser gehen kann? Ein gesellschaftlicher Fortschritt ist dann zumindest auf Dauer kaum zu erreichen, denn irgendwann stößt die Umverteilung gedanklich an Grenzen – und zwar spätestens dann, wenn eine perfekte Gleichheit erreicht ist, nach welchem Kriterium auch immer.

Ohne Wachstum ist also letztlich Fortschritt sehr schwer möglich, es sei denn, man überzeugt die Menschen, dass sie tatsächlich gerne und freiwillig verzichten” (Paqué, 2009: 250).

Leute wie Herrmann, kann man sie noch Sozial-Romantiker nennen oder sind sie bereits mit zwei Füßen im Faschismus angekommen?, sind offenkundig der Ansicht, Menschen, denen jede Entwicklungsperspektive genommen, denen Konsum und Leben vorgegeben wird, die per Plan Rationen erhalten, würden auf Dauer dem Staat, der sie auf diese Weise um ihr Leben betrügt, folgen, ihm Legitimität zugestehen, ihn nicht als Feind ansehen und ihn wie seine Vertreter bekämpfen. Leute wie Herrmann scheinen Menschen als reine Verfügungsmasse anzusehen, eine Verfügungsmasse, die man nach Lust und Laune verschieben, reduzieren, begrenzen, einhegen und, wenn nötig, um die Ecke bringen kann.

Die Anklänge der Klimawandel-Phantasien an die Geschichte sozialistischer Systeme, die wenn es darum ging, menschliches Leben zu vernichten, unerreicht sind, sie sind offenkundig. Das Ziel, dem der gesamte gesellschaftliche Umbau zu Net Zero dient, damit auch.



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