„Zuwanderer“: 69,8 Prozent in Arbeit! Betrugsversuch oder Dummheit – was glauben Sie?

Die Beschäftigungsquote von Zugewanderten hat 2022 in Deutschland einen neuen Höchststand erreicht, so frohlockt es aus der ARD-tagesschau. Ein Bericht der OECD, der selbstverständlich mit keinerlei Quellenangabe oder Link belegt wird, zeige dies, zeige, dass Zuwanderer immer besser in den Arbeitsmarkt integriert würden.

Bevor wir zeigen, was der OECD Bericht tatsächlich zeigt, ein kleiner Hinweis vorweg. Seit Jahren gibt es die Tendenz, in Großkategorien Menschen unterschiedlicher Eigenschaften miteinander zu vermanschen. Am offenkundigsten ist dies bei Kategorien wie „LSBTusw“, mit denen die Behauptung einhergeht, die Buchstabenmenschen wären eine homogene Gruppe, die sich in kaum etwas voneinander unterscheiden.

Andere Beispiele sind die Vermischung von Anspruchszahlungen mit Wohltätigkeitsgaben, wie sie vielleicht am deutlichsten im Bürgergeld ihren Niederschlag findet, das seit dem 1. Juli 2023 das Arbeitslosengeld II, bei dem es sich bereits um eine Vermengung von Anspruchszahlungen und Wohltätigkeitsleistungen gehandelt hat, ersetzt hat. Die Gleichbehandlung von Arbeitslosen, die jahrelang in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben, mit Sozialhilfeempfängern und Asylbewerbern, die keinerlei finanziellen Beitrag in welcher Form auch immer geleistet haben, ist ein eklatanter Verstoß gegen nahezu alle Gerechtigkeitsprinzipien, aber eben: System. Denn im Kommunismus gibt es nur den Einheitsmenschen.

Und manche dieser Einheitsmenschen wandern zu. Ergo werden alle, die nach Deutschland kommen, ob auf illegalem Weg, ob mit einem berechtigten Anspruch auf Asyl, ob als Migrant, der bereits einen Arbeitsplatz vorweisen kann, ob als EU-Bürger, der sein Recht auf Freizügigkeit wahrnimmt, ob als Kriegsflüchtling, der eigentlich nur einen kurzzeitigen Aufenthaltsanspruch hat, in die Kategorie der Zuwanderer gestopft und auf dieser Grundlage irreführende Berichte wie der folgende geschrieben:

„Die Beschäftigungsquote von Zugewanderten hat 2022 in Deutschland einen neuen Höchststand erreicht. Das geht aus dem aktuellen Migrationsbericht der OECD hervor. Bei Frauen ist die Quote allerdings erheblich geringer.

Zuwanderer, die in Deutschland arbeiten dürfen, werden zunehmend besser in den Arbeitsmarkt integriert. Das geht aus dem aktuellen Migrationsbericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervor.

Die Quote stieg demnach um 1,5 Prozentpunkte auf 69,8 Prozent Ende 2022 an. Laut Studienmitautor Thomas Liebig ist dies der höchste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen Anfang der 2000er-Jahre. Bei im Inland Geborenen beträgt diese Quote laut OECD 78,9 Prozent.

[…]

Für Deutschland geht die OECD für 2022 von 641.100 Zuwanderern aus. Dabei sind die Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine nicht berücksichtigt, von denen Deutschland seit 2021 mehr als eine Million aufgenommen hat.

Die meisten dauerhaften Zuwanderer kamen 2021 aus den EU-Ländern Rumänien, Polen und Bulgarien nach Deutschland, gefolgt von Syrien, der Türkei und Afghanistan. Auch 2022 habe die Migration im Rahmen der EU-Freizügigkeit die Hälfte der dauerhaften Zuwanderung ausgemacht, so die OECD.

Der Bericht der OECD, der dies angeblich zeigt, ist der „International Migration Outlook 2023“, dessen Ergebnisse man hier nachlesen kann.

Die Zahlen der ARD-tagesschau finden sich in der Tat in diesem Bericht, aber nicht für „Zugewanderte“, sondern für Personen, die nicht in Deutschland geboren sind.

Erst-Migranten hat man früher dazu gesagt, noch früher Gastarbeiter. Die Beschäftigungsquote, die die ARD-Tagesschau so freigiebig auf Zugewanderte aus Syrien und Afghanistan erweitert, geht im Wesentlichen auf EU-Arbeitsmigranten zurück, und zwar EU-Migranten, die seit spätestens 2000 nach Deutschland immigriert sind, also gerade nicht auf diejenigen, die in den letzten Jahren verstärkt zugewandert sind und weiterhin arbeitslos sind. Indes, der Begriff arbeitslos kommt im gesamten Beitrag der ARD-tagesschau nicht vor. Eher seltsam, aber vielleicht damit zu erklären, dass die Arbeitslosenquote der nicht in Deutschland Geborenen, die im Bericht der OECD ausgewiesen ist, mit 5,6% mehr als doppelt so hoch ist, wie die Arbeitslosenquote der in Deutschland Geborenen. [Die OECD hat eine etwas merkwürdige Art, Arbeitslosigkeit, hier: strukturelle Arbeitslosigkeit zu berechnen, stören Sie sich also nicht an der Höhe der Zahlen].

Zurück zur Arbeitsmarktbeteiligung der „Zugewanderten“, deren Darstellung in der ARD-tagesschau den Migranten gegenüber höchst unfair ist, die nicht einwandern, um ohne jegliche Qualifikation und Ausbildung „ein besseres Leben in der sozialen Hängematte zu suchen“, sondern nach Deutschland gekommen sind, um einer Arbeit nachzugehen, die zwangsläufig mit dem Entrichten von Steuern, nicht mit dem Kassieren von Bürgergeld einhergeht. Sie sind der Motor der Arbeitsmarktbeteiligung wie die folgende Abbildung aus dem Zuwanderungsmonitor des IAB [Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung] für September 2023 zeigt:

Hinweis: Insgesamt bezieht sich auf alle Erwerbsfähigen (deutsche und nichtdeutsche);

Die Beschäftigungsquote für Ausländer, das sind Personen, die nicht in Deutschland geboren sind in der Diktion der OECD, beträgt 54,1%, die Arbeitslosenquote 14,5%. Die Arbeitslosenquote ist im September 2023 im Vergleich zum September 2022 um 1,1% gestiegen. EU-Migranten sind die Gruppe, die für die hohe Beschäftigungsquote der ARD-Zugewanderten verantwortlich sind, 63,9% der EU-Migranten gehen einer Erwerbsarbeit nach, 7,5% sind arbeitslos.

Für Asylbewerber mit abgeschlossenem Asylverfahren sieht es schon eher trist aus. 42,1% haben einen Job, 30,2% sind arbeitslos und 45,6% leben von Bürgergeld. Zuwanderung, insofern sie Asylbewerber oder die Gruppen betrifft, die in den letzten Monaten die Schlagzeilen beherrscht haben, ist eine Zuwanderung in die Sozialsysteme, keine Zuwanderung in den Arbeitsmarkt. Die ARD-tagesschau versucht einmal mehr, ein völlig falschen Bild zu vermitteln, ob Dummheit der dort Beschäftigten, auch in Form von ideologischer Verblödung oder eine bösartige Betrugsabsicht dahinter steht, das ist die Frage, die wie bereits in der Überschrift gestellt haben.

Bleibt noch nachzutragen, dass die Zuwanderung nach Deutschland mit einer Abwanderung von Geld einhergeht, vermutlich dadurch verursacht, dass viele neue Bürgergeldempfänger, die in den letzten Jahren nach Deutschland zugewandert sind, große Teile des Bürgergelds an ihre Familien, die im Heimatland verblieben sind, überweisen.

Die Differenz ist erheblich: 6.311.000.000 US-Dollar fließen von deutschen Konten mehr ins Ausland als von ausländischen Konten nach Deutschland überwiesen werden. 0,1% des Bruttosozialprodukts fließen auf diese Weise jährlich ab.

Wenn man genau hinsieht, dann ergibt sich ein ganz anderes Bild als es die öffentlichen Anstaltsinsassen vermitteln wollen.

Warum lügen sie?


 

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10Comments

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  1. 1
    Tranjaku

    Nur das ALG1 ist eine Anspruchszahlung, wer danach in ALG2 kommt, bekam nur noch einen zeitweitigen Aufschlag zum Übergang. Allerdings ist so ein 60-67% ALG1 dann oft niedriger als das Bürgergeld, dann gibt es auch mal was dazu, damit man besser steht. Und natürlich bekommen auch sozialversicherungspflichtig beschäftigte (also alle über 520.-/Monat) Zuwanderer noch je nach Familienstand alle möglichen Leistungen dazu, bis auf die Ausnahmen, die gut verdienen.

    • 4
      Bernd Engelking

      All diese Informationen sind für das gemeine Volk konzipiert und werden dort „geglaubt“, weil auch vorher alles geglaubt wurde. Ist die Frage, wer und wie viele zum gemeinen Volk gehören.
      Aber selbst wenn das „gemeine Volk“ als Glaubender Konsument von Informationen unter die kritische Masse gefallen ist oder fällt, werden die „Missionare“, so nenne ich sie mal, nicht von ihrer Mission ablassen.

  2. 5
    Grüner Dorftrottel (Hirsch)

    Wenn die Migranten so viel ins Ausland überweisen können und aber gleichzeitig vom Existenzminimum Bürgergeld leben und trotzdem nicht am Hungertuch nagen dann liegt es nur daran, dass eben „vergessen“ wurde, die Nebeneinkünfte anzugeben! Ein jordanischer Bekannter sagte zu mir, das er zu „vergessenen“ Nebeneinkünften quasi gezwungen sei, da er sich vom Bürgergeld alleine doch kein Auto leisten könne! In Arbeit ist er statistisch gemeldet, Teilzeit-Maßnahme!

    • 6
      SlaWara

      Von dem Geld, das Familien bekommen, kann man locker trotz Auto und Urlaub noch etwas in die Heimat schicken, besonders, wenn man den hiesigen Lebensstandard nicht gewohnt ist und sich noch bei Tafel und Caritas bedient

  3. 7
    Tobi

    Naja ‚in Arbeit‘ kann man unterschiedlich auslegen. Beispielsweise im Görlitzer Park dürfte bei den Zugewanderten fast Vollbeschäftigung vorhanden sein, auch an den
    deutschen Bahnhöfen und in den Hinterzimmern der Shisha-Bars und Barber-Shops. Das mit den abzuführenden Steuern ist eine andere Frage.

  4. 8
    Ben Diekmann

    Zum Glück werden jetzt die ersten leerstehenden Wohnungen/Häuser zwangsbeschlagnahmt, damit man all die fleissigen Migranten auch angemessen unterbringen kann!
    War das vor nicht so langer Zeit auch mal eine Verschwörungstheorie?
    Täglich wird eine mehr wahr… ho ho ho

  5. 9
    alacran

    Die Lügen durch Weglassen werden immer dreister! Falls der ÖR-Nachwuchs sich demnächst aus der GJ (Grünen Jugend) rekrutiert, wird es noch dümmer und dreister!
    Wenn man hört, was der Vorstand dieser Klimageschädigten so absondert, dann wird ihr Deutschland-Zerstörungsprogramm in Zukunft im Klartext ausgestrahlt.
    Der Parteichefin scheinen die Tiraden der Linksextremisten zu gefallen.
    https://reitschuster.de/post/ricarda-lang-laesst-bei-radikaler-gruenen-jugend-die-maske-fallen/

  6. 10
    felix

    Ich meine mich zu erinnern, dass die “neu Zugewanderten” seit 2015 zu über 90% Wohngeld kassieren, d.h. dass sie nicht genug verdienen, um Miete zu bezahlen.
    Auch sollte man noch hinzufügen, dass “in Arbeit” auch bedeuten kann: “unbezahltes Praktikum” oder “Sprachkurs”, je nachdem, welche Definition von Arbeit gewissen Ministerien grad gefällt.

Bitte keine Beleidigungen, keine wilden Behauptungen und keine strafbaren Inhalte ... Wir glauben noch an die Vernunft!

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