Wer gestern bei der BBC, der Daily Mail oder dem Guardian vorbeigesehen hat, bekam eine erstaunliche Erkenntnis vermittelt: „Museum behauptet: Schwarze Frauen hatten wegen „strukturellem Rassismus“ eine höhere Wahrscheinlichkeit an der Pest im mittelalterlichen London zu sterben“ [als wer auch immer] (Daily Mail), bzw. „Schwarze Frauen die wahrscheinlichsten Opfer der Pest im mittelalterlichen London, behautet ein Museum (BBC) bzw. Frauen schwarzer Herkunft hatten im mittelalterlichen London ein größeres Risiko an der Pest zu sterben (Guardian).
Das Museum, aus dem diese abstrusen Behauptungen, die es dessen ungeachtet, in das, von dem diejenigen, die dazu beitragen, der Überzeugung sind, es sei „Qualitätspresse“ geschafft hat, ist das Museum of London, das bereits auf den ersten Blick seltsame Schwerpunkte einer Stadt, die das Zentrum des British Empire war, setzt:
Die Studie, die nicht nur gezeigt haben soll, dass schwarze Frauen unter denen, die an Pest verstorben sind, häufiger zu finden waren, sondern auch, dass dieses vermeintlich häufigere Sterben ein Ergebnis von „postmodernem strukturellem Rassismus“ war, geht auf Rebecca Redfern zurück, die am Museum of London beschäftigt ist und diese Beschäftigung offenkundig ideologisch auslebt.
Angeblich, so behaupten es unisono der Guardian und die Daily Mail, sei diese Studie in der Zeitschrift „Bioarcheology International“ erschienen. Indes, eine Suche in der Zeitschrift erbringt nur einen einzigen Treffer für Rebecca Redfern, der nichts mit schwarzen Frauen und Black Death zu tun hat:
Die vermeintlichen Ergebnisse basieren auf Knochen, die vornehmlich auf dem Friedhof von East Smithfield gefunden wurden, ein Notfriedhof, der von 1348 bis 1350 für diejenigen, die man als Opfer der Pest angesehen hat, betrieben wurde. 145 Gebeine von Verstorbenen haben die Forscher auf diesem Friedhof ausgebuddelt, 49 davon sind an der Pest verstorben, 96 an etwas anderem. Vermutlich handelt es sich hier um die pre-moderne Unterscheidung zwischen „an Pest“ und „mit Pest“ oder so etwas. Bei 9 der 49 Pestopfer wollen die Forscher eine afrikanische Herkunft festgestellt haben, und zwar dadurch, dass sie Schädel vermessen bzw. begutachtet haben, u.a. die Form der Gesichtsknochen bzw. die Form des Bereichs um die Augen.
„.. ihr Auge ist klein, unruhig, oft schielend, die Brauen gefältet und stoßen zusammen, die Nase ist krumm oder stumpf, das Haar seltener dicht, die Stirn fast immer klein und fliehend, das Ohr sehr oft henkelförmig abstehend…“
Das Zitat stammt von Cesare Lombroso, der von 1835 bis 1909 gelebt hat. Er beschreibt darin Diebe.
Die Woken und andere Feinde der Erkenntnis bekommen regelmäßig einen Anfall, wenn sie von Lombroso und seinen Versuchen, über die Schädelform das kriminelle Potential eines Menschen zu bestimmen, hören. Indes, wenn es darum geht, anhand der Schädelform und anderer negrider Merkmale, Menschen zu bestimmen, denen man einen Nachteil oder eine Benachteiligung andichten kann, dann ist an dieser Methode nichts auszusetzen. Heuchelei ist zentraler Bestandteil linker Ideologie.
Wie dem auch sei, die Tatsache, dass die Schädel von 9 aus 49 Pestopfern bei den „Forschern“ den Eindruck erweckt haben, afrikanischer Herkunft zu sein, dies aber nur für 8 aus 88 nicht Pestopfern der Fall ist, die den „Forschern“ in die Hände gefallen sind, hat die „Forscher“ zu der unumstößlichen Erkenntnis gebracht, dass 1347 bis 1351, als die Pest in London wütete, nicht nur das Backterium Yersinia pestis eine besondere Vorliebe für schwarze Menschen entwickelt haben soll, sondern diese Vorliebe von strukturellem Rassismus, nein, von pre-modernem strukturellem Rassismus verursacht worden sei.
Indes, bislang sind wir nur bei 9 Schädeln, die den Forschern wie Schädel von Schwarzen vorkommen, die an der Pest verstorben sind. Die Behauptung lautet aber: Schwarze Frauen, also eine Teilmenge der 9 Opfer, seien besonders wahrscheinlich an Pest verstorben, und zwar wegen dem pre-modernen strukturellen Rassismus im pre-modernen NHS oder so. Wie kommt man von 9 schwarzen Schädeln zu einer höheren Wahrscheinlichkeit für schwarze Frauen, im 14. Jahrhundert in London an Pest zu versterben, und zwar wegen pre-modernem strukturellen Rassismus?
Nun, wo ein Wahnsinn ist, ist ein Weg, indes einer, den man suchen muss, wie die Stecknadel im Heuhaufen. Es ehrt den Guardian, dass er den Weg zum Ergebnis zumindest angesprochen hat.
„Further analysis based on mathematical modelling suggests females thought to have Black African heritage had a greater risk of dying of plague compared with white individuals of similar ages.“
Die Herrschaften haben also ein Modell gerechnet, eines, in das sie ihre gesamten Vorurteile als Ausgangsbedingungen gesteckt haben, und am Ende des Modells haben sie sich dann ihre eigenen Vorurteile bestätigt. Das hat mit Wissenschaft nichts zu tun. Dieser Junk bringt Wissenschaft in Verruf.
Mit welcher Art von Ideologen wir es zu tun haben, kann am Besten entlang des Beitrags im Guardian dargelegt werden:
„While nothing specific is known about the individuals’ lives, the team say many women of colour would have worked in domestic service and experienced race and sex-based discrimination. As a result they would have faced significant hardships and greater risk of disability, which would have made them more vulnerable to disease.“
Wir wissen nichts darüber, über das spezifische Leben, das Menschen im Mittelalter geführt haben, aber die Forscher wissen, obschon sie nichts wissen, ganz genau, dass schwarze Frauen als Hausangestellte beschäftigt und als solche Diskriminierung basierend auf Rasse und Geschlecht ausgesetzt waren. Deutlicher kann man die eigene Besessenheit mit den eigenen Vorurteilen, in denen ein Rassismus gegenüber schwarzen Menschen zum Ausdruck kommt, der sich gewaschen hat, nicht zum Ausdruck bringen. Aber natürlich muss das so sein. Menschen mit Schädel, wie sie die Forscher vermessen haben, schwarze Menschen, weibliche schwarze Menschen können nur underdogs gewesen sein, kleine Schwarze eben, die den weißen Herren zuwillen sein müssen, als Sklave oder als sonstiger Nutzgegenstand. Das Schlimmste an diesen „Forschungen“ sind die Vorurteile der „Forscher“, die dabei zum Vorschein kommen.
Aber damit nicht genug.
Wenn Eiferer am eifern sind, dann wird geeifert:
Wohl entgegen ihrer Erwartung haben die „Forscher“ keinerlei Misshandlung der Pestopfer, die sie für Afrikaner halten festgestellt. Indes, was ein richtiger Ideologie ist, dem es darum geht, seine Vorurteile zu bestätigen, der lässt sich von derart kleinen Misslichkeiten nicht aus der Ruhe bringen. Und so lesen wir dieses Mal in der Daily Mail:
Skeletons from the East Smithfield cemetery that were examined in a previous study carried out by Dr Redfearn found that none of the plague victims with Black African or mixed heritage had been maltreated in death.
The experts could see that their bodies had been placed in the graves with ‚care and respect.‘
However, the examination of the remains of one woman of African descent found that she had osteoarthritis in her spine and a diseased shoulder joint.
Both conditions were caused by manual repetitive labour and are likely to have caused pain, Dr Redfearn and Dr Hefner said in 2021.
The woman also had arthritis in her jaw bone, meaning she could have experienced pain when eating and speaking.
Die Daily Mail schreibt fast durchgängig von Redfearn, wer weiß, welche Assoziationen mit dem Autoren durchgegangen sind. Redfearn heißt aber Redfern. Dessen ungeachtet haben sie hier den Beleg für strukturellen Rassismus im 14. Jahrhunder in London, denn Osteoarthritis, eine Krankheit, die sich bei körperlicher Belastung besonders häufig einstellt, weshalb sie sich als Berufskrankheit u.a. bei Bergarbeitern sehr häufig findet, ist dessen ungeachtet eine Krankheit, die vornehmlich, wenn nicht ausschließlich, schwarze Frauen, die an der Pest sterben werden, oder nicht, die sich als Haushaltshilfen verdingen müssen, oder nicht, bzw. die, wie bekannt, im 14. Jahrhundert in Bergwerken nach Eisenerz und Kohle gegraben haben, befällt.
McMillan, G. and Nichols, L., 2005. Osteoarthritis and meniscus disorders of the knee as occupational diseases of miners. Occupational and environmental medicine, 62(8), pp.567-575.
Da haben Sie es.
So einfach und beschränkt ist die ideologische Welt, die woke Gutmenschen, also Rassisten, bewohnen.
Diese Forschung ist einer der Fälle, in denen man keinen Intelligenztest benötigt, um zu wissen, mit welchen Intelligenzbolzen von „Forschern“ man es zu tun hat.
Das London Museum ist aufgrund seiner vielen römischen Artefakte eigentlich ein lohnendes Ziel. Aber in Zeiten von Sadiq Khan, in denen für jeden Furz die ethnische Herkunft analysiert wird, um aus der Furzhäufigkeit eine Benachteiligung schwarzer Frauen konstriuieren zu können, ist das London Museum wohl eher ein Platz, den man meiden sollte.
