In keiner marokkanischen Stadt gab es gestern auch nur ein Lüftchen von Randale, wurde auch nur ein Steinchen in Richtung eines Fensters geworfen, war auch nur eine Polizeieinheit mit der Eindämmung von Krawallen beschäftigt.
Ganz im Gegensatz zu: Düsseldorf
Rund 1.500 marokkanische Fans fanden sich ein, um das Spiel auf der Ellerstraße in Oberbilk und im public viewing anzusehen. Die Stimmung kippte gegen 0:45 Uhr (10. Juli). Vermummte warfen Böller, Glasflaschen und selbstgebaute Brandsätze in die Menge, auf die Straße und gezielt auf die Polizei. Drei Polizisten wurden verletzt. Die Polizei räumte die Straße mit einem Großaufgebot.
Und London, Edgware Road (nordwestliches London): Marokkanische Fans strömten auf die Straßen, es kam zu Zusammenstößen mit der Polizei, Feuerwerk wurde gezündet, Gegenstände geworfen, Autos blockiert und teilweise besprungen. Rauch und Trümmer säumten die Straße. Einsatzkräfte in Riot-Gear waren im Einsatz, mindestens ein Polizist wurde verletzt
Warum randalieren Marokkaner, marokkanische Fans in Deutschland und England, wenn ihre Mannschaft von Frankreich aus der WM geschossen wird.
Warum nicht in Marokko?
Die offenkundige Antwort: Die Konsequenzen für Randale wären in Marokko viel spürbarer, die Polizei in Marokko muss ernstgenommen, die eigene Zukunft gegen den Nutzen aus Randale abgewogen werden. Entsprechende Konsequenzen oder gar eine entsprechenden Wertschätzung für die Polizei und deren Fähigkeit, Randalierern erhebliche Kosten zu verursachen, sind in Deutschland und in England offenkundig nicht vorhanden. Dort werden die Kosten von Randale als gering angesehen, Polizei wird nicht ernstgenommen, Randale steht nichts im Weg.
Spielen wir ein paar kriminologische Theorien durch, um diese Hypothese zu erhärten:
1. Rational-Choice-Theorie
Zentrales Postulat: Menschen handeln rational und wägen Kosten und Nutzen ab.
In Abwesenheit einer relevanten Drohung von Bestrafung, in Höhe und Wahrscheinlichkeit, und im Schutz von Gruppen und damit verbundener Anonymität sind die Kosten für Krawall umso geringer, je weniger Ernst eine zu erwartende Reaktion der Polizei genommen werden muss. Letztlich zeigt der Krawall aus Düsseldorf, dass der erwartete Nutzen an Peerstatus, Frustabbau oder einfach Ausleben der eigenen Aggressionen die erwarteten Kosten (körperliche Unversehrtheit, Festnahme und Inhaftierung) weit übersteigt, zumal jeder weiß, dass randalierende Marokkaner nicht inhaftiert werden, weder in Deutschland noch in England.
Mindestens Teile der marokkanischen Diaspora (besonders bei Jugendlichen der 2./3. Generation) haben offenkundig schwache bis nicht vorhandene Bindungen an die Gesellschaft, in der sie leben. Offenkundig ist die Identifikation mit Marokko höher als die mit Deutschland, geschweige denn denjenigen, deren Eigentum zerstört wird. Die fehlende Bindung an die Normen der Aufnahmegesellschaft hat eine nicht vorhandene Verpflichtung, sich zivilisiert zu verhalten, eine, die in Marokko offenkundig sehr stark ist, zum Ergebnis.
Die mangelnde Integration in die Aufnahmegesellschaft führt zwangsläufig zu Robert K. Merton und seiner
3. Anomietheorie
Zentrales Postulat: Es gibt eine Diskrepanz zwischen kulturell vorgegebenen Zielen (Erfolg, Respekt) und den legitimen Mitteln, diese zu erreichen.
Unter den fünf Handlungstypen, die Merton beschreibt, um die Konsequenzen einer Divergenz zwischen gesellschaftlichen Zielen und individuell verfügbaren Mitteln zu fassen, scheint Rebellion, eine Ablehnung der umgebenden gesellschaftlichen Regeln gepaart mit fehlendem Zugriff auf Mittel zur Erreichung gesellschaftlicher Ziele, etwa wegen fehlender Ausbildung oder Arbeitslosigkeit, der Handlungstypus zu sein, der am besten auf die Krawalle in Düsseldorf und London passt. Die Krawalle werden dann zu einer Übung in Gruppenstatus für Mitglieder einer marokkanischen Subkultur, die keinerlei Bindung zur sie umgebenden Mehrheitsgesellschaft entwickelt hat und deren Mitglieder abweichendes Verhalten nutzen, um sich gegen diese Mehrheitsgesellschaft abzugrenzen und Status in der eigenen Subkultur zu gewinnen. Kriminalität, die sich gegen Mitglieder oder Symbole der Mehrheitsgesellschaft richtet, ist das Mittel, um in der eigenen Subkultur Status zu gewinnen.
4. Routine Activity Approach (Lawrence Cohen & Marcus Felson)
Zentrales Postulat: Kriminalität entsteht, wenn drei Elemente zusammenkommen: Motivierte Täter, geeignete Ziele und die Abwesenheit fähiger Kontrollinstanzen
Nach dem Spiel treffen viele motivierte Täter (frustrierte, emotional aufgeladene junge Fans ohne Bindung an Normen zivilen Verhaltens) in der Öffentlichkeit zusammen. Geeignete Ziele gibt es reichlich (Autos, Geschäfte, Polizisten als Symbol der „feindlichen“ Ordnung, oder einfach Chaos als Ventil). Sind in einer solchen Situation Kontrollinstanzen (Polizei) überfordert oder nicht ausreichend präsent oder werden schlicht nicht ernstgenommen, steigt die Wahrscheinlichkeit von Kriminalität.
Egal, welcher Theorie man den Vorzug gibt, im Gesamt zeichnen sie alle das Bild einer
(a) nicht integrierten Subkultur, deren Mitglieder (b) Normen und Werte der Mehrheitskultur ablehnen, (c) Status in der eigenen Gruppe durch deviantes Verhalten gegenüber Mitgliedern, Artefakten oder Symbolen der Mehrheitsgesellschaft gewinnen, (d) keinerlei Notwendigkeit zu zivilisiertem Verhalten empfinden, (e) keinerlei Angst vor Bestrafung haben, (f) die Schwäche der Aufnahmegesellschaft ausnutzen.
Düsseldorf und London sind einmal mehr Belege dafür, dass die sich für liberal haltenden westlichen Gesellschaften, die letztlich nichts anderes sind, als Gesellschaften ohne Seele, ohne Antrieb, schwache Gesellschaften im Niedergang, von organisierten Gruppen ohne jede Integrationsbereitschaft weder ernstgenommen noch überhaupt akzeptiert oder toleriert werden. Westliche Gesellschaften haben es geschafft, Sub-Gesellschaften in Gesellschaften zu importieren und weil westliche Gesellschaften schwache Gesellschaften sind, scheinen sie keinerlei Mittel zu haben, um sich gegen die averse Parallegesellschaft zur Wehr zu setzen.
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Sicher kann man dieses Phänomen auch mit den Kriminalitätstheorien erklären. Aber kann es nicht auch so sein, dass Marokko ( wie auch andere Länder) einfach seinen Abschaum Richtung Norden entsorgt hat? Dieser randaliert nun hier.
Das ist eine naheliegende Erklärung .. indes, der „Abschaum“ hätte dennoch nicht in Marokko randaliert. Wenn Sie schon einmal die Angst von z.B. Ägyptern vor der eigenen Polizei erlebt haben, dann wissen Sie, warum es so wenig Randale in diesen Ländern gibt.
vermummt? Das ist doch ganz im Stile der Antifa. Wurden auch diese Proteste vielleicht von einschlägigen Kreisen unterwandert/genutzt um zu eskalieren, um Bambule zu machen?
Sicher kann man dieses Phänomen auch mit den Kriminalitätstheorien erklären. Aber kann es nicht auch so sein, dass Marokko ( wie auch andere Länder) einfach seinen Abschaum Richtung Norden entsorgt hat? Dieser randaliert nun hier.
Das ist eine naheliegende Erklärung .. indes, der „Abschaum“ hätte dennoch nicht in Marokko randaliert. Wenn Sie schon einmal die Angst von z.B. Ägyptern vor der eigenen Polizei erlebt haben, dann wissen Sie, warum es so wenig Randale in diesen Ländern gibt.
vermummt? Das ist doch ganz im Stile der Antifa. Wurden auch diese Proteste vielleicht von einschlägigen Kreisen unterwandert/genutzt um zu eskalieren, um Bambule zu machen?