Krieg gegen Jungen: OECD-Boshaftigkeiten enttarnt

Längst haben die seltsamsten Organisationen einen politischen Einfluss gewonnen. Organisationen wie die OECD oder die Bertelsmann-Stiftung nehmen Einfluss auf die unterschiedlichsten politischen Bereiche, ohne dass klar wäre, auf Grundlage welcher Expertise, geschweige denn demokratischen Legitimation sie das eigentlich tun.

Die OECD hat mit ihren PISA-Studien nicht nur eine lukrative Einnahmequelle für sich aufgetan und sich als Arbeitgeber für Bildungsforscher bzw. solche, die es gerne wären, etabliert, sie hat mit ihren Berichten auch einen erheblichen Einfluss auf politische Entscheidungsträger gewonnen und beeinflusst regelmäßig nationale Gesetzgebung, so zum Beispiel in Deutschland und im Bereich von „Gender“. In diesem Bereich, vor allem wenn es um Bildung geht, herrscht immer noch der Mythos, dass Mädchen Jungen gegenüber Nachteile hätten, obgleich spätestens seit 2002 bekannt ist, dass Jungen bei schulischer Bildung erhebliche Nachteile haben. Diese Realität passt jedoch nicht in die Welt, die Genderisten bewohnen. Sie leben in einer Phantasie aus Patriarchat, Sexismus und Benachteiligung von Mädchen und Frauen, aus der sie nicht geweckt werden wollen und die sie mit einer Boshaftigkeit und einem Zynismus gegen jeden Einbruch der Realität verteidigen, die ihresgleichen suchen.

Deshalb kann man es nicht hoch genug gewichten, dass es Dr. habil. Heike Diefenbach und Dr. Markus Meier gelungen ist, die Realität tief in das Land der Gendermythen zu tragen und einen Beitrag, in dem sie den Genderreport der OECD in einer Weise auseinandernehmen, die nichts mehr von ihm übrig lässt, in der Zeitschrift „Gender and Education“ zu platzieren. Der Beitrag wurde Ende letzter Woche veröffentlicht, und er wird für erhebliche Aufregung im Echozimmer der Genderisten sorgen, sind sie doch nunmehr mit Kritik im eigenen Haus, in dem sie sich doch sicher und vor Kritik gefeit gefühlt haben, konfrontiert.

Gegenstand des Beitrags von Heike Diefenbach und Markus Meier ist der PISA Genderreport, der 2015 veröffentlicht wurde. Von diesem Report – wie von den PISA-Berichte – geht nicht nur in Deutschland ein Einfluss auf Gesetzesinitiativen aus, die gegen die vermeintliche Benachteiligung von Mädchen und Frauen vorgehen sollen. Man kann also feststellen, dass der Genderreport der OECD erheblichen politischen Einfluss hat, und zwar bei denen, die jeden Strohhalm greifen, wenn es darum geht, ihre ideologischen Träume zu verwirklichen.

Einen dieser Strohhalme haben Heike Diefenbach und Markus Meier nunmehr gekappt. Sie haben in einer Weise, die man nur als umfassend bezeichnen kann, gezeigt, dass der OECD Gender Report eine Ansammlung von wilden Assoziationen und von Behauptungen ist, die die Autoren der OECD gegen ihre eigenen Ergebnisse verteidigen müssen, die nicht zum Gender Mythos der benachteiligten Mädchen passen wollen.

Die Phantasiewelt, die die Autoren der OECD und mit ihnen die meisten Genderisten bewohnen, wird von Diefenbach und Meier wie folgt zusammengefasst. Jungen werden als robust und selbständig, von der Natur aus bevorteilt und jeder pädagogischen Intervention unzugänglich karikiert, die unbeschadet von schulischen Problemen ihren Weg in der Gesellschaft gehen. Dagegen werden Mädchen als sanft, zu sanft, um in Mathematik erfolgreich zu sein, dargestellt, als schwache Personen, die Hilfe und Unterstützung benötigen, um erfolgreich zu sein. Dieses dichotome Zerrbild ist die implizite Annahme, die dem Genderreport der OECD zugrunde liegt und die seine Autoren mit Zähnen und Klauen, wie Furien, so zusagen, gegen die Realität verteidigen.

Um die eigenen Ergebnisse vor der Realität zu schützen, muss man schon einmal Daten unterschlagen. Also unterschlagen die Autoren des OECD-Genderreport, die sich auf die schlechteren Leistungen von Mädchen in Mathematik stürzen, dass der Gender Gap in Mathematik durchschnittlich ganze 11 Punkte betrifft, die Jungen besser sind als Mädchen. Allerdings sind Mädchen im Bereich „Sprache“ um durchschnittlich 38 Punkte besser als Jungen. Kein Problem für die OEDD-Autoren. Sie verteidigen ihre Gender-Phantasie, die man als Gender-Vorurteil bezeichnen muss, indem sie diese Realität einfach unterschlagen.

Um das Vorurteil des kleinen Mädchens, das der rauen Bildungswelt, so schutz- und hilflos ausgeliefert ist, aufrecht erhalten zu können, bedienen sich die OECD-Autoren, wie Diefenbach und Meier aufdecken, auch sehr kruder Tricks. So berichten die OECD-Autoren den Anteil der Frauen in tertiärer Bildung nur für den Zeitraum 1896 bis 1980, beenden ihre Datenreihe also just zu dem Zeitpunkt, zu dem, wie Diefenbach und Meier feststellen, der Einfluss des Genderismus auf die Bildung so richtig sichtbar wurde: Seither werden Jungen aktiv diskriminiert und Mädchen bevorzugt, und Mädchen haben Jungen in der sekundären und tertiären Bildung abgehängt. Bereits seit den 1950er Jahren, so zeigen die Daten der OECD, die Diefenbach und Meier präsentieren, gibt es in der tertiäre Bildung keine Nachteile mehr für Frauen. Seit 68 Jahren ist demnach der Gegenstand des Feminismus/Genderismus entfallen. Diese Aussage basiert natürlich auf der Annahme, Genderismus richte sich auf die Beseitigung von Nachteilen von Mädchen. Diese Annahme muss als falsch angesehen werden. Tatsächlich geht es dem Genderismus darum, Jungen aktiv zu benachteiligen und Mädchen zu bevorzugen. Genderismus ist eine aktiv boshafte Ideologie, deren Vertreter in einem so engen ideologischen Gefängnis sitzen, dass sie problemlos jede Form von boshafter Diskriminierung zu publizieren bereit sind, so lange sie sich nur gegen Jungen richtet. Aus der umfassenden Darstellung der Fehlinterpretationen, Auslassungen und zynischen Interpretationen, die Diefenbach und Meier für den Genderreport der OECD zeigen, hier ein paar Beispiele:

Dass Jungen bei sekundärer und tertiärer Bildung weit hinter Mädchen zurückbleiben, wird von den Autoren des OECD-Genderreports einmal als Ausgleich für historische Ungerechtigkeit angesehen, einmal als Ausgleich dafür, dass Jungen im späteren Berufsleben Mädchen angeblich überholen. Beide Behauptungen entbehren jeglicher empirischer Grundlage. Tatsächlich, so zeigen Diefenbach und Meier, widersprechen die empirischen Befunde der „Kompensationshypothese“. Die Autoren des OECD-Genderreport halten die These dennoch aufrecht. Sie verteidigen ihre Phantasie gegen die Realität und tun dies in einer boshaften Art und Weise, die man nur verstehen kann, wenn man annimmt, dass die Autoren angetreten sind, um Jungen sühnen zu lassen, für welchen eingebildeten religiösen Sparren auch immer.

Wie so oft, wenn Personen, die über keine wissenschaftlichen Kenntnisse verfügen, Berichte schreiben, die wissenschaftlich sein sollen, findet sich die Konfusion von Korrelation und Kausalität. Auch hier können Diefenbach und Meier für den Genderreport sehr gut zeigen, wie die OECD-Autoren ihre willkürliche Annahme einer Kausalität in ihre Daten hineinlesen und selbst gegen widersprechende Befunde verteidigen.

Sehr ausführlich und in einer Weise, die keinen Zweifel daran lässt, dass es sich bei den OECD-Autoren um intellektuelle Mängelwesen handelt, die sich Schuhe anziehen, die ihnen um mehrere Größen zu groß sind, demonstrieren Diefenbach und Meier diese intellektuellen Defizite der OECD-Autoren am Beispiel von MINT-Müttern.

In Gender-Kreisen gilt das Rollenmodell als ganz wichtig.
Weil, so die Erzählung, es so wenige Frauen in z.B. MINT-Berufen gibt, deshalb gibt es so wenige Mädchen, die MINT-Fächer studieren.
Im Datensatz der OECD findet sich eine relevante Menge von Müttern im MINT-Bereich, die nach Ansicht der OECD-Autoren als Rollenmodell für ihre Töchter dienen können.
Nur: Sie tun es nicht.
Die Ergebnisse der OECD-Autoren widersprechen ihrer eigenen Hypothesen: Töchter von MINT-Müttern finden sich noch seltener in MINT-Fächern als Töchter von nicht-MINT-Müttern.
Anstatt diese Realität zur Kenntnis zu nehmen, winden sich die Autoren von einem Widerspruch zum nächsten. Diefenbach und Meier haben dies Satz-für-Satz nachvollzogen. Eine Wohltat für Freunde der Wissenschaft. Ein Suizidgrund für die Enttarnten.

Schließlich outen sich die OECD-Genderreport-Autoren als die zynischen, wie Diefenbach und Meier anmerken bzw. boshaften Menschen, die sie nun einmal zu sein scheinen. Irgendwie macht Genderismus verbittert und boshaft oder Verbitterte und Boshafte finden sich überdurchschnittlich häufig im Genderismus ein. Wie auch immer, dass Boshaftigkeit und Genderismus zusammengehören wie die Henne und das Ei, das zeigt sich im Hinblick auf die Frage, ob Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen das Ergebnis einer Veranlagung sein könnten, die Jungen mathematische Inhalte eher verstehen lässt als Mädchen.

Die OECD-Genderautoren lehnen diese Erklärung vehement ab. Für Mädchen. Mädchen, so die OECD-Autoren, hätten von Geburt an dieselben Anlagen für Mathematik wie Jungen. Deshalb müssten die Nachteile in Mathematik (also die 11 Punkte durchschnittlicher Unterschied) ein Ergebnis von Stereotypen, maskuliner Schulkultur oder sonstigen Hirngespinsten sein, die bei Genderisten so hoch im Kurs stehen, sein.

Geht es allerdings darum, die Nachteile zu erklären, die Jungen im Schulsystem haben, wird die Erklärung über biologische Unterschiede plötzlich für die Autoren attraktiv. Da es in ihrer geistigen Welt keine Umstände im Bildungssystem gibt, die sich negativ auf Jungen auswirken können, müssen die Nachteile von Jungen sich als biologische Prädisposition erklären lassen. Jungen passen eben nicht zur schulischen Welt. Sie sind nicht in der Lage, ihr Denken und ihre Emotionen in einer Weise zu regulieren, wie es für den schulischen Erfolg notwendig ist.

Es gäbe noch viel zu sagen, über diesen Genderreport der OECD, der ein ideologisches Machwerk der übelsten Sorte darstellt, das von interessierten Kreisen genutzt wird, um ihre ideologischen Spinnereien in handfeste Gesetze und Regeln zu übersetzen, die jeden Tag in das Leben zumeist junger Menschen eingreifen und deren Biographien in einer Weise negativ beeinflussen, die ein anständiger Mensch nicht verantworten kann. Aber Genderisten sind keine anständigen Menschen (durchschnittlich betrachtet, bei einer geringen Standardabweichung). Diefenbach und Meier weisen schon früh in ihrem Beitrag daraufhin, dass Genderisten wie die OECD-Autoren nicht auf die Idee kommen, ihren eigenen Beitrag zum Fortbestand oder zur Verbreitung von Stereotypen zu betrachten, wie er z.B. daraus erwächst, dass Mädchen als hilfsbedürftige Dummchen dargestellt werden, die sich in der Welt nicht ohne Hilfe zurechtfinden können, während Jungen vom Erbgut als bildungsavers ausgewiesen werden, denen die vielfältigsten und stets unbenennbaren Vorteile zukommen sollen. Genderisten haben kein Gewissen und keinen Anstand (Mittelwert mit geringer Standardabweichung), wenn es darum geht, ihre ideologischen Phantasien zum Nachteil aller durchzusetzen. Es ist sehr wichtig, dass es mit der Arbeit von Diefenbach und Meier nunmehr einen Beitrag gibt, der deutlich macht, wie sehr von jeder wissenschaftlichen Norm das, was Genderisten zur Grundlage ihrer Maßnahmen machen, abweicht, dass man bei Machwerken wie dem Genderreport nicht davon ausgehen kann, dass es sich auch nur um den Versuch handelt, ein Bild der Realität zu zeichnen, das dieser gerecht wird, sondern vielmehr davon ausgehen muss, dass es sich um einen Versuch handelt, die Genderideologie gegen die Wirklichkeit zu verteidigen und eine Grundlage zu schaffen, auf der politische Agitation bis hin zur Gesetzgebung betrieben werden kann.

Ach ja: Jungen bleiben natürlich dabei auf der Strecke.
Kein Problem für Genderisten: Jungen sind dafür selbst verantwortlich, auch dann, wenn sie von Gender-Förderprogrammen aktiv benachteiligt werden. Boshaftigkeit und Genderismus gehören eben zusammen.

Meier, Markus & Diefenbach, Heike (2018). The OECD Between Political and Scientific Agendas – A Critique of the 2015 PISA Gender Report. Gender and Education.

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