Uni-Marburg Diffamierungsprojekt beschäftigt den Bundestag

Die meisten fundamentalistischen Religionen teilen die Eigenschaft, Kritik zu kriminalisieren und die Kritiker entweder zu diffamieren oder, wie z.B. in der Sowjetunion Stalins, einzusperren und zu ermorden.

Fundamentalistische Religionen erkennt man daran, dass sie nicht auf die Kritik, den Gegenstand und Inhalt der Kritik reagieren, sondern auf das Kritisiert-Werden, das sie als Häresie ansehen. Sie setzen sich nicht mit dem Gegenstand und Inhalt auseinander, weil sie sich im Besitz der Wahrheit wähnen. Sie sehen sich als Hohepriester dieser Wahrheit. Wer sie kritisiert, kann deshalb nur des Teufels sein.

Genderismus ist eine fundamentalistische Religion, wie man unschwer daran erkennen kann, dass Kritik an Gender Studies oder Genderismus generell als „Anti-Feminismus“ [Genderismus und Feminismus sind für diese Leute anscheinend dasselbe], also als Häresie abgetan wird: Ob die Kritik aus den Naturwissenschaften, also z:B. der Biologie oder der Neurologie kommt, ob die Kritik aus den Sozialwissenschaften kommt, ob es sich um eine inhaltliche, eine erkenntnistheoretische oder eine methodische Kritik an den Gender Studies handelt, immer ist das Reaktionsmuster dasselbe: Eine hysterische Erregung angesichts der Unglaublichkeit, kritisiert zu werden, und der Versuch, die Kritiker zu diskreditieren.

Wie alle Religionen, so versucht auch der Genderismus Staatsreligion zu werden, was zu einer Allianz zwischen dem Bundesministerium für Bildung und Forschung und der Universität Marburg geführt hat. Ersteres zahlt rund eine Million Euro aus Steuergeldern, um es denen, die sich, weil sie an der Uni Marburg ein Gnadenbrot erhalten, für Wissenschaftler halten, zu ermöglichen, Kritiker der Gender Studies zu diffamieren.

Wir haben über das Marbuger Projekt “REVERSE” auf ScienceFiles schon mehrfach berichtet. Noch bevor es erste Ergebnisse aus dem angeblichen Forschungsprojekt, noch bevor das Projekt überhaupt begonnen hat, haben wir argumentiert, dass aus einer Anlage wie der, die REVERSE geworden ist, letztlich nur Diffamierung resultieren kann. Nachdem die ersten vermeintlichen Ergebnisse vorlagen, und wir in unserer Annahme bestätigt wurden, haben wir in einer Reihe von Beiträgen dargestellt, dass REVERSE das bislang einzige Projekt an einer angeblichen Universität ist, dessen Mitarbeiter dafür bezahlt werden, dass sie Kritiker der Gender Studies diffamieren. Die Beiträge haben wir hier noch einmal zusammengestellt.

Zudem haben wir rechtliche Schritte angekündigt, da sich ausgerechnet Dr. habil. Heike Diefenbach unter denen findet, die verleumdet werden sollen, wobei sich bei Dr. habil. Heike Diefenbach der Vorwurf darauf reduziert, dass die Freie Welt und Eigentümlich Frei Beiträge, die Dr. Diefenbach für ScienceFiles geschrieben hat, übernommen haben und darüber hinaus mehrfach zitiert haben. Das reicht der Auftragsnehmerin im Diffamierungsprojekt, Marion Näser-Lather aus, um zu behaupten, Dr. Diefenbach würde aktiv Netzwerke im populistischen und rechtsextremen Milieu bauen. Derartige willkürliche Aussagen, einerseits das Indiz fundamentalistischen Fanatismus´, andererseits ein Ausdruck für ein unglaublich beschränktes Denkvermögen, in den Worten von Milton Rokeach, eines closed mind, wäre früher nicht einmal in die Nähe einer Universität gelangt. Heute wird es von Universitäten aus verbreitet, bezahlt ein Bundesministerium dafür, dass derartige Phantasiegebilde im Bemühen, zu diffamieren, erstellt werden.

“As table 2 shows, some of the gender studies critic scientists actively build networks with populist and right-wing milieus: they have published articles on right-wing online blogs and platforms.”

Wir sind derzeit dabei die rechtlichen Schritte herauszufiltern, die den größtmöglichen Impact nach sich ziehen.

Aber nicht nur wir sind dabei, Schritte gegen das Marburger Diffamierungsprojekt zu unternehmen, auch der Deutsche Bundestag befasst sich seit dem 11. März mit REVERSE und dem für Demokratien einmaligen Vorgang, dass Ministerien Projekte finanzieren, der Ziel darin besteht, Wissenschaftler zu diffamieren, die die Genderreligion kritisiert haben.

Die Drucksache 19/8220 ist eine Kleine Anfrage der Abgeordneten Dr. Marc Jongen, Dr. Götz Frömming, Nicole Höchst, Dr. Michael Espendiller, Martin Reichardt und der Fraktion der AfD, in der die Abgeordneten unter anderem mit Bezug auf Näser-Lather feststellen: „Statt sich mit der inhaltlichen Kritik an der Genderforschung auseinanderzusetzen, versucht die Autorin nach Auffassung der Fragesteller genderkritischen Wissenschaftlern eine Verbindung zu politischen Akteuren nachzuweisen, zum Teil durch Zitationen der besagten Wissenschaftler in Zeitschriften, deren Ausrichtung der Autorin nicht genehm ist“. Und weiter: „Aus Sicht der Fragesteller verfolgt das Projekt „Reverse“ eine wissenschaftsfeindliche Immunisierungsstrategie. Es ist der sichtliche Unwille erkennbar, sich mit der Kritik an der Gender-Forschung inhaltlich auseinanderzusetzen“.

Wie sehr es mit der Wissenschaft im Argen liegt, merkt man daran, dass die Grundsätze und Methoden der Wissenschaft bei Politikern besser bekannt zu sein scheinen als unter denen, die sich an angeblichen Universitäten herumdrücken. Es gab einmal eine Zeit, da wären Beiträge wie der von Näser-Lather und Pseudo-Wissenschaften wie die Gender Studies an Hochschulen unmöglich gewesen, weil sich Wissenschaftler über Standards und Mindestanforderungen, methodisch, inhaltlich und ethisch, einig waren. Heute, da die Soziologie in Auflösung ist und die meisten Sozialwissenschaften zu Schwatzbuden der Diskuranalytiker und Kaffeekränzchen-Analysten geworden sind, wundert es nicht, wenn ethische, methodische und inhaltliche Standards außerhalb von Universitäten bekannter sind als innerhalb.

Unter den Fragen, die in der kleinen Anfrage der AfD gestellt werden, sind aus unserer Sicht vor allem die Fragen 1, 4 und 5 von Wichtigkeit:

„Wir fragen die Bundesregierung:

1. Aufgrund welcher Überlegungen kam die Bundesregierung zu dem Entschluss, das Projekt „KRisE der GeschlechterVERhältnisSE? Anti-Feminismus als Krisenphänomen mit gesellschaftsspaltendem Potenzial“ (REVERSE) mit einer Summe von 975 000 Euro am Zentrum für Gender Studies und feministische Zukunftsforschung (ZGS) an der Universität Marburg zu fördern?

[…]


4. Inwieweit entsprechen aus Sicht der Bundesregierung die in der o. g. Studie präsentierten bisherigen Ergebnisse den Förderkriterien? a) Falls den Förderkriterien aus Sicht der Bundesregierung entsprochen wurde: An welchen Kriterien macht die Bundesregierung dies fest? b) Falls den Förderkriterien aus Sicht der Bundesregierung nicht entsprochen wurde: Welche Konsequenzen hat die Bundesregierung aus diesem Befund ggf. gezogen?


5. Inwiefern teilt die Bundesregierung die Auffassung, dass die im Rahmen des Projektes „Reverse“ als „Anti-Feminismus“ denunzierte Genderkritik die „Akzeptanz von Pluralität“ und „damit verbunden auch die Werte einer Demokratie“ gefährde (https://idw-online.de/de/news684356)? a) Falls ja: Warum teilt die Bundesregierung diese Auffassung? b) Falls nein: Warum nicht?“

Die komplette kleine Anfrage findet sich hier.

Die Reihe der Singularitäten, die den Niedergang der deutschen institutionalisierten Sozialwissenschaften deutlich machen, ist somit um eine weitere ergänzt:

Was bisher geschah:

Angebliche Wissenschaftler immunisieren ihren angeblichen Fachbereich gegen Kritik, indem sie den Angriff auf die Person (ad hominem) zu ihrem Standard erheben;

Ein Bundesministerium finanziert angebliche Wissenschaftler dafür, dass sie Angriffe auf die Person durchführen, um Kritik abzuwehren, der sie sich argumentativ nicht erwehren können.

Ein gewähltes Parlament befasst sich damit, dass ein Bundesministerium angebliche Wissenschaftler dafür bezahlt, dass sie wissenschaftliche Standards untergraben, Religion als Wissenschaft ausgeben und Kritiker ihrer Religion diffamieren.

Wenn Gender Studies einen Erfolg haben, dann mit Sicherheit den, dass sie die Sozialwissenschaften auf einen absoluten Tiefpunkt befördert und der Lächerlichkeit preisgegeben haben. Ironischer Weise hat die Genderista, deren Vertreter regelrecht geil darauf sind, sich „XY an der Universität“ nennen zu können, genau das beseitigt, was Voraussetzung dafür ist, dass „XY an der Universität“ mit einem Status und nicht mit Lächerlichkeit verbunden wird.

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