Tag gegen Rassismus – Tag der moralischen Erleichterung

Heute ist nicht nur Tag des Waldes, internationaler Tag der Hauswirtschaft und Tag der Poesie, heute ist auch Tag gegen Rassismus, ein Tag, an dem jeder, dem danach ist, seine moralische Reinheit signalisieren kann, durch Sätze wie: Die Zivilgesellschaft muss sich gegen Rassismus zur Wehr setzen oder: Wir müssen jeden Tag die Demokratie gegen den Rassismus verteidigen … Der salbungsvollen Worte und der Phantasie in Sachen sanctimonious crap sind keine Grenzen gesetzt. Wer sich als guter Mensch, als einer, der auf der richtigen Seite steht und diese richtige Seite gegen die, die auf der falschen Seite stehen, verteidigt, der kann heute Abend befriedigt, ob seines Einsatzes für eine bessere Welt zu Bett gehen und schnarchen.

Bei all der affektiven Liebe zum Anti-Rassismus wird häufig übersehen, dass kaum einer derjenigen, die so wortreich und voll von Moralin gegen den Rassismus wettern, weiß, was der Begriff des Rassismus eigentlich bedeutet, wo er herkommt, welchen Gegenstand er anspricht …

Weil heute selbst die Fliegenfänger, nein Faktensucher, also das Team Gensing der Ansicht sind, sie könnten Aufklärung zur Frage, was unter Rassismus eigentlich verstanden wird, leisten, haben wir uns entschieden, zu Gunsten der Klarheit und als Beitrag zum Kampf gegen einen Missbrauch des Begriffs des Rassismus, einen Auszug aus einem Text wiederzugeben, den Dr. habil. Heike Diefenbach vor einiger Zeit in der Blauen Reihe von ScienceFiles veröffentlicht hat. Der Text „Rassismus und Rassismuskritik“ steht hier zum kostenlosen Download bereit (ein Angebot, das schon mehr als 5.000 Leser genutzt haben).

Hier also die klärenden Worte von Dr. habil. Heike Diefenbach zum Thema „Rassismus“ (Literatur und der gesamte Text finden sich hier).

„Von Rassismus zu sprechen, wurde in Deutschland während der Nachkriegsdekaden bis weit in die 1990er-Jahre hinein weitgehend vermieden. Der Hauptgrund hierfür mag gewesen sein, dass mit dem Begriff “Rassismus” das Konzept der Rasse impliziert ist und dieses Konzept untrennbar mit der in der frühen Anthropologie entwickelten Rassenlehre verbunden ist, die u.a. dem Nationalsozialismus die Grundlage dafür bot, Menschen als Angehörige verschiedener Rassen zu identifizieren, sie in höher- und niedriger wertige Rassen zu unterteilen und ihnen eine dieser Unterteilung entsprechende Behandlung zukommen zu lassen (vgl. hierzu und zur – noch deutlich weiter in die Vergangenheit reichenden – Geschichte des Begriffs der Rasse Bargatzky 1997 sowie Geulen 2007). Rassismus wurde daher mehr oder weniger als ein historisches Phänomen angesehen, das entweder für überwunden gehalten wurde oder von dem man meinte, dass man es besser auf sich beruhen lassen sollte, besonders angesichts der Tatsache, dass sich die Vorstellung von der Existenz verschiedener biologischer Menschenrassen als wissenschaftlich nicht haltbar erwiesen hat (vgl. Ferraro, Trevathan & Levy 1994, S. 142-145. Kattmann 1999, S. 66. Sarup 1991, S. 23; S. 52).

Dementsprechend wurden während der vergangenen Dekaden in den Sozialwissenschaften Ausländerfeindlichkeit, Fremdenfeindlichkeit, Ethnozentris–mus, Fremdenangst, Fremdenhass, Xenophobie oder Hasskriminalität thematisiert und untersucht, aber nur sehr selten Rassismus. Wenn die Konzepte von Rasse und Rassismus in den heutigen deutschsprachigen Sozialwissenschaften wieder eine nennenswerte Rolle spielen, …, dann stellt sich daher die Frage, warum das so ist, denn gewöhnlich werden sie eben nicht mit Bezug auf die deutsche Vergangenheit oder andere historische oder aktuelle Tatsachen, die mit dem Konzept der Rasse in Verbindung stehen, wie z.B. dem Kolonialismus oder der Verbindung von Rassismus und Sklaverei bei den Tuareg (vgl. hierzu Hall 2011) oder im Sudan (vgl. hierzu Collins 2008) gebraucht, sondern mit Bezug auf die aktuellen Verhältnisse in den modernen Gesellschaften der westlichen Welt oder der europäischen Länder oder speziell Deutschlands.

Der Grund dafür, warum sich die deutschsprachigen Sozialwissenschaften wieder den Konzepten “Rasse” und “Rassismus” widmen, ist nicht oder kaum die Beobachtung eines fortgesetzten Rassismus im Sinne der Rassenlehre und ihrer nationalsozialistischen Interpretation und Anwendung; vielmehr ist dies deshalb so, weil die Bedeutung der Begriffe “Rasse” und “Rassismus” seit den späten 1990er-Jahren im deutschsprachigen Raum sehr stark ausgeweitet wurde. Dabei hat die Rezeption englischsprachiger Literatur, die im Anschluss an oder in Reaktion auf Martin Barkers Buch “The New Racism” aus dem Jahr 1981 verfasst wurde, zweifellos eine große Rolle gespielt. In diesem Buch hat Barker für Großbritannien die Entstehung eines “neuen Rassismus” konstatiert, der kein biologischer Rassismus sei, sondern ein kultureller insofern als nunmehr Kulturen (und nicht Menschen, die als verschiedenen Menschenrassen zugehörig betrachtet wurden,) als wesenhaft unterschiedlich und miteinander unvereinbar betrachtet würden. Dieser kulturelle Rassismus ist ein Rassismus ohne Rassen , denn Rassisten und Adressaten des Rassismus repräsentieren nicht verschiedene Menschenrassen, sondern ethnische Gruppen, wobei Letztere nach Heckmann durch “eine Vorstellung gemeinsamer Herkunft sowie ein Zusammengehörigkeitsbewusstsein” charakterisiert sind und “durch Gemeinsamkeiten von Geschichte und Kultur gekennzeichnet” (Heckmann 1992, S. 55) sind, so dass die Bezeichnungen “ethnische Gruppe” und “kulturelle Gruppe” nahezu synonym benutzt werden können.

Der Neue Rassismus hat sich im Zusammenhang mit dem in den 1980er-Jahren popularisierten Konzept der multikulturellen Gesellschaft und mit der Entstehung neuer, von kulturellen Werten und Inhalten geprägten Identitäten auf Seiten der Kinder der Immigranten und deren Ansprüchen an gesellschaftliche Teilhabe bei gleichzeitiger Akzeptanz der kulturellen Unterschiede entwickelt: “A new generation of migrant communities began to develop forms of political and cultural identification which expressed their lives in the receiving countries. They faught racism by asserting their difference, using their cultural heritage as a source of strength and self-assurance. In France they created the slogan droit à la difference demanding the right to be different and to have the same rights as the ‘native’ populations. … Taking up the droit à la difference, the new right argues that in order to preserve the variety of cultures, people from different cultures need to stay in their respective places. The French culture has the same right to preserve its difference as any other, and this difference is threatened by the presence of other cultures in the country” (Räthzel 2002, S.7; Hervorhebungen im Original).

Der Neue Rassismus läuft also letztlich auf einen Separatismus von Kulturen hinaus, aber solange dieser Separatismus nicht vollzogen ist, sind ungleiche Positionen von kulturellen Gruppen in der Sozialstruktur deshalb akzeptabel, weil sie als Ergebnis der behaupteten unterschiedlichen Bedürfnisse und Interessen verschiedener kultureller Gruppen interpretiert werden (Berman & Paradies 2010, S. 220). Als kultureller Rassismus beruht der Neue Rassismus weitgehend auf denselben Prämissen wie der Multikulturalismus, aber er zieht andere Schlussfolgerungen aus diesen Prämissen und ersetzt Multikulturalismus durch Ethnopluralismus. Und er ist “a racism which, at first sight, does not postulate the superiority of certain groups of peoples in relation to others but ‘only’ the harmfulness of abolishing frontiers, the incompatibility of life-styles and traditions; in short, it is what P. A. Taguieff has rightly called a differentialist racism” (Balibar 2002, S. 21; Hervorhebung im Original; vgl. hierzu Taguieff 1991).

In Deutschland wurde die Bezeichnung “Neue Rechte” zunächst nicht auf die Vorstellung von einem neuen, kulturellen Rassismus bezogen, sondern vage mit der am Ende der 1980er-Jahren gegründeten Partei der Republikaner in Verbindung gebracht, und bis heute werden das Konzept vom kulturellen Rassismus, die Neue Rechte und Rechtsextremismus in Deutschland häufig in einen Topf geworfen bzw. als Synonyme gebraucht (Stöss 2007). Darüber hinaus fungiert die Bezeichnung von Personen als “Rechten” derzeit als Kampfbegriff mit fragwürdigem empirischen Gehalt: diskreditiert werden soll, wer als politisch rechts von der eigenen Position stehend betrachtet wird. Dies führt zu einem inflationären Begriffsgebrauch, so dass ein Rechter – je nach Kontext – heute ebenso ein bekennender Neonazi sein kann wie ein Neo-Marxist liberaler Prägung. In den Sozialwissenschaften darf der von Ulrich Bielefeld im Jahr 1998 herausgegebene Sammelband als der erste Versuch gelten, die Frage nach der Existenz eines “Neue[n] Rassismus in der Alten Welt” einer breiten sozialwissenschaftlichen oder sozialwissenschaftlich interessieren Leserschaft bekannt zu machen bzw. zu diskutieren.

Der inflationäre Gebrauch des Begriffs “Rassismus” und verwandter Begriffe kann für die Auseinandersetzung mit Rassismus nur als bedauerlich beurteilt werden, weil er Rassismus trivialisiert und den Eindruck erweckt, der Rassismusvorwurf sei nicht substantiierbar, sondern bloß ein rhetorisches Mittel zur Diskreditierung anderer Personen oder ihrer Auffassungen. Demgegenüber können Tatsachen wie die, dass in einer telefonischen Befragung von jeweils 1.000 Personen in Deutschland und sieben anderen europäischen Ländern 51,9 Prozent der Befragten der Aussage zustimmten, dass [w]ir […] unsere eigene Kultur vor dem Einfluss anderer Kulturen schützen [müssen]” (vgl. Zick, Küpper & Hövermann 2011, S. 68, Tabelle 6), leicht übersehen werden, geschweige denn, dass erforscht werden würde, was genau die Zustimmung zu solchen Aussagen bedeutet und wodurch sie motiviert ist.


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Drei-, vierjährige Rassisten und Sexisten: 1.225.137,24 Euro für „Frühprävention im Vorschulalter“

In den 1970er und 1980er Jahren, während unseres Studiums und auch noch danach, haben wir uns regelmäßig über die sozialistischen Intellektuellen amüsiert, die meinten, man könne eine Gesellschaft am Reißbrett planen, könne eine Bevölkerung zur idealen Bevölkerung erziehen. Sozialtechnologen oder Sozialklempner haben wir sie genannt.

Nicht einmal Nicolae Ceaușescu ist die Sozialklempnerei gelungen, und in dessen sozialistischem Paradies wurde bereits bei Kleinkindern mit staatlicher Indoktrination begonnen.

Je weiter die 2000er Jahre fortgeschritten sind, um so mehr ist uns das Lachen im Halse stecken geblieben. Wenn man an die Vernunft glaubt, dann ist die Tatsache unerträglich, dass es Unvernünftige, zurückhaltend ausgedrückt, also Spinner, korrekt, weil ohne Rücksicht auf politische Korrektheit ausgedrückt, in Positionen der Gesellschaft geschafft haben, die es ihnen erlauben, ihre sozialplanerischen Phantasien umzusetzen und ganze Generationen zum Opfer ihres irrigen Glaubens, man könne die Zukunft planen, zu machen.

Früher haben wir gedacht, die Kenntnis über die menschliche Natur ist soweit verbreitet, dass die emsigen Planer irgendwann inne halten und sich an das erinnern, was Menschen seit Jahrtausenden auszeichnet und bislang noch jeden Versuch, sie zu dirigieren, erledigt hat: Renitenz, Bockigkeit, Sturheit, die Idee, das Leben müsse mehr zu bieten haben als das, was sich Mausschubser aus öffentlichen Institutionen vorstellen können. Heute wissen wir, Dummheit stirbt nicht aus. Sie wird endemisch, wenn man ihr nicht heftig und schnell Einhalt gebietet.

Früher haben wir gedacht, die Idee, über die sich F. A. Hayek so erfolgreich lustig gemacht hat, und die er in seinem Buch „Der Weg in die Knechtschaft“ so grundlegend zerstört hat, man könne die Zukunft planen, können alles vorhersehen, was auf dem Weg, ein Planziel zu verwirklichen, intervenieren könne, sei so dumm, dass sich nicht mehr als eine Handvoll Anhänger für diesen Unsinn finden werden. Heute wissen wir auch hier: Dummheit ist vor allem unter denen, die dem Sozialismus in seinen verschiedenen Varianten huldigen, endemisch. Auch hier müssen wir feststellen, dass es versäumt wurde, schnell und heftig auf diejenigen zu reagieren, die uns noch in den 1990er Jahren mit ihrem sozialistischen Irrsinn amüsiert haben.

Es ist möglich, dass eine Gesellschaft an ihren Intellektuellen zu Grunde geht. Die Erklärung dafür ist einfach: Intelligenz und Intellektualismus haben nichts miteinander zu tun. Schon gar nicht in Deutschland [Und dies, obwohl Hans Albert in seinem Buch „Traktat über kritische Vernunft“ versucht hat, den Intellektualismus zu retten]. In Deutschland gilt derjenige als intellektuell, der wirre Ideen unverständlich verpackt und von sich behauptet, er habe Moral und Gutheit mit Löffeln gefressen. Deshalb müsse man ihm folgen.

Das reicht. Es reicht um Schulen zu gründen und eine Gefolgschaft von z.B. Kapitalismuskritikern von unkritischen Nachplapperern, die sich als „kritische Schule“ bezeichnen, zusammen zu bekommen.

Und es reicht, um den öffentlichen Diskurs so sehr in Unsinn zu ertränken, dass es nicht mehr möglich ist, einen vernünftigen Gedanken zu äußeren. Wenn die Irren erst die öffentliche Meinung regieren, dann ist es möglich, Männer generell zu Monstern zu erklären, alle, die sich kritisch über den Zustand der Gesellschaft äußern, zu Nazis zu stempeln und bereits in kleinen Kindern Rassisten zu erblicken. Um der Gefahr dreijähriger oder vierjähriger Rassisten oder Sexisten vorzubeugen, werden in dieser Gesellschaft der Wirren, Programme aufgelegt, die der “Antidiskriminierung und Frühprävention im Vorschulalter”, also der Verhinderung von dreijährigen oder vierjährigen Rassisten dienen. 1.225.137,24 Euro sind notwendig, um die Tendenzen zu Rassismus und Sexismus und Sonstismus, die für die Irren unter uns in kleinen Kindern bereits erkennbar sind, zu eliminieren.

Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der AfD. Hier sind Projekte genannt, die kleine Kinder als Zielgruppe haben.

Das erscheint denen, die diese Programme auflegen, ebenso normal wie es denen normal erscheint, die sie anbieten und umsetzen wollen. Die Übergriffe auf kleine Kinder, sie sind Normalität und werden durch das höhere Gut, den Gott der Wirrnis, der in seiner Gestalt des Antirassisten angebetet wird, gerechtfertigt. Auch das ist normal. Es ist normal, dass man „mit Kindern in die Welt der Vielfalt“ zieht und die „Inklusion fördert“, während man „die Exklusion“ verhindert, im Kindergarten, mit drei- vier und fünfjährigen, die aufgrund der Infantilisierung der Gesellschaft heute in der Regel meilenweit hinter der Entwicklung Gleichaltriger vor 100 Jahren zurück sind.

Es ist normal, dass man kleine Kinder einem „systemisch-interkulturellen Präventionsansatz“ unterzieht, an dessen Namen sich seine Benutzer berauschen, von dem sie aber keine Ahnung haben, welche (Spät)Folgen, sofern er überhaupt irgendwelche Folgen hat, er im Leben der Kinder haben wird, die ihm unterzogen werden. Es ist normal „Antidiskriminierung und Frühprävention im Vorschulalter“ mit unverstandenen Anglizismen wie „Early Birds“ zu bezeichnen, um der Tatsache zu kaschieren, dass hier massiv, mit fragwürdigen Inhalten unbekannter Auswirkung in die Entwicklung von kleinen Kindern eingegriffen wird, und es ist normal, Konzepte, die nicht einmal in Unternehmen funktionieren auf Kindergärten zu übertragen, ganz so als könnte man von Dreijährigen oder Vierjährigen „Mitbestimmung in der Kita“ erwarten. Da klingt der Eingriff aus dem Pavillon der Hoffnung in Leipzig, der 152.170,84 Euro für „play together“ auf den Kopf haut, also genau für die Tätigkeit, von der man gedacht hätte, dass sie in Kindergärten im Mittelpunkt steht, fast schon unschuldig.

Der Wahnsinn ist so weit gediehen, dass die Übergriffe auf die Leben kleiner Menschen, wenn sie nur mit der Gutheit und den vermeintlich guten Intentionen der Übergreifenden gerechtfertigt werden können, für normal gehalten werden. Kleine Kinder werden Programmen unterzogen, die niemand jemals geprüft hat, für die es keinerlei Beleg ihrer Wirkung noch ihrer Wirksamkeit gibt, geschweige denn, dass sie jemals evaluiert worden wären und von denen niemand weiß, ob sie Schaden bei denen anrichten, die ihnen ausgesetzt werden. Bekannt ist lediglich, dass die Agierenden, diejenigen also, die hier sozialtechnische Experimente an Kindern mit offenem Ausgang vornehmen,  von sich der Ansicht sind, sie seinen gute Menschen, Kämpfer für eine gerechte und demokratische Gesellschaft.

Das ist das letzte Zeichen des Irrsinns, wenn diejenigen für normal gelten, die ohne mit der Wimper zu zucken und ohne auch nur den Hauch einer Idee davon zu haben, wie sich der Eingriff auf Andere auswirkt, in deren Leben eingreifen, weil sie angeblich wissen, was gut für diese Anderen ist, weil sie genau wissen, wie eine gute, gerechte und demokratische Gesellschaft zu sein hat, wenn in Regierungsprogrammen viel Geld dafür verschleudert wird, diese Schimäre der Gutheit zu schaffen, aufrecht zu erhalten und damit Kleinmensch- also Tierversuche zu ermöglichen.

Früher haben wir gedacht, eine Gesellschaft, die derart ineffizient ist, in der Übergriffe auf und Eingriffe in die Leben der Bürger eine staatliche Finanzierung erfahren, die sei nicht überlebensfähig.

Das denken wir auch heute noch.


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Früchte des Wahnsinns: Rassismusjäger im Kindergarten

Dass die Hysterie der Gutmenschen bereits im Kindergarten beginnt, haben wir gerade im letzten Post geschrieben, da erreicht uns ein Hinweis auf einen Beitrag, den Frank Cebulla in seinem SchreibBlog veröffentlicht hat. Frank ist nämlich der Vater einer Tochter, die es mit ihren drei Jahren bereits zum Rassisten und Ausländerfeind gebracht hat. 

Wer den in Deutschland grassierenden Wahnsinn am aktuellen Beispiel erleben will, der klicke am Ende dieses einführenden Textes auf den Link zu Franks Blog:

“Wer es noch nicht weiß, ich habe eine kleine Tochter. Sie lebt in Berlin. Vor kurzem trat die Erzieherin ihrer Kita-Gruppe ganz besorgt an die Mutter heran. Es ging um ein brisantes Thema. Sie möchte keine Probleme mit Ausländerfeindlichkeit in ihrer Gruppe haben. Das Problem verortete sie bei meiner Tochter. Ihr politisch inkorrektes Fehlverhalten besteht darin, dass sie beim Singen nicht neben Ayman stehen möchte, einem syrischen Jungen. Boah Leute, da bleibt einem echt die Spucke weg und mein Blutdruck steigert sich in ungeahnte Höhen. Mein Töchterchen ist drei Jahre alt und weiß nicht, was überhaupt ein Ausländer, Migrant, Flüchtling, Asylant oder was auch immer sein soll. Auf die Frage, warum sie beim Singen nicht neben Ayman stehen möchte, gab es von ihr allerdings eine klare Antwort: Der haut die anderen Kinder und ich habe Angst vor ihm. Ein Interview mit ihrer besten Freundin aus derselben Gruppe ergab das gleiche Ergebnis: Der ist nicht mein Freund. Außerdem erfährt man, dass er kaum deutsch spricht und daher die anderen Kinder nicht versteht. [Hier weiterlesen]”

Nazis im Kindergarten: Amoklauf von Gutmenschen

Aus dem Bericht zu einer angeblichen „Fachtagung ‚Rechtspopulismus in der Kita? Umgang mit Rassismus und Diskriminierung.“

Wir sind zwar der Meinung, dass Menschen, die bereits in der Benennung von Fachtagungen infantile Sprache benutzen, nicht ernst zu nehmen sind, aber bei uns hat jeder eine Chance, deshalb haben wir den Bericht zur vermeintlichen Fachtagung gelesen:

„KOBLENZ/MAINZ. Kein Kind wird mit Vorurteilen geboren. Aber wie gehen Erzieherinnen und Erzieher in einer Kindertagesstätte beispielsweise damit um, wenn ein Kind plötzlich Hakenkreuze in seinen Bildern malt? Wenn Eltern nicht wollen, dass ihre Kinder Umgang mit geflüchteten Kindern haben? Die Ursachen und Motive, aber auch konkrete Fälle von Rechtspopulismus, Rassismus und Diskriminierung in Kindertagesstätten standen im Zentrum der Fachtagung „Rechtspopulismus in der Kita?“

Vermutlich müsste man es bewundern, dass es gelungen ist, eine Fachtagung an Lifeboat-Beispielen aufzuziehen, also an der Vermutung, dass etwas, das man sich gerade vorstellt, in der Realität irgendwo zu finden ist. Kinder, die im Alter von drei bis sechs Jahren Hakenkreuze in ihre Bilder malen, sind in jedem Fall normaler als die Erwachsenen, die das kindliche Hakenkreuz zu einer frühkindlichen Bejahung des Holocaust aufbauschen und auf diese Weise die entsprechenden Kinder, sofern es sie überhaupt gibt, woran wir unsere Zweifel haben, in der Weise stereotypisieren, die in der Sozialpsychologie als bedenklich angesehen wird. Aber dazu kommen wir noch.

100 Personen haben sich zu dieser angeblichen Fachtagung getroffen und dazu den Campus der Hochschule Koblenz benutzt. Bezahlt hat das rheinland-pfälzische Ministerium für Bildung diese angebliche Fachtagung, das Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung hat noch ein paar Steuereuro draufgelegt und das Institut für Lehrerfortbildung dafür gesorgt, dass die Indoktrination auch die richtige Zielgruppe erreicht.

100 Hanseln finden sich also ein, um über die Phantasie, es gebe im Pfälzer Hinterwald einen Kindergarten, in dem ein vierjährigens Kind gesichtet wurde, das etwas in eine Zeichnung gemalt hat, das von hysterischen Kindergärtnerinnen als Hakenkreuz interpretiert wurde., zu tagen. Nicht zu vergessen die Eltern, die den Umgang ihrer Kinder mit Flüchtlingskindern nicht gerne sehen. Eine weitere Episode der Stereotypisierung, die von hysterischen Kindergärtnerinnen und Besuchern einer angeblichen Fachtagung in Koblenz durchgeführt wird.

Da Kinder ja, wie zumindest in der Einleitung geschrieben wird, nicht mit Vorurteilen auf die Welt kommen, soll es das Hakenkreuz, das eine eifrige Kindergärtnerin in einem ansonsten kaum erkennbaren Gewirr von Strichen, wie es Vierjährige nun einmal zu Stande bringen, erkannt haben will, rechtfertigen, die Eltern des entsprechenden Kindes unter Generalverdacht zu stellen. So macht man aus einer Kinderzeichnung einen Verdachtsfall, der sich zu einer sozialen Isolierung und Stereotypisierung von Kind und Eltern entwickeln kann und letztlich nur einen positiven Effekt haben wird, die Phantasten, die eine Kinderzeichnung zum Beitrag im Stürmer stilisieren wollen, fühlen sich auch noch als hätten sie etwas Gutes geleistet.

Das haben sie aber nicht. Sie haben sich als von niedrigen Motiven getrieben ausgezeichnet. Sie wollen in Kinderzeichnungen Nazisymbole entdecken. Und Sie sind es, die eine Scheu im Umgang mit Flüchtlingskindern auf den Status „Flüchtling“ der Kinder beziehen, nicht etwa darauf, dass es Antipathien zwischen Menschen geben könnte, die völlig unabhängig vom Status „Flüchtling“ sind. Für die Gutmenschen, die so viel Unheil auf die Welt bringen, steht fest: Wenn Ahmed abgelehnt wird, dann weil er Syrer ist, nicht, weil er sich in einer a-sozialen Weise verhält. Denn es ist für diese Gutmenschen ausgeschlossen, dass ein Flüchtling sich anders als vorbildlich verhält. Sie huldigen einer Form von Neo-Orientalismus. Der gute Wilde der Karl Mays Romane bevölkert, er hat für Gutmenschen die Gestalt von Flüchtlingen angenommen: Hilflose, immer gute und in jedem Fall unschuldige Menschen, die quasi in die deutsche Gesellschaft geboren werden. Entpuppen sie sich anschließend als gar nicht so gut, verüben gar Straftaten, dann ist natürlich die Aufnahmegesellschaft schuld, die ihnen nicht die notwendige Unterstützung gewährt hat. Dann sind die Eltern Schuld, die Vorsicht zur Grundlage der Auswahl des Umgangs ihrer Kinder machen.

Der Amoklauf der Gutmenschen, den man derzeit beobachten kann, er ist der Prototyp für Diskriminierung und Rassismus, denn:

Finden Sie das Hakenkreuz?

  • Phantasien, die an Gekritzel von Kleinkindern herangetragen werden, dienen dazu, Erwachsene zu stereotypisieren, sie mit den eigenen Vorurteilen zu überladen.
  • Flüchtlinge werden reduziert auf ihren Status als Flüchlinge.
  • Als solche sind Flüchtlinge gut. Es wird ihnen schlicht die menschliche Eigenschaft verweigert, sich schlecht zu verhalten. Sie werden zu Kastraten der Phantasien der Gutmenschen, die sich auf Fachtagungen einfinden, um sich dort gegenseitig zu feiern, gemeinsam gegen einen imaginären Feind zu kämpfen, Steuergelder zu verschleudern und am Ende des Tages für genau diesen einen Tag den Sinn ihrer ansonsten so unnützen Existenz benennen zu können glauben.

Ein paar Splitter von dieser Fachtagung der Intoleranten und Vorurteilsbeladenenen:

Hans Beckmann, Staatssekretär im rheinland-pfälzischen Ministerium für Bildung: „Demokratieerziehung beginnt schon in der Kita. In Kinderkonferenzen oder beim Aufstellen von Gruppenregeln tauschen die Kinder Meinungen aus und kommen zu einer Entscheidung“.

Jeder Leser mag sich seine eigene Vorstellung davon machen, wie die Meinung aussieht, zu der Vierjährige am Ende einer Kinderkonferenz in der „Kita“ gekommen sind. Wenn Beckmann die Begriffe „Konferenz“ und „Meinung“ im Hinblick auf drei,-vier-oder fünfjährige Kinder angemessen findet, dann sagt das einiges über die Qualität der Konferenzen (oder Fachtagungen) aus, die er besucht. Wenn man Kinder zur Demokratie erziehen muss, dann ist wohl auch Demokratie nicht angeboren, so wenig wie Vorurteile. Also müsste man argumentieren, warum Demokratie besser ist als Vorurteile. Das wird schwierig, da die Argumentation notwendig normativ wird und nur bei denen erfolgreich ist, die die Werte teilen, die man selbst hoch schätzt. Demokratie wäre dann erreicht, wenn man die Werte und Meinungen anderer auch dann respektiert, wenn sie von den eigenen abweichen. Entsprechend muss man nicht zur Demokratie erziehen, man muss andere und ihre Meinungen und Werte nur achten. Schon gar nicht muss man in Kindergärten zur Demokratie erziehen. Wäre das notwendig, gäbe es keine Demokratie, denn alle demokratischen Systeme sind ohne eine vorausgehende entsprechende Indoktrination in Kindergärten entstanden.

Prof. Dr. Bosselmann-Cyran: „Als Historiker weiß ich, wie sehr Populismus und in seiner Folge Rassismus eine Gesellschaft ins Verderben ziehen kann“.

Als Logiker ohne Doppelnamen wissen wir, dass diese Aussage inhaltsleer ist, da Populismus und in seiner Folge heftige Debatten das Lebenselixier einer offenen Gesellschaft sind“.

Weihbischof Jörg Michael Peters: „Die christliche Botschaft gibt die Linie vor und spricht von der Würde des Menschen, woher dieser auch kommen mag.“

Liebe Deinen nächsten wie Dich selbst, sagt die christliche Botschaft (wenn sie spricht), also liebe die AfD und die Kinder, die Hakenkreuze malen, wie Dich selbst und lass‘ sie ansonsten in Ruhe.

Am besten gefällt uns der folgende Splitter aus einem “Impulsreferat” (das sind Referate, bei denen man ständig den Impuls, zu lachen unterdrücken muss) von Prof. Dr. Stephan Bundschuh, einem „Experten für Kinder- und Jugendhilfe im Kontext von Rechtsextremismus und Migrationspädagogik“. Er fragt: „Warum denken und handeln Menschen rassistisch?“ Seine Antwort: „Sich rassismuskritisch zu verhalten, muss gelernt werden. Kritische Sensibilität gegenüber Anderen … ist die allererste Aufgabe der Erziehung“.

Hear! Hear!

Wenn man lernen muss, nicht rassistisch zu sein, dann bedeutet dies, dass man es nicht lernen muss, rassistisch zu sein, was notwendig zu der Annahme führt, dass Kinder als Rassisten geboren werden, so dass sich in Kindergärten lauter drei- und vierjährige Nazis einfinden, die von den Gärtnerinnen zum rechten rassismuskritischen Dasein bekehrt werden müssen. Diese Aufgabe macht natürlich auch die Anwesenheit eines Weihbischofs bei Fachtagungen notwendig. Wenn nun aber Rassismus vererblich ist, und Kinder als Rassisten auf die Welt kommen, dann beruht die ganze Fachtagung auf einem Irrtum, wurde doch angenommen, dass „Kein Kind … mit Vorurteilen geboren“ wird. Rassismus ist aber unzweifelhaft ein Vorurteil.

Man sieht, viele Worte sind dann, wenn sie ohne Beteiligung der Mindestzahl von Neuronen, die für eine intelligente Äußerung notwendig sind, gesprochen werden, der Tod jeder Fachtagung. An die Stelle von Erkenntnis tritt der Populismus der Gutmenschen. Der Populismus der Gutmenschen hat die Stereotypisierung Andersdenkender und die Bildung von Vorurteilen über Andersdenkende zum Ergebnis. Dieses negative Ergebnis der Koblenzer Fachtagung kann wiederum nur mit einer weiteren Fachtagung behandelt werden. Wir schlagen vor, alle Anwesenden treffen sich in zwei Wochen zu einem Tag der Betätigung in einem Altenheim ihrer Wahl und gehen den dort lebenden Insassen zur Hand, erledigen deren Wäsche, gehen Einkaufen, sorgen für Unterhaltung und machen zumindest an diesem Tag einmal etwas Sinnvolles, das Steuerzahler noch dazu überhaupt nichts kostet.

Stereotype: Einer gängigen Definition zufolge sind Stereotype kognitive Shortcuts, die Orientierung und Handlungsentscheidungen im täglichen Leben erleichtern. Sie sind also nützlich. Sie werden dann zum Problem, wenn sie keiner empirischen Korrektur mehr zugänglich sind, wenn stereotype Aussagen über z.B. Weihbischöfe selbst dann nicht revidiert werden, wenn sie sich als falsch erweisen. Weigern sich Akteure, ihre Vorstellung, Meinung oder Überzeugung von einem Objekt selbst dann zu ändern, wenn sie sich als falsch erwiesen haben, dann sprechen Sozialpsychologen von einem Vorurteil.

Vorurteil ist auch ein Begriff der Alltagssprache, weshalb die Annahme zum Vorurteil geworden ist, dass an Fachtagungen Fachkräfte oder Personen mit besonderer kognitiver Distinktion teilnehmen. Dies ist offensichtlich nicht der Fall. Aber dennoch wird von Fachtagungen gesprochen.

Eine ausführliche Kritik des Antirassismus (inklusive des positiven Teils, den Hans Albert als wichtigsten Bestandteil der Kritik ansieht), findet sich im Beitrag von Dr. habil. Heike Diefenbach mit dem TitelRassismus und Rassismuskritik

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Bericht aus Bremen: Der neo-linke Rassismus

Unser Korrespondent aus Bremen, Dr. Dr. Marcus Ermler, hat uns einen neuen Bericht über die Bremer Folly geschickt, jenen Versuch der dort seit Jahren sich gegenseitig versorgenden Linken, ihre Langeweile und ihren Bevormundungsanspruch unter einen Hut zu bringen.

Der neueste Spleen, der unter Linken grassiert, ist dem Rassismus gewidmet, der nach Ansicht der LINKEN von Straßennamen ausgeht. Denn, so weiß man bei der LINKEN, wenn ein schwarzer Mensch an einem Straßenschild vorbeigeht, das den Namen „Lüderitz“ trägt, dann leidet dieser schwarze Mensch so sehr, dass er nicht weiterlaufen kann (Was übrigens voraussetzt, dass der durchschnittliche schwarze Mensch in Geschichte weit gebildeter ist als der durchschnittliche deutsche Mensch.). Auf ihre Art und Weise etablieren Linke derzeit eine weiße Überlegenheits-Ideologie, die bisherigen Formen von Rassismus in nichts nachsteht. Der Schwarze, der in den Augen seiner weißen linken Herrenmenschen zu unbeholfen ist, um ein eigenständiges und von ihnen nicht unterstütztes Leben zu führen, ist dabei dem Schwarzen gewichen, der seinem weißen Herren nach dessen Meinung auf der Entwicklungsleiter der Evolution unterlegen war. Insofern stellt der folgende Bericht aus der Bremer Bürgerschaft den neo-linken Rassismus dar, der zudem angetreten ist, die Geschichte umzuschreiben, eine Tätigkeit, die Linke immer gerne ausgeführt haben.

 

Liebe Wissenschaftler von ScienceFiles,

ich bin in Bremen mal wieder auf eine Perle linken Irrsinns gestoßen, bei der George Orwell vermutlich im Grab rotieren wird. Sein Ministerium für Wahrheit scheint dabei nämlich Vorbild gewesen zu sein: Revidieren wir die Vergangenheit und damit ihre Vermittler (Zeitungsartikel, Bücher, Filme, Denkmäler usw.), sodass die Partei des realexistierenden Sozialismus immer Recht hat. Denn bekanntlich gilt ja: „Wer die Macht über die Geschichte hat, hat auch Macht über Gegenwart und Zukunft“.

Worauf genau beziehe ich mich? Auf einen aktuellen Antrag der Linksfraktion in der Bremischen Bürgerschaft, in dem gefordert wird, Bremer Straßennamen zu entkolonialisieren. Hierbei beziehen sich die Antragsteller auf Straßen, die Namen von Bremer Kaufleuten oder deutschen Militärs tragen, die sich in der Kolonialzeit (in gängiger linker Interpretation) schwerster Verbrechen schuldig gemacht haben. Wie üblich gilt: messe Menschen und ihre Taten, die vor über hundert Jahren begangen worden sind, nicht nach Maßstäben, die seinerzeit galten, sondern hebe dich auf das moralische Ross, und bewerte nach heutigen Maßstäben von Rassismus, Menschenrechten und Völkermord. Was sich notwendigerweise dazugesellt, ist die linke Variante des Ariernachweises: die von den Säuberungen tangierten historischen Persönlichkeiten müssen nachweisbar und zweifelsfrei Biodeutsche sein.

Doch der Reihe nach.

Beginnen wir mit der Einleitung des Antrags der LINKEN:

„Zahlreiche Straßen in Bremen sind eng mit der Kolonialgeschichte der Hansestadt verbunden und tragen die Namen von Tätern und Kolonialverbrechern. Insbesondere gegenüber den Nachfahren der Opfer von Kolonialismus und Rassismus stellt dies eine fortwährende Diskriminierung dar.“

Mich würde erstens interessieren, was genau ein „Täter der Kolonialgeschichte“ eigentlich ist!? Jemand, der nach Afrika ausgewandert ist, um mit seiner Familie ein neues Leben zu beginnen? Warum ist das hier negativ zu sehen? Die heutigen Migrationsbewegungen (Stichwort: Flüchtlingskrise 2015) sind für die Linkspartei doch sakrosankt und grundsätzlich gut. Darf man das etwa so verstehen: Migration Deutscher nach Afrika ist generell böse und ein Verbrechen, während die Migration von Afrikanern nach Deutschland gut und eine Bereicherung ist? Ist das nicht bereits Rassismus?

Wenn also Straßennamen Opfer von Kolonialismus und Rassismus „fortwährend diskriminieren“, darf ich als Deutscher dann auch fordern, dass die Franzosen alle ihre Straßen, die nach Napoleon benannt sind, augenblicklich umbenennen (wie bspw. die Route Napoléon)? Immerhin hat Napoleon uns auch zur Zeit des Rheinbundes die Glückseligkeiten der französischen Revolution aufoktroyiert. Vielleicht fühlt sich dadurch im heutigen Deutschland auch mancher diskriminiert, weil er Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit nicht aufgezwungen bekommen will? Und was ist mit US-Amerikanern oder Indern? Müssten die nicht von der britischen Regierung fordern, dass alle Straßennamen (wie bspw. die Queen Victoria Street), die in Verbindung mit britischen Königen stehen, die zur Zeit des britischen Kolonialreiches in Nordamerika bzw. Indien herrschten, ebenso umbenannt werden, da ein US-Amerikaner bzw. Inder sich jederzeit bei einem Besuch in Großbritannien davon diskriminiert fühlen könnte?

Weiter im Text:

„Bremen war am deutschen Kolonialismus intensiv beteiligt und profitierte von der Ausbeutung der Kolonie Deutsch-Südwestafrika. Der Bremer Kaufmann Alfred Lüderitz erwarb mit einem unlauteren Vertrag 1884 das heutige Namibia, auf dessen Gebiet der deutsche Generalleutnant Lothar von Trotha 1904 den Befehl zum Völkermord an, den Herero und Nama gab.“

Interessanterweise scheint sich der gesamte Antrag nur auf Namibia zu beziehen. Von anderen ehemaligen deutschen Kolonien wissen die Antragsteller entweder nichts, oder sie haben nichts gefunden, bei dem der linke Ariernachweis eine positive Antwort ergibt. Aber in einem hat die Linksfraktion Recht: In der Tat, die Weltgeschichte quillt über von solchen Brutalitäten, die unzählige Menschen in die Sklaverei geführt und gar das Leben gekostet hat. Die Briten haben ihre amerikanischen Kolonien ausgebeutet, die Römer halb Europa einschließlich Teilen Germaniens erobert, das Osmanische Reich hat sich an Osteuropa bis vor die Tore Wiens bereichert, und wer weiß schon heute noch genau, wen Inkas und Mayas so alles in Süd- und Mittelamerika versklavt, vernichtet und ausgerottet haben? Was haben Assyrer, Perser, Makedonier oder Ägypter nicht vor Jahrtausenden mit den umliegenden Völkern so alles gemacht? Und denken wir daran, wer sich in Osteuropa so alles „freiwillig“ von der Sowjetunion einverleiben ließ? Ganz zu schweigen vom Umgang der Sowjetunion mit ethnischen Minderheiten z.B. den Tungusen.

Wenn man dies weiterdenkt, wird einem die Eindimensionalität und Befangenheit dieses Antrags offenkundig: wenn man historisch kontaminierte Straßennamen bereinigen wollte, warum bei deutschen Kolonialverbrechern halt machen? Dann bleibt aber meine Frage: Bei welcher Zeitepoche bzw. welchen historischen Persönlichkeiten ziehen wir eine Grenze und warum? Sind die Taten der Kommunisten (Stalinistische Säuberungen, Kulturrevolution usw.) weniger schlimm, weil es die vermeintlich „Guten“ waren? Sind die Verbrechen der Römer zu lange her? Sind die Mayas und Inkas nicht die Vorfahren von später kolonialisierten Völkern und daher frei von jeder Schuld? [Das genau würden die LINKEN vermutlich behaupten.]

Und warum nur Straßennamen revidieren? Was ist mit Denkmälern und Gebäuden? Wussten Sie, dass auf dem Campus der Universität Bremen eine Statue von Simón Bolívar steht, den man je nach Lesart entweder als Befreier Lateinamerikas vom spanischen Kolonialjoch oder menschenschlächtenden Diktator sehen kann? Warum nicht auch diese Statue entfernen? Wäre es dann nicht auch konsequent, beispielsweise die Porta Nigra in Trier aufgrund der Kriege des römischen Reiches gegen germanische Stämme, Machu Picchu, das an die Verbrechen der Inka erinnert, oder die Moskauer Metro, Stalins Lieblingskind, abzureißen und durch neutrale Bauwerke zu ersetzen?

Wie gut ist es aber, dass sich Bremen seiner kolonialen Vergangenheit bewusst ist und die Bremische Bürgerschaft bereits 2016 gehandelt hat. Das scheint sogar die Linkspartei mitbekommen zu haben:

„Im Februar 2016 hat die Bremische Bürgerschaft den Antrag ‘Bremisches Erinnerungskonzept Kolonialismus‘ beschlossen und damit ein Signal gesendet, dass es sich seiner kolonialen Vergangenheit stellen möchte.“

Doch das ist der Linksfraktion noch nicht genug: sich auch weiterhin an Aspekte deutschen Kolonialismus zu erinnern, ist generell gefährlich. „White Supremacy“ muss schließlich überall bekämpft und ausradiert werden, selbst in der Vergangenheit. Da muss also das Wahrheitsministerium eingreifen, um aus einem Erinnerungskonzept ein Auslöschungskonzept zu machen: Deutscher Kolonialismus war grundsätzlich böse, und mehr gibt es dazu nicht zu sagen! So steht es auch weiter im Text:

„Eine konsequente und verantwortungsvolle Aufarbeitung der Kolonialgeschichte beinhaltet a u c h e i n e Entkolonialisierung des Bremer Stadtraums und der entsprechenden charakteristischen Straßennamen. Straßen, die Nachtigal, Lüderitz, Vogelsang oder HedwigHeyl ehren, sollten der Vergangenheit angehören.“

Erschreckenderweise ist die Linksfraktion nicht allein in ihrem Vorhaben Orwellscher Prägung, die Macht auf die Geschichte ausüben zu wollen. Unterstützung erfahren sie im kunterbunten Bremen von einer Vielzahl lokaler Organisationen wie „Decolonize Bremen“ oder dem Bremer Flüchtlingsrat:

„Dies fordern seit langem auch die vielen Initiativen und Organisationen, die sich in Bremen für eine Dekolonisierung und angemessene Erinnerungskultur einsetzen. Straßenumbenennungen können als ein Beitrag zur Aufarbeitung der Verbrechen des deutschen Kolonialismus verstanden werden.“

Das sind übrigens die gleichen Menschen, Organisationen und Parteien, die Wirtschaftsmigranten zu Flüchtlingen umtaufen, die die Überwachung von Grenzen als unmöglich und menschenverachtend deklarieren und die aus jedem Kritiker an dieser Politik ein rassistisches und sexistisches Nazi-Dreckschwein machen. Diese Menschen, die es mit Fakten und der Realität so genau nehmen wie das „Miniwahr“ nun darüber bestimmen zu lassen, wie man sich angemessen erinnert, ist auf der einen Seite bezeichnend für die Linkspartei, sollte uns aber andererseits Anlass zur Sorge geben.

Im Grunde, und da wird der Antrag dann endlich einmal ehrlich, geht es auch vordergründig gar nicht um die deutsche Kolonialgeschichte, darin involvierte Bremer Kaufleute und deutsche Generäle oder Verbrechen in Namibia, sondern um den Rassismus, der dem deutschen Volk inhärent zu sein scheint (von letzterem auszugehen, ist selbst Rassismus!):

„Außerdem können darüber Debatten über Kontinuitäten kolonialer und rassistischer Sichtweisen in der politischen und gesellschaftlichen Gegenwart angestoßen werden […] und hierbei [sind] insbesondere auch aktiv Selbstorganisationen afrikanischer und schwarzer Menschen mit einzubeziehen.“

D.S.W.Afrika
Eingeborene

Es geht der Linksfraktion also um biodeutschen Rassismus gegen afrikanische und schwarze Menschen im heutigen Deutschland! Wo genau ist da der Bezug zum Kolonialismus? Wie viele der heute in Deutschland lebenden Menschen mit einem afrikanischen Migrationshintergrund oder schwarzer Hautfarbe stammen selbst aus einer ehemaligen deutschen Kolonie bzw. hatte Vorfahren, die zur Zeit der Kolonialzeit ins Deutsche Kaiserreich migriert sind? Ist es nicht so, dass eine Vielzahl der Afrikaner erst in den letzten Jahrzehnten nach Deutschland gekommen ist und viele schwarze Deutsche Nachfahren ehemaliger US-Soldaten sind? Warum sollte man dann Organisationen, in denen sich Afrikaner zusammenschließen, die keinen Bezug zur deutschen Kolonialgeschichte haben, in die Debatte einschließen? Und überhaupt: ist es nicht rassistisch, einfach „die Afrikaner“ einzubeziehen? Es gibt doch die unterschiedlichsten Völker, Kulturen und Länder in Afrika, die keineswegs eine friedliche Koexistenz miteinander gepflegt haben. Namibia ist nur eines davon. Was haben Menschen aus Somalia zum Thema Kolonialismus in Namibia genau beizutragen? Und was haben Kinder und Enkelkinder USamerikanischer Soldaten mit der deutschen Kolonialgeschichte zu tun?

Wie wir sehen hat der ganze Antrag nichts mit einer Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte zu tun, die, und auch das scheint der Linkspartei gänzlich unbekannt zu sein, von Forschen an Universitäten (sogar Deutschen!) wissenschaftlich untersucht und analysiert wird. Wohl aber nicht so, wie es die Linkspartei gerne hätte. Es geht hier also wieder um das ewige Lied von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, einer Platte, die die Linkspartei bei jeder Gelegenheit und jedem Anlass auflegt, um ihre moralische Überlegenheit über das biodeutsche Pack zum Ausdruck zu bringen. Die Avantgarde des Proletariats schreitet voran und sie nutzt alle Mittel aus Orwells berühmtem Roman, um ihre Ziele zu erreichen.

Vielleicht handeln die Antragsteller auch nur gemäß ihren historischen kommunistischen Vorbildern. Erinnern wir uns: Nach der Oktoberrevolution 1917 und der revolutionären Umgestaltung des zaristischen Rußland zur Sowjetunion war die Auslöschung von Religion, hierbei insbesondere der Russisch-Orthodoxen-Kirchen, ihrer Lehren, Priester, Anhänger und Sakralbauten einer der elementaren Bestandteile der kommunistischen Ideologie (du darfst keinen Gott neben Marx haben!). Von der Zerstörung jahrhundertealter Klöster über die Vernichtung von Reliquien bis zur physischen Vernichtung von orthodoxen Christen und Priestern enthielt die Palette sowjetischer Geschichtsglättung alle Elemente, die auch Orwell im Sinn hatte.

Wer heute aus offensichtlich ideologischen Gründen, ohne Interesse an einer tatsächlichen wissenschaftlichen Aufarbeitung der historischen Hintergründe, nach der Umbenennung von Straßennamen ruft, fordert morgen den Abriss von Denkmälern, die Zerstörung historischer Bauten und schließlich das Verbrennen ihm nicht genehmer Bücher und Menschen. Und dies alles nur für das eine, fragwürdige Ziel: „Wer die Macht über die Geschichte hat, hat auch Macht über Gegenwart und Zukunft“.

Herzliche Grüße,
Dr. Dr. Marcus Ermler

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