„Antisemit“ für Amadeu Antonio Stiftung von Meinungsfreiheit gedeckt. Stasischlampe auch?

Plötzlich ist alles ganz anders.

Die Amadeu-Antonio-Stiftung, die sich, vermutlich aus den Mitteln der Steuerzahler, die der Stiftung üppig zufließen, einen Anwalt leistet, der für „eine Referentin“, der Stiftung, die partout Xavier Naidoo zum Antisemiten erklären will, tätig ist, findet, dass die Betitelung von Naidoo als Antisemit gerechtfertigt ist.

In einer Pressemitteilung, die die von Steuerzahlern ausgehaltene Stiftung veröffentlicht hat, nachdem sie oder ihre „Referentin“, so genau ist das nicht zu entscheiden, vor dem Landgericht Regensburg eine krachende Bruchlandung vollführt hat, schreibt die Stiftung:

„Die Entscheidung des Gerichts ist enttäuschend und greift in die Meinungsfreiheit ein. Das Urteil ist ein fatales Signal für die politische Bildung“, erklärte die beklagte Referentin. Sie plant gegen das Urteil Berufung einzulegen“.

Und weiter:

„Die Amadeu Antonio Stiftung hält es für unerlässlich, antisemitische Äußerungen und Verschwörungserzählungen auch als solche zu bezeichnen. Die Amadeu Antonio Stiftung hält auch die vom Landgericht Regensburg verbotene Äußerung für von der Meinungsfreiheit gedeckt.“

 

Normalerweise würde man sagen, jetzt reicht es. Nach der krachenden Bruchlandung in Regensburg ist es gut. Wie der Landrichter in Regensburg festgestellt hat, gibt es keinen Grund anzunehmen, die Lieder von Xavier Naidoo enthielten „antisemitische Codewörter“. Alles andere als ein solches Urteil wäre auch Aberwitz gewesen.

Warum?

Stellen Sie sich vor, Sie erzählen einem Kollegen etwas von 18 Personen, die sich am 20. April zu einem Besäufnis getroffen und dabei 88 Flaschen Bier getrunken haben.

Sie erzählen das Ganze so laut, dass ein Mitglied der post-Stasi-Sprachpolizei es mitbekommt und sie wegen Volksverhetzung anzeigt, denn 18 ist der Code für Adolf Hitler, der 20. April ist sein Geburtstag und 88 bedeutet bei denen, die es wissen „Heil Hitler“.

Wie lange will man zusehen, wie diejenigen, die die Grenze zur geistigen Demenz überschritten zu haben scheinen, sich in der Öffentlichkeit breit machen, Wahnsinnige, die in Zahlen heruminterpretieren und hinter jeden Baum einen Nazi sehen, den sie dann gegenüber dem Bundesministerium für FSFJ abrechnen und zu Geld, Steuergeld machen können?

Gut, dass ein Regensburger Landrichter hier einen Riegel vorgeschoben hat. Wir wollen ja keine DDR-Verhältnisse wieder herstellen, die Unsicherheit zur täglichen Lebensgrundlage gemacht haben, so dass man nicht weiß, ob man gerade mit dem Nachbarn oder mit dem Spitzel der Stasi spricht und nicht weiß, ob das, was man gerade über den Genossen Dachdecker sagt, morgen zur Verhaftung führt, denn die Stasi-Schlampen, diejenigen, die sich an die Stasi verkauft haben, sie waren in der DDR allgegenwärtig. Das soll sich nicht wiederholen – oder?

Dessen ungeachtet wollen sich die „Referentin“, die aus ihrer Anonymität heraus weiterhin, den namentlich bekannten Naidoo als Antisemiten beschimpfen will und ihr Arbeitgeber, die aus Geldern der Steuerzahler finanzierte Amadeu Antonio Stiftung (AAS-Stiftung), nicht mit dem Urteil abfinden und für das Recht, Naidoo als Antisemiten bezeichnen zu können, streiten.

Als normaler Mensch, der mit einem normalen Ausmaß an Empathie und Boshaftigkeit ausgestattet ist, fragt man sich, worum es hier eigentlich geht. Warum ist es so wichtig, Naidoo als „Antisemiten“ bezeichnen zu können? Haben die Mitarbeiter der AAS-Stiftung dann einen dieser seltenen Momente, in denen sie Befriedigung spüren? Wenn ja, was für arme Menschen sie doch sein müssen. Oder soll Naidoo zu einer Art Fetisch aufgebaut werden, eine Art Skalp, den man auf der weißen Weste tragen könnte, wenn man denn eine hätte oder ein Schrein, den man anbeten kann?

Wie auch immer, normal ist dieser, ja man muss schon sagen: Hass, mit dem die AAS-Stiftung und ihre „Referentin“ Naidoo verfolgen, nicht. Und das ist eine Meinungsäußerung, deren Richtigkeit– so unsere Hypothese – ein beliebiger Psychiater belegen könnte.

Das Urteil aus Regensburg steht, und bei der AAS-Stiftung scheint man zu schäumen.

Die – man hätte es getippt: AnwältIN der AAS-Stiftung, eine „Anwältin Oster“, sagt: „Ich würde sagen, dass eine Person generell mit seinen Äußerungen verbunden ist“.

Wenn dem so ist, dann ist Oster GENERELL nicht des Deutschen mächtig, denn eine Person kann nicht generell mit seinen, sondern nur mit IHREN Äußerungen verbunden sein.

Zum Glück, für „AnwältIN Oster“ ist dies aber nicht so, denn schon seit der Antike und vermutlich schon lange zuvor, wurde der Schluss von dem, was eine Person gesagt hat, auf das, was die Person ist, als genetischer Fehlschluss oder Fehlschluss der Bejahung des Konsequens bezeichnet; zum Glück für AnwältIN Oster, die vor Gericht mit hoher Wahrscheinlichkeit Äußerungen für ihre Mandanten macht. Wenn man AnwältIN Oster immer zurechnen wollte, was sie sagt, dann wäre sie eine Hetzerin für den Fall, dass sie Beleidigungen wie „Antisemit“ wiederholt und behauptet, derartige Äußerungen seien durch die Meinungsfreiheit gedeckt, ohne dass der oder die Richter dieser Ansicht folgen. Und man stelle sich vor, AnwältIN Oster sei im Strafrecht tätig. Was sie wohl in Strafverhandlungen alles an Äußerungen von sich gibt. Würde man ihr das alles zurechnen … Man müsste sie wohl sofort inhaftieren.

Gut, dass der rationale Teil der Bevölkerung auf die oben genannten Fehlschlüsse verzichtet.

Gut auch, dass der rationale Teil der Bevölkerung sich nicht die Logik der AAS-Stiftung zu eigen macht. Es sei unerlässlich, so die Stiftung in allem Hochmut, „antisemitische Äußerungen und Verschwörungserzählungen auch als solche zu bezeichnen“, also Naidoo als Antisemit zu bezeichnen. Und wer entscheidet, was eine antisemitische Äußerung und eine Verschwörungserzählung ist? Na, die AAS-Stiftung.

Nun ist der Regensburger Landrichter der AAS-Stiftung nicht gefolgt und hat festgestellt, dass die „Referentin der AAS-Stiftung nicht nachgewiesen habe, dass Naidoo ein Antisemit sei. Entsprechend könne auch nicht behauptet werden, dass er ein Antisemit sei. Das könne nicht einmal behauptet werden, wenn er antisemitische Liedtexte singen würde.

Im Gegensatz dazu ist bekannt, dass Mitarbeiter der AAS-Stiftung in der Vergangenheit enge Beziehungen zur Stasi unterhalten haben, ja für die Stasi gespitzelt haben. Was heißt das nun für freie Meinungsäußerungen, die die Bezeichnung „Stasi-Schlampe“ beinhalten, also eine Bezeichnung dafür, dass sich jemand an die Stasi verkauft hat?

Wir haben dieses Urteil übrigens vorhergesagt!

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Denunziation ist Tagesschau wichtiger als das Leben ihrer Leser

Ein Asylbewerber, der nach Afghanistan abgeschoben wurde, nimmt sich das Leben.
All Gutmenschen-Hell Breaks loose:

Die Seele der Berufserregten kocht über, denn Sie wissen natürlich, dass sich der Afghane deshalb umgebracht hat, WEIL er abgeschoben wurde. Welchen sonstigen Grund kann ein Mensch haben, sich umzubringen?
Und weil dieses eine Menschenleben, auf das man gepfiffen hätte, wenn es ein deutscher Obdachloser in Chemnitz gewesen wäre, der Selbstmord begangen hat, so wie dies allein im Jahr 2015 7.397 Männer in Deutschland getan haben, sich politisch so perfekt ausschlachten lässt, deshalb kommen die Ratten aus ihren Löchern und machen Seehofer für den Selbstmord des Afghanen verantwortlich.
Widerlich ist noch das verträglichste Wort, das uns dazu einfällt.
Denn:

Niemand weiß, ob sich der Afghane nicht auch in Deutschland umgebracht hätte.

Niemand weiß, warum sich der Afghane umgebracht hat.

Ein Selbstmord ist eine Entscheidung, die ein Individuum trifft. Es übernimmt mit dieser Entscheidung die volle Verantwortung, für die damit verbundene Beendigung seines Lebens. Niemand zwingt es zum Selbstmord. Niemand führt seine Hand oder zieht am Seil oder was auch immer. Selbstmord ist der einzige Mord, bei dem man Fremdeinwirkung in jeder Weise per definitionem ausschließen kann.

Was die selbstgerechten Heuchler, die man nun allenthalben aufpoppen sieht, nicht daran hindert, genau das zu tun.

Am ekelhaftesten sind aber nicht diejenigen, denen Selbstmorde in Deutschland vollkommen egal sind, weil sie keinen politischen Nutzen bringen, und die einen Selbstmord nur dann zur Kenntnis nehmen, wenn er ihnen politisch in den Kram passt, wenn sie ihn ausweiden können, sondern diejenigen, die angeblich darüber berichten und dies in einer Weise tun, für die wir keine Worte haben.

So macht die Tagesschau extra eine Ausnahme aus dem Embargo, das sie sich im Hinblick auf die Berichterstattung über Selbstmorde auferlegt hat, wegen der aberwitzigen Vermutung, wenn die Tagesschau darüber berichtet, dass Werner X seinem Leben ein Ende gesetzt hat, könne es Nachahmer geben, eine Annahme, die so abwegig ist, dass wir kein Reaktionsmuster dafür haben. In einem Bericht, der offenkundig nur deshalb geschrieben wurde, um Horst Seehofer einmal mehr öffentlich zu demütigen, fehlt nicht nur jegliche journalistische Redlichkeit, die z.B. darin bestanden hätte, nicht nur zu prüfen, was man berichtet, sondern auch die GEGENSEITE ZU WORT KOMMEN ZU LASSEN:

Statt dessen gefällt sich die Tagesschau-Redaktion darin, SPD und Grüne zu hofieren und ihre Leser mit dem folgenden Hinweis zu verärgern:

Mit anderen Worten: Wir haben nicht über einen einzigen der 7.397 Selbstmorde von Männern im Jahr 2015 berichtet, weil es der Pressekodex gebietet und wir der irrsinnigen Ansicht sind, dass sich unsere Leser selbst umbringen, wenn wir über Selbstmord berichten. Dieses Mal machen wir aber eine Ausnahme, weil wir Horst Seehofer gerne in die Pfanne hauen wollen und es uns egal ist, ob Sie sich umbringen oder nicht. Die Denunziation von Seehofer ist uns wichtiger als Ihr Leben.

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„Menschen nicht-akademischer Herkunft“: An der Uni Marburg sind kognitiv Gehandicapte los

Ein für alle Mal, wir Kinder aus Arbeiterfamilien wollen und benötigen keinerlei Patronage von gelangweilten Kindern aus Familien der unteren Mittelschicht, die kognitiv so deklassiert sind, dass sie meinen, es gäbe jemanden, dem ausgerechnet sie unter die Arme greifen könnten. Als wären sie dazu fähig.

Als Kind aus einer Familie der unteren Mittelschicht, das sehen wir ein, hat man es heutzutage schwer. Es an eine Hochschule zu schaffen ist nicht mehr die große Leistung. Fast jeder schafft es an eine Hochschule. Gender Studies, Queer Studies, Theaterwissenschaften oder sonstigen Unfug zu studieren, ist auch nicht mehr das, was bei anderen Status anzeigt, eher das, was bei anderen, die nicht studieren, Kopfschütteln ob der damit verbundenen Sinnlosigkeit hervorruft.

Wir verstehen, dass Kinder aus Familien der unteren Mittelschicht panisch auf der Suche nach einer Gruppe in der Bevölkerung sind, die sie paternalisieren, auf die sie heruntersehen können. Wir sehen auch, dass die Gruppen, die man paternalisieren kann, immer seltener werden: Frauen, Homosexuelle, Schwarze, Asiaten, Menschen mit Migrationshintergrund, Behinderte, sie alle sind schon besetzt von anderen Kindern aus der unteren Mittelschicht und deren Eltern, die ihren sozialen Status darauf gründen wollen, dass sie einer Bevölkerungsgruppe helfen, von der sie behaupten, dass sie ohne ihre Hilfe nicht vorankäme und auf die sie natürlich herunterschauen. Das ist der ganze Sinn, dieses Paternalismus. Die untere Mittelschicht lebt zunehmend in prekären Verhältnissen und benötigt eine Bevölkerungsgruppe, die sie noch unterhalb von sich selbst ansiedeln können, um den eigenen sozialen Status darüber einklagen zu können. Abstiegsängste hat Paul Nolte dies einmal im Hinblick auf das Unterschichtenfernsehen genannt.

Aber was genug ist, ist genug.

Wenn nun Studenten, die so deklassiert sind, dass sie aus sich heraus keinen sozialen Status reklamieren können, auf die Idee kommen, sich zum Anwalt von „Studierenden aus der Arbeiter*innenklasse“ machen zu wollen, dann ist Schluss mit lustig. Sucht Euch ein anderes Objekt, an dem ihr Euren „Klassismuswahn“ abfeiern könnt.

Klassismus, das ist die Variante von Diskriminierung, die die Marburger Studenten, die Anlass für diesen Post sind, entdeckt haben. Nun ist Klassismus nicht neu. Vielmehr ist Klassismus ein Ladenhüter, den sich z.B. Andreas Kemper schon seit Jahrzehnten an den Mann zu bringen abmüht. Ohne Erfolg. Vielleicht müsste man den Re-Launch dieses Ladenhüters an der Universität Marburg vor diesem Hintergrund sehen und milde belächeln, aber das können wir nicht, denn wenn wir, Arbeiterkinder, die wir nun einmal alle sind, die den Kern der ScienceFiles-Redaktion bilden, haben wir eine heilige Wut auf all die „condescending assh….“, die tatsächlich denken, ausgerechnet sie könnten den von ihnen auserwählten armen „Kindern aus der Arbeiter*innenschicht“ helfen. Angesichts der vielen Fehler und Irrtümer, denen die Marbugrer Gutstudenten aufsitzen, ist es eher so, dass sie der Hilfe der Arbeiterkinder von ScienceFiles bedürfen.

Nehmen wir die Definition der Marburger, was Klassismus für sie sein soll:

„Klassismus ist die Diskriminierung aufgrund der sozialen Herkunft. Menschen sind von Klassismus betroffen, wenn sie bspw. aufgrund ihres Berufs, ihres Gehalts, ihres Stils, ihrer Hobbies oder etwa ihres Dialektes wegen benachteiligt werden. Diese Benachteiligung findet auf individueller, gesellschaftlicher und institutioneller Ebene statt. Hier von ist strukturell die Arbeiter*innenklasse (Menschen einer Nicht-Akademischen Herkunft) betroffen. […] In diesem Bildungskontext wirkt auch die Hochschule Marburg klassistisch.”

Offensichtlich haben die Studenten, die so gerne paternalisieren wollen, keinerlei Ahnung von der wissenschaftlichen Welt, die sie umgibt.
In dieser Welt gibt es seit rund 100 Jahren Forschung zum Thema „soziale Ungleichheit“. Das umfasst Unterschiede in Zugang zu Schulbildung, Berufskarrieren u.v.m. Und diese Forschung erbringt für Deutschland seit 1960 in schöner Regelmäßigkeit, dass Kinder aus der Arbeiterschicht im deutschen Bildungssystem Nachteile haben. Das Bildungssystem segregiert nach sozialen Kriterien. Das wissen wir bereits. Dazu brauchen wir keine Neunmalklugen, die einen absurden Begriff wie „Klassismus“ nutzen wollen, um sich zum Anwalt der armen Menschen aus der Arbeiterklasse zu machen. Diejenigen, die es aus der Arbeiterklasse an die Universität Marburg geschafft haben, stecken Euch dreimal in Tasche, falten Euch durch und ziehen Euch wieder heraus.

Schon weil die wenigsten von ihnen einen genetischen Fehlschluss begehen werden, wie er nur halbgebildeten der unteren Mittelschicht unterlaufen kann: „nicht-akademischer Herkunft“! Akademiker ja oder nein ist also bereits ein Geburtsmerkmal, das sich in die Persönlichkeit des Geborenen überträgt, dort einen genetischen Niederschlag findet und dazu führt, dass der Träger des akademischen Gens andere Hobbies hat, einen anderen Stil pflegt und eine andere Sprache spricht, als diejenigen, die nicht-akademischen Geblüts sind.

Man weiß gar nicht ob man lachen oder weinen soll, wenn man derartigen Unsinn zu lesen bekommt, wie ihn angebliche Studenten von der Universität Marburg absondern.

Aber was soll man erwarten, von Studenten die Sternchen in harmlose Worte streuen und „Innen“ anhängen, was, außer einem kognitiven Handicap, das sie einerseits dazu bringt, ihr Anliegen unter sozialistischer Symbolik zu verfolgen (siehe Abbildung), andererseits dazu führen muss, dass sich in Marburg eine AK-sozial Deklassierte bildet, die diesen traurigen Gestalten von der Klassismus-Front dabei hilft, die Behinderungen, die sie mit sich herumtragen, in Psyche und Geist zu überwinden, einmal durch regelmäßige Sitzungen beim Psychiater, einmal durch Nachhilfe.

Wir bedanken uns bei unserem Mann in Marburg für den Hinweis und hoffen, seine Uni-Mailbox wird in Zukunft weniger mit derartigem Unsinn zugemüllt.

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Gesinnungsterrorismus: Die Ideologisierung des Privaten

Dieser Post hat zwei Anfänge (weil wir uns manchmal nicht entscheiden können):

Anfang 1
Gesellschaften basieren auf Kooperation. Kooperation setzt `Vertrauen voraus. Vertrauen kann man als guten Willen vorstrecken oder auf gute Erfahrung gründen. In der deutschen Gesellschaft haben Sozialisten aller Stadien geistiger Demenz dafür gesorgt, dass gute Erfahrungen als Handlungsgrundlage beseitigt wurden, und sie haben es nachhaltig geschafft, den guten Willen aus der menschlichen Interaktion zu entfernen. Wer früher noch so gutmütig war, sich anzuhören, was Genderisten meinen zu sagen zu haben, der hat diesen guten Willen schnell aufgegeben als er gemerkt hat, dass ein Entgegenkommen nicht goutiert, sondern ausgenutzt wird.

Anfang 2
Erinnern Sie sich?
Einst in den 1970er und 80er Jahren:

  • Iron Maiden wird wegen Kulturapprobation kritisiert, Anlass ist das Lied „Run to the Hills“, in dem Indianer aufgefordert werden, wegzulaufen.
  • Roy Black wird als Rassist nicht mehr von deutschen Radiosendern gespielt. Anlass ist sein Lied „Ganz in weiß“, in dem er die Überlegenheit der Farbe „weiß“ besingt.
  • Konzerte der Pet Shop Boys werden boykottiert, weil die beiden Sänger schwul sind.
  • Marvin Gay wird auf Druck der Ärzteschaft nicht mehr nach Deutschland eingeladen, weil er eine neue Form der Quacksalberei mit seinem Titel „Sexual Healing“ vertreibt.
  • Modern Talking Konzerte werden von schreienden Gender-Groupies gestört, die Anstoß am nicht zeitgemäßen Frauenbild von Dieter Bohlen und Thomas Anders nehmen.

Platz eins der deutschen Single-Hitparade Weihnachten 1970: Black Sabbath: “Paranoid”

Nun, erinnern Sie sich?
Nein.
Kein Wunder, dass sie sich nicht erinneren.
Das gab es alles nicht.

Das, was man heutzutage für normal hält, hätte in den 1970er und 1980er Jahren erheblichen Widerstand erfahren, denn damals ist es denen, die immer genau wissen, was für andere das richtige Verhalten ist, den politischen Verhaltenskommissaren, die es sicher auch damals schon gab, nicht gelungen, sich noch in den letzten Winkel menschlichen Lebens hineinzuzwängen.

Dass die Pet Shop Boys schwul waren, das hat niemanden interessiert. Sie haben gute Musik gemacht. Die Texte von Liedern waren Texte von Liedern, ob darin eine politische Nachricht oder keine politische Nachricht zum Ausdruck kam, ob man eine politische Nachricht hineingeheimnissen konnte, ob man gar aus den Texten schließen konnte, dass der oder die Sänger nicht die eigene Weltanschauung teilen, das war damals weitgehend egal. Fast jeder hatte genug Abstand zu sich, um auch abweichende Meinungen zu akzeptieren, und fast jeder war in seiner Persönlichkeit so gefestigt, dass er auch abweichende Meinungen tolerieren konnte. Wie oft konnte man hören: Schei .. Text, aber die Musik und das Arrangement sind gut?

Heute ist das anders.

Heute haben es Gesinnungsterroristen geschafft, bis in den letzten Winkel des menschlichen Daseins mit ihrer Vorstellung vom Richtigen und Guten einzudringen und ohne Gewalt wird man sie von dort vermutlich nicht mehr entfernen können. Als Konsequenz ist die Privatheit durchideologisiert. Während in den 1980er Jahren niemand auf die Idee gekommen wäre, eine Verbindung zwischen Liedern der Pet Shop Boys und deren Homosexualität und nicht etwa ihrer sozialen Herkunft herzustellen, wenn die Sänger ihn nicht selbst hergestellt haben, muss heutzutage jeder Sänger durch die politisch korrekte Zensur.

Xavier Naidoo kann ein Lied davon singen.

Zwei aktuelle Beispiele zeigen, wie der genetische Fehlschluss, der im Dritten Reich geblüht hat, heute von politischen Aktivisten zur Maxime erhoben und zum Anlass genommen wird, um Gesinnungsterrorismus zu betreiben.

Der britische Sänger Morrissey hat Konzerte abgesagt. Offiziell, weil es logistische Probleme gegeben habe. Eine ziemlich lahme Erklärung und wohl nicht die Wahrheit, denn anscheinend wird Morrissey von Linksextremen bedroht:

„Morrissey hatte zuvor in einem Interview mit der islamkritischen Politikerin Anne Marie Waters und ihrer Partei For Britain sympathisiert und die Verhaftung von Tommy Robinson heftig kritisiert.“

Das jemand eine Meinung äußert, die Absolutisten, die der Ansicht sind, sie hätten die allein richtige Meinung, nicht in den Kram passt, reicht heute, um bekämpft zu werden. Wo Menschen früher wussten, dass Bier, Bier und Schnaps, Schnaps ist, dass die politische Einstellung eines Menschen das eine ist, sein Beruf oder seine Musik das andere und dass, wenn dies nicht der Fall ist und man den entsprechenden Musiker überhaupt nicht verknusen kann, man schlicht seine Lieder nicht anhören muss und ansonsten die Strategie des Leben-und-Lebenlassens zur Anwendung bringt, ist heute ideologischer Krieg.
Menschen, deren Gehirn so begrenzt zu sein scheint, dass selbst der homo floresiensis Probleme hätte, seines darin unterzubringen, können es nicht ertragen, dass andere einer anderen Meinung sind.

Nächstes Beispiel:

Young Fathers – Rapper aus Schottland, die den Fehler gemacht haben, öffentlich für BDS, Boycott, Divestment and Sanctions einzutreten, also für die Bewegung, die für einen Boykott israelischer Waren wirbt, um gegen die Behandlung der Palästinenser zu protestieren.

Die Young Fathers wurden zunächst zur Ruhr Trienale eingeladen, dann wieder ausgeladen, dann, weil andere Künstler den Veranstaltern der Trienale mitteilen ließen, dass sie wegen der Art und Weise, wie in Deutschland die Meinungsfreiheit mit Füßen getreten wird, nicht auftreten werden und als sich vor allem Top-Acts mit einer entsprechenden Drohung an die Veranstalter gewandt haben, wurden die Young Fathers wieder eingeladen, haben der Posse aber durch ihre Absage ein Ende gesetzt.

Die New York Times berichtet genüsslich über diese Form der öffentlich-finanzierten deutschen Idiotie, deren Ursache in der Finanzierung der Ruhr-Trienale durch das Land Nordrhein-Westfalen gesucht und die generös mit einem althergebrachten Schuldkomplex erklärt wird, ansonsten aber darauf zurückgeführt wird, dass man in Deutschland nicht mehr zwischen dem unterscheiden könne, was noch in den 1980er Jahren kein Problem war: Dem Menschen auf der einen Seite und seiner Meinung auf der anderen.

Im angeblich aufgeklärten Deutschland werden Menschen nur noch akzeptiert und toleriert, wenn sie die Meinung vertreten, die durch die Gesinnungsterroristen zur richtigen erklärt wurde. Das gab es schon einmal und dass der heutige Gesinnungsterrorismus damit begründet wird, dass man den 1000jährigen Gesinnungsterrorismus nicht wieder haben wolle, das muss man dann als Ironie der Geschichte oder Ausbund von Dummheit bezeichnen.

Dessen ungeachtet sind die Gedanken in Deutschland nur noch frei, wenn sie nicht geäußert werden. Werden sie geäußert und entsprechen sie nicht der vorgegebenen Norm, dann wird dies zum Anlass genommen, um die Meinung auf den Menschen zu übertragen und den Falschmeiner zum Unmenschen zu erklären, den man in Deutschland nicht toleriere und akzeptiere.

Dass die deutsche Gesellschaft eher der Parzellierung in einer Kolonie der Schrebergärtner entspricht als einer Gesellschaft, deren Mitglieder auch über die Grenzen ihres Bewusstseins hinaus mit anderen kooperieren, dass es in Deutschland keinen guten Willen mehr gibt, mit dem man anderen gegenüber tritt selbst dann, wenn man diese anderen nicht kennt oder noch schlimmer, wenn man weiß, die anderen sind nicht nur anders, sie haben auch eine andere Meinung, ist nicht verwunderlich. Jahre der sozialistischen Indoktrination, die mit einer Invasion des Privaten, einer Entrechtung des Individuums und dessen Kollektivierung in ideologischen Internierungslagern einher gingen, bleiben nicht spurlos. Sozialismus und friedliches Zusammenleben schließen sich aus. So wie sich wirtschaftliche Prosperität und Sozialismus gegenseitig ausschließen. Deutschland ist wieder einmal dabei, diesen Zusammenhang, der nun schon seit einem Jahrhundert geprüft und bestätigt wird, einmal mehr zu bestätigen.

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Fußball-Weltmeisterschaft als Gutmenschen-Non-Event [Amadeu-Antonio-Stiftungsanhängsel]

Sechs Tage hat es gedauert (kurze Rückfrage in der Redaktion: Ist heute der sechste Spieltag? … Gähnen, … Achselzucken, Nicken (Einwurf: „England hat gewonnen!“…), okay, also: Sechs Spieltage hat es gedauert, bis wir auf die Fußball-Weltmeisterschaft zu sprechen kommen. In Russland. Im Reich Putins.

Fußball-Weltmeisterschaft.

Es gibt unterschiedliche Arten damit umzugehen.
Man kann sie weitgehend ignorieren, wie wir das als eingefleischte Rugby-Fans tun, einem Spiel, bei dem noch Körpereinsatz, Schnelligkeit und Geschick eine Rolle spielen, das nur selten von Schiedsrichtern entschieden wird und in dem nicht ein Windhauch reicht, um einen Spieler nahe ans Verenden zu bringen…

Man kann die Fußballweltmeisterschaft zum Anlass nehmen, um Urlaub in Russland zu machen, sofern es das Wetter zulässt. Aber das ist ein Stereotyp unsererseits …

Man kann die Fußballweltmeisterschaft auch zelebrieren, jedes Spiel betrachten und sich am Fußball erfreuen (Es soll diejenigen geben, die das nach wie vor können).

Und man kann die Fußballweltmeisterschaft benutzen, um seinen ideologischen Spleen und seinen Hass auf alle, die Freude am Fußball finden, kund zu tun. So wie das manche tun, die dazu aufrufen, Deutschland-Fähnchen abzubrechen (Sachbeschädigung und nach wie vor strafbar).

Und dann gibt es da noch die … [freie Wahl der Anrede] von Belltower-News, dem Anhängsel der Amadeu-Antonio-Stiftung, das Steuerzahler finanzieren müssen, ohne dass sie je gefragt worden wären, ob sie etwas derartig Skurriles, besser. Bizarres finanzieren wollen.

Belltower-News, die Glockenturm-Insassen, spielen in einer eigenen Liga.

Einer Queeren Liga.

Einer, in der man hörgestört ist und die Tatsache, dass sich im Internet Leute darüber beschweren, dass man einer Claudia Neumann, die wohl versucht, Fußballspiele zu kommentieren, nicht zuhören könne, wegen ihrer „nervigen Stimme“, ihrem „leierartigen Gelaber“, weil sie einem auf „den Senkel geht“, zum Sexismus erklären zu müssen glaubt. Wir nehmen dies zum Anlass um darauf hinzuweisen, dass Fernsehen auch vom Ton lebt und dass nicht jeder Mensch mit einer angenehmen Stimme wie Elmar Gunsch gesegnet ist. Manche haben eine piepsige, eine schrille Stimme und sind in keiner Weise ein Hörgenuss, was kein Problem ist, sofern sie nicht denken, sie müssten sich anderen akustisch zumuten. Das hat mit Sexismus nichts zu tun, denn Zuschauer von Fernsehsendern haben nicht die Pflicht, über unzumutbare, schrille Laute, die manche für Stimmen halten, hinwegzuhören und sich darüber zu freuen, dass sie mit „leierartigem Gelaber“ von „nerviger Stimme“ beschallt werden. Dass die Glockenturm-Insassen darin Sexismus erkennen, kann man nur als Ausdruck von Faschismus werten, jenes Faschismus, der Akzeptanz für alles fordert, was vorgesetzt wird, ohne Rücksicht auf individuelle Empfindungen und Präferenzen.

Diego Maradonna, so berichten die Glockenturm-Insassen weiter, sei ein großer Held bei den südkoreanischen Fans. Nun hat Maradonna das getan, was die Glockenturm-Insassen nie tun würden, er hat sich die Augen lang gezogen, Schlitzaugen markiert, als Tribut an seine südkoreanischen Fans, wie er sagt. Wie die es aufgenommen haben, das wissen wir nicht. Das berichten die Glockenturm-Insassen nicht. Ihre Spezialität ist die Empörung, nicht die Information.

Die Welt hat getitelt, „Sorry Mexiko. Heute bauen WIR die Mauer!
So kann man sich irren. Aber nicht der Irrtum erregt die Glockenturm-Insassen, sondern, die Mauer. Das verstehen Sie nicht? Ist doch einfach, wenn man die geistigen Kurzschlüsse der Glockenturm-Insassen kennt. Mauer, Mexiko… Macht es klick? Donald Trump will doch eine Mauer bauen, um manche Mexikaner aus den USA fernzuhalten. Und Donald Trump ist böse. Für Vorurteilsbehaftete wie die Glockenturm-Insassen, die nur in gut und böse denken können, deren Welt in zwei Teile zerfällt, den guten, den sie bewohnen, und den bösen, den sie gerne vernichten würden, reicht das. Trump, böse, Mauer, auch böse, Mauer zu Mexiko, vor allem böse, Mauer und Mexiko und Welt und Fußball, ganz böse.

Außerdem wurde Peter Tatchell festgenommen. Von den Russen. Ja, der Russe, der nimmt fest. Peter Tatchell, den hat er festgenommen. Sehr zum Ärger der Glockenturm-Insassen. Sie kennen Peter Tatchell nicht. Wir auch nicht. Weiter zum nächsten Thema:

Puto haben die mexikanischen Fans gerufen. Vermutlich in Richtung Manuel Neuer. Vielleicht auch in Richtung anderer Spieler. Puto, das rufen Mexikaner des Öfteren und nicht nur sie und nicht nur in Rußland. Aber in Russland, da haben es Glockenturm-Insassen ganz genau gehört. Naja, fast genau. In der 43. Minute, da seien die Rufe zu erahnen gewesen, so schreiben sie. Die New York Times habe „einen weiteren Ruf in der 25. Minute erwähnt“. Man muss, wenn man dem Bösen berufsmäßig auf der Schliche sein will, schon genau hinhören und sehr kundig sein. Schimpfworte in mehreren Sprachen muss man beherrschen, Worte wie Puto, das übrigens Stricher oder Schwuchtel bedeuten soll.

Ja, man kann die Fußball-Weltmeisterschaft zu vielem BEnutzen. Zehntausende kann man zu Statisten erklären und eine Handvoll Schreihälse zum Anlass nehmen, um den Rassismus, Sexismus, die Homophobie oder den Sonstismus hochzujubeln.

Vermutlich ist es eine Frage der Veranlagung, die manche auf Negatives fixiert sein lässt, so sehr Honig aus Schlechtem ziehen lässt, dass sie es überall gegenwärtig und am Werk sehen, so dass sie selbst dann unfähig sind, Positives und Schönes zu erkennen, wenn man es ihnen vor die Nase hält.

Wir bedauern die armen Glockenturm-Insassen.

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