Freiheit ist das Gegenteil des Sozialen

Sozialistische Architektur: Gleichgroße Wohnzellen in gleichen Wohnblöcken entlang gleichgestalteter Straßen, im Quadrat angeordnet, mit einem gemeinsamen Spielplatz in der Mitte, in kaum unterscheidbaren Stadtteilen mit zentralem Zugang zu öffentlichen Verkehrsmitteln und der Meldung: Ihr seid nichts Besonderes, kein Individuum, einer unter vielen, austauschbar, nicht individuell, Massenware, eingepasst in das Wohnmodell des Planers.

Einige Tage in Snowdonia und man sieht die Welt mit anderen Augen, die Welt der Städte und Wohnanlagen, der Menschentiere, die in Herden leben, die oft zur gleichen Zeit zum gleichen Ort streben, um, nachdem sie dort ihre Zeit abgesessen haben, den Rückweg in der gleichen Herde anzutreten.

Sachzwänge, man muss arbeiten, um zu leben oder zumindest ab und zu zum Sozialamt gehen, um seine Transferexistenz nicht zu gefährden, scheinen das menschliche Leben zu steuern, es zu determinieren. Fast, dass man mit Arthur Holly Compton die Freiheit von Menschen in Frage gestellt sehen könnte:

„Wenn … die Atome in unserem Körper so unveränderlichen physikalischen Gesetzen folgen wie die Bewegungen der Planeten, warum sollte man sich dann anstrengen? Welchen Unterschied kann unser Bemühen machen, wenn unsere Handlungen schon durch mechanische Gesetze vorbestimmt sind …?“

Oft genug hat man den Eindruck, dass es mit der menschlichen Freiheit nicht allzu weit her sein kann, dass das menschliche Leben von Sachzwängen beherrscht wird, denen sich Menschen schlicht fügen. Schon Hobbes hat diese Sachzwänge als Ursache dafür angesehen, dass Menschen ihre Freiheit nicht ausüben:

„Unter Freiheit versteht man nach der eigentlichen Bedeutung des Wortes die Abwesenheit äußerer Hindernisse. Diese Hindernisse können einem Menschen oftmals einen Teil seiner Macht wegnehmen, das zu tun, was er möchte, aber sie können ihn nicht daran hindern, die im verbliebene Macht so anzuwenden, wie es ihm sein Urteil und seine Vernunft gebietet“.

Die Freiheitshemmnisse, die Hobbes im Sinne hat, sind solche, die mit dem natürlichen Recht aller Menschen, die eigene „Macht nach seinem Willen zur Erhaltung … seines eigenen Lebens“ einzusetzen, beschränken. Freiheit endet für Hobbes also da, wo ihre Wahrnehmung das eigene Leben beendet. Für ihn ist somit Vernunft die Grenze von Freiheit. Es macht keinen Sinn, seine Freiheit, von einem Berg zu springen, einzusetzen, nur um der Freiheit willen, wenn man anschließend tot ist und die Früchte der Freiheitshandlung nicht mehr einfahren kann.

Preisgabe von Freiheit ist entsprechend ein Akt der Vernunft für Hobbes, ein Tausch, bei dem Freiheit z.B. gegen Sicherheit vor Übergriffen auf das eigene Leben oder Sicherheit des Eigentums getauscht wird.

Moderne Menschen, die ihre Freiheit nicht nutzen bzw. ihre Freiheit gegen nicht erkennbare Nutzen getauscht haben, könnte Hobbes nicht verstehen.

Hume könnte sie verstehen, denn Freiheit ist für ihn „eine Macht zu handeln oder nicht zu handeln, je nach den Entschließungen des Willens“. Die Humesche Formel lässt sich in das Paradox überführen: Jeder hat die Freiheit, auf seine Freiheit zu verzichten. Das Paradox scheint die Handlungsmaxime moderner Menschen zu sein, deren Freiheit sich z.B. auf die Wahl aus unterschiedlichen Sortimenten in Supermärkten und bei Reiseveranstalter reduziert. Freiheit im Konsum hat die Freiheit im Handeln abgelöst, Panem et circenses: Brot und Spiele. Der moderne Mensch ist zufrieden, wenn er auf dem Smartphone tippt, vorgestaltete Programme ansieht, sich verpartnert und fortpflanzt und die Suche nach dem Sinn des Lebens, wie Generationen vor ihm, als Aufgabe an die nächste Generation weitergibt.

Von Freiheit als Willensfreiheit als Möglichkeit, so zu handeln, wie man will, ist wenig geblieben. Der Alptraum Poppers, der physikalische Determinismus, den Compton oben beschrieben hat, er ist zum sozialen, zum sozialplanerischen Alptraum geworden:

„Wenn … die menschlichen Handlungen durch soziale Normen und Determinanten des täglichen Lebens gesteuert sind, warum sollte man sich dann anstrengen? Welchen Unterschied kann unser Bemühen machen, wenn unsere Handlungen schon durch soziale Gesetze vorbestimmt sind …?“

Im Unterschied zum physikalischen Determinismus ist der soziale Determinismus ein menschengemachter, einer, der von Mitmenschen, Sozialtechnologen und Planern, von denen, die immer genau wissen, was richtig und gut ist (für andere) geschaffen wird, in Gesetzen, Regelungen, in Normen (Du sollst nicht rechts sein), in Werten (Meinungen sind frei, aber nicht so frei, dass man falsche Einstellungen zur Meinung machen darf) und – besonders hinterlistig: in Rechten. Die Vergabe von Rechten ist zum wichtigsten Mittel der Beschneidung von Freiheit geworden. Rechte werden nur an bestimmte soziale Gruppen vergeben, was diese Gruppe zu einer Gruppe der Bedürftigen und Minderwertigen macht, die ohne das Zugeständnis von z.B. Frauenrechten, hilflos und schutzlos wären, eben bedürftig und minderwertig, weil nicht in der Lage, dem eigenen Willen zu folgen. Rechte sind der Vorwand, um die Freiheit derer, die die Rechte nicht innehaben, weiter einzuschränken: Jugendschutz und Kinderrechte dienen der Zensur und der Gleichschaltung von Eltern. Mit jedem Recht geht ein weiteres Stück Freiheit verloren und die Erinnerung an das, was Freiheit ausmacht, sie verblasst. Der individuelle Mensch wird zur kollektiven Massenware.

Zeit, sich zu erinnern und Hayek zu zitieren:

„We are concerned in this book, with that condition of men in which coercion of some by others is reduced as much as possible in society. This state we shall describe throughout as a state of liberty and freedom. […]

The state in which a man is not subject to coercion by the arbitrary will of another or others is often also distinguished as ‘individual’ or ‘personal’ freedom … […]

Even our tentative indication of what we shall mean by ‘freedom’ will have shown that it describes a state which man living among his fellows may hope to approach closely but can hardly expect to realize perfectly. The task of a policy of freedom must therefore be to minimize coercion or its harmful effects, even if it cannot eliminate it completely” (Hayek, 2006, The Constitution of Liberty, pp.11-12).

Menschliches Zusammenleben ist nicht einfach. Es erfordert Rücksicht auf andere zu nehmen, die eigenen Externalitäten für andere zu minimieren, in der Erwartung, dass andere es genauso tun, es erfordert, auf seine Freiheit in Teilen zu verzichten, um ein Zusammenleben zu ermöglichen, denn der Mensch ist kein soziales Wesen. Menschen sind freie Wesen, auch wenn ihnen oftmals das Gegenteil erzählt wird, Wesen, die Einschränkungen, willkürliche Einschränkungen ihrer Freiheit, von denen sie keinerlei Nutzen haben, nicht dulden müssen, die Freiheit nur im Austausch für einen persönlichen Nutzen tauschen sollten.

Wenn man Tage in Snowdonia zugebracht hat, wird einem das wieder sehr klar.

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Wissen ist Macht, Nichtwissen macht … abhängig, manipulierbar

Eine These, die man gewagt nennen kann, oder auch nicht, besagt, dass die Entwertung von Wissen durch den post-rationalen Konstruktivismus in den Gesellschaften, die sich für modern halten, die Demontage von Wissenschaft durch Infiltration mit allerlei Trash Fächern, der Versuch, Informationsmärkte, die nicht staatlich kontrolliert sind bzw. kontrollierbar sind, zu diskreditieren (durch den Vorwurf von Hate Speech oder Fake News oder was auch immer) dem Ziel dient, Unsicherheit zu verbreiten, weil Unsicherheit dazu führt, dass Menschen nach Bindung suchen, Bindung an andere, so dass – wie man weiter spekulieren kann – derjenige, der die eigene Meinung als Mehrheitsmeinung ausgeben kann, z.B. durch die Kontrolle von Staatsmedien, leichtes Spiel damit hat, seine Interessen in einer Gesellschaft durchzusetzen, denn die nach sicherer Bindung Suchenden, das ist bekannt, finden gerne Schutz und Sicherheit in der Mehrheit.

Szenenwechsel.

Aus einem Buch, das 1651 veröffentlicht wurde:

„Das Fehlen von Wissenschaft, das heißt Unkenntnis von Ursachen, macht dazu geneigt, ober besser, zwingt dazu, sich auf den Rat und die Autorität anderer zu verlassen. Denn jeder, für den die Wahrheit wichtig ist, muss sich, wenn er sich nicht auf seine eigene Meinung verlässt, auf eines anderen stützen, den er für klüger als sich selbst hält und bei dem kein Grund ersichtlich ist, weshalb dieser ihn täuschen sollte.

Unkenntnis der Bedeutung von Wörtern, das heißt fehlendes Verstehen, führt dazu, gutgläubig nicht nur die Wahrheit, die man nicht kennt, sondern auch die Irrtümer, und was noch schlimmer ist, allen Unsinn derer zu übernehmen, denen man vertraut. Denn weder Irrtum noch Unsinn können ohne ein vollkommenes Verstehen von Wörtern entdeckt werden.
Daher kommt es auch, dass die Menschen auf Grund ihrer verschiedenartigen Leidenschaften ein- und demselben Ding verschiedene Namen geben. So nennen z.B. diejenigen, welche eine Privatmeinung billigen, diese ‚Meinung‘, diejenigen aber, die sie nicht billigen, ‚Häresie‘. Und dabei bedeutet Häresie nichts anderes als ‚Privatmeinung‘, sondern hat nur einen stärkeren Beigeschmack von Zorn.

Daraus ergibt sich ferner, dass die Menschen ohne geistige Anstrengungen und klares Verstehen nicht zwischen einer Handlung vieler Menschen und vielen Handlungen einer Menge unterscheiden können, wie zum Beispiel zwischen der einen Handlung aller römischen Senatoren bei der Tötung Catilinas und den vielen Handlungen einer Anzahl von Senatoren bei der Tötung Caesars. Und deshalb sind sie auch leicht geneigt, das für eine Handlung des Volkes zu handel, was eine Vielzahl von Handlungen einer Vielzahl von Personen ist, die vielleicht durch die Überredung eines einzelnen dazu gebracht wurden.

Unkenntnis der Gründe und ursprünglichen Einsetzung von Recht, Billigkeit, Gesetz und Gerechtigkeit führt die Menschen dazu, Gewohnheit und Beispiele zur Richtschnur ihrer Handlungen zu machen. So halte sie z.B. das für ungerecht, was gewöhnlich bestraft wurde, und für gerecht, für dessen Straflosigkeit und Billigung sie ein Beispiel oder einen Präzedenzfall anführen können, wie dies die Richter barbarischerweise nennen, die ausschließlich dieses falsche Maß der Gerechtigkeit anwenden. Sie gleichen dabei kleinen Kindern, die keinen anderen Maßstab für gute und schlechte Sitten haben als die Zurechtweisungen ihrer Eltern und Lehrer – außer, dass Kinder ständig an diesem Maßstab festhalten, die Erwachsenen aber nicht. Denn alt und halsstarrig geworden, berufen sie sich von der Gewohnheit auf die Vernunft und von der Vernunft auf die Gewohnheit, wie es ihnen gerade passt, wobei sie von der Gewohnheit abweichen, wenn es ihre Interessen erfordern und sich der Vernunft widersetzen, so oft sie gegen sie spricht. Das ist der Grund, weshalb die Lehre von Recht und Unrecht mit Feder und Schwert ständig umstritten wird, während dies bei der Lehre von den Linien und Figuren nicht der Fall ist. Denn bei diesem Gegenstand kümmern sich die Leute nicht um die Wahrheit, da es sich um etwas handelt, das niemandens Ehrgeiz, Profit oder Lust beeinträchtigt. Wäre der Satz: Die drei Winkel eines Dreiecks sind gleich den zwei rechten Winkeln eines Quadrats dem Herrschaftsrecht irgendeines Menschen oder den Interessen deren, die Herrschaft innehaben, zuwidergelaufen, ich zweifle nicht daran, dass diese Lehre wenn nicht bestritten, so doch durch Verbrennung aller Lehrbücher der Geometrie unterdrückt worden wäre, soweit die Betroffenen dazu in der Lage gewesen wären.

[…]

Und diejenigen, welche die natürlichen Ursachen der Dinge wenig oder überhaupt nicht untersuchen, neigen doch dazu, verschiedene Arten von unsichtbaren Mächten anzunehmen und sich selbst zu erdichten. Dies geschieht aus der Furcht, die von der Unkenntnis dessen kommt, was die Macht besitzt, ihnen große Wohltaten zu erweisen oder großen Schaden zuzufügen. Auch fürchten sie ihre eigenen Einbildungen, rufen sie in Notzeiten an und danken ihnen, wenn sich ein erwarteter guter Erfolg einstellt. Dadurch machen sie die Geschöpfe ihrer eigenen Phantasie zu ihren Göttern. Daher kam es auch, dass die Menschen auf Grund der unzählbaren Vielfalt der Vorstellungen in der Welt unzählbare Arten von Göttern geschaffen haben. Und diese Furcht vor unsichtbaren Dingen ist der natürliche Keim dessen, was jedermann bei sich selbst Religion nennt, bei den anderen aber, die diese Macht auf andere Art verehren oder fürchten, Aberglauben.
Und da dieser Keim der Religion von vielen bemerkt wurde, kamen einige von ihnen auf den Gedanken, ihn zu nähren, zurechtzubiegen, in Gesetze zu verwandeln und schließlich irgendeine Meinung von den Ursachen zukünftiger Ereignisse hinzuzuerfinden, die ihnen, wie sie dachten, am meisten ermöglichte, andere zu regieren und deren Macht am gründlichsten für selbst auszunützen“.

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Nachhaltiger Unsinn: Krieg gegen Egoismus

Noch einer, der weiß, was WIR müssen:

“Wir müssen junge Menschen für eine nachhaltige Entwicklung begeistern und zu zukunftsfähigem Denken und Handeln befähigen und ihnen klarmachen, dass ihre Entscheidungen Menschen nachfolgender Generationen und in anderen Erdteilen beeinflussen. Bildung für eine nachhaltigere Entwicklung ermöglicht es jedem Jugendlichen, die Auswirkungen des eigenen Handelns auf die Welt zu verstehen und verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen.“ – Mit diesem Appell sprach sich heute Dr. Ulrich Witte, Abteilungsleiter Umweltbildung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), zum Internationalen Tag der Jugend für gesteigerte Anstrengungen im Bildungssektor aus.

Es ist nicht leicht, in einer Zeit jung zu sein, in der fast jeder Erwachsene sich für einen bislang unentdeckten Messias hält und in jedem Fall weiß, was WIR, also andere tun müssen.

Wir, als wir von ScienceFiles, wollen einmal den Mythos der Sorge für nachwachsende Generationen etwas erschüttern.

Fangen wir mit einer harmlosen Fragen an:

Ist es nicht das Recht eines jeden Menschen, in erster Linie nach seinem Glück und seinem Wohlergehen zu streben?

Wir denken, niemand wird Menschen das entsprechende Recht, das die meisten Philosophen als ein Naturrecht bezeichnen würden, absprechen.

Aus diesem Recht folgt, dass für jeden Menschen die Sorge um die Bedingungen der eigenen Existenz an erster Stelle steht. Anders formuliert: Egoismus ist das, was man mit Kant als menschliche Pflicht bezeichnen könnte. Jeder soll versuchen, aus eigener Kraft die Bedingungen seines Lebens zu maximieren.

Nun führt diese Pflicht, die Bedingungen des eigenen Lebens zu maximieren zuweilen in Konflikt mit anderen, einfach deshalb, weil Ressourcen beschränkt sind und es eine Frage der Zeit ist, bis zwei sich um dieselbe Sache streiten.

Ergo benötigen wir ein Handlungsprinzip, das den Krieg aller gegen alle, den Hobbes beschrieben hat, vermeidet. Dieses Handlungsprinzip ist im Kategorischen Imperativ beschrieben. „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“

Da es die Eigenschaft eines allgemeinen Gesetzes ist, dass jeder Mensch sich ihm fügen muss, gilt der Kantsche Imperativ für jeden, und kann auf die bekannte Formel, Handle gegenüber anderen so, wie Du willst, dass andere sich Dir gegenüber verhalten.

Wir haben somit die Verpflichtung, die Bedingungen des eigenen Lebens zu maximieren und die Verpflichtung, dies in einer allgemeinverträglichen Weise zu tun.

Diese Verpflichtung will Ulrich Witte auf „nachfolgende Generationen“ und Menschen auf anderen Erdteilen erweitern, und zwar dadurch, dass Kinder und Jugendliche zu nachhaltigem Verhalten erzogen werden. Da man Kinder und Jugendliche glaubt, zu diesem Verhalten erziehen zu müssen, folgt daraus, dass es kein natürliches Verhalten, das der Verbesserung des eigenen Lebens dient, sein kann. Es muss vielmehr ein Verhalten sein, dass keine oder eine Verschlechterung der Bedingungen des eigenen Lebens nach sich zieht.

In der Tat tun sich diejenigen, die für Nachhaltigkeit plädieren, vornehmlich dadurch hervor, dass sie anderen etwas verbieten wollen.

Der Aufruf, sich nachhaltig gegenüber anderen zu verhalten, steht also im Widerspruch zur Verpflichtung, die Bedingungen des eigenen Lebens zu maximieren. Aber vielleicht ist die Einschränkung ja durch den Kategorischen Imperativ gedeckt?

Nein, das ist sie auch nicht, denn der kategorische Imperativ beschreibt letztlich ein symmetrisches Verhalten, eine Form vorauseilender Reziprozität. Man selbst hält sich an Spielregeln, an Moral oder Ethik und kann deshalb erwarten, dass andere sich auch daran halten (Die Probleme damit, die letztlich zur Einsetzung eines Staates führen, lassen wir einmal außen vor.).

Nachhaltigkeit ist aber gerade kein reziproker, auch kein vorauseilender reziproker Vertrag. Nachhaltigkeit verlangt Verzicht, verlangt nicht nur, die Verpflichtung, das eigene Leben nach den besten Möglichkeiten zu optimieren, aufzugeben, Nachhaltigkeit verstößt auch gegen den kategorischen Imperativ insofern der geforderte Verzicht demjenigen, der ihn leistet, schadet und unmittelbar keinem nutzt. Alle Früchte der Nachhaltigkeit sind, wie die Früchte des Sozialismus auf jene glorreiche Generation vertagt, die irgend wann in den Genuss des Paradieses, das durch Verzicht von derzeit lebenden Menschen geschaffen wurde, kommen. Wer Zweifel daran hat, dass es diese Generation je geben wird, der hat schon einen Schritt zur Erkenntnis genommen.

Somit stellen sich eine neue Fragen:

Wer profitiert davon, dass Menschen die Verpflichtung die Bedingungen ihres eigenen Lebens zu optimieren, aufgeben, was sie notwendig zu Abhängigkeit von anderen verurteilt?

Und wer profitiert davon, dass Menschen zu einer Bereitschaft erzogen werden, Verzicht zu leisten, von dem niemand weiß, ob er sich jemals amortisieren wird, von dem lediglich bekannt ist, dass er das Leben derer, die ihn leisten, negativ beeinflussen wird?

Die Chaostheorie und das Konzept der Katallaxie von Hayek beschreiben Prozesse, in deren Verlauf optimale Ergebnisse aus dem egoistischen Handeln, dem eigenverantwortlichen Handeln von Akteuren entstehen, ganz ohne Verzicht und ganz ohne die Erziehung der entsprechenden Akteure zu etwas, was anderen, aber nicht ihnen selbst nutzt. Das führt zur letzten Frage:

Wer hat ein Interesse daran, Menschen zu nicht-egoistischen Zombies zu erziehen, die Utopien hinterherlaufen, die nicht erreichbar sind?

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Was den Mensch zum Menschen macht: Philosophie zum Wochenende

Viele Philosophen haben sich mit der Frage beschäftigt, was den Mensch zum Menschen macht, was ihn als Mensch auszeichnet. Kaum einer hat es so systematisch getan, wie Thomas Hobbes. Hobbes hat in seinem Leviathan ein System entwickelt, dessen Reiz man sich nur schwer entziehen kann, wenn man es denn überhaupt will. Alles beginnt mit Bewegung. Bewegung ist für Hobbes der Ursprung des Seins. Und von dieser Prämisse aus, entwickelt er ein deduktives System, seines Gesellschaftslehre, die vom Menschen und seinen Fähigkeiten und Eigenschaften, bis zur politischen Verfassung und den Beziehungen zwischen den Staaten reicht.

Besonders spanned sind die Kapitel 6 bis 10, in denen Hobbes sein Bild des Menschen entwickelt, dies mit zwei Bewegungen beginnen, den vitalen Bewegungen, worunter er z.B. Blutkreislauf, Pulsschlag und Atmung versteht und die sich dadurch auszeichnen, dass sie keinerlei Unterstützung durch die Vorstellungskraft bedürfen und die animalischen oder willentlichen Bewegungen, zu denen das Gehen, das Sprechen oder insgesamt, das sich Bewegen gehören. Für Hobbes, der im 17. Jahrhundert geschrieben hat, gibt es also hinsichtlich der Grundlage alles lebendigen Daseins, keinen Unterschied zwischen Mensch und Tier, was für ihn die Frage aufwirft, was den Menschen zum Menschen macht:

Leviathan.hobbes“Und weil Gehen, Sprechen und ähnliche willentliche Bewegungen immer von einem vorher gedachten Wohin, Wodurch und Was abhängen, ist es klar, dass die Vorstellung der erste innere Anfang aller willentlichen Bewegung ist. […] Diese kleinen Anfänge der Bewegung, die sich im menschlichen Körper finden, bevor sie als Gehen, Sprechen, Schlagen oder andere sichtbare Handlungen in Erscheinung treten, werden gewöhnlich Streben genannt.
Dieses Streben nennt man Trieb oder Verlangen, wenn es auf etwas gerichtet ist, durch das es verursacht wird. […] Und führt das Streben von etwas weg, so nennt man es gewöhnlich Abneigung.[…]
Was die Menschen begehren, lieben, und wovon sie Abneigung empfinden hassen sie. So sind also Verlangen und Liebe dasselbe, außer dass Verlangen immer die Abwesenheit des Objekts bedeutet, Liebe dagegen gewöhnlich seine Anwesenheit. Ebenso bezeichnen wir mit ‘Abneidung ‘ die Abwesenheit, mit ‘Hass” die Anwesenheit des Objekts. Einige der Triebe und Abneigungen sind den Menschen angeboren, wie der Nahrungstrieb, der Trieb zur Ausscheidung und Entleerung […] Der Rest, der aus Verlangen nach einzelnen Dingen besteht, ging aus der Erfahrung und aus der Erprobung ihrer Wirkungen auf einen selbst oder auf andere Menschen hervor. […] Dinge, die wir weder begehren noch hassen, verachten wir, wobei Verachtung nichts anderes ist als eine Unbeweglichkeit oder Festigkeit. […]
Und weil die Verfassung des menschlichen Körpers sich fortwährend ändert, ist es unmöglich, dass alle Dinge in ihm immer die gleichen Neigungen oder Abneigungen verursachen. Noch viel weniger können alle Menschen in dem Verlangen nach ein und demselben Objekt übereinstimmen. Aber was auch immer das Objekt des Triebes oder Verlangens eines Menschen ist: Dieses Objekt nennt er für seinen Teil gut, das Objekt seines Hasses oder seiner Abneigung böse und das seiner Verachtung verächtlich und belanglos. Denn die Wörter gut, böse und verächtlich werden immer in Beziehung zu der Person gebraucht, die sie benützt, denn es gibt nichts, das schlechthin und an sich so ist. Es gibt auch keine allgemeinen Regeln für Gut und Böse, die aus dem Wesen der Objekte selbst entnommen werden kann. Sie entstammen vielmehr dort, wo es keinen Staat gibt, der Person des Menschen oder im Staat der Person, die ihn vertritt […]

Furcht vor einer unsichtbaren Gewalt, die vom Geist erdichtet oder auf Grund öffentlich zugelassener Erzählungen eingebildet ist, ist Religion; sind sie nicht zugelassen, Aberglaube. Und ist die eingebildete Gewalt genauso beschaffen, wie wir sie uns vorstellen, so ist es wahre Religion. ]…]

Die letzte Neigung oder Abneigung bei einer Überlegung, die unmittelbar mit einer Handlung oder Unterlassung zusammenhängt, nennt man den Willen, und zwar handelt es sich dabei um den Akt, nicht um die Fähigkeit des Wollens. Und Tiere, die überlegen können, müssen notwendig auch Willen besitzen.[…]

Und wie man beim Überlegen die letzte Neigung Wille nennt, so nennt man bei der Untersuchung der Wahrheit einer vergangenen oder zukünftigen Tatsache die letzte Meinung das Urteil oder abschließende und letztliche Entscheidung des Denkenden […] Kein Denken kann mit einer absoluten Kenntnis vergangener oder zukünftiger Tatsachen enden. Denn was die Tatsachenkenntnis betrifft, so ist sie ursprünglich Empfindung und danach immer Erinnerung. Und was die Kenntnis von Folgen betrifft, die wie ich oben sagte Wissenschaft genannt wird, so ist sie nicht absolut, sondern bedingt. Niemand kann durch Nachdenken wissen, ob dieses oder jenes ist, war oder sein wird, was absolutes Wissen wäre, nur: Wenn dies ist, so ist auch jenes, wenn dies war, so war auch jenes, wenn dies sein wird, so wird auch jenes sein. Dies heißt bedingt wissen, und zwar nicht, was aus einem Ding für ein anderes, sondern was aus dem Namen eines Dinges für einen anderen Namen desselben Dinges folgt. Und deshalb gilt: Wird das Denken in Sprachform gebracht, beginnt es mit Definitionen von Wörtern und schreitet fort, indem man sie zu allgemeinen Behauptungen und diese wiederum zu Syllogismen verbindet, so nennt man den Abschluss oder die Endsumme den Schluß, und der hierdurch bezeichnete, sich im Geist befindliche Gedanke ist dieses bedingte Wissen der Folgen von Wörtern, das man gewöhnlich Wissenschaft nennt. […]

Tugend ist allgemein bei allen Gegenständen etwas, das wegen seiner hervorragenden Beschaffenheit geschätzt wird und besteht in einem Vergleich. Denn wenn alles in allen Menschen gleich wäre, so würde nichts gelobt werden. Und unter Verstandestugenden versteht man immer solche geistigen Fähigkeiten, die die Menschen loben, schätzen und selbst besitzen möchten. […] Es gibt zwei Arten dieser Tugenden, natürliche und erworbene. Unter der natürlichen verstehe ich […] jenen Verstand, der allein durch Übung und Erfahrung erworben wird, ohne Anleitung, Bildung oder Unterrichtung. Dieser natürliche Verstand besteht grundsätzlich aus zwei Dingen: der Schnelligkeit des Vorstellens (das heißt der raschen Aufeinanderfolge der Gedanken) und der stetigen Ausrichtung auf ein für gut befundenes Ziel. […] ohne Beständigkeit und Ausrichtung auf ein bestimmtes Ziel ist eine große Phantasie eine Art Wahnsinn, wie er sich bei Leuten zeigt, die, wenn sie zu sprechen beginnen, von jedem Ding, das ihnen gerade einfällt, von ihrer eigentlichen Absicht abgelenkt werden und auf solche Weitschweifigkeiten und Nebensächlichkeiten kommen, dass sie sich völlig darin verlieren. […]

Was den erworbenen Verstand betrifft – ich meine damit den durch Lehre und Unterricht erworbenen -, so ist er nichts anderes als Vernunft, die sich auf den richtigen Gebrauch der Sprache gründet und die Wissenschaft hervorbringt. […]

Thomas HobbesDie Leidenschaften, die am stärksten von allen die Verstandesunterschiede bewirken, sind hauptsächlich das mehr oder weniger starke Verlangen nach Macht, Reichtum, Wissen und Ehre. Sie alle können auf das erste, nämlich auf das Verlangen nach Macht, zurückgeführt werden. Denn Reichtum, Wissen und Ehre sind nur verschiedene Arten von Macht. Und deshalb kann ein Mensch, der keine großen Leidenschaften für jedes dieser Dinge empfindet, der, wie man sagt, gleichgültig ist, unmöglich große Phantasie oder viel Urteilskraft haben, obwohl er insofern ein guter Mensch sein mag, als er keinen Anlass zu Streit gibt. Denn die Gedanken sind gleichsam die Kundschafter und Spione der Wünsche, die das Gelände erkunden und den Weg zu den gewünschten Dingen finden sollen – alle Beständigkeit und Schnelligkeit der Bewegung des Geistes rühren daher. Denn wie keine Wünsche haben tot sein bedeutet, so sind schwache Leidenschaften Trägheit, Leidenschaften, die unterschiedslos auf alles gerichtet sind Leichtsinn und Zerstreutheit, und stärkere und heftigere Leidenschaft für etwas, als man gewöhnlich bei anderen findet, Wahnsinn.

Die Macht eines Menschen besteht, allgemein genommen, in seinen gegenwärtigen Mitteln zur Erlangung eines zukünftigen anscheinenden Guts und ist entweder ursprünglich oder zweckdienlich. Ursprüngliche Macht ist das Herausragen der körperlichen oder geistigen Fähigkeiten, wie außerordentliche Stärke, Schönheit, Klugheit, Geschlichlichkeit, Beredsamkeit, Freigiebigkeit und Vornehmheit. Zweckdienliche Macht ist die Macht, die durch natürliche Macht oder durch Zufall erlangt wird und als Mittel oder Instrument zum Erwerb von mehr Macht dient, wie Reichtum, Ansehen, Freunde und das verborgene Wirken Gottes, das man gewöhnlich Glück nennt. Denn die Natur der Macht ist in diesem Falle dem Gerücht ähnlich, das mit seiner Verbreitung zunimmt, oder der Bewegung schwerer Körper, die desto schneller wird, je weiter sie sich fortbewegen. […]

Die Geltung oder der Wert eines Menschen ist wie der aller anderen Dinge sein Preis. Das heißt, er richtet sich danach wieviel man für die Benützung seiner Macht bezahlen würde und ist deshalb nicht absolut, sondern von dem Bedarf und der Einschätzung eines anderen abhängig.”

Vom Niedergang der Vernunft: bösartiger Feminismus

Seit mehreren Jahrtausenden haben Philosophen den Wert von Vernunft und Rationalität formuliert. Vernunft als Fähigkeit, zu denken und entsprechend zu handeln, unter Kalkulation möglicher Folgen und Ergebnisse, zielgerichtetes, zweckrationale Handeln, wie Max Weber geschrieben hat, war zu allen Zeiten die Grundlage, die Menschen von Tieren unterscheiden soll, die Grundlage, die menschliche Errungenschaften in Wissenschaft und Technologie möglich gemacht hat.

Aber dann kam der Feminismus.

Der Feminismus ist mitnichten der erste Angriff auf die Vernunft, aber der neueste. Die Verherrlichung von Emotion und Intuition, die der Feminismus auf Kosten der doch angeblich so kalten und vor allem männlichen Rationalität oder Vernunft vornimmt, ist in ähnlicher Form in der deutschen Romantik zu finden, beide Romantik und Feminismus können insofern als Degenerationserscheinungen einer Gesellschaft gewertet werden.

Vernunft ist für Hume u.a. die Grundlage menschlicher Verständigung und menschlichen Zusammenlebens, und Hobbes erklärt ihre Funktionsweise als eine Form der Kalkulation:

Leviathan.hobbes“Denken heißt nichts anderes als die Gesamtsumme durch Addition von Teilen oder einen Rest durch Subtraktion einer Summe von einer anderen vorstellen. Geschieht dies durch Wörter, so ist es ein Vorstellen dessen, was sich aus dem Namen des Ganzen und seines Teils für den Namen des anderen Teils ergibt. […] Wo Addition und Subtraktion am Platze sind, da ist auch Vernunft am Platze, und wo sie nicht am Platze sind, hat Vernunft überhaupt nichts zu suchen. […] Denn Vernunft in diesem Sinne ist nichts anderes als Rechnen, das heißt Addieren und Subtrahieren, mit den Folgen aus den allgemeinen Namen, auf die man sich zum Kennzeichnen und Anzeigen unserer Gedanken geeinigt hat. […] Nutzen und Zweck der Vernunft bestehen nicht darin, dass man die Summe von Wahrheit einer oder mehrer Folgen findet, fern von den ersten Definitionen und festgesetzten Bedeutungen von Namen, sondern darin, dass man bei diesen beginnt und von einem Schluß zum anderen fortschreitet” (Hobbes 1989[1651]: 31-32, Hervorhebungen in kursiv im Original, fett von uns).

Die Botschaft von Hobbes ist sehr klar: Vernunft besteht im systematischen Beziehen von Worten aufeinander, sie ist eine Ordnungsfähigkeit. Wer nicht in der Lage ist, Worte in systematischer Weise aufeinander zu beziehen, hat keine Vernunft. Worte unterscheidet Hobbes in allgemeine Namen und Definitionen, die zum Kennzeichnen und Anzeigen unserer Gedanken dienen, und auf die wir uns geeinigt haben. Sprache wird somit zu einer Konvention, zu einem Normensystem der Verständigung, auf das sich Menschen geeinigt haben. Vernunft gewährleistet die Einhaltung der Konvention und somit Verständigung.

Kant hat wie Hume bekanntlich zwischen einer reinen und einer praktischen Vernunft unterschieden, wobei die reine Vernunft, weitgehend das umschreibt, was Hobbes Rechnen genannt hat, während die praktische Vernunft auf normenkonforme Anwendung der eigenen Vernunft durch individuelles Handeln abzielt. Nicht umsonst hat Kant in seiner Kritik der praktischen Vernunft seinen bekannten kategorischen Imperativ entwickelt, handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könnte.

Was würden all die Philosophen wohl sagen, könnten sie sich heute zu dem Äußern, was als Feminismus durch Deutschland geistert, was im Dunkeln an der Vernunft nagt, wie der wahnsinnige Azathoth in den Geschichten von H.P. Lovecraft?

Wie müssen die Angriffe auf die vermeintlich kalte Rationalität wirken, die aus den Reihen von Feministen geführt werden, wie die Ablehnung von Rationalität und Vernunft und das Beharren auf Intuition und irrationalen Gefühlen? Wenn man Revue passieren lässt, was über Hobbes, Hume und Kant berichtet wurde, liegt die Antwort auf der Hand: Für alle drei wäre der entsprechende Anschlag auf die Vernunft gleichzusetzen mit dem Niedergang menschlicher Gesellschaftsfähigkeit, mit dem Ende menschlicher Interaktion und dem Aussterben der Spezies.

Kant praktische VernunftUnd die Anzeichen dieses Niedergangs sind deutlich sichtbar.

Vernunft und die Konventionen, die praktische Vernunft im Sinne von Kant als Normen, wie man heute sagen würde, anleiten, machen Verständnis und Zusammenleben erst möglich. Ohne die Regeln, die das Rechnen, das Hobbes als Grundlage von Vernunft ansieht, ermöglichen, ist es nicht möglich, eine Verständigung mit anderen zu erreichen. Ohne eine gemeinsame Konvention verschwindet jede Handlungssicherheit, weil es nichts gibt, auf das man sich verlassen kann. Ohne eine gemeinsame Sprachkonvention degeneriert eine Gesellschaft zu einem Haufen irrer Brabbler, die etwas von sich geben, das anderen nicht verständlich ist. Das Ende ist nahe, und es besteht in Wahnsinn, Wahnsinn, wie er z.B. einmal mehr von der Humboldt Universität kommt, die mittlerweile nur noch als Humbug Universität bekannt ist.

Dort hat sich eine Reihe Verwirrter aufgemacht, die deutsche Sprache als Verständigungsinstrument zu beseitigen und die Deutschen zu einer Ansammlung wirrer Brabbler zu machen, etwa durch:

Ag Sprachhandeln

Gar nicht – und Sie?

  • “Studierx, Studierxs und Lehrx, Lehrxs: Das ‚x‘ signalisiert ein Durchkreuzen herkömmlicher → gegenderter Personenvorstellungen. Diese Form wird angewendet, wenn die Frage, ob die gemeinten Personen weiblich, männlich oder → trans* sind, in einem Kontext keine Rolle spielt oder keine Rolle spielen soll.
  • in re_produzieren: Hier deutet der Unterstrich an, dass jedes Produzieren ein Reproduzieren ist und gleichzeitig jedes Reproduzieren ein Produzieren. Der Unterstrich spiegelt dieses reflexive Verhältnis von Produktion und Re_produktion wider.
  • Bildung von Substantiven: Alle ‚-er‘-Endungen werden durch die Endung ‚-a‘ ersetzt bzw. im Plural durch ‚-as‘. Die ‚-a‘-Endung lässt sich beispielsweise für Dinge produktiv nutzen, um konventionalisiert männlich assoziierte ‚-er‘-Endungen zu vermeiden, wie z.B. bei Türöffna, Computa oder Drucka: Diese Form greift ebenfalls die Idee von einer herausfordernden, stärkeren → Frauisierung von Sprache auf, um mit männlich geprägten Assoziationen zu brechen”.

Es ist dies ein Angriff auf die Vernunft, der an den Grundfesten menschlicher Gesellschaft rührt, der Verständigung und der Sprachsicherheit. Er zeigt die morbide Qualität, die dem deutschen Feminismus inne wohnt in aller Deutlichkeit, sie zielt darauf ab, die eigene Todessehnsucht zum Anlass zu nehmen, um ein normales und produktives Zusammenleben aller zu verunmöglichen, und als solches muss den bisherigen Varianten des Feminismus eine Metavariante zugesellen: den bösartigen Feminismus.

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