#StopTheStupid – Wissenschaftliche Fakten sind nicht verhandelbar – Demokratie meint nicht die Herrschaft der Dummen

Das ganze Unglück hat mit dem Auszug des Konstruktivismus aus der Anstalt, in der er gepflegt wurde, in die Öffentlichkeit begonnen. Die fehlgeleitete Idee, man könne über die Realität diskutieren und aushandeln, was Fakt und was Fiktion ist, hat nicht nur die Grundlage dafür geschaffen, dass Wissenschaften erheblich an Ansehen verloren haben, sie ermöglicht es auch Interessenvertretern die Realität zu ihrem Vorteil zu verbiegen, in der begründeten Hoffnung, Anhänger zu finden. Nichtzuletzt hat der Konstruktivismus dazu geführt, dass jeder Hans meint, er könne bei allem mitreden, sich einbildet, er hätte zu allem eine Meinung oder müsse zu allem eine Meinung haben.

Dem ist nicht so.
Die Realität und die wissenschaftlichen Fakten, also das, was wir derzeit gesichert über die Realität wissen, sind nicht verhandelbar. Es ist nicht verhandelbar, dass die Erde eine Kugel mit Delle ist, es ist nicht verhandelbar, dass die Gravitation dafür verantwortlich ist, dass Irre nicht frei im Orbit unterwegs sind, und es ist nicht verhandelbar, das es kein Gender Pay Gap, keinen Insektozid, keine ausschließlich friedlichen Flüchtlinge und keine ausschließlich bösen Weißen gibt.

Dennoch gibt es Nuts, die darüber verhandeln wollen. Sie wollen uns weißmachen, die Erde sei eine Scheibe, ein Gender Pay Gap sei vorhanden oder weiße Menschen seien alle Rassisten. Dass es möglich ist, derartigen Junk in die Welt zu setzen, dass jeder Hans, dessen Selbstkontrolle nicht soweit entwickelt ist, dass er merkt, welchen Unsinn er erzählt, meint, er könne diesen Unsinn in die Welt posaunen, das ist das Ergebnis des Konstruktivismus.

Konstruktivisten haben die Wissenschaften beschädigt, indem sie behaupten, die Realität sei konstruiert, man könne kein gesichertes Wissen über sie sammeln. Sie haben die Gesellschaft beschädigt, weil sie den Eindruck vermitteln, man könne ohne Arbeit, Mühe und Leistung etwas erreichen, sich quasi zur Leistung konstruieren.

Konstruktivisten haben das Vertrauen in die Wissenschaft beschädigt, Fächer wie die Gender Studies, deren Haupttätigkeit darin zu bestehen scheint, a-normale Plattitüden in die Welt zu setzen und zu denken, man habe die Sicht auf die Realität revolutioniert, haben viel dazu beigetragen, Wissenschaft, Sozialwissenschaft in diesem Fall, lächerlich zu machen.

Das daraus entstandene Klima der Skepsis, das den Wissenschaften entgegenschlägt, nutzen Interessenvertreter aus, in dem sie wissenschaftliche Forschung, die ihnen nicht genehm ist, mit hanebüchenen Behauptungen, Fehlschlüssen ad hominem, genetischen Fehlschlüssen oder sonstigem Unsinn in Frage zu stellen versuchen, um ihre eigene Agenda zu befördern.

Das Klima der Skepsis gegen die Wissenschaft, es ist auch ein Nährboden für staatliche Institutionen und ihren Kampf gegen die Freiheit der Bürger. Eingriffe in bürgerliche Freiheiten werden immer häufiger. Begründungen dafür finden sich vornehmlich mit Bezug auf bürgerliches Fehlverhalten (die rauchen, trinken und machen Müll).

Instrumentell im politischen Klima der Skepsis gegen Wissenschaft, ist die fünfte Kolonne der Ministerien, die u.a. mit den Gender Studies in der Wissenschaft installiert wurden. Sie sind willfährige Diener dabei, Wissenschaft zu politischem Aktionismus zu diskreditieren, leisten wertvolle Zerstörungsarbeit mit ihren immer abstruseren Behauptungen, immer mit dem Ziel, Wissenschaft als Anker im Meer der Information zu diskreditieren und mit der eigenen politischen Agenda zu ersetzen.

Die politische Agenda, für die Konstruktivisten und Genderisten stehen, ist eine der Bewertung. Sie verbreiten keine Fakten, sie verbreiten Empfindungen, Gefühle, persönliche Assoziationen, Einstellungen und Hass auf alles, was dem widerspricht. Ihr Ziel ist der menschliche Zellhaufen, der sich über emotionale Stimuli steuern lässt, ohne dass Vernunft die Handlung beeinflusst. Wozu auch: Für sie ist Realität konstruiert, Ergebnis der Interaktion zwischen Menschen, und ihr Ziel besteht darin, ihre Version der Realität anderen zu oktroyieren. Zwang ist auch eine Form menschlicher Interaktion, das wird gerne vergessen.

Gemeinsam ist den Konstruktionen, die freien Individuen als die derzeit gültige Realität aufgezwungen werden soll, dass sie entweder als Heilslehre zur Emanzipation von XY verkauft werden oder als Variante der Demokratie, als gelebte Demokratie. Wenn 10.000 Gläubige an den nahen Atomtod gegen Atomkraft oder gegen Glyphosat demonstrieren, dann sei dies gelebte Demokratie, so wollen die Anbieter dieses Schlangenöls ihren Opfern weißmachen. Denn für sie ist die Realität verhandelbar, sie muss verhandelbar sein, denn nur wenn man durchsetzt, dass es möglich ist, über die Realität und wissenschaftliche Fakten zu streiten, kann man die eigene Irrlehre als Verhandlungsmasse einbringen und es zu einem demokratisches Recht machen, die Erde zu einer Scheibe zu erklären.

Die Realität ist aber nicht verhandelbar.
Die Wissenschaften haben über Jahrtausende Wissen akkumuliert, das man als gesichertes oder gut bestätigtes Wissen ansehen kann.
Darüber kann man nicht diskutieren.

[Komischerweise wollen Konstruktivisten immer nur über bestimmte Dinge diskutieren, während sie andere für bare Münze nehmen. Anti-Rassisten z.B., die gegen die weißen, alten Männer kämpfen, haben kein Problem damit, einen Computer für ihre Agitation zu benutzen, den es ohne weiße, alte Männer nicht gäbe.]

Es wird Zeit, die Wissenschaften zu rehabilitieren und die konstruktivistische Plage, die sich in Wissenschaften eingenistet hat, welche Form auch immer sie angenommen hat, aus den Wissenschaften zu vertreiben.

Eine rehabilitierte Wissenschaft führt dazu, dass es wieder möglich ist, sich ein eigenes Bild zu Themen zu machen, das auf dem Stand der wissenschaftlichen Forschung basiert.

Eine rehabilitierte Wissenschaft hat zur Konsequenz, dass die Einlassungen von Interessengruppen, seien es Greenpeace, Campact, Monsanto oder der Verband deutscher Apotheker aus der Bestimmung des Stands der wissenschaftlichen Forschung zu einem Gegenstand ausgeschlossen sind.

Eine rehabilitierte Wissenschaft reduziert diese Interessenverbände auf ihren Bereich der Vertretung von Interessen.

Eine rehabilitierte Wissenschaft ist natürlich nicht das, was manche einfachen Gemüter als Demokratie verkaufen wollen, den Zustand nämlich, in dem jeder meint, er könne seine Meinung zum besten geben, obwohl er keine Ahnung, keinerlei Information und keinerlei notwendige Kenntnis hat, um sich überhaupt eine Meinung zu bilden, denn eine Meinung ist nicht jeder Satz, der durchs Gehirn pfeift, eine Meinung ist eine Aussage, die auf Informationen und Kenntnissen begründet ist. Die AfD ist blöd, ist keine Meinung. Die SPD ist auf dem absteigenden Ast, denn sie hat in 35 Jahren rund 25% an Wählerstimmen verloren, das ist eine Meinung.

Es wird Zeit, die Fühler, Empfinder und sonstigen intuitiven Erleber der Realität in die Schranken ihres eigenen Geistes zurückzuverweisen und begründete Aussage darüber, wie Dinge sind, welche Konsequenzen sie haben und was man daraus folgern kann, denen zu überlassen, die sich der Mühe unterzogen haben, Informationen zu dem infrage stehenden Gegenstand zu sammeln und sich Kenntnisse zu erwerben. Prinzipiell steht diese Möglichkeit jedem offen. Das ist das demokratische an der Wissenschaft. Auch die Aushandlungsprozesse in der Wissenschaft, sind insofern demokratisch als sie an Kriterien und Methoden ausgerichtet sind, die jeder erlernen kann.

Die Demokratie endet jedoch da, wo es zum demokratischen Recht erklärt werden soll, über die Realität abstimmen zu wollen. Ab diesem Punkt wird Wissenschaft zum Herrschaftsmittel derer, die sich über die wissenschaftlichen Fakten informiert haben, über diejenigen, die sich nicht darüber informiert haben. Das Schöne an diesem Herrschaftsmodell ist, jeder hat die Möglichkeit, sich zu informieren… Deshalb ist es so wichtig, dass Wissenschaft und ihre Ergebnisse für jeden zugänglich sind, dass Wissenschaft nicht von Staaten monopolisiert wird und dass der wissenschatfliche Erkenntnisprozess frei ist von Einflusnahme durch Interessenverbände oder Parteien. Deshalb kann sich Wissenschaft nur in einem Klima des Liberalismus, in dem Arbeitsteilung herrscht und jede Form von Kritik (also Kritik als begründete, logisch korrekte Aussage, nicht als: das ist Mist) möglich ist, entwickeln. 

Aus den Gründen, die wir hier dargelegt haben, unterstützen wir die Aktion von David Zaruk, der 2018 zum Jahr der Vernunft machen will, dem Jahr, in dem es gelingt, die Dummen zu stoppen und die Wissenschaft wieder zu ihrem Recht kommen zu lassen.

Lehrbuch der Sozialforschung: Gender Studies sind KEINE Wissenschaft

Am Montag wollen Genderista die „wissenschaftliche Bedeutung“ der Gender Studies demonstrieren und damit der Quadratur des Kreises das Wort reden, denn: Gender Studies haben keine positive Bedeutung für die Wissenschaft. Sie sind, wie wir nicht müde werden, zu betonen, politischer Aktionismus, keine Wissenschaft. Das sagen und begründen wir seit Jahren.

Heute hat uns ein Leser einen Ausschnitt aus einem Lehrbuch geschickt, in dem mit Bezug auf „feministische Ansätze“, also im Wesentlichen Gender Studies, dargelegt wird, dass Gender Studies keine Wissenschaft sind, dass ihnen jede Grundlage fehlt, um Wissenschaft zu sein. Wir geben den entsprechenden Abschnitt aus dem klassischen Lehrbuch „Methoden der empirischen Sozialforschung“ gerne an dieser Stelle wieder.

Das Lehrbuch wurde schon vor knapp 30 Jahren in seiner ersten Fassung erstellt. Dass wir nun aus der 2013er Ausgabe zitieren, ist fast so etwas, wie eine scientific reunion mit zwei der drei Autoren. Lieber Rainer, lieber Paul, wir hoffen, es geht Euch gut! Wir müssen gestehen, dass es zuweilen doch Sinn macht, die alten Lehrbücher zu aktualisieren, denn in unserer Ausgabe aus dem Jahr 1992 ist der Text, den wir nun zitieren, noch nicht enthalten:

„Bei ‚feministischen Ansätzen‘ handelt es sich zwar teilweise um empirische Beschreibungen gesellschaftlicher Verhältnisse, diese Beschreibungen werden aber mit Werturteilen und politischer Strategie vermischt. Da keine Trennung von Beschreibungen, Erklärungen, Werturteilen, Hoffnungen und Wünschen erfolgt, sind solche Aussagen einer systematischen empirischen und theoretischen Analyse und rationalen wissenschaftlichen Diskussion nur schwerlich zugänglich. Theoretische Aussagen im Sinne von ‚Wenn-Dann-Sätzen‘ oder Allsätzen sind jedoch selten zu identifizieren. Damit handelt es sich bei ‚feministischen Ansätzen‘ nicht um Theorien im Sinne der analytischen Wissenschaftstheorie“.

Zusammenfassung dieses Absatzes: Gender Studies als „feministischer Ansatz“ erfüllen die Anforderungen, die man an eine wissenschaftliche Disziplin stellt, nicht. Sie sind politischer Aktionismus, keine Wissenschaft.

„In der Soziologie werden Schlagworte wie z.B. ‚feministischer Ansatz‘ häufig auch als ‚Paradigmen‘ bezeichnet (…). Diese Bezeichnung ist falsch. Paradigmen beinhalten immer auch empirisch bewährte Theorien, die hier aber fehlen.

Die wissenschaftstheoretische Kritik ‚feministischer Ansätze‘ bezieht sich weiterhin auf die Vermischung von Entdeckungs- und Begründungszusammenhang: Aus der möglichen Tatsache, dass Wissenschaftler andere Themen als Wissenschaftlerinnen untersuchen, lässt sich nichts über die Gültigkeit der gewonnenen Ergebnisse folgern. Die Wahl des Forschungsthemas ist sicherlich von vielen Faktoren abhängig, so z.B. auch durch (sicherlich auch sozial definiertes) ‚Geschlecht‘. Aus dieser möglichen Tatsache lässt sich aber nicht die Forderung nach speziellen Forschungsthemen logisch herleiten: dies ist eine letztlich politische Forderung und aus empirischen Gegebenheiten nicht ableitbar.“

Zusammenfassung dieses Absatzes: Die Gender Studies basieren auf einem genetischen Fehlschluss und streben nach politischer Einflussnahme. Beides hat mit Wissenschaft nichts zu tun.

„Der dritte wissenschaftstheoretische Kritikpunkt bezieht sich auf die vorgebliche Verwendung spezieller Datenerhebungs- und Datenanalysemethoden. Die hierbei anzulegenden Gütekriterien sind aber in keiner Weise ‚geschlechtsabhängig‘. Gütekriterien wissenschaftlicher Forschung sind universell gültig. Möglicherweise eignen sich aber bestimmte Datenerhebungsmethoden nur für bestimmte Objektmengen oder Messfehler sind abhängig von bestimmten Eigenschaften der Untersuchungsobjekte. Solche Aussagen sind klassische Beispiele für Instrumenten Theorie. Sollten solche Aussagen im Rahmen ‚feministischer Ansätze‘ beabsichtigt sein, so kann die Wahrheit der Instrumententheorie nicht a priori vorausgesetzt werden, sondern bedarf der unabhängigen Prüfung durch andere Wissenschaftler“.

Zusammenfassung dieses Abschnittes: Ob ein Forschungsergebnis gültig ist, ist eine Frage, die nicht vom Geschlecht des Forschers abhängt, sondern davon, ob die Ergebnisse mit der Realität übereinstimmen, von anderen Forschern repliziert werden und gegebenenfalls falsifiziert werden können.

„Bei ‚feministischen Ansätzen‘ handelt es sich also weder um eine eigenständige wissenschaftstheoretische Position, noch um eine inhaltliche Theorie (also kein ‚Paradigma‘), noch um eigenständige methodische Erkenntnisse oder Verfahren“.

Zusammenfassung: Gender Studies sind keine Wissenschaft. Sie haben keinerlei positive Bedeutung für die Wissenschaft.

Bleibt abschließend noch die Frage, was politische Aktivisten an Universitäten und Fachhochschulen zu suchen haben. Als Antwort können wir den Versuch, die Wissenschaft zu zerstören, als Daseinszweck der Gender Studierten an Hochschulen erkennen. Vermutlich sind wir auch darin einer Meinung mit Rainer Schnell, Paul Hill und Elke Esser.

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Junk Science erkennen – Feynman/ScienceFiles-Kurzanleitung

Wir haben ein Video mit Richard Feynman aus dem Jahre 1981 ausgegraben, in dem er in der kürzesten uns bekannten Weise darlegt, was für ihn Pseudo-Wissenschaft ist.

Wir sprechen in diesem Zusammenhang lieber von Junk Science, denn Pseudo-Science lässt die Möglichkeit zu, dass etwas noch zu Wissenschaft werden kann. Junk Science lässt diese Möglichkeit nicht. Was als Junk identifiziert ist, muss entsprechend entsorgt werden.

Als Sozialwissenschaftler sind wir mit dem Rundumschlag zu beginn des Videos nicht einverstanden. Nicht die Sozialwissenschaften als Ganze sind Junk Science, einzelne, vielleicht auch viele Sozialwissenschaftler oder Personen, die sich in die Sozialwissenschaften eingeschlichen oder von Regierungen eingeschleust wurden, produzieren Junk Science. Und weil wir hier differenzieren, deshalb sind uns auch die Kriterien, die Feynman angibt, um Pseudo-Science für ihn und Junk-Science für uns zu identifizieren, nicht zufrieden.

Für Feynman ist Pseudo-Wissenschaft dadurch ausgezeichnet, dass sich jemand an eine Schreibmaschine setzt und Behauptungen aufstellt, Behauptungen, die er nicht prüft. Behauptungen, die nicht über sich hinausweisen, die nicht in einer Weise generalisierbar sind, die es ermöglicht, neues Wissen zu generieren.

Seine drei Kriterien zur Identifikation von Pseudo-Wissenschaft sind demnach:

  • Es wird etwas behauptet;
  • Das was behauptet wird, wird nicht geprüft.
  • Das was behauptet wird, ist nicht generalisierbar, so dass auch keine neuen Erkenntnisse daraus ableitbar sind.

Wir würden Feynmans drei Kriterien um einige detailliertere Kriterien ergänzen:
Junk Science liegt vor, wenn:

  • Behauptungen aufgestellt werden, die nicht prüfbar sind;
  • Behauptungen als normative Doktrin präsentiert werden, die nicht hinterfragt werden darf, z.B.: Linksextreme sind nicht gewalttätig;
  • mehrere Behauptungen aufgestellt werden, die im Widerspruch zueinander stehen;
  • Behauptungen aufgestellt werden, die zwar prüfbar sind, die aber mit völlig ungeeigneten Methoden geprüft werden;
  • Behauptungen aufgestellt werden, die voraussetzen, was erst gezeigt werden soll, z.B. Rechtsextremisten sind gewalttätig;
  • Behauptungen wertende Bestandteile aufweisen, die in wissenschaftlichen Aussagen nichts zu suchen haben, z.B. Feministen sind für Emanzipation, deshalb leben Anti-Feministen im 18. Jahrhundert;
  • aus der Beobachtung eines Eremiten im dritten Andental links auf die allgemeinen Verhaltensweisen von Bergbewohnern geschlossen wird, wenn also aus empirischen Aussagen über einen Miniaturbereich, weitreichende Schlussfolgerungen abgeleitet werden, die nicht belegt werden;

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Marsch für die Wissenschaft oder Abgesang für die Wissenschaft?

Am 22. April wollen in Berlin Wissenschaftler gegen Wissenschaftsfeindlichkeit demonstrieren, nein, „darauf aufmerksam machen, dass Wissenschaftsfeindlichkeit, von Leugnung des Klimawandels bis hin zum Rassismus, eine Bedrohung unserer offenen demokratischen Gesellschaft ist“.

march-fuer-wissenschaftIm „Mission Statement“ kann man lesen, dass der Marsch sich für „öffentlich geförderte Wissenschaft“ einsetzt, dafür, „dass die Politik und Gesellschaft ihre Entscheidungen wissensbasiert und im öffentlichen Interesse treffen“. „Wissenschaft und Forschung sind seit Jahrhunderten ein zentraler Bestandteil unserer Zivilisation. Unser Wohlstand verdankt sich den Ergebnissen der Arbeit von Forschenden, WissenschaftlerInnen und daraus erwachsenden Innovationen“. Und nicht zuletzt beruht „unser Wohlstand auf Wissenschaft, Forschung, Technologie und Ausbildung“. Wissenschaftsfeindlichkeit von „Leugnung des Klimawandels bis hin zum Rassismus“, so geht es weiter, sei eine „Bedrohung unserer offenen demokratischen Gesellschaft“. Populistische Forderungen und Aktionen würden diese Basis unserer modernen Lebensweise gefährden.

Der Geschmack, den diese Initiative hinterlässt, ist schal, ganz schal.

Wer wollte bestreiten, dass die großen Errungenschaften der Menschheit in Medizin und Naturwissenschaft, von Kerntechnik über Computerchips bis hin zu all den kleinen technologischen Schickschnacks, die uns täglich umgeben, eine Errungenschaften von Forschung sind, die auf wissenschaftlicher Grundlagenarbeit basiert. Niemand, der noch im Vollbesitz seiner geistigen Fähigkeiten ist, wird dies bestreiten. Quantentheorie, Relativitätstheorie, die Prädikatenlogik, sie alle sind Wegbereiter der Gesellschaft, in der wir heute leben, die „Basis unserer modernen Lebensweise“, von der die Wissenschaftsmarschierer schreiben.

Nur: Rassismus und Klimafeindlichkeit haben damit überhaupt nichts zu tun.

Rassismus ist eine ideologische Strömung, eine geistige Engstirnigkeit, die nicht zu den Werten passt, die z.B. Liberale wie wir als Grundlage gesellschaftlichen Miteinanders sehen. Aber Rassismus hat nichts mit wissenschaftlicher Erkenntnis zu tun. Gerade unter rassistischen Systemen wie z.B. dem Dritten Reich oder in der Sowjetunion Stalins haben Wissenschaften und wissenschaftlicher Fortschritt floriert. Kaum eine Zeit ist ergiebiger als Kriegszeiten, wenn es darum geht, den wissenschaftlichen Fortschritt zu befördern. Sprünge in der Forschung gehen häufig auf die Finanzierung durch Militärs zurück, die mit der Finanzierung letztlich keine altruistisch-humanitären Motive verfolgen. Das kann man gut oder schlecht finden, man kann es aber nicht in Abrede stellen. Insofern ist die Vermengung von Wissenschaftsfeindlichkeit mit Rassismus durch die Marschierer vom 22. April absurd.

Ebenso absurd ist es, Wissenschaftsfeindlichkeit ausgerechnet am Klimawandel festzumachen. Niemand – abgesehen von religiösen Spinnern, die auch bestreiten würden, dass die Erde ein ziemlich unwichtiger Planet in einer ebenso unwichtigen Galaxie ist, bestreitet, dass es Klimawandel gibt. Wer die Geschichte dieses Planeten kennt, wird die verschiedenen Klimaphasen, die die Erde durchlebt hat, kaum in Abrede stellen. Umstritten ist deshalb nicht die Tatsache eines Klimawandels an sich, sondern die Behauptung, der derzeitige Klimawandel ginge einzig und allein auf menschliches Wirken zurück.

framingDer menschengemachte Klimawandel ist nämlich alles andere als eine wissenschaftliche Tatsache. Er findet sich derzeit nur in Modellen und Simulationen und darin, dass Wetterereignisse im Einklang mit der eigenen Überzeugung, es gäbe einen Klimawandel, interpretiert werden. Das wiederum ist keine Wissenschaft, sondern wissenschaftlich eingefärbte Ideologie. Ginge es den Marschierern in Berlin tatsächlich um die Wissenschaft, sie würden sich bemühen, Kriterien aufzustellen, die es ermöglichen, dass sich Modelle des Klimawandels als falsch erweisen können. Überstünden die Modelle des Klimawandels einen echten Test, eine unabhängige Prüfung, wie das Sir Karl Raimund Popper genannt hat, dann könnte man von einer Bewährung ausgehen und mit mehr oder überhaupt mit Grundlage behaupten, dass Menschen einen Anteil am derzeitigen Klimawandel haben. Indes, in Menschen die alleinige Ursache eines Klimawandels zu sehen, ist in etwa so als würde man behaupten, der „wobble“ der Erde, also das leichte Schlingern der Erde, wenn sie sich um ihre eigene Achse dreht, sei der Tatsache geschuldet, dass die Erde mit viel zu vielen Menschen überbevölkert ist.

Und weil dem so ist, deshalb ist der Marsch für Wissenschaft ein Abgesang auf die Wissenschaft, denn die Marschierer marschieren für ihre Überzeugung, nicht für die Wissenschaft. Sie sind der Überzeugung, es gebe einen (allein?) von Menschen gemachten Klimawandel. Sie sind der Überzeugung, Rassismus bedrohe die Grundlage von Wissenschaft. Sie sind der Überzeugung wissenschaftliche Erkenntnis schaffe unumkehrbare Fakten, eine Überzeugung, die schon Newton hatte, ganz zu schweigen von Sir William Thomson, Lord Kelvin, der sich im 19. Jahrhundert ganz sicher war, das Alter von Erde richtig berechnet zu haben. Nur: Er hatte in seiner Berechnung, die auf der Abkühlung heißer Planeten basierte, radioaktive Elemente übersehen, weil er sie schlicht noch nicht kannte.

Das zeigt, dass wissenschaftliche Erkenntnisse unter dem Damoklesschwert des ständigen Scheiterns stehen, denn auch Theorien, die noch so gut bewährt sind, können sich als falsch erweisen, wie z.B. die Gravitationstheorie Newtons, die von Einstein weitgehend widerlegt wurde. Wer demnach behauptet, wie die Wissenschaftsmarschierer dies tun „wissenschaftlich erwiesene Tatsachen“ wie der Klimawandel, würden durch wissenschaftsfeindliche Tendenzen in Frage gestellt, der entpuppt sich selbst als Feind der Wissenschaft, denn der menschliche Anteil zum Klimawandel – sein Ausmaß und seine Intensität – sind nicht erwiesen und der menschenverursachte Klimawandel entsprechend keine erwiesene Tatsache.

Überhaupt zeigen Wissenschaftler, die von erwiesenen Tatsachen schreiben, dass sie verlernt haben, das zu betreiben, was Wissenschaft eigentlich ausmacht: Zweifeln und Kritisieren. Sie sind stehen geblieben und haben sich mit einer Ideologie eingerichtet, die ihnen gefällt.

Liberalismus_coverDass die Marschierer keine Wissenschaftler sind, sondern Ideologen, die versuchen, den weit verbreiteten Irrtum auszunutzen, der Wissenschaft und wissenschaftliche Anwendungen in einen Topf wirft, zeigt sich auch am Binnen-I, das manchem Leser vielleicht oben schon aufgestoßen ist. Ginge es Ihnen wirklich um die Wissenschaft, sie hätten diesen ideologischen Unsinn unterlassen und sich nicht vor den Hohepriestern des Genderismus verbeugt, eine Verbeugung, durch die sie sich zudem der Lächerlichkeit preisgeben, denn: Man kann nicht einerseits dem Genderirrsinn anhängen und andererseits beklagen, dass die „Evolution geleugnet“ werde. Wie Ulrich Kutschera in seinem neuen Buch „Das Gender-Paradoxon“ gezeigt hat, basiert der Genderismus auf einer Ablehnung der Evolutionstheorie, derselbe Genderismus, den die Wissenschaftsmarschierer mit ihrem Binnen-I hofieren.

Der Marsch für die Wissenschaft scheint vor viel mehr ein Marketinggag der con gressa GmbH zu sein. Bei der con gressa GmbH verdient man Geld mit “Wissenschaftskommunikation”, mit der Entwicklung neuer Veranstaltungsformate (z.B. einen Marsch für Wissenschaft) mit der Organisation von Kongressen und mit PR-Beratung (für Klimaforscher?).

Vertretungsberechtigte Geschäftsführerinnen und inhaltlich verantwortlich gemäß § 6 MDStV für die con gresa GmbH sind: Susann Morgner, Dr. Christine Titel, Jörg Weiss”

Verantwortlich für die Seite der Berliner Marschierer ist:
March for Science Berlin
Susann Morgner
marchforscienceberlintwitter@gmail.com

Der Marsch für die Wissenschaft dient wohl eher den wirtschaftlichen Interessen derer, die befürchten, ein kritisches Klima, wie es z.B. in einer wirklichen Wissenschaft herrscht, würde den Geldsegen öffentlicher Forschung beenden, an dem sie zu hängen scheinen. Das macht dann auch das seltsame Interesse an öffentlich geförderter Wissenschaft gleich im ersten Satz des Mission Statements verständlich.

Öffentlich-rechtliche FakeNews: ZDF macht Werbung für Astrologie

Lügenmedien, das war gestern. Heute gibt es die Astromedien.

heute-fakenewsDas ZDF hat das Marketing für Profi-Astrologen wie Klemens Ludwig übernommen. Profi-Astrologen erstellen ganz individuelle Horoskope, die den exakten Geburtszeitpunkt in Rechnung stellen und „Menschen offensichtlich Orientierung bieten“. Wegen dieser professionellen Astrologie wissen wir, dass Uranus und Pluto ungünstig standen, als Klemens Ludwig im Alter von 10 Jahren während eines „sechswöchigen Kuraufenthalts .. gehänselt, gemobbt“ und „richtig fertig gemacht“ wurde – „auch von der Erzieherin“! Nicht nur das! Wenn Uranus über ihren Mond läuft, wie das bei Klemens Ludwig der Fall war, dann wissen Sie: Es ist an der Zeit, die Beziehung, in der Sie feststecken, zu beenden.

Professionelle Astrologie hat viel zu bieten, wie das ZDF werbeträchtig zeigt: Es gibt sogar eine Erkenntnislehre, auf der die Astrologie fusst: Zwei große Denkschulen. Die eine Denkschule, die „sagt, was am Himmel passiert, beeinflusst das, was sich auf der Erde abspielt. Es gibt also eine Kausalität zwischen Himmel und Erde“. Und dann gibt es die andere Denkschule, die davon ausgeht, dass „Sterne und Planeten […] Spiegel dessen [sind], was sich auf der Welt abspielt“.

Die Spiegel müssen ziemlich zeitversetzt funktionieren, da alleine das Licht, das vom Beteigeuze, dem hellsten Stern im Orion, der Sternenkonstellation, die die Ägypter ganz wichtig fanden, 642,5 Jahre benötigt, um bei uns anzukommen. Wir sehen also immer die Vergangenheit, wenn wir in den Himmel blicken, nie die Zukunft, die „professionelle Astrologen“ wie Ludwig „mit Mathematik“ aus dem Blick in den Himmel ableiten will.

Aber verweilen wir doch noch ein wenig bei der angeblichen Erkenntnislehre der Astrologie: Was im Himmel passiert beeinflusst, was sich auf der Erde abspielt. Das ist die Grundlage, die nach Ansicht von Klemens den Astrologen vom „bezahlten Schwätzer“ unterscheidet. Wenn also ein schwarzes Loch, wie es die NASA 2016 dokumentiert hat, einen Stern verschlingt, dann hat dies auf der Erde zur Folge, dass im ZDF ein neuer Intendant gesucht werden muss. Vielleicht ist das gefräßige schwarze Loch auch nur deshalb so gefräßig, weil in Deutschland GEZ-Gebühren pro Haushalt erhoben werden? Das wäre dann im Einklang mit der zweiten Denkschule, die der professionelle Astrologe Ludwig, der „nach einer Lebenskrise die Astrologie“ entdeckt hat, als Erkenntnistheorie der Astrologie identifiziert hat.

Und es wäre ebenso großer Unsinn wie die Behauptung, professionelle Astrologie unterscheide sich von nichtprofessioneller Astrologie und könne auch nur entfernt einen Anspruch erheben, irgend etwas anderes als willkürliches Geschwätz zu sein, um einmal im sprachlichen Duktus des Interviews auf Heute.de zu bleiben.

Belastbare Aussagen zeichnen sich dadurch aus, dass man sie überprüfen kann. Religiöse Aussagen zeichnen sich dadurch aus, dass man sie glauben muss, ohne dass man sie überprüfen kann.

Klemens Ludwig entblödet sich nicht, Folgendes zum Besten zu geben:

“Donald Trump ist Zwilling und im Aszendent Löwe. Der Löwe erklärt seinen Drang zur Selbstdarstellung und sein überbordendes Ego. Für einen Zwilling ist Trump insofern untypisch, weil der Zwilling eigentlich weltoffen ist. Was der Zwillingsprägung jedoch völlig entspricht, ist die Flexibilität – bei Trump auch in Bezug auf die Wahrheit und harte Fakten sowie eine gewisse Oberflächlichkeit: Trump ist an vielem interessiert, geht aber nicht in die Tiefe.“

Albert TraktatEs ist ja heute Mode unter denen, die sich besonders intellektuell finden, Donald Trump zu diskreditieren. Ludwig macht hier keine Ausnahme und bestätigt dabei, dass Astrologie tatsächlich mehr ist als bloßer Humbug, sie ist faschistischer Humbug, der sein Opfer dann, wenn es gerade die Kriterien erfüllt, die man als „typisch für den Löwen“ ansieht, auf die entsprechenden Kriterien festgenagelt wird, während dann, wenn er die Kriterien nicht erfüllt, die Untypik konstatiert wird.

Hans Albert hat die dargestellte Vorgehensweise als Kritikimmunisierung bezeichnet und als Hauptmerkmal von Religionen identifiziert. Letztlich ist es die Kritikimmunisierung, die die Religion verrät, denn wissenschaftliche und alle Aussagen, die ernst genommen werden wollen, lassen sich an dem Inhalt messen, den sie behaupten. Trifft der Inhalt zu, dann ist die Aussage bestätigt. Trifft er nicht zu, dann ist die Aussage widerlegt. Es gibt nur in Religionen etwas dazwischen.

Zwischen beidem, dem typischen Löwen und dem untypischen Zwilling im vorliegenden Fall, kann man nach Herzenslust fabulieren und drauflos beleidigen und eben einmal einen Menschen, den man aus dem Fernsehen kennt, aus der Darstellung, die er von sich gibt, als jemanden ausgeben, dessen innerstes Wesen der Oberflächlichkeit man erkannt hat.

Und das ZDF, ein aus Beiträgen finanzierter öffentlich-rechtlicher Sender macht Werbung für einen derartigen Unsinn, bietet sich als Werbeplattform, auf der der professionelle Astrologe und ex-Menschenrechtsaktivist Ludwig, Humbug bewerben darf und ungehindert behaupten darf, dass Aussagen der Astrologie etwas anderes seien als willkürliche Aussagen, die sich weder als falsch noch als richtig erweisen können, da sie keinerlei konkrete Inhalte umfassen.

Astrologie und Horoskope sind Dinge für all diejenigen, die glauben wollen, die Zukunft sei vorhersehbar und das eigene Leben von anderen Mächten bestimmt. Wer rational ist, wie es der Steinbock Ludwig als typisch für sich, den Steinbock, in Anspruch nimmt, der kann schlicht und ergreifend mit astrologischem Humbug nichts anfangen, denn letzterer ist irrationaler Glaube an die Macht der Sterne, daran, dass der Intendant des ZDF einen Einfluss darauf hat, welcher Stern als nächstes zum Neutronenstar wird – oder umgekehrt.

Wen Sie schon Blödsinn glauben wollen, dann glauben Sie doch, dass Spenden für ScienceFiles einen Effekt auf ihr Leben haben. Je mehr Sie ScienceFiles spenden, desto mehr ihrer Wünsche gehen in Erfüllung, aber nur dann, wenn sie jeden Morgen gegen 3 Uhr 15 und 21 Sekunden 20 einen heilenden Stein ihrer Wahl in die exakte Richtung werfen, in der Beteigeuze gerade das Firmament ziert. Wenn sie auch nur ein Grad oder eine Sekunde abweichen, dann können wir keine Garantie mehr übernehmen.

In jedem Fall stellt der Beitrag des ZDF FakeNews dar, wird darin doch allen Ernstes behauptet, Astrologie sei etwas anderes als Humbug. Da die Bundesregierung gegen FakeNews vorgehen will, sollte hier ein Zeichen gesetzt und dem ZDF die Einnahmen aus Fernsehgebühren für drei Monate entzogen werden.

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