Das Ende der Zukunft? Noch ein Gender Gap

Das Supplement der Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie enthält einen recht gut gemachten Beitrag, den wir hier zum Anlass nehmen wollen, um die gesellschaftlichen Folgen der Durchgenderung der deutschen Gesellschaft zu prognostizieren.

Zunächst zum Beitrag.

“Modernization and the Gender Gap in Religiosity: Evidence from Cross-National European Surveys”, so lautet der Titel des Beitrags von David Voas, Siobhan McAndrew und Ingrid Storm. Gegenstand des Beitrags ist eine Beobachtung, die in Befragungen quer durch Europa immer und immer wieder gemacht wird:

Frauen sind religiöser als Männer

OLYMPUS DIGITAL CAMERAEs geht hier also um aggregierte Aussagen, und weil aggregierte Aussagen regelmässig zu Verständnis-Schwierigkeiten führen, hier eine kurze Erläuterung: Betrachtet man alle (befragten) Frauen und alle (befragten) Männer jeweils als Gruppe, dann weist die Gruppe der Frauen, wenn man die individuellen Werte von Religiosität addiert und durch die Anzahl der Frauen in der Gruppe dividiert, einen höheren Mittelwert auf als die Gruppe der Männer. Dieser Wert gibt somit eine zentrale Tendenz an: Frauen tendieren als Gruppe dazu, religiöser zu sein als Männer. Richtig interpretieren kann man diesen Wert jedoch nur, wenn man ihn zur Streuung innerhalb der beiden Gruppen ins Verhältnis setzt, denn der Mittelwert von 2,2,2 ist ebenso zwei wie der Mittelwert von 4,1,1, kurz: Hinter dem Mittelwert verstecken sich erhebliche Unterschiede zwischen Individuen, deren Variation innerhalb der Gruppe in der Regel größer ist als zwischen den Gruppen.

Im Beitrag von Voas, McAndrew und Storm werden relative Risiken für Religiosität und A-Religiosität berechnet, was bedeutet, dass die Variation innerhalb der Gruppen berücksichtigt wird. Nicht nur das: Die Autoren berechnen zunächst für Frauen und Männer die relativen Risiken, religiös bzw. nicht religiös zu sein, setzen diese zueinander ins Verhältnis, um dann mit einem Maß zu enden, das den Anteil religiöser Frauen durch den Anteil a-religiöser Frauen dividert und das Ergebnis wiederum ins Verhältnis zum Anteil religiöser Männer dividiert durch den Anteil a-religiöser Männer setzt. Als Ergebnis stellt sich dann ein Maß ein, das dann, wenn Frauen ein höheres Risiko haben, religiöser zu sein als Männer, Werte über 1 annimmmt, während die Werte im umgekehrten Fall unter 1 liegen. Besonders schön an dieser Art der Berechnung ist, dass die Abweichung von 1 als prozentual höheres Risiko, religiös zu sein, interpretiert werden kann.

Wie misst man Religiosität?

Voas, McAndrew und Storm greifen bei ihrem Versuch, Religiosität zu messen, auf eine ganze Reihe von Indikatoren zurück, die in drei verschiedenen Umfragsurveys, nämlich dem European Value Survey, dem International Social Survey Programme und der European Value Study enthalten sind. Die drei Survey Programme decken zwischen 22 und 46 eurpäischen Staaten ab und erheben in jedem dieser Länder die Daten von rund 1.500 Befragten. Die Datengrundlage ist entsprechend üppig.

Religiosität gibt es nunmehr in vier Varianten:

  • praying handsals religiöse Bindung, erfragt z.B. mit der Frage: “Fühlen Sie sich einer bestimmten Religionsgemeinschaft zugehörig?”
  • als religiöses Verhalten, erfragt z.B. über die Kirchgangshäufigkeit;
  • als Selbsteinstufung, erfragt z.B. mit der Frage: “Egal, ob Sie zu einer Religionsgemeinschaft gehören oder nicht: Was würden Sie sagen, wie religiös sind sie?”
  • als Betfrequenz, erfragt z.B. mit der Frage: Wie oft beten Sie? (wenn überhaupt)

Auf allen diesen Indikatoren, weisen Frauen ein höheres Risiko auf: So haben westdeutsche Frauen ein um 30% höheres Risiko, religiös gebunden zu sein  (ostdeutsche Frauen ein um 18% höheres Risiko), ein um 25% höheres Risiko, sich entsprechend zu verhalten (ostdeutsche Frauen: 47%), ein um 32% höheres Risiko, sich selbst als religiös zu bezeichnen (ostdeutsche Frauen: 22%) und ein um 47% höheres Risiko, zu beten (ostdeutsche Frauen: 33%) als westdeutsche (ostdeutsche) Männer.

Damit zeigt sich einmal mehr und sehr deutlich, dass Religiosität eine weibliche Domäne ist. Was zur nächsten Frage führt: Warum ist das so?

Es ist aus anderen Forschungen bekannt, dass Frauen im Aggregat Risiko averser sind als Männer, d.h., wo Männer mit hoher Wahrscheinlichkeit bereit sind, ein Risiko einzugehen, z.B. dadurch, dass sie sich selbständig machen oder eine Innovation kaufen, sind Frauen Risiko avers, machen sich eher nicht selbständig und kaufen Innovationen erst dann, wenn sie keine mehr sind. Dieses Ergebnis haben Miller und Hoffman (1995) zum Anlass genommen, um Religiosität als Bestandteil einer Strategie zum Umgang mit Risiko zu erklären: Religiosität wird demnach zu einer Reaktion auf Todesfurcht, Angst und Verzweiflung, motiviert durch das Verlangen, die Natur zu beherrschen, wobei man hier besser von Beherrschen lassen sprechen würde, denn Religiosität ist ja gerade das Gegenteil von aktiver Suche nach Erklärung, da die Erklärungen für Risiken und Probleme durch die Religion bereits vorgegeben sind.

Kritik des theologischen DenkensEntsprechend kann man also festhalten, dass Religiosität als Hemmschuh bei der Bearbeitung von Problemen wirkt: Religiöse Menschen gehen seltener, wenn überhaupt Risiken ein, bringen entsprechend seltener Beiträge zum Erkenntnisgewinn, die auf riskanter Forschung oder mutigen Antizipationen basieren, zeichnen sich dadurch aus, dass sie die Sicherheit des Status Quo jedem Risiko des Neuen vorziehen und lieber halten, was sie haben, als dass sie Neues erstreben. Fortschritt, so betrachtet, wird durch Religiosität gehemmt und behindert.

Entsprechend haben Voas, McAndrew und Storm angenommen, dass Säkularisierung und Modernisierung dazu führen, dass sich das Gender Gap in Religiosität reduziert, da beide Entwicklungen dazu führen, dass Naturerklärungen rationalisiert werden und nicht mehr auf irrationalem Glauben basieren. Und in der Tat, können die Autoren eine entsprechende Entwicklung zeigen, allerdings nur für Länder des europäischen Südens, deren wirtschaftliche Entwicklung hinter den Ländern des Nordens herhinkt.

Auch die Geschlechtergleichheit wird von den Autoren bemüht, mit der Annahme, dass Geschlechtergleichheit sich schrumpfend auf das Gender Gap in Religiosität auswirkt. Abermals finden die Autoren einen Effekt, abermals ist er zu klein, um das Gap zu erklären oder gar zum Verschwinden zu bringen.

Das Gender Gap in Religiosität erweist sich als so hartnäckig, dass sich Voas, McAndrew und Storm in der Notlage sehen, mit Biologie erklären zu müssen, mit einem biologischen Marker, der sich auf Persönlichkeitsvariablen (Frauen sind neurotizistischer als Männer) ebenso auswirkt wie auf Risikobereitschaft. Biologie produziere demnach einen Gender Gap in Religiosität, der durch Sozialisation etwas abgemildert werden könne.

Auch wenn wir diese Erklärung nicht teilen, schon deshalb nicht, weil die Autoren keinerlei Randbedingungen untersucht haben, die sich systematisch zwischen dem Rollenbild, das sich mit einem weiblichen bzw. einem männlichen Leben verbindet, unterscheiden, wie z.B. die Tatsache, dass Frauen immer auf einen doppelten Boden vertrauen können, schon weil ihnen ein gesellschaftlicher Opferstatus zugewiesen wird und wenn jemand in den Genuss von Wohltaten kommt, die er sich nicht selbst erarbeitet hat, dann fördert dies, und das ist unsere Hypothese, den Glauben an irrationale oder überirdische Kräfte, wie Vorsehung, Bestimmung oder Gott, auch wenn wir diese Erklärung nicht teilen, wollen wir sie hier nicht weiter hinterfragen.

Denn wichtiger sind nach unserer Ansicht die Konsequenzen, die davon ausgehen, dass man derzeit versucht, mit aller Gewalt Frauen in wissenschaftliche Positionen zu hieven. Mit diesen Versuchen steigt das Risiko, Gläubige an die Stelle von Wissenschaftlern zu setzen. Damit steigt das Risiko, irrationale Heilslehren an Universitäten zu verankern, und damit steigt das Risiko, aus Universitäten religiöse Pilger-Stätten zu machen, an denen keinerlei Forschung mehr stattfindet, die mit einem “Risiko” verbunden ist.

dead endWer sich nunmehr vergegenwärtigt, dass Universitäten mit Genderisten vollgestopft werden, dass Lehrstühle, die Glaubensinhalte der Genderlehre zum Gegenstand haben, aber keinerlei Verbindung zu wissenschaftlichen Methoden und Verfahren kennen, etabliert wurden, dass Universitäten zu Horten der Kindererziehung und der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, zum Idyll einer Großfamilie umgestaltet werden sollen, wer sich in Erinnerung ruft, dass Universitäten Schlange stehen, um als familienfreundlich zertifiziert zu werden und sich beeilen, eine Zivilklausel in ihre Statuten zu schreiben, wer dann noch bedenkt, dass Gentechnologie und alle Technologien, die eine Zukunft versprechen, in Deutschland eher Gegenstand feministischer Propaganda als Gegenstand sinnvoller Forschung werden, der kann nicht anders als das Ende der Zukunft zu sehen.

Voas, David, McAndrew, Siobhan & Storm, Ingrid (2013). Modernization and the Gender Gap in Religiosity: Evidence from Cross-National European Surveys. Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 65(Supplement): 259-283.

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35 Responses to Das Ende der Zukunft? Noch ein Gender Gap

  1. Meier, Hans (Kempten) says:

    Interessant. Der Begriff “Religion” ist natürlich seinerseits erklärungsbedürftig. Ich definiere ihn FÜR MICH als “metaphysische Gewissheit mit Auswirkungen auf das persönliche Leben” – innerhalb DIESER Definition bemisst sich der Grad der religiösen Gefährdung (schön formuliert!) also nach dem Grad der Gewissheit, dass man / frau IRGENDWIE (intellektuell, aber auch nur eomational) hat oder HABEN WILL! (Es gibt nicht nur Glaube, es gibt auch einen Willen zum Glauben.)

    Nach meiner subjektiven Alltagsbeobachtung stimmen die Ergebnisse des Berichtes. Interessant wird es nun aber, wenn ich meine Definition von Religion verwende, da der Grad der Gewissheit unabhängig ist von den Inhalten der Gewissheit – dabei ist es egal, ob man an einen Gott glaubt / bzw. glauben will oder an ein atheistisches Modell. Und siehe da: In meinem Umfeld sind sowohl die überzeugtesten Christen als auch die überzeugtesten Atheisten Frauen. In beiden Fällen befreit die metaphysische Gewissheit von Unsicherheiten und gibt Leitplanken für das Verhalten vor, an dem dann um jeden Preis festgehalten wird, als könnte ein Blinder eine Leine nicht loslassen, weil er dann keine andere Orientierung mehr hat.

    Und schließlich der Fanatismus, mit dem der genderismus von einigen vertreten wird – ist das nicht dasselbe?

  2. a.behrens says:

    Hallo,

    mal der Versuch eines Gedankenganges, Ausdruck meiner Suche nach Verstehen des Feminismus und Überlegung wie ich selbst für mich geeignet reagieren könnte.

    Wenn man “höheres Risiko auf Religiösität” übersetzt als “tendiert dazu, Kausalitäten (also Ursachen einer beobachtbaren Vorganges) als das Wirken höherer Mächte zu betrachten”

    dann bedeutet das in der Konsequenz, dass Frauen dazu tendieren den 23%-Gap, “Gläserne Decken” und Naturwissenschaften als das Wirken höherer Mächte zu betrachten. Und somit der Feminismus eigentlich eine religiöse Äußerung ist, die Männer als Götter betrachtet.

    Oder?

    Dann wären für diese religiösen Frauen Frauenquoten, #Aufschrei-Debatten und Gleichstellungsgesetze im Prinzip ein Versuch in den Olymp aufzusteigen?

    Daraus ergeben sich für mich dann im Rahmen einer Männerrechtsbewegung als Konsequenz:

    – Männer müssten zunächst als Gruppe ihre Göttlichkeit akzeptieren.
    – Frauen betrachten sich selbst als nicht göttlich, In Abgrenzung zu männlichen Göttlichkeit also als gewöhnlich oder sterblich.
    – Einem Fakt, welchen Männer akzeptieren müssten.
    – Männer müssten verstehen, dass Frauen auch gern göttlich sein wollen und der Feminismus ein Versuch ist, in den männlichen Olymp aufzusteigen.
    – Die Götter müssten Frauen klar machen, dass man in den Olymp nicht per Diebstahl kommt. Göttliche Fähigkeiten kann man nicht klauen. Um in den Olymp aufzusteigen braucht Frau eigene göttliche Eigenschaften.

    Das Frauen zu Mir(*) in den Olymp wollen, finde ich nachvollziehbar. Aber wie kann man Frauen helfen und wie könnte eine passende Antwort auf dem Feminismus aussehen? Als religiöse Äußerung ist der Feminismus offensichtlich immun gegen göttliche Logik, auch gegen die von Sciencefiles.

    Sri Durga Ma (**) hat mir sinngemäß mal gesagt “Der Weg zu Gott besteht aus drei Teilen. 45% Erkennen der eigenen Unheiligkeit, des eigenen Dunklen. 45% Erkennen des eigenen Lichts und 10% Gnade.” und weiter “wenn ein Mensch versucht den Weg in der falschen Reihenfolge zu gehen oder einen Schritt zu überspringen, wird er wahnsinnig.” Was für mich zutrifft, den Wahn kann man im regelmäßig nachlesen.

    Die spirituelle Methode auf den ersten beiden Schritten die diese Frau nennt, sind übrigens “Sich selbst beobachten ohne einzugreifen, Wirkmechanismen identifizieren und per Experiment überprüfen”, IMO durchaus eine naturwissenschaftliche Herangehensweise.

    Der Feminismus hat IMO den ersten Schritt übersprungen. Und entsprechend wäre es jetzt Aufgabe eines Maskulinismus bzw. von mir religiöse Frauen systematisch und gründlich zum Beschreiten des ersten Wegteils zu zwingen. Vulgo: Systematisch die dunkle Seite der Frau beschreiben und gründlich und systematisch den Unterschied zwischen Sterblicher und Göttlichem aufzuzeigen.

    (*) Als Gott schreibe ich mich natürlich GROSS und rücke Mich selbst in den Mittelpunkt.
    (**) http://www.sri-durgamayi-ma-ashram.de/

    • a.behrens says:

      In Ergänzung ein paar praktische Beispiele:

      23%-Gap: Statt zum (gefühlten) 1-Millionsten-Mal auf die statistischen Fehler hinzuweisen, wäre die korrekte Reaktion “den Gap gibt es, weil Frauen dumm, faul und feige sind.” Sowie der Hinweis das man den Gap durch Intelligenz (also etwa bei der Wahl der Ausbildung), Fleiß (Überstunden, Verzicht auf Teilzeit) und Mut (Selbständigkeit) überwindet. Ein Hinweis auf die statistischen Fehler funktioniert nicht, da lediglich göttliche Logik benutzt wird.

      Statt das Professorinnen-Programm zu mit Logik zu bekämpfen wäre der korrekte Weg Gender-Professorinnen als das zu bezeichnen was sie sind: Denkunfähig.

      Statt sorgenvoll auf Frauenquoten zu schielen wäre es korrekt sich danebenzustellen und Beifall zu klatschen: Mal wieder eine Frau die berufliche Unfähigkeit bewiesen wurde.

    • NVNM says:

      Esoterisches Denken mit esoterischem Denken bekämpfen wollen…

      Ich hoffe Sie arbeiten weit, weit von jedem wissenschaftlichen Betrieb entfernt. Bei so viel hohlen Phrasen wird mir schlecht.

      • A. Behrens says:

        Bezüglich Esoterik: Damit habe ich kein Problem. Esoteriker befassen sich üblicherweise mit sich selbst. Sie versuchen nicht die Welt zu verändern. Und vor allem versuchen sie nicht mich zu beklauen.

        Beim Feminismus geht es aber nicht um Esoterik, sondern um eine Ideologie. Und Ideologen sind (soviel habe ich durch den Sozialismus gelernt) immun gegen Logik und immun gegen Wissenschaft.

        Und ja, der Feminismus ist in meinen Augen die am schnellsten wachsende und vermutlich zwischenzeitlich drittgrößte (nach Christentum und Islam) Religion der Welt. Der Feminismus hat alles was man für eine Religion braucht: Eine einfach zu verstehende Heilslehre, eine gut ausgebildete Priesterschaft und Anhänger, welche ihren Führern blind folgen.

        In der menschlichen Geschichte wurden noch nie Religionen durch Wissenschaft ausgelöscht, wohl aber das Gegenteil. Selbst die Aufklärung war nur möglich, weil die christliche Kirche einen fatalen Fehler machte: Weil die Aussagen der Wissenschaft zu einem bestimmten Zeitpunkt deckungsgleich mit den Aussagen der Kirche war und die Kirche sehr wohl die Kraft von Logik kannte, wurden von der Kanzel Erkenntnisse der Wissenschaft gelehrt. Dumm war dann, dass die Wissenschaft ihren Kenntnisstand revidieren musste. Als dann das alte Weltbild verworfen wurde, wurde gleichzeitig die Kirche verworfen und die Zeit der Aufklärung begann.

        Aber das war ein einmaliger Fehler. Der Feminismus hat gelernt: Sie baut nicht nur eine neue Kirche auf, sondern vergiftet gleichzeitig einen der größten Gegner (Wissenschaft), durch Gender-“Science”.

        Und ja: Auch hinter Wissenschaft steckt letztlich eine gewaltige Ideologie: Die Ideologie der Kausalität. Die Ideologie “an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen”, die Ideologie alles bezahlt werden muss. In Sciencefiction-Literatur gibt es nicht umsonst Kirchen, deren Wesensmerkmal Naturwissenschaft ist. Ideologien und Religionen brauchen keinen Gott, aber ein Heilsversprechen. Und Naturwissenschaft hat genau dieses Heilsversprechen. Also warum sollte man dieses Heilsversprechen nicht verkünden?

  3. Bergische Löwin says:

    Sie schreiben: “Mit diesen Versuchen steigt das Risiko, Gläubige an die Stelle von Wissenschaftlern zu setzen.” Wie die nachfolgenden Zitate eindrucksvoll zeigen (und es gibt noch dutzende Zitate anderer Wissenschaftler mit ähnlichen “Erkenntnissen”), sehen nicht ganz unbedeutende Wissenschaftler den Gegensatz nicht, den Sie hier aufbauen:

    “Die Naturwissenschaften braucht der Mensch zum Erkennen, den Glauben zum Handeln. Religion und Naturwissenschaft schließen sich nicht aus, wie heutzutage manche glauben und fürchten, sondern sie ergänzen und bedingen einander. Für den gläubigen Menschen steht Gott am Anfang, für den Wissenschaftler am Ende aller Überlegungen.”
    (Max Planck (1858-1947)), deutscher Physiker, Begründer der Quantentheorie

    “Die moderne Physik führt uns notwendig zu Gott hin, nicht von ihm fort. – Keiner der Erfinder des Atheismus war Naturwissenschaftler. Alle waren sie sehr mittelmäßige Philosophen.”
    Sir Arthur Stanley Eddington (1882-1946), englischer Astronom und Physiker

    “Der erste Trunk aus dem Becher der Naturwissenschaft macht atheistisch, aber auf dem Grund des Bechers wartet Gott.” Werner Heisenberg (1901-1976), deutscher Physiker

    Für mich persönlich ist es ebenfalls ganz eindeutig so, dass dem nicht-religiösen Wissenschaftler einfach etwas fehlt zum absoluten Erkenntnisgewinn.

    • a.behrens says:

      Das Problem ist hier IMO der Begriff Religion. Dieser Begriff ist nicht sauber definiert und kann sowohl “Glauben an das Wirken einer höheren Macht” als auch “Wissen um die Unbeschreiblichkeit des Seins” bedeuten.

      Bei Star Trek gibt es den Androiden Data. Dieser kann denken, aber nicht fühlen. In einer Folge bekommt er von den Borg eine echte Haut implementiert und erlebt zum ersten mal was fühlen bedeutet. Als Android weiß er was passiert (Ausschüttung von Hormonen und Aktivierung von Neuronen), aber das was er erlebt ist etwas Unbeschreibliches.

      Die negative Form von Religion glaubt lediglich. Auch offensichtlich Unsinniges. Eine positive Form von Religion wird heute meist als Spiritualität bezeichnet und versteht sich als ein Erleben des Lebens. Und kommt ohne (Erlöser-)Gott aus.

      • Bergische Löwin says:

        Was bedeutet bitte “IMO”? Sie sagen:

        “Eine positive Form von Religion wird heute meist als Spiritualität bezeichnet und versteht sich als ein Erleben des Lebens. Und kommt ohne (Erlöser-)Gott aus.”

        Eben nicht. Leben bedeutet “zum Leben erweckt durch Gott”. Erleben ist eine menschliche Wahrnehmung. Und mit Verlaub, wo bleiben Geist und Seele des Menschen, wo die selbstlose Liebe? Da ist Gott in reiner Form in uns. So denken wir Christen. Wir alle “sind Liebe” und auf Erden, um unser Bewusstsein dessen zu erweitern. In aller Regel ein sehr langer Weg, aber ein schöner! Das glaube ich 🙂 Nein, das weiß ich!

        • A. Behrens says:

          IMO = In My Opinion = Meiner Meinung

          Bezüglich der Definition von Leben: Sie definieren Leben rekursiv mit Leben. Offensichtlicher Unsinn. Wäre keinem der von Ihnen zitierten Wissenschaftler in den Sinn gekommen.

        • Dr. habil. Heike Diefenbach says:

          … ich verstehe sehr gut, dass es Dinge gibt, die man einfach “weiß” oder sagen wir besser: tief fühlt, so dass man sie als einen wichtigen Bestandteil der eigenen Person wahrnimmt. Und das ist auch erst einmal gut so, denn es gibt einem die Möglichkeit, sich authentisch zu verhalten, eine Persönlichkeit auszubilden. Aber wenn ich an Gott glauben würde, dann würde ich vermuten, dass er den Menschen mit einem Gehirn ausgrüstet hat, damit er es benutzt und weiterentwickelt (vielleicht ist das evolutionäre Prinzip Gott).

          Und das würde bedeuten, dass Gott möchte, dass man sich als Mensch die Frage stellt: Woher “weiß” ich das eigentlich, was ich “weiß” oder zu wissen glaube? Und wenn man sich diese Frage stellt, dann kann einen das dazu anregen, tiefer in die Phänomene dieser Welt einzusteigen, und je mehr man das tut, desto mehr erkennt man die Komplexität und ja, wenn man so sagen will: die Grandiosität vieler Abläufe und Zusammenhänge, und das kann ein erhebender Moment sein.

          Ich glaube, dass Leute wie Einstein oder Heisenberg diese Momente erlebt haben und in Worte gefasst haben, und vor diesem Hintergrund von Gott gesprochen haben, was immer das genau für sie war (ein Prinzip, ein Bewußtsein, eine geistige Entität …). Insofern denke ich auch, dass ein Wissenschaftler ein SPIRITUELLER Mensch sein kann (oder vielleicht sogar an irgendeinem Punkt der Erkenntnis einer sein muss), aber eben kein RELIGIÖSER in dem Sinn, dass er einem bestimmten Dogma folgt, auch um den Preis, dass es in Gegensatz zu dem gerät, was er mit wissenschaflichen Methoden belegen oder besser: falsifizieren kann.

          Von daher glaube ich auch, dass es in dieser Diskussion um zwei verschiedene Dinge geht, wie schon andere Kommentatoren bemerkt haben. Wir wenden uns weder in dem Beitrag, über den hier diskutiert wird, noch anderswo gegen Spiritualität (im Gegenteil, und besonders ich selbst nicht), aber wir wenden uns gegen jede Form von Denk-Vorgaben oder Dogmatismus, die das wissenschaftliche Forschen oder Denken einschränken. Zweifellos hat das z.B. auch Einstein getan – der Mann ist ja auch nicht umsonst vor Leuten ins Exil geflohen, die Denkverbote erlassen haben.

    • A.S. says:

      “Für mich persönlich ist es ebenfalls ganz eindeutig so, dass dem nicht-religiösen Wissenschaftler einfach etwas fehlt zum absoluten Erkenntnisgewinn.”

      Dem nicht-religiösem Wissenschaftler fehlt nicht Religion zur Erkenntnis. Im Gegenteil, ein Wissenschaftler muss nicht-religiös sein, zumindest während er Wissenschaft betreibt. Er kann sonst gerne religiös sein, aber die Wissenschaft darf sich nicht an heiligen Büchern orientieren, sonst ist es keine Wissenschaft.
      Und was die großen Namen angeht: Warum orientieren sie sich nicht an Einstein, der Gott als die “Summe der Naturgesetze” bezeichnet hat (nicht gerade die christliche Gottesvorstellung), oder an Dawkins? Genau deshalb geht Wissenschaft und Religion nicht zusammen, weil sich religiöse Menschen gerne die passenden Indizien raussuchen und die anderen unterschlagen!

  4. Bergische Löwin says:

    ich finde Religiösität für Wissenschaftler geradezu noch viel wichtiger als für den Nicht-Wissenschaftler! Hier eine schöne Sammlung:

    http://www.hjcaspar.de/gldateien/glauwizit1.htm

    • Finden kann man viel, allein, wo sind die Belege? Ich will jetzt nicht ins Detail gehen und verweise statt dessen, auf das verlinkte Buch von Hans Albert und auf ein schönes Essay von Betrand Russell: Warum ich kein Christ geworden bin! Und zu dem anderen Kommentar: Dass manche Forscher zuweilen an die Frage stoßen, wie die “letzte” Erklärung z.B. dann aussieht, wenn man sich fragt, wo der Urknall herkommt und dann überlegen, ob es sinnvoll ist, einen Gott anzunehmen, hat so viel mit Religiosität zu tun, wie die Erforschung der Wirkstoffe in Bier mit dem deutschen Reinheitsgebot.

      • Bergische Löwin says:

        Wo kommt “das Leben” her? Warum kann bis heute kein Wissenschaftler im Labor freihand einen Grashalm züchten, der wächst oder gar ein Tier, das lebt? Weil es an dieser Stelle einen Schöpfer gibt und wir Menschen tragen, jeder einzelne, einen Funken Gottes in uns.

        • Nein, das Leben geht auf Azatoth zurück, der im Dunkeln nagt und ab und zu Grashalme wirft. Wahlweise kommt das Leben auch aus dem Reagenzglas der Aliens, die ihrerseits wiederum von einem Galaktische Rat ins Leben gerufen wurden. Und am Anfang war das Wort, nicht vergessen…

          • Bergische Löwin says:

            Nein, das vergesse ich sicher nicht. Denn am Anfang war garantiert kein Wissenschaftler, denn dem fehlt das Wichtigste.

            Sie haben aber viele Namen für den Schöpfer……….Ist doch super, das ich nicht schreibe: die SchöpferIN, nicht wahr? Immer die Hand am Puls, alles wird gut.

            • Martin says:

              Herrje. Liebe “Löwin”, ihre “Argumente” sind der in vielen Publikationen mehr als ausreichend behandelte kreationistische Quatsch und teils von wirklich betäubender Naivität, um nicht zu sagen Dummheit.

              “Warum kann bis heute kein Wissenschaftler im Labor freihand einen Grashalm züchten, der wächst oder gar ein Tier, das lebt? ”

              Weil es nicht ganz so einfach ist, Vorgänge nachzumachen, die einige hundert Millionen Jahre gedauert haben? Übrigens: Bisher hat auch noch kein Wissenschaftler im Labor “freihand” ein Sonnensystem nachgebaut. Halten Sie das auch für ein Argument?

              Ein Vorschlag: Ihre “Argumente” sind 1:1 von kreationistischen Seiten/Schriften abgekupfert. Es gibt viele gute Entgegnungen dafür. Lesen Sie sich halt mal ein bischen ein, dann können Sie zumindest die plumpsten Fehler vermeiden.

              • Bergische Löwin says:

                Ich weiß gar nicht, was “kreatonistische” Schriften sind, so kann ich auch nichts abkupfern. Bin ich doch nur eine schlichte Sportwissenschaftlerin. Jedoch weiß ich sicher, dass es “plumpeste” heißt und nicht “plumpste”. Und nach wie vor halte ich meine Ansicht nicht für dumm, sondern sehr gesund. Wussten Sie eigentlich, dass bei der Geburt Jesu die einfachen, in Ihren Augen wahrscheinlich “dummen” Hirten die ersten an der Krippe waren, da sie ganz schlicht dem Stern gefolgt sind? Derweil waren die “Weisen” aus dem Morgenland noch mit Ihren Berechnungen beschäftigt…….und die letzten an der Krippe. Manche intellektuell Verblendete sehen halt den Wald vor lauter Bäumen nicht. Vergelts’s Gott und: frohe Weihnachten!

        • Meier, Hans (Kempten) says:

          Das Leben habe ich geschaffen – auch Sie und in die Gehirne einprogrammiert, dass solche Fragen gestellt werden. Wenn Sie fleißig weiter suchen, werden Sie mich unvermeidlich fnden…

          …und ich werde nicht mehr so einsam sein. Warum sonst hätte ich Sie auch erschaffen sollen?

          Nur manchmal befallen mich, Ihren Gott, milde Zweifel: Wer hat denn nun mich geschaffen? Und wer ist dessen Schöpfer? Und wenn in dieser Schöpfer- und Meta-Schöpfer-Götter-Kette ein paar Zufalls-Urknälle sich finden sollen: wer hat die gezündet und alles so angelegt, dass es überhaupt zu ihnen kommen konnte?

          Und wer oder was hat dieses wer oder was…?

          Merken Sie was?

        • Philipp Gampe says:

          Wo kommt “das Leben” her? Warum kann bis heute kein Wissenschaftler im Labor freihand einen Grashalm züchten, der wächst oder gar ein Tier, das lebt?

          Doch, man ist bereits in der Lage, aus einer “Ursuppe” (entsprechend der chemischen Zusammensetzung der frühen Erde) funktionierende RSA zu erzeugen, d.h. man an Moleküle züchten, welche andere Moleküle eins zu eins kopieren können.
          Man kann schon länger DNA wie einen Baukasten zusammen bauen.

          Im Moment wird daran gearbeitet, den nächsten Schritt von RSA auf DNA zu machen. Dann hätte man tatsächlich die komplette Entwicklung des Lebens im Labor nachvollzogen.
          Dies ist jetzt hauptsächlich ein handwerkliches Problem, da die Grundlagen schon alle gelegt sind.

          Damit reduziert sich die Schöpferfrage schlicht auf die Grundkonstanten der Physik. Also warum ist e=1,602×10^(-19)C?

          • A.S. says:

            Jetzt überfordern Sie aber das religiöse Weltbild.
            Für ihren Kommentar muss man ja was wissen. Z.B. was e ist (mal die Elementarladung, mal e=2,7182818……… wer soll sich da noch auskennen) 🙂
            Das schöne an der Religion ist ja, dass man nicht viel wissen muss sondern glauben und fühlen kann und trotzdem scheinbar alle Fragen beantwortet werden.

  5. Roper9711 says:

    ein allgemeiner, vom artikel losgelöster kommentar:

    In vielen Ihrer Kritikpunkte steckt ein guter Kern, und ich finde es gut, dass Sie die gröbsten Auswüchse bürokratisch-politischer Programme kritisieren. Dieses Blog könnte so groß und gut sein, wenn Sie doch ein wenig selbstreflexivität für den eigenen Standpunkt hätten und nicht immer nur in die eine Richtung zielen würden…schadeschade. trotzdem schöne feiertage.

    • I’m sorry to hear it. However, Ihr Kommentar provoziert natürlich die Frage auf welcher Erkenntnisgrundlage Sie Ihre Kompetenzen gebildet haben, um anderen Menschen Ratschläge über “Selbstreflexivität” zu geben?

      • … lieber Michael, Roper9711s Kriterium für “Selbstreflexivität” ist offensichtlich, dass er von sich meint, gut im Reflektieren, auch über sich selbst und die eigenen Standpunkte zu sein. Und er hat seine Überzeugungen oder Einschätzungen, Und wenn diese zufällig dieselben sind wie unsere, dann hat unser blog das Zeug zum “guten und großen” blog, was immer das auch sein mag.

        Und wenn seine Überzeugungen und Einschätzungen nicht dieselben sind wie unsere, und die Prämisse die ist, dass Roper9711 für sich in Anspruch nimmt, ganz furchtbar “selbstreflexiv” zu sein, dann können wir es notwendigerweise nicht sein, ist doch klar, oder!?

        Mir scheint, dass etwas mit Rope9711s Prämisse nicht stimmt: vielleicht ist er gar nicht so “selbstreflexiv” wie er meint, denn wäre er es, dann hätte er wahrscheinlich bemerkt, wenn er so über seinen Kommentar nachdenkt (am besten, bevor er ihn schreibt!), dass sein Kommentar, keinerei Argument für oder gegen etwas enthält, sondern bloß eine unbegründete Behauptung, die seinem gusto entspringt, und dass auch über die Qualität der eigenen Behauptungen zu reflektieren ist, gerade dann, wenn sie auf emotionaler Basis vorgebracht werden.

        Naja, es ist nicht gerade die Stärke einiger Kommentatoren, dem, was Sie bei anderen Leuten einfordern, selbst gerecht zu werden bzw. werden zu können.

        Wir wünschen Roper9711 ebenfalls schöne und vor allem BESINNLICHE Feiertage – wie gemacht zur “Selbstreflexion”. Und vielleicht reflektiere ich darüber, wie man auf die Idee kommen könnte, dass man jemandem, dessen Meinung man in einer Hinsicht oder mehreren Hinsichten nicht teilt, eigentlich KEINE schönen Feiertage wünschen kann oder sollte – oder warum sonst sollte uns Roper9711 TROTZDEM schöne Feiertag wünschen.

        Wie wäre es mit etwas “Selbstreflektion” über die eigene Menschlichkeit und die der Mitmenschen? Wann sind andere Leute vom Status des Mitmenschen so gefallen, dass man ihnen TROTZDEM schöne Feiertage wünscht? Soviel Kleinlichkeit macht mich wirklich betroffen, und insofern meine ich das ernst, dass ich darüber erst einmal reflektieren muss.

        • Mal ein alternativer Deutungsvorschlag des TROTZDEM: Er hat Kritik geäußert. Er wünscht aber trotz der Kritik schöne Feiertage. Es soll nicht der Eindruck allgemeiner Negativität vorherrschen. Er ist Ihnen, auch wenn er Kritik äußert, freundlich gesonnen.

          So lese ich das.

          • Sie haben heute Ihren milden Tag?

            Ich fürchte, das:

            Dieses Blog könnte so groß und gut sein, wenn Sie doch ein wenig selbstreflexivität für den eigenen Standpunkt hätten und nicht immer nur in die eine Richtung zielen würden…schadeschade. trotzdem schöne feiertage.

            kann man nicht anders verstehen als Heike Diefenbach es getan hat.

  6. LoMi says:

    Ich finde die Indikatoren nicht überzeugend. Sie bilden lediglich eine formale Religionspraxis ab. Die Bereitschaft zur Konvention, zur Befolgung von Verhaltens-Regeln sagt natürlich auch etwas aus. Aber Religiosität misst das nicht. Damit bleibt z.B. jede Neigung zur Esoterik ausgespart. Ich habe aufgrund meiner persönlichen Erfahrung die Vermutung, dass Esoterik ebenfalls stärker von Frauen nachgefragt wird als von Männern. Was ich nicht weiß, ist, ob diese Vermutung empirisch gedeckt ist. Durch die erwähnte Studie wird dieser Punkt nicht erfasst, was schade ist, denn ein gewisser Hang zur Esoterik oder ähnlichen Glaubenssystemen zeigt sich auch in der Neigung zur Homöopathie oder zum Bio-Lifestyle. Ich würde mal denken, man hätte mit Rückgriff auf Thomas Luckmann mindestens ein schärferes Instrument entwickeln können. Für die abschließenden Thesen des Blogposts wäre eine Messung von Glaubensvorstellungen und der Bereitschaft zu solchen sicher stützender als die schlichte Tatsache der Kirchgangshäufigkeit.

    • Bergische Löwin says:

      Könnte es vielleicht sein, dass Frauen stärker an spirituellen Themen und den Fragen nach dem Ursprung und dem Sinn des Lebens interessiert sind, weil sie es sind, die mit ihrem Körper das Leben weitergeben? Weil sie sehr direkt und sehr persönlich mit Leben und Tod konfrontiert sind? Wahrscheinlich ist diese Vermutung wieder viel zu einfach, ich bitte um Entschuldigung.

  7. patzer says:

    Lesetipp:Bettina Röhl

  8. Bellator Eruditus says:

    Religion bzw. Religiösität ist biologisch-evolutionär nützlich. Es gibt dazu eine ganz ausgezeichnete Arbeit von Andreas Kilian (http://www.amazon.de/Die-Logik-Nicht-Logik-Wissenschaft-biologisch/dp/3865690629/), die ich immer wieder gerne empfehle.

    Kombiniert man diese biologisch-evolutionäre Nützlichkeit mit den Erkenntnissen der Entscheidungspsycholgie (http://www.amazon.de/Schnelles-Denken-langsames-Daniel-Kahneman/dp/3886808866/) steht man vor der schlichten Erkenntnis, dass Religiösität eine Typ 1 Aktivität des Gehirnes ist, also auf schnellem, assoziativem und vor allem mühelosem Denken beruht.

    Jede einzelne wissenschaftliche Erkenntnis ist aber ganz überwiegend das Produkt von Typ 2 Hirnaktivitäten, also auf langsamem, bewusstem und natürlich anstrengendem Denken beruht.

    Religion und Religiosität haben also keinen Platz im Wissenschaftbetrieb. Da hilft es auch nichts, Äußerung von Einstein, Planck oder Heisenberg misszuverstehen. Alle drei waren erklärte Pantheisten, also der Meinung dass das was Religionen “Gott” nennen nichts anderes als das gesamte Universum sei.

Bitte keine Beleidigungen, keine wilden Behauptungen und keine strafbaren Inhalte ... Wir glauben noch an die Vernunft!

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