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Analyse: „Johannes Kahrs (SPD) - gruppenbezogener Menschenfeind“

Johannes Kahrs, der SPD-Abgeordnete, der den Wahlkreis 18 „Hamburg-Mitte“ im Bundestag repräsentieren soll, hat am 13. September eine Rede gehalten, die zum geschlossenen Auszug der AfD-Fraktion aus dem Bundestag geführt hat. Wie er dies erreicht hat, und welche Schlüsse seine Rede auf ihn zulässt, sind Fragen, der wir im Rahmen einer qualitativen Analyse nachgegangen sind, die sich der Mittel der Grounded Theory und hier vor allem der Technik des Axialen Kodierens bedient hat.

Die von Glaser und Strauss in den 70er Jahren entwickelten Analysetechnik erlaubt es, durch den ständigen Vergleich der zu analysierenden Redesequenzen untereinander, sowie dem Vergleich und eventuell der Modifikation bereits kodierter Sequenzen, tieferliegende Erkenntnisse über Motivation, Einstellung, implizite Prämissen, Absichten und letztlich den Charakter dessen zu gewinnen, der das zu analysierende Material erstellt hat.

Wir haben mit diesem Rüstzeug die Rede von Johannes Kahrs analysiert. Die analysierten Redesequenzen sind durchnummeriert, die zugeordneten Codes sowie zugehörige Erläuterungen finden sich in eckigen Klammern im Anschluss an jede analysierte Sequenz. Im Anschluss an die detaillierte Analyse aggregieren und generalisieren wir die Ergebnisse mit der Methode der selektiven Kodierung.

(1) Johannes Kahrs (SPD): Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen!

[Anrede – Liebe Kollegen umfasst auch Bundestagsabgeordnete der AfD]

(2) Ich möchte mich an dieser Stelle als Erstes ganz herzlich bei Martin Schulz dafür bedanken, dass er hier mal eine klare Ansage gemacht hat: Rechtsradikale in diesem Parlament sind nicht nur ein Problem, sondern Rechtsradikale in diesem Parlament sind auch unappetitlich.

[Danksagung – unbegründete Behauptungen - Geschmacksaussage – diffamierende Aussage -> Ziel: Wir-Gruppen-Bildung mit Parteikollegen und Gleichbewertern und Ausgrenzen von „Rechtsradikalen“ = „Wir und Die“ = gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit]

(3) Und wenn man sich das anguckt, dann stellt man fest, dass Sie außer dummen Sprüchen keine Inhalte, keine Lösung haben.

[unbegründete Behauptung - unbegründete Bewertung - diffamierende Aussage]

(4) Das ist peinlich.

[unbegründete Bewertung]

(5) Es ist auch nicht bürgerlich.

[unbegründete Behauptung]

(6) Man muss sich diese Traurigen da nur angucken, und dann weiß man: Von denen sind keine Lösungen zu erwarten, sondern nur Spaltung, Hetze und alles das, was bei denen dazugehört.

[unbegründete Behauptungen, unbegründete Bewertung,  -> Diffamierung – „Wir und Die“ -> gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit]

(7) Hass macht hässlich.

[Unbegründete Behauptung]

(8) Schauen Sie doch in den Spiegel.

[Aufforderung, mit Bezug auf (7) Geschmacksaussage (die zurückfallen kann – siehe Bild) mit apodiktischem Charakter -> verweist auf eine autoritäre Persönlichkeit bei Kahrs), Appell an niedrige Instinkte (= Versuch, die dummen Lacher auf die eigene Seite zu ziehen - parlamentarischer Populismus)]

(9) Wenn Sie sich das angucken, dann werden Sie feststellen, dass es keine Inhalte gibt.

[Unsinnige Aussage. Bezug von „das“ kann  nur (8) sein. Ein Blick in den Spiegel ist zum Auffinden von Inhalten ein ungeeignetes Mittel.]

(10) Herr Gauland gibt ja manchmal Interviews.

[Aussage]

(11) Ab und an sollte man sich die antun.

[Empfehlung, Versuch von Ironie]

(12) Bei einem seiner Sommerinterviews hat er zum Klimaschutz gesagt: „Ich glaube nicht, dass es gegen den Klimawandel irgendetwas gibt, was wir Menschen machen können.“

[Zitat]

(13) Zur Digitalisierung hat er gesagt: „… von einer Strategie zur Digitalisierung kann nicht die Rede sein. Und ich wüsste im Moment auch keine.“

[Zitat]

(14) Während Herr Meuthen als Bundessprecher die Abkehr vom zwangsfinanzierten Umlagesystem fordert, stellt Herr Gauland fest, dass er nicht glaube, „dass wir vom Umlagesystem wegkommen“ usw.

[Zitat]

(15) So, das heißt also, wenn Sie sich das im Ergebnis anschauen – –

[Fragment]

(16) Ja, wie ist das mit den Getroffenen?

[Frage]

(17) Das merkt man doch.

[Feststellung]

(18) Rechtsradikale können spalten.

[unbegründete Behauptung]

(19) Sie können hassen.

[unbegründete Behauptung]

(20) Sie können an den Hass appellieren, und wenn Sie dann selber einmal angesprochen werden, dann reagieren Sie genauso, weil Sie wissen, dass es stimmt.

[unbegründete Behauptung. Zirkelschluss, der zur logischen Konsequenz hat, dass Kahr (18), (19) und (20) auf sich bezieht, denn damit – wie er behauptet AfD mit „spalten“, „hassen“ und „Appell an Hass“ reagieren kann, muss AfD „selber einmal angesprochen werden“, also in der Absicht zu „spalten“, zu „hassen“ und mit dem „Appell an Hass“, folglich sagt Kahrs von sich er spalte, hasse und an appelliere an Hass.]

(21) Schauen Sie in den Spiegel, dann sehen Sie, was diese Republik in den 20er- und 30er-Jahren ins Elend geführt hat.

[Unsinnige Metapher; Behauptung einer empirischen und biologischen Unmöglichkeit. In einem Spiegel sieht man sich und keine historische Begebenheit und selbst wenn man eine historische Begebenheit sehen würde, wäre es einem heute Lebenden im Alter von >20 Jahren, biologisch unmöglich, im Jahre 1920 oder 1930 gelebt zu haben, Appell an niedrige Instinkte.]

(22) Wenn man dann von der AfD ab und zu so etwas wie Inhalte mitkriegt, dann kämpfen Sie für die Reichen, dann kämpfen Sie gegen die Rente, dann kämpfen Sie gegen all das, was dieses Land zusammenhält.

[unbegründete Behauptung, die u.a. in den Schluss mündet, dass Reiche Deutschland aus Sicht von Kahrs spalten, Appell an niedrige Instinkte]

(23) Gleichzeitig ist es so, dass die AfD in diesem Land die Partei ist, die sich hier hinstellt – das kann man ja beobachten – und 40 Milliarden Euro mehr für die Verteidigung ausgeben will, aber nichts für die Rentner.

[unbegründete Behauptung, Appell an Emotionen]

(24) Man kennt das: Von Rechtsradikalen kann man keine Lösung erwarten.

[unbegründete Behauptung, Appell an Emotionen und niedrige Instinkte]

(25) Wenn Sie dann jetzt auch noch gehen, kann man Ihnen nur einen Spruch zurufen: Wer rausgeht, wird irgendwann wieder reinkommen.

[Prognose]

Der Abschnitt, aus dem, was Johannes Kahrs den Mitgliedern des Bundestages hier als Rede zugemutet hat, der alle Äußerungen Kahrs umfasst, bevor die AfD-Bundestagsabgeordneten den Plenarsaal verlassen haben, besteht auf 394 Worten. Der Abschnitt zeigt einen sparsamen Umgang mit Adjektiven. 71% der von Kahrs benutzen Adjektive dienen der Abwertung.

Die 394 Worte bilden 25 Sequenzen, in denen Kahrs 12 unbegründete Behauptungen aufstellt (s.o.), drei unbegründete Bewertungen (s.o.). abgibt, viermal an die niedrigen Instinkte der versammelten Parlamentarier appelliert ((8), (21), (22), (23), zweimal an deren Emotionen ((23), (24)). In zwei Fällen benutzt Kahrs Aussagen in klar diffamierender Absicht ((2) und (3)). In zwei Fällen zeigt Kahrs seine Inklination zu gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit ((2) und (6)).

In der analysierten Sequenz der Rede findet sich keine konstruktive Aussage, kein Argument, keine belegte oder auch nur belegbare Aussage. Es findet sich eine Prognose („wer raus geht, wird irgendwann wieder reinkommen“), die Kahrs zugeordnet werden kann. Drei weitere Aussagen, die einen Bezug zur Empirie herstellen, faktischen Charakter haben, sachlich vorgetragen und prüfbar sind, stellen Aussagen dar, die Kahrs von zwei AfD-Abgeordneten, zitiert.

Will man den Gehalt der Rede von Kahrs bewerten, dann muss man feststellen, dass nichts vorhanden ist, das bewertet werden kann, denn Kahrs selbst macht keine Aussagen, die einen Gehalt haben. Eine Aussage hat dann einen Gehalt, wenn Sie etwas über die Wirklichkeit aussagt, das eine Information über diese Wirklichkeit enthält. Die Aussagen, die Kahrs macht, enthalten lediglich Informationen über ihn selbst, über sein Befinden, seine Einstellung, seine Intention, seine Überzeugung und schließlich seinen Hass. Derartige Informationen sind für einen Psychiater vermutlich von großer Bedeutung. Dass derat private Informationen in einem Parlament vor der Zuhörer- und Zuschauerschaft ausgebreitet werden, ist nicht nachvollziehbar, es sei denn, man will Kahrs psychologischen Exhibitionismus unterstellen, was wir unappetitlich finden.

Die Sätze von Kahrs, die sein Befinden, seine Einstellung, seine Überzeugung, seine Intention und seinen Hass zum Ausdruck bringen, weisen alle in dieselbe Richtung, eine scheinbar nicht begründbare Ablehnung der AfD, die Intention, diese Ablehnung durch pauschale Diffamierung der gesamten Gruppe von Menschen, die die AfD-Fraktion umfasst, kund zu tun, um auf diese Weise seiner Überzeugung Ausdruck zu verleihen, dass „die“ anders sind als „wir“, nicht zum „wir“ gehören und deshalb ausgegrenzt werden müssen. Diese Form des „die und wir“ wird von den Aktivisten gegen den Rechtsextremismus, die von SPD und dem SPD-geführten Ministerium für alle außer Männern finanziert werden (ein Beispiel ist die Amadeu-Antonio-Stiftung) regelmäßig herangezogen, um gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit zu definieren. Gemessen an diesen Kriterien muss Johannes Kahrs als gruppenbezogener Menschenfeind mit einer ausgeprägten Tendenz zur Diffamierung der anderen Gruppe bezeichnet werden.

Dabei bemüht sich Kahrs durch unbegründete Bewertungen, die in diffamierender Absicht vorgebracht werden, an die niedrigen Instinkte von Bundestagsabgeordneten zu appellieren und von diesen Beifall zu erhalten, was von Erfolg gekrönt ist.

Die Problematik des nach gängigen Kriterien als gruppenbezogener Menschenfeind zu bezeichnenden Kahrs kulminiert inden unter (20) zu findenden Ausführungen. Kahrs behauptet hier, die AfD reagiere mit „spalten“ „hassen“ und „Appell an Hass“, wenn ihr mit „spalten“, „hassen“ und „Appell an Hass“ gegenübergetreten werde. Da sich Kahrs in diesem Zusammenhang auf die Reaktion der AfD-Fraktion auf seine Aussagen bezieht, folgt daraus zwingend, dass sich Kahrs für einen Spalter, Hassenden und an Hass Appellierenden halten muss.

Die Analyse zusammenfassend kann festgestellt werden, dass die Redesequenz von Johannes Kahrs alle Insignien von Hate Speech trägt, bedenkliche psycho-pathologische Züge offenbart und an wesentlichen Stellen mit einem erfolgreichen Appell an niedrige Instinkte bei SPD-Bundestagsabgeordneten verbunden ist, die auf den entsprechenden Appell, wie dem Plenarprotokoll zu entnehmen ist, mit Applaus reagieren, einhergeht. Wir schlagen deshalb bis auf weiteres vor, den Namen der SPD in Sozio-Pathen Deutschlands zu ändern, wobei unsere Diagnose vor dem Hintergrund der International Classification of Diseases (ICD-10) erfolgt und auf F60.2 "Antisocial personality Disorder", in ihrer Ausprägung der sociopathic personality getroffen wurde. In welchem Ausmaß einzelne Bundestagsabgeordnete der SPD Symptome dieses Krankheitsbildes zeigen, muss in zukünftigen Analysen bestimmt werden.

Unser Ergebnis wird dadurch gestützt, dass die einzige Phase der Rede, in der Kahrs versucht, Behauptungen zu begründen, auf drei Zitaten von Abgeordneten der AfD beruht (12), (13), (14). Eine begonnene Schlußfolgerung (15) bleibt Fragment und wird von Kahrs nicht mehr aufgenommen, was deutlich macht, dass er die Schlußfolgerung entweder für entbehrlich hält, nun, nachdem die AfD den Plenarsaal verlassen hat oder die Schlußfolgerung keine Schlußfolgerung, sondern ein weiterer Versuch der Diffamierung war, der, nachdem die AfD-Abgeordneten den Saal verlassen haben, seines Objekts verlustig gegangen ist.

Ein Bundestagsabgeordneter kostet die Steuerzahler 744.853,36 Euro im Jahr. Es ist keine Frage, dass es nicht ethisch begründbar ist, Bürgern rund eine drei Viertel Million Euro zur Finanzierung von Personen wie Kahrs pro Jahr abzuknöpfen, damit diese dann im Bundestag Reden schwingen, die keinerlei konstruktiven Gehalt haben, weitgehend aus Beleidigungen und Diffamierungen bestehen und lediglich dem Ziel, die aufgestaute psychologische Not abzulassen, dienen. Es ist auch keine Frage, dass Personen, die Reden halten, wie Kahrs das getan hat, offensichtlich keinerlei Verpflichtung fühlen, mit dem Geld, das ihnen Steuerzahler zur Verfügung stellen, pfleglich umzugehen oder gar die Notwendigkeit sehen, in verantwortlicher Weise den Nutzen der Steuerzahler zu erhöhen. Im Gegenteil, sie erhöhen den Schaden, der Steuerzahlern in diesem Fall durch Bundestagsabgeordnete zugefügt wird, denn das Geld, das für Kahrs ausgegeben wird, könnte auch einer sinnvollen Verwendung zugeführt werden.

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