Lü(g)(ck)enpresse Leipziger Volkszeitung: Geht es um Gender, dann haben Journalisten die Hosen voll

Ein paar Vorbemerkungen.

Die Leipziger Volkszeitung gehört zu großen Teilen der SPD.

LVZDie Zeitung behauptet dennoch von sich „überparteilich und unabhängig“ zu sein.
Wie überparteilich und unabhängig die Zeitung ist, zeigt der folgende Beitrag, der in der LVZ erschienen ist und den uns ein Leser extra eingescannt hat. In ihm geht es um das selbe Urteil, aus dem wir gerade umfassend berichtet haben – für alle diejenigen, die es nicht wiedererkennen.

Welche Tabus es in einer Gesellschaft gibt, das kann man daraus ersehen, worüber nicht berichtet wird.

Eines der größten Tabus, an das sich der neue deutsche Journalist nicht traut, es hat mit Genderismus zu tun, damit, dass Genderisten nicht die Krone der Schöpfung sind, eher das Gegenteil und damit, dass Genderisten offensichtlich auch nicht davor zurückschrecken, andere zu diffamieren und absichtlich zu schädigen, wenn es darum geht, die gute Sache der Frauenförderung voranzutreiben.

Dieses Tabu durchzieht den Beitrag, den Mario Beck für die LVZ und zum Urteil der 7. Kammer des Landgericht Leipzig geschrieben hat:

LVZ Lueckenpresse

Es wird im Beitrag der LVZ nicht darüber berichtet, dass die Bevorzugung der Zweitplatzierten im Rahmen der Frauenförderung erfolgt ist. Statt dessen ist von „sachfremden Erwägungen“ die Rede.

Es wird im Beitrag der LVZ von einem „verleumderischen Gerücht über Ghanbari“, also Dr. G. aus unserem Beitrag, gesprochen, aber das Gerücht nicht benannt. Es ist offenkundig, dass man Leipziger Lesern der Volkzeitung nicht berichten will, wie z.B. der Vorwurf sexueller Nötigung gegenüber Männern eingesetzt werden kann und offensichtlich auch wird, um deren Leumund zu vernichten.

Es findet sich im Beitrag ein Hinweis darauf, dass in der Beweisaufnahme gelogen wurde, aber kein Hinweis darauf, wer gelogen hat. 

Entsprechend findet sich natürlich auch keinerlei Hinweis darauf, dass der Ausgangspunkt des Gerüchts, Ghanbari habe sich der sexuellen Nötigung schuldig gemacht, nach Überzeugung der Richter der Rektor der Universität Leipzig, Beate Schücking, ist, der die drei Richter von der 7. Kammer attestieren, dass ihr „die Behauptung unwahrer Tatsachen zur Durchsetzung ihrer Interessen nicht wesensfremd ist“. Statt dessen heißt es im Artikel der LVZ: „Die Klage gegen Schücking wurde abgewiesen“.

Dass die Klage nur deshalb abgewiesen wurde, weil der Freistaat Sachsen das Pech hat, als Dienstherr für die Leipziger Rektorin einstehen zu müssen, darüber finden sich bei der LVZ kein Wort.

Der Schreiber, Mario Beck, er hat offensichtlich die Hosen voll und bringt es nicht über sich, die Tatsachen zu beschreiben, die da lauten: Der Rektor der Universität Leipzig, Beate Schücking, hat nach der Überzeugung der Leipziger Richter der 7. Kammer einen männlichen Bewerber durch eine Lüge zu diskreditieren versucht, um auf diese Weise einen weniger geeigneten und qualifizierten weiblichen Bewerber im Zuge dessen, was man wohl als Schückingsche Frauenförderung bezeichnen muss, auf die ausgeschriebene Stelle zu hieven.

Wenn Journalisten nicht mehr in der Lage sind, derartige Verfehlungen und Rechtsbrüche beim Namen zu nennen und ordentlich zu berichten, dann sollten sie ihren Hut nehmen – allerdings, was erwartet man von einem Blatt im Eigentum der SPD?

Eine Frage der Ehrlichkeit: ARD belügt Leser (mit FakeNews)

Eine Frage der Gerechtigkeit“, soll es sein, das Gesetz zur Lohngleichheit, von dem in der ARD zu lesen ist. Eine Frage der Ehrlichkeit ist es, den entsprechenden Bericht satzweise zu sezieren, denn der Bericht ist voller Falschaussagen, falscher Behauptungen, Suggestionen, ein wahres Stück Lügenpresse.

„Noch immer verdienen Frauen bei gleichwertiger Arbeit durchschnittlich weniger als Männer“.

ARD FakeNEWS LohngerechtigkeitGleich der erste Satz im ARD-Bericht ist falsch. Es gibt keinerlei empirische Belege dafür, dass Frauen bei gleichwertiger Arbeit durchschnittlich weniger als Männer verdienen. Dass es die empirischen Belege nicht gibt, liegt schon daran, dass die Frage, was denn „gleichwertige Arbeit“ sein soll, nicht „durchschnittlich“, sondern wenn überhaupt nur im Einzelfall beantwortet werden kann.

Die ARD belügt Ihre Leser.

„Künftig haben Frauen einen Anspruch, das Gehalt ihrer männlichen Kollegen zu erfahren“, so heißt es im suggestiv-Lamento der ARD im dritten Satz. Unterschlagen wird der tatsächliche Wortlaut des Gesetzes, der da lautet:

„Zur Überprüfung der Einhaltung des Entgeltgleichheitsgebots im Sinne dieses Gesetzes haben Beschäftigte einen Auskunftsanspruch nach Maßgabe der §§ 11 bis 16“ (§ 11, Absatz 1).

Der Rechtsanspruch differenziert also nicht nach Geschlecht, wie die ARD das suggeriert. Denn:

„(2) Beschäftigte im Sinne dieses Gesetzes sind 1. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, 2. Beamtinnen und Beamten des Bundes sowie der sonstigen der Aufsicht des Bundes unterstehenden Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts, 3. Richterinnen und Richter des Bundes, 4. Soldatinnen und Soldaten, 5. die zu ihrer Berufsbildung Beschäftigten sowie 6. die in Heimarbeit Beschäftigten sowie die ihnen Gleichgestellt“ (§ 5).

Das war Lüge Nummer 2.

Die ARD will das alte Bild vom weiblichen Dummchen, das Opfer finsterer männlicher Machenschaften wird, in den Köpfen ihrer Leser verankern. 

„Weibliche Beschäftige bekamen für ihre Arbeit im vergangenen Jahr durchschnittlich 21 Prozent weniger Geld als ihre Kollegen.“

Damit soll im Text der ARD belegt werden, dass „Frauen bei gleichwertiger Arbeit durchschnittlich … noch immer … weniger verdienen als Männer“.

Wir verfluchen den Tag, an dem Gary S. Becker den Versuch unternommen hat, Diskriminierung zu messen. Um die Ehre von Becker post-hum zu retten: Er konnte nicht wissen, dass der Ausgangspunkt seiner Methode in die Hände von ideologisch Verblödeten fällt, die ihn freudig und mit vollem Speichelfluss aufnehmen.

Deshalb hier noch einmal für die Begriffstutzigen, die nicht begreifen können:

Die 21% ergeben sich, wenn man die durchschnittlichen Studenlöhne von Männern und Frauen vergleicht.

Kuehl AffenNun kann man Stundenlöhne nur vergleichen, wenn die Basis dieselbe ist. Das ist sie aber nicht. Um es den Tagesschau-Stutzern zu erklären: Es ist als wenn man das Gehalt der Putzfrau im Sender mit dem des Nachrichtensprechers vergleicht. Dabei wird eine Lohnlücke von mindestens 21% auftreten, denn die Putzfrau verdient deutlich weniger als der Nachrichtensprecher. Nur: Niemand findet es notwendig, ein Gesetz zur Lohngerechtigkeit zwischen Nachrichtensprechern und Putzfrauen zu erlassen.

Die 21% Unterschied in der Lohnhöhe von Männern und Frauen, sind das, was es in der Methode von Gary Becker zu ERKLÄREN gilt. Warum, verdienen Frauen weniger als Männer?

  • weil sie weniger arbeiten als Männer,
  • weil sie über weniger Arbeitserfahrung verfügen als Männer,
  • weil sie weniger Überstunden machen als Männer,
  • weil sie nicht so produktiv sind, wie Männer,
  • weil sie mehrheitlich in Branchen arbeiten, in denen die Löhne geringer sind als in den Branchen, in denen Männer arbeiten,
  • weil sie Teilzeit arbeiten,
  • weil sie Familie vor Beruf stellen,
  • weil sie nicht so karriereorientiert sind wie Männer,
  • weil sie ihren Lohn schlechter verhandeln können als Männer,
    und vieles andere mehr

Sammelt man alle diese verschiedenen Faktoren, die die Höhe des Stundenlohnes beeinflussen, dann, so die Annahme von Becker, müsste es möglich sein, die Differenz im Entgelt vollständig zu erklären. Bleibt ein Rest, der nicht erklärt werden kann, dann kann es sein, dass dieser nicht erklärte Rest auf Diskriminierung zurückzuführen ist.

Aber es bleibt kein Rest.

Rechnet man die Variablen, die oben genannt wurden, Produktivität, Arbeitsleistung, Branche, Arbeitszeit, Überstundenzahl, Teilzeittätigkeit und so weiter aus der Lohnlücke heraus, dann ist sie weg, geschlossen, nicht mehr vorhanden, dann zeigt sich, dass Frauen im Durchschnitt deshalb weniger verdienen als Männer, weil sie weniger arbeiten, weniger in produktiven Branchen beschäftigt sind, weniger Überstunden machen, schlechter verhandeln können, mehr Teilzeit arbeiten, weniger Erfahrung mitbringen als Männer usw.

Es gibt schlicht keine Lohnlücke.

Die ARD belügt ihre Leser gleich doppelt. Einmal dadurch, dass behauptet wird, es gebe eine Lohnlücke zwischen Frauen und Männern, was nachweislich nicht wahr ist. Einmal dadurch, dass behauptet wird, die Lohnlücke betrage 21% (immer noch würden Frauen 21% weniger verdienen als Männer), eine Lüge, die nicht einmal das BMFSFJ mehr auftischt.

Die einzigen, die immer noch denken, sie könnten ihre Leser belügen, sind die Journalistendarsteller bei der ARD.

Würden sich bei der ARD Journalisten finden, dann würden sie die entscheidende Frage stellen, die man angesichts dieses Gesetzes zur Transparenz von Entgeltstrukturen stellen MUSS, wenn man Journalist ist, heißt das. Die Frage fällt jedem, der noch denken kann, angesichts der Unterscheidung von gleicher und gleichwertiger Arbeit ein.

Gleich ist die Arbeit von zwei Arbeitern am Fließband. Beide montieren Deckel auf Becher. Gleichwertig ist die gleiche Arbeit dennoch nicht, denn Arbeiter 1 montiert fünf Deckel bis Arbeiter 2 drei Deckel montiert hat. Dennoch müssen beide Arbeiter, geht es nach dem Willen derer, die dieses unglaublich dumme Gesetz verabschiedet haben, gleich entlohnt werden (dazu §4 Absatz 1 dieser Gesetzeskatastrophe). Die Motivationsgurus der Managementlehre, sie stehen in Deutschland vor einem schier unlösbaren Problem: Wie den fünf Deckel Monteur dazu bringen, in Zukunft seine Leistung nicht der des Drei-Deckel-Monteurs mit gleichem Lohn anzupassen? Vielleicht haben die Motivationszerstörer im BMFSFJ ja eine Antwort parat.

Nun ist „gleichwertig“ eine Bewertung, die wir im Beispiel im Hinblick auf den Output operationalisiert haben. Im Gesetz, das der Bundesrat heute durchgewunken hat, wird gleichwertig aber nicht im Hinblick auf den Output definiert, sondern wie folgt:

„(2) Weibliche und männliche Beschäftigte üben eine gleichwertige Arbeit im Sinne dieses Gesetzes aus, wenn sie unter Zugrundelegung einer Gesamtheit von Faktoren als in einer vergleichbaren Situation befindlich angesehen werden können. Zu den zu berücksichtigenden Faktoren gehören unter anderem die Art der Arbeit, die Ausbildungsanforderungen und die Arbeitsbedingungen. Es ist von den tatsächlichen, für die jeweilige Tätigkeit wesentlichen Anforderungen auszugehen, die von den ausübenden Beschäftigten und deren Leistungen unabhängig sind.“

Maslow motivationWir lernen, Entgelt ist an eine Position gebunden, an die Beschreibung der Position in einem Unternehmen, nicht an die Leistung, die der Positionsinhaber erbringt. Wer bislang gedacht hat, in deutschen Ministerien seien rudimentäre Kenntnisse über die Funktionsweise von Menschen und Unternehmen vorhanden, der kann diese Illusion nun beruhigt begraben. Im BMFSFJ ist keinerlei Wissen über Prozesse, die in Unternehmen ablaufen und über Anreize und Motivationen, die Menschen tätig werden lassen, vorhanden. Im BMFSFJ regiert reiner Klienten-Favoritismus, gewürzt mit je einem gehörigen Schuss Zerstörungswut und Idiotie.

Man kann Unternehmen entsprechend nur empfehlen, dieses Gesetz dadurch zu unterlaufen, dass sie Löhne generell in eine fixe und eine flexible Komponente aufspalten. Die fixe Komponente, die einen Mindestlohn beschreibt, kann dann diesem Unsinns-Gesetz angepasst werden, während mit der flexiblen, der Leistungskomponente versucht werden kann, die zerstörende Wirkung, die das so genannte Lohntransparenzgesetz in Unternehmen unweigerlich haben wird, aufzufangen und dafür zu sorgen, dass die tatsächliche Leistung die Höhe des Gehalts bestimmt und nicht das Geschlecht.

Und natürlich ist Unternehmen zu empfehlen, keinerlei Tarifbindung einzugehen, sonst enden sie mit einer Lohngleichschaltung die zu Arbeitnehmerleistungen führt, die sich am Niveau dessen ausrichten, der am wenigsten motiviert ist, am wenigsten leistet, aber dennoch denselben Lohn erhält.


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FakeNews: Martin Schulz macht Wahlkampf für quasi-Demente

Dieses Zitat wird derzeit von der ARD-Tagesschau verbreitet.

Dass die ARD das Zitat im Rahmen der Kampagne „Rückgewinnung der Deutungshoheit öffentlich-rechtlicher Medien“ verbreitet, ist kein Wunder. Schließlich haben die öffentlich-rechtlichen Konkurrenz durch das Internet bekommen und die Konkurrenz durch Blogs, Foren und soziale Netzwerke hat dazu geführt, dass die Kritik an der Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen Medien zugenommen hat.

Deshalb sind Politiker wie Martin Schulz bemüht, das Meinungsmonopol der öffentlich-rechtlichen und der sonstigen Mainstream-Medien wieder herzustellen. Politiker und Parteien haben über Jahrzehnte Geld der Steuerzahler investiert, um Einfluss auf die Medien zu gewinnen. Entsprechend sitzen Politiker in den Programmgremien der öffentlich-rechtlichen Sender. Damit nicht zufrieden, hat sich die SPD ein Medienimperium sonders gleichen aufgebaut. Natürlich nicht, um „die Menschen“, wie es dann gewöhnlich heißt, zu manipulieren, sondern … Ja, warum eigentlich? Vielleicht, weil man neben einer Briefkastenfirma in Hongkong auch mehrere Dutzend Unternehmen in Deutschland SPD-eigen nennen will.

Wie dem auch sei, das Meinungsmonopol der Mainstream-Medien ist verloren gegangen, das, was Generationen von Medienwissenschaftlern unter dem Stichwort „Agenda Setting“ beschrieben haben, also die Macht von Medien, über etwas zu berichten oder auch nicht und die Möglichkeit, dadurch und durch die Art der Berichterstattung, die öffentliche Meinung zu beeinflussen, ist Vergangenheit. Die Gegenwart sieht das Internet als Ort, an dem die Meldungen, die sich im öffentlich-rechtlichen Rundfunk nicht finden, verbreitet werden und in dem die Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen Medien kontrolliert, kritisiert und nicht selten als falsch und manipulativ entlarvt wird.

Die SPD hat in die falschen Unternehmen investiert und sitzt nun auf ihrem Zugriff auf die öffentlich-rechtlichen Medien und ihrem Pressekonzern, deren Erzeugnisse immer weniger Deutsche lesen wollen und denen noch weniger Deutsche trauen.

Was tun? Das hat schon Genosse Lenin gefragt.
Und Genosse Schulz hat seine eigene Antwort.

Er spielt den Frontmann einer Kampagne, die versucht, mit allerlei Erfundenem einerseits das Internet als Informationsquelle zu diskreditieren und andererseits öffentlich-rechtliche und andere Mainstream-Medien als Informationsmonopolisten wieder zu etablieren.

Und zwar mit Aussagen wie diesen:

Die Kunst Recht zu behalten jpg„Wer für sich reklamiert, dass das kritische Hinterfragen der eigenen Meinung durch Medien Lügenpresse sei, der legt die Axt an die Wurzeln der Demokratie.
Ob er Präsident der Vereinigten Staaten ist oder bei Pegida mitläuft.“

Wir haben uns lange überlegt, welcher logische Fehlschluss oder welches rhetorische Faul hier vorliegt. Wir wollen Martin Schulz ja nicht Unrecht tun. Recht schnell war klar: Sophisterei ist es nicht. Denn Sophisterei beruht auf dem Missbrauch von Argumenten, setzt also Argumente voraus. Entsprechend können wir alle 38 Kunstgriffe, die Arthur Schopenhauer gesammelt hat, streichen. Betrachtet man die Aussagen von Schulz etwas genauer, dann drängt sich die straw man fallacy auf, also das Schaffen eines sprachlichen Strohmanns, den man dann ebenso sprachlich erledigen kann. Das setzt abermals ein Argument voraus, aber Schulz macht kein Argument:

Er bringt den Begriff Lügenpresse mit dem Hinterfragen der eigenen Meinung in Verbindung, eine Verbindung, die niemand außer Schulz bislang hergestellt hat. Schulz kreiert hier also FakeNews, einen Strohmann, denn der Begriff der Lügenpresse bezieht sich darauf, dass die Medien falsch, manipulativ oder unter Auslassung wichtiger Fakten berichten, nicht darauf, dass in Berichten von Medien die eigene Meinung kritisch hinterfragt worden wäre. Soweit passt Schulzens Aussage noch zur straw man fallacy.

Im Anschluss daran stellte Schulz eine konditionale Verbindung her und behauptet das Ende der Demokratie für den Fall, dass das Hinterfragen der eigenen Meinung durch öffentlich-rechtliche Medien mit dem Begriff „Lügenpresse“ bezeichnet werde.

Wenn also das, was niemand tut, getan würde, dann wären die Wurzeln der Demokratie von einer Axt bedroht. Ein Gehalt dieses Satzes ist nicht vorhanden. Es ist ein inhaltsleerer Satz. Er entspricht dem Satz: Wenn Martin Schulz etwas Intelligentes sagen würde, dann wären Intelligenztests in ihrer Validität widerlegt.

Im nächsten Schritt wird eine sprachliche Verbindung zum Präsidenten der USA und zu Pegida hergestellt.

Beide (der US-Präsident und Pegida) haben nichts miteinander zu tun.

Beide haben nichts mit dem zu tun, was niemand tut, nämlich das kritische hinterfragen der eigenen Meinung durch die Medien als Lügenpresse zu bezeichnen.
Lügenpresse-Transparente bei Pegida kritisieren eine falsche oder verzerrte Berichterstattung der Medien. Diejenigen, die die Transparente in die Höhe halten, machen einerseits von ihrem diesbezüglichen demokratischen Recht Gebrauch, andererseits machen sie sich um die Demokratie verdient, denn sie kritisieren eine Fehlentwicklung in den öffentlich-rechtlichen Medien. Wenn Schulz diese Kritik als etwas darstellen will, was nicht geduldet werden darf, dann ist er es, der die Demokratie beseitigen will – niemand sonst.

Schließlich hat Donald Trump, bei dem man sich fragt, wie das Leben deutscher Politiker und Medien überhaupt möglich war, ohne Donald Trump, die Berichterstattung der US-Medien kritisiert, abermals weil die Berichterstattung aus seiner Sicht falsch ist. Ob sie das ist, kann man prüfen. Dass es Politiker wie Schulz nicht prüfen, aber als Grundlage ihrer Rabulistik benutzen, spricht Bände.

martin-schulz-hitlergrussUnd um den infamen Versuch, Menschen mit Erfundenem zu beeindrucken, auf die Spitze zu treiben, will Schulz seinen Claqueuren gleich noch die Prämisse unterschieben, es sei die Aufgabe von Medien, die Meinung der Bürger zu kritisieren. Die Aufgabe von Medien besteht darin, Informationen zu verbreiten, nicht darin, Meinungen zu kritisieren und in politisch-korrekt richtige und falsche zu unterteilen (schon aufgrund mangelnder Fach- oder Sachkompetenz), setzt doch Letzteres ein Wissen nicht nur der richtigen Meinung, sondern der Meinungen der Deutschen voraus Es steht Medien aber nicht zu, sich zum Richter darüber auszuschwingen, wessen Meinung richtig und wessen Meinung falsch ist, jedenfalls Medien, die nicht zum verlängerten Arm totalitärer Politik geworden sind, nicht.

Wir sind nach kurzer Diskussion in der Redaktion zu dem Schluss gekommen, dass keine straw man fallacy vorliegt, schon weil keiner der drei Sätze, die Schulz macht, etwas mit der Wirklichkeit zu tun hat. Es sind Hirngespinste, die genutzt werden sollen, um die naiven unter den Lesern, diejenigen, die auf Begriff reagieren und nicht auf deren Gehalt, zu beeindrucken und mit Schulzens Wort zu versorgen. Insofern sind die Aussagen aus sprachlicher Sicht als erfundene Aussagen anzusehen, die aufgestellt werden, um zu diffamieren und über die Diffamierung eine affektive Brücke zu denen herzustellen, die sich nur zu gerne sozial mit Inhalten identifizieren, die dazu dienen, Dritte durch Diffamierung auszugrenzen.

Wenn Aussagen einzig zu dem Zweck erfunden werden, Dritte zu diskreditieren, dann liegt zum einen eine moralische Unreife vor, zum anderen muss beim Erfinder die Überzeugung vorhanden sein, dass es ein Leichtes sei, die Deutschen mit affektiven Leerformeln und auf der Grundlage eines gemeinsamen Feindes zu bündeln. Das kann Martin Schulz jedoch nur denken, wenn man den durchschnittlichen Deutschen für jemanden hält, der ihm intellektuell unterlegen ist, was ein Volk der quasi-Dementen voraussetzt.

ARD Meinungsdiktatoren FÄLSCHEN Nachrichten

Wenn man seine Leser an der Nase herumführen will, sie manipulieren will, sie so indoktrinieren will, dass sie ein völlig falschen Bild von der Wirklichkeit haben, dann kann man dies auf viele Weisen tun. Eine der Methoden, die seit jeher von Diktatoren und totalitären Herrschern aller Provenienz angewendet wurde, ist die Informationskontrolle und die selektive Darstellung.

ard-wahlfaelschung-gbMan lässt einfach weg, was nicht in die Weltsicht passt, die man verbreiten will und beschreibt das Verbleibende in den schillerndsten Farben. Auf diese Weise lassen sich Wähler in den Glauben lullen, Martin Schulz, die SPD und linke Parteien generell, seien europaweit im Aufwind, und sie lassen sich dahingehend manipulieren zu denken, die vermeintlich rechtspopulistischen Parteien seien im Niedergang.

Ein hervorragendes Beispiel dieser Art des Fälschens von Nachrichten kann man heute in der ARD betrachten. Unter dem Titel „Herber Rückschlag für UKIP“ [UKIP ist nach der AfD und dem Front National der Lieblingsfeind der ARD] findet sich ein Beitrag über die Wahl in Stoke-on-Trent: Eine typische Nebenwahl, vergleichbar mit einer kleinen Landtagswahl in Deutschland, bei der es allerdings  um einen Sitz im britischen Unterhaus geht.

Stoke-on-Trent ist ein Wahlkreis, der in Britannien als Labour-Hold gehandelt wird, d.h. er ist ein weitgehend sicherer Wahlkreis für Labour. Tatsächlich hat der Kandidat von Labour, Tristram Hunt mit 7.853 Stimmen, den Wahlkreis auch gehalten. Die Kandidaten von UKIP und den Conservatives kommen zusammen auf 10.387 Stimmen.

by-election-stoke-on-trentObwohl das Ergebnis alles andere als ein klarer Sieg ist und nebenbei noch die Tatsache verschwiegen wird, dass nur 36,7% der Wähler wählen gingen, wird in der ARD der Eindruck erweckt, Paul Nutall, der für UKIP angetreten ist, habe die Wahl in Stoke-on-Trent verloren und Labour habe die Wahl gewonnen. Und um den Eindruck, linke Parteien hätten wieder Aufwind, auch wirklich in den Köpfen der Leser festzuschreiben, ergänzt der namentlich nicht genannte Nachrichtenfälscher der ARD noch:

„Was für die UKIP einen herben Rückschlag bedeutete, ließ Labour aufatmen: Schlechte Wahlergebnisse kann die Partei derzeit nämlich nicht gebrauchen. Sie hat genug mit den Führungsstreitereien in den eigenen Reihen zu kämpfen. Dementsprechend feierte Labour-Chef Jeremy Corbyn das Wahlergebnisse als „klaren Sieg“, wie er per Kurznachrichtendienst Twitter mitteilte.“

Die UKIP-Hoffnung auf den Sitz im Unterhaus, die im ARD-Beitrag mit dem Verweis auf die hohe Zahl von Wählern, die in Stoke-on-Trent für den Brexit gestimmt haben, als Chimäre aufgebaut wird, sie muss nun, da Nuttall nach Ansicht der ARD verloren hat, begraben werden. Nun hat die Frage, wer für den BREXIT gestimmt hat, herzlich wenig mit der Frage zu tun, welchen Kandidaten welcher Partei man im Unterhaus die eigenen Angelegenheiten vertreten sehen will. Warum also, baut der Schreiber der ARD seinen Strohmann auf Grundlage des BREXIT auf? Die Antwort ist schnell gegeben. Vergleicht man das Wahlergebnis für Stoke-on-Trent nämlich mit der letzten Wahl zum Unterhaus aus dem Jahre 2015, dann ergibt sich ein anderes Bild, dann hat Labour 2,2% der Stimmen verloren, während UKIP 2% und die Conservatives 1,8% hinzugewonnen haben. Entsprechend kann man auf Grundlage dieses Vergleichs die Lüge, UKIP habe die Wahl verloren, nicht aufrechterhalten. Das kann man nur, wenn man illusorische Ziele, wie das, UKIP könne einen Labour-Hold gewinnen, den Lesern als realistische Ziele vorgaukelt, an denen man UKIP dann scheitern lassen kann.

Die ARD ist mit diesem Beitrag vollständig zum Verlautbarungsorgan linker Parteien verkommen. Probleme damit, Nachrichten zu fälschen, hat man bei der ARD auch nicht.

Denn: Was den Lesern der ARD verschwiegen wird, ist folgendes. Es fand nicht nur in Stoke-on-Trent eine Nebenwahl statt, sondern auch in Copeland. Copeland ist auch ein Labour-Hold, ein Wahlkreis, der in der Vergangenheit einen sicheren Platz im Unterhaus für einen Kandidaten von Labour bedeutet hat. Nur in Copeland hat etwas stattgefunden, was die ARD ihren Lesern verschweigt, etwas, was es seit 1982 im Vereinigten Königreich nicht mehr gegeben hat: Eine Regierungspartei hat einen Wahlkreis, der als sicherer Wahlkreis der Opposition galt, gewonnen.

by-election-copelandresultsTories in historic by-election Copeland win as Labour holds Stoke, titelt entsprechend die BBC, im Independent heißt es: Labour suffers historic defeat in hard fought Cambrian contest und beim Telegraph ist man der Ansicht, das Wahlergebnis sei eine Erniedrigung für jenen Jeremy Corbin, den die ARD in ihrem Beitrag protegieren will.

Im Vergleich zur Unterhauswahl von 2015 hat Labour in dem sicher geglaubten Wahlkreis von Copeland 5% der Stimmen verloren, während die Conservatives 8,4% an Wählerstimmen hinzugewonnen haben. Mit 13,4% ist dies einer der größten „Swings“, wie es hier heißt, in der Wahlgeschichte, und es ist – wie schon gesagt – seit 1982 das erste Mal, dass es einer regierenden Partei gelingt, einen sicheren Wahlkreis der Opposition in einer By-Election zu gewinnen.

Die Realität entspricht somit in keiner Weise dem Eindruck, den die ARD erwecken will. Labour hat die Neben-Wahlen in Britannien mit mehr oder weniger lauten Pauken und Trompeten verloren, nicht etwa gewonnen. Es ist ein weiteres schlechtes Ergebnis für Labour, eines der schlechten Ergebnisse, das die Partei nach Ansicht der ARD so wenig gebrauchen kann, dass es schlicht unterschlagen wird. Die Agenda 2017 der ARD ist somit offensichtlich: Linke Parteien werden auf breiter Front hochgejubelt, um den Eindruck zu erwecken, es sei wieder „In“, Sozialisten zu wählen. Dass alle Mittel recht sind, um diesen Eindruck zu erwecken, Fälschung, Unterschlagung und Lüge, macht der Beitrag der ARD mehr als deutlich.

Derartige Versuche, die Öffentlichkeit zu täuschen und zu manipulieren, wären natürlich Erfolg versprechender, wenn es gelänge, diese elendigen neuen Medien entweder zu diskreditieren oder zu kontrollieren. Versuche in beide Richtungen, werden derzeit mit den FakeNews- und Hasskommentar-Kampagnen unternommen. Denn merke: Sind die sozialen Netzwerke erst diskreditieren, dann lügt es sich öffentlich-rechtlich ganz unkontrolliert.


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„Achtung [[r]echter] Hinterhalt!“ – wie Jugendschutz.net Jugendliche zu manipulieren versucht

Gesellschaftliche Normalität in Deutschland 2017: Erwerbstätige zahlen Steuern. Aus den gezahlten Steuern werden Institutionen finanziert, die versuchen, im Einklang mit dem, was Parteien und staatliche Kommissionen oder Institutionen oder Ministerien für richtig halten, die Öffentlichkeit zu beeinflussen. Kurz: Erwerbstätige arbeiten dafür, von staatlichen Stellen erzogen und eines Besseren belehrt zu werden.

Früher waren Steuern dazu da, staatliche Dienstleistungen zu finanzieren, z.B. die Sicherung von Freiheit und Eigentum. Heute sind die Steuern dazu da, ein Heer von Missionaren zu unterhalten, dessen Ziel darin besteht, die bestehende Ordnung gegen alle Ideen zu schützen, die dieser Ordnung gefährlich werden können.

Jugendschutz.net ist eine der Organisationen, die ohne die Steuergelder der Erwerbstätigen, die üppig vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der Kommission für Jugendschutzmedien der Landesmedienanstalten, der obersten Landesjugendbehörden, vertreten durch das Ministerium für Jugend, Integration und Verbraucherschutz des Landes Rheinland-Pfalz als federführende Stelle, der Bundeszentrale für politische Bildung, der Europäischen Union und dem Medienkompetenz Forum Südwest bereitgestellt werden, nicht bestehen würden.

Und da Jugendschutz-Netz von Parteipolitikern über Ministerien und von Landesmedienanstalten finanziert wird, deshalb wundert es nicht, dass Jugendschutz.net die Interessen von Mainstream-Parteien und Mainstream-Medien vertritt.

achtung-hinterhalt-1„Achtung Hinterhalt!“, so die Überschrift einer Broschüre, die angeblich auf Erkenntnissen basieren soll, die man bei Jugendschutz.net aus der Analyse von 612 Postings und 540 Kommentaren, die über eine Woche gesammelt wurden, gewonnen haben will. Postings und Kommentare auf Internetseiten rechtsextremer Gruppen natürlich. Welche Internetseiten von Jugendschutz.net wie analysiert wurden, wie die Postings und die Kommentare, die analysiert wurden, ausgewählt wurden, mit welchem Ziel und zu welchem Zweck sie ausgewählt wurden, das sind alles Fragen, deren Antworten von Jugendschutz.net gegeben werden würden, wäre man bei Jugendschutz.net an seriöser wissenschaftlicher Arbeit interessiert und nicht daran, Jugendliche zu manipulieren. Entsprechend soll mit dem Verweis auf die vielen Kommentare und Postings der Eindruck der gründlichen Analyse erweckt werden:

Manipulation 1: Vorspiegeln einer großen Basis von Beobachtungen, aus der Schlüsse gezogen werden, ohne dass die Basis dargestellt, beschrieben oder deren Auswahlkriterien dargelegt würden. Ziel: Seriös erscheinen.

Die angebliche Analyse, die auf Basis von 612 Postings und 540 Kommentaren, die nicht weiter spezifiziert werden können, erfolgt sein soll, führt zur ersten Erkenntnis: Nachrichten aus seriösen Quellen stünden auf den analysierten Internetseiten, (welche es auch immer gewesen sein mögen, es muss reichen, dass man bei Jugendschutz.net behauptet, die Internetseiten seien rechtsextrem oder würden überhaupt existieren), immer neben Verweisen auf „sogenannte alternative Medien. Sie stammten aus einem rechtsextremen Umfeld und verbreiteten bewusst „Falschmeldungen und Lügen, um gegen bestimmte Gruppen zu hetzen“. So wie es da steht, wäre es mit ein wenig Modifikation auch auf Jugendschutz.net zutreffend, verbreitet Jugendschutz.net doch bewusst „Falschmeldungen und Lügen, um gegen bestimmte Gruppen zu hetzen“, z.B. dadurch, dass alternative Medien generell und ohne Einschränkung in ein „rechtsextremes Umfeld“ gerückt werden.

Jugenschutz.net behauptet also auf Grundlage einer Analyse, von der wir nicht wissen, was, wozu und wie analysiert wurde (bzw. ob es sie überhaupt gibt), dass das, wovon wir nicht wissen, wozu und wie es analysiert wurde, seriöse Medien nutze, um auf alternative Medien, als solche in einem rechtsextremen Umfeld zu verlinken. Was alternative Medien sind? Und was ein rechtsextremes Umfeld auszeichnet? Niemand weiß es, und Jugendschutz.net verrät es auch mit Absicht, wie wir meinen, nicht, geht es den Betreibern von Jugendschutz.net doch darum, alternative Medien aus dem Internet in Gänze zu diffamieren und für Jugendliche in ein „rechtsextremes Umfeld“ und den „seriösen Medien“ gegenüber zu stellen. Die seriösen Medien, das sind natürlich ARD und ZDF, schließlich finanzieren ARD und ZDF über die Landesmedienanstalten Jugenschutz.net.

Manipulation 2: Nicht belegte Behauptungen aus unbekannten angeblichen Forschungen werden genutzt, um eine ganze Gruppe von Medien, die sich dadurch auszeichnen, dass sie keine öffentlich-rechtlichen Medien sind, zu diffamieren.

Für Jugendschutz.net sind übrigens reißerische Überschriften ein Indikator dafür, dass man es mit nicht-seriösen Medien zu tun hat, also Überschriften wie „Achtung Hinterhalt!“…

Weiter geht es mit dem Schwarz-Weiß Bild, das von Steuerzahlern finanziert wird und benutzt werden soll, um Jugendliche zu manipulieren.

“Nicht selten werden Beiträge eingeleitet mit Slogans wie ‚Das verschweigt die Lügenpresse‘. Das Ziel dahinter: Zweifel säen an der Glaubwürdigkeit seriöser Quellen und gleichzeitig eigene Angebote und ‚alternative Medien‘ als diejenigen promoten, die ‚endlich die Wahrheit verbreiten‘“

Die Primitivität dieser versuchten Manipulation ist eigentlich eine Beleidigung für den Intellekt. Aber seit in Hamburg Abiturnoten geschönt werden, sind wir nicht mehr so sicher, dass Jugendlichen in der Lage sind, derartige Manipulationsversuche zu erkennen und sie ins Leere laufen zu lassen.

Beginnen wir mit den wilden Behauptungen und freien Erfindungen von Jugendschutz.net:

achtung-hinterhalt-2Überschriften wie „Das verschweigt die Lügenpresse“ sind nicht per se falsch, wie dies Jugendschutz.net glauben machen will. Ob die Überschriften, es handelt sich dabei nicht um Slogans, zutreffen, ist eine empirische Frage, die man prüfen muss. Daran hat Jugenschutz.net natürlich kein Interesse, schon weil die Finanzierung von Jugenschutz.net von den Medien kommt, die als Lügenpresse bezeichnet werden.

Das Ziel hinter entsprechenden Überschriften kann man nur wissen, wenn man die Urheber der entsprechenden Überschriften zu ihren Zielen befragt hat. Aus einer Überschrift wie „Achtung Hinterhalt“ kann man Ziele nicht herauslesen, sondern nur vermuten. Die Behauptung, es ginge mit Überschriften wie: „Das verschweigt die Lügenpresse“ darum, „Zweifel an der Glaubwürdigkeit seriöser Quellen“ zu verbreiten, ist daher ein Fehlschluss, denn die Ziele können auch darin bestehen, über eine falsche Berichterstattung Aufklärung zu betreiben.

Damit sind wir am Kern des Problems, denn Jugendlichen soll durch Jugendschutz.net eingehämmert werden, dass es seriöse Medien gibt, also ZDF und ARD, die Jugendschutz.net finanzieren und dass diesen unseriöse Medien, alternative Medien in Gänze, gegenüberstehen, die versuchen, mit Begriffen wie Lügenpresse völlig unberechtigte Zweifel an der Glaubwürdigkeit der immer richtigen Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen Medien zu schüren. Derartigen Unfug kennt man eigentlich nur aus der DDR, in der die Partei immer Recht hatte oder aus dem Dritten Reich, in dem die Wahrheit über den Volksempfänger verkündet wurde. Kurz: Die Gegenüberstellung von seriösen, immer glaubwürdigen und vollkommen fehlerfreien öffentlich-rechtlichen Medien und fiesen, auf rechtsextreme Seiten lockende und mit Begriffen wie „Lügenpresse“ agierenden alternativen Medien ist gelebter Faschismus, von Steuerzahlern und GEZ-Gebührenentrichtern bezahlter, gelebter Faschismus.

Manipulation 3: Falsche Verallgemeinerungen und falsche Kontrastgruppen sollen genutzt werden, um das Reich des Bösen von der Berichterstattung der Guten zu unterscheiden, wobei alles, was nicht öffentlich-rechtlich ist, dem Reich des Bösen zugeordnet wird und der Begriff „Lügenpresse“ als generell unberechtigt dargestellt werden soll.

Und weil Faschismus ohne Esoterik nicht zu haben ist, gibt es auch bei Jugendschutz.net den entsprechenden Spritzer Esoterik:

“Während die Autorinnen und Autoren manipulierender Nachrichtenseiten ihre wahre Motivation meist verschleiern, werden in Kommentaren unverhohlen menschenverachtende Parolen geäußert …“

deutsche-volkserziehung-1937Abermals wird nur behauptet und nichts belegt. Dieses Mal haben sich die „Autorinnen und Autoren“ von Jugendschutz.net aber in den Kopf der „Autorinnen und Autoren“ von ihnen als rechtsextrem behaupteter Seiten gebohrt und im Gewirr der Neuronen, die wahre Motivation gefunden. Die Großinquisitoren des Jugendschutzes verfügen also über Erkenntnismöglichkeiten, die dem normalen mit nur sieben Sinnen begabten Menschen verschlossen bleiben: Sie können die wahre Motivation erkennen. Vermutlich handelt es sich bei diesem achten Sinn der Jugendschützer um den Un- oder den Wahnsinn. Dieser Wahnsinn macht auch nicht davor halt, einen Zusammenhang zwischen Autoren eines Beitrags und Kommentatoren zu schmieden, der verräterisch ist, denn: die wahre Motivation der Autoren erschließt sich den Jugendschützern daraus, dass Kommentare nicht zensiert werden, dass „drastische Sprachwahl“ [gemeint sind vermutlich Ausdrücke wie Pack, die Politiker pflegen, aber die Mehrheit der Bevölkerung ablehnt] geduldet wird. Das würden Jugendschützer natürlich nie tun. Sie würden „drastische Sprachwahl“ unterbinden, und sie würden alle Kommentare zensieren, die nicht ihrer Vorstellung von richtigen Kommentaren entsprechend. Denn: Sie haben keinerlei Konzept von Meinungsfreiheit, nur eines von Manipulation gepaart mit dem entsprechenden Quantum an missionarischem Eifer, das man an den Tag legen muss, um auch weiterhin von den Auftraggebern, für die man die Konkurrenz diskreditiert, finanziert zu werden.

Manipulation 4: Jugendlichen soll vorgegaukelt werden, Jugendschutz.net könnte die wahre Motivation erkennen und insofern als Hohepriester auftreten, der das Internetschrifttum auf Vereinbarkeit mit der Bibel der politischen Korrektheit prüft. Religiöse Floskeln werden als Argumente ausgegeben.

Insofern „Achtung Hinterhalt!“ selbstreferentiell gemeint ist, ist es ein guter Titel für die Broschüre mit dem Ziel, Jugendliche ganz offen zu manipulieren. Aufgrund dieser Offenheit benötigen wir keinerlei achten Sinn, um festzustellen, dass die Motivation hinter „Achtung Hinterhalt“, darin besteht, den Auftraggebern gefällig zu sein und Jugendliche zu manipulieren.

Mehrheit findet Gutmensch und Lügenpresse akzeptabel

„Was meinen Sie: Sind diese Begriffe generell in öffentlichen Debatten und politischen Diskussionen akzeptabel?“. Diese Frage hat YouGov im Rahmen des YouGov-Omnibus gestellt, 1049 Teilnehmer am Omnibus haben die Frage beantwortet.

Demnach sind Gutmensch und Lügenpresse Begriffe, die von einer Mehrheit der Befragten als im öffentlichen Diskurs akzeptabel angesehen werden. Dagegen sind die Begriffe „Pack“ und „Arschloch“, die Sigmar Gabriel oder Joschka Fischer im öffentlichen Diskurs genutzt haben, für die Mehrheit der Befragten nicht akzeptabel.

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Das ist ein eindeutiges Votum und eines, mit dem Moritz Wichmann von YouGov ringt, zeigt es doch nach seiner Ansicht, dass „problematische Begriffe“ der „politischen Rechte[n]“, dass „rechtes Vokabular“ für viele Deutsche akzeptabel sind. Die problematischen Begriffe „Gutmensch“ und „Lügenpresse“ grenzt Wichmann gegen „’normale‘ abwertende Beschimpfungen wie Luder und Arschloch“ ab, was einmal mehr zeigt, wie problematisch die Begriffe „Lügenpresse“ und „Gutmensch“ für Angehörige des Mainstream doch sind und wie normal für sie die Benutzung von Begriffen wie Arschloch, oder Pack doch zu sein scheint. Aber das ist ihr Problem.

Fangen wir zunächst mit der Feststellung an, dass Begriffe Begriffe sind. Ihre Bedeutung ist ihnen nicht immanent. Die Bedeutung von Begriffen ist der Gegenstand von Konvention und Übereinkunft. Irgendwie hat sich der Begriff Berg zur Bezeichnung von Erhebungen durchgesetzt, während der Begriff „grumph“ keine Mehrheit für seine Verwendung zur Bezeichnung von Erhebungen in der Landschaft erhalten hat. Also reden wir von Bergen, obwohl wir auch von Grumpf reden könnten.

Als Konsequenz ergibt sich, dass Begriffe keine Essenz haben, sie sind nicht irgendwie. Es gibt keine linken und keine rechten Begriffe. Die Bezeichnung „rechter Begriff“ oder „rechtes Vokabular“ ist eine Zuschreibung, die wertend gemeint ist. Wenn also von „rechten Begriffen“ die Rede ist, dann hat dies nichts mit den Begriffen als solchen zu tun. Es ist vielmehr der Ausdruck eines Interesses bei demjenigen, der einen Begriff wie „Gutmensch“ oder „Lügenpresse“ als rechten Begriff bezeichnet. Da mit dem Zusatz „rechts“ eine Abwertung vorgenommen werden soll, ist klar, dass die Bezeichnung „rechter Begriff“ oder „rechtes Vokabular“ von demjenigen, der sie vornimmt, genutzt wird, um die Verwendung des Begriffs, hier Gutmensch bzw. Lügenpresse in Frage zu stellen. Darin besteht offensichtlich sein Interesse.

Nun sind Gutmensch und Lügenpresse empirische Begriffe, die eine Behauptung über Individuen oder Organisationen aufstellen, eine Behauptung, die in beiden Fällen prüfbar ist. Wir haben z.B. den Begriff des Gutmenschen definiert, als – in aller Kürze – Person, die von missionarischem Eifer besessen ist und die andere mit ihrer Überzeugung, besser als diese anderen zu wissen, was gut für diese anderen ist, verfolgt und sich das Recht einräumt, durch Zwang, diese anderen zum Gutmenschenheil zu bekehren“. Auf Basis dieser Definition ist es problemlos möglich zu prüfen, ob eine bestimmte Person ein Gutmensch ist oder nicht.

Dasselbe gilt für den Begriff „Lügenpresse“. Die Behauptung hinter dem Begriff lautet: Die Presse oder Teile der Presse verbreiten Lügen und behaupten, die Lügen seien Fakten. Auch hier ist es einfach, den Vorwurf zu prüfen. So hat Markus Gärtner ein Buch mit dem Titel „Lügenpresse“ geschrieben, in dem er eine Fülle von Beispielen anführt, die nach seiner Ansicht deutlich machen, dass in Printmedien Lügen verbreitet werden. Es steht all denen, die den Begriff „Lügenpresse“ nicht mögen, offen, die Beispiele zu widerlegen und zu zeigen, dass die Behauptung, in der Presse würden Unwahrheiten verbreitet und es würde versucht, die Leser zu manipulieren, falsch ist. Gleiches ist auch für die Beiträge möglich, in denen wir gezeigt haben, wie falsche Meldungen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk verbreitet werden. Jeder kann versuchen zu zeigen, dass unsere Argumentation falsch ist.

Seltsamerweise hat bislang noch niemand versucht, den Kern, der hinter „Gutmensch“ oder „Lügenpresse“ steckt zu entkräften und z.B. zu zeigen, dass alle Beispiele, die falsche oder bewusst falsche Berichterstattung in Medien auflisten, falsch sind und der Begriff der Lügenpresse somit nicht gerechtfertigt ist.

Stattdessen wird versucht, Begriffe wie Gutmensch oder Lügenpresse als rechte Begriffe zu diskreditieren. Und wer hat wohl ein Interesse daran, die Verwendung von Begriffen wie „Gutmensch“ oder „Lügenpresse“ zu unterbinden?

In jedem Fall ist der entsprechende Versuch, wie die Umfrage von YouGov zeigt, in die Hose gegangen. Die meisten Befragten sind der Ansicht, beide Begriffe seien in der öffentlichen Diskussion akzeptabel. Die selben Befragten sind mehrheitlich der Ansicht, dass Begriffe wie „Arschloch“ und „Pack“, die regelmäßig als Beschimpfung und eben nicht als empirischer Begriff gebraucht werden, nicht akzeptabel sind.

Wäre die SPD eine Volkspartei, die, wie dies unter Helmut Schmitt der Fall war, bei Bundestagswahlen in der Gegend von 40% der Stimmen zu finden ist, es sollte die Parteistrategen (sofern es sie gibt) nicht kalt lassen, dass die Begriffswahl von Sigmar Gabriel von 72% der Befragten als nicht akzeptabel bezeichnet wird. Nun ist die SPD keine Volkspartei mehr, sondern eine Partei, die auf dem Weg zur Bedeutungslosigkeit ist und dann, wenn Parteien unter 20% fallen, weicht in der Regel der Versuch, eine konstruktive Sprache zu sprechen dem Versuch, in ideologischer Apodiktik die eigene Position als unverrückbare Wahrheit darzustellen. Und wenn man selbst im Besitz der Wahrheit ist, dann müssen all die anderen, die diese Wahrheit nicht einsehen wollen, wohl uneinsichtiges Pack (oder rechtes Gesindel) sein.

 

Bundesjustizminister Maas ist ein Fake

Angeblich hat Heiko Maas Juristerei studiert.
Entsprechend sollte ihm der Unterschied zwischen Rechtsetzung und Naturrecht bekannt sein.

Ist er aber nicht.

Angeblich ist Heiko Maas Bundesjustizminister.
Als Bundesjustizminister sollte es Maas bekannt sein, dass der ständige Ruf nach Gesetzesverschärfung, Ahndung oder härterem Vorgehen nicht die Lösung für Probleme, sondern in der Regel der Anfang von Problemen ist.

Ist es aber nicht.

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Was meinen Sie: Echt oder Fake?

Angeblich ist Heiko Maas ein Politiker.
Als Politiker sollte Heiko Maas wissen, dass er Repräsentant seiner Wähler, nicht Erzieher der Bürger ist. Er sollte wissen, dass Freiheit etwas ist, was man nicht gewähren kann, nicht einmal als Bundesjustizminister, nicht einmal als Bundesjustizminister, der angeblich Juristerei studiert hat. Denn: Freiheit ist ein Naturrecht, das jedem Menschen zusteht. Und jeder Mensch hat die Freiheit, seine Freiheit so zu gestalten, wie er das möchte.

Daran ändert es auch nichts, dass Heiko Maas die dümmlichen Memes von NoHateSpeech Deutschland nachplappert und behauptet: „Verleumdung und üble Nachrede sind nicht von der Meinungsfreiheit gedeckt“.

Selbstverständlich sind üble Nachrede und Verleumdung von Meinungsfreiheit gedeckt. Wer sich zur üblen Nachrede und zur Verleumdung entscheidet, der tut dies im vollen Bewusstsein, dass es in Deutschland ein Strafrecht gibt, das üble Nachrede und Verleumdung und damit das, was er zu sagen im Begriff ist, unter Strafe stellt. Er stellt sein Recht auf Meinungsfreiheit, das ihm niemand nehmen kann, über das Strafrecht.

Ein richtiger Jurist und Bundesjustizminister sollte das wissen.

Maas scheint aber nicht nur Probleme mit der Freiheit von anderen und der Stellung von Rechtsregeln zu haben, er hat auch definitorische Probleme, vermengt er doch ständig die neueste Lieblingssau, die politisch Korrekte durch deutsche Dörfer treiben, nämlich „FakeNews“, mit Verleumdung und übler Nachrede. FakeNews kann, muss aber nichts mit übler Nachrede und Verleumdung zu tun haben. FakeNews findet sich viel häufiger z.B. in Form der Behauptung, Saddam Hussein sei im Besitz von Massenvernichtungswaffen als im Kontext mit übler Nachrede oder Verleumdung. FakeNews kommt auch als Behauptung daher, z.B. als Behauptung, es gebe in Deutschland einen Gender Pay Gap, eine Behauptung, die Heiko Maas gerne aufstellt.

FakeNews liegt vor, wenn die ARD behauptet, die britische Bank Lloyds schließe Filialen als Folge des Brexit, denn das ist nachweislich falsch.

FakeNews liegt auch vor, wenn die ARD unterhaltsprellende Väter erfindet und die nachweislich falsche Behauptung aufstellt, dass jeder zweite Vater nach der Scheidung keinen Unterhalt für seine Kinder bezahlt.

Dagegen sind üble Nachrede und Verleumdung jeweils Straftatbestände des Strafgesetzbuches, die entsprechend geregelt sind und keiner neuen Regelung bedürfen. Kurz: Es gibt bereits eine Handhabe gegen das, was Heiko Maas mit FakeNews vermengen will.

Das sollte er eigentlich wissen, als Jurist, als Bundesjustizminister….

Da Maas all das, was wir hier zusammengetragen haben, offensichtlich nicht weiß, all das, was man von einem Juristen, einem Bundesjustizminister, ja selbst einem Politiker als Wissen erwarten würde,  können wir nicht anders als zu dem Schluss kommen, dass Heiko Maas Fake ist, er ist nicht echt – in keinem Feld, in dem er etwas darstellen will.


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Postfaktische FakeNews kontra Lügenpresse: Das politische Establishment schlägt zurück

Am 23. November 2016 hat Angela Merkel im Bundestag einmal mehr #Neuland betreten:

“Ich glaube, wir dürfen das, was da im Zusammenhang mit dem Internet, mit der Digitalisierung passiert – und das ist Teil unserer Realität –, nicht unterschätzen. Wir haben Regelungen für alles, was Pressefreiheit ausmacht: die Sorgfaltspflicht der Journalisten und vieles andere mehr. Zugleich haben wir heute viele, die Medien wahrnehmen, die auf ganz anderen Grundlagen basieren, die weniger kontrolliert sind. Ich will darin nicht die einzige Ursache sehen, ich will nur darauf aufmerksam machen, dass Meinungsbildung heute grundsätzlich anders erfolgt als vor 25 Jahren, dass heute Fake-Seiten, Bots, Trolle Meinungsbilder verfälschen können, dass heute sich selbst regenerierende Meinungsverstärkungen durch bestimmte Algorithmen stattfinden. Wir müssen lernen, uns damit auseinanderzusetzen.”

Bots und Trolle verfälschen also Meinungen. FakeNews im Internet, wo sonst, sind das neue Problem, das man im politischen Berlin entdeckt hat. Als Zeitgeschichtler fragt man sich: Wieso gerade jetzt? Wieso entdeckt die Politik nun das Phänomen von Bots, das es schon seit Jahrzehnten gibt und das nicht zuletzt Barack Obama in seinem Wahlkampf mit Erfolg genutzt hat? Und wieso, so fragt man sich als Wissenschaftler, sind es gerade die FakeNews im Internet, die Merkel beunruhigen. Ist sie die letzten 60 Jahre in einem anderen Land gewesen, in einem Land, in dem nicht heilende Steine reißenden Absatz finden, in einem Land, in dem nicht das Chi aus Feng Shui bereits in Wissenschaft und Architektur Berücksichtigung findet?

Lebt Merkel nicht in einem Land, in dem regelmäßig steif und fest behauptet wird, es gäbe ein Gender Pay Gap, in einem Land, in dem Interpretationen zu Fakten erhoben und durch die Auslassung anderer Fakten zu einem besonderen Problem hochgeredet werden, wie dies seit Jahren mit dem Rechtsextremismus passiert? Ist Merkel nicht Bundeskanzler in einem Land, in dem es Extremisten und wissenschaftliche Analphabeten auf Lehrstühle an Hochschulen schaffen, weil sie das richtige Geschlecht haben?

Und ausgerechnet Merkel will nun gegen FakeNews vorgehen und dafür sorgen, dass die Meinungsbildung in der Bevölkerung nicht verfälscht wird? Wohlgemerkt, Merkel will im Internet dagegen vorgehen, dass die Manipulation der Bevölkerung bekämpft wird, nicht in der eigenen Partei, den öffentlich-rechtlichen Medien, nicht bei den vielen von Ministerien finanzierten Kostgängern, deren einziger Zweck darin besteht, gesellschaftliche Probleme zu erfinden, aufzublasen und dann für die eigene Finanzierung aus Steuergeldern auszunutzen. Das alles ist nicht das Problem. FakeNews in sozialen Netzwerken sind angeblich das Problem (Hoffentlich kommt niemand auf die Idee, Politikern zu erzählen, dass es im Internet viel mehr gibt, als soziale Netzwerke…).

Szenenwechsel

Die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) hat „postfaktisch“ zum Wort des Jahres erklärt und BREXIT zum Vize-Wort des Jahres. Letzteres ist in der Rezeption etwas untergegangen. Postfaktisch, so meint man bei der GfdS, stehe dafür, dass Menschen nicht mehr an Fakten, sondern an Gefühlen interessiert sind, etwa in der Weise, wie dies an Universitäten der Fall ist, an denen Studenten Menschen, die sie nicht kennen, die wiederum über Themen sprechen wollen, die den Studenten nichts sagen, daran hindern wollen, einen Vortrag zu halten. Warum? Weil die Gefühle der Studenten verletzt wurden. Gefühle, nicht Fakten, stehen auch im Vordergrund, wenn über den vermeintlichen Rechtspopulismus berichtet wird. Dann ist regelmäßig von Wut- und Problembürgern, von Nazis und Rechtsextremen die Rede. Gefühle regieren die Antifa, wenn der schwarze Block seinen Hass an „Bullenschweinen“ auslässt …

Aber all das ist nicht postfaktisch.

Postfaktisch, so erklärt die GfdS, die ganz faktisch von den Kultusministerien der Bundesländer finanziert wird und entsprechend abhängig in ihren Entscheidungen ist, beziehe sich darauf, dass Immer größere Bevölkerungsschichten … in ihrem Widerwillen gegen »die da oben« bereit [seien], Tatsachen zu ignorieren und sogar offensichtliche Lügen zu akzeptieren. Nicht der Anspruch auf Wahrheit, sondern das Aussprechen der »gefühlten Wahrheit« führt zum Erfolg.“

Wir haben es hier offensichtlich mit der Reaktion des politischen Establishments auf die „Lügenpresse-Diskussion“ zu tun: Das politische Establishment schlägt zurück. Im Kampf um die Meinungshoheit in Deutschland soll erreicht werden, dass die richtige Manipulation die Gehirne der deutschen benebelt. Entsprechend sei die Emotionalität, die die meisten Debatten in Deutschland auszeichnet, nicht ein Problem des politischen Establishments, sondern ein Problem der Bürger, die so dumm seien, dass sie sich nicht mehr an Fakten ausrichteten, sondern nur noch an Gefühlen. Fakten, so muss man der Stellungnahme des Vereins deutscher Sprache entnehmen, der nicht nur von der Kultusministerkonferenz finanziert wird, sondern auch direkt im Bundestag sitzt, so dass man sich schneller querschalten kann, Fakten sind das, was die da oben sagen. Das, was die da unten nicht mehr hören wollen, die da unten, die dummen Bürger, die statt dessen lieber Gefühlen folgen und Trollen und Bots und sich ihre Meinung von den Falschen bilden lassen. Nicht von denen oben, sondern von sozialen Netzwerken mit all ihren Trollen und Bots.

Die Deutschen sind nach Ansicht des politischen Establishments alle, sofern sie nicht dem politischen Establishment zugerechnet werden können, Volltrottel, die sich die Meinung von den Falschen bilden lassen. Dass unsere Interpretation hier zutrifft, zeigt sich, wenn man genau liest, was Bundeskanzler Merkel bewegt. Sie hat nicht per se Probleme damit, dass es Bots und Trolle gibt, sie hat ein Problem damit, dass die Meinungsbildung von Bürgern in Medien erfolgt, „die auf ganz anderen Grundlagen basieren, die weniger kontrolliert sind“ als die öffentlich-rechtlichen Medien, aus denen heraus nach Ansicht des politischen Establishments das Heer der deutschen Vollidioten in seiner Meinungsbildung bisher offensichtlich befriedigend gesteuert werden konnte. Nun ist das vorbei, postfaktische FakeNews machen der Lügenpresse Konkurrenz, jedenfalls aus Sicht des politischen Establishments und was passiert, wenn man Bürger unkontrolliert sich ihre Meinung bilden lässt, zeigt der BREXIT, das Vize-Wort des Jahres.

Gesellschaft für deutsche Sprache: „Postfaktische Politik war beispielsweise der Wahlkampf gegen den Verbleib Großbritanniens in der EU. Mit zum Teil gezielten Fehlinformationen schürten die Befürworter des Austritts den Unmut in der Bevölkerung, die tatsächlich am 23. Juni 2016 mehrheitlich für den Brexit stimmte. Ein Ergebnis postfaktischer Politik war auch der Triumph von Donald Trump, der mit Diskriminierungen und wahrheitswidrigen Behauptungen wie der Aussage, Barack Obama habe die Terrororganisation »Islamischer Staat« gegründet, in den USA zum Präsidenten gewählt wurde.“

Das ist eigentlich zu primitiv, als dass man noch etwas dazu sagen müsste. Ergebnisse von Wahlen, die dem politischen Establishment nicht in den Kram passen, sind somit postfaktisch, von Gefühlen geleitet und von Trollen beeinflusst. Denn das Volk, in Deutschland wie in den USA und in Großbritannien, das besteht aus Vollidioten, die sich von den Falschen ansprechen und von ihren Gefühlen leiten lassen.

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Edelmann plaudert aus der Praxis der alltäglichen Meinungsmanipulation durch Parteien und Regierung

Wären man im politischen Establishment etwas mehr an Fakten und etwas weniger an der Angst, die Kontrolle über die Bevölkerung zu verlieren, orientiert, man würde merken, dass es nicht die Gefühle waren, die die Briten für einen BREXIT haben stimmen lassen, sondern die Fakten: 13 Milliarden Pfund für die EU pro Jahr, Geld das dazu führt, dass Entscheidungen, die Großbritannien betreffen, in Brüssel getroffen werden. Der faktische Hoheitsverlust war mit die Ursache für den BREXIT, so wie es wohl feststeht, dass in den USA Trump gewählt wurde, damit sich einmal etwas ändert, damit die alten Gesichter des politischen Establishments verschwinden und durch neue Gesichter ersetzt werden. Als Bürger ist man nämlich froh, wenn sich faktisch einmal etwas ändert. Das hat das politische Establishment in Deutschland nach wie vor nicht verstanden. Es geht nicht um Gefühle, es geht darum, das derzeitige Establishment loszuwerden, faktisch, nicht postfaktisch.

Es ist kein Zufall, dass die FakeNews Debatte und das postfaktische Wort des Jahres zeitgleich lanciert werden. Angesichts der Verflechtungen zwischen Bundestag, Kultusministerkonferenz und Gesellschaft für deutsche Sprache, ist es kein Wunder, dass in konzertierter Weise versucht wird, die Meinungshoheit über das, was im politischen Establishment als Bevölkerung bezeichnet und für Vollidioten gehalten wird, wieder zu gewinnen.

Faktisch ist es dazu jedoch zu spät und postfaktisch auch, denn den Verlust von Legitimation kann ein politisches System nicht dadurch wiedergewinnen, dass es eine Kampagne gegen die Meinungsfreiheit und gegen die Freiheit der Bürger sich zur Not auch falsch informieren zu lassen, führt. Letztlich ist jeder Bürger für seine (falsche) Meinung selbst verantwortlich und solange die (falschen) Meinungen mancher Bürgern dem politischen Establishment gedient haben, waren sie auch kein Problem. Das Problem entsteht, wenn ein Machtverlust droht oder längst eingetreten ist.

Wie postfaktisch die Vertreter des politischen Establishments gesteuert sind, zeigt sich schon daran, dass sie nicht einmal im Traum auf die Idee kommen, der „Widerwille gegen die da oben“ habe das paternalistisch-überhebliche Getue der Vertreter des politischen Establishments zum Gegenstand, die zumeist dem durchschnittlichen Bürger kognitiv unterlegen sind, aber dennoch denken, sie könnten sich zu dem aufschwingen, der Bürgern sagt, was die richtige Meinung sie und sie maßregelt, wenn sie sich anmaßen, eine eigene Meinung, eine Meinung, die von dem, was das politische Establishment als richtig festgelegt hat, abweicht, zu haben.

Als kleine Empfehlung für Vertreter des politischen Establishments: Wenn Sie verstehen wollen, warum Bürger „die da unten“ einen Widerwillen gegen ihre gewählten Vertreter „die da oben“ haben, dann hören Sie sich beim Reden zu, lesen Sie ihre von Redenschreibern geschriebenen Reden und schauen Sie in den Spiegel. Die Antwort ist dann selbst-evident.


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Trump von Dummen gewählt? Die ARD manipuliert schon wieder

Die Ruhe im Blätterwald, der Schock, der sich offensichtlich bei denen, die mit Politik ihr Geld verdienen, eingestellt hat, sie sind bezeichnend. Wie nach dem BREXIT scheint es ein kollektives Pinch-Me zu geben, immer in der Hoffnung, es handle sich um einen Traum.

Aber es ist kein Traum.

Es ist Realität: Donald Trump wurde zum 45. Präsidenten der USA gewählt.

Entgegen allen Umfragen, entgegen allen Erwartungen, entgegen aller Mainstream-Pressearbeit hat Trump eine Mehrheit der US-amerikanischen Wahlmänner hinter sich versammelt. Es ist wie ein deja vu nach der britischen Abstimmung über den BREXIT, den niemand für möglich gehalten hat, und dennoch haben sich die Briten gegen die EU entschieden.

An allen Enden bröckelt das Gebälk des Staates in dem sich die etablierten politischen Kostgänger so bequem eingerichtet haben. Times, they are changing!

Wandel ist nun etwas, das man nur gut findet, wenn es in einer Weise stattfindet, von der man profitieren kann, und offensichtlich sehen immer mehr Politiker ihre Felle davon schwimmen, sehen sich konfrontiert mit einer Masse von Wählern, die sie schlicht nicht mehr wollen, die den Wechsel wählen, einfach um des Wechsels willen, weil man die etablierten Politikergesichter nicht mehr sehen und ihre eingeübten Leerformeln einfach nicht mehr hören kann.

Mit Donald Trump wurde einer von außen, einer außerhalb des US-amerikanischen Establishments gewählt, ein Fremder. Entsprechend befremdet sind die Reaktionen der deutschen Politiker: „Das ist ein Schock“, sagt Cem Özedemir und Sigmar Gabriel, erzogen in der Sprache der kommunistischen Internationalen sieht eine andere Internationale am Horizont, denn Trump sei ein: „Vorreiter einer autoritären und chauvinistischen Internationale“.

ard-trump-wahlUnd wieder sehen wir das Problem, das sich mit einem allgemeinen und gleichen Wahlrecht in freien Ländern verbindet: Es kann genutzt werden. In den USA haben es, wie die ARD, ganz schnell herausgefunden haben will, vor allem dumme Wähler, nein politisch korrekt: ungebildete Wähler genutzt, um für Trump zu stimmen. Das behaupten die ARDler allen Ernstes und unter Zuhilfenahme von Andrew B. Denison, der den Lesern als „US-Politologe“ untergeschoben werden soll.

Denison ist nichts dergleichen. Er ist Direktor der Transatlantik Networks, einem Institut mit Sitz in Königswinter, von dem wir nicht so richtig wissen, was es eigentlich macht, außer Denison als Talkshowgast zu promoten. Denison hat an der Universität Hamburg einen Magister in Politikwissenschaft erreicht und an der Johns Hopkins University in Baltimore in „European Studies“ promoviert. Seither scheint er in Deutschland als Direktor des Transatlantik Networks durch Talkshows zu tingeln. Nicht unbedingt die Pedigree, die man von einem US-Politologen erwarten würde. Schon gar nicht das, was Denison als Wahlforscher und entsprechenden Experten auszeichnet.

Aber genau in dieser Funktion hat ihn die ARD angefragt, und Denison hat die ARD beglückt: Die Wahl Trumps stelle die Gesetze der Politik auf den Kopf, so erklärt er und fügt an: „Die Umfragen [die alle Trump als Verlierer vorhergesagt haben] lagen deshalb daneben, weil sie die Bereitschaft zur Wahlbeteiligung bei ungebildeten Wählern, die vorher nie gewählt haben, nicht richtig einschätzen konnten. Wir sehen hier auch eine Well des Populismus, die in Meinungsumfragen schwierig zu erfassen ist“.

Ungebildete Wähler, ungebildete Erstwähler, die von richtigem Wählen keine Ahnung haben, so die angebliche Erkenntnis des angeblichen US-Politologen, sind für die Wahl von Donald Trump verantwortlich. Da sieht man, was passiert, wenn man Dumme wählen lässt, so die Meldung, die die ARD unters Volk streuen will. Populismus und Meinungsmache pur, denn: Ob Dumme Trump gewählt haben, ist eine Frage, die derzeit nicht beantwortet werden kann, weil es keine entsprechenden Daten gibt und ob es die entsprechenden Daten in Zukunft geben wird, ist eine Frage, die eher abschlägig beantwortet werden muss, da Intelligenztests in Meinungsumfragen nicht gut ankommen und deshalb nicht durchgeführt werden.

In Befragungen erhebt man die Schulausbildung, den Schulabschluss. Der Schulabschluss ist aber ein denkbar schlechter Indikator für Intelligenz. Man denke an den mangelnden Schulerfolg von Albert Einstein oder die Genderisten auf Universitätsprofessuren. Aber selbst wenn man Schulausbildung als Näherungswert für Intelligenz benutzen wollte, so könnte man dennoch keine Aussage darüber machen, ob die Wähler, die es nur zum Abschluss der Junior High School gebracht haben, dmmer sind als die, die einen Collegebesuch abgebrochen haben.

Warum behauptet Denison also, Trump sei es gelungen, so viele dumme Wähler zu mobilisieren, wie keinem Kandidaten vor ihm?

Die naheliegende Antwort stellt eine Verbindung zwischen kognitiver Dissonanz und dem Wunsch, zu diskreditieren her: Weil mit Trumps Wahl eingetreten ist, was nicht sein durfte, muss die Dissonanz zwischen dem, was nicht nur von Denison offensichtlich gewünscht wurde und dem, was geschehen ist, überwunden werden, und zwar so, dass der eigene Irrtum darüber, wie die Wahl wohl ausgehen wird, in einen Erfolg umgemünzt werden kann, in wahrer Kleinkindermanier: Bäh, der wurde ja von Dummen gewählt.

Psychologisch interessant ist dabei die implizite Selbsteinschätzung von Redakteuren in der ARD oder von Denison, man selbst sei natürlich intelligent und den dummen Trump Wählern überlegen. Wie kommen die nur auf diese Selbsteinschätzung?

Wie dem auch sei, in informierten Kreisen, die etwas von Wahlforschung verstehen und wissen, was man so kurz nach der Wahl sagen kann und vor allem, was man weder kurz noch lange nach der Wahl sagen kann, ist bekannt, dass alle Angaben auf so genannten Exit-Poll-Befragungen basieren, deren Verlässlichkeit etwas höher ist als die der falschen Vorhersagen zum Wahlausgang. Erfasst werden bei Exit-Poll-Befragungen eine Reihe von Informationen, darunter auch die Schulbildung.

Doch der Reihe nach:

trump-vote-religionDie Informationen, die es bislang gibt, weisen eher dahin, dass nicht überproportionale Wählermobilisierung durch Trump dessen Erfolg gebracht hat, sondern unterproportionale Wählermobilierung durch Clinton, bleibt Clinton doch bei den demokratischen Stammwählern, den African-Americans (88% für Clinton), den Latinos (65% für Clinton) und den jungen Wählern von 18 bis 29 Jahren (54% für Clinton) regelmäßig um rund 6% hinter dem letzten Ergebnis zurück, das Barack Obama erzielen konnte.

Andere Daten, die die Washington Post veröffentlicht hat, zeigen, dass es Trump gelungen ist, vor allem die Stammwählergruppen der Republikaner zu motivieren. 81% der Evangelisten, eine Art Protestanten, haben Trump gewählt und 61% der Mormonen.

Die umfassendste Zusammenstellung der Exit-Poll-Ergebnisse finden sich bei der New York Times. Demnach hat Donald Trump Vorteile bei den folgenden Wählergruppen:

  • Männer (53% für Trump);
  • Weiße (58% für Trump);
  • Wähler die 45 Jahre oder älter sind (53% für Trump);
  • Generell Besserverdienende mit mehr als 99.000 US-Dollar im Jahr
  • Personen mit High School Abschluss oder weniger (51%), das entspricht in Deutschland Personen mit einem Realschulabschluss oder weniger, also einem Hauptschulabschluss oder keinem Abschluss;
  • 67% Weiße ohne College Abschluss, d.h. Weiße, die keinen Bachelor-Abschluss an einer Hochschule erreicht haben.

Wer aus diesen Daten konstruieren will, dass vor allem ungebildete Trump gewählt haben, wie die ARD dies offensichtlich will, der will also durchsetzen, dass alle, die keine Hochschule besucht haben oder weniger als ein Abitur als Schulabschluss erreicht haben als dumm anzusehen sind. Das ist eine wilde Behauptung, die nur von Dummen aufgestellt werden kann. Ungeachtet davon sind die vermeintlich Dummen, offensichtlich klug genug, um zu den Besserverdienenden zu gehören.

Kurz: Der Versuch, die eigenen Dissonanzen dahingehend zu beseitigen, dass man die Wahl von Trump als das Ergebnis einer Mobilisierung von dummen Wählern ansieht, ist gescheitert. Indes offenbart alleine der Versuch, einen Wahlerfolg als Ergebnis der übermäßigen Beteiligung dummer Wähler darzustellen, ein erschreckendes Nichtverständnis dessen, was ein allgemeines und gleiches Wahlrecht aussagt: Egal, wie dumm ein Wähler ist, er hat ein Wahlrecht und zumindest klug genug, ein Wahllokal zu finden und eine Wahlmaschine zu benutzen, muss er schon sein. Die Frage, wie intelligent ein Wähler ist, spielt im Hinblick auf das Wahlrecht schlicht keine Rolle, und tatsächlich kann ein Wahlrecht in diesem Zusammenhang nur durch Entmündigung z.B. bei Debilität erlöschen, das schließt dumme Wähler aber komplett von Wahlen aus.

Wieder müssen wir also feststellen, dass es deutschen Journalisten und Direktoren von deutschen Instituten, die als US-Politologen verkauft werden sollen, nicht möglich zu sein scheint, einfache demokratische Verfahrensweisen zu akzeptieren. Sie wollen bestimmen, was die richtige Wahl ist und entsprechend diejenigen, die die aus ihrer Sicht eine falsche Wahl treffen, diskreditieren. Warum sie überhaupt am allgemeinen und gleichen Wahlrecht festhalten, ist vor dem Hintergrund dieser anti-demokratischen Anwandlungen eine Frage, die wir nicht beantworten können.

Nach aller Konvention, die in der Politikwissenschaft gültig ist, muss es sich bei solchen Anti-Demokraten entweder um Kommunisten oder um Faschisten handeln.


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Bei Gender hört das Denken auf: Spiegel-Ableger Bento einmal mehr im Lügenmodus

In regelmäßigen Abständen veröffentlicht das World Economic Forum einen so genannten Gender Gap Report. Warum? Weil im Echozimmer, in dem sich die Beschäftigten vieler Nichtregierungsorganisationen aufhalten, immer noch der Ladenhüter der Frauenrechte nachhallt, auch im Jahre 100+ nach der Einführung des Wahlrechts für Frauen, das damals übrigens von vielen Frauen als unweiblich abgelehnt wurde.

Aber das ist Geschichte.

Dennoch veröffentlicht das World Economic Forum seinen regelmäßigen Bericht – weil es von den anderen Nichtregierungs- und Regierungsorganisationsmitgliedern erwartet wird, dass sie das tun, nicht weil es irgend einen besonderen Erkenntniswert hätte, schon weil es keinen Wert hat, die kulturellen Vorstellungen, die gerade im Westen en vogue sind, als Einheitsbrei gemischt über alle Länder dieser Erde zu streichen.

Wie absurd diese Vorstellung und letztlich der Bericht des World Economic Forum ist, zeigt sich z.B. an der Feststellung, das es 1000 Jahre dauern könnte, bis der Gender Gap in Südostasien geschlossen ist. Das steht in einem Bericht, dessen Autoren erwarten, dass sie ernstgenommen werden.

Aber es ist nichts absurd und abstrus genug, als dass es Marc Röhlig, der offensichtlich sein eigenes Echozimmer bewohnt, nicht mit seinem Sinn füllen könnte.

Es ist nun das zweit Mal, dass wir Röhlig dabei ertappen, wie er Falsches in die Welt setzt. Das letzte Mal hat er versucht, sich mit „das habe ich nicht richtig gelesen“ herauszureden. Wie er seinen neuen Versuch, die jugendlichen Bento-Leser hinters Licht zu führen, begründet – wir sind gespannt.

Dies ist, was Röhlig schreibt:

bento-luege-2„Frauen und Männer werden endlich gleich bezahlt – in etwa 170 Jahren

Frauen verdienen im Job weniger als Männer – diese Ungleichheit wird Gender Gap genannt. Das ist in Deutschland so, aber auch im Rest der Welt. Eigentlich sollte die Politik daran arbeiten, die Lohnlücke zu schließen.

Tatsächlich wird es schlimmer: Die Unterschiede zwischen Männern und Frauen – bezogen auf ihre wirtschaftliche Chancen – sind so groß wie seit 2008 nicht mehr. Sie zu schließen, wird nach Sicht von Experten noch etwa 170 Jahre dauern.

Das steht in der jüngsten Studie des Weltwirtschaftsforums (WEF). Seit 2005 erscheint der WEF-Bericht einmal jährlich und bewertet die Gleichstellung von Mann und Frau [welcher Mann und welche Frau wurden hier bewertet?] nach verschiedenen Maßstäben, darunter Bildungswege und Chancen auf dem Arbeitsmarkt.“

Wieder einmal schreibt Röhlig, was ihm ideologisch passt, was aber nichts mit dem Bericht des World Economic Forum zu tun hat. Fangen wir mit den 170 Jahren an, von denen Röhlig schreibt und von denen er behauptet, sie hätten ewtas mit einer Lohnlücke zu tun.

Haben sie aber nicht, denn:

“ All things held equal, with current trends, the overall global gender gap can be closed in 83 years across the 107 countries covered since the inception of the Report— just within the statistical lifetime of baby girls born today. However, the most challenging gender gaps remain in the economic sphere and in health. At the current rate of change, and given the widening economic gender gap since last year, it will not be closed for another 170 years (24)”

Die 170 Jahre, die der Gender Gap benötigt, um nach Ansicht der Autoren dieses politisch-korrekten, wissenschaftlich zweifelhaften und effektiv überflüssigen Reports, benötigt, um geschlossen zu werden, beziehen sich weder auf die angebliche Lohnlücke zwischen Männern und Frauen, noch auf deren „wirtschaftliche Chancen“, sondern auf den Gesamtindex, den man beim World Economic Forum berechnet hat. Der Gesamtindex setzt sich aus einer Reihe von Sub-Indices zusammen, nämlich dem politischen Subindex, dem Gesundheits-Subindex, dem Bildungs-Subindex und dem ökonomische Subindex.

Die Lohnlücke, die Röhlig unbedingt in diesen Bericht hineinlesen will, kommt als wage equality tatsächlich vor, und zwar als Bestandteil des ökonomischen Teilindizes, der aber nur einen minimalen Beitrag zur Berechnung des Gender Gap Indexes leistet. Letzterer basiert auf so genannten Schlüsselindikatoren, nämlich:

  • wef_gender-gap-indexDem Bruttoinlandsprodukt;
  • Dem Bruttosozialprodukt per capita;
  • Der Bevölkerungsanzahl;
  • Der Wachstumsrate der Bevölkerung;
  • Dem Verhältnis Männer zu Frauen;
  • Dem Erfolg, mit dem ein Land sein Humankapital entwickelt;

Zudem gibt es eine Vielzahl von Länderindikatoren:

  • Der Anteil der Frauen, die arbeiten gehen;
  • Die Differenz in der Lohnhöhe zwischen Männern und Frauen;
  • Das geschätzte Einkommen von Männern und Frauen;
  • Der Anteil von Frauen in Führungspositionen;
  • Der Anteil von Frauen unter den Arbeitern in technischen Berufen und unter Selbständigen;
  • Der Anteil der Analphabeten nach Geschlecht;
  • Der Anteil von Männern und Frauen, die eine Schulausbildung aufnehmen;
  • Der Anteil von Männern und Frauen in sekundärer Bildung;
  • Der Anteil von Männern und Frauen in tertiärer Bildung;
  • Das Vehältnis männlicher zu weiblichen Neugeborenen;
  • Die Lebenserwartung von Männern und Frauen;
  • Der Anteil von Frauen im nationalen Parlament;
  • Der Anteil von Frauen in Ministerämtern;

Das sind nur einige der Indikatoren, die erhoben werden, um den Gender Gap Index zu berechnen. Es folgen noch 60 Indikatoren in den Bereichen (1) Beteiligung am Arbeitsmarkt; (2) Ökonomische Führung; (3) Zugang zu Ressourcen, (4) Zugang zu Technologie; (5) Familie, (6) Pflege, (7) Ausbildung und Kompetenzen und (8) Gesundheit. Rund 75 Indikatoren werden also genutzt, um den Gender Gap zu berechnen, einer davon hat mit dem zu tun, was Röhlig als Lohnlücke bezeichnet.

Hier eine Liste der Einzelindikatoren, aus denen sich der Gender Gap Index zusammensetzt für Deutschland. Wer will kann die vermeintliche Lohnlücke unter „ferner liefen“ suchen:

Diese Lohnlücke ist alles, was je in sein Echozimmer eingedrungen ist, wie es scheint. Sie zu schließen, werde 170 Jahre dauern, so behauptet er in der Überschrift. Das ist falsch, denn die 170 Jahre beziehen sich nicht auf die Lohnlücke, sondern auf den Gesamtindex, der sich aus weiteren 74 Indikatoren zusammensetzt.

Dann suggeriert er in seinem Text, dass Frauen weniger als Männer verdienen werde als Gender Gap bezeichnet. Das ist ebenso falsch, denn selbst die stupidesten Genderista wissen, dass die ideologisch richtige Bezeichnung Gender Pay Gap ist. Aber: Röhlig muss von seiner Lohnlücke dahin kommen, dass im Bericht des World Economic Forum immer von Gender Gap die Rede ist und nicht von Gender Pay Gap, also setzt er beides eben einmal gleich, um dann behaupten zu können, dass es 170 Jahre dauern wird, diese Lücke zu schließen.

Man wird den Eindruck nicht los, dass Röhlig selbst an den Stellen, an denen er von „wirtschaftlichen Chancen“ schreibt, das nur tut, um die abermalige Verwendung von Lohnlücke zu vermeiden, schließlich hat er in der Überschrift behauptet, dass die 170 Jahre, die sich auf den Gesamtindex aus 75 Einzelindikatoren beziehen, sich auf die gleiche Bezahlung von Männern und Frauen beziehen. Kurz: Er will seinen Lesern suggerieren, dass Frauen gegenüber Männern so furchtbar benachteiligt werden, und zwar dann, wenn es um die Bezahlung geht.

Das genau ist das Problem mit politisch-korrekten Berichten wie dem des World Economic Forum, mit dem Klaus Schwab angetreten ist, seinen einst guten Namen in der ökonomischen Zunft, weiter zu zerstören. Ideologische Berichte werden von Ideologen wie Röhlig als Bestätigung ihrer eigenen Ideologie gelesen, unabhängig davon, was in dem Bericht steht. Dass selbst in der Zusammenfassung des Berichts zu lesen steht, dass ein großer Teil des Gaps zwischen Männern und Frauen darauf zurückzuführen ist, dass Frauen einfach nicht arbeiten gehen: „with the global average for women standing at 54%, compared with 81% for men“, dass aus diesem Grund auch weniger Frauen in Führungspositionen auftauchen und dass Frauen nicht beruflich vorankommen weil sie sich entschließen in Teilzeit zu arbeiten anstelle sich voll für den Beruf einzusetzen, dass viele Effekte aufeinander bezogen und Folgeeffekte sind, das ist offensichtlich zu kompliziert, als dass es von Röhlig auch nur zur Kenntnis genommen werden könnte.

Für ihn ist der Report, der immerhin 391 Seiten füllt, ein Bericht über die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen und so – nämlich falsch – stellt er es seinen Lesern dar.

Mit anderen Worten: Einmal mehr werden Bento-Leser belogen.