Keine Chancengerechtigkeit im deutschen Bildungssystem

Es ist nun langsam, nach TIMSS, PISA, IGLU, PIRLS und wie sie alle heißen, auch zum Letzten in Deutschland vorgetrungen, dass das deutsche Bidlungssystem wie kein anderes weltweit nach sozialer Herkunft selegiert. Wer in die Familie eines Bauarbeiters geboren wird, hat eine deutlich geringere Wahrscheinlichkeit, ein
IGLU_
Abitur zu erreichen als derjenige, der die Gnade der Geburt in eine Beamtenfamilie hat. Wann immer die  hohe soziale Exklusivität hoher Bildungsabschlüsse in Deutschland offenkundig wird, findet das immer selbe Ritual statt: Politiker, Gewerkschaftler und Bildungsbeflissene aller Couleur stimmen ein Klagelied an und spielen “pass the parcel”:
TIMSS_
Politiker fordern mehr soziale Gerechtigkeit, Gewerkschaftler fordern mehr Mittel für die Schulen und Bildungsbeflissene klagen über die Probleme, die bildungsferne Familien doch bereiten. Hat sich die erste Aufregung wieder gelegt, dann treffen sich die Kultusminister, um sich gegenseitig und aufs Neue zu versichern, dass sie die Vielstaaterei in Sachen Bildung auch weiter betreiben werden und dass sie auch in Zukunft nichts daran ändern werden, dass ein Hauptschüler aus Bayern keine Probleme hätte, in Bremen ein Abitur zu erreichen. Das eben ist Bildungsgerechtigkeit in Deutschland. Daran haben wir uns alle gewöhnt.

Nun hat Guido Raddatz in den Argumenten zu Marktwirtschaft und Politik (Nr. 118), die von der Stiftung Marktwirtschaft herausgegeben werden, einen neuen Anlauf gemacht, um für die Notwendigkeit einer Reform des deutschen Bildungssystems zu werben. Dabei geht es ihm vor allem um die Effizienz des Bildungssystems und um die Chancengerechtigkeit im Bildungssystem.


Becker_Humankapital_
Warum ist es wichtig, dass ein Bildungssystem effizient ist? Diese Frage beantwortet Raddatz in erster Linie mit Daten, die zeigen, dass mit einer höheren Bildung ein geringeres Risiko einhergeht, arbeitslos zu werden und zudem ein höheres Einkommen. Diese Zusammenhänge zwischen dem individuellen Humankapital und dem individuellen Einkommen bzw. dem Risiko, arbeitslos zu werden, wurden bereits in den 1960er Jahren von Gary S. Becker (1962) beschrieben und als Basis seiner Humankapitaltheorie genutzt. Humankapital, die zentrale Variable im Modell von Becker, basiert zwar auf Schulbildung, ist jedoch mehr als das, Humankapital im Beckerschen Sinne sind all die nutzenbringend einsetzbaren Kompetenzen und Fähigkeiten, die ein Individuum sein eigen nennt. Die Wichtigkeit von Humankapital für die individuelle Wohlfahrt, wie sie nun wieder von Raddatz dargelegt wurde, wird durch Ergebnisse einer Forschungstradition, die Theodore W. Schultz (1961) begründet hat, ergänzt: Schultz konnte als einer der ersten zeigen, dass mit dem Anteil gut oder hoch Gebildeter in einer Gesellschaft, der gesellschaftliche Wohlstand, gemessen als Bruttosozialprodukt steigt. Es gibt also eine ganze Reihe guter Gründe dafür, in Bildung zu investieren, sowohl für Individuen als auch für eine Gesellschaft. Die Frage, die sich dabei allerdings stellt, ist die Frage nach dem “Wie”. So hat sich das staatliche Schulsystem in Deutschland über Jahrzehnte hinweg als ertaunlich stabil in einer Hinsicht gezeigt: Es schafft keine Chancengerechtigkeit – die soziale Herkunft bestimmte und bestimmt den Schulerfolg.

Es ist in seinem Kapitel 3 und im Hinblick auf die nicht vorhandene Chancengerechtigkeit, die das deutsche Bildungssystem auszeichnet, dass der Beitrag von Raddatz seine Stärken hat. Wer einen guten und fundierten Überblick über die Effizienz des deutschen Schulssystems im Vermitteln wichtiger Fähigkeiten und über die soziale Selektivität der deutschen Schulausbildung haben will, dem sei die Lektüre des Beitrags von Raddatz ans Herze gelegt. Ich will die vielen Einzelbefunde, die Raddatz zusammengetragen hat, hier nicht wiederholen und mich statt dessen auf das folgende Einzelergebnis konzentrieren:

Höchst problematisch ist allerdings, dass auch die Grundschulempfehlungen für die weiterführende Schule in hohem Maße von der sozialen Herkunft der Kinder beeinflusst wird. Gemäß den Ergebnissen der IGLU-2006-Studie ist bei gleichen kognitiven Fähigkeiten und gleicher Leseleistung die Wahrscheinlichkeit einer Gymnasialempfehlung für Kinder aus der oberen Dienstklasse gut zweieinhalbmal so hoch wie für Kinder von Facharbeitern und Arbeitern mit Leitungsfunktion und mehr als viermal so hoch wie für Kinder von un- und angelernten Arbeitern (…). Anders ausgedrückt: Je niedriger der berufliche Hintergrund der Eltern ist, desto bessere Leistungen müssen die Kinder für eine Gymnasialempfehlung bringen” (16).

orsprung_bildungEs ist schon ein herausragender Euphemismus ein solches Ergebnis als “[h]öchst problematisch” zu bezeichnen. Ein solches Ergebnis ist nicht höchst problematisch, ein solches Ergebnis ist eine Katastrophe für ein Bildungssystem, das meritokratisch sein und Leistung belohnen will, denn dieses Ergebnis zeigt, dass nicht die Leistung zählt, sondern die soziale Herkunft. Dieses Ergebnis zeigt, dass Lehrer in Grundschulen aktiv diskriminieren, und zwar Kinder aus der Arbeiterschicht. Dass es sich hier um eine klassische und eklatante Diskriminierung handelt, die auch nicht mit guter Absicht gerechtfertigt werden kann, zeigt schon die Tatsache, dass man, wenn man den entsprechenden Kindern ihre Herkunft schon als Mallus anrechnen will, es auch in der Weise hätte tun können, dass man ihre gute Schulleistung, gerade wegen ihrer Herkunft als besondere Leistung wertet, die eine Empfehlung für das Gymnasium geradezu erzwingt.

Dass eine solche Bewertung nicht vorgenommen wird, sondern im Gegenteil, die guten Leistungen aufgrund des Elternhauses noch abgewertet werden, spricht eine deutliche Sprache. Es hat mich immer erstaunt, dass dieselben Leute, die die Nachteile von Kindern aus “bildungsfernen Familien” beklagen, bereit sind, mehr Leistung gerade von diesen Kindern zu fordern als von Kindern aus “bildungsnahen Familien”. Ginge es wirklich darum, den entsprechenden Kindern den Weg auf eine weiterführende Schule zu ebnen, nichts wäre leichter als dass. Man müsste sie nur in der Weise behandeln, in der man Kinder aus “bildungsnahen Familien” behandelt. Dass dies nicht der Fall ist, spricht dafür, dass es eben nicht darum geht, den entsprechenden Kindern eine Möglichkeit zum sozialen Aufstieg zu geben, sondern im Gegenteil darum, sie an eben diesem Aufstieg zu hindern. Wenn man sich nun noch vergegenwärtig, dass nicht nur Kinder aus Arbeiterfamilien mehr leisten müssen als Kinder aus Nicht-Arbeiterfamilien, sondern auch Jungen mehr leisten müssen als Mädchen und auch Migranten bei gleicher Leistung im Hinblick auf die Grundschulempfehlung diskriminiert werden, dann fragt man sich, was an deutschen Grundschulen eigentlich los ist und welche Kriterien die dort tätigen, vornehmlich Grundschullehrerinnen, eigentlich anlegen.

Angesichts seiner Feststellung offener Diskriminierung von Kindern aus der Arbeiterschicht in Grundschulen, wenn es an die Grundschulempfehlung geht, hätte ich nun erwartet, dass Raddatz voller Tatendrang in seinem abschließenden und mit “Was tun?” überschriebenen Kapitel der Meritokratie das Wort redet und mit Ideen glänzt, die darauf abzielen, Grundschullehrer daran zu hindern, Kinder nicht nach deren Leistung, sondern nach deren Herkunft zu bewerten.
Dr Jekyll and Mr Hyde
Aber: Fehlanzeige! So als hätte der Autor zwischen den Kapiteln 3 und 4 eine Mutation durchgemacht, finden sich nun lahme und politisch korrekte Empfehlungen wie: die ersten Lebensjahre bis hin zur Einschulung bei Kindern aus “bildungsfernen Schichten” genauer in “den Blick” zu nehmen und die Kinderbetreuungsmöglichkeiten auszubauen und natürlich die vorschulische Bildung zu intensivieren, damit die “Bildungspotentiale von Kindern, die durch ihren sozioökonomischen und familiären Hintergrund benachteiligt sind, besser ausgeschöpft werden können” (19). Es ist mir schlicht unverständlich, wie jemand in einem Kapitel zeigen kann, dass Kinder aus “bildungsfernen Schichten” im staatlichen Bildungssystem und von dort Beschäftigten, wegen ihrer Herkunft aktiv diskriminiert werden, um im nächsten Kapitel dann einen Ausbau gerade dieses staatlichen Bildungssystems zu fordern. Das geht vollständig am Punkt vorbei, denn das staatliche Bildungssystem ist die Ursache für die Benachteiligung und der Glaube, dass man den Diebstahl des Tafelsilbers dadurch verhindern könne, dass man anstelle von einem Räuber, zwei Räuber als Hausmeister einstellt, scheint mir doch mehr als naiv und so gar nicht zu dem ansonsten recht passablen Text von Guido Raddatz zu passen, so dass man sich fragt, ob das Gedächtnis von Herrn Raddatz keine zwei Seiten zurück reicht oder ob jemand Drittes als korrigierender Editor eingegriffen hat.

Dafür, dass jemand editierend eingegriffen hat, spricht die letzte Seite des Beitrags von Raddatz, auf der er wieder “zu sich” gekommen zu sein scheint. Entsprechend fordert er eine Privatisierung des Bildungssystems, Wettbewerb zwischen Schulen und eine verbesserte Ausbildung von Lehrern und mehr noch, hier findet sich ein bemerkenswerter Schluss, den ich hier ungekürzt wiedergeben will:

Insofern [als die Kompetenz von Lehreren zentral für die Leistung der Schüler ist] muss es zu denken geben, wenn in Deutschland vor allem Abiturienten mit unterdurchschnittlichen schulischen Leistungen Lehrer an einer Grund-, Haupt- oder Realschule werden wollen. Lediglich Gymnasiallehrer haben einen ähnlichen Abiturdurchschnitt wie andere Hochschulabsolventen. Die daraus ableitbare geringe Attraktivität des Lehrerberufs für ‘Spitzenkräfte’ ist vor allem angesichts des bevorstehenden ‘Generationenwechsels’ in vielen Schulen und des damit verbundenen Rekrutierungsbedarfs von jungen Lehrkräften beunruhigend” (21).

Literatur:

Becker, Gary S. (1962). Investment in Human Capital: A Theoretical Analysis. The Journal of Political Economy 70(5): 9-49.

Raddatz, Guido (2012). Chancengerechtigkeit, Bildung und Soziale Marktwirtschaft. Argumente zu Marktwirtschaft und Politik 18.

Schultz, Theodore, W. (1961). Investment in Human Capital. The American Economic Review LI(1): 1-17.

Print Friendly, PDF & Email

About Michael Klein

… concerned with and about science

8 Responses to Keine Chancengerechtigkeit im deutschen Bildungssystem

  1. heureka47 says:

    Bildung soll primär Persönlichkeits-Bildung sein; Bildung eines Menschen, der sich in der Hauptsache als Bewußtsein versteht und ein zutreffendes Weltbild besitzt.

    Bildung heißt nicht “ein Faß füllen” sondern eher “eine Flamme entfachen”.

  2. chomskyy says:

    Vielleicht noch kurz zu der These von vermehrter Bildung/höherer Bildung und dem höheren Wohlstand. Wahrscheinlich müsste man das dann differenziert anschauen: In der Schweiz ist wohl die Abitur- und Akademiker-Quote im Vergleich zu anderen europäischen Staaten sehr niedrig. Im Gegensatz dazu ist in der Schweiz die Quote für Personen, die eine fachlich hohe qualitative Berufslehre haben überdurchschnittlich hoch. Die Schweiz steht ökonomisch (Bruttosozialprodukt/pro Kopf, Arbeitslosigkeit, Wohlstand etc.) überdurchschnittlich gut da im Vergleich zu anderen europäischen Ländern. Soll heissen: Eine quasi künstlich erhöhte/beförderte Abitur- und Akademikerquote sollte m.E. nicht das Ziel sein, weil was bringen schon arbeitslose Akademiker, die vielfach noch Studiengänge wählen, die einfach ökonomisch nicht viel hergeben? Deshalb: Eine fachlich qualitativ hochstehende Berufslehre bringt m.E. für die Gesamtwirtschaft vielfach mehr als eine künstliche Erhöhung der Abitur- und Akademikerquote.

  3. jck5000 says:

    Mir erzählte gestern ein türkischstämmiger Lehrer, dass er vorsichtig damit sein muss, türkischstämmigen Schülern faire Noten zu geben, da die ja gar nicht so gut sein könnten – sagt die Schulleitung.

    • Ich kann nicht sagen, dass mich das überrascht (obwohl es doch immer wieder ein Schock ist, wenn man bestätigt bekommt, was man eh schon vermutet…). Es spricht eine deutliche Sprache über den Stellenwert der tatsächlichen Leistung in deutschen Schulen. Scheinbar ist man manchenorts der Meinung, alles sei konstruiert und das lässt interessante Rückschlüsse darauf zu, was alles in Noten einfließt und was alles, k(aum)eine Rolle spielt.

  4. Pingback: Neue Umfrage auf ScienceFiles: Bildungssystem privatisieren? « Kritische Wissenschaft – critical science

  5. rüdiger says:

    Ja, das gegenwärtige Bildungssystem ist schlecht, aber Privatisierung ist nicht das Heil. Privatisierung führt nicht zu mehr Wohlstand, sondern zu mehr Armut. Denn das immer wieder angeführte Prinzip des Wettbewerbs greift nicht, denn die libertäre Maxime ist Gewinnmaximierung, und diese Maximierung bedeutet geringere Qualität (billiger –> mehr Gewinn), geringere Löhne (billiger –> mehr Gewinn) und höhere Preise (…). Wer die neoliberale Brille abnimmt und die Auswirkungen der neoliberalen Politik der letzten Jahrzehnte verfolgt, muss erkennen, dass Deregulierung und Privatisierung zu immer weniger aber umso wohlhabendere Reiche und immer mehr Armen führen. Die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auseinander, das ist Fakt, genauso wie es Fakt ist, dass dies die Folge einer neoliberalen Politik ist, denn Reichtum ist mit Macht verbunden und so können die Gierschlünde ihre Interessen über Lobbyarbeit in die Politik einbringen.

    Privatisierung der Bildung würde bedeuten, dass sich der sozial Schwache nur billige und damit qualitativ minderwertige Bildung leisten könnte, die soziale Selektion würde nur zunehmen, nicht abnehmen. Überfüllte Klassenräume (–> mehr Gewinn) und lustlose weil unterbezahlte Lehrer (–> mehr Gewinn) wären nur zwei Folgen. Qualitativ hochwertige Bildungsangebote würden sich nur an Reiche wenden, so wie es jetzt schon der Fall ist: Auf guten, privaten, vor allem aber: teuren Schulen finden sich keine Arbeiterkinder sondern nur die privilegiert Geborenen. Von teuren und damit hochwertigen Privatschulen, wie es sie bereits gibt, abzuleiten, dass eine generelle Privatisierung zu einer Verbesserung des Bildungssystem führen würde, ist dumm.

    • Bei diesem Post weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll, deshalb konzentriere ich mich am besten auf den grundlegendsten Fehler, der auf der Prämisse beruht, dass Menschen Trottel sind, denn anders macht die Annahme, dass Wettbewerb die Qualität von etwas verschlechtert, keinen Sinn. Allerdings widerspricht alles, was wir über die menschliche Natur wissen, und alles, was uns der gesunde Menschenverstand sagt und alles, was Sozialpsychologen seit Jahrzehnten, fast Jahrhunderten an Forschungsergebnissen anhäufen der Annahme, Menschen seien Trottel. Wer einmal über’s Ohr gehauen wurde, kommt in der Regel nicht wieder, und wer mit einem Service nicht zufrieden ist, sucht sich einen anderen Anbieter.

      Dies bringt zum nächsten Irrtum, den viele derjenigen, die von Neoliberalismus schwaffeln ohne zu wissen, was Neoliberalismus eigentlich ist (ich emfehle einen Blick in die Bücher von Walter Eucken) immer wieder begehen. Freier Wettbewerb meint freien Wettbewerb und keine sozialistische Travestie davon. Wenn zwischen Anbietern Wettbewerb besteht und wenn Nachfrager sich das Angebot aussuchen können, das ihnen am ehesten zusagt, wie kommen Sie dann auf die Idee zu behaupten, dass Wettbewerb notwendig in einer Verschlechterung des Angebot enden muss (und das, obwohl die Geschichte menschlicher Gesellschaften das Gegenteil belegt)? Alle Forschung, die es zu Wettbewerb im Bildungssystem gibt (siehe den Text für Literatur), belegt das Gegenteil von dem, was Sie hier OHNE AUCH NUR EINEN BELEG ANZUGEBEN, einfach behaupten. Da hilft es auch nichts, dass man behauptet, dass etwas ein Fakt ist. Ein Fakt ist übrigens eine Aussage, die mit der REALITÄT und keine Aussage, die mit der eigenen Ideologie übereinstimmt.

      Wenn man also davon ausgeht, dass
      Menschen keine Trottel sind,
      Märkte entsprechend von keinen Trotteln, sondern von Anbietern und Nachfragen bevölkert sind, die ihren Nutzen maximieren wollen,
      man darüber hinaus davon ausgeht, dass die Nutzenmaximierung von Nachfragern in “best erreichbarer Bildung” besteht und Anbieter in Konkurrenz zueinander stehen, wo bitte soll dann das von Ihnen behauptete race to the bottom herkommen?

      Übrigens haben wir zudem vorgeschlagen, um all denjenigen, die ähnliche irrationale Ängste pflegen wie Sie das tun, entgegenzukommen, dass Bildungsgutscheine an Eltern verteilt werden, die sie bei einer Schule ihrer Wahl einlösen können.

      Ich empfehle Ihnen daher, sich zum einen mit den Begriffen zu beschäftigen, die Sie so freimütig verwenden, die Annahme Menschen seien Trottel, d.h. natürlich nicht alle, nur die sozial Schwachen, zu revidieren, schon weil die Annahme auf Sie zurückfallen könnte und ansonsten die FAKTEN zu betrachten, nicht das ideologisch Gewünschte.

      • “…auf der Prämisse beruht, dass Menschen Trottel sind,…”:

        Die allermeisten Menschen der zivilisierten Gesellschaft sind tatsächlich “Trottel”. Wir sind eine “Trottel”-Gesellschaft und werden auch von “Trotteln” regiert und auch die große Mehrheit der sonstigen “Verantwortlichen” in den verschiedensten Institutionen in allen Bereichen der Gesellschaft sind “Trottel”. Davon werden speziell die “Wissenschaftler” auch nicht ausgenommen. Die Trotteligkeit – früher auch die “Dummheit” (Geyer) genannt – kommt von der “Krankheit der Gesellschaft”, der “Kollektiven Zivilisations-Neurose” wie ich sie nenne, und dass diese Krankheit kein Produkt einer Ideologie ist, sondern hard fact, können sie ohne Schwierigkeiten aus Quellen erfahren, die jedem Menschen zugänglich sind. Dort habe ich sie auch her. Eine Literaturliste findet man in meinem “Arbeitsblatt Kollektive (Zivilisations-)Neurose” auf meiner homepage http://www.seelen-oeffner.de oder in den Beiträgen von “heureka47” im Weltenwandler-Forum.
        Allein in den letzten knapp 100 Jahren (weiter zurück habe ich nicht recherchiert) haben viele – zum Teil weltbekannte, sehr angesehene, Fachleute zu dieser Krankheit geschrieben. Aber KRANKHEITSBEDINGT wird die Erkenntnis von der großen Mehrheit verweigert, diese – unangenehme – Wahrheit wird ausgeblendet, falsch gedeutet, verharmlost, verdrängt usw. = typisch neurotisches Abwehr- / Vermeidungsverhalten.
        Ein Teil der Menschen WEISS zwar von der Kollektiven Neurose, hat aber keine zutreffende Vorstellung von der Schwere der Beeinträchtigung und von der Tragweite bzw. von dem Risiko, in dem der Einzelne UND die Gemeinschaft dadurch stehen. Die neurotisch Beeinträchtigten können krankheitsbedingt nur die Spitze der Spitze des sprichwörtlichen Eisbergs erkennen.

        Ich bin Jahrgang 1947 und habe ein Berufs- und Familienleben leben hinter mir, in dem ich die Krankheit der Gesellschaft aus vielen verschiedenen Blickwinkeln gut beobachten konnte. Außerdem bin ich seit über 20 Jahren ehrenamtlich engagiert. Zunächst ökologisch / politisch, dann im Bereich “Psychiatrie und Psychotherapie” und habe das psychiatrische Versorgungssystem sehr intensiv kennengelernt als Vorstandsmitglied einer Organisation der Patienten-Interessen-Vvertretung und deren jahrelanger Sprecher und 10 Jahre Redakteur ihrer hauseigenen Zeitung.

        Meine Erkenntnis schon nach wenigen Jahren war, daß es nicht nur gelegentlich den einen oder anderen Skandal in diesem Bereich gibt, sondern, daß dieser ganze Bereich ein einziger himmelschreiender Skandal ist. Den aber niemand zur Kenntnis nehmen will. Die Psychiater haben die “Definitionsmacht” und alle anderen – Politiker, Behörden, Juristen usw. und die breite Öffentlichkeit orientieren sich an der Sichtweise der “Fachleute”. Die aber – leider – irren. Einerseits ist das medizinische (wissenschaftliche) Weltbild einer der größten Irrtümer im Bereich Psychiatrie, zum anderen mangelt es – gerade hier – an der menschlichen Qualifikation. Die “Sekundärtraumatisierung” kommt häufig vor. Denn die “Fachleute” können den so genannten “Kranken” nicht DAS geben, was sie bräuchten: Energie und Information = Lebens-Energie / Liebe und Weisheit / Wahrheit.

        Das war schon VOR der Privatisierung so und ist jetzt zum Teil noch schlimmer geworden. So die Aussagen von Patienten, von Angehörigen und von Psychiatrie-Mitarbeitern. Einer Großklinik hier sind wegen bzw. nach der Privatisierung reihenweise hochqualifizierte Ärzte, Therapeuten und andere Mitarbeiter weggelaufen.

        *

        “Wer einmal über’s Ohr gehauen wurde, kommt in der Regel nicht wieder, und wer mit einem Service nicht zufrieden ist, sucht sich einen anderen Anbieter. “:

        Das ist in manchen Bereichen – wie psychiatrische Kliniken – nicht oder nur sehr begrenzt möglich. Akutfälle werden standardmäßig in die nächstgelegene oder lt. Wohnort “zuständige” Klinik eingeliefert. Wer sich dort einmal über irgendetwas beschwert (hat), muss bei erneutem Aufenthalt mit “Nackenschlägen” rechnen.

        Malen Sie also bitte Ihr Weltbild nicht in helleren Farben, als es tatsächlich ist.

        Wir stehen nicht etwa noch “am Abgrund”, sondern befinden uns bereits seit einiger Zeit im “freien Fall”. Der “Untergang des Abendlandes” ist voll im Gange. Die meisten erkennen das nur nicht, weil sie aufgrund ihrer Trotteligkeit andere Vorstellungen davon haben – wenn überhaupt.

        Der Untergang wird in der Hauptsache angetrieben durch im UNBEWUSSTEN gestaute Energien. Und diese Stauungen sind nur möglich, weil die Menschen der zivilisierten Gesellschaft den Bereich des Unbewußten nicht mehr “besiedeln / bewohnen” (ab der Pubertät sollte das so sein), sondern ihn lebenslang unbewußt lassen und zusätzlich noch ungelöste Probleme / Konflikte und ähnliches hineinverdrängen und sich damit selbst geistig-seelisch verseuchen. Die Stauungen führen zu weiter verringertem Fluß der Lebens-Energie / Liebe und das macht konkrete “Krankheiten” (die genau genommen alle “Symptome” der EINEN Krankheit sind) und Unglücklichsein.

        By the way: Die allermeisten der ca. 10.000 Selbstmorde pro Jahr in Deutschland sind IRRTUM und wären vermeidbar. Wenn die Menschen besser aufgeklärt wären über ihre wahre Identität, über ihre Potenziale und über den Weg, wie sie dorthin gelangen können.

        Leitende Psychiater / Wissenschaftler haben sich aber im Nov. 2011 bvei einer Veranstaltung in Heidelberg schon gegenüber den dramatischen Zunahmen bei den psychischen Störungen für MACHTLOS erklärt. Das ist eine “Insolvenzerklärung”, ein “Offenbarungseid”, des medizinischen Weltbildes. Das ganzheitliche Weltbild, welches den FEINstofflichen Aspekt NICHT ausblendet, kennt sowohl die tieferen Ursachen aller psychischen und psychosomatischen “Krankheiten” als auch den Weg der NATÜRLICHEN und GRUNDLEGENDEN Heilung.

        Es ist die krankhafte “Trotteligkeit” / Dummheit der Wissenschaft, die die großflächige Erkenntnis und Heilung verhindert.

        Die “Stigmatisierung” und Ausgrenzung von (schwer) “psychisch Kranken” (Schizophrenie, Psychosen, etc.) stammt übrigens weniger aus der Allgemeinbevölkerung, sondern vielmehr von den “Fachleuten”, den “Psychiatern”!

        Die Interessenvertretung, für die ich mich seit 1995 engagiere, ein e.V. und seit Jahren Bezieher von Krankenkassen-Fördermitteln, mußte 2005 erleben, wie wir durch die politische Ebene und eine große Gruppe von Vertretern örtlicher klinischer und außerklinischer Einrichtungen bei einer Öffentlichkeitsveranstaltung gegen alle geschriebenen und ungeschriebenen Gesetze kaltblütig und “höhnisch” aus dem Erscheinen in der Öffentlichkeit ausgeblendet wurden.

        Mit “politische Ebene” meine ich den hiesigen Koordinator für die Gleichstellung behinderter Menschen. (!!)

Bitte keine Beleidigungen, keine wilden Behauptungen und keine strafbaren Inhalte ... Wir glauben noch an die Vernunft!

Translate »
error: Content is protected !!
Skip to toolbar