Dokument zeigt Indoktrination bereits in der Kindertagesstätte

Ein Leser von ScienceFiles hat uns auf Leitlinien aufmerksam gemacht, die bereits vor einigen Jahren von WikiMannia aufgenommen wurden und die man derzeit im Netz nicht mehr findet. Die Leitlinien sind ein eindrückliches Dokument des Versuchs, bereits Kinder in Kindertagesstätten mit Gender zu indoktrinieren. Sie sind ein eindrückliches Dokument einer totalen Ideologie, die keinerlei abweichende Sichtweise zulässt, und sie sind erschreckend, denn sie belegen eine Fixierung auf Geschlecht, die man nur als pathologisch bezeichnen kann.

ddr_081Es ist nicht überraschend, dass eine totale Ideologie wie der Genderismus bereits bei Dreijährigen mit Indoktrinationsversuchen ansetzt, aber es ist doch immer wieder schockierend, wenn man sich fragt, wie es in einem Gehirn aussehen muss, dessen Inhaber der Ansicht ist, man müsse bereits Kinder fein säuberlich in Männlein und Weiblein teilen. Und dann, nachdem man sie unterteilt hat, versucht man die unterschiedlichen Geschlechtsrollen, die der Teilung zu Grunde liegen, sonst könnte man die Teilung nicht vornehmen, sonst wäre Geschlecht tatsächlich irrelevant, quasi durch ihre Betonung wegyureden.

Wie absurd diese Vorstellung ist, kann man sich an einem einfachen Beispiel deutlich machen. Ein Junge, der einen Fantasy-Ritter auf seinem Drachen mit in die Kindertagesstätte bringt, wird sofort mit seiner traditionellen “Jungenrolle” konfrontiert, sein Verhalten wird hinterfragt, es wird ihm regelrecht eingehämmert, dass es männlich ist, mit Fantasy-Rittern zu spielen, und der harmlose Junge, der zuvor nur mit dem Ritter gespielt hat, nimmt sich fortan als “männlich” wahr, und zwar als falsch-männlich, denn man spielt in der modernen Genderwelt nicht mit Fantasy-Rittern.

Dass diese verquere und absurde Sichtweise in Kindertagesstätten um sich greift, dafür sorgen Leitlinien, wie die Freiburger Leitlinie, in der das Personal von Kindertagesstätten mit Unsinn der folgenden Art belästigt wird:

“Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter achten auf die Belange von Mädchen und nehmen sie wahr. Sie sind bereit, sich mit ihrer Geschlechtsrolle und der eigenen geschlechtsspezifischen Sozialisation auseinander zu setzen; nehmen Mädchen in ihrer gesellschaftlichen Rolle geschlechtsbezogen wahr; entwickeln in ihrem pädagogischen Handeln ein Bewusstsein für geschlechtsbezogene Arbeitsweisen und Wirkungen und sind bereit, ihr pädagogisches Handeln kritisch zu reflektieren.”

-erzieher-kindergarten--d972eb3832Gut. Ich nehme jetzt einmal kurz von mir an, ich wäre so wahnsinnig und hätte Erzieher gelernt. Wie weiß ich, was die Belange von Mädchen sind? Wie verhindere ich, dass ich das, was ich als die Belange von Mädchen ansehe, an Mädchen herantrage? Gut. Ich setze mich mit meiner eigenen geschlechtsspezifischen Sozialisation auseinander. Meine Eltern haben darauf bestanden, dass ich von kleinauf Hosen trage, und ich habe mich daran gewöhnt. Außerdem wollten sie, dass ich die Männertoilette aufsuche. Soll ich das jetzt kritisch hinterfragen? Ich musste immer abtrocknen, als kleiner Junge. War das frühkindlicher Terror mir gegenüber oder das Einüben von “nicht-traditionellen Geschlechtsrollen”? Ich reflektiere und setze mich auseinander, und es führt zu nichts. Und wie kann ich Mädchen in ihrer gesellschaftlichen Rolle geschlechterbezogen warhnehmen? Mädchen haben noch keine gesellschaftliche Rolle. Sie gelten gemeinhin als Kinder, und Kinder sind keine gesellschaftlich handelnden Subjekte, sondern Objekte, die von Erwachsenen, vor allem von Genderisten missbraucht werden, um die eigenen Phantasien auszuleben und sie als Wünsche der Kinder auszugeben. Wären Kinder keine Objekte, man müsste sie nicht in Kindertagesstätten sammeln und dort indoktrinieren. So, jetzt habe ich genug Bewusstsein entwickelt, um feststellen zu können, dass diese Leitlinien aus Freiburg blanker Unsinn sind.

Aber dieser Unsinn richtet Schaden an. Wie heisst es zu Beginn von Kapitel 12 dieser Freiburger Leitlinie:

“Aufgrund der prägenden Lebensphase, in der sich Kinder in Kindertageseinrichtungen befinden, gehört die Förderung der Chancengleichheit und der gleichberechtigte Umgang zwischen Mädchen und Jungen zu den grundlegenden Zielen.

Man soll sich nicht von der Benutzung wohlklingender Begriffe wie “Chancengleichheit” und “gleichberechtigter Umgang” täuschen lassen. Es geht hier schlicht und ergreifend um die Indoktrination von Kindern im Alter von drei Jahren aufwärts. Es geht um das Ausnutzen der “prägenden Lebensphase”, in der sich die Kinder befinden. Die ganze Gleichheits- und Gerechtigkeitsmimikry wird sofort aufgegeben, wenn es um Toleranz für so genannte traditionelle Rollenvorstellungen geht. Traditionelle Rollenvorstellungen sind der Feind. Sie sind nicht gleichberechtigt. Sie haben keine gleichen Chancen wie die Genderidealvorstellung. Sie sind auszumerzen. In diesem Punkt zeigt der Genderismus seinen totalen Anspruch. Hier wird deutlich, dass Genderismus eine totalitäre Ideologie mit Alleinvertretungsanspruch ist, die – wie alle Faschismen – nicht davor zurückschreckt, bereits die Kleinsten und Empfindlichsten der Gesellschaft zu indoktrinieren. Nicht nur das hat der Genderismus mit dem Nationalsozialismus, dem Stalinismus und dem Kommunismus gemeinsam.

mowgli_and_kaaEntsprechend endet die Indoktrination nicht mit dem Verlassen der Kindertagesstätte. Die Indoktrination beginnt in der Kindertagesstätte. Wir haben vor einiger Zeit über die Indoktrination von 13jährigen in Gymnasien berichtet, und bei der Recherche für diesen post bin ich auf ein im Jahre 2006 veröffentlichtes und im Namen des Bundesministerium für Bildung (!) und Forschung erstelltes Pamphlet gestoßen, das sich “Geschlechtsbezogene Pädagogik an Grundschulen” nennt und von Susanne Brandes und Olaf Jantz erstellt wurde. Ich möchte mich an dieser Stelle damit begnügen, einige der Erkenntnisse, die in “[z]usammenfassende Leitlinien für die geschlechtsbezogene Arbeit an Grundschulen” eingeflossen sind, zu zitieren und zuweilen zu kommentieren.

  • “Mädchen und Jungen könnten im Prinzip sämtliche Anforderungen gleichermaßen gut erfüllen” (191). Es ist immer wieder erfrischend, Genderisten bei ihren Vorurteilen zu ertappen, denn sie sind offensichtlich die ersten, die denken, Mädchen sind weniger Wert als Jungen, benötigten Hilfe, weil sie von sich aus nicht leistungsfähig sind. Wären sie ansonsten überrascht, dass beide Geschlechter in gleicher Weise leistungsfähig sind?

  • “Wir fragen uns und die SchülerInnen, inwiefern es den Einzelnen wichtig erscheint, Unterschiede zu betonen. … Dabei nutzen wir unser Wissen über die Geschlechtstypik, fragen die SchülerInnen jedoch ‘völlig neu’, um sie nicht selbst in die Rigidität von männlich vs. weiblich zu drängen. … Der geschlechtsreflektierte, koedukative Alltag wird so oft wie möglich durch geschlechtshomogene Gruppenarbeit von Mädchen- und Jungengruppen bereichert” (191). Man denkt, man hat es mit einer Horde Irrer zu tun. Jungen und Mädchen sollen also dadurch, dass sie ständig, nein, “völlig neu” und basierend auf den Geschlechtsstereotypen, die “wir” mit uns herumtragen, auf eben diese angesprochen werden. Ihre “Nicht-Unterschiedlichkeit” soll dadurch herbeigeführt werden, dass Sie ständig in “homogene Geschlechtsgruppen” eingeteilt und als Angehöriger eines Geschlechts angesprochen und hinterfragt werden?

Mit Verlaub, das grenzt nicht mehr an Wahnsinn, das ist blanker Wahnsinn. Das Tragische daran ist, dass es Kinder und Jugendliche sind, die diesem blanken Wahnsinn, die der Fixierung mancher Erwachsener, die nie darüber hinweggekommen sind, dass sie ein Geschlecht haben, ausgesetzt sind. Man kann nur hoffen, dass der Trotz und Starrsinn, der Kinder und Jugendliche zuweilen auszeichnet, dazu führen wird, dass sie die ständige Penetration mit “Geschlecht”, dieses ständige fixiert werden auf Geschlechtsorgane derart anödet, dass sie ihre Erzieher, Erzieher und Lehrer Lehrer sein lassen, auf Durchzug schalten und sich ansonsten mit Dingen umgeben, die ihnen Spass machen, unabhängig davon, ob sie eine traditionelle oder keine traditionelle Geschlechtsrolle erfüllen.

Abschließender Kommentar von Dr. habil. Heike Diefenbach: “Bei soviel Geschlecht, wo bleibt da Raum für Menschlichkeit?”

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30 Responses to Dokument zeigt Indoktrination bereits in der Kindertagesstätte

  1. Eckhard Kuhla says:

    Hallo Herr Klein,

    ganz herzlichen Dank für diese Info! Ich musste jetzt sofort reagieren, da Sie mit dieser Veröffentlichung ein eminent wichtiges Thema angeschnitten haben. Das Thema heißt: Wie bekommen wir BEWEIS – Material für die Indoktrination unserer Jugend durch die Bildungs-Anstalten? Seit fast 2 Jahren versuch ich über AGENSER aus dem Lehrberuf solche Dokumente zu bekommen, der Art, die Sie heute veröffentlicht haben. Meine Erfahrung: Schriftliche Beweise für Indoktrination sind nicht kaum dokumentierbar, weder über Leute aus der Szene, noch durch Internet Recherche. Das ist Programm! Oder gebe ich die falschen Suchbegriffe ein?

    Weswegen ist das so wahnsinnig wichtig? In Vorbereitung unseres Jungenkongresses stellen wir fest (darüber schreibe ich grad einen Beitrag für unsere Webseite), dass Eltern überhaupt nicht in der Infokette der Genderpädagogik auftauchen. Nur dann, wenn sie Kinder haben, die über ihren Schulalltag beim Mittagessen ihrer Mutter – wenn sie denn präsent ist – berichten……..Ergo: wir brauchen Info Material für die Eltern, um diesem Spuk, wenn er dann noch einer ist, ein Garaus zu bereiten…

    Ja, und nun? Selbst eine „Hidden Agenda“ kann ich irgendwo/irgendwie greifen. Woher bekommt die junge Lehrergeneration ihre Genderausbildung? Vielleicht sollte man versuchen, an Vorlesungsskripte ran zu kommen? Was meinen Sie?

    Mit frohen Grüßen nach Wales

    #aus Syke, gleich hinterm Deich

    Eckhard Kuhla

    AGENS e.V.

    http://www.agensev.de

  2. Christine says:

    Hallo Eckhard,

    ich habe zu diesem Thema vor 2 Jahren Informationen von einem Lehrer erhalten, die ich in folgendem Artikel eingestellt habe:

    Männer werden in Lehrbücher als gewalttätige Patriarchen dargestellt

    http://femokratie.com/maenner-lehrbuecher-patriarchen/06-2011/

  3. Marco says:

    Wie sich “Forschung” in Praxisempfehlungen umsetzt, kann man gerade in Niedersachsen beobachten. Dort gibt es ein durch das a href=”http://www.mwk.niedersachsen.de/portal/live.php?navigation_id=6318&article_id=19072&_psmand=19″>Niedersächsische Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung (NIFBE) gefördertes Projekt an der Uni Göttingen zum Thema “Geschlechtsspezifische Körper- und Bewegungssozialisation in der frühen Kindheit”. Auch wenn es noch nicht abgeschlossen ist, finden sich bereist Verweise auf diversen Seiten, die schon sehr dicht am Kindergarten sind, wie bei der Bewegten Schule oder bei Gender und Schule.

    Die Ergebnisse der Studie sind:

    Bei Jungen scheint das Bild des actionbereiten und wettbewerbsorientierten Kindes präsent und wird vom erzieherischen Umfeld durch entsprechende Bewegungsangebote unterstützt. Ferner werden durch einschlägiges Spielzeug, vor allem aber durch eine allgegenwärtige körpernahe Symbolik (Spiderman, wilde Kerle, Piraten) auf Accessoires und Kleidung, klare Identitätsangebote gemacht. Diese stecken den Erwartungshorizont für ‚Junge sein’ im Kon-text des Bewegungsverhaltens einschlägig abs. In bildungsfernen Familien scheint dieses männliche Identitätsangebot noch ausgeprägter zu sein.

    [..]

    Mädchen steht dagegen, so kann grob zusammengefasst werden, zwar prinzipiell alles offen; Wild sein, Power haben, Mutig sein – an all das werden die Mädchen nicht gehindert. Allerdings werden diese Bewegungsmuster jedoch vergleichsweise selten aktiv gefördert oder durch eine entsprechende Symbolik aufgerufen. Stattdessen muss konstatiert werden, dass Mädchen im Familienalltag vornehmlich im Rahmen von kooperativen und kreativen Bewegungsmustern gezielt gefördert werden. Mit zunehmenden Kindergartenalter lernen die Mädchen durch einschlägige Rückmeldungen zudem, dass sie – im Vergleich zu den Jungen – ihre Bewegungsbedürfnisse unterdrücken können. Sie wissen zwar, dass sie kämpfen und wild sein dürfen; sie wissen aber auch, dass diese Bewegungsmuster eigentlich für Jungen und nicht für Mädchen typisch sind. Im Sinne eines Aufbaus einer sozialen geschlechtlichen Identität und nicht zuletzt in Abgrenzung von Jungen verzichten also Mädchen vielfach da-rauf, die potenzielle Bandbreite ihres Bewegungskönnens bzw. ihrer Bewegungsbedürfnisse zu zeigen

  4. Daniel.M says:

    Herr Kuhla , vielleicht kann ihnen das hier weiterhelfen http://www.gender.de/manifest/unterschriften.htm

    Zugegeben die Liste ist nicht gerade Aktuell , aber vielleicht lassen sich durch das Googeln der einzelnen Namen bzw Institutionen im Zusammenhang mit Gender einige Dokumente finden .

    Oder hier unter Referenzen http://www.gender.de/

    Lg Daniel.M

  5. Daniel.M says:

    @ Herr Kuhla , ich habe hier denke ich etwas besseres für ihre Recherchen .

    Suchbefehle für Google in diesem Fall nach pdf Dokumenten .

    ” filetype:pdf gender erziehung ” die Wörter Gender und Erziehung können natürlich individuell ersetzt werden, sie gelten als Keywords .

    Und Herr Klein möge mir verzeihen für den erneuten Kommentar und die damit verbundene Freischaltung .

  6. agztse says:

    Für mich ist das ein schleichender Holocaust der hier von Statten geht. Keine Gaskammern, keine rauchenden Schornsteine, dafür ganze Generationen die man versucht mit einem irrealen Menschenbild zu indoktrinieren. Wohin das führt konnte man in Norwegen beobachten als der Sohn einer Feministin mit der Waffe loszog.

    • Falsch, es waren flammenspeiende Schornsteine, und es war nicht von Statten, der das berichtete.

      Daß der Sohn einer Feministin die Kinder derer umbringt, die Moslems importieren, ist doch voll logisch, oder?

      Carsten

      “Alle Demagogen wollen sonst nichts als den alten Hirten die Schafe stehlen.”
      Franz Glaser

  7. A.S. says:

    Irgendwie hat der ganze Genderkäse etwas von “nicht artgerechter” Haltung.
    Wenn man von Hunden verlangen würde, dass sie Mäuse jagen und auf Bäume klettern und von Katzen dass sie bellen und Briefträger beißen wäre sofort der Tierschutzverein zur Stelle.
    Wo bleibt ein Kinderschutzverein der fordert:Lasst Mädchen Mädchen sein und Jungen Jungen. Gerne auch Mädchen Jungen und Jungen Mädchen, aber nur wenn die Kinder es selber wollen, nicht auf Befehl der als Förderung getarnt ist.

  8. Die Erziehung im System ist natürlich eine Erziehung durch das System. Dementsprechend lese ich die Freiburger Richtlinie weniger aufgeregt als offensichtlich Du. Viel mehr Sorge bereitet mir die Diskrepanz zwischen der Formulierung und der Realität. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass Chancengleichheit für Frauen in der Gesellschaft mitnichten besteht.
    Dass jene, die dies bemängeln, in einen Topf mit Kampf-Feministinnen geworfen werden, ist bedauerlich.
    Dass aber die institutionelle Erziehung – wie für so vieles – im Namen des Feminismus missbraucht wird, ist ebenfalls bedauerlich. Ein ähnliches Beispiel ist die Katastrophe in bezug auf den Ausbau der Kita-Plätze:
    http://feydbraybrook.wordpress.com/2013/08/05/eine-milliarde-ganztagesschul-plaetze-bis-2014/
    Da soll die Arbeitswelt, die Leistung der Schüler bei PISA, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf – kurz, so ziemlich alles soll da auf dem Rücken der Kinder und Jugendlichen verbessert werden, nur deren Wohl nicht.
    Dieses Entscheiden über die Kinder hinweg ist ein echtes Problem und es wird immer größer.
    Dass aber der Gender-Aspekt bewußt (ich vermeide jetzt mal das Wort “künstlich”) aus der pädagogischen Analyse herausgehalten werden soll, will mir nicht einleuchten. Oder hast Du das anders gemeint?

    • “Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass Chancengleichheit für Frauen in der Gesellschaft mitnichten besteht.”

      Wenn es nicht von der Hand zu weisen ist, dann gib’ doch ein paar Beispiele…

      Ich bin ein Freund positiver Begründung, daher meine Frage: Warum sollte der Gender-Aspekt in der Erziehung und der pädagogischen Analyse eine Rolle spielen? Welcher konkrete, also benennbare Nutzen entsteht aus seiner Berücksichtigung?

      • Zur Bezahlung von Frauen:
        http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/frauen-verdienen-22-prozent-weniger-als-maenner-a-889680.html

        Was den Gender-Aspekt angeht, nenne ich mal eine allgemeine Beobachtung aus meiner beruflichen Praxis:
        etliche Jungs, deren Väter die klassische Macho-Rolle innehaben, übernehmen deren Einstellung und Verhaltensweisen. Das führt zu gewissen … Problemen. Sie treten Mädchen gegenüber dominant auf, Gewalt ist da auch ein Thema.

        Ein konkretes Beispiel:
        ich so beim Kinderturnen mit meiner Tochter. Sie steht in der Reihe wie alle anderen. Ein Junge drängelt sich dreist vor. Kommentar des Vaters: “das nennt man aktives Anstehen”.

        Würdest Du sagen, dass es pädagogisch verantwortbar ist, eine solche Situation nicht unter dem Gender-Aspekt zu betrachten?

        Ich als Vorgesetzter eines Erziehers würde das als mangelhafte pädagogische Analyse beurteilen.

        Gleiches gilt natürlich für eine Beobachtung im Alltag. Dass ein Junge Ritter spielt, hat natürlich auch einen Gender-Aspekt. Ist doch auch nicht schlimm. Das ist noch nicht wertend. Oder doch?

        • Och nee, bitte nicht den alten Hut. Es gibt kein Gender Pay Gap:

          http://sciencefiles.org/2013/02/20/noch-ein-gender-mythos-in-scherben-gender-pay-gap-mama-pay-gap/

          Was hat das geschildete Beispiel mit Geschlecht zu tun? Das ist ein Beispiel für Frechheit siegt. Das Geschlecht trägst Du an die Situation heran. Der Junge drängt sich vor und sein Vater findet das gut. Mehr ist nicht. Dass der Junge sich als Junge vordrängt, ist Deine Interpretation und dass dem so ist, kannst Du einfach nachvollziehen, tausch den Jungen, der sich vordrängt, mit einem Mädchen aus und frag`Dich, wie Du reagierst.

          • Also wenn ich ein Beispiel nenne, musst Du mir schon glauben, dass ich das stellvertretend für viele andere nenne. Mag ja sein, dass Du solche Beispiele nicht kennst, OK. Aber mir absprechen, dass ich zig solcher Beispiele miterlebt habe und dann daraus abstrahiere, tötet die Diskussion.

            Dieses Verhalten ist nicht “Frechheit siegt”, sondern einfach nur asozial. Und sowas gehört korrigiert.

            Wenn ich Dich richtig verstehe, hälst Du also die gesamte Gender-Thematik für komplett konstruiert. Sehe ich das richtig?

        • Marcel says:

          @feydbraybrook
          Einen Gender Pay Gap gibt es nicht. Für gleiche Arbeit und gleiches Arbeitspensum werden Frauen im Schnitt nahezu gleich bezahlt. Dazu gibt es auf EU-Ebene inzwischen verfeinerte Studien, die das recht gut belegen.

          Ich habe einmal eine Verlautbarung des Schweizerischen Bundesamtes für Statistik (BfS) überprüft, welches angeblich zu einem ähnlichen Ergebnis kam, wie Sie, feydbraybrook, hier kolportieren. Das Resultat war: Das BfS hat bei den gesammelten Lohndaten eine grobe Einteilung in Branchen vorgenommen, in jeder einzelnen Branche sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen jeweils einen Mittelwert für die Lohnhöhe errechnet und die differierenden Mittelwerte als ‘Beleg’ für Frauendiskriminierung hingestellt. Die unterschiedlichen Berufsstrukturen zwischen Männern und Frauen innerhalb der Branchen wurden überhaupt nicht berücksichtigt; es wurden also gar nicht gleiche Tätigkeiten miteinander verglichen. Ich gebe zu, dass ich seither nicht mehr besonders viel halte von den wissenschaftlich-statistischen Kompetenzen der BfS-Mitarbeiter; vielleicht tue ich ihnen aber auch Unrecht, denn womöglich haben sie auf eine politisch motivierte Chefanweisung hin diesen ideologischen Schwachsinn erstellt und publiziert. Wie auch immer, als Steuerzahler frage ich mich, ob man dieses Amt nicht besser ersatzlos streicht.

          Innerhalb eines Systems einer (annähernd) freien Marktwirtschaft ist aus Gründen der Logik eine Schlechterbezahlung von Frauen gar nicht möglich, da ein gewitzter Unternehmer, der solche Frauen einstellte, sofort einen Kostenvorteil gegenüber einer anders handelnden Konkurrenz hätte. Folge davon: die Konkurrenten müssten entweder ebenfalls ‘billigere’ Frauen einstellen, wodurch die Lohndifferenz aufgrund der erhöhten Nachfrage nach weiblichen Arbeitskräften und der gesunkenen Nachfrage nach männlichen Arbeitskräften sich recht schnell auf null reduzierte, oder aber sie würden kartellartig an ihren ‘teuren’ männlichen Arbeitskräften festhalten und permanent Verluste einfahren.

          Der Rest Ihres Postings sind anekdotisch erzählte Einzelgeschichten, die ohne statistische Relevanz sind. Bezüglich Vordrängeln mache ich beispielsweise eher die entgegengesetzte Erfahrung, dass das v.a. Frauen tun. Und nun? Wer von uns hat nun die Wahrheit erkannt? Keiner von uns, denn Vordrängeln ist eine individuelle Charaktereigenschaft, die eben nicht genderkollektivistisch erklärt werden kann.

          • soso, politisch motiverte Chefanweisung… da kann aber jemand hellsehen oder so. Jedenfalls finde ich es seltsam, wenn man einerseits Beispiele aus dem persönlichen Umfeld aufgrund mangelnder statistischer Relevanz nicht akzeptiert und sich andererseits dann auf Studien beruft, ohne nachvollziehbare Quellen zu nennen. Und dann das mit dem Schwachsinn… da scheint ja einiges an Emotion mitzuschwingen. Ich diskutiere aber gerne auf sachlicher Ebene.

            • Marcel says:

              Wieso denn? Die Quelle habe ich ja genannt: Das Schweizerische Bundesamt für Statistik (BfS). Die Methodik des BfS für den ‘Beweis’ eines angeblichen Gender Pay Gap habe ich akkurat beschrieben.

              Unterschiedliche Berufe und Tätigkeiten (beispielsweise in der Gesundheitsbranche) miteinander zu vermischen, geschlechterbezogene Lohnmittelwerte daraus zu errechnen und dann irgendwelche Differenzen als Frauendiskriminierung auszuweisen, ist nunmal Schwachsinn. Bestenfalls belegt man damit, dass Frauen und Männer tendenziell unterschiedlich bezahlte Berufe ergreifen und sonst gar nichts. Für den Nachweis von Geschlechterdiskriminierung dürfen jedoch nur dieselben Berufe/Tätigkeiten/Arbeitspensen miteinander verglichen werden. Da muss man nicht einmal Wissenschaftler sein, um das einzusehen.

              Ansonsten sehe ich die Emotionen eher auf Ihrer Seite.

  9. ” Es ist immer wieder erfrischend, Genderisten bei ihren Vorurteilen zu ertappen, denn sie sind offensichtlich die ersten, die denken, Mädchen sind weniger Wert als Jungen, benötigten Hilfe, weil sie von sich aus nicht leistungsfähig sind.”

    Natürlich denken sie das, sie gehen ja von einer sozialen Konstruktion der Geschlechterrollen aus, bei denen Frauen anerzogen wird hilflos zu sein oder sich bestimmte Sachen nicht zuzutrauen.
    Gerade das soll ja beseitigt werden.

    • Christian, es gibt einen Unterschied zwischen einer sozialen Konstruktion und einer Wesenheit. Genderisten sind Essentialisten und haben überhaupt keine Ahnung davon, was eine soziale Rolle ist bzw. sein soll. Sie berufen sich z.B. auf Erving Goffman und haben nicht im geringsten verstanden, worum es Goffman geht. Ich will es mal so zusammenfassen: Rollen haben nicht nur Nachteile und Rollen werden nicht “passiv” übernommen, sondern aktiv gespielt. Und wenn man nun denkt, man müsse unbewussten Deppen dabei helfen, sich ihrer Rolle bewusst zu werden, dann macht dies nur vor einem Essentialismus Sinn, der davon ausgeht, dass die Deppen halt inhärent dumm sind – sonst müsste man ihnen ja nicht helfen, sie nicht befreien. Entweder es sind soziale Rollen, dann werden sie wie alle Rollen gespielt oder sie sind es nicht, dann sind wir im Bereich des Essentialismus …

      • “Genderisten sind Essentialisten und haben überhaupt keine Ahnung davon, was eine soziale Rolle ist bzw. sein soll.”

        Sie sind Essentialisten was die biologische Beschaffenheit des Menschen angeht, der hat sich anscheinend nicht evolutionär entwickelt.

        Was die Geschlechterrolle angeht sehen sie denke ich schon ein Entwicklungspotential, sonst müssten sie die “hegemoniale Männlichkeit” ja nicht bekämpfen. Allerdings gehen sie davon aus, dass die Strukturen so stark sind, dass eine Entwicklung nur sehr eingeschränkt möglich ist. Weil der Druck durch die Sozialisation so stark ist und sich die Geschlechterrollen a la Foucault und Butler ja selbst bekräftigen und den Handelnden bei richtigen Verhalten belohnen (mit Anerkennung in der Gesellschaft) ist es so schwer aus ihnen zu entkommen.

        • Was die Geschlechterrolle angeht sehen sie denke ich schon ein Entwicklungspotential, sonst müssten sie die “hegemoniale Männlichkeit” ja nicht bekämpfen. Allerdings gehen sie davon aus, dass die Strukturen so stark sind, dass eine Entwicklung nur sehr eingeschränkt möglich ist. Weil der Druck durch die Sozialisation so stark ist und sich die Geschlechterrollen a la Foucault und Butler ja selbst bekräftigen und den Handelnden bei richtigen Verhalten belohnen (mit Anerkennung in der Gesellschaft) ist es so schwer aus ihnen zu entkommen.

          Ralf Dahrendorf hat in seinem kleine Büchlein über den <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3531173774/ref=as_li_tf_tl?ie=UTF8&camp=1638&creative=6742&creativeASIN=3531173774&linkCode=as2&tag=kritiscwissen-21"Homo Sociologicus zwischen KANN, MUSS und SOLL Rollen unterschieden. Und obwohl er die MUSS Rolle kennt, kommt Dahrendorf keinen Moment auf die Idee zu behaupten, man könne der MUSS Rolle nicht entkommen. So wenig wie man Krimineller werden muss, weil man Kind armer Eltern ist und einen Schwerverbrecher zum Paten hat, so wenig muss man Geschlechtsrollen in einer bestimmten Gesellschaft und in einer bestimmten Form spielen. Wenn wir nun also alle selbstbestimmt sind, dann können wir alle die Rollen wählen, die wir spielen wollen. Wenn die gesellschaftlichen Strukturen uns an der Wahl der Rollen hindern sollen, dann sind wir zwangsläufig nicht selbstbestimmt. Dies wirft ein weiteres logisches Problem auf: Wieso sind Genderisten, die denselben gesellschatflichen Strukturen ausgesetzt sind, selbstbestimmt? Wieso können sie sich den gesellschaftlichen Strukturen entziehen und wenn Sie es können, wieso können es andere nicht, oder ist das ganze Gerede mit den gesellschaftlichen Strukturen schlichter Unsinn, der convenient ist, weil man damit die eigene Ideologie fundieren kann?

          • “Wieso sind Genderisten, die denselben gesellschatflichen Strukturen ausgesetzt sind, selbstbestimmt? ”

            Das ist so eine “Red Pill” Sache: Sie ahben eben die Strukturen dank feministischer Theorie erkannt und können daher leichter aus ihnen ausbrechen, auch wenn die Gesellschaft sie immer wieder in diese zurückdrängen will. Deswegen leiden ja viele Feministinnen so an der Gesellschaft (und schieben ihre zB depressiven Tendenzen darauf).

            “oder ist das ganze Gerede mit den gesellschaftlichen Strukturen schlichter Unsinn, der convenient ist, weil man damit die eigene Ideologie fundieren kann?”

            Klar ist es Unsinn. ich halte es einmal für einen bequemen Weg eigene Verantwortung abzugeben und auf einen Sündenbock zu verlagern (“die patriarchale Gesellschaft / die hegemonauile Männlichkeit) und zum anderen damit umzugehen, dass man selbst vom Schnitt abweicht (durchaus häufig aus biologischen Gründen) und sich so wieder als “normal” statt “anders” sehen kann.

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