Die Schule der Diktatur: In Konstanz werden Schüler vorsätzlich indoktriniert

von Dr. habil. Heike Diefenbach & Michael Klein

Ein Leser von ScienceFiles hat uns auf das Genderprojekt “Mach[‘] es gleich” des Konstanzer Rathauses aufmerksam gemacht, ein Projekt, das vornehmlich der Erstellung so benannter “Lernmaterialien” gewidmet ist, mit denen sich das Konstanzer Rathaus in die Erziehung und Bildung von Schülern einmischen will.

Machesgleich„Das Projekt hat echten Vorzeigecharakter im Land und leistet einen wichtigen Bildungsbeitrag beim Abbau von Geschlechterklischees”, betont OB Uli Burchardt. Zusammen mit Lothar Wölfle, Landrat des Bodenseekreises, sowie Veronika Wäscher-Göggerle (Frauen- und Familienbeauftragte des Bodenseekreises) und Christa Albrecht (Leiterin der Chancengleichheitsstelle der Stadt Konstanz) stellte OB Burchardt die so genannte Mach es gleich!-Mappe im Konstanzer Rathaus vor. Der Ordner enthält anschauliches Lernmaterial zum Thema „Gender & Schule” und soll PädagogInnen künftig die Arbeit mit Schülerinnen und Schülern ab zwölf Jahren erleichtern.”

Der Abbau von Genderklischees ist es also, den der Oberbürgermeister der Stadt Konstanz als eine seiner wichtigsten Aufgaben definiert, für die er, wie könnte es anders sein, Steuergelder ausgibt. Ganz offen wird in Konstanz die Erziehung von Schülern dazu genutzt, Vielfalt zu beseitigen und die Schüler auf die Sichtweise der Welt zu trimmen, die den Machthabern im Rathaus und den Günstlingen, die daran verdienen, gerade als die richtige vorkommt. Den Schülern soll also explizit die Möglichkeit genomen werden, sich ein eigenes Bild zu bilden, nein, sie sollen die richtige Vorgabe schlucken, zu Jasagern erzogen werden, die sich bereitwillig vermeintliche Genderklischees abtrainieren lassen, (die sie bis dahin vermutlich noch gar nicht hatten), also das, was z.B. der Oberbürgermeister von Kostanz dafür hält.

Wir haben die vermeintliche Lernmaterialien einer ersten Prüfung unterzogen und ein ideologisches Machwerk vorgefunden, das sich nur in den Inhalten von Lernmaterialen unterscheidet, die im Nationalsozialismus eingesetzt wurden, um die Jugend zu erziehen. So finden sich im Kapitel 4.4.4 Materialien zu einer geschlechtssensiblen Sprache. Die Einleitung zu diesem Kapitel liest sich wie folgt:

“Sprache schafft Wirklichkeit. SIe ist etwas, das alle können, und eine der einfachsten Methoden, um Geschlechtergerechtigkeit herzustellen” (79).

Zu anderen Zeiten hat man den Versuch, jungen Menschen, Schülern das richtige Bewusstsein zu verschaffen und sie nicht der eigenen Rationalität zu überlassen, anders formuliert. So schreibt Kurt Ingo Flessau in seinem Buch “Schule der Diktatur”:

“‘Wer die Jugend hat, hat die Zukunft’. Nach diesem Wahlspruch hat der Nationalsozialismus, hat auch seine Pädagogik erlkärtermaßen gehandelt” (Flessau, 1977, S.9)

Flessau_ Schule der DiktaturEtliche Jahrzehnte später machen sich Pädagogen und Oberbürgermeister wieder zu Vasallen einer Ideologie, sind sie dieses Mal dabei, nicht die Hymne von der arischen Überlegenheit vor Schülern zu singen, sondern die Absurdität der patriarchalischen Strukturen in der Gesellschaft zu predigen. Wieder haben sich Pädagogen und Oberbürgermeister eine andere Agenda zugelegt: Nicht die Erziehung von Schülern zu eigenverantwortlichen und kritischen Bürgern ist ihr Ziel, sondern die Indoktrination mit dem vorgegebenen Richtigen, das nicht kritisch hinterfragt werden darf, denn Gleich ist gut.

“Damit löst sie [die Pädagogik] sich, wenn nicht immer und überall, von jenen pädagogischen Grundsätzen denen sich […] viele Lehrer verpflichtet gefühlt hatten, nämlich von den Lehren der deutschen Klassik, insbesondere denen Wilhelm von Humboldts, sowie von den pädagogischen Theorien und Erziehungsvorstellungen der Reformpädagogik. Sie verzichtete auf die von Klassik und Reformpädagogik gewünschte … Erziehung zu Individualität und zu harmonischer Entfaltung aller dem Menschen gegebenen Anlagen und Kräfte. Der kollektiv denkende und handelnde, der leicht führ- und lenkbare, der unkritische und linientreue … Volksgenosse war das Ziel dieser Erziehung” (Flessau, 1977, S.11).

So beschreibt Flessau das Erziehungsziel des Nationalsozialismus, und so muss man das Erziehungsziel des Genderismus beschreiben. Beide Ideologien fürchten den selbstdenkenden, kritischen Schüler, beide wollen zu kollektivem Gleichklang und nicht individueller Unabhängigkeit erziehen, und beide bedienen sich kruder Mittel der Indoktrination, und damit kommen wir zurück zum vermeintlichen Lernmaterial “Mach[‘] es gleich”.

Die vermeintlichen Lernmaterialien arbeiten durchgehend mit unbelegten Behauptungen, Mitteln kruder Indoktrination, wobei die unbelegten Behauptungen Schülern als unumstößliche Wahrheit präsentiert werden, ein weiterer Beleg dafür, dass es den Machern von “Mach[‘] es gleich” nicht um Bildung, sondern um Verdummung und Indoktrination geht:

“Sowohl in geschriebener als auch in gesprochener Form spiegelt Sprache unsere gesellschaftlichen Realitäten, Ungleichheiten und Machtverhältnisse wider. Meist wird ausschließlich in ‘männlicher’ Sprache gesprochen und allenfalls angemerkt, dass Mädchen und Frauen ‘natürlich mit gemeint’ sind” (79).

Man beachte die Hochkommata, die Schülern suggerieren sollen, es handle sich hier um vorhandene Positionen, um etwas, was real und nicht in den wirren Gehirnen von Genderisten erdacht sei, von Genderisten, die so krank und fixiert auf ihr Geschlecht sind, dass sie nicht mehr zwischen dem biologischen Geschlecht, also dem, was sie z.B. zwischen ihren Beinen haben und dem grammatikalischen Geschlecht, also dem, was man mit unterschiedlichen, bestimmten und unbestimmten Artikeln bezeichnen kann, unterscheiden können.

Nuts in BedlamEntsprechend wird für diese wirren Zeitgenossen die Armee vermutlich zu einer Horde hysterischer Weiber, während der Kaffeeklatsch zur Ansammlung über Abwesende lästernder Männer wird. Die Hochzeit wird auf diese Weise zum homosexuellen Lebenspakt, der mit der Scheidung plötzlich als transsexuelles Arrangement endet. Die Telefonleitung darf vermutlich nur noch von Frauen genutzt werden, während geprüft werden muss, ob der Mechaniker, die fehlerhafte Leitung reparieren darf. Die Behauptung Sprache sei männlich kann nur jemand aufstellen, der nicht mehr ganz bei Sinnen ist. Und dass neuerdings die Wirren die Lernmaterialien erstellen, ist eine beängstigende Entwicklung, vor allem wenn man bedenkt, dass Schule u.a. der Vermittlung der grammatikalischen Grundlagen im Fach Deutsch dient. In welche Situation bringen diese irrsinnigen Lernmaterialien Deutschlehrer, die noch wissen, was ein grammatikalisches Geschlecht ist? Dagegen ist es kein neues Phänomen, dass Oberbürgermeister zuweilen den Pfad der Rationalität und geistigen Gesundheit verlassen, um sich politische Opportunitätspreise zu sichern – aber lassen wir das.

Zurück zu den Lernmaterialien und ihrem Sprachessentialismus, der davon ausgeht, dass Sprache vom Sein bestimmt wird, von den “gesellschaftlichen Realitäten”. Wenn dem so ist, fragt man sich, warum die Gender-Irren sich ausgerechnet mit Sprache befassen, wo sie doch besser an den gesellschaftlichen Realitäten arbeiten würden. Aber das ist nicht der einzige Widerspruch, in den sich Genderisten regelmäßig verwickeln. Und neben diesen Widersprüchen gibt es falsche Behauptungen, die man in diesem Kontext als Ausgeburt eines notorischen Lügners oder als Ergebnis eines völligen Verlustes der Realität ansehen muss:

“Denn Sprache prägt unser Bewusstsein”, so heißt es, kurz nachdem behauptet wurde, nämlich dass gesellschaftliche Realität die Sprache prägt. Nun prägt also Sprache unser Bewusstsein und gemäß dem Satz der Transitivität muss die “gesellschaftliche Realität” unser Bewusstsein prägen, was schon Karl Marx behauptet hat, und Sprache wäre nur Transporteur, Pipeline der Realität ins Bewusstsein. Und darüber “sind sich alle Studien, zumal die über die deutsche Sprache einig. Hier führt die Verwendung männlicher Sprachformen und des generischen Maskulinums nachweislich zu einem geringeren gedanklichen Einbezug von Frauen” (79) [unsere Hervorhebung].

Logik f dummiesEinmal davon abgesehen, dass dieser widersprüchliche und wirre Absatz eine Behauptung aufstellt, die nicht zu prüfen ist, da ein noch so genauer Beobachter des Feldes nicht alle Studien kennen kann und dass das Aufstellen apodiktischer Behauptungen Indiz eines zumindest nicht sonderlich intelligenten Geistes (wir erinnern uns an Sokrates, der noch wusste, dass er nichts weiß) und schon gar nicht eines toleranten Geistes ist, zeigt sich der totalitäre und faschistische Anspruch, den Genderisten verfolgen, hier sehr deutlich: Die Gedanken sind nicht mehr frei, nein, man muss auch in Gedanken Frauen gleichhäufig denken wie Männer. Es ist wirklich kein Platz mehr, um die Fabrikanten solchen Unsinns noch als vollwertige Mitglieder des intelligenten Teils der Menschheit anzusehen.

Und es ist bodenlos mit welchem Unsinn Schüler traktiert werden: So wird ihnen eine Geschichte untergejubelt, in der ein Vater mit dem schnellen Sportwagen einen Unfall hat und stirbt (blutrünstiges Pack!), während die Tochter (das höhere und zu rettende Lebewesen) mit dem Notarzt ins Krankenhaus gebracht wird, wo der diensthabende Arzt ruft, ich kann nicht operieren, das ist meine Tochter, weil der Arzt nämlich die Mutter der Tochter ist. Wer einen derartigem trivialen Unsinn produziert, der nicht einmal die Geschichte eines schlechten Groschenromans hergibt (der Groschenroman, wieder so eine Diskriminierung), der stellt die “Mach[‘] es gleich” Lernmaterialien als den ideologischen Unsinn bloß, der sie nun einmal sind. Und während dieser ideologische Unsinn deutliche Rückschlüsse auf die geistigen Fähigkeiten der Macher dieses Unsinns zulässt, trägt er vermutlich dazu bei, dass die intelligenteren unter den Schülern bereits in jungem Alter die hohe Kunst der Doppelmoral und des Zynismus erlernen.

Und was machen Lehrer, die solchen Unsinn lehren sollen? Gehen sie in innere Migration, machen sie gute Miene zum bösen Spiel oder quittieren sie den Dienst? Niemand, der seinen Beruf als Lehrer ernst nimmt, kann es mit sich vereinbaren, einen solchen Unsinn Schülern zu präsentieren. Aber das denkt man auch, wenn man die Beispiele für Deutsch-, Biologie- und Mathematikunterricht liest, die Flessau in seinem Buch “Schule der Diktatur” verarbeitet hat. Dennoch: Wäre es nicht langsam Zeit für Lehrer, die noch so etwas wie einen Berufsethos haben, den Mund aufzumachen?

Aber möglicherweise gibt es auch Folgen der zunehmenden Indoktrination von Schulen für Lehrer, die derzeit noch unter ganz anderen Vorzeichen diskutiert werden. So ist es Zeit für eine Untersuchung der Ursachen der großen Zahl dauerhaft kranker Lehrer.

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