Folge des Staatsfemimismus: Grundschullehrermangel

Die Bertelsmänner schlagen Alarm. In den Grundschulen fehlen Lehrkräfte: Bis 2025 müssten 105.000 Lehrkräfte neu eingestellt werden. 60.000 der fehlenden Lehrkräfte würden fehlen, weil Lehrkräfte ausscheiden. Der Rest soll Mehrbedarf sein. Ausgebildet werden nach Berechnungen der Bertelsmänner aber nur 70.000 Lehrer für Grundschulen. Also, so die Bertelsmänner, fehlten mittelfristig 35.000 Grundschullehrer.

Nehmen wir die Zahlen der Bertelsmänner einmal so hin. Dann fehlen angeblich 35.000 Grundschullehrer. Das ist kein Wunder. Wer will heute noch Grundschullehrer werden? Der Beruf ist entwertet. Jahrzehnte des Staatsfeminismus haben dazu beigetragen, den Markt für Grundschullehrer zu einem Market for Lemons zu machen. 88,5% der Grundschullehrer waren im Jahr 2016 weiblich. 51,2% der weiblichen Grundschullehrer arbeiten Teilzeit oder stundenweise. Von den 11,5% verbliebenen männlichen Grundschullehrern arbeiten 64% Vollzeit, der Rest der männlichen Lehrer ist weitgehend als stundenweiser Aushilfslehrer beschäftigt, der vermutlich die Kartoffeln in Mathematik aus dem Feuer holen soll. Unter den Lehramtsstudenten, die Grundschullehrer werden wollen, sind Männer ein noch selteneres Gut. Und wie zumeist, wenn der Anteil von Männern in einem Beruf zurückgeht, sinken die Standards und in der Regel wird auch die Bezahlung schlechter. Das hängt im Wesentlichen damit zusammen, dass der Anteil der Vollzeittätigen durch das Verschwinden von Männern zurückgeht. Von 54% auf knapp 47% ist er an Grundschulen im Verlauf der letzten 25 Jahre gesunken. Der Anteil der Teilzeitlehrer und der stundenweise beschäftigten Lehrer ist dagegen gestiegen.

Eigentlich ist es eine Binsenweisheit, aber man muss sie in Zeiten des Staatsfeminismus regelmäßig wiederholen, weil Genderisten so fest an die Eierlegendewollmilchsau glauben, dass man fast gerührt sein könnte: Kompetenz und Wissen sind in weiten Teilen ein Ergebnis von Engagement und Erfahrung. Engagement und Erfahrung hängen insofern zusammen, als derjenige, der mehr Engagement zeigt auch mehr Erfahrung sammeln kann. Ein Lehrer, der sich seinem Beruf widmet und Vollzeit tätig ist, hat entsprechend mehr Erfahrung als ein Lehrer, der seinen Beruf nur teilweise ernst nimmt und sich ansonsten lieber um seine Familie kümmert. Das ist eine ganz normale Sache, die man in der Ökonomie über Lernkurven beschreibt, Lernkurven, die dazu führen, dass Vollzeitlehrer im Aggregat innerhalb von nur wenigen Jahren deutlich mehr Kompetenz, Versiertheit, eben Erfahrung in ihren Beruf erwerben und einbringen als diejenigen, die ihren Beruf nebenbei erledigen. Und weil dem so ist, sinkt die Qualität einer Tätigkeit im Aggregat, wenn der Anteil der Vollzeitbeschäftigten zurückgeht, denn das gesammelte Humankapital, über das z.B. Lehrer verfügen, wird geringer.

Dagegen kann man schimpfen. Man kann mit den Fuß aufstampfen, rot im Gesicht anlaufen und sich die Ohren zuhalten, aber man kann es nicht ändern: Vollzeitlehrer haben mehr Kompetenz und Erfahrung als Teilzeitlehrer (das ist eine Gruppenaussage!).

Ein weiteres Problem, das mit Nebenbei-Lehrern einhergeht ist, dass man mehr Lehrer braucht, um das Stundenpatchwork, das früher Stundenplan hieß, zu füllen. Dies wird anhand der folgenden Abbildung sehr deutlich, in der wir die Zahl der Grundschüler mit der Gesamtzahl der Lehrer verrechnet haben. Eigentlich ist das Verhältnis von Schülern zu Lehrern an Grundschulen seit 1996 stetig zu Gunsten der Schüler besser geworden: Mussten sich 1996 noch 17 Schüler einen Grundschullehrer teilen, waren es 2016 nur 12 Schüler, die auf einen Grundschullehrer gekommen sind (Wer erinnert sich noch an seine Grundschulzeit als es möglich war, 30 Schülern und oftmals mehr Unterricht zu erteilen?). Uneigentlich hat der Teilzeit-Boom, den der Staatsfeminismus geschaffen hat, dazu geführt, dass sich das Verhältnis von Schülern zu Lehrern obwohl im Gesamt weniger Schüler mehr Lehrern gegenüberstehen, kaum verändert hat. Denn mehr Lehrer arbeiten in Teilzeit.

Angesichts dieses immensen Potentials von Teilzeitlehrern von einem Lehrermangel zu sprechen, erscheint nicht nur vordergründig als Panikmache. Tatsächlich ist es so, dass die Grundschullehrer, die aus Altersgründen ausscheiden, leicht durch die Absolventen, die an Hochschulen ausgebildet werden, ersetzt werden könnten, wenn da nicht die Kleinigkeit wäre, dass ältere Lehrer, auch ältere Lehrerinnen in der Regel Vollzeit arbeiten, während jüngere Lehrerinnen den Lehrerberuf als Nebentätigkeit praktizieren. Deshalb braucht man heutzutage mehr als 70.000 Absolventen um rund 60.000 ausscheidende Grundschullehrer zu ersetzen, denn die 224.119 Lehrer, die 2016 an deutschen Grundschulen beschäftigt waren, erteilen in der Summe weniger Unterrichtsstunden als die 219963, die 1995 an deutschen Grundschulen beschäftigt waren.

Dass dem so ist, ist ein Ergebnis des Staatsfeminismus, der nicht nur die Entprofessionalisierung von Berufen zu verantworten hat, er ist auch dafür verantwortlich, dass Absolventen, die von Hochschulen kommen, immer seltener nach einem Beruf Ausschau halten und immer öfter auf der Suche nach einer Nebenbeschäftigung, die sie zur Freizeit fügen können, sind. Dass dabei die Unterrichtsqualität leidet, ist eine Konsequenz, deren Logik wir oben beschrieben haben. Dass sich der Lehrermangel an Grundschulen verschärft, wie die Bertelsmann-Stiftung schreibt, ist eine Folge der Gender-Idiotie, die in Deutschland herrscht. Dass man bei der Bertelsmann-Stiftung der Ansicht ist, man müsste „Anreize für Mehrarbeit“ bei Teilzeitkräften setzen und die Pensionäre zu einem längeren Einsatz in Grundschulen bewegen, ist nicht nur das Eingeständnis eines vollständigen Scheiterns, es ist auch eine Unverschämtheit.

Wie irre ist es eigentlich, wenn man Teilzeitlehrern einen zusätzlichen Anreiz setzen muss, damit sie sich bereiterklären ihre Arbeit in Vollzeit machen? Und wie unverschämt ist es, wenn man diejenigen, die ihr Leben lang und im Gegensatz zu jüngeren Lehrern in Vollzeit, gearbeitet haben, dazu benutzen will, um für den Staatsfeminismus die Kartoffeln aus dem Feuer holen zu lassen, nur weil niemand den Mut aufbringt, die Verantwortung, für die hausgemachte Katastrophe zu übernehmen, die darin besteht, dass die meisten Menschen dann, wenn man ihnen sagt, dass sie nicht voll arbeiten müssen und statt dessen staatliche Kinderbetreuung in Anspruch nehmen und sich vor den Fernseher setzen können, genau das tun werden?

Der Staatsfeminismus hat seit Jahren Leistung und Leistungsbereitschaft untergraben und nun sollen ausgerechnet diejenigen, die sich durch Vollzeitarbeit dagegen gestellt haben, benutzt werden, um die Folgen dieser hausgemachten Probleme zu reduzieren?

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Pädagogik der Sandweste: Die Hilflosigkeit unfähiger Lehrer

Die britische Zeitung „Daily Mail“ scheint kurz davor zu sein, eine Rubrik „German Oddities“ einzurichten. Jedenfalls hat die Zeitung große Probleme, ihren Lesern die Wahrheit eines Berichts über rund 200 deutsche Schulen glaubhaft zu machen, in denen Schüler neuerdings in Sandwesten gezwängt werden, die zwischen 1,5 und 4 Kilogramm schwer sind, und die sie daran hindern sollen, im Unterricht herum zu zappeln oder im Unterrichtsraum herumzulaufen. Was die Leser der Daily Mail kaum für möglich halten, wird beim Deutschlandfunk als „Modellversuch“ diskutiert, an dem 13 Hamburger Schulen teilnehmen. Sie testen den Einsatz von „kiloschweren Sandwesten“, um Schülern mehr Ruhe und Konzentration zu ermöglichen. Der Einsatz richtet sich vornehmlich gegen Schüler, die an einem Aufmerksamkeits-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS) leiden sollen, dauere nie länger als 30 Minuten und werde nicht gegen den Willen des Kindes zum Einsatz gebracht. Beim Bayrischen Rundfunk sind die Nuancen desselben Gegenstands andere. Nun wird die Sandweste maximal 20 bis 30 Minuten verordnet und kein Kind „wird gezwungen, sie länger zu tragen“.

Wie dem auch sei, die Sandwesten sind den einen eine große Hilfe, von der sie sogar behaupten, ADHS-Kinder würden sie „lieben“, gäben sie ihnen doch die Gelegenheit, endlich sitzen zu bleiben, während die anderen der Ansicht sind, Sandwesten seien eine Form schulischer Folter, die der Zwangsjacke entspreche, wie sie in der Psychiatrie zum Einsatz komme.

Wir betrachten den Einsatz von Sandwesten als Eingeständnis der Hilflosigkeit und somit als Beleg für pädagogisches Scheitern und vor allem als eine katastrophale Meldung an Schüler, die doch eigentlich zu eigenständigen Menschen erzogen werden sollen.

Zunächst zur an deutschen Schulen grassierenden pädagogischen Hilflosigkeit, die man nicht besser zum Ausdruck bringen kann als mit einer Sandweste.

Howard Becker, einer der Pioniere der Soziologie der Pädagogik hat darauf hingewiesen, dass Lehrer gegenüber ihren Schülern vor allem mit zwei Problemen konfrontiert sind: (1) die Erfüllung der übertragenen Aufgabe und (2) die Herstellung von Disziplin, die gewöhnlich darüber erfolgt, dass man als Lehrer die eigene Autorität im Klassenzimmer etabliert, sofern man eine Autorität zum Etablieren hat.

Beide Probleme hängen natürlich miteinander zusammen. Ein Lehrer, dem es nicht gelingt, mit seiner Autorität Disziplin herzustellen, der wird auch keinen Erfolg damit haben, seine Aufgabe, die in der Vermittlung von Wissen besteht, erfolgreich zu leisten. Folglich kann man argumentieren, dass für den Erfolg eines Lehrers, die Durchsetzung seiner Autorität und die Herstellung von Disziplin am wichtigsten sind. Dazu schreibt Becker:

„Teacher and pupil confront each other in the school with an original conflict of desires, and however much that conflict may be reduced in amount, or however much it may be hidden, it still remains. We must recognize that conflict, either actual or potential, is ever present in the teacher-pupil relationship, the teacher attempting to maintain her control against the children’s efforts to break it”.

Für Becker ist Unterricht somit durch einen Interessenkonflikt zwischen Schüler und Lehrer darüber gekennzeichnet, wie ein Unterricht abzulaufen hat. In der folgenden Interaktion zwischen Lehrer und Schülern werden dann Regeln ausgehandelt, wobei es die Aufgabe eines Lehrers ist, Bedingungen zu schaffen, die seiner ersten Aufgabe, nämlich der Vermittlung von Wissen, förderlich sind. Wir alle kennen aus unserer Schulzeit Lehrer, die damit keinerlei Problem hatten, bei denen die Disziplin keine Frage und der Unterricht interessant oder doch zumindest geordnet war, und wir alle kennen Lehrer, die für ihren Beruf eher ungeeignet sind, deren Unterricht in Monotonie erstickt und von Langeweile geprägt ist und deren Person Schülern keinerlei Anlass gibt, Respekt zu zollen oder gar Autorität zuzuschreiben. Lehrer der letzteren Art scheinen in Schulen häufiger zu werden als Lehrer der ersteren Art.

Das Problem der Autorität, das alle Lehrer lösen müssen, um Disziplin herzustellen, wird für schlechte Lehrer zu einem wirklichen Problem. Wo gute Lehrer mit ihrer Person und ihrem Unterricht überzeugen, müssen die schlechten Lehrer auf Hilfsmittel zurückgreifen. Früher war das z.B. der Rohrstock, mit dem die Autorität des Schulmeisters eingebläut wurde. Heute ist der Rohrstock verboten und die zumeist weiblichen Lehrer müssen auf andere Formen zurückgreifen, in der Regel auf psychische Formen Druck auf Schüler auszuüben und wenn diese auch nichts nutzen, dann muss der Rohrstock eben in einer anderen Variante neu eingeführt werden, als Sandweste zum Beispiel, die Schülern, die allzu offen zeigen, dass der Lehrer keine Autorität hat und in keiner Weise in der Lage ist, Disziplin in seinem Klassenzimmer zu gewährleisten, angelegt wird, mit der sie bestraft werden.

Das Perfide an dieser Rückkehr zum Rohrstock ist nun, dass das neue Mittel der Züchtigung nicht als Eingeständnis der eigenen Unfähigkeit des Lehrers, Autorität zu etablieren und Disziplin durchzusetzen, gesehen wird, sondern dem Schüler angelastet wird. Der Schüler, der im Hinblick auf ADHS in der Mehrzahl ein männlicher Schüler ist, sei ein Opfer einer Krankheit und müsse daher behandelt werden. Dass sich mit dieser Krankheit nicht nur eine sehr problematische Form der Diagnose verbindet, sondern eine noch problematischere Form der Behandlung wird verschwiegen.

Nicht nur, werden Schüler zum Problem stilisiert und nicht Lehrer, die unfähig sind, Disziplin durchzusetzen, als das eigentliche Problem erkannt, die Schüler, denen eine Sandweste verordnet wird, werden durch Aussagen wie: die Sandwesten würden den Kindern zu einem „besseren Körpergefühl“ verhelfen (das tun Fußfesseln mit Sicherheit auch) und die soweit gehen zu behaupten, die Kinder würden es lieben, die Westen zu tragen, auch noch verhöhnt und ihrer Individualität beraubt. Ihnen und ihren Mitschülern wird die Lektion erteilt, dass sie unfähig sind, ihr eigenes Verhalten zu beeinflussen, zu steuern. Ihnen und ihren Mitschülern wird vorgeführt, dass äußerlicher Zwang gerechtfertigt ist, weil ein individueller Schüler nicht in der Lage ist, von sich aus sein Verhalten zu ändern und anzupassen. Den Schülern mit Sandweste wird entsprechend attestiert, dass sie zu keiner Kontrolle ihrer Handlunge fähig sind und der Anleitung durch Außenstehende, dem Zwang durch deren Maßnahmen, deren Nudging, bedürfen.

So erzieht man keine eigenständigen Persönlichkeiten, so erzieht man Sklaven und Deviante, die darauf vertrauen, von anderen angeleitet und in ihrem Handeln begrenzt zu werden, weil sie selbst, wie sie seit ihrer Schulzeit wissen, denn da wurde ihnen der entsprechende Freibrief erteilt, nicht zur Kontrolle ihres Handelns fähig sind.

Und alles weil es in Deutschland nicht möglich ist, die einfache und offenkundige Tatsache auszusprechen, dass manche Lehrer für ihren Beruf ungeeignet sind. Lieber lässt man Generationen von Schülern unter schlechten Lehrern leiden, als dass man der Wahrheit ins Gesicht blickt. Selbstverständlich gibt es auch Situationen, die Lehrer schlicht überfordern, wenn sie z.B. wegen politischer Korrektheit mit inklusiven Klassen konfrontiert sind, auf deren Leitung sie nicht vorbereitet wurden und mit deren Leitung sie schlicht überfordert sind. In solchen Situationen werden Lehrer zwangsläufig zu schlechten Lehrern, so wie ein ansich guter Dompteur von Löwen, ein Problem damit hat, Schlangen dazu zu bewegen, durch einen Reif zu springen.

Aber alternative Fakten zum Unwort erklären.

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Je mehr ausländische Schüler, desto schlechter die Leistung – Autopsie eines Zusammenhangs

Wie kann man erklären, dass 40,2% der Grundschüler der vierten Klasse in Bremen nicht schreiben können, 35,4% nicht rechnen können, 15,7% der entsprechenden Grundschüler in Nordrhein-Westfalen nicht lesen können oder 16,3% der Grundschüler in der vierten Klasse in Niedersachsen rudimentäre Kenntnisse in Rechnen nicht haben?

Als eine Erklärung für diese Bildungskatastrophe, als deren Ergebnis 40% funktionale Analphabeten die vierten Klassen von Bremer Grundschulen bevölkern, wird einerseits angeführt, es gebe zu wenig Lehrer, ganz so als hinge die Vermittlung von rudimentären Kenntnissen von der Quantität der Lehrer und nicht von deren Qualität ab. Zum anderen wird darauf verwiesen, dass der Anteil der ausländischen Schüler in den Ländern, die besonders schlecht abgeschnitten haben, besonders hoch sei, was das schlechte Abschneiden erkläre.

Zwar gibt es, wie wir gleich zeigen werden, einen Zusammenhang zwischen dem Anteil ausländischer Schüler und dem Anteil der Schüler, die die Mindestkenntnisse in Rechnen, Lesen und Schreiben, die man von Viertklässlern erwarten muss, nicht aufweisen, aber dieser Zusammenhang ist nur ein Symptom für tieferliegende Probleme.

Beginnen wir zu nächst mit dem Hinweis, dass Grundschüler in Schleswig-Holstein oder im Saarland obwohl beide nur knapp 2% weniger Ausländer unter ihren Grundschülern aufweisen als Berlin und nur gut 1% weniger als Bremen, deutlich bessere Leistungen zeigen, gemessen an der Anzahl der Schüler, die nicht Schreiben können, besteht zwischen Bremen und den beiden genannten Ländern ein Unterschied von 23,6% (Saarland) bzw. 18,4% (Schleswig-Holstein). Man kann kaum einen Unterschied von 1% mehr an ausländischen Schülern, der zwischen dem Saarland und Bremen besteht, als Ursache dafür betrachten, dass 23,6% der Schüler in Bremen schlechter abschneiden als Schüler im Saarland. Ausländische Schüler sind also definitiv nicht die Ursache dafür, dass in Bremer Grundschulen oder in Berliner oder Hamburger Grundschulen Schüler zu funktionale Analphabeten ausgebildet werden.

Aber der Anteil der ausländischen Schüler trägt seinen Teil zum schlechten Abschneiden bei, wie die folgende Abbildung und die Tatsache zeigen, dass es eine Korrelation zwischen dem Anteil ausländischer Grundschüler in einem Bundesland und dem schlechten Abschneiden des entsprechenden Bundeslandes im IQB-Bildungstrend gibt, die mit r = 0.58 recht beachtlich ausfällt.

Allerdings reduziert sich dieser Zusammenhang dann, wenn man den Anteil der Schüler, die nicht schreiben können, mit dem Anteil ausländischer Schüler korreliert auf r = .35, was letztlich nichts anderes bedeutet, als dass die schulischen Probleme, die sich in der Unfähigkeit der Schüler, zu schreiben und letztlich auch zu rechnen und zu lesen niederschlagen, bei ausländischen Schülern kumulieren, aber längst nicht auf ausländische Schüler beschränkt sind. Vielmehr verweisen die Ergebnisse darauf, dass die Bildungssysteme in Bremen, Berlin, Hamburg usw. nicht in der Lage sind, Schülern unabhängig von ihrer nationalen Herkunft rudimentäre Kenntnisse in Lesen, Schreiben und Rechnen zu vermitteln. Dass sie das nicht sind, hat etwas mit der Qualität der Lehrer, der Schulen und der Curricula zu tun und vermutlich hat es auch etwas mit der Motivation von Schülern zu tun, sofern man nicht annehmen will, dass in Bremen 40% der Schüler schlicht dumm sind, während in Bayern nur 12,5% der Schüler dumm sind, bayerische Gene also bildungsaffiner seien als bremer.

Folglich muss man die Ursache dafür, dass die Grundschüler in Bremen, Berlin oder Hamburg so viel geringere Kenntnisse in Lesen, Schreiben und Rechnen aufweisen als bayerische oder sächsische Grundschüler woanders suchen. Ein Hinweis darauf, wo es im Argen liegt, kann dem Zusammenhang, der zwischen Vorschulen oder Schulkindergärten und dem Abschneiden im IQB-Bildungstrend besteht, entnommen werden. In Bundesländern, in denen es Vorschulen oder Schulkindergärten gibt, schneiden die Grundschüler schlechter ab als in Bundesländern, in denen es weder Vorschulen noch Schulkindergärten gibt. D.h. je länger die Institutionen Zugriff auf Grundschüler hatten, desto schlechter deren Kenntnisse, wie sie im IQB-Bildungstrend gemessen wurden (r = .32).

Das ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass die institutionelle Ausbildung von Schülern in Bremen oder Berlin oder Hamburg Schüler langfristig beschädigt: Je länger Schüler einer institutionellen Betreuung ausgesetzt sind, desto geringer ihre Kenntnisse. Ergebnisse der Berliner ELEMENT-Studien weisen in eine ähnliche Richtung. Die Untersuchung der Frage, ob Grundschüler eher nach 4 oder nach 6 Jahren auf eine weiterführende Schule wechseln sollen, hatte u.a. die Erkenntnis zum Ergebnis, dass Grundschüler am Ende der 4. Klasse in der Regel mehr oder genauso viel wussten, wie sie am Ende der 6. Klasse in einer Grundschule wussten. Deutlicher kann man die pädagogische Uneigung von Grundschullehrern kaum in einer wissenschaftlichen Untersuchung messen.

Lässt man dieses Ergebnis auf sich wirken und formuliert einmal in normaler Prosa, dass es staatlichen Lehrern, Grundschullehrern, die bis zum Test im Rahmen des IQB-Bildungstrends mindestens vier Jahre Zeit hatten, um ihren Schülern Lesen, Schreiben und Rechnen beizubringen, nicht gelungen ist, in all den Jahren genau das zu tun, dann folgt daraus die Frage: Was um aller Götter Willen machen Lehrer in Bremer oder Berliner Grundschulen? Wenn vier Jahre nicht reichen, um auch ausländischen Schülern rudimentäre Kenntnisse des Deutschen und in Mathematik zu vermitteln, dann muss man an der Qualität der Lehrer und an der Ausrichtung des Curriculums zweifeln und kann nicht anders als festzustellen, dass die pädagogische Eignung der 1.723 Lehrer, die in Bremen 2016 an Grundschulen beschäftigt waren, in Zweifel steht. Es mag der Vermittlung von Kenntnissen an Grundschüler nicht unbedingt förderlich sein, wenn die Schüler in einer weitgehend weiblichen Mono-Schulkultur gehalten werden, da 87,9% der Bremer Grundschullehrer weiblich sind, und es ist der Vermittlung von Wissen an die Grundschüler sicher nicht förderlich, dass 60,1% der Grundschullehrer in Bremen ihren Beruf in Teilzeit oder stundenweise, in jedem Fall aber nebenbei ausüben.

Wer also nach den Ursachen dafür sucht, dass großer Anteile von Grundschülern kaum in der Lage sind, zu lesen, zu schreiben und zu rechnen, der muss bei der Verweiblichung, der damit verbundenen Entprofessionalisierung und der damit einhergehenden Absenkung der Ansprüche, die an die Leistungen von Lehrern gestellt werden, anfangen.

Die Erklärung der Bildungskatastrophe, die aus den Daten des IQB-Bildungstrends deutlich wird, verweist also auf die Absenkung von Standards, die Reduzierung von Qualität und den Rückzug von Vollzeit-tätigen, männlichen Lehrern aus Grundschulen. Diese Erklärung steht im Einklang mit der Tatsache, dass in Ländern, in denen linke Regierungen die Schulpolitik bestimmen, der Leistungsstand von Grundschülern besonders schlecht ist, denn es sind vor allem linke Regierungen, die unter dem Banner der Gleichstellung für die Entwertung u.a. des Lehrerberufs gesorgt haben.

Wie ein Bildungssystem, das nicht in der Lage ist, Schülern, die in Deutschland geboren und aufgewachsen sind und jahrelang die Bildungsinstitutionen durchlaufen haben, Deutsch und Mathematik zu vermitteln, es schaffen will, Schüler zu integrieren, die als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen sind und keinerlei Kenntnisse deutscher Bildungsinstitutionen oder der deutschen Sprache mitbringen, ist vor dem Hintergrund der Ergebnisse des IQB-Bildungstrends, in dem so gut wie keine ausländischen Schüler, die als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen sind, sondern vornehmlich ausländische Schüler, die seit Geburt in Deutschland leben, getestet wurden, ein Rätsel.

Die Analysen in diesem Beitrag basieren u.a. auf den Daten, die das Statistische Bundeslamt bereitstellt. Darin werden Schüler nicht anhand des Merkmals “Migrationshintergrund” eingeordnet, sondern auf Grundlage ihrer Staatsangehörigkeit. Insofern sind unsere Analysen rigider als die Analysen, die im IQB-Bildungstrend 2016 in Kapitel 9 “Zuwanderungsspezifische Disparitäten” für Schüler mit irgendeinem Migrationshintergrund durchgeführt werden. Die Ergebnisse sind jedoch dieselben. 

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Hamburger Mathematikschwäche: Eine Gleichung ohne Unbekannte

In Hamburg ist man irritiert.

Die Hamburger Schüler sind in Mathematik schlecht, schlechter als der Durchschnitt, fast schlechter als die Schüler in Bremen. Das wäre dann wirklich eine exponentielle Katastrophe. Die Wurzel allen Übels ist für Hamburger eine Gleichung mit zu vielen Unbekannten. Das x will einfach nicht aufgelöst werden.

Deshalb hat der Hamburger Schulsenator, Ties Rabe, über dessen Mathematikkenntnisse nichts bekannt ist, ein Expertengremium eingesetzt, um den Hamburgern das Rechnen mit Unbekannten beizubringen und nach Lösungen für die Gleichung zu suchen, auf deren rechter Seite zu oft die falsche Lösung als Funktion einer Mathematikschwäche steht.

Das Rätsel beginnt, wie Rabe meint, bereits Ende der 1990er Jahre.
Urplötzlich scheinen die Hamburger Schüler von einer grassierenden Unfähigkeit, vermutlich eine Variante des calculus vitiosus, erfasst worden zu sein und seither ist die Gleichung offen, die Lösung gesucht und die Mathematikschwäche vorhanden.

Die Experten der Kommission, sie sollen das ändern.

Der Mathematikunterricht soll qualitativ besser werden – aber wie?

Vorschläge für neue Unterrichtsmethoden sollen gemacht werden. Nur welche?

Wieder gibt es viele Gleichungen und noch mehr Unbekannte.

Das einzige, was man an Lösung aus der Expertenkommission bislang hört: „Studien belegen, dass es einen Unterschied für den Schulerfolg macht, dass Schüler glauben, dass sie etwas können“.

Der Glaube versetzt bekanntlich Berge. Ob er auch Unbekannte aus Gleichungen versetzen kann, das wird die Expertenkommission ausrechnen. Wenig rechnen muss der Schatzmeister der Stadt Hamburg. Ihn machen die Experten um 150.000 Euro ärmer. Damit ist das Ergebnis der Gleichung „Expertenkommission“ bereits bekannt. X = 150.000. Fehlt noch der Lösungsweg.

Wie dem auch sei. Wir haben uns natürlich sofort in die Spur gesetzt und den alten Ockham beim Wort genommen. Wenn die Hamburger Schüler zwischen dem Anfang der 1990er Jahre und dem Ende der 1990er Jahre ihre Mathematikschwäche entdeckt haben, dann muss sich im Verlauf der 1990er Jahre etwas verändert und zur Mathematikschwäche geführt haben.

Was hat sich geändert?
Das Verhältnis des Männer- zum Frauenanteils unter den vollzeitbeschäftigten Lehrern hat sich verändert. Männliche Lehrer sind seltener, weibliche Lehrer häufiger geworden.

Wir schlagen daher vor, in die Rechnung mit den Unbekannten, die die Mathematikschwäche der Schüler in Hamburg zum Ergebnis hat, eine bekannte Größe, die einen nachgewiesenen und von jedem mit anekdotischen Belegen aus seinem eigenen Schulleben zu versehenden Einfluss auf die Leistungsfähigkeit von Schülern hat. Dabei handelt es sich nicht um den Lehrplan. Auch nicht um das Selbstbewusstsein der Schüler. Nein, die Unterrichtsmethoden sind es auch nicht. Es sind die Lehrer, deren pädagogische und fachliche Fähigkeiten.

Bei den Versuchen, die Schulleistungsgleichung mit Variablen zu füllen, wird in der Regel jeder Unsinn berücksichtigt und das Naheliegende vergessen: Lehrer.

Unser Rat an die Expertenkommission lautet daher: Lösen Sie die Gleichung der Mathematikschwäche der Schüler nach den Fähigkeiten der Lehrer unterschieden nach Geschlecht auf. Ergebnis garantiert größer als Null.

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Osterburg ist wie Pyongyang: Gutmenschen missbrauchen Schüler

Wenn in Nordkorea ein Staatsakt ansteht oder eine Feierlichkeit durchgeführt werden soll, dann werden Kinder, Schüler, Jugendliche in Uniformen gesteckt, dürfen Gedichte zu Ehren von Kim Jong-un aufsagen, Theaterspiele über den Befreiungskampf der Nordkoreanischen Arbeiterklasse darbieten oder sich in Wehrertüchtigung auf den Endkampf gegen die USA vorbereiten.

Man blickt nach Nordkorea und ist erschreckt darüber, wie ein System seine Kinder indoktriniert, ihnen ihren freien Willen, ihre Fähigkeit, frei zu handeln, abtrainiert oder doch zumindest so kaserniert, dass sie sich nicht trauen, beides zu demonstrieren und man spricht von Unfreiheit, von einem Übergriff, von einer Manipulation, davon, dass ein totalitäres Regime die Freiheit seiner Bürger von Kindesbeinen an im Keim erstickt. Naja, die meisten sehen es so – bis auf ein paar ewiggestrige Linke.

Szenenwechsel.

Osterburg.

Marktgraf-Albrecht-Gymnasium
Die Allgemeine Zeitung berichtet:

„Gelungene Aktion gegen Rechts am Marktgraf-Albrecht-Gymnasium in Osterburg. Die Schule, seit drei Jahren Trägerin des Titels ‚Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage‘, setzte ein Zeichen gegen das Abschneiden der AfD bei der Bundestagswahl vor knapp einer Woche.“

Und weiter:

„Die Schüler [alle 700 Schüler des Gymnasiums] waren gestern aufgefordert, sich so bunt wie möglich zu kleiden. Das sollte die Vielfalt, das Bunte und auch die Offenheit des Gymnasiums symbolisieren.“

Wem dieser Unsinn noch nicht reicht, für den haben wir noch einen Schulleiter, von dem zu befürchten steht, dass er auch im Dritten Reich erfolgreich dabei gewesen wäre, seine Schüler auf Linie zu bringen:

„Oberstufenkoordinator Alexander Dankert: ‚Ihr Schüler und wir Lehrer sind eine Schulgemeinschaft ohne Rassismus und mit couragiertem Handeln‘ rief er den Schülern zu. … Das Wahlergebnis des vergangenen Wochenendes erfordere ein Zeichen gegen Ausgrenzung, gegen Rassismus und Extremismus. ‚Wir sind weltoffen und praktizieren an unserer Schule Akzeptanz und Toleranz‘, so Dankert.“

Die Akzeptanz und die Toleranz, die am Marktgraf-Albrecht Gymnasium in Osterburg praktiziert wird, ist eine bedingte Akzeptanz, die sich nicht auf die 16% Osterburger Wähler erstreckt, die bei der Bundestagswahl in Osterburg ihr Kreuz bei der AfD gemacht haben. Diese 16% haben am Marktgraf-Albrecht Gymnasium ebenso wenig Toleranz zu erwarten, wie die Kinder unter den Schülern, deren Eltern die AfD gewählt haben, Kinder, die es mit Sicherheit gibt. Sie, die nicht akzeptierten und nicht tolerierten, denen gegenüber die Courage nicht ausreicht, um neben Aufmärschen und kollektiven Aktionen auch ein Gespräch zu führen, sie haben nichts Gutes am Gymnasium, das so tolerant ist, dass es Rassismus nur gegen die richtet, die die falsche politische Ideologie vertreten, zu erwarten.

Die Aktion am Osterburger Gymnasium hätte auch in Nordkorea stattfinden können, denn auch in Nordkorea sind die Lehrer angehalten, schädliche Gedanken, alternative, am Ende noch innovative Gedanken, die am Status Quo des Systems, das für sakrosankt und über jede Kritik erhaben erklärt wird, auszumerzen bzw. im Keim zu ersticken. Alexander Dankert wäre auch in Nordkorea gut aufgehoben und könnte sich mit noch größerer Berechtigung auf der Seite der Mehrheit, die auch die Seite der Guten sein muss, wähnen. Zudem wäre in Nordkorea auch ein Irrtum folgenlos, da die Übergriffe auf Schüler, deren Manipulation und Indoktrination durch das Regime nicht nur gedeckt, sondern auch gewünscht sind.

Ob dies in Deutschland auch so ist, muss sich erst noch herausstellen. Ob es z.B. am Osterburger Gymnasium Eltern gibt, die die Indoktrination ihrer Kinder, deren Instrumentalisierung durch einen Gut-Lehrer, deren Standardisierung und den Raub ihrer Handlungs- und Meinungsfreiheit opponieren und es sich verbieten, dass staatliche Bildungseinrichtungen, die zur politischen Neutralität verpflichtet sind, für die Parteizwecke derer, die hinter der Aktion „Schule gegen Rassismus“ stehen, missbraucht werden. Es gibt noch Hoffnung, dass das ein oder andere Elternteil Rückgrat bei sich entdeckt.

Bei der Suche, die dieser Entdeckung notwendig vorausgeht, mag es behilflich sein festzustellen, dass die Aktion am Osterburger Gymnasium nicht nur gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung verstößt, die im Grundgesetz formuliert ist, sie ist auch ein eklatanter Verstoß gegen das Neutralitätsgebot von Schulen, das eingerichtet wurde, um die Indoktrination von Schülern, wie sie in Nordkorea praktiziert wird bzw. im Dritten Reich in Deutschland praktiziert wurde, zu verhindern.

Lehrer wie Alexander Dankert, die sich als gut profilieren und Schüler dazu missbrauchen wollen, bekämpfen entsprechend das, was sie zu schützen vorgeben: Die Demokratie. Bleibt zu hoffen, dass Dankert Sportlehrer ist. Da kann er nicht noch mehr Schaden anrichten.

Das Gymnasium in Osterburg ist übrigens nach Marktgraf Albrecht dem Bären benannt, ein wichtiger der Teilnehmer des Wendenkreuzzugs von 1147 war. Kreuzzüge sind eine Form des religiösen Genozids, bei der es darum geht, Ungläubige, in diesem Fall Slawen, zu vertreiben oder zu töten oder zu versklaven. Die entsprechende Tätigkeit setzt eine Überzeugung über die heilige Berechtigung der eigenen Handlungen, die darin bestehen, Dritte mit Krieg, Verwüstung und Tod zu überziehen, voraus. Insofern ist das Gymnasium in Osterburg vermutlich korrekt benannt.

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