Bananenrepublik 4.0 – Kita oder Professur?

Es jammert in der Süddeutschen Zeitung:

universitaet Duisburg essen„Für uns ist das ein Riesenproblem“, sagt etwa Ingrid Fitzek, Gleichstellungsbeauftragte der Uni Duisburg-Essen, von der drei Anträge auf der Warteliste gelandet sind. Eigentlich wollte man dort mit den frei werdenden Mitteln eine Kita mit 50 Plätzen finanzieren.“

Das Riesenproblem, von dem in der Süddeutschen Zeitung zu lesen ist, es ist das Professorinnenprogamm. Das Professorinnenprogramm ist jedoch nicht etwa deshalb ein Riesenproblem, weil plötzlich Moral und Anstand Einzug gehalten haben und Universitäten sich daran erinnert haben, dass sie nicht die Prostituierten von Ministerien sind.

Das Riesenproblem ergibt sich auch nicht daraus, dass im Rahmen des Professorinnenprogramms unzählige männliche Bewerber belogen und betrogen werden, männliche Bewerber, die sich im irrigen Glauben, sie hätten eine Chance, berufen zu werden, auf einen Lehrstuhl bewerben, denen Kosten entstehen, die Probevorlesungen vorbereiten, halten und alles, weil sie nicht wissen, dass sie sowieso keine Chance auf die Stelle haben, auf die ausschließlich weibliche Bewerber berufen werden. Die männlichen Bewerber sind nur die Coverstory, um den Anschein zu erwecken, das Professorinnenprogramm sei ein rechtlich einwandfreies Programm, nicht Betrug und Bevorteilung.

Aber, wie gesagt, das alles ist nicht das Riesenproblem, das Ingrid Fitzek und die Uni Dusiburg-Essen haben.

Es ist auch nicht das Riesenproblem, von dem Roland Preuß in der Süddeutschen Zeitung berichtet.

Deceibe infeigle obfuscateDas Riesenproblem besteht darin, dass „Wankas Professorinnenprogramm das Geld“ ausgeht. 147 Hochschulen haben sich am ministerialen Wettbewerb in Wissenschaftsprostitution beteiligt, wohl mehr als selbst Wanka für möglich gehalten hat, und jetzt scheinen die 300 Millionen Euro, die bislang in das Professorinnenprogramm gepumpt wurden, um Lehrstühle an Universitäten nach weiblichem Geschlecht und nicht nach Leistung zu besetzen, aufgebraucht zu sein.

Und weil die 300 Millionen Euro wohl aufgebraucht sind, deshalb hat die Universität Duisburg-Essen das Riesenproblem, dass sie nun drei Professuren finanzieren muss. Das muss man sich einmal vorstellen, die Universität Dusiburg-Essen muss drei Professuren finanzieren, Professuren, die von der Universität Duisburg-Essen an weibliche Bewerber vergeben wurden, Professuren, bei deren Besetzung männliche Bewerber getäuscht und belogen wurden. Das muss man sich einmal vorstellen: Eine Universität, die Professuren finanzieren muss, die sie selbst ausgeschrieben und besetzt hat! Unglaublich!

Schlimmer noch: Weil die Universität Duisburg-Essen nun drei weibliche Quoten-Professuren finanzieren muss, kann sie keine „Kita mit 50 Plätzen finanzieren“.

Ein Skandal, hinter dem die Unehrlichkeit, der Betrug gegenüber männlichen Bewerbern, die Täuschung männlicher Bewerber und die Kosten, die männlichen Bewerbern unter Vorspiegelung falscher Tatsachen verursacht wurden, verblassen.

Was könnte es wichtigeres geben, als eine Kita mit 50 Plätzen an einer Universität? Ehrlichkeit? Lauterkeit? Moral? Anstand? Universitäre Lehre? Gute Lehre? Gesellschaftlich relevante Forschung? Nützliche Erkenntnis? Die Finanzierung von Professuren? Sicher nicht. Nichts ist wichtiger als eine „Kita mit 50 Plätzen“ – Ingrid Fitzek weiß das.

Und Kai Gehring, Bundestagsabgeordneter der Grünen, der weiß auch etwas. Wenn 300 Millionen Euro, mit denen männliche Bewerber auf Lehrstühle an Hochschulen diskriminiert, getäuscht und belogen und geschädigt werden, nicht ausreichen, dann sei dies „stümperhaftes Programm-Management und klammheimliches Wegsparen durch Ministerin Wanka“ und das Programm müsse eben aufgestockt werden.

ProfessorrinnenprogrammWir wiederholen uns ungern, aber Anstand, Moral, Ehrlichkeit, Lauterkeit, die faire Behandlung von männlichen Bewerbern auf Lehrstühle, das scheinen auch für den Grünen Kai Gehring Begriffe zu sein, die er nicht in seinem Wortschatz findet und entsprechend so wenig verstehen wird, wie Roland Preuß, der es schafft einen Beitrag über das Professorinnenprogramm zu schreiben, ohne auch nur einen einzigen Hinweis darauf, dass hier Steuergelder eingesetzt werden, um männliche Bewerber arglistig zu täuschen, zu diskriminieren, zu belügen und ihnen Schaden zu verursachen.

Deutschland 2015, eine Bananenrepublik 4.0, in der Medienvertreter, Politiker und Gleichstellungsbeauftragte alle dieselbe Unkenntnis verbindet, Unkenntnis darüber, was Fairness, Ehrlichkeit, Anstand und Moral sind. Und vor allem darüber, was Menschen (andere Menschen versteht sich) leisten müssen, um die Steuergelder aufzubringen, die im Rahmen des Professorinnenprogramms eingesetzt werden, um männliche Bewerber arglistig zu täuschen, zu belügen und sie zu schädigen.

Wir danken einem Leser von ScienceFiles für den Hinweis auf den Beitrag in der Süddeutschen Zeitung.

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10Comments

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  1. 4
    Die Kehrseite

    Auf diese Meldung habe ich gewartet. Es war absehbar, dass diese pseudo-akademischen Parasiten sich irgendwann melden, dass ihnen das Geld ausgeht und sie nach MEEEHHHRRR!!! betteln, wie Kinder um Taschengeld. Ich bin fast überzeugt davon, dass es sinnvoller wäre, das Geld direkt Kleinkindern in die Hand zu geben.

  2. 6
    hgb

    Ich denke da wird es Zeit für eine Ethikkommission, danach Bildung diverser Ausschüsse, Beratungsaufträge, Aufbau von NGO´s, die sich des Problems annehmen und als mediale Verstärker agieren können, bis irgendwann alle gut unter sind, auch unter dem theoretischen Überbau. Der Finanzierer steht sowieso fest. 🙂

    Wenn jetzt nicht dieser Fernsehbeitrag gewesen wäre, dann könnte man doch die Wirtschaft bitten, die Finanzierung zu übernehmen. Schließlich werden aufsichtsRätinnen gebraucht und eine Professur ist da sehr beliebt.

    Aber vielleicht steckt in Wirklichkeit hinter der Klage eine Dreisatzaufgabe, die Frau Fitzek nicht lösen kann: Wie lange muss ich 3 Professorinnen unterstützen bis 50 KITA-Plätze voll sind?

    „Universität? Ehrlichkeit? Lauterkeit? Moral? Anstand? Universitäre Lehre? Gute Lehre? Gesellschaftlich relevante Forschung? Nützliche Erkenntnis? Die Finanzierung von Professuren? Sicher nicht.“ Stimmt. Leider. Und nicht nur an der Uni. 🙁

  3. 7
    Michael Baleanu

    Wenn ich das richtig verstehe: Drei Profx = 50 Kitaplätze? Bei 3200 EUR/Kind/Monat (http://mann-om-man.blogspot.de/2015/01/der-markt-der-fremderziehung.html) wären das stolze 160.000 EUR/Monat? Die Personalkosten für ein Profex liegen, wenn ich mich nicht täusche, bei gut 15.000 EUR/Monat. Mann sollte nicht allen Zahlen glauben, aber irgendwo werden wir verschaukelt. Irgend jemand nimmt mehr ein als sachlich notwendig.

  4. 9
    meier, hans (kempten)

    Naja – die Argumentation war ja immer, mit solchen Programmew wolle man Anstöße geben zur Einstellung von Frauen – über diese Programme hinaus. DAS ist wohl gelungen – um den Preis, dass diejenigen, die WEGEN DIESES PROGRAMMS Frauen eingestellt haben, sich betrogen fühlen.

    Ich fürchte, das ist sehr zum Nachteil derjenigen Frauen, die solcher Programme gar nicht bedürften.

  5. 10
    Stipe

    Öffentliche Haushalte plündern im Bewusstein des eigenen Gut-Seins und im Namen der Emanzipation(!). Es ist zum Verzweifeln. Danke an ScienceFiles!

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