Revolutionäre Forderung aus den Gender Studies: Wir brauchen schwangere Crash Test Dummies

Ein Kommentator hat uns auf die Ringvorlesung „Die Liebe zum Automobil – Geschlechteranalysen jenseits von Stereotypie und Neutralität“ aufmerksam gemacht, eine Ringvorlesung, die schon einen unsinngen Titel hat – oder weiß jemand, was jenseits von Stereotypien und Neutralität liegt und was vom Jenseits aus betrachtet, im Diesseits zum Jenseits von Stereotypie und Neutralität gesagt werden kann, mit Geschlechteranalysen versteht sich?

Offensichtlich handelt es sich bei der Ringvorlesung um eine blabla-Veranstaltung, die sich mit so wichtigen Theman befasst wie der Nutzung des Autos als „Ressource der Inszenierung von Gender“.

Alles so spannend, dass wir einen Kaffee gebraucht haben, um gegen die aufkommende Müdigkeit anzukämpfen.

Ein Bestandteil der Ringvorlesung hat – unter dem Einfluss von Koffein – dann doch unsere Aufmerksamkeit erregt: „Das Projekt GenderING: Gender Studies erweitern die Lehre im Karosseriebau“.

Bitte nicht stereotypisieren!

Bitte nicht stereotypisieren!

Die Karosserie von Autos, die muss nämlich gendergerecht werden, z.B. indem der Karosserieboden in pink und in blau, je nach adressiertem Kunden gespritzt wird – oder so. Aber wir stereotypisieren und das ist ja, wie die Ringvorlesung zeigt, etwas Jenseitiges – oder war es etwas Diesseitiges?

Egal, schauen wir, was Prof. Dr. Ing. Corinna Bath, die auf einer vom Land Niedersachsen finanzierten Maria-Goeppert-Mayer Professur sitzt, zum Tema „Gender Studies und Karosseriebau“ zu sagen hat. [Für alle die es nicht wissen, Maria Goeppert Meyer wurde von den Niedersächsichen Frauenbevorteilern unvorsichtiger Weise zur Namenspatronin gemacht. Sie ist nämlich eine explosive Patronin, wie wir an anderer Stelle berichtet haben, die die Gender Studies direkt mit dem Bau der ersten Atombombe in Verbindung bringt. Viel zu viel der Ehre.]

Doch zurück zum Gender studierten Karosseriebau. Welche Erkenntnisse liefern die Genderstudies, die im Karosseriebau unbedingt Anwendung finden müssen?

Crash Test Dummies2Solche:

„Dazu wird das Vorlesungsmaterial durch aktuelle Ergebnisse der Genderforschung erweitert; etwa indem die Geschichte der Automobilentwicklung thematisiert wird. Ein anschauliches Beispiel ist die historische Entwicklung von Crashtest-Dummys, deren Formen lange Zeit nur an männlichen Normkörpern ausgerichtet waren, während unter anderem schwangere Körper nicht berücksichtigt wurden. Durch eine fundierte Gender Studies-Analyse wird die Gefahr vermieden, Frauen oder Männer als homogene Gruppe von KonsumentInnen zu verstehen und zu stereotypisieren, anstatt ihre Vielfalt zu berücksichtigen.“

Wie gut, dass die Gender Studies auf dieses Versäumnis hinweisen.

Überhaupt, die Sache ist noch viel dramatischer als die „fundierte Gender Studies-Analyse“, durch den einmaligen Blick auf Crash-Test-Dummies herausanalysiert, „fundiert“ herausanalysiert hat, denn: die Crash-Test-Dummies sind wie Schaufensterpuppen, sie sind ideale Körper, schlank, rank, nicht pummelig, vollschlank oder gar fett. Sie lassen keinerlei Hinweis auf ihre sexuelle Orientierung zu. Sie sind stilisiert und verraten nichts über ihre ethnische Herkunft. Sie geben keinerlei Hinweis auf den von ihnen präferierten Lebensstil und verheimlichen ihre Weltanschauung, und sie machen doch massiv den Eindruck, als würden vor allem junge Crash Test Dummies verheizt und keine alten.

Angesichts der rudimentär gebliebenen „fundierten Gender-Studies Analyse“ ist es kein Wunder, dass die fehlende Berücksichtigung von Adipösen, von Magersüchtigen, von Bierbäuchigen, von Unterschieden durch Migrationshintergrund und Hautfarbe, von Weltanschauung und sexueller Orientierung und von Alter bei den Crash Test Dummies bislang nicht aufgefallen ist.

LambourghiniDeshalb fordern wir, dass in Zukunft Crash Test Dummies an die wirklichen Lebensverhältnisse angepasst werden und nach Geschlecht, Körperumfang, sexueller Orientierung, Weltanschauung, Alter, Migrationshintergrund, Hautfarbe unterschieden und entsprechend gestaltet werden, denn: Ein Auto, das mit 100km/h gegen einen Baum gefahren wird, wirkt auf einen 35jährigen Mann aus dem Kosovo anders als auf eine 41jährige Frau, die über das Professorinnenprogramm auf eine wissenschaftliche Position gehievt wurde.

Und überhaupt fordern wir, dass die Versuche von Gender Studierten Wissenschaft der Lächerlichkeit preiszugeben, mit deren Verwendung als Crash Test Dummies belohnt wird.

Wundert sich eigentlich noch jemand, dass deutsche Ingenieure immer seltener werden und vielen Studenten die Lust am Studium z.B. des Automobilsbaus vergeht?

Mehr zu Crash Test Dummies und was dabei wichtig und vor allem: vollkommen unwichtig ist.

Mehr zu adipösen Crash Test Dummies.

Über Michael Klein
... concerned with and about science

7 Responses to Revolutionäre Forderung aus den Gender Studies: Wir brauchen schwangere Crash Test Dummies

  1. Hawey says:

    Hat dies auf meinfreundhawey.com rebloggt.

  2. Pingback: [Kritische Wissenschaft] Revolutionäre Forderung aus den Gender Studies: Wir brauchen schwangere Crash-Test Dummies

  3. rote_pille says:

    Ich fordere, dass statt an den Puppen die Tests an leibhaftigen Genderisten durchgeführt werden. Nur so können wir sicherstellen, dass maximale Professionalität bei der Durchführung gewährleistet ist. Außerdem gibt es noch andere nützliche Nebeneffekte…

  4. aranxo says:

    Antje Schrupp hat gerade wieder beklagt, wieso feministische Theorien in der etablierten Wissenschaft so selten berücksichtigt werden.
    http://antjeschrupp.com/2015/09/20/woher-kommt-die-ignoranz-in-bezug-auf-feministische-ideen/
    Hier könnte sie ihre Antwort finden.

  5. Euphrasia die verschollene says:

    Seid dem Aufkommen der Gender / Queer ist bei mir sogar im Garten der Teufel los.

    Einige Pflanzen halten jetzt auch schon Ringvorlesungen ab.

    Unter den Pflanzen erzählt man sich, daß man eingeschlechtliche Blüten zwischen einhäusigen und zweihäusigen (diözischen – da existieren männliche neben weiblichen Individuen) Pflanzen unterscheidet. Daneben gibt’s auch noch so Zwischenformen, also Pflanzen, die aus zwittrigen und eingeschlechtlichen Blüten (z. B. andromonözisch, gynomonözisch) oder Arten, bei denen zwittrige und weibliche (gynodiözisch) bzw. zwittrige und männliche (androdiözisch) Individuen bestehen, oder Arten, bei denen Pflanzen mit männlichen, weiblichen und zwittrigen Blüten aufwarten(polygamomonözisch).

    Und da der Tumult im Garten solche Ausmaße erreicht hat, hab ich mal weiter geforscht:

    Da gibt’s männliche Pflanzen / heterogametisch XY und die weiblichen/ homogametisch XX. Auch Ausnahmen, bei denen die männlichen Pflanzen homogametisch sind… Das genetische Geschlecht kann durch Umwelteinflüsse überprägt werden. In so manchen eingeschlechtigen Pflanzen finden sich rudimentäre Organe des anderen Geschlechts. Die Eingeschlechtigkeit entsteht also durch die Unterdrückung der Ausbildung des anderen Geschlechts: Weibliche Pflanzen sind männlich-steril, die männlichen Pflanzen weiblich steril.

    Ab und an ist die Diözie auch kryptisch, das heißt, die Blüten sind morphologisch zwittrig.

    Also voll LGBT & genderqueer: mein Garten!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
    Die wollen aber jetzt alle ein eindeutiges Geschlecht haben: also männlich oder weiblich sein und wissen nicht ein noch aus.

    Werden wir und unsere Universitäten von Pflanzen unterwandert ?

  6. hgb says:

    Die Dame übersieht, daß die Autoindustrie sich schon seit langem gendermässig auf eher weibliche Interessen ausrichtet. Mit Einstellung der Käfer-Produktion sind die seitlichen Halteschlaufen verschwunden, die Mittelkonsole wurde immer breiter, die Rückbank unterteilt und der Schaltknüppel immer knuffiger. Wer ist hier der Dummie?

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