Simulation oder Manipulation: Flüchtlinge als “langfristig lohnende Investition”

Wir haben schon mehrfach darauf hingewiesen, dass die derzeitige Diskussion darüber, welche Kosten und Nutzen sich mit dem Zuzug von rund einer Millionen Flüchtlingen verbinden einen erheblichen Mangel aufweist: Niemand weiß, wer nach Deutschland geflüchtet ist, kennt das durchschnittliche Bildungs- und Ausbildungsniveau, geschweige denn die vorhandene Arbeitsmotivation.

Entsprechend bewegen sich alle, die sich mit dem Thema “Kosten und Nutzen von Flüchtlingen” beschäftigen, im Bereich der Spekulation. Spekulieren Wissenschaftler, dann bezeichnen sie das zuweilen als Simulation, wobei eine Simulation an sich eine sinnvolle Methode ist, jedenfalls dann, wenn die Variablen, die in die Simulation eingehen, zumindest ansatzweise plausibel sind.

Das genau ist bei Flüchtlingen nicht der Fall. Hier herrscht die reine Spekulation. Dass man auch mit reiner Spekulation Positives simulieren kann, haben gerade Marcel Fratzscher und Simon Junker im Wochenbericht des DIW gezeigt. Sie haben berechnet, simuliert, um genau zu sein, und sind nach der Simulation der Ansicht, “dass die Gesellschaft die Kosten der Flüchtlingsintegration als Investition in die Zukunft begreifen sollte” (1086), da langfristig die Wirtschaftsleistung und das Pro-Kopf-Einkommen steigen wird und langfristig der “Nettobeitrag der Flüchtlingsmigration zur gesamtwirtschaftlichen Leistung positiv sein wird” (1087)

Das Ergebnis klingt plausibel und passt zu Befunden, wie sie die Migrationsforschung z.B. anhand der Zuwanderung in die USA reihenweise produziert hat.

Aber leider auch nicht mehr, denn Fratzscher und Junker leisten der Migrationsforschung mit ihrer Simulation einen Bärendienst.

DIW Integration FluechtlingeZunächst fehlt jeglicher Hinweis darauf, was die beiden eigentlich wie berechnet haben. Sie simulieren, so sagen sie, das muss reichen. Drei Szenarien sind es, ein Basisszenario, ein pessimistisches Szenario und ein optimistisches Szenario. Alle drei Szenarien basieren auf Annahmen (siehe Abbildung), die man plausibel finden kann, oder auch nicht. So gehen die Autoren z.B. davon aus, dass 73% der Flüchtlinge im erwerbsfähigen Alter sind und 80% davon, am Arbeitsmarkt partizipieren werden (im optimistischen Szenario gar 85%).

Angesichts einer Beschäftigtenquote der deutschen Bevölkerung, die irgendwo in der Gegend von 70% liegt, scheinen 80% Partizipationsquote für Migranten in jedem Fall etwas hoch gegriffen, selbst dann, wenn man in Rechnung stellt, dass die Flüchtlinge eher jung und überwiegend männlich sind. Vielleicht sind es ja alles neue Männer, die sich der Kindererziehung widmen wollen, anstelle sich einen Arbeitsplatz zu suchen?

Welche Kosten sich mit Flüchtlingen verbinden, das hängt auch von der Antwort auf die Frage ab, wie viele der 80% am Arbeitsmarkt Partizipationswilligen, die die Autoren angenommen haben, auch einen Arbeitsplatz finden. Hier nehmen Fratzscher und Junker an, dass nach 5 Jahren Aufenthalt 60% der Flüchtlinge arbeitslos sind (immer auf das Basisszenario bezogen) und nach 11 Jahren noch 30% der Flüchtlinge.

“Zudem”, so schreiben sie weiter, “dürfte das Qualifikationsniveau vieler Flüchtlinge auch in Zukunft vergleichsweise niedrig sein; anzunehmen ist daher, dass sie vor allem im Bereich geringqualifizierter Beschäftigung eine Anstellung finden (1085).”

Ein Schuss ins Dunkle, denn Fratzscher und Junker haben ebenso wenig wie sonst jemand auch nur die Spur einer Idee davon, welches Qualifikationsniveau die 160.000 Flüchtlinge aufweisen, die allein im September zugereist sind. Sie können nur spekulieren, und das tun sie dann auch.

Die Kostenseite des Zuzugs von Flüchtlingen wird durch 12.000 Euro pro Jahr und Flüchtling für Unterbringung, Integration und Versorgung der Flüchtlinge ergänzt. Warum 12.000 Euro? Warum nicht? 12.000 Euro sind ein Drittel des durchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommens der deutschen Bevölkerung und warum sollte man nicht Kosten in dieser Höhe annehmen? Hinzu kommen 7.200 Euro pro Jahr und Flüchtling, der arbeitslos ist und mit Hartz-IV unterhalten wird.

Bis hier haben wir weitgehend willkürliche Annahmen dazu, wie viele Flüchtlinge am Arbeitsmarkt partizipieren wollen, wie viele das können, mit welcher Qualifikation sie das tun und welche Kosten sich damit verbinden. Die Simulation bis hier, ist ein nettes Rechenspiel, dessen Ergebnis man als ebensolches Rechenspiel ansehen kann.

Nun wird es abenteuerlich. Fratzscher und Junker wollen zeigen, dass sich die Investitionen in Flüchtlinge rentieren, dass langfristig ein positiver Effekt auf den gesellschaftlichen Wohlstand davon ausgeht. Entsprechend ist es nunmehr notwendig, den Nutzen zu schätzen, und zwar so:

DIW Integration Fluechtlinge2“Auch die monetären Transfers, wie sie beispielsweise Asylbewerbern zufließen, deren Antrag bewilligt wurde, die aber keiner Beschäftigung nachgehen, führen zu zusätzlicher Konsumnachfrage. Diese wird teilweise durch höhere Importe bedient, kurbelt aber auch die heimische Wirtschaftsleistung an – was einen Multiplikator von kleiner als 1 bedeutet. Zudem erhöhen öffentliche Bauinvestitionen, die Wohnraum für Flüchtlinge schaffen, oder die sozialen Sachleistungen des Staates, die etwa für
die Versorgung der Flüchtlinge anfallen, in gleichem Ausmaß die Wirtschaftsleistung. Da mit einigen dieser Maßnahmen Einkommen für andere private Haushalte generiert werden, die wiederum die Nachfrage erhöhen, führen diese Ausgaben zu einem überproportionalen Anstieg der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage” (1085).

Es ist diese Art des Unsinns, die seriöse Wissenschaften und ökonomische Modelle in Misskredit bringt. Sie tut das deshalb, weil die heile Modellwelt an einer falschen Stelle ansetzt und so tut, als fiele das Geld, das als Transfer in die Taschen von Flüchtlingen gesteckt wird, vom Himmel, sei Mana, das nunmehr eingesetzt werden könne, um per Konsum gesellschaftlich Gutes zu tun.

Das Geld fällt aber nicht vom Himmel, es kommt aus den Taschen der Steuerzahler. Nehmen wir Steuerzahler Bäcker und Steuerzahler Maurer. Beider Abzüge summieren sich – sagen wir auf 100 Euro. Die 100 Euro werden an das Finanzamt Gier gezahlt, das wiederum 10 Euro von den 100 Euro abknappt, um den Beamten Gierling zu bezahlen. 10 Euro werden für Gebäude und Infrastruktur aufgewendet. Bleiben in unserem kleinen Gedankenexperiment 80 Euro übrig. Davon werden 40 Euro an die Flüchtlinge Syrien und Irak verteilt. Beide haben nun 20 Euro zur Verfügung, die sie, in unserem Modell für Essen (als einzige Konsumausgabe) aufwenden. Sagen wir, Bäcker ist der einzige, der die Nachfrage von Syrien und Irak befriedigen kann, dann kommen 40 Euro bei ihm an. Weitere 40 Euro werden eingesetzt, um Maurer mit dem Bau von Flüchtlingsunterkünften zu beauftragen. Entsprechend kommen von den 100 Euro, die Bäcker und Maurer an Steuern gezahlt haben, 80 Euro wieder bei Ihnen an, unter der Annahme, dass sie die einzigen Anbieter der entsprechenden Leistungen und Syrien und Irak keine anderen Bedürfnisse als die haben, die von Bäcker gedeckt werden. Wir können dieses Spiel Runde um Runde spielen, immer werden Bäcker und Maurer einen Verlust von 20% machen, so lange, bis Syrien und Irak aus eigenen Mitteln die Leistungen von Bäcker und Maurer nachfragen. Über die Konsumausgaben von Arbeitslosen, so zeigt sich, ist nun einmal keinerlei Mehrwert zu schaffen – auch wenn Linke dies standhaft behaupten und Karl Marx damit zum Verzweifeln gebracht hätten, denn nach seiner Ansicht beruht Mehrwert auf Arbeit und nicht auf Konsum.

Kurz: Die Arbeit von Fratzscher und Junker leistet ernsthaften Wissenschaftlern, die Modelle und Simulationen einsetzen, um konkrete und wohlbegründete Fragestellungen zu beantworten, einen Bärendienst, und sie leistet auch Flüchtlingen einen Bärendienst, indem sie etwas politisch Erwünschtes herbeizurechnen versucht.

Wir sind übrigens der Überzeugung, dass die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt, dann, wenn sie zu einer subsistenten und nicht durch den Staat subventionierten Existenz befähig, einen positiven Effekt auf die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands haben wird, aber um diesen Effekt zu erreichen, muss man Flüchtlinge in Arbeit bringen, nicht zu Transferempfängern machen, die man dann mit absurden Rechentricks zu Mehrwertstiftern umdeutet. Insofern ist abermals festzustellen, dass das Fehlen jeglicher verlässlicher Daten über das Qualifikationsniveau von Flüchtlingen eine Katastrophe ist.

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29 Responses to Simulation oder Manipulation: Flüchtlinge als “langfristig lohnende Investition”

  1. Pingback: [Kritische Wissenschaft] Simulation oder Manipulation: Flüchtlinge als “langfristig lohnende Investition”

  2. Wurde eigentlich irgendwo berücksichtigt, dass viele Ausländer (nicht nur “Flüchtlinge”, aber die ganz besonders) die ‘Angewohnheit’ haben, möglichst viel Geld in die alte Heimat zu transferieren, und dass dieses Geld für die hiesige Wirtschaft dann keinerlei Nachfrage generiert?

    • hgb says:

      Bingo! Aber vielleicht kaufen die dann von dem Geld VW´s. Oder Toyotas.

    • Mariele says:

      Ja und dafür müsste es sofort eine Steuer geben, denn dieses Geld ist für die hiesige Wirtschaft verloren – ebenso wie es ab sofort eine Steuer für all DIE Bereiche geben muss, die sich mit der “Not” der Flüchtlingsgeschichte ne goldene Nase verdienen, also IKEA, Unterkünfte, die pro Flüchtling 28 oder mehr Euro bekommen PRO TAG!!!, XXL, die Betten ohne Limit verkaufen etc. etc.
      ALLES was hier als Flüchtlings-Unternehmen irgendwelche Gelder einnimmt gehört besteuert und zwar nicht zu knapp.

  3. Manfred Michael Schwirske says:

    Der Einwand von Ebeling ist richtig. Der Beitrag von Sciencefiles erschöpft sich im letzten Satz. Wie allerdings Daten von Flüchtlingen erhoben werden könnten, deren Registrierung nicht einmal gelingt, wäre dann doch noch zu fragen.

    • Dass sich die Daten nur auf regstrierte Flüchtlinge beziehen, ist offensichtlich, auf wen sonst sollten Sie sich beziehen. Aber Sie dürfen gerne Daten über die nicht-registrierten Flüchtlinge beitragen. Ich bin schon gespannt.

      • Manfred Michael Schwirske says:

        Die staatliche Bürokratie versagt nahezu vollständig. Für die Mehrzahl der Flüchtlinge, die in 2015 angekommen sind, existiert kaum mehr als ein Name und ein Fingerabdruck. Ökonomische Modelle irgendwelcher Art und Qualität beziehen sich also auf eine nicht repräsentative Teilmenge von “Altfällen” von 2014 und früher. Seriöse Prognosen sind derzeit nicht möglich.

        • Woher haben Sie Ihre Erkenntnis? Wir haben übrigens Daten für Januar bis September 2015 und die registrierten Flüchtlinge, dass das nicht alle sind, hat niemand bestritten. Ist es nicht besser, zumindest die Daten zu nutzen, die man hat, anstelle vollkommener Mutmaßung?

          • Manfred Michael Schwirske says:

            Antwort auf die letzte Frage: es macht (wissenschaftstheoretisch) exakt gar keinen Sinn, nicht einschätzbare, also irrelevante Daten zu nutzen. Auch die Daten von Januar bis September sind unzuverlässig und vor allem unvollständig. Die bei der Registrierung erhobenen Daten lassen Einschätzungen bezüglich Schulbildung, Qualifikation usw. nicht zu. Aus Projekten zur Arbeitsmarktintegration in den Jahren 2008 bis 2015 gewonnenen Erkenntnisse zeigen auf, dass individuelle Bildungs- und Ausbildungsmassnahmen auf im Einzelfall erst aufwändig zu erhebende Daten angewiesen sind. Diese liegen ansonsten nicht vor.
            Was im übrigen meine Quellen angeht: es handelt sich nicht um wissenschaftliche Aussagen, sondern um ein in der Praxis entstandenes Wissen, das von den erfahrenen Akteuren gewonnen und geteilt wird. Im aktuellen Einwanderungsgeschehen ist Wissenschaft weitestgehend abwesend. Und die Welt bewegt sich doch.

            • Auf welche Wissenschaftstheorie beziehen Sie sich. Die, die ich kenne und studiert habe, die geht gerade davon aus, dass man alle Daten nutzen muss, die man hat, denn Wissenschaft besteht darin, Pflöcke in einen Sumpf zu schlagen. Schönes Bild, nicht? Leider nicht von mir, sondern von Popper. Ich weiß auch nicht, welchen Kreuzzug Sie hier führen wollen. Was stört Sie an den vorhandenen Daten? Dass Sie mutmaßen, die Daten sind nicht korrekt. Wenn Sie das mutmaßen, auf welcher Grundlage mutmaßen Sie es? Eigentlich können Sie das nur sagen, wenn Sie bessere Daten zur Verfügung haben, was dann aber ihre Aussage, dass es keine verlässliche Daten gibt, ad absurdum führt. Was nicht geht, ist auf Grundlage von Nullwissen zu behaupten, Daten, die andere veröffentlichen seien falsch.
              Also ist es nun an Ihnen, Ihre besseren Daten zu präsentieren.

              Bei dem von ihnen angedeuteten Praxiswissen, das nur Ihnen zugänglich zu sein scheint, handelt es sich wohl um Anekdoten, was ihre Aussagen leider zu Übergeneralisierungen, die man in der Logik unter dem Fehlschluss der voreiligen Verallgemeinerung fasst, macht.

              Insofern weiß ich nicht so richtig, was Sie wollen? Wollen Sie uns zum richtigen, also ihrem Glauben bekehren und setzt dieser Glaube voraus, dass man vorhandenen Daten abschwört und sie durch den Glauben an Ihre Daten, die Sie nicht bekanntgeben, ersetzt?

              • Manfred Michael Schwirske says:

                Sie werden die Pflöcke um einiges tiefer treiben müssen. Wie Popper so schön sagt. Was die Herkunft von Praxiswissen angeht: das ist eine schwierige Frage. Aber folgt daraus, dass Praktiker zu Fehlschlüssen und Anekdoten neigen? Praxis folgt ich (nur) wissenschaftlichen, sondern sehr eigenen Regeln.
                Welche Wissenschaftstheorie? So tief müssen wir nicht einsteigen: Ihre Argumentation ist nicht plausibel. Denn, wenig verlässliche Daten müssten mindestens gewichtet werden können, wenn irgendeine Erkenntnis abgeleitet werden soll. Nicht jedes Datum taugt zu Erkenntnis, nicht jedes ist verwendbar. Manchmal reichts nicht mal für Vermutungen. Manchmal hat man gar nichts. Nämlich hier und jetzt.

                • Herr Schwirske,
                  meinen Sie wirklich, Sie könnten mit mir eine wissenschaftstheoretische Grundlagendiskussion führen? Was soll das? Natürlich sind Angaben von Praktikern weitgehend wertlos oder wollen Sie behaupten, die begrenzte Einsicht, die ein Praktiker hat, sei generalisierbar, wenn ja, dann widersprechen Sie sich hier gerade selbst, denn Sie fordern doch eine Gewichtung der Daten, die man im übrigen genau dann vornehmen muss, wenn man den Anschein von Repräsentativität vorgaukeln will, was offensichtlich immer noch erfolgreich möglich ist. Also überlegen Sie sich bitte in Zukunft zweimal, mit wem Sie es hier zu tun haben, bevor Sie mir unverdaute und angelernte oder von Dritten gehörte Brocken vor die Füße werfen.

                  Im übrigen hat Popper nie etwas von Pflöcken, die man “tiefer treiben müsse” geschrieben.

                • @ … Schwirske

                  Entschuldigen Sie,

                  – aber wenn ich solche Ansammlungen von unzusammenhängenden Formeln lese wie “Pflöcke tiefer treiben” und “sehr eigenen Regeln” und “welche Wissenschaftstheorie?”,

                  dann habe ich den Eindruck, dass ich es mit einem Studenten zu tun habe, der in einer Vorlesung mit zu hohem Tempo und zu geringer Qualität einem Durchmarsch durch tatsächlich oder vermeintlich wissenschaftstheoretisch relevante Theorien oder auch nur Ideen hindurchgetrieben wurde, und der jetzt vor diesem bunten Salat steht und keine Möglichkeit findet, das alles irgendwie zu ordnen.

                  Wenn dieser Eindruck zutreffen sollte, wären Sie wenigstens irgendwie entschuldigt.

                  Wie auch immer:

                  Konstruktivismus als Synonym für “das ist alles wirr, ich weiß auch nicht, und deshalb lasse ich alles als gleichwertig zu oder einfach nichts als sinnvoll zu und versinke im Nirvana” ist jedenfalls nicht die Lösung für irgendein Problem, das Sie oder ich oder sonst jemand haben könnte, der sich in seiner Welt orientieren und vernünftig in ihr handeln will.

                  Versuchen Sie, aus der Phase der Verwirrung in die Phase der Orientierung vorzuschreiten, damit Sie von dort aus zu konstruktiven Lösungen finden können.

                  Und wenn Sie UNS fragen: “Welche Wissenschaftstheorie”, dann kann unser Grundsatzprogramm auf diese Frage schon eine ganz gute Antwort geben!

                  • Manfred Michael Schwirske says:

                    Ihr Grundsatzprogramm ist gut. Ich teile ihren Ansatz. Im übrigen haben Sie mich völlig missverstanden.

            • … meine Güte, Sie haben doch von Wissenschaftstheorie überhaupt keine Ahnung; sonst könnten Sie doch nicht so einen Unsinn verzapfen!

              Sie sind sich ja nicht einmal bewusst, was man durch Sprache logisch korrekt ausdrücken kann und was nicht, wie Ihre Formulierung: “exakt gar keinen” zeigt.

              Aber das könnte man vielleicht noch als sprachliches Unvermögen durchgehen lassen.

              Aber wenn ich so etwas höre wie “nicht einschätzbare, also irrelevante Daten”, dann frage ich mich, ob hier überhaupt die Grundlagen von Forschung verstanden worden sind.

              Welche “Daten” sind denn wann “einschätzbar”? Selbst dann, wenn Sie eine (vermeintliche) Vollerhebung haben, fehlen irgendwelche Daten – und sei es nur, weil einem Sachbearbeiter ein maschinenlesbaren Fragebogen unter den Schreibtisch gefallen ist.

              Und wenn jemand meint, sein “in der Praxis entstandenes Wissen” sei “Wissen” und nicht bloß die Ansammlung persönlicher Erfahrungen und Interpretationen, und “nicht einschätzbare[n] Daten” überlegen, dann verschlägt es mir angesichts von so viel Unkenntnis die Sprache.

              Bleibt also nur zu fragen:

              Was sollen denn diese Versuche, die Gewinnung von Erkenntnis mit allen Mitteln zu verhindern, indem man irgendwelche völlig übersteigerten Forderungen formuliert?

              Was soll das, besonders dann, wenn man selbst nur hinter einer Rüstung verkleidet huldvoll vom Pferd gelehnt dem Fußvolk seine Unzulänglichkeiten predigt, aber selbst noch nie eine einzige konstruktive Idee vorbringen konnte, geschweige denn, sie umgesetzt hat?

              Da es sicherlich hier nicht um die Sache, also den ernsthaften Versuch, erkenntnisse zu gewinnen, geht – worum geht es hier wirklich?

        • … und wieder keine eigene Idee bei Schwirske am Horizont zu erkennen darüber, wie man dem Mißstand abhelfen kann, nicht einmal im Ansatz – also machen wir die Ideen und kleinen Schritte, die andere in Richtung Abhilfe des Mißstandes machen wollen, madig.

          Das halte ich für eine sehr, sehr schwache Form der Kompensation eigener Mängel!

          Außerdem zeigt Schwirske in seinem Kommentar, dass er den Fragebogen nicht gelesen oder verstanden hat, denn er enthält die Frage: “Wann sind Sie nach Deutschland gekommen?”

          Ich habe das deutliche Gefühl, dass Schwirske eine so große Angst davor hat, dass Daten eine Realität beschreiben könnten, die er nicht mag, oder überhaupt Realität beschreiben könnte, während er sich seine höchstpersönliche Welt zimmert, dass er einfach mit Händen und Füßen nach allem zu schlagen und zu treten versucht, was droht, tatsächlich Antworten auf Fragen zu geben, und seien es auch nur Teilantworten!

          Wodurch ist diese übergroße Angst vor Daten und vor der Realität begründet?

    • @ … Schwirske

      Ihr Kommentar erschöpft sich in der völlig sinnlosen Haltung:

      Wenn man etwas nicht perfekt machen kann, macht man am besten gar nichts!

      Statt selbst Ideen zu entwicklen oder bessere Vorschläge als die von Ihnen für mangelhaft befundenen zu machen, können Sie bloß herumnorgeln!

      Das braucht aber niemand, und Deutschland am allerwenigsten!

      Also tun Sie doch einmal etwas für sich, Ihre Mitmenschen und uns; machen Sie doch etwas Konstruktives – ewenn Sie können!

      • Manfred Michael Schwirske says:

        Ich arbeite (nebenbei) seit 2004 an Projekten zur Integration von Flüchtlingen mit. Grundlagen hierzu wurden erst seit der Novellierung des Zuwanderungsgesetzes geschaffen und ausgeweitet (Aufenthaltstitel für Flüchtlinge in Kettenduldung). In diesem Zusammenhang wurden auch Daten erhoben und publiziert. Die Projekte wurden evaluiert, mit unterschiedlichen, teils sehr guten Erfolgen; sie wurden seit 2013 indessen zunehmend liquidiert.

  4. Th. Körner says:

    Am ende werden wir uns alle gegenseitig die Haare schneiden, bis kein Geld mehr da ist.

  5. Pingback: Simulation oder Manipulation: Flüchtlinge als “langfristig lohnende Investition” | psychosputnik

  6. Das heisst wenn Deutschland in Afghanistan das Sagen haette, wuerde dort “eine bluehende Landschaft” zustandekommen und Afghanen wuerden wie Westeuropeaer leben ……..oder ?

  7. gunst01 says:

    Das Ergebnis der Beschäftigung wird ausehen wie in Singapore: Löhne weit unter dem Mindeststandart, was zu einer weiteren Verschärfung des Rentenproblems beitragen wird. Insofern sind solche Modelle wie der Wetterbericht in 30 Tagen zu bewerten.

  8. Greenhoop says:

    Schade, dass der ansonsten gute Artikel auf halber Strecke endet und mehr Fragen offen läßt, als er beantwortet. So hätte ich mir mindestens 2 Stränge vorgestellt, die den weiteren Verlauf prognostiziert und den eingeborenen Schuldgeldsklaven aufgezeigt hätten, wohin die Reise gehen wird. Lassen wir die religiösen und ethnischen Probleme einmal ausser Acht und konzentrieren uns zunächst auf die pekuniären Auswirkungen für die nächsten Jahre, so ist mit erheblichen Transfers zu rechnen, bereits wurden deutliche Erhöhungen für die Sozialversicherungsbeiträge (AV, KV, RV), sowie Verbrauchssteuern angekündigt. So haben unsere Nachbarn aus Österreich vor kurzem für 130.000 Flüchtlinge ca. 14 Milliarden Euro (nur 2016) prognostiziert, was somit in Deutschland bei – vorsichtig geschätzt – be 100 Mrd. Euro liegen dürfte. Heute hat man nun die Katze aus dem Sack gelassen (was natürlich schon vorher klar war), dass sich die “Flüchtlingszahlen” bis 2017 auf mehr als 3 Mio für Europa erhöhen dürfte. Nehmen wir an, Deutschland nähme nochmals 1 Millionen Menschen auf…ich muss wohl nicht weiter rechnen.

    …ich hatte oben von mindestens 2 Strängen gesprochen, die gibt es aber gar nicht, denn der 1. Weg wird unweigerlich zum Zusammenbruch des Sozialstaates führen, was ja in Wirklichkeit auch eines der Ziele der Globalisten ist. Das Chaos muss perfektioniert werden, nur so lässt sich eine Abstimmung über eine Verfassung erzwingen, die Ewigkeitsklausel Artikel 79 in Verb. mit 20 entfernen – et voila, der Weg in die Vereinigten Staaten von Europa wäre frei. Genau diesen Wunsch hatte Schäuble bereits 2011 in Frankfurt geäussert und Merkel setzt die Pläne als oberste Erfüllungsgehilfin um.

  9. hgb says:

    “Sagen wir, Bäcker ist der einzige, der die Nachfrage von Syrien und Irak befriedigen kann, dann kommen 40 Euro bei ihm an. Weitere 40 Euro werden eingesetzt, um Maurer mit dem Bau von Flüchtlingsunterkünften zu beauftragen. Entsprechend kommen von den 100 Euro, die Bäcker und Maurer an Steuern gezahlt haben, 80 Euro wieder bei Ihnen an.”

    Das stimmt nicht ganz, denn da gibt es die Mehrwertsteuer; d.h. von den je 40 € muss der Bäcker noch 7% und der Maurer 19% an Gier abführen, dementsprechend stehen ihnen zusammen sogar nur 69,60 € erneut zur Verfügung.

    “als fiele das Geld, das als Transfer in die Taschen von Flüchtlingen gesteckt wird, vom Himmel, ”
    Das ist das Münchhausen-Prinzip: Man zieht sich am eigenen Schopf aus dem Sumpf. Wie erfolgreich das geht, kann jeder selbst ausprobieren (auch ohne Sumpf). Aber bei Münchhausen hat es ja funktioniert, also weiter hoffen. Ist vielleicht auch die Methode der EZB.

    “Wir sind übrigens der Überzeugung, dass die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt, dann, wenn sie zu einer subsistenten und nicht durch den Staat subventionierten Existenz befähigt, einen positiven Effekt auf die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands haben wird, aber um diesen Effekt zu erreichen, muss man Flüchtlinge in Arbeit bringen,..”

    Eine in diesem Sinne erfolgreiche Integration von Flüchtlingen war die Einreisewelle der damals als “Gastarbeiter” bezeichneten Flüchtlinge aus hauptsächlich Italien in den 50er Jahren, die definitiv einen positiven Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung hatte.

    Voraussetzung ist aber, daß ich bezahlbare Arbeit habe und anbieten kann. Nach Parkinson kann ich nur in der Verwaltung beliebig viele Stellen schaffen ( 1 neues Formular und in 5 Jahren ist damit ein neues Ministerium geschaffen), jedoch nicht in der Wirtschaft, wie jetzt Mitarbeiter in etlichen Firmen wieder erleben dürfen. Aber vielleicht stimmen solche Überlegungen alle nicht mehr in Zeiten, in denen Geld in beliebiger Höhe gedruckt werden kann.

    Last not least:

    Die Autoren der Studie weisen darauf hin, daß ” Gelingt die Integration in den Arbeitsmarkt, werden die anfänglichen Ausgaben zu einer Investition in die Zukunft”. Das heisst, gelingt die Integration nicht (sei es auch nur, daß die Flüchtlinge weiter flüchten), dann bleiben die Ausgaben Ausgaben und sind keine Investition sondern cash out.

    Weiterhin wird ständig betont: “langfristig”. Dazu kann ich nur Keynes zitieren: “Langfristig sind wir alle tot.” Langfristige Prognosen wurden deshalb manchmal als Erfolg verkauft, da aufgrund der Langfristigkeit die eigentliche Prognose vergessen ward oder bedeutungslos wurde.

    Der Satz: “Morgen gibt es Freibier” gilt jeden Tag aufs Neue und kostet mich nichts. Es gibt aber auch kein Bier.

    Was mich auch stört an solchen Studien, die vom gewünschtem Ergebnis her aufgebaut werden, ist der fehlende Bezug zu jeglicher Basis (s. Beitrag SF zu Daten) als auch eine bestimmt mögliche Auseinandersetzung mit vorliegenden Daten aus Ländern und Regionen, in denen Einwanderung erfolgt ist und deren Geschichte, Entwicklung und Auswirkungen zugänglich und bekannt sind s.o. z.B. Gastarbeiter).

    Ausserdem, wenn ich Flüchtlinge als Investition und als wohlstandsfördernd verkaufe, dann befürworte ich auch die Erzeugung von Flüchtlingen, und dies halte ich nicht für menschenwürdig.

  10. Jurij says:

    Soweit ich den Interpretationen von Prof. Sinn in der FAZ entnehmen kann, hält er zusammengefaßt die bisherige Migration in Deutschland für ein Negativgeschäft. Siehe auch http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/ifo-chef-sinn-migration-ist-verlustgeschaeft-fuer-deutschland-13344263.html
    Nun kann es andere Auswertungen geben, die zu anderen Schlüssen komme, was ich nicht in Abrede stelle. Trotzdem sollte man nicht blauäugig darüber hinweggehen, daß Einwanderung nicht immer ein ökonomischer Gewinn sein muß. Außerdem hat der gegenwärtige Zustand wirklich nichts mit einer geregelten Einwanderung etwa nach der Art von Kanada oder Australien zu tun. Auch sollte man erwägen, daß bespielsweise die Einwanderung in den USA lange Zeit auf völlig anderen Prämissen beruhte, als die Migration nach Europa heutzutage. Die USA kannten vor 100 Jahren kaum einen Sozialstaat (hat sich mittlerweile auch geändert, wenn er auch nicht 1:1 dem europäischen Niveau entspricht) und das Land war extrem dünn besiedelt. Hinzu kamen die generelle Absorptionsfähigkeit einer wachsenden Industrie, die auch für angelernte Arbeitskräfte offen stand. Milton Friedman hat ja auch auf den Widerspruch zwischen offenen Grenzen und einem existierenden Sozialstaat (auch in den USA) hingewiesen. Hinzu kommt auch, wie Herr Klein ausgeführt hat, daß Unwissen um das Qualifikationsniveau. Gunnar Heinsohn hat allerdings nicht umsonst darauf hingewiesen, daß es auf der Welt nicht genug frei verfügbare Hochqualifizierte gibt, um die Wünsche aller Industrieländer zu decken. Sollte die Entwicklung eher zu einer Auswanderung einheimischer Kräfte führen, wäre dies sogar kontraproduktiv. Meine Conclusio allein aus wirtschaftlicher Sicht ist, daß hier mit Variablen gespielt wird, um in jeden Fall ein positives Ergebnis zu erzielen.
    Aber wie Dudinzew schreibt, der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Ökonomische Vorteile und Erwägungen müssen nicht ausschlaggebend, oder allein entscheidend sein. Man kann großen Humanismus oder der Aufrechtungerhaltung einer nationalen Kohäsion größeren Wert zumessen und bereit sein, auch wirtschaftliche Nachteile, bzw. geringeres Wachstum zu ertragen. Diese Abwägung zwischen monetären und nichtmonetären Nutzen trifft auch jede Einzelperson.

  11. Pingback: News 05.11. 2015 | Krisenfrei

  12. Wolfgang Lynen says:

    Ich habe mir mal kurz die Mühe gemacht, die XLS-Datei der DIW-Studie herunterzuladen und die Annahmen und Berechnungen etwas genauer zu betrachten. Viele der Annahmen finde ich plausibel, auch wenn einzelne Werte spekulativ sind, aber das halte ich erst mal für akzeptabel, da es sich ja um eine Simulation handelt.

    ABER – mir scheint in der Berechnung ein prinzipielles Problem vorzuliegen. Ich vermute, dass die Autoren die für die Aufnahme und Integration der Migranten benötigten INVESTITIONEN VERGESSEN haben. Ich meine damit die Investitionen in Wohnraum, Arbeitsplätze und Infrastruktur, die notwendig sind, um die Migranten zu integrieren. Schließlich müssen alle diese Menschen akzeptabel wohnen (es muss also viel Wohnraum gebaut werden, denn Turnhallen und Zelte sind keine Dauerlösung), es müssen Arbeitsplätze für sie zur Verfügung gestellt werden (und zwar Fabriken und Maschinen, denn mit einer Schaufel alleine kann man keinen Mehrwert schaffen), und es muss die Infrastruktur erweitert werden (denn die Menschen benötigen Schulen, Verkehrsmittel, Kraftwerke und Kläranlagen usw.). Man kann sich das so vorstellen, dass man für eine Million Zuwanderer praktisch eine Stadt wie Frankfurt neu bauen muss, mit allem was dazugehört – natürlich nicht in kurzer Zeit, aber eben doch innerhalb der Frist, in der die Integration erfolgreich abgeschlossen sein soll.

    Den Beweis, dass die XLS-Berechnung diesen entscheidenden Kostenblock völlig ignoriert, kann man ganz einfach dadurch führen, indem man in der Tabelle mal als Experiment mit absurd hohen Migrantenzahlen rechnet. Dazu fügt man einfach in den Feldern D5 bis D10 sehr hohe Zahlen von Migranten ein und betrachtet dann die Ergebnisse. Das Resultat ist, dass sich selbst bei absurd hohen Zahlen von Migranten dennoch keine wesentliche Änderung der Break-Even-Punkte ergibt. Als Beispiel: Selbst wenn die 100-fache Personenzahl käme, also 15 Mio im ersten Jahr usw., dann würde sich das nach der DIW-XLS-Berechnung dennoch nach 2 bis 10 Jahren (je nach Szenario) “rechnen”, d.h. der Break-Even-Punkt aus Kosten und Nutzen wäre erreicht.

    Meine Interpretation und Schlussfolgerung: In der Studie werden zwar die laufenden Kosten für Unterbringung, Versorgung und Sozialhilfe etc. berücksichtigt. Aber es scheinen die Kosten für die erforderlichen Investitionen nicht berücksichtigt zu sein, die getätigt werden müssen, um die Migranten zu integrieren, um also dafür zu sorgen, dass adäquater Wohnraum überhaupt erst zur Verfügung gestellt werden kann, dass die geforderten Arbeitsplätze im industriellen Bereich überhaupt erst mal geschaffen werden, und dass die für die zusätzlichen Mitbürger benötigte Infrastruktur ausgebaut werden kann.

    Falls meine Einwände zutreffen, dann hoffe ich, dass das DIW die Mängel der Studie erkennt und korrigiert, und ich hoffe, dass die Presse die korrigierten Ergebnisse veröffentlicht. Sehr schade finde ich, dass viele Medien die Studie einfach kritiklos übernommen und publiziert haben, und dadurch ein verzerrtes Bild der Kosten erzeugt haben, die auf uns Bürger zukommen.

    Aus humanitären Gründen erscheint die Aufnahme der Flüchtlinge zwingend zu sein. Aber wenn man versucht, die Migration der Bevölkerung als wirtschaftlichen Benefit zu verkaufen, dann sollte man versuchen, bei der Wahrheit zu bleiben und alle Faktoren zu berücksichtigen, die für eine volkswirtschaftliche Berechnung relevant sind.

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