Politischer Nachwuchs: Von Irren und Lügnern

Wir haben es wieder mit der Kultur, mit der politischen Kultur. Studenten der Politikwissenschaft, dann, wenn sie politische Soziologie belegen, kennen den Begriff der Politischen Kultur zur Genüge als die Beschreibung der Bedingungen, in die ein politisches System eingebettet ist und von denen sein Erfolg letztlich abhängt.

civic cultureDer Begriff “politische Kultur” ist als solcher wertneutral. Eine Demokratie sollte in eine zivile Kultur eingebettet sein, deren wichtigstes Moment darin besteht, dass sich Bürger in die Politik einmischen, eine Diktatur funktioniert in einer parochialen politische Kultur am besten, bei der sich die Bürger des Politischen kaum bewusst sind.

Der Begriff “politische Kultur” umfasst auch eine Anzahl von Werten und Verhaltensnormen. In demokratischen Systemen sind die Werte in Grundrechten formuliert und Verhaltensnormen richten sich, zuweilen ausgehend von Grundwerten, an Bürger und politische Akteure gleichermaßen: Das Grundrecht der Meinungsfreiheit führt z.B. zur Verhaltensnorm, die Meinungen anderer nicht nur zuzulassen, sondern auch zu akzeptieren.

Verhaltsnormen leiten sich darüber hinaus aus dem normalen menschlichen Miteinander, der Ethik des Umgangs miteinander ab, die für politische Akteure in besonderer Weise gilt. Von ihnen, die im politischen Prozess nicht nur teilhaben wollen, sondern Dritte vertreten wollen, werden so archaische Prinzipien wie Ehrlichkeit, Offenheit, Rechtschaffenheit verlangt und im Hinblick auf die Fähigkeit, ihre politische Tätigkeit auch auszuüben, wird Kompetent und Intelligenz von ihnen verlangt.

In Deutschland bröckelt die politische Ethik auf breiter Front und an allen Ecken und Enden.

So haben die Hamburger Grünen  einen stellvertretenden Vorstand, Michael Gwosdz, und der gibt Folgendes von sich:

“Als Mann weiß ich, jeder noch so gut erzogene und tolerante Mann ist ein potenzieller Vergewaltiger. Auch ich. Wir Männer müssen uns dessen bewusst sein – nur dann sind wir auch in der Lage, erkennen zu können, wenn sexuelle Gewalt und Nötigung beginnt. (…) Wer das nicht für sich selbst akzeptiert, wird mit dem Erkennen von Grenzen Schwierigkeiten haben.”

x-y-chromosome (1)
Potentielle Vergewaltiger?

Erschreckend. Da sagt einer nicht nur, dass er ein Penis und nicht mehr als ein Penis ist, ein XY-Chromosom, das über nichts anderes als das Bewusstsein seines Penis verfügt. Er sagt auch, dass dieses Bewusstsein, bei allen anderen in identischer Weise vorhanden ist. Sie alle sind wie er auf dieses einzige monumentale Merkmale reduziert: Sie sind Penis und nichts anderes. Ihr Kopf ist nur Layout und aus ästhetischen Gründen vorhanden. Ein Gehirn beherbergt dieser Kopf nicht, denn alles Denken, es findet sich im Penis.

Dort ist das Zentrum der Welt, zumindest für Gwosdz, der, seiner Anstellung bei der Diakonie in Hamburg entsprechend, bekehrend unterwegs ist. Er, dem sein Penis die Erkenntnis vermittelt hat, dass er ein potentieller Vergewaltiger ist, er missioniert all die anderen Männer, denen er unterstellt, sie seien wie er, Penis-fixiert und unfähig, anders als in XY-chromatischer Weise zu denken.

Wie man auf eine derart irre Sichtweise der Welt kommen kann, ist uns nicht nachvollziehbar und hat bei uns zu erheblichen Zweifeln dahingehend geführt, dass Menschen, selbst Michael Gwosdz, aufgrund ihrer Ausstattung mit einem Gehirn potentielle Denkfähige sind, die sinnvolle Gedanken formulieren und ausdrücken können.

Vielleicht ist der Kopf bei manchen wirklich nur aus Gründen des Layout vorhanden?

Während bei den Grünen Personen unterwegs sind, die ihre Pubertät noch nicht überwunden haben und entsprechend der Ansicht sind, Sexualität sei der Kern, der die Welt im Innersten zusammenhält, finden sich bei der Linken nach aller polizeilichen Ermittlungskunst Lügner, die nicht nur dumm, sondern strafrechtlich relevant lügen:

“Die Empörung war groß. Von einem Mordanschlag war die Rede. Von einer feigen Tat. Und von mehreren Neonazis, die den 18-jährigen Linken-Politiker Julian Kinzel vor einer Woche in Wismar mit mehreren Messerstichen verletzt haben sollen. “Er wurde von drei Neonazis unvermittelt niedergeschlagen und als ‘schwule Kommunistensau’ bezeichnet”, schrieben Kinzels Parteifreunde der linken Jugendorganisation “solid” vor wenigen Tagen auf ihrer Internetseite.”

Und jetzt?
Alles Lüge:

“Inzwischen ist klar: An der Schilderung Kinzels gibt es erhebliche Zweifel. Seine Verletzungen stimmten nicht mit dem von ihm geschilderten Tathergang überein, heißt es bei der Staatsanwaltschaft Schwerin. Die Ermittler gehen davon aus, dass sich Kinzel seine Verletzungen selbst zugefügt hat. “Die Staatsanwaltschaft hat daher gegen den Anzeigenerstatter ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Vortäuschung einer Straftat eingeleitet”, sagt Stefan Urbanek, Sprecher der Staatsanwaltschaft Schwerin.”

Und was sagt man bei der Linken, wo man keinerlei Probleme damit hatte, den Helden Kinzel zu feiern und die Nazis, die einen Anschlag auf ihn verübt haben, vorzuverurteilen, noch ehe das Ermittlungsverfahren überhaupt angelaufen war:

“Die Linke hat sich auf die Anfrage des ZDF bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert. Im Tagesspiegel warnte eine Parteisprecherin davor, vor Ablauf der Ermittlungen voreilige Schlüsse zu ziehen.”

Und warum soll man Kinzel in den Genuss von Grundrechten kommen lassen und keine voreiligen Schlüssen ziehen, wenn seine Partei kein Problem damit hat, voreilige Schlüsse über erfundene Täter zu ziehen?

Nuts in BedlamDie beiden Beispiele zeigen, dass es mit der politischen Kultur in Deutschland massiv im Argen liegt. Ein stellvertretender Vorstand der Hamburger Grünen, der wirre Ideen hat, in denen er sich wohl gerne einbildet, größter Vergewaltiger aller Zeiten (GröVaz) zu sein, überträgt sein schlechtes Gewissen, ob dieser hanebüchen dummen Phantasien eben einmal auf alle Männer, auf seinen Vater, seinen Bischoff, den Vorsitzenden der SPD und erklärt sie in Bausch und Bogen für ebenso krank wie er wohl der Ansicht ist, selbst zu sein.

Ein Nachwuchs-Linker nutzt die Gunst der rechtsphobischen Stunde, um sich zum Helden zu stilisieren, der einen Angriff Rechtstextremer erfolgreich abgewehrt habe.

Beide Personen, sie sind eigentlich ein Fall für den Psychiater, der vielleicht etwas dagegen tun kann, dass sie mit sich nicht zufrieden sind und erhebliche Probleme mit ihrer nicht entwickelten Identität und fehlenden Maturität haben. Aber beide Personen sind nicht beim Psychiater und auch nicht Gegenstand entsprechender Erörterungen in medizinischen Fachzeitschriften. Sie sind Politiker, politischer Nachwuchs stehen in der Öffentlichkeit, finden Widerhall in Medien.

Und deshalb ist die politische Kultur in Deutschland in einer Talsohle. Das Auswahlsystem für politische Akteure funktioniert nicht mehr. Nicht mehr Kompetenz und Zumutbarkeit scheinen die Auswahl zu steuern, sondern deren jeweiliges Gegenteil.

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