Die LINKE feiert einen Massenmörder

Kaum ein Monat vergeht, in dem die LINKE im Bundestag keine Anfrage an die Bundesregierung richtet, um ihrer Sorge um rechtsextreme Gewalt und vor allem, um deren Opfer auszudrücken. Der LINKE liegen die Menschen am Herzen, sofern sie Opfer rechter Gewalt werden. Bei linker Gewalt sieht das schon anders aus. Die Opfer linker Gewalt, sie kommen in der rosaroten Kommune nicht vor.

Wer in den 1950er oder 1960er Jahren geboren ist, der ist mit Fidel aufgewachsen und natürlich mit Che. Fidel, der Zigarrenliebhaber, der den USA Paroli geboten und die Welt an den Rande eines Dritten Weltkriegs manövriert hat. Fidel, der seine Revolution nach ihrem Erfolg zu einer marxistisch-leninistischen Revolution erklärt hat, und Gegner seiner Politik gerne vor eine Reihe von Gewehren hat stellen und erschießen lassen. Wo gehobelt wird, da fallen eben Späne, so denkt man als junger Mensch, und dann wird man erwachsen und entwickelt eine Moral, eine Moral die sagt, dass man selbst auch nicht gerne auf der falschen Seite von Gewehrläufen stehen will, und es deshalb nicht unbedingt das Mittel der Wahl ist, wenn es darum geht, seine politische Überzeugung durchzusetzen.

Man wird erwachsen und sieht Fidel als das, was er ist, ein Staatsmann mit Blut an den Händen, einen Massenmörder, der denen, die in Den Haag verhandelt werden, in nicht viel nachsteht.

Nur bei der LINKE wird man entweder nicht erwachsen oder bei der LINKE ist man der Ansicht, dass der Kampf für linke Werte es rechtfertigt, Menschen umzubringen, Massen davon, rund 100.000, so die derzeitige Schätzung der Toten, die Fidel Castro’s Regime zu verantworten hat, die meisten davon sind auf der Flucht umgekommen, viele Tausend auf Anordnung von Castro exekutiert worden.

fidels-tote

Dass Fidel Castro ein Massenmörder war, kann man also getrost als Tatsache ansehen. Selbst unter den restriktiven Annahmen des Cuba Archive Project, das nur Tote sammelt, die von zwei unabhängigen Quellen als Opfer des Regimes bestätigt wurden, ist er das: 9,240 bestätigte Regime-Opfer haben die Mitarbeiter der Initiative in den wenigen Jahren ihrer Existenz bereits namentlich erfasst und unabhängig bestätigt. Das reicht für das Prädikat „Massenmörder“.

cubasiUnd es reicht dazu, um von der LINKE gefeiert zu werden, denn wie allen Linken, so geht es auch der LINKE ganz offensichtlich nicht um Menschen, sondern darum, ihr politisches Regime durchzusetzen, ob dabei ein paar oder ein paar Tausend Menschen ins Gras beißen, ist schlicht irrelevant.

„Danke ,Fidel für Dein Lebenswerk“, so prangt es auf der Seite von Cuba, si, einer Arbeitsgemeinschaft innerhalb der Partei der LINKE, die sich für „materielle Solidarität mit dem sozialistischen Kuba“ einsetzt, also nicht mit den Menschen, die in Kuba leben. Der Parteivorstand der LINKE macht aus Fidel gleich einen Vorkämpfer für die flächendeckende Gesundheitsversorgung und für eine bessere Welt.

linke-castro“Eine bessere Welt ohne Ausbeutung und Unterdrückung ist möglich! Das war die feste Überzeugung von Fidel Castro. Viele junge Menschen sind in den 1960er Jahren vom Enthusiasmus der kubanischen Revolution inspiriert worden, gerade in ihrer Auseinandersetzung mit dem übermächtigen US-Imperium.
Die kubanische Revolution befreite Kuba von einer blutigen Diktatur unter Fulgencio Batista, die über 30.000 Menschen getötet hatte. Kuba war zuvor ein Ort, an dem die US-Mafia ein- und ausging. Großgrundbesitz, oft in Händen von US-Amerikanern, beutete die Landarbeiter maßlos aus. Schwarze waren einem System des Rassismus unterworfen. Nie bekam die Landbevölkerung einen Arzt zu sehen und die Rate der Analphabeten überstieg die 70 Prozent.

Sicherlich hat Fidel eine bessere Welt für die, die sein Regime überlebt und in seinen Nutznießernetzwerken eingebunden waren, geschaffen. Für all diejenigen, die ihm zum Opfer gefallen sind, offenkundig nicht. Das vergisst man bei der LINKE, die sich wieder unter der Rhetorik des Arbeiter- und Bauernstaates versammelt hat, gewürzt mit einer militanten Form des Anti-Amerikanismus. Früher hätten wir gedacht, es ist erschreckend, wie leicht es linken Parteischergen gelingt, selbst einen Massenmörder wie Fidel heilig zu sprechen, heute finden wir es nicht mehr erschreckend, sondern bezeichnend, bezeichnend für die Anhänger einer politischen Lehre, die über Leichen geht, wenn es darum geht, die „bessere Welt“ [für die, die linke Herrschaft überlegen], also das, was Linke dafür halten, zu schaffen. Entsprechend kann man nicht mehr erschrecken, sondern sich nur noch angewidert, ob dieser inhumanen und menschenfeindlichen Haltung abwenden.


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Die Arbeitswelt: Unbekannte Weiten für LINKE

Bei ScienceFiles haben wir, unter anderem zwei Maximen:

1. Was jemand von etwas weiß, kann man auf Basis der Irrtümer erschließen, die er begeht, wenn er über dieses „etwas“ redet.
2. Themen, die in einer Gesellschaft besonders brisant sind, sind die Themen, über die nicht oder nur sehr ungern gesprochen wird (die Nachteile von Jungen in der Schulbildung zum Beispiel).

Dieser Post basiert auf ersterer Maxim und hat einen Beitrag im Neuen Deutschland zum Gegenstand, der wiederum die Welt der Arbeit zum Gegenstand hat, jene Arbeit, die vielen Linken so große Probleme zu bereiten scheint, weil sie sie schlicht nicht kennen. Besonders problematisch wird die Beziehung zur Arbeit dann, wenn Linke Arbeit zum Gegenstand ihrer politischen Propaganda machen wollen, wie dies Katja Kipping, die Co-Vorsitzende der Linkspartei gerade gegenüber dem Neuen Deutschland getan hat.

“Solange die 90-Stunden-Woche“, so hat Kipping gesagt, „solange die 90 Stunden-Woche als Standard in Führungsämtern gilt, geht ein Führungsamt für Frauen in der Regel mit Verlusten im Familienleben einher.“

Oh No!Potzblitz haben wir uns gedacht: Die 90-Stunden-Woche herrscht bei Managern, also in Führungspositionen, 90 Stunden Arbeit in der Woche, bei einer fünf Tage Woche sind das 18 Stunden am Tag, die der arme Tropf da in Führungsposition zubringt. Arbeitet er sechs Tage in der Woche, dann bleiben dem Manager immerhin noch 9 Stunden des Tages, um zu schlafen und zu essen. Eine Verbesserung gegenüber den 6 Stunden der 5-Tage-Woche. Und am siebten Tage wollen wir selbst den deutschen Managern einen Ruhetag gönnen.

Kein Wunder, dass Manager keine Zeit für Familie und Muse haben, wie sie es haben sollten, wenn es nach der Co-Vorsitzenden der Linkspartei geht, und kein Wunder, dass das Familienleben leidet, bei Frauen, nicht bei Männern. Männer können sich offensichtlich auch mit 90-Stunden-Woche noch um alles kümmern, was von ihnen erwartet wird. Aber lassen wir den Gender-Unsinn und wenden uns dem zu, was der Linkspartei und ihrer Co-Vorsitzenden so fremd ist und den Redakteuren des Neuen Deutschlands, die die Standard-90-Stunden-Woche gleich noch zur Schlagzeile gemacht haben, auf dass auch jeder diesen Unsinn mit Sicherheit zur Kenntnis nimmt: Die Arbeit. Denn Unsinn ist es. Manager haben nämlich gar keine 90-Stunden-Woche.

Die 90-Stunden-Woche ist nämlich gar kein Standard. Nicht einmal in Führungspositionen.

Die 90-Stunden-Woche ist eine Phantasie von Kipping, die offensichtlich keinerlei Ahnung hat, wie viele Stunden in einer Woche man arbeiten kann und wie viele Stunden in der Woche andere arbeiten, in Führungspositionen. Also phantasiert sie 90 Stunden.

Denn:
„Deutsche Manager arbeiten im Durchschnitt 70 Stunden pro Woche, so titelte die WELT im Jahre 2000.

infografik-manager-arbeitszeitEtwas detaillierter hat man die Arbeitszeit bei der FAZ im Jahre 2007: „80 Prozent aller deutschen Manager arbeiten mehr als 50 Stunden die Woche, das zeigt eine Kienbaum-Studie zum Thema Work-Life-Balance.“ Aber kaum einer der Manager arbeitet mehr als 70 Stunden die Woche. Selbst die Intensivtäter unter den arbeitenden Führungspersonen, schaffen es nicht auf die 90-Stunden-Woche, die Kipping in ihrer (Wahn-)Vorstellung zum Standard erhoben hat (siehe die Grafik).

Selbst beim Berufsverband der deutschen Führungskräfte kennt man die Standard-90-Stunden Woche, die Kipping, so hat es den Anschein, frei erfunden hat, nicht, das zeigen Daten für das Jahr 2015:

“In Krisenzeiten sind Führungskräfte besonders gefordert. Deshalb ist es wenig überraschend, dass die Arbeitszeit der Manager noch einmal angestiegen ist und jetzt bei durchschnittlich 54 Wochenstunden liegt.
Dies hat der Berufsverband „die Führungskräfte“ (DFK) in seiner aktuellen Studie ermittelt. 25% der Manager arbeiten laut DFK sogar mehr als 56 Stunden in der Woche.

Und zu guter letzt belegt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung mit seinen Daten, wie groß der Unsinn ist, den Kipping geredet hat: 1.550 Führungskräfte haben die DIWler im Rahmen des SOEP befragt, unter anderem zu ihrer Arbeitszeit, ganze 7% der Männer und 5% der Frauen in Führungspositionen gaben im Jahr 2013 an, 60 oder mehr Wochenstunden zu arbeiten. Für beide, Männer wie Frauen, liegt der Modus der Arbeitszeit zwischen 41 und 50 Wochenstunden. Der Standard liegt somit bei der Hälfte der Kippingschen Phantasie.

Man soll eben nicht über Dinge reden, von denen man keine Ahnung hat. Und Kipping hat nachweislich keine Ahnung davon, wie viele Stunden Führungskräfte im Durchschnitt arbeiten und aus der Tatsache, dass sie eine 90-Stunden-Woche zum Standard erhebt, kann man schließen, dass sie auch ansonsten von Arbeit nicht allzu viel Ahnung hat.


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Neulich beim LINKE-Parteitag

Alles schon mal dagewesen.

Kaum verhohlener Aufruf zum Mord im Neuen Deutschland: PEGIDA stürmen – Nazis prügeln

Zwei Vorbemerkungen zu einem ungeheuerlichen Vorgang:

(1)

Die LINKE gilt als verfassungskonforme Partei, jedenfalls ist derzeit in Karlsruhe vor dem Bundesverfassungsgericht kein Verfahren anhängig mit dem Ziel, die LINKE verbieten zu lassen.

linke-plakatDie LINKE ist zu 100% Eigentümer der Förderative Verlags-, Consulting- und Handelsgesellschaft mbH – FEVAC, die wiederum zu 50% am Neuen Deutschland beteiligt ist. Die restlichen 50% gehören einer Communio Beteiligungsgenossenschaft, die so etwas wie ein Presseimperium links des Presseimperiums aufgebaut hat, das der SPD gehört. Man kann also feststellen, dass sich die LINKE, das, was im Neuen Deutschland erscheint, zurechnen lassen muss.

(2)

Der demokratische Grundkonsens sieht es unter anderem vor, dass keine Gewalt angewendet wird. Auseinandersetzungen im politischen Raum finden mit Worten, nicht mit Fäusten statt, und in der idealen Welt gewinnt derjenige, der das beste Argument hat. Was es voraussetzt, dass Argumente ausgetauscht werden, dass ein Dialog stattfindet, dass man miteinander redet, die Ideen des anderen nicht schon deshalb ablehnt, weil sie nicht die eigenen sind und so weiter. In Kurz: Voraussetzung ist Respekt, Toleranz und Akzeptanz. Nur so ist der Wettbewerb von Ideen möglich und nur so kann Faschismus, der nicht zuletzt darin besteht, dass einer behauptet, er wisse ganz genau was richtig ist und deshalb könne man allen anderen den Mund verbieten, vermieden werden.

Vor diesem Hintergrund ist es erstaunlich, dass im Parteiblatt der LINKE, im Neuen Deutschland, ein Mordaufruf erscheint, der so offen auf Pegida-Wanderer und AfD-Mitglieder gerichtet ist, dass man sich verwundert die Augen reibt und noch einmal liest. Auch beim zweiten Mal lesen, steht es noch da:

“Es es existiert kein Beispiel in der Geschichte, wo ein Diktator oder Faschist gewaltlos beseitigt wurde [Das ist falsch, Franco ist nur ein Gegenbeispiel]. Jeder gesunde Nazi ist ein potentieller Mörder. Ergo ist jeder tötungsunfähige Nazi für seine Hassobjekte eine Gefahr weniger.“

Man kann dem Autor Horst Schöppner hier nur zugute halten, dass er sich in Rage geschrieben hat und vor lauter weißem Schaum nicht mehr sieht, was er schreibt. Denn was er schreibt heißt im Klartext: Man muss Nazis um ihre Gesundheit bringen, sie so behandeln, dass sie nicht mehr gesund sind, denn wenn sie gesund sind, sind sie potentielle Mörder. Die finale Beendigung der Gesundheit besteht darin, sein Gegenüber zu töten (Verstümmelung reicht nicht) und wenn Schöppner sicherstellen will, dass Nazis nicht mehr als, wie er meint, gesunde potentielle Mörder ihre Hassobjekte gefährden, dann muss er den Mord an Nazis befürworten. Das ist die logische Folge seiner eigenen Argumentation, die man auch nicht dadurch abschwächen kann, dass man z.B. sagt, wenn es gelingt, einen Nazi zum Krüppel zu prügeln, der fortan im Rollstuhl sitzt, dann habe man seinen Hassobjekten auch Erleichterung verschafft.

Horst Schöppner wird vom Neuen Deutschland als „Antifaschist und Buchautor“ bezeichnet. Wer solche Antifaschisten hat, der braucht keine Faschisten mehr, denn es gibt keinen Unterschied zwischen faschistischen und antifaschistischen Hassrednern und potentiellen Mördern wie Schöppner. Er teilt alle Insignien, anhand derer er selbst in seinem Text Faschisten identifiziert: ein geschlossenes stimmiges Weltbild, in dem alle Nazis potentielle Mörder sind, eine Mauer aus Vorurteilen und Wertungen, die ihn daran hindern, mit denen, die er für Nazis hält, einen Dialog aufzunehmen und die Unsicherheit und Ängstlichkeit, die er Nazis zuschreibt, die hat er auch. Weshalb sonst wäre es ihm unerträglich, dass es ein Häuflein von Nazis an Ort Y gibt?

Und wer sind Nazis für Schöppner? Wer sind die potentiellen Mörder, deren Gesundheit er so beeinträchtigen will, dass sie keine potentiellen Mörder mehr sein können? Wer sind die Nazi-Feinde Schöppners?

Lenin Was tunNun, die Nazis, sie werden unter der sinnigen Frage „Was tun?“ von Schöppner diskutiert, eine Frage, die schon Lenin gestellt hat, ehe er einen Bürgerkrieg vom Zaun gebrochen und den Irren Trotzki auf seine Gegner losgelassen hat. Schon Lenin hatte also das Problem der Andersdenkenden, und er hat es final gelöst, per Kugel oder mit Dynamit.

Die Lösung von Schöppner, sie sieht wie folgt aus:

“Dazu ein Gedankenspiel: Was wäre, wenn plötzlich einmal 1000 Antifas eine PEGIDA-Demo in Dresden stürmen würden? Wäre danach alles beim alten? Welche Folgen hätte das? Würde der Hass speiende Kleinbürger noch immer große Reden schwingen? Würde er, im Angesicht einer antifaschistischen Faust noch immer hemmungslos gegen Minderheiten hetzen? Oder würde er reflexartig die Fresse halten, den Schwanz einziehen und nach Hause kriechen?“ (Die Einleitung „Dazu ein Gedankenspiel“ ist notwendig, um strafrechtlichen Konsequenzen zu entgehen und den Aufruf, die Pegida zu stürmen, nicht zu offen zu machen. Zum offenen Aufruf wäre Mut erforderlich, aber Schöppner klappt wohl lieber den Schwanz ein, hält reflexartig die Fresse und verkriecht sich hinter dem Schutz schwammiger Formulierungen.)

Diese Phantasie des Herrn Schöppner, sie ist nicht nur vor dem Hintergrund bemerkenswert, dass die Teilnehmer der PEGIDA für ihn alle Nazis und somit potentielle Mörder sind, die man um ihre Gesundheit bringen muss, sie ist auch vor dem Hintergrund interessant, dass er sich selbst wohl nicht als speienden Kleinbürger ansieht. Da unter den Kleinbürgern in Marxscher Terminologie nur noch das Lumpenproletariat zu finden ist, muss man Schöppner wohl als speiendes Mitglied jenes Lumpenproletariats ansehen, das hemmungslos gegen PEGIDA-Unterstützer hetzt und schon für Marx nicht einmal mit dem falschen Bewusstsein entschuldigt werden konnte.

Dass AfD-Mitglieder von Schöppner nicht ausgenommen werden, zeigt sich daran, dass er die AfD als parlamentarische Repräsentation von Nazis ansieht, also als Nazis, als potentielle Mörder, die in Parlamenten sitzen.

Normalerweise würden wir jetzt darauf hinweisen, dass diejenigen, die anderen demokratische Rechte vorenthalten wollen, und das Demonstrationsrecht und das Recht auf freie Meinungsäußerung sind solche Rechte, sich außerhalb der demokratischen Gesellschaft verortet haben und ihrerseits nicht die Rechte in Anspruch nehmen können, die sie anderen vorenthalten wollen. Aber im Fall dieses Beitrags von Schöppner ist diese Feststellung irrelevant, denn sein Angriff auf die Grundfeste einer demokratischen Gesellschaft ist vehementer, sein Hass auf Andersdenkende, die ihm als Objekt dienen, an dem er sich um seine Gewaltphantasieren erleichtern kann, hat eine andere Qualität, eher die Qualität, die man aus sozialistischen Bananenrepubliken gewohnt ist, in denen mit allen Mitteln um die vermeintliche Macht gekämpft wird. Wenn Menschen erst einmal so weit gekommen sind, wie Schöppner, dass ihr Hass sie dazu treibt, Menschen die sie nicht kennen, von denen sie nur wissen, dass sie z.B. durch die Straßen Dresdens laufen, überfallen und verprügeln oder gar ermorden wollen, dann sind sie als normale Mitglieder einer normalen Gesellschaft verloren und müssen entsprechend behandelt werden. Moderne Gesellschaften sehen für Personen, die eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellen, psychiatrische Anstalten oder Gefängnisse vor.

Man stelle sich vor, derartige Hatespeech käme nicht von einem angeblichen Antifaschisten, sondern von einem Rechten, der zum Sturm eines Flüchtlingslagers durch 1000 Rechte aufruft. Können Sie sich die Reaktion der deutschen Saubermänner vorstellen? Und welche Reaktionen gibt es bislang auf diesen offenen Aufruf, Menschen, deren politische Einstellung Horst Schöppner nicht passt, an der Gesundheit zu schädigen, sie zu ermorden?

[Schweigen] Die kleingeistigen Bürger halten einmal mehr die Fresse und ziehen den Schwanz ein.

Seine gesammelten Gewaltphantasien hat Horst Schöppner wohl gerade im Unrast-Verlag unter dem Titel „Antifa heißt Angriff“ veröffentlicht. Der Urast-Verlag wird übrigens von einem eingetragenen Verein getragen, ist somit steuerlich begünstig.

Auf den Beitrag im Neuen Deutschland sind wir über Arne Hoffmann gestoßen.

 


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8. Mai 1945: Tag der Befreiung? Ausgerechnet DDR-Nachfolgesozialisten wollen ihn feiern

Old habits die hard, so heißt es im Englischen. Einen alten Baum verpflanzt man nicht mehr, so heißt es im Deutschen, und gemeint ist in beiden Sprachen die Resistenz von Angewohnheiten, die man in früher Kindheit oder Jugend erworben hat. Von einer formativen Phase sprechen Psychologen und die formative Phase, man kann sie als Konzept auch auf politische Ideologien und deren Vertreter anwenden.

So hat es sich nach 1945 in der sowjetisch besetzten Zone und später in der Deutschen Demokratischen Republik eingebürgert, den 8. Mai 1945 als Tag der Befreiung zu feiern, als Tag, an dem das 1000-Jährige Reich der NSDAP endgültig untergegangen ist.

Am 7. Mai 1945 hat Generaloberst Alfred Jodl, der von Großadmiral Karl Dönitz, dem offiziellen Nachfolger Adolf Hitlers, dazu authrisiert wurde, in Reims die bedingungslose Kapitulation der Deutschen Wehrmacht unterzeichnet. Das Dokument trat am 8. Mai in Kraft.

Tag der BefreiungUnd ausgerechnet diesen 8. Mai haben sich die Kommunisten in der sowjetisch besetzten Zone ausgesucht, um daraus den Tag der Befreiung zu machen, eine Befreiung, die viele politische Gegner der KPD in die KZs von Buchenwald und Sachsenhausen geführt hat. Vor allem Sozialdemokraten, die der Zwangsfusion von KPD und SPD zur SED am 21. April 1946 ablehnend gegenüberstanden, fanden sich schnell in den oben genannten KZs wieder, die die SMAD zu nützlich fand, als dass man sie hätte leerstehen lassen wollen.

Der Tag der Befreiung wurde für viele in der sowjetisch besetzten Zone zu dem Tag, an dem die Unfreiheit Einzug gehalten hat. Mit dem Bau der Berliner Mauer und dem Beginn der Einkerkerung der Ostdeutschen, die es nicht rechtzeitig geschafft haben, auf das Gebiet der drei Westmächte zu fliehen, hat dann die zweite Stufe der Befreiung begonnen, die Stufe der bedingten sozialistischen Freiheit, die Bürger innerhalb eines Käfigs, der um sie gebaut wurde, die volle Freiheit gewährt. Befreiung auf sozialistisch.

Dass man auch in einem Gefängnis den Tag der Befreiung feiern kann, das hat die SED in den durch Todesstreifen und Mauer gesicherten Gebieten regelmäßig zum 8. Mai in der volkseigenen Kammer, in der die Einheitsmeinung zelebriert wurde, zur Schau gestellt. Und diese alte Angewohnheit, den Beginn der Einkesselung der DDR-Bürger als Tag der Befreiung zu feiern, sie ist eine der Angewohnheiten, die bei denen, die noch im Geiste der SED sozialisiert wurden, munter vor sich hinlebt.

Deshalb fordert die Linke den Deutschen Bundestag auf,

einen Gesetzentwurf vorzulegen, um – dem Beispiel Mecklenburg-Vorpommerns, Brandenburgs und Thüringens folgend – dem 8. Mai, an dem im
Jahr 1945 auch die Befreiung der deutschen Bevölkerung von der Nazi-Diktatur erfolgte, als Tag der Befreiung den Status eines gesetzlichen Gedenktages zu
verleihen.

Zur Begründung der Einführung des ehemaligen DDR-Feiertags nun auch in der Bundesrepublik heißt es unter anderem:

„Insbesondere vor dem Hintergrund, dass in absehbarer Zeit keine Zeitzeugen der NS-Vergangenheit mehr berichten können, ist die Etablierung eines gesellschaftspolitische Diskussionen anregenden Gedenktages von besonderer Bedeutung.“

Der Drang, Geschichtsklitterung zu begehen, er ist den Mitgliedern der Nachfolgepartei der SED wohl zu sehr ins Blut übergegangen, als dass sie die Gelegenheit ungenutzt verstreichen lassen würden. Sicher hat es in Deutschland Menschen gegeben, die die Alliierten als Befreier angesehen haben. Und sicherlich sind die Generationen, die den Zweiten Weltkrieg nicht selbst miterlebt haben, den Westalliierten dafür dankbar, dass sie Deutschland, dem Land der Besiegten, Demokratie verordnet haben, den wirtschaftlichen Aufschwung ermöglicht haben und dafür gesorgt haben, dass einige Generationen, die von 1960 bis 1980 geboren wurden, in einem Klima von Liberalismus und Freiheit aufwachsen konnten.

DDR GrenzeAber was um aller Götter willen wollen die Ostdeutschen, was will die Linke als Befreiung feiern? Das Staatsgefängnis DDR? Die Gewissheit, bei Äußerung einer abweichenden Meinung eingesperrt zu werden (so wie das heute wieder manche gerne sehen würden, die in der DDR groß geworden und für die Stasi gearbeitet haben)? Die naheliegende Vermutung, dass mindestens einer im Bekanntenkreis ein Spitzel für die Staatssicherheit ist? Die Sicherheit, beim unbefugten Grenzübertritt erschossen zu werden? Die Gnade, im Rahmen des Fünf bzw. Siebenjahresplans von den Krumen leben zu dürfen, die sozialistische Misswirtschaft geschaffen und in Jahresfarben verewigt hat?

Es wirkt schon wie eine Ironie der Geschichte, wenn ausgerechnet die Erben der SED nun den 8. Mai 1945, den Tag an dem der Bau des Gefängnisses DDR begonnen hat, als Tag der Befreiung feiern wollen.

Der 8. Mai 1945 er war für die meisten Deutschen ein Tag der Niederlage und der Ungewissheit, denn was nun kommen würde, es war alles andere als sicher. Wer das nicht glaubt, der soll die Bilder vom Einzug der Alliierten in Paris mit wahllosen Bildern von einrückenden Truppen der Alliierten in Deutschland vergleichen. Der Unterschied, der sich beim Betrachten der Bilder aufdrängt, das ist der Unterschied zwischen Befreiten und Besiegten.

 

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Umgangsschuldvermutung: Die LINKE hat regelmäßig Kontakt mit Rechtsextremen

Derzeit geht ein neuer Hype durch die „Gutter press“, die schon The Right Honorable Jim Hacker, Minister for Administrative Affairs, als solche erkannt hat.

Der neue Hype hat einen Fehlschluss, einen in bestimmten Regionen der Normalverteilungskurve der Intelligenz (links der Mitte gegen den Rand zu) sehr verbreiteten Fehlschluss zum Gegenstand, der sich wie folgt formulieren lässt:

„Die AfD Rheinland-Pfalz hatte nach einem Bericht des „Stern“ Verbindungen zu Rechtsextremen. Attila Sonal aus dem Landesvorstand sei unter anderem regelmäßig mit Ulrike Reinhardt aus Kaiserslautern zusammengekommen, schreibt das Magazin in der online-Ausgabe. Reinhardt ist Aktivistin der „Pfälzer Spaziergänger“, die gegen die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung protestieren.“

Dieser ideologisch motivierte Fehlschluss hat eine ganze Reihe von Konsequenzen, die seinen Ziehern offensichtlich nicht bewusst sind, denn:

Idi AminDer ehemalige Bundespräsident Gustav Heinemann hatte Kontakte zu Idi Amin, so intime Kontakte, dass man gemeinsam gegessen hat. Das macht Heinemann posthum verdächtig, denn der Diktator von Uganda, er soll bis zu 400.000 Menschen auf dem Gewissen haben. Heinemann posthum ein Massenmörder?

Neville Chamberlain, Britischer Premierminister und Experte für Appeasement hatte gar ausführliche Unterredungen mit Adolf Hitler, zuweilen hinter verschlossenen Türen. Macht das Chamberlain zum Nazi?

Es kommt noch schlimmer:

  • Klaus Bartl,
  • Marco Böhme,
  • Nico Brünler,
  • Sarah Buddeberg,
  • Cornelia Falken,
  • Rico Gebhardt,
  • Enrico Stange,
  • Lutz Richter,
  • Klaus Tischendorf,
  • Horst Wehner,
  • ja die gesamte LINKE-Fraktion im Sächsischen Landtag,

sie alle haben regelmäßig Kontakt mit Vertretern der AfD, nicht ab und zu, nein regelmäßig trifft man sich, um zu reden, zu debattieren. Muss man daraus schließen, dass die LINKE Sympathien für die AfD hat (und nicht nur ehemalige Wähler der LINKEN), die Linke eigentlich rechtsextrem oder rechtspopulistisch oder rechts ist?

Scheinbar muss man das, wenn die Umgangsschuldvermutung zutrifft.

Und wenn die Umgangsschuldvermutung zutrifft und Kontakt zu fiesen oder bösen Menschen zu einer Inkubation der guten Menschen oder dazu führt, dass andere ihr wahres fieses ich zeigen, dann muss man auf Basis der Umgangsschuldvermutung vorhersagen, dass sich auf den Rechnern der Mitglieder der SPD-Fraktion im Bundestag Kinderpornographie findet, schließlich hatten die Mitglieder Kontakt zu Jörg Tauss und Sebastian Edathy und das reicht als Anfangsverdacht – jedenfalls da, wo es um politischen Rufmord geht und darum geht es bei der Umgangsschuldvermutung.

Die Dummheit, die sich derzeit in Deutschland Bahn bricht und über die in deutschen Medien berichtet wird, so als sei es keine Dummheit, sondern Normalität, sie nimmt Ausmaße an, die die Idee, dumme Episoden seien die Ausnahme und nicht die Regel, in ihr Gegenteil verkehren und erhebliche Bedenken am Geisteszustand der öffentlichen Meinungsmacher in Deutschland aufkommen lässt.

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Wahlumfrage: AfD bei 16%

Stammleser von ScienceFiles werden sich noch an unser Fuzzy-Wahlprognose-Tool erinnern, das wir eigens zur Vorhersage des Ergebnisses der Bundestagswahl 2013 entwickelt haben. Das Tool hat sich als präziser als die Wahlhochrechnung der ARD erwiesen.

Nach unserem Vorhersageerfolg bei der letzten Bundestageswahl haben wir uns ein bisschen auf unseren Lorbeeren ausgeruht und das Fuzzy-Wahlprognosetool erst einmal in die Hall of Fame gepackt. Aus dieser haben wir es nun wieder hervorgeholt, um auf Grundlage eines Teils der Daten, die wir seit dem 13. Januar auf SurveyNET sammeln, hochzurechnen, wie die Bundestagswahl ausginge, wenn sie denn am nächsten Sonntag stattfinden würde. Derzeit stehen uns Daten von 5.506 Befragten zur Verfügung. Die Hochrechnung basiert auf den Angaben von 1.874 Befragten.

Wenn am nächsten Sonntag Wahl wäre, wie sähe das Ergebnis aus?

So:

Sonntagsfrage SF

Die CDU/CSU erzielt bei uns einen Anteil von 36,1%, die SPD wird zweitstärkste Kraft im ScienceFiles-Vorhersageparlament mit 23,1% der Stimmen. Die AfD wird mit einigem Abstand zu allen folgenden Parteien drittstärkste Kraft und erreicht einen Anteil von 15,9% der Stimmen, LINKE und Bündnis90/Grüne kommen auf 7,8% bzw. 7,6% der Stimmen. Die FDP ist in unserer Vorhersage draußen, kann also auch nicht in den nächsten Bundestag einziehen, was vermutlich am weitgehenden Fehlen eines liberalen Profils liegt, so dass man nicht wirklich weiß, warum man die FDP wählen sollte.

In der folgenden Tabelle haben wir unsere Hochrechnung mit den aktuellen Hochrechnungen von Allensbach, Emnid, Forsa und Infratest zusammengesellt.Sonntagsfrage VErgleich

Wie man sieht, schneiden linke Parteien bei den Umfrageinstituten besser ab als bei uns. Das mag daran liegen, dass diese Institute einen entsprechenden Bias in ihren Daten haben. Dass die FDP bei den Umfrageinstituten bei 5% liegt und somit in den Bundestag einzieht, während wir sie bei 4,5% und damit unterhalb der 5%-Hürde verorten, kann man vermutlich als Rundungsfreundlichkeit gegenüber der liberalen Partei ansehen.

Wer sich die Expertise von ScienceFiles im Bereich empirischer Sozialforschung sichern will, der kann sich einfach bei uns melden.

 
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Politischer Nachwuchs: Von Irren und Lügnern

Wir haben es wieder mit der Kultur, mit der politischen Kultur. Studenten der Politikwissenschaft, dann, wenn sie politische Soziologie belegen, kennen den Begriff der Politischen Kultur zur Genüge als die Beschreibung der Bedingungen, in die ein politisches System eingebettet ist und von denen sein Erfolg letztlich abhängt.

civic cultureDer Begriff „politische Kultur“ ist als solcher wertneutral. Eine Demokratie sollte in eine zivile Kultur eingebettet sein, deren wichtigstes Moment darin besteht, dass sich Bürger in die Politik einmischen, eine Diktatur funktioniert in einer parochialen politische Kultur am besten, bei der sich die Bürger des Politischen kaum bewusst sind.

Der Begriff „politische Kultur“ umfasst auch eine Anzahl von Werten und Verhaltensnormen. In demokratischen Systemen sind die Werte in Grundrechten formuliert und Verhaltensnormen richten sich, zuweilen ausgehend von Grundwerten, an Bürger und politische Akteure gleichermaßen: Das Grundrecht der Meinungsfreiheit führt z.B. zur Verhaltensnorm, die Meinungen anderer nicht nur zuzulassen, sondern auch zu akzeptieren.

Verhaltsnormen leiten sich darüber hinaus aus dem normalen menschlichen Miteinander, der Ethik des Umgangs miteinander ab, die für politische Akteure in besonderer Weise gilt. Von ihnen, die im politischen Prozess nicht nur teilhaben wollen, sondern Dritte vertreten wollen, werden so archaische Prinzipien wie Ehrlichkeit, Offenheit, Rechtschaffenheit verlangt und im Hinblick auf die Fähigkeit, ihre politische Tätigkeit auch auszuüben, wird Kompetent und Intelligenz von ihnen verlangt.

In Deutschland bröckelt die politische Ethik auf breiter Front und an allen Ecken und Enden.

So haben die Hamburger Grünen  einen stellvertretenden Vorstand, Michael Gwosdz, und der gibt Folgendes von sich:

„Als Mann weiß ich, jeder noch so gut erzogene und tolerante Mann ist ein potenzieller Vergewaltiger. Auch ich. Wir Männer müssen uns dessen bewusst sein – nur dann sind wir auch in der Lage, erkennen zu können, wenn sexuelle Gewalt und Nötigung beginnt. (…) Wer das nicht für sich selbst akzeptiert, wird mit dem Erkennen von Grenzen Schwierigkeiten haben.“

x-y-chromosome (1)

Potentielle Vergewaltiger?

Erschreckend. Da sagt einer nicht nur, dass er ein Penis und nicht mehr als ein Penis ist, ein XY-Chromosom, das über nichts anderes als das Bewusstsein seines Penis verfügt. Er sagt auch, dass dieses Bewusstsein, bei allen anderen in identischer Weise vorhanden ist. Sie alle sind wie er auf dieses einzige monumentale Merkmale reduziert: Sie sind Penis und nichts anderes. Ihr Kopf ist nur Layout und aus ästhetischen Gründen vorhanden. Ein Gehirn beherbergt dieser Kopf nicht, denn alles Denken, es findet sich im Penis.

Dort ist das Zentrum der Welt, zumindest für Gwosdz, der, seiner Anstellung bei der Diakonie in Hamburg entsprechend, bekehrend unterwegs ist. Er, dem sein Penis die Erkenntnis vermittelt hat, dass er ein potentieller Vergewaltiger ist, er missioniert all die anderen Männer, denen er unterstellt, sie seien wie er, Penis-fixiert und unfähig, anders als in XY-chromatischer Weise zu denken.

Wie man auf eine derart irre Sichtweise der Welt kommen kann, ist uns nicht nachvollziehbar und hat bei uns zu erheblichen Zweifeln dahingehend geführt, dass Menschen, selbst Michael Gwosdz, aufgrund ihrer Ausstattung mit einem Gehirn potentielle Denkfähige sind, die sinnvolle Gedanken formulieren und ausdrücken können.

Vielleicht ist der Kopf bei manchen wirklich nur aus Gründen des Layout vorhanden?

Während bei den Grünen Personen unterwegs sind, die ihre Pubertät noch nicht überwunden haben und entsprechend der Ansicht sind, Sexualität sei der Kern, der die Welt im Innersten zusammenhält, finden sich bei der Linken nach aller polizeilichen Ermittlungskunst Lügner, die nicht nur dumm, sondern strafrechtlich relevant lügen:

„Die Empörung war groß. Von einem Mordanschlag war die Rede. Von einer feigen Tat. Und von mehreren Neonazis, die den 18-jährigen Linken-Politiker Julian Kinzel vor einer Woche in Wismar mit mehreren Messerstichen verletzt haben sollen. „Er wurde von drei Neonazis unvermittelt niedergeschlagen und als ’schwule Kommunistensau‘ bezeichnet“, schrieben Kinzels Parteifreunde der linken Jugendorganisation „solid“ vor wenigen Tagen auf ihrer Internetseite.“

Und jetzt?
Alles Lüge:

„Inzwischen ist klar: An der Schilderung Kinzels gibt es erhebliche Zweifel. Seine Verletzungen stimmten nicht mit dem von ihm geschilderten Tathergang überein, heißt es bei der Staatsanwaltschaft Schwerin. Die Ermittler gehen davon aus, dass sich Kinzel seine Verletzungen selbst zugefügt hat. „Die Staatsanwaltschaft hat daher gegen den Anzeigenerstatter ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Vortäuschung einer Straftat eingeleitet“, sagt Stefan Urbanek, Sprecher der Staatsanwaltschaft Schwerin.“

Und was sagt man bei der Linken, wo man keinerlei Probleme damit hatte, den Helden Kinzel zu feiern und die Nazis, die einen Anschlag auf ihn verübt haben, vorzuverurteilen, noch ehe das Ermittlungsverfahren überhaupt angelaufen war:

„Die Linke hat sich auf die Anfrage des ZDF bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert. Im Tagesspiegel warnte eine Parteisprecherin davor, vor Ablauf der Ermittlungen voreilige Schlüsse zu ziehen.“

Und warum soll man Kinzel in den Genuss von Grundrechten kommen lassen und keine voreiligen Schlüssen ziehen, wenn seine Partei kein Problem damit hat, voreilige Schlüsse über erfundene Täter zu ziehen?

Nuts in BedlamDie beiden Beispiele zeigen, dass es mit der politischen Kultur in Deutschland massiv im Argen liegt. Ein stellvertretender Vorstand der Hamburger Grünen, der wirre Ideen hat, in denen er sich wohl gerne einbildet, größter Vergewaltiger aller Zeiten (GröVaz) zu sein, überträgt sein schlechtes Gewissen, ob dieser hanebüchen dummen Phantasien eben einmal auf alle Männer, auf seinen Vater, seinen Bischoff, den Vorsitzenden der SPD und erklärt sie in Bausch und Bogen für ebenso krank wie er wohl der Ansicht ist, selbst zu sein.

Ein Nachwuchs-Linker nutzt die Gunst der rechtsphobischen Stunde, um sich zum Helden zu stilisieren, der einen Angriff Rechtstextremer erfolgreich abgewehrt habe.

Beide Personen, sie sind eigentlich ein Fall für den Psychiater, der vielleicht etwas dagegen tun kann, dass sie mit sich nicht zufrieden sind und erhebliche Probleme mit ihrer nicht entwickelten Identität und fehlenden Maturität haben. Aber beide Personen sind nicht beim Psychiater und auch nicht Gegenstand entsprechender Erörterungen in medizinischen Fachzeitschriften. Sie sind Politiker, politischer Nachwuchs stehen in der Öffentlichkeit, finden Widerhall in Medien.

Und deshalb ist die politische Kultur in Deutschland in einer Talsohle. Das Auswahlsystem für politische Akteure funktioniert nicht mehr. Nicht mehr Kompetenz und Zumutbarkeit scheinen die Auswahl zu steuern, sondern deren jeweiliges Gegenteil.

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„Anti“ als Geschäft: Kann man Antisemitismus gezielt herbeireden?

Was wäre der Kampf gegen den Antisemitismus, gäbe es keinen Antisemitismus?

BT_AntisemitismusRational handelnde Akteure, die ihren Lebensunterhalt mit dem Kampf gegen Antisemitismus verdienen, haben entsprechend ein Interesse daran, dass es Antisemitismus gibt. Man muss ihn quasi auf einem bestimmten Niveau halten, damit man einerseits die Notwendigkeit von Anti-Antisemitismus-Maßnahmen begründen kann, andererseits sich selbst als Kämpfer für das Gute inszenieren kann.

Natürlich darf der Kampf für das Gute, der Anti-Antisemitismus nicht zu erfolgreich sein, denn gäbe es keinen Antisemitismus, man bräuchte auch keine von Steuerzahlern finanzierten Anti-Antisemitismus-Kämpfer.

Und wenn der Antisemitismus nicht ausreichend vorhanden ist, dann muss man versuchen, ihn herbeizureden.

Wir zitieren aus der Antwort der Bundesregierung auf eine „Kleine Anfrage der Fraktion „Die Linke“:

Aus der Anfrage der Linken Aus der Antwort der Bundesregierung
„Die Zahl der antisemitischen Straftaten bewegt sich in der Bundesrepublik weiter auf einem hohen Niveau“. „Im dritten Quartal 2015 wurden insgesamt 203 Straftaten mit antisemitischem Hintergrund gemeldet“. Bei 190 der Delikte handelt es sich um eine von politisch rechts motivierte Straftat.
„Es ist aber auch zu beobachten, dass immer mehr Personen und Organisationen aus dem konservativen Lager und aus der Grauzone zwischen Konservatismus und Rechtsextremismus offen dazu übergehen, den Holocaust zu leugnen und antisemitische Hetze zu verbreiten.“ „Im dritten Quartal 2015 wurden insgesamt 203 Straftaten mit antisemitischem Hintergrund gemeldet. Darunter waren acht Gewalttaten und 48 Propagandadelikte“ Erläuterung von uns: Propagandadelikte umfassen u.a. die Leugnung des Holocausts, wenn eine Broschüre, in der der Holocaust geleugnet wird, 48 Mal sichergestellt wird, dann werden 48 einzelne Propagandadelikte gezählt.
„Wie viele Personen wurden bei Überfällen mit antisemitischer oder zu vermutender antisemitischer Motivation … c) getötet?“ „Im dritten Quartal 2015 wurden sechs Personen infolge politisch motivierter Straftaten mit antisemitischem Hintergrund verletzt.“

So sehr sich die Anti-Antisemitismus-Industrie auch bemüht, den Antisemitismus hoch zu reden, so sehr sprechen die Zahlen für ein weitgehendes Scheitern dieser Bemühungen. Kein Mord mit antisemitischem Hintergrund, gerade einmal sechs Verletzte und das bei acht Gewalttaten und lächerliche 48 Propagandadelikte, bei 80 Millionen Einwohnern und potentiell, wenn man von 3,7 Millionen Wählern der LINKE ausgeht, potentiell gut 76 Millionen Antisemitisten.

Ob das ausreicht, auch die nächste Förderungsrunde beim BMFSFJ durchzubekommen und die Finanzierung all der wackeren Kämpfer gegen den kaum existenten Antisemitismus für weitere vier Jahre zu sichern?

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Schweinerei im Bundestag: Bundestag unplugged

Was ist schlimmer als ein leerer Bundestag?
Ein mit Abgeordneten gefüllter Bundestag.

Was ist schlimmer als ein mit Abgeordneten gefüllter Bundestag?
Ein gefüllter Bundestag, in dem Abgeordnete das Wort ergreifen.

Und dann gibt es noch Sabine Zimmermann, Mitglied des Bundestages für Zwickau.

Sabine Zimmermann versucht zu sprechen oder:

Die Schweinerei im Bundestag und alles im Originalton!

Schweinerei im BundestagPräsident Dr. Norbert Lammert: Zu einer Kurzintervention erhält die Kollegin Zimmermann das Wort.

Sabine Zimmermann (Zwickau) (DIE LINKE): Lieber Kollege Zimmer, ich habe Ihnen sehr aufmerksam zugehört und muss Ihnen ehrlich sagen: Ich bin schon sehr enttäuscht,

(Beifall der Abg. Dr. Petra Sitte [DIE LINKE])

dass Sie das Thema Langzeitarbeitslosigkeit im Eingang und auch im Abgang Ihrer Rede so in die Lächerlichkeit gezogen haben. (Beifall bei der LINKEN) Das ist eine große Schweinerei – ich muss es Ihnen wirklich so deutlich sagen –, denn Ihre Fraktion hat die 1 Million langzeitarbeitslosen Menschen in diesem Land schon lange abgeschrieben.

(Max Straubinger [CDU/CSU]: Ach, komm! – Kai Whittaker [CDU/CSU]: Ein weit hergeholtes
Argument, Frau Kollegin!)

Das ist die Realität, und der sollten Sie sich wenigstens einmal stellen.

(Beifall bei der LINKEN)

Nehmen Sie auch zur Kenntnis, dass die Landesministerin zum Thema, zu unserem Antrag, gesprochen hat

(Max Straubinger [CDU/CSU]: Davon haben wir nichts gemerkt!)

und damit gleichzeitig verbunden hat, darzustellen, wie es in der Praxis aussieht, was die Bundesregierung alles nicht tut, warum es im Land Thüringen und in allen anderen
Bundesländern nicht zum Passiv-Aktiv-Transfer kommt und Langzeitarbeitslosigkeit nicht wirklich ernsthaft bekämpft werden kann.

(Sabine Weiss [Wesel I] [CDU/CSU]: Das ist ein Redebeitrag der Linken, vorgefertigt!)

Ich muss Ihnen sagen: Es haben hier auch schon CDULandesminister
gesprochen; das ist nichts Neues. Das sollten Sie vielleicht einmal zur Kenntnis nehmen.

(Beifall bei der LINKEN – Zuruf von der LINKEN: Da war er nicht da!)

Sie sagten in Ihrer Rede, der Mensch stehe bei Ihnen im Mittelpunkt. Jawohl! Dazu muss ich sagen: Ministerin Nahles hat ein Programm für 43 000 Teilnehmer aufgelegt.
Damit will sie die Langzeitarbeitslosigkeit von 1 Million Menschen bekämpfen. Ich muss Ihnen sagen: Das ist ein Tropfen auf den heißen Stein. Bei Ihnen steht nicht der Mensch im Mittelpunkt; das sieht man hier ganz deutlich.

(Beifall bei der LINKEN)

Im Übrigen muss ich Ihnen sagen: Die Zahl der Langzeitarbeitslosen geht seit 2012 wieder hoch. Die Zahlen sind vom Bundesministerium; sie werden sicherlich stimmen. Die Zahl der Arbeitslosengeld-II-Bezieher ist nur um 9,2 Prozent zurückgegangen. Das Geld, das Sie
in den letzten Jahren eingespart haben, steht dazu in gar keinem Verhältnis.

Sie kritisieren, dass 200 000 Stellen geschaffen werden sollen. Angesichts der wenigen Arbeitsstellen und der vielen arbeitslosen Menschen – wir haben ein Missverhältnis
von 1:3 – frage ich mich doch aber: Haben die arbeitslosen Menschen überhaupt eine Chance auf eine solche Stelle? Ihre Argumente sind doch Schwachsinn.

Zum Schluss möchte ich Ihnen sagen: Die Teilnehmerzahl ist von 2010 bis 2013 von 342 534 auf 110 000 zurückgegangen. Daran sehen Sie doch, dass das, was Sie für langzeitarbeitslose Menschen tun, ein Tropfen auf den heißen Stein ist. Damit werden Sie die Langzeitarbeitslosigkeit in unserem Land nicht bekämpfen.

Sabine ZimmermannWir lernen: Der Kollege Zimmer von der CDU/CSU macht Schweinereien im Bundestag, die man daran erkennt, dass Kollegin Zimmermann dem Kollegen Zimmer aufmerksam zugehört hat. Ansonsten stellt sich die Bundesregierung der Realität nicht, die darin besteht, dass die Bundesregierung von ihr unbemerkt 1.000.000 Langzeitarbeitslose abgeschrieben hat. Außerdem kommt es in Bundesländern nicht zum Passiv-Aktiv-Transfer, was die Frage nach sich zieht: Kommt es im Bundestag zum Aktiv-Passiv-Transfer?

Bis zur Beantwortung dieser Frage sind wird auf die Logik von Sabine Zimmermann reduziert, die rabulisiert, dass ein Programm mit 43.000 Teilnehmern zeigt, dass der Mensch nicht im Mittelpunkt steht, während ein Programm mit 200.000 Teilnehmern das sehr wohl zeigt, wobei sich Zimmermann die Frage stellt (aber nicht beantwortet), ob dann, wenn einer von drei Arbeitslosen an einem Programm teilnehmen kann, ob dann „die arbeitslosen Menschen überhaupt eine Chance“ auf einen Platz im Programm haben.

Und mit Sabine Zimmermann sind wir einig: „Ihre Argumente sind doch Schwachsinn“ – wobei sich unsere Zustimmung auf den zweiten Teil des Satzes, die nähere Bestimmung reduziert, denn Argumente hat Zimmermann keine genannt.

Wie heißt es doch: Jeder bekommt, was er verdient. Was das für Zwickau heißt, wo Sabine Zimmermann gewählt wurde, wir wagen es nicht in Worte zu fassen.