Professionelle Betroffenheit: „Wir weinen“ um einen erfundenen Toten

Der Tod eines 24jährigen Syrers, der als Folge des Anstehens am Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales am 27. Januar verstorben sein soll, hat Wellen geschlagen. Die SMS-Mitteilung des Todes liest sich im Dialog zweier Helfer von „Moabit hilft“ wie folgt:

„Was hat er?
ich weiß es nicht, er hat 39,4 Fieber, SChüttelfrost und kann nicht mehr sprechen. Ich denke, ich rufe einen Krankenwagen jetzt
>>Mach das definitiv!!!
Sag Bescheid wenn Du Hilfe brauchst! Ich komm auch vorbei danke, hab angerufen

Ok, sitze im krankenwagen herzstillstand
>>ich glaubs nicht F***!!!!!!!! (…) Brauchst DU dort support??? Ich komm vorbei und halt Deine Hand das kann doch nicht sein Du bist doch selbst noch krank
Geht Arabisch – Englisch – Übersetzung auch??? Hasan ist noch wach

Mein Freund Matthias ist Arzt, er bringt wen mit. zum übersetzen
meld mich gleich
>>Ich geb Khaled deine No per Telefon sofort möglich
Er hat versucht dich anzurufen, er macht das fantastisch – Muttersprachler und liebster Mensch – geht das per Telefon und hilft bis der von Matthias kommt?

Danke Reyna, bin in Klinik Matthias ist jetzt hier. Kann ich Khaled noch etwas anrufen?
Kann er mich adden, bitte?
>>Ja!
Ich sag’s ihm
Hab dir seine nr auch geschickt – du hast ihn grade scheint’s weggedrückt

bin in klinik
>>Kannst nicht trl.?
Der hält sich grade für euch noch wach

Nein, er stirbt. kann nicht telenieren
>>Dirk du darfst in der Situation nicht allein sein. Schnips mit dem Finger und ich komm.
Name Klinik reicht

Er ist gerade verstorben Ich melde mich hiermit offiziell ab
>>Ich bin mit allem, was ich habe an Geist und Herz bei dir. Jetzt, den Rest der Nacht und morgen und immer. Tränen“

Die Geschichte ist tragisch, sehr tragisch, wenn sie wahr ist und wenn es stimmt, dass Flüchtlinge stundenlang in der Kälte zubringen müssen, um sich bei einem Amt einen Stempel unter einem Formular abzuholen, das man problemlos über das Internet verbreiten könnte. Und weil der Tod des 24jährigen Syrers so tragisch ist, muss er gleich per Todesanzeige genutzt werden, und zwar so:

Fluechtlinge gestorben.jpg

Auch die deutsche Presse ist betroffen und formuliert Schlagzeilen wie:

24jähriger Syrer: „Moabit hilft“ meldet Tod von Flüchtling am LaGeSo.

oder

Flüchtling nach tagelangem Anstehen in Berlin gestorben

oder

Flüchtling nach tagelangem Anstehen in Kälte gestorben

oder

Betroffenheit nach Tod eines jungen Syrers

Und jetzt kommt es:

Der 24jährige Syrer, der in Berlin nach langem Anstehen gestorben sein soll, es gibt ihn nicht.

Die Geschichte ist frei erfunden.

Uns interessiert hier nicht in erster Linie, wieso Dirk, der Helfer von „Moabit hilft“ meint, den Tod eines Menschen frei erfinden zu müssen. Diese Frage sollen Psychiater beantworten. Man kann nur erschreckt annehmen, dass Helfer Tote herbeizusehen scheinen, um das Marketing dafür anzukurbeln, die mit Sicherheit schlechten Zustände zu verbessern wie sie z.B. vor dem Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales herrschen.

Tagesspiegel toter FluechtlingDie Stimmung unter den Helfern muss entsprechend hysterisch und aufgeladen sein, die ideologische Ladung geradezu explosiv, so dass man die Freude darüber, dass trotz aller schlechter Bedingungen, nichts passiert, in die Hoffnung umkehrt, ein Opfertod möge die schlechten Bedingungen anprangern, wenn schon nicht verändern. Man fühlt sich an die Homosexuellen-Aktivisten erinnert, die partout darauf bestehen, dass Homosexuelle sich öfter das Leben nehmen als Heterosexuelle, und anstatt freudig darüber zu sein, dass die Daten den häufigeren Suizid von Homosexuellen nicht belegen, sind sie verärgert und verbiestert und bezeichnen jeden, der es wagt, an ihrer Todessehnsucht für andere zu sägen, als homophob. Flüchtlingshelfer in Berlin scheinen dieses Syndrom zu teilen.

Die erfundene Geschichte vom Tod des 24jährigen Syrers hat eine Welle der Betroffenheit und einen Berg von Grabkerzen nach sich gezogen. Professionell Betroffene sind zum Ort des Geschehens gepilgert, um sich dort als betroffen, betroffen über den Tod eines Menschen, den sie nicht kannten, zu zeigen.

Das Betroffenheitshappening zeigt deutlich, wozu Flüchtlinge manchen in Deutschland dienen: Aus ihnen lässt sich moralisches Kapital schlagen. Syrer, syrische Flüchtlinge und am besten noch, syrische Flüchtlinge, die in Deutschland ankommen und sterben, das sind derzeit die besten Mittel, die man instrumentalisieren kann, um die eigene Gutheit und die eigene moralische Überlegenheit zu inszenieren, um sich selbst als Krone der deutschen Schöpfung darzustellen.

Man muss entsprechend entsetzt über die Art und Weise sein, in der Flüchtlinge in Deutschland instrumentalisiert werden. Dies gilt nicht in erster Linie für Dirk, den Helfer, der den Tod des 24jährigen Syrers frei erfunden hat, sondern vor allem für die professionellen Betroffenen, die mit ihren Grabkerzen bereits in den Startklötzen gekauert haben, um endlich ihre moralische Entrüstung loswerden zu können und sich selbst als richtig betroffen und vor allem richtig gut inszenieren zu können.

Derartige moralische Inszenierungen müssen betroffen machen, wenn man die Meldung des toten Syrers als Erschütterungsexperiment auffasst, wie es in der Ethnomethodologie angewendet wird, um kulturelle Überzeugungen zum Vorschein zu bringen. Was die Falschmeldung über den Tod eines 24jährigen Syrers in Berlin zum Vorschein gebracht hat, sind kulturelle Überzeugungen, die in egozentrischen Zirkeln um die eigene Person kreisen und nur dann Kontakt zur Außenwelt aufnehmen, wenn man andere instrumentalisieren kann, um auf ihrem Rücken oder auf ihrer Leiche, eigene Ziele zu erreichen.

Wem dieses Urteil zu harsch erscheint, der kann leicht den Gegenbeweis antreten, in dem er uns die Freudengesänge und Bilder und Happenings der Freude all derer zeigt, die eben noch betroffen und bestürzt, nun erleichtert und erfreut darüber sind, dass kein 24jähriger Syrer in Berlin gestorben ist.

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23 Responses to Professionelle Betroffenheit: „Wir weinen“ um einen erfundenen Toten

  1. Pingback: [Kritische Wissenschaft] Professionelle Betroffenheit: “Wir weinen” um einen erfundenen Toten

  2. Ja, wir scheinen tatsächlich eine Betroffenenrepublik geworden zu sein. Allein die sachliche Feststellung eines Politikers, dass unter den Anzeigen in Köln auch Falschbeschuldigungen sein könnten, führten zu einem Sturm der Betroffenen! Wie kann es sein, dass jemand auch nur darüber nachdenken kann, dass Frauen nicht immer die Wahrheit sagen? https://www.facebook.com/photo.php?fbid=979325168809212&set=a.102499323158472.5019.100001952139131&type=3&theater

    Um einer drohenden politischen Ermordung zu entgehen, hat er sofort ein Dementi ausgegeben: https://www.facebook.com/albert.duin/posts/941320862571637?pnref=story

    Bevor ich auch gelyncht werde: Die Möglichkeit von Falschbeschuldigungen mache man sich bitte anhand folgenden Falles mal deutlich: http://www.focus.de/panorama/welt/jetzt-wird-gegen-sie-selbst-ermittelt-19-jaehrige-hat-versuchte-vergewaltigung-durch-fluechtlinge-frei-erfunden_id_4838758.html

    Wer der Meinung ist, das wäre nur ein Einzelfall, der lese doch bitte die bayerische Vergewaltigungsstudie auf Seite 163. Darin werden über 70% der Anzeigen als mögliche Falschbeschuldigungen gewertet: https://www.polizei.bayern.de/content/4/3/7/vergewaltigung_und_sexuelle_n_tigung_in_bayern_bpfi.pdf

  3. corvusalbusberlin sagt:

    Anstatt die Verantwortlichen für die Zustände des LaGeSo zur Verantwortung zu ziehen – Helfer hätten eine größere Chance, nehme ich an, als Leute aus der Bevölkerung wie ich, die schon mehrere E-mails geschrieben und auch Telefongespräche auf Grund dieser katastrophalen Lage, die seit Monaten anhält, geführt hat, wünscht man sich endlich einen Toten herbei, um damit die wirklich verheerenden Zustände zu verbessern.

    Ich kenne die Missstände durch einen Flüchtling, der mehrere Nächte ab 2 Uhr morgens vor dem LaGeSo verbrachte, um an einen Termin zu kommen.

    Vielleicht hat diesen Helfer die reine Verzweiflung zu dieser „Tat“ getrieben, um endlich auf die Realität aufmerksam zu machen. Wir wissen es nicht.

    Aber eins wissen wir, dass die Verantwortlichen sich wie immer aus dem Staube machen werden und dieser „Helfer“ vielleicht noch bestraft wird.

    Wie schön wäre es also gewesen, mit Blumen und Kränzen sein Beileid zu bezeugen,
    denn es ist hinreichend bekannt, dass es ein wunderbares Gefühl vermittelt, in der „Gemeinschaft “ zu trauen.

    Dieses „Geschehen“ führt uns wieder einmal vor Augen, in welch einer perversen Welt wir leben.

    • Unglaublich sagt:

      „Vielleicht hat diesen Helfer die reine Verzweiflung zu dieser “Tat” getrieben, um endlich auf die Realität aufmerksam zu machen. Wir wissen es nicht.“

      Und weil ich es nicht weiß, werde ich auch auch kein Organspenderausweis mit mir tragen. Denn ich weiß nicht welcher „Helfer“ sich in einem Akt der höchstmoralischen Instanz sich selbst dazu beruft, meine Geräte abzuschalten um die Organe einer anderen Person einzupflanzen. Die Story mach ich nicht, nicht weil sich irgendein ein Helfer am OP gerade verzweifelt fühlt um die seiner Meinung nach gefühlte Realität darauf aufmerksam zu machen. So nicht!

  4. Unglaublich sagt:

    Heute wurde als einen möglichen Grund des Irsinns die allgemeine Überforderung de „Helfers“ benannt, nicht ohne darauf hinzuweisen, daß das was nicht passiert ist, jederzeit passieren könnte. Ich will das jetzt auch nicht mehr ausführen, eine regelrechte Pandemie schizoider und Paranoia ähnlichen Geisteszuständen macht sich breit. Toppen würde es nur noch, die würden einem „Flüchtling“ eine Überdosis Insulin spritzen und über Nacht bei Gefrierpunkt auf die Parkbank legen ( auf die Parkbank, wo Obdachlose in Reality erfrieren ) – ich trau den alles zu inkl. das eben beschriebene um ihre Ziele zu erreichen, welche die auch immer sein mögen.

  5. Manfred sagt:

    Die Frau die vor den Zug in Berlin geschubst wurde um die weint keiner. Aber gleich Kerzen bei Lagesa anzünden. Mann sind wir verkommen.

  6. rote_pille sagt:

    *hust* Lügenpresse *hust*

  7. Martin Schönberger sagt:

    Ein sehr mutiger und treffender Artikel. Wäre es übertrieben zu sagen , daß sich „Dirk“ im medialen Gesamtzusammenhang auch erfolgreich als Alleinunterhalter im „Terrortainment“-Geschäft versucht hat? Es handelt sich schließlich um einen Anschlag auf Glaubwürdigkeit und Vertrauen schlechthin. Auf dem Rücken der angeblichen Flüchtlingsleiche tanzt unheimlich die „Zweck heiligt die Mittel“-Lüge durch die Zeilen der Berichte und hält die Betroffenheitskultur an ihrem traurigen Leben. Auch dieses „Erschütterungsexperiment“ findet ja leider nicht unter kontrollierten Bedingungen statt und verschiebt zum Schaden Vieler das tatsächlich zu Verändernde in die ach so moralischen Gefühlswelten der Gutmenschen mit weiteren Scheinlösungen. Ob dieser Fall wohl rechtliche Konsequenzen für den Urheber und die fahrlässigen Verbreiter haben wird?

  8. wizud sagt:

    Was mir bei der Berichterstattung in den alternativen Medien fehlt (von den MSM mal ganz zu schweigen), ist die Dimension einer vorsätzlichen Eskalation der Zustände. Geheimdienste und ihre Agent Provocateurs wissen sehr gut, daß ein einzelnes Todesopfer im richtigen Kontext und mit tatkräftiger Mitwirkung der Medien gewaltige Zündkraft besitzt und Aufstände mit zahlreichen Todesopfern nach sich ziehen kann. Glücklicherweise sind Deutsche und Zuwanderer trotz aller Zumutungen noch besonnen genug, um sich gegenseitig die Köpfe einzuschlagen.

    Der Verein „Moabit hilft“ gehört nach meiner Ansicht nach unter strengste Beobachtung des Verfassungsschutzes, und gegen die Beteiligten, die beim trickreichen Fingieren der nachweislich wahrheitswidrigen SMS ein beachtliches Maß an Manipulation bewiesen haben, sollte wegen Volksverhetzung ermittelt werden.

    • st sagt:

      „unter strengste Beobachtung des Verfassungsschutzes“

      Äh, wie meinen? Ausgerechnet unter Beobachtung des Bundesamts für Vortäuschung (BfV), des Vereins mit der größten Privat-Armee an ausgesuchten Agent Provocateurs auf allen Gebieten von weit rechts bis scharf links?

      Ernsthaft?

  9. Horst Porst sagt:

    Der Gute heißt Dirk Voltz und arbeitet offenbar bei mobile.de als „Leiter Unternehmenskommunikation“. Sicher doch, seine Professionalität bezüglich Kommunikation hat er unter Beweis gestellt.
    Wer möchte kann ihm ja per mail zu seinem Coup gratulieren: dvoltz@team.mobile.de
    Telefon (dienstlich) ist übrigens:030 8109-7209
    (alles informationen die man in 3 min bei google bekommt)

  10. Rotauer sagt:

    Solche Vorfälle freuen mich!
    Warum? Weil bald Wahlen sind!

  11. Martin Schönberger sagt:

    Manche Sachen stoßen einem leider besonders auf. Heute morgen erinnerte ich mich an die – mir besonders widerwärtige – letztjährige Polit-Aktion „Die Toten kommen“ des „Zentrums für politische Schönheit“. Einen deutlicheren Beleg für die Professionalisierung der Betroffenheit braucht man kaum zu suchen und der Zusammenhang zum erfundenen Lageso-Leichnam ergibt sich von selbst: Das den Opfertod stilisierende Welcome-Event fand eben seine Fortsetzung in einem weiteren, auch meine Tränen einfordernden inszenierten Ereignis. Beunruhigend aber ist, daß der zugrunde liegende individuell-psychopathologische Moment weite Teile der Gesellschaft bereits ergriffen hat – und sich in der gegenwärtigen Kultur wenig findet, was einen maßgeblichen therapeutischen Einfluß nehmen könnte. Es ist sehr schwer zugleich verhindernd und aufbauend zu wirken.

    • heter sagt:

      Bei uns ist jetzt erstmal Fasching:)

    • alexandrabader sagt:

      Lieber Martin,

      ich habe wegen diverser antifaschistischer Manifestationen, bei denen zugleich „Willkommenskultur“ gepredigt wird, auch auf das merkwürdige „Zentrum“ verwiesen, zu dessen Aktionen (und sieh dir mal deren Selbstdarstellung an: http://www.politicalbeauty.de ) mir spontan nur der Begriff „intelligence front“ einfällt. Bezeichnender Weise schwärmt die Wiener Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou (Grüne) für das „Zentrum“; sie sprach bei einer Kundgebung am Holocaust-Gedenktag davon, dass „Rechte“ einen „regime change“ in Europa anstreben und „wir“ daher um „Demokratie und Freiheit kämpfen“ müssten. Ironischer Weise verwendet sie einen Begriff, der mit den USA in Verbindung gebracht wird, für Parteien, denen man Nähe zu Russland nachsagt. Und natürlich wirken u.a. die Grünen an einem „regime change“ zur Zerstörung der Nationalstaaten mit: https://alexandrabader.wordpress.com/2016/01/28/was-ist-antifaschistisch-was-ist-rechts/

      Dass Leute massenweise Tränen vergießen um den Tod eines erfundenen Syrers, wundert mich nicht angesichts der emotionalen Verblendung vieler; jene, die jedes rationale Argument ausblenden, fühlen sich ja persönlich betroffen vom echten oder vermeintlichen Schicksal ihnen unbekannter Menschen (sofern diese keine Einheimischen sind).

  12. FDominicus sagt:

    Dazu reicht sogar ein Wort: WTF. Das ist vielleicht kein feines Wort aber „noch“ nicht das Unwort des Jahres aber das weiß ich was den „Gutmenschen“ der „Lügenpresse“ noch so einfallen wird.

    Ich bin betroffen, daß es keinen Gestorbenen gibt. Das will ich mal ein Gutmensch sein – mit heißen Tränen – und darf/kann es nicht.

    Ich denke ich werde dafür werben, daß sich einige dem Darwin Award stellen.

  13. seinswandel sagt:

    Es ist natürlich einfach sich jetzt über das „Betroffenheitshappening“ herzumachen. Schon aus Gründen der Fairness und Vollständigkeit sollte doch erwähnt werden, dass die Ehrenamtlichen sind, die sich seit Monaten den Arsch aufreißen, um eine gewisse Grundversorgung für die vor dem Lageso Wartenden herzustellen, wozu die Behörden offensichtlich zunächst gar nicht und bis heute nur deutlich eingeschränkt in der Lage sind. Die Ehrenamtlichen leisten also zunächst mal einen Beitrag dazu, die Situation, dass Menschen auf der Straße übernachten, frieren und Hunger und Durst leiden, abzumildern.
    Und ebenfalls der Vollständigkeit halber erwähnenswert: Der Verein „Moabit hilft“ hat die Falschmeldung erkannt, öffentlich zugegeben und sich dafür entschuldigt.

    • corvusalbusberlin sagt:

      Respekt vor den Ehrenamtlichen. Wenn das aber so weit geht, dass man sich inzwischen auf diesen ehrenamtlichen Helfern ausruht, die z. T. nicht nur ihren Urlaub opfern, sondern sogar unbezahlten Urlaub nehmen, dann hat das alles nichts mehr mit „Ehrenamt“ zu tun, sondern dann ist erwiesen, dass der Staat wieder einmal versagt hat. Nicht zum ersten – und wohl auch nicht zum letzen Mal.

      Und ich frage mich, ob die uneigennützig ehrenamtlichen Helfer nicht mit verantwortlich sind, dass die Politiker sich zum größten Teil in ihren Reden wälzen,die zum praktischen Teil „Wir schaffen das“ herzlich wenig beisteuern.
      Und ich frage mich, wie das enden wird???

      Ich schätze, irgendwann wird das alles im Chaos versinken und keiner ist schuld und noch schlimmer – es stirbt wirklich ein Flüchtling.
      Eigentlich erstaunlich, das dies bisher noch nicht passiert ist.
      Vielleicht werden dann sogar die Ehrenamtlichen zum Buhmann erklärt.

    • Lernender sagt:

      „Die Ehrenamtlichen leisten also zunächst mal einen Beitrag dazu, die Situation, dass Menschen auf der Straße übernachten, frieren und Hunger und Durst leiden, abzumildern.“

      Ich lass das jetzt mal dahingestellt zu fragen wo denn die ganzen „Ehrenamtlichen“ waren, in all den Jahren, in denen Menschen in Berlin generell gefroren haben, Hunger und Durst gelitten haben – und warum so ein tamtam gemacht wird, wenn es um einen Menschen geht, der über den Merkelkorridor eingewandert ist.

      Auch will ich mich an den Spekulationen beteiligen, wo man jenem Helfer nachsagt, die 24 Einwanderer, die dieser und sein homosexueller Lebensgefährte in ihrem eigenen Haus aufgenommen haben, sich mit den Hotelgutscheinen haben bezahlen lassen.
      Soll der hiesige Staatsanwalt sich drum kümmern.

      Meiner einer ist der Auffassung, künftig um jeden „Ehrenamtlichen“ der mit der Betteldose für Brot für die Welt scheppert einen weiten großen Bogen zu machen und den Fünfer lieber einem Obdachlosen meiner Wahl zuzuschieben. Ich fühl mich dann einfach besser. Zivilgesellschaft funktioniert eben doch.

      • seinswandel sagt:

        Die Tafel, Kältebusse, Bahnhofsmission usw. – das alles gibt es schon seit Jahren und Jahrzehnten und wird von Ehrenamtlichen (mit)getragen. Ich würde jetzt nicht das eine Engagement gegen das andere ausspielen. Brauchen wir nicht beides?
        An Spekulationen möchte ich mich ebenfalls nicht beteiligen.

        Im Übrigen halte ich es für eine grob unterkomplexe Darstellung, die hohe Flüchtlingszahlen seinen vornehmlich auf eine „Einladung“ der Regierung („Merkelkorridor“) zurück zu führen. Ein Auslöser für den sprunghaften Anstieg der Fluchtbewegung war etwa Hungersnot in den Flüchtlings-Camps, weil dem World Food Programm der UNO die Gelder ausgingen (soviel zum Thema „Brot für die Welt“).
        http://www.faz.net/aktuell/politik/fluechtlingskrise/wie-der-fluechtlingsandrang-aus-syrien-ausgeloest-wurde-13900101.html

        Für mich zeigt sich zunächst nur, dass die Verwaltung in ganz Deutschland Schwierigkeiten hatte, kurzfristig angemessen zu reagieren. Das hat neben der besonderen Situation der hohen Flüchtlingszahlen noch andere Gründe, unter anderem(!) hat das mit der politischen Steuerung zu tun, die streckenweise mehr mit politischen Grabenkämpfen beschäftigt ist, was wiederum unter anderem mit einer sehr aufgebrachten Stimmung in Teilen der Bevölkerung zu tun hat. Darüber hinaus sehe ich auf allen Ebenen zahlreiche Ansätze und Anstrengungen, die Situation zu bewältigen.

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