Rektor Anja schmollt: Alpha-Männchen darf keinen Vortrag halten

Die Kunde von einer neuen Posse aus dem universitären Betrieb, sie hat uns heute erreicht. Wir wollen Sie nicht vorenthalten.

Uni DuesseldorfDie Posse, sie spielt in Düsseldorf, an der Heinrich-Heine-Universität. Dort gibt einen AStA, wie an den meisten Universitäten, es gibt Anja, die Rektorin, und es gibt eine geplante Veranstaltung zum Thema TTIP, also zum Transatlantischen Freihandelsabkommen (Transatlantic Trade and Investment Partnership). Über dieses Abkommen, das ja umstritten ist, wollte der AStA diskutieren lassen. Eine Podiumsdiskussion zum Thema TTIP sollte es sein, und wenn man am Podium diskutieren will, dann braucht man dummerweise Diskutanten auf dem Podium, die untereinander und mit dem Publikum diskutieren.

Bernd Lucke, ehemaliger AfD-Chef und heute Alpha-Männchen schien den AStA-Organisationen genau der Mann für die Diskussion. Und sie hatten Recht. Bernd Lucke, er ist genau der Mann für die entsprechende Podiumsdiskussion. Hinter dem Alpha-Mann traten alle anderen potentiellen Teilnehmer so sehr zurück, dass man nicht einmal ihre Namen kennt. Lucke hat sie alle in den Schatten gestellt und alle affektiven Reaktionen auf sich gezogen. Die Herzen sind ihm jedoch nicht zugeflogen, schon eher aller Hass, zu dem die Linken fähig sind: An der Heinrich-Heine-Universität dürfe man dem Alpha-Mann Lucke keine Bühne bieten, damit dessen rechte Thesen am Ende noch gesellschaftsfähig werden, so sagte AStA-Vorsitzende Saskia Strasdat aus dem benachbarten Uni-Campus Duisburg-Essen.

Und in der Tat, mit Alpha-Männchen kann man nicht vorsichtig genug sein, heute sprechen sie noch auf der Podiumsdiskussion des AStA der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und morgen beherrschen sie schon die Welt. Gemäß der alten Doktrin von Heinrich Heine, der es so genossen hat, dass in Deutschland kein Verrückter lange alleine bleibt, denn keiner ist so verrückt, als dass er nicht einen „noch Verrückteren fände, der ihn versteht“, gemäß dieser Doktrin haben sich an der Universität Düsseldorf Linke eingefunden, die die Veranstaltung mit dem Alpha-Mann als so bedrohlich angesehen haben, dass sie damit gedroht haben, sie zu verhindern.

Das wiederum ist seltsam, sind doch Linke ausgesprochene Gegner von TTIP, und entsprechend würde man erwarten, dass sie ihre Parolen, die auf Demonstrationen gerufen werden, auch zu begründen und zu verteidigen und in Diskussionen zu vertreten im Stande sind. Nun hat abermals jener Heinrich Heine, dessen Name sich die Universität Düsseldorf genommen hat, gesagt, dass die Meinungsfreiheit es voraussetze, dass man auch eine Meinung hat. Um also Meinungsfreiheit zu nutzen, um seine Meinung zu artikulieren und zu verteidigen z.B. in einer Podiumsdiskussion, bedarf es einer solchen. Und offensichtlich ist es schwieriger, eine eigene Meinung zu haben, als Parolen zu grölen. Entsprechend ziehen manche Linke TTIP-Gegner das Grölen der Meinungsfreiheit vor und wollen verhindern, dass andere sie nutzen können.

Und die Universität in Person von Rektor Anja, sie hat flugs die Gelegenheit genutzt, um die Veranstaltung abzusagen. Die Sicherheit der Teilnehmer sei gefährdet gewesen. Die Polizei habe dazu geraten. Das haben die Universität und Rektor Anja ge- und die Veranstaltung abgesagt.

Heine HaryreiseDeutschland wäre nicht Deutschland, wenn es nicht einen Twist in der Geschichte gegeben hätte. So hat die Polizei, die in Düsseldorf offensichtlich nicht vollständig aus weiblichen Beamten besteht, sondern noch einsatzfähige Beamte in ihren Reihen zählt, zwischenzeitlich erklärt, man habe nicht dazu geraten, die Veranstaltung abzusagen. Rektor Anja hat demnach eigenmächtig gehandelt, und jetzt hat sie den Salat: Kritik von allen Seiten. Bernd Lucke kritisiert die Entscheidung. „Othmar Kalthoff, der 20 Jahre die Geschäfte der Uni-Freunde führte“, ist fassungslos ob der Entscheidung. Ja selbst „dem ehemaligen Uni-Rektor und heutigen Ehrenpräsident der Freunde, Gert Kaiser, erscheint die Absage …‚überzogen‘.

Da sehen Sie, wie schwer es Rektor Anja in dieser von Männern, von hegemonialen Männern, von Alpha-Männchen dominierten Welt hat. Da trifft sie einmal eine Entscheidung, nicht alleine, nein in Abstimmung mit der Polizei, wie sie fälschlicherweise behauptet, und was passiert: Kritik. Das ist so ungerecht, so hegemonial paternalistisch, weiß-männisch ungerecht, dass sich Rektor Anja wohl dazu entschlossen hat zu schmollen:

“Bereits am Freitag beantwortete die Pressestelle der Hochschule keine Fragen mehr zu dem Thema. Am Sonntag war auch der auf mehreren Kanälen gestartete Versuch erfolglos, Uni-Rektorin Anja Steinbeck zu der umstrittenen Absage zu sprechen.“

„Denk‘ ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht“, weil ich dann aufrecht sitze und vor Lachen nicht mehr schlafen kann.

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12 Responses to Rektor Anja schmollt: Alpha-Männchen darf keinen Vortrag halten

  1. Pingback: [Kritische Wissenschaft] Rektor Anja schmollt: Alpha-Männchen darf keinen Vortrag halten

  2. ich wunderte mich schon damals says:

    Sitzen da nicht überall die politischen Nachfahren der Studenten die damals mit der Mao-Bibel unter dem Kopfkissen geschlafen haben oder mit dem LSD Tröpfchen auf dem Löschblatt in der Tasche. Da brauchen wir uns nicht wundern über das Verhalten der Nachfahren. Sachliche Diskussion war noch nie deren Ding, sondern Chaos und Randale. Jetzt nur zu anderen Themen lässt die Antifa und ähnliche Gruppierungen ihrer Aggression freien Lauf und alle Anderen die was zu sagen haben kneifen.

  3. Frage: Welche Legitimation haben Studentenparlamente eigentlich?

    Antwort: So gut wie keine!

    Beweis: https://www.stura.uni-osnabrueck.de/sites/stupa.uos.de/files/common/wahluebersicht_stura_seit_1996_0.pdf

    Der Link zu den Wahlen in Düsseldorf ist zwar tot, aber an anderen Unis, bei denen ich nachgesehen habe siehts nicht besser aus. Mehr als 20% der Studenten gehen selten zur Wahl, der Schnitt liegt vermutlich irgendwo bei 15%. Teilweise reichen 20 Stimmen, um einen Sitz zu bekommen, also WG+Lerngruppe+Freundeskreis.

    Die Astas haben ihre Existenzberechtigung verloren, man braucht sie offenbar nicht und da sich kaum jemand darum kümmert sammeln sich dort eben die sich selbst therapierenden Freaks.

    Schafft das Gedöns ab, es kostet blos Geld und macht Ärger!

    • Bill says:

      Oh Nein!
      ASTAs sind das wichtigste Rekrutierungsfeld für neue „akademische“ Parteisoldaten.
      ASTAs eignen sich hervorragend, um Gelder für Supportgroups und diverse Stiftungen an Land zu ziehen.
      ASTAs können leicht gekapert werden um ob permanenter Obstruktion genervten Professoren Zustimmung zu absurdesten Ideen abzuringen.
      Gäbe es die ASTAs nicht, man müsste sie erfinden.

      • Hehe.. nun, ich baue da voll auf die Evolution und Selektion. Das ist im langen Blick ein ziemlich kritischer Pfad mit einem überaus engen Flaschenhals. Da wird das dann geregelt.

        Ich kam vorhin am Schwarzen Brett einer Jurafakultät vorbei mit der hochoffiziellen Ankündigung einer Einsparung von 64.000 Euro ab kommendem Semester, was in Form von wegfallenden Tutorien kompensiert wird. Hätte ich einen Stift dabei gehabt, hinter der Zahl stünde jetzt „entspricht zwei Migranten“.

        Eine andere Opportunität für den Betrag wäre der Semesterbeitrag für den Asta von *google* 30 Euro (hui!). Das multipliziert mit der Studentenzahl ergibt viele, viele Tutorien.

  4. Heinrich.Heine says:

    Zensur auf dem Campus, soweit ist es in der feministischen Universität gekommen. Keine Debatte mher, sondern pure Angst vor Argumenten gegen den links-feministischen Mainstream – aus gutem Grund, nichts stimmt bei Euch – kein Gender-Pay-Gap, keine Rape Culture, keine Campus Rape Epidemia. Bei solcher Verweigerung gegenüber Argumentation rotiert ein kritischer Schreiber wie ein Heinrich Heine im Grabe.

  5. Gereon says:

    Man sollte endlich über ein Verbot linker Parteien, Stiftungen und Institutionen nachdenken. Verfassungsfeindlich, Grundgesetzwidrig und latent und permanent kriminell. Erwiesenermaßen und nicht angedichtet wie bei der so angefeindeten AfD.

    Ich kann garnicht fassen, in was für einem Wahnsinn wir hier leben, welchem Wahn wir täglich begegnen müssen. Es ist alles verdreht, auf den Kopf gestellt, krank bis ins Mark. Es wird an sich selbst eingehen, wenn wir nichts tun, aber das wird dann ein sehr bitterer Weg für das Land.

  6. rote_pille says:

    TTIP wird sowieso durchgerückt werden, egal ob dazu Vorträge abgehalten werden oder nicht. Für die Konzerne gibt es keinen anderen Weg sich vor der Amok laufenden Meute aus linken Schwätzern in Medien und NGOs, Ökosekten, Klimakirche und regulierungsgeilen rechten Spießbürgern zu schützen, die sich alle zusammen gegen jeglichen Fortschritt, jedes neue Produkt und jede Technologie stellen, die nicht 10 Jahre lang 10000 Genehmigungen und Gütesiegel von irgendwelchen nutzlosen Bürokraten erhalten hat. Ich an deren Stelle würde die Regierung auch kaufen um auf die „Meinung“ dieser Leute volle Kanne sch…ßen zu können.

  7. Erbtante says:

    Alles schon mal da gewesen. Es gibt nur noch einen Unterschiede zur DDR:
    Genossin Anja glaubt den Käse, den sie erzählt, selber.
    Leider haben die Menschen aus der Geschichte noch nie gelernt.

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  10. Pingback: Wie gegen TTIP gehetzt wird | Basedow1764's Weblog

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