Was ist an Schulen los? Das ist an Schulen los! Erfahrungsbericht eines Gymnasiasten

Wir fragen auf ScienceFiles häufig: Was ist an deutschen Schulen los? Angesichts von Anti-Rassismus-Kampagnen und an US-Wahlergebnissen verzweifelnden Schülern, angesichts von schulischen Leistungstests, die zeigen, warum Unternehmen über den Ausbildungsstand von Schülern klagen, und angesichts von immer mehr Belegen dafür, wie Schulen zur ideologischen Indoktrination genutzt werden, ist dies eine logische Folge.

Heute geben wir eine erste Antwort auf diese Frage, das heißt nicht wir, sondern ein Gymnasiast aus Baden-Württemberg gibt diese Antwort, in dem er aus seinem schulischen Alltag berichtet, von den kleinen und großen Indoktrinationen, denen Schüler ausgesetzt sind, von Lehrern, die intellektuell von so manchem ihrer Schüler abgehängt werden und von Ethiklehrerinnen, deren Ethik soweit reicht, dass sie auf missliebige Fragen durch den Ausschluss des Fragestellers aus dem Unterricht reagieren.

Wir hoffen, mit diesem Beitrag eine kleine Serie starten zu können und andere Schüler, die uns bislang still mitlesen dazu zu motivieren, ihre Erfahrungen mit ScienceFiles-Lesern zu teilen.


Dieser Artikel ist aus der Sicht eines Schülers der 12. Klasse/erste Jahrgangsstufe (also meiner Wenigkeit) verfasst, er ist sozusagen ein Insiderbericht. Eine letzte Information dieser „Einführung zur Einführung“: ich besuche eine gegliederte Schule, darunter befinden sich die Gymnasien: BTG(=BioTechnologisches Gymnasium) meine Schulart, TG(=Technisches Gymnasium) WG(=Wirtschaftliches Gymnasium) und schließlich SG(=Sozialwissenschaftliches Gymnasium)

meinungsfreiheitIm Folgenden beschreibe ich anhand von Lehrmaterialien und freilich subjektiven, wobei ich versuche möglichst deskriptiv in meinen Ausführungen zu bleiben, Tatsachenberichten wie man sich den „indoktrinatorischen Alltag“ eines (biotechnologischen-)Gymnasiasten ungefähr vorzustellen hat. Das Partikel „biotechnologisch“ ist dabei bewusst hinzugefügt, weil ich ein naturwissenschaftliches Gymnasium besuche, meiner Erfahrung nach ist der Einfluss diverser Ideologien an den sozialwissenschaftlichen Gymnasien wesentlich stärker, über das wirtschaftliche Gymnasium liegen mir bedauerlicherweise keine direkten Informationen vor. Meine Erfahrung ist allerdings, dass, je „härter“ sprich auf Empirie und Experiment, also auf Naturwissenschaft eine Schulform ausgerichtet ist, desto geringer wird der direkte Ideologische Einfluss. Ich beschränke mich daher fast ausschließlich in diesem Artikel auf „weichere“ Fächer, also Deutsch, Englisch, GGK(=Geschichte-Gemeinschaftskunde) und Ethik. Das ganze ist von meiner Wenigkeit oft humoristisch aufgelockert, aber keineswegs übertrieben.

Ursprünglich hatte ich vor, mich auf Schulmaterialien und einige subjektive Beispiele für Indoktrination zu beschränken, die vergangenen Wahlen in den USA haben allerdings wieder für einige…Verwerfungen gesorgt, um es vorsichtig auszudrücken. Diese Gelegenheit möchte ich nutzen. Da gibt es zum Beispiel einen Lehrer, er unterrichtet Informatik, und scheint ein Bildungs-Idealist zu sein, seine Arbeit ernst zu nehmen und uns (seine Schüler also) bilden zu wollen. Das Wörtlein „scheinen“ ist hierbei essentiell wichtig, denn wenn es um ideologische Feinde, in diesem Falle Donald Trump, geht, dann lässt er jegliche Hemmungen seines Scheinliberalismus fallen, dann will er seinen Schülern erzählen, was sie für gut zu befinden haben.

Formuliert hat er es etwa so: „Das hier (Bildung, Schule) ist wichtig. Seht nach Amerika, ihr müsst verstehen, wie die Welt funktioniert, dass wird euch hier beigebracht. Damit so etwas (Trump-Wahlsieg) nicht noch einmal passiert.“

Wir lernen also: Es ist sehr wichtig, über die Welt Bescheid zu wissen, gebildet zu sein, aber vor allen anderen Dingen: Die korrekte Ansichten zu vertreten. Ein Antichrist wie Donald Trump, der rechtfertigt nicht einmal eine Argumentation, nein, den darf man wann immer es einem beliebt als Drohmittel für seine Schutzbefohlenen verwenden.

Denn nichts anderes wird doch mit solchen billigen Manipulationstechniken bezweckt: Lernt brav, sonst kommt Donald Trump und….ja, was eigentlich? Auf jeden Fall nichts Gutes, so scheint es. Wir können also folgern: Lehrer zu sein ist eine Sache, Denken zu können eine Andere. Könnte er es nämlich, er würde nicht davon reden, Schülern „helfen“ zu wollen, die Welt zu verstehen, er wäre sich bewusst, dass ein gebildeter Mensch vor allem in der Lage ist, kritisch zu hinterfragen, unabhängig zu sein und nicht auf irgendjemanden vertrauen zu müssen, der einem die Welt erklärt, einem sozusagen die „Meinung bildet“. Am liebsten hätte ich ihn auf diese an Faschismus grenzende, auf jeden Fall „schülerverachtende“ Frechheit hingewiesen, aber ich war bedauerlicherweise nicht in der Stimmung dazu.

Ich bin an sich ein streitbarer, schwer von Autorität zu beeindruckender Mensch, aber gelegentlich brauche auch ich eine Auszeit, sich ständig und überall mit jedem anzulegen, ist Verschwendung. Den rationalen Widerstand spare ich mir für wichtige Gelegenheiten auf.

Kommen wir aber zunächst zu einem weiteren Punkt: Ideologische, nennen wir sie Verunreinigungen des Lehrplans bzw. von Lehrmaterialien. Vorbei sind die Zeiten, in denen man als Schüler mit einem Anspruch an Schulung in logischem Denken und vor allem an Philosophie in den Ethik-Unterricht kam. Heute sind es „feministische Ethikerinnen“ wie Carrol Gilligan, denen man erlaubt ihre essentialistischen Wortgirlanden auf Schüler, man muss es sagen, zu ejakulieren.

Der Text „Gerechtigkeit und Fürsorge“, wurde von ihr verfasst und findet sich in „Standpunkte der Ethik- Lehr- und Arbeitsbuch für die Gymnasiale Oberstufe“, herausgegeben vom Schöningh-Verlag.

Ich konnte den Text bedauerlicherweise nicht vollständig im Internet finden und ehrlich gesagt ist es mir zu schade, dafür extra Geld auszugeben, deshalb werde ich einiges handschriftlich kopieren um dem geneigten Leser eine Vorstellung zu verschaffen, worum es geht.

gibberish1„Mit dem Entwurf eines alternativen Standpunkts möchte ich die moralische Entwicklung aus zwei moralischen Perspektiven rekonstruieren […] Die Gerechtigkeitsperspektive, die man oft mit moralischen Urteilen schlechthin gleichsetzt, wird neu verstanden als eine Art und Weise, moralische Probleme aufzufassen; als alternativer Bezugsrahmen wird eine Perspektive der Fürsorge entwickelt“

An dieser Stelle unterbreche ich kurz. Lassen Sie es auf sich wirken, und vor allem: versuchen Sie, dieses Satzungetüm in einem einzigen Satz zusammenzufassen. Geht nicht? Oh doch: „Meiner Ansicht nach gibt es zwei verschiedene Arten von Moral: Gerechtigkeits- und Fürsorgemoral, bisherige ( wie wir gleich erfahren männliche) Moral, ist reine Gerechtigkeitsmoral.“

Das ist die Quintessenz dieses sätzelangen Umherschwafelns. Ein bisschen wollen wir uns noch in Gilligans Lyrik vertiefen:

„Die Unterscheidung zwischen Gerechtigkeit und Fürsorge als alternative Perspektiven oder moralische Orientierungen ist empirisch auf die Beobachtung gegründet, dass ein Wechsel der Aufmerksamkeitsfokussierung von Gerechtigkeitserwägungen zu Fürsorgeerwägungen die Definition dessen, was ein moralisches Problem konstituiert, verändert und dazu führt, dass die gleiche Situation auf unterschiedliche Weise wahrgenommen wird.“

I’m astonished! Unterschiedliche moralische Einstellungen führen zu einer unterschiedlichen Sicht auf moralische Probleme? Wer hätte das gedacht. Aber das Wörtlein „empirisch“ stört mich ein wenig. Denn es folgt kein Verweis auf ein Experiment, auf eine Beobachtung, sonder nur „dass ein Wechsel der Aufmerksamkeitsfokussierung von Gerechtigkeitserwägungen zu Fürsorgeerwägungen die Definition dessen, was ein moralisches Problem konstituiert, verändert […]“ Wie genau Carol Gilligan die telepathische Leistung erbracht hat, in die Köpfe von Menschen zu sehen und Ihre gerade eben konstruierten (man könnte auch sagen: ausgedachten) Moralperspektiven zu entdecken und so zu dieser für mich schwer nachvollziehbaren Schlussfolgerung zu kommen, diese Antwort bleibt sie leider schuldig, vermutlich auch deshalb, weil sie die beiden Perspektiven im gesamten Text nicht definiert.

Kommen wir zum feministischen Teil des Textes, der uns darüber aufklärt, dass Männer und Frauen völlig unterschiedliche Moralvorstellungen haben, und deswegen die gesamte bisherige Philosophie damengerecht umgedacht werden muss:

„Wenn die Moraltheorie eine kohärentere und begrifflich besser durchgearbeitete Perspektive der Fürsorge zur Verfügung stellen könnte, dann würde sie es den Frauen leichter machen, über ihre Erfahrungen und Wahrnehmungen zu sprechen, und sie könnte andere befähigen, zuzuhören und zu verstehen“

Wir lernen: Frauen sind, obwohl als Menschen zur sprachlichen Kommunikation fähig, nicht in der Lage, sich verständlich zu machen, aufgrund einer ominösen „Fürsorgeperspektive“, die sie vermutlich sogar daran hindert, deskriptive Aussagen zu treffen. Wie muss ich mir das als gerechtigkeitsorientierter Macho vorstellen? „Das schöne rote Haus hat einen tiefen bedrohlichen Keller, in dem arme Katzenbabys aufgepeppelt werden“. Fürsorglich genug? Ansonsten klingt Gilligans Text für mich ein bisschen wie die Neuauflage des Rufes nach dem „neuen Mann“ der sich immer und zu jeder Zeit her every whim anpasst. Aber das ist nur mein Eindruck. Wer trotzdem eine Idee hat, darf und soll sie gerne als Kommentar kund tun.

Das ist nur ein Beispiel für äußerst wirre Texterzeugnisse, von denen ich nicht genau weiß, was sie in einem Ethik-Lehrbuch verloren haben. Schulung in Wortmagie? Beliebiges Herummeinen als Ersatz für belastbare Beweise? Ich weiß es wie gesagt nicht.

Nun ist aber Schluß mit harmlosen Wortonanierern. Kommen wir zu den harten Ideologen und Genderisten, die insbesondere in einem gewissen Schulbuch ihr Unwesen treiben. Die Rede ist von Crossover, einem ergiebigen Fundus an seltsamen Schlussfolgerungen, Ideologie und Indoktrination. Wem dieses Englisch-„Lehrbuch“ nichts mehr sagt, der möge sich den Artikel „Schlimmer als im Dritten Reich: Indoktrination in Schulen dieses Mal von links“ auf Sciencefiles zu Gemüte führen.

Auf Seite 29 findet sich etwa der folgende Text. Der Titel, „Stay-at-home-Dads“ lässt bereits Schlimmes erahnen:

„When Christine Black dated photographer Mark Howells ten years ago, he told her that someday he wanted to raise their kids. Christine, a lawyer, thought that was just great. Nine years later, Christine Howells was a successful partner at a San Francisco law firm, while Mark spent his time at home with their 5-year old son, Micky, and infant daughter, Sarah. The 2006 US census reported that there were about 143,000 stay-at-home dads, a tiny number next to the 11 million stay-at-home mums. These men are social entrepreneurs challenging traditional definitions of manliness by throwing over one of the key measures of masculinity: the size of the paycheck. Men have to be tolerant. The solo stroller-pushing dad remains a target for unwanted advice.“

Die Zusammenfassung auf Deutsch: Bestimmte Männer sehen den Sinn des Lebens offenbar darin, sich an ihrem Nachwuchs auszurichten, in dem sie zuhause bleiben und Kinderwägen schieben, während Mutti (in diesem Fall sogar als Rechtsanwalt) den Familienunterhalt verdient. Allerdings stellen die Hausmänner nur die Minderheit dar, wenn man sie mit den Hausfrauen vergleicht(laut US census 143.000 zu 11 Millionen). Das macht diese Männer zu „social entrepeneurs“, einen Begriff, den es im Deutschen auch gibt, gemeint sind Unternehmer, die sich für die Lösung sozialer Probleme einsetzen. Hausmänner als Revolutionäre? Wie dem auch sei, nun schreibt sich der Autor zum ideologischen Orgasmus, denn nicht nur „social entrepeneurs“ , nein, auch Kämpfer gegen traditonelle Rollenbilder sind sie, Rollenbilder, deren Eckstein unter anderem die Höhe des Lohnauszugs ist. Und tolerant müssen Männer gegenüber dieser Entwicklung auch sein, schließlich würden sie wohl ohne diesen (vermutlich weiblichen Hinweis) jeden Kinderbuggy schiebenden und -fläschchenwärmenden „social entrepeneur“ wohl sofort traditionell maskulin verwemsen. Okay, einige Einschübe konnte ich mir nicht verkneifen, aber die Quintessenz dürfte klar sein.

Wir hatten vorhin ja eine „feministische Ethikerin“ zum Thema. Ob dort eine Begriffsverwandtschaft zu „arischer Physik“ oder „kommunistischer Mathematik“ besteht, ist nicht klar. Klar ist jedoch, dass Englischbuchverfasser(?) in Gestalt von Shaunessy Ashdown und Marilyn Clifford-Grein um einiges schlimmer sind, können sie es doch nicht lassen, ihre ideologischen Griffel von Statistiken zu lassen und Zahlenwerte in ihrem Sinne frei herum zu interpretieren. Was hat bitte die Anzahl an Hausmännern mit traditionellen maskulinen Rollenbildern die sich angeblich am Lohn ausrichten zu tun? Verschwinden jene dann einfach? Und was ist mit den Karrierefrauen? Mutiert der Lohn dann nicht plötzlich auch zu einem „key measure“, nur eben für Femininität als eine Art „Karrierefemininität“ oder wechselt dann das Geschlecht? Mal im Ernst: Wie dämlich muss man denn bitte sein, um diesen einfachen Widerspruch nicht zu erkennen.

Wie ideologisiert muss man sein, um in anderen Lebensentwürfen etwas Anderes zu sehen, als eben einen anderen Lebensentwurf. Das ist doch wieder genderistischer Essentialismus erster Güte. Wenn ich mich statt in die Toilette in das Waschbecken übergebe, ob des täglichen Unsinns den ich lesen muss, „challenge“ ich dann auch traditionelle Rollenmuster von Toiletten? Darüber sind Ashton et al bestimmt schon dabei einen Text zu verfassen.

crossover-2Crossover, so wird langsam klar, ist tatsächlich eine Überführung, eine Überführung in den Wahnsinn möchte ich schon sagen. Wahnsinn der einem in Lohnauszügen Eckpfeiler der Maskulinität und in Hausmännern Sozialunternehmer sehen lässt.

Nach einigen Beispielen (ich will den Leser nicht langweilen) komme ich nun einer Frage, um deren Beantwortung mich die Sciencefiles-Redaktion gebeten hat: Die Frage, wie ich mit dem täglichen Angriff auf meinen Intellekt umgehe?

Eine gute Möglichkeit ist meiner Erfahrung nach die direkte Konfrontation. Das ist nicht unbedingt die Methode, die einem immer Sympathien einbringt, aber zumindest mich entspannt es, unerträgliche logische Widersprüche in sich zusammenfallen zu lassen, das ist ein wenig wie ein Muskelkrampf, der sich löst.

Aber ich kenne auch einige Klassenkameraden, die noch kritisch zu denken in der Lage sind und gut finden, was ich mache. Ich glaube auch eher, dass sich bei Manchen eine gewisse passive Duldung nach dem Motto „lasst mich einfach in Ruhe“ einstellt, was ich gut nachvollziehen kann. Auch eine Methode, mir aber zuwider, weil ich Passivität gegen offensichtlichen Schwachsinn einfach nicht halten kann, das ist in etwa so, wie wenn ich lügen würde, ein schlechtes Gewissen, nichts getan bzw. gesagt zu haben.

Wie gesagt, nicht immer die sozial sinnvollste Methode. Ich bin zum Beispiel letztes Jahr im November mit meiner Ethik Lehrerin aneinander geraten. Es ging um Beispiele für Menschenrechtsverletzungen bzw. Verfassungsbrüche in Deutschland und Europa und da habe ich selbstverständlich die Frauenquote ins Spiel gebracht, die wenn ich mich nicht irre, auch bereits was ihre Verfassungs(nicht)konformität angeht auf diesem Blog thematisiert wurde. Ich erntete sehr schnell heftigen Gegenwind, der mich sehr überrascht hat, offenbar hatte ich einen wunden Punkt getroffen. Ich blieb in der für mich typischen kühlen, neutralen Art und stellte für mich logisch dar, was die Frauenquote verfassungsfeindlich und vor allem diskriminierend macht.

Die Lehrkraft steigerte sich dabei immer mehr in einen Zustand der Erregung hinein, der dann schließlich seinen Klimax im Märchen vom Patriarchat hatte (systematische Frauenunterdrückung, aber das ist ja das Gleiche in der feministischen Terminologie), es ging noch etwas weiter, endete dann mit meinem wohl ideologisch motivierten Ausschluss aus dem Unterricht für den Rest der Doppelstunde. Im Ethikunterricht wohlgemerkt, wo man von den Lehrkräften eigentlich eine besondere Toleranz bzw. Konfliktfähigkeit erwarten dürfte. Ich bin jedenfalls nicht ausfällig geworden, was man mir auch bestätigt hat.

Wie dem auch sei, ich will einfach meine Hochschulreife, der ganze Rest ist für mein zukünftiges Leben nahe an der Bedeutungslosigkeit.

Danke an alle Leser, die meine Ausführungen bisher durchgestanden haben, es war mein erster Artikel dieser Art, deshalb bin ich äußerst offen für Kritik, ansonsten hoffe ich, dass er einen Einblick gewähren konnte, wie es um den schulischen Alltag in Baden Württemberg/Deutschland aus der Sicht eines Schülers bestellt ist.

Zum Abschluss möchte ich auch noch ausdrücklich der ScienceFiles-Redaktion danken für die Möglichkeit, mich an meinem ersten Artikel überhaupt versucht haben zu dürfen.


Über Michael Klein
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56 Responses to Was ist an Schulen los? Das ist an Schulen los! Erfahrungsbericht eines Gymnasiasten

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  3. corvusalbusberlin sagt:

    Herr Klein, ich habe nicht soviel Zeit, um alle Artikel haarklein durchzulesen. Aber zu diesem Thema ist meine Antwort folgende:

    Ich bin glücklich, dass meine beiden Gören nicht solchen Lehrern ausgeliefert waren. Sozusagen, das Glück der frühen Geburt.

  4. Tobias Wart sagt:

    Wenn das ein 16jährige – ohne massive Hilfe eines Lehrers oder sonstigen Akademikers – verfasst hat, fresse ich einen Besen.
    Um es im echten Vokabular eines Teenagers auf den Punkt zu bringen: Fake!

    Ich hoffe diese Farce ist nicht von Sciencefiles selbst zu verantworten, denn dann würden die Betreiber in ihrem Ansehen bei mir tief abstürzen…

    • Sie haben offensichtlich zu geringe Ansprüche an Schüler. Der Text ist authentisch. Der Schüler ist uns namentlich bekannt. Es gibt ihn also.
      Guten Appetit.
      Bitte nehmen Sie sich dabei auf, wie Sie einen Besen fressen, damit wir und die Leser von ScienceFiles etwas zu lachen haben.

      • corvusalbusberlin sagt:

        Ich hätte mich als 16jährige wahrscheinlich dieser
        „Wissensvermittlung“ entzogen, meinen Rucksack gepackt und wäre verschwunden, wenn meine Eltern nicht zu mir gestanden und mich sofort von dieser Schule genommen hätten.

        Hoppla, der Junge war 16. Kann er nicht die Schule wechseln?
        Bei meinen war das damals möglich, wenn aus irgendwelchen Gründen erwünscht.
        Das würde ich gerne wissen.

      • Ich glaube schon, dass der Text authentisch ist und es so intelligente und eloquente 16jährige gibt, die sowas verfassen können. Desto schlimmer, dass intelligente Schüler und unser Nachwuchs von verblödeten Lehrern in ihrer Entfaltung und Bildung gehindert werden.
        Dennoch gibt mir der Artikel Hoffnung, da es noch Persönlichkeiten gibt, die aufstehen und sich nicht alles gefallen lassen.
        Ich wünsche dem Schüler alles Gute auf seinem Weg, der wohl steinig wird, wie ich es erfahren musste, denn die Dummen pochen auf ihr Recht und sitzen ganz oben.

        Wie sagte Einstein: „Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“

    • Autor sagt:

      Hallo Herr Wart,

      ich bin tatsächlich 17 Jahre alt und habe den Artikel selbst und ohne irgendwelche Veränderungen seitens der Sciencefilesredaktion oder sonsitger Dritter verfasst. Das sie die Authentizität bezweifeln, kann ich ehrlich gesagt nachvollziehen, wenn ich mir einige meine Altersgenossen anschaue. Nichts destotrotz möchte ich sie darum bitten, den Inhalt dieses Textes bewerten und nicht ihren subjektiven Eindruck zu einem Factum zu erheben. Darüberhinaus halte ich es für beleidigend wenn sie Jugendliche pauschal als inkompetent bezeichnen, ohne jegliche Differenzierung. Ich erinnere sie nur an Genderisten und Ministerdarsteller wie Heiko Maas. Diese sind selbst (formale) Akademiker, aber trotzdem nicht einmal in der Lage kohärente Aussagen zu fabrizieren. Das ist nun übrigens eine begründete Pauschalisierung, Beweise finden sich ja auf diesem Blog mehr als genug.

      Mit freundlichen Grüßen,

      der Autor dieses Textes.

      • corvusalbusberlin sagt:

        @den Auto dieses Artikels.

        Ich glaube Ihnen ohne weiteres , dass Sie diesen Artikel geschrieben und veröffentlicht haben. Es gibt auch in dieser Zeit außergewöhnlich Jugendliche, die aber einen besonderen schweren Weg vor sich haben werden.

        Ich hoffe, dass Ihnen das bewusst ist. Es ist erst der Anfang für einen steinigen Weg, denn auf der Uni werden Sie kaum andere Erfahrungen machen als auf Ihrer Schule.
        Die Verblödung geht weiter.

        Jetzt können Sie sich schon mal auf den 1. Kampf einstellen, was es heißt, gegen den Strom der Zeit zu schwimmen, wenn Ihre Lehrer um den Artikel wissen.

        Ich empfehle Ihnen gute Literatur zu lesen, um die Ihnen gemäßen „Lehrmeister“ zu finden, wenn auch gerade diese nicht als Lehrmeister fungieren wollen.

        Ich bin 79 Jahre alt , habe von klein auf meine Meinung vertreten und versucht meinen Kinder dies zu vermitteln, was mir weniger oder mehr gelungen ist.

        Ihnen wünsche ich alles Gute für Ihren Lebensweg.

        P.S. Wenn ich jemanden schreiben würde, was ich als 17jährige schon alles hinter mich gebracht habe, würde mir keiner glauben.

        • corvusalbusberlin sagt:

          @ An den Autor dieses Artikel -Nachsatz-
          Im Nachhinein habe ich einige unschöne Tippfehler angetroffen und bitte, diese zu entschuldigen.

        • Autor sagt:

          Hallo Corvusalbusberlin,

          ich bin mir (sehr zu meinem Leidwesen) diesem Umstand bewusst. Aber ich weiß auch, dass Passivität und Anbiederung an Unrecht und Unfug der erste Schritt in eine totalitäre Geisteshaltung ist.

          Was Lektüre/Lehrmeister angeht: ich habe mir zu Weihnachten (nach der Lektüre von „Das Schloß“) „Der Process“ von Franz Kafka, Die drei Kritiken von Immanuel Kant und dann der Reihenfolge entsprechend Arthur Schopenhauers drei Hauptwerke gewünscht.

          Denn:

          „Ein Verstand braucht Bücher, wie das Schwert den Schleifstein“ -Tyrion Lannister

          Mit freundlichen Grüßen,

          der Autor

          • corvusalbusberlin sagt:

            @ den Autor
            Da haben Sie eine großartige Auswahl getroffen und für Jahre vorgesorgt.

            Mein Vater hat mir als 14jährige die „Aphorismen zur Lebensweisheit“ geschenkt, die ich mit mir herumtrug, wie andere eine Bibel.
            Es ist bis heute eins meiner wichtigsten Bücher geblieben.

            Was ich Ihnen auch noch empfehlen könnte, sind „Briefe“ 1902-1962 von Hesse.
            Ein bisschen weit hergeholt, ich weiß, aber aktueller, denn je.

            Und wenn Sie dann noch „Zeit“ haben sollten – Henri Bergson und Henry David Thoreau.
            Besser erst Thoreau und dann Bergson, denn…….

            Zu Ihrem Zitat wird auch ein weiterer Autor genannt — George R.R. Martin(?)

            Alles Gute für Sie
            corvusalbusberlin

          • Autor sagt:

            Anmerkung zum Zitat:

            Tatsächlich scheint es ursprünglich von George R. R. Martin zu stammen. Entschuldigung dafür, ich kannte es bisher lediglich aus der Serie „Game of Thrones“.

            Der Autor

            • corvusalbusberlin sagt:

              „Game of Thrones“scheint wohl ein Serienfilm zu sein der auf einer Buchserie von Martin zu basiert. Habe von dieser Art von Filmen keinerlei Ahnung.

              Aber wo wir jetzt schon mal bei Filmen sind: „Nigth on Earth“ und „Down by Law“ kann ich nur empfehlen, falls Sie sie nicht kennen.
              Für mich, außergewöhnliche Filme. Sensibel, intelligent , humorvoll und psychologisch sehr anspruchsvoll.

      • Carlos sagt:

        Ich möchte Ihnen zu diesem Text durchaus meine Anerkennung aussprechen.
        Gut gemacht!

        Gehen Sie Ihen Weg konsequent weiter auch wenn es manches mal noch sehr schwer werden wird!

        Ich wünsche Ihnen alles gute!

      • R1D2 sagt:

        Lass Dich nur nicht provozieren durch Leser, die den Text für frisiert halten. Manche können sich einfach nicht vorstellen, welche Fähigkeiten junge Menschen schon früh entwickeln können, wenn sie der Indoktrination und Gleichschaltung entgehen! 🙂

        Wie Vera F. Birkenbihl es in ihren Vorträgen so schön ausdrückte: Kinder haben nach der Geburt ein volles Potential, dann kommt die Erziehung, die klauen ein Teil, dann die Schule, die klaut einen anderen und am Ende bleibt davon nur noch ein Bruchteil dessen, was mühelos erreichbar wäre. Sei froh: bei Dir blieb offensichtlich viel erhalten!

        Mit Deinem Humor könnten Dir die Vorträge von Frau Birkenbihl mglw. auch gefallen. Vielleicht erkennst Du darin ja so einiges, was Dir vorgesetzt wird. Hat mir mehr gebracht als die Schule (über die es auch einen eigenen Vortrag von ihr gibt):

        Alles Gute auf Deinem Weg!

        • Autor sagt:

          Dankeschön für den Hinweis auf Frau Birkenbihl. Nachdem was ich bisher gelesen und gesehen habe, könnte das in der Tat etwas für mich sein.

      • Marco L. sagt:

        Danke für den Text, super Inhalt gute schreibe. Unsachliche Anwürfe im Kommentarbereich sind leider typisch für das Internet, evtl. nicht mal ignorieren.

        Wer einem Autor dies oder jenes nicht „glaubt“ weil er so oder so alt sei wäre für mich, unabhängig von der Unverschämtheit und Unhöflichkeit mal, kein Diskussionspartner.

    • John Raven sagt:

      Auch während meiner Schulzeit gab es Mitschüler, die den anderen Jungs und Mädels in jeder Hinsicht weit voraus waren.
      Und geifernde Lehrer und Lehrerinnen, die den Dialog mit den Schülern mit lautem Gebrüll ersticken, kenne ich nur zu gut.
      Ich war selber Lehrer.

      • Katalysator sagt:

        Kann ich nur bestätigen, bin auch selbst Lehrer gewesen. Hatte in jedem Jahrgang einige ausgezeichnete Schüler/innen, was Intellekt und Sprachvermögen anbetraf.

    • mal kurz angemerkt sagt:

      Es gibt Schüler die schon früh ein gesundes Gerechtigkeitempfinden haben und erkennen rechtzeitig eine Manipulation. Wo bei nicht die linksgrüne Gerechtigkeit gemeint ist sondern die Politische und die im Zusammenleben der Menschen, wo Ursache und Wirkung die größte Rolle spielen.
      Ein 12jähriger Enkel von mir braucht nur kurze Stichwörter um dann den richtigen Zusammenhang zu erkennen, ohne das man ihm in eine bestimmte Richtung erzogen hat. Ist natürlich klar das er in diesem Schulsystem, welches hier herrscht als Außenseiter angesehen wird. Er diskutiert zwar nicht mit denen aber er verhält sich entsprechend seiner Überzeugung. Er hat schon erkannt das diskutieren im Allgemeinen nichts bringt. Zu Hause tut er das schon. Natürlich kann er noch keine entsprechende Texte verfassen.

    • Florian Geyer sagt:

      Der eine oder andere schüler ist offenbar noch nicht so weit moralisch und intellektuell von Ihren „Bildungsreformen“ geschädigt wie Sie es gerne hätten!

  5. Marcus Junge sagt:

    „Wie dem auch sei, ich will einfach meine Hochschulreife, der ganze Rest ist für mein zukünftiges Leben nahe an der Bedeutungslosigkeit.“

    Verständlich, aber trotzdem falsch, denn solche Idiotologen sitzen schon heute überall und machen nicht nur die Gesetze, sie befinden auch über deren Einhaltung. Gerade an den Dummiversitäten werden sie derartige Leute wieder antreffen, dort noch in gesteigertem Wahnsinn, denn die bilden ja die Leerkräfte aus (ein „h“ verbietet sich). Und bisher sieht es nicht nach Besserung aus, ganz im Gegenteil. Links & gutmenschlich (CSUCDUFDPSPDGRÜNSED) hat die Macht in der Hand, über 80% der möglichen Wähler stimmen deren fortgesetzter Herrschaft bei jeder Wahl zu.

    • Dem kann ich nicht zustimmen. Warum sollte man ausgerechnet von diesem Schüler verlangen, sich rund um die Uhr zu streiten. Er tut sowieso schon mehr als die meisten. Insofern sollte man ihm Respekt für das zollen, was er tut. Aber es ist ein weitverbreitetes Phänomen in Deutschland, dass diejenigen, die Besonderes leisten von manchen dafür anstatt Anerkennung die Aufforderung ernten, noch mehr zu tun.

      Jenseits davon: You can only win a war if you choose the right battle. An Gymnasien gibt es little skirmishes, the right battle wird eher da geschlagen, wo die meisten Erwachsenen tagtäglich den Mund halten und zusehen.

      • Marcus Junge sagt:

        Sie beide haben meinen Kommentar nicht so verstanden, wie er gemeint war. Es sollte keine Aufforderung sein jedem Linken und Gutmenschen 24/7 ins Gesicht zu sagen, was für Idioten sie sind und warum sie Wahnsinn verkünden.

        Er schreibt doch der PC-Wahnsinn werde nahezu Bedeutungslosigkeit erlangen, sobald er weg ist vom Gymnasium und ich schrieb darauf dies funktioniere nicht, weil die PC-Wahnsinnigen gerade dort sich anhäufen, wo er als nächstes hin will und auch ansonsten überall sich ausgebreitet haben und weiter ausbreiten.

        Also bitte, wo ist in meinem Kommentar die Aufforderung er solle diese angehen? Ich finde da weiterhin keine Aufforderung zur Konfrontation. (Die kommt von ganz allein, wenn die andere Seite mitbekommt, wie er denkt, wegen der typischen „Toleranz“ der Linken und Gutmenschen) Sollte ich ihm das nicht jetzt schon sagen dürfen 🙂 .

        • „“Wie dem auch sei, ich will einfach meine Hochschulreife, der ganze Rest ist für mein zukünftiges Leben nahe an der Bedeutungslosigkeit.”

          Verständlich, aber trotzdem falsch,…“

          Ich denke, für Deutschsprecher ist das unmissverständlich.

    • Autor sagt:

      Um neben Herrn Kleins Antwort noch ein sehr gutes Zitat einzubringen:

      „Siegen wird der, der weiß, wann er kämpfen muss und wann nicht“ – Sun Tsu

      Alles andere ist, wie ich schon schrieb, (Zeit-)Verschwendung

  6. Dieter sagt:

    Ich bin erst nach der Schule klug geworden.
    Lebenserfahrungen sind der beste Lehrer.
    Trotzdem Hut ab, eine gute Leistung.
    Übrigens, fürs Nichtstun gibts auch eine Rechnung.

  7. Elenora sagt:

    Auch ich musste festellen, was es heisst, den Lehrkörpern (oder sollte ich besser Leer-körpern schreiben?) Fragen zu stellen, die sie nicht bereit waren zu beantworten. Ich erhielt dafür einen Tadel, weil ich damit die Aurorität der Lehrer untergraben hatte…Obendrein bin wegen meiner Fragen zum Aussenseiter innerhalb der Klassengemeinschaft geworden. Schöne neue Welt
    Auch ich gehöre dem Ba-Wü-Schulsystem an

    • Autor sagt:

      Hallo Eleonora,

      ich weiß was Du meinst. Mir wurde, nachdem ich Beweise für Anschuldigungen gegen Donald Trump (affektiver Art: Faschist, Beleidigungen etc.) sogar gesagt „das ich mir damit (meinen Fragen, meinem kritischen Nachdenken also) keine Freunde machen würde“. Meine Antwort: „ob ich mir damit Freunde mache ist mir egal, es geht mir darum, Behauptungen zu belegen und nicht wie ein pavlowscher Hund konditionierte Reaktionen herunterzuspulen.“

      Zu „Klassengemeinschaft“: Das ist ein ähnlicher Begriff wie „Volksgemeinschaft“. Ziel ist wohl, Individualität abzuerziehen und Menschen in Kollektive einzugliedern um sie, von der Gemeinschaft psychisch abhängig, gefügig zu machen. Aber spätestens mit dem Austritt aus dem Schulsystem, kann es dir egal sein, ob deine Mitschüler dich mögen oder nicht.

      Was genau heißt „Aussenseiter“ in diesem Fall? Wirst Du bewusst gemieden oder Ähnliches/Schlimmeres?

      Mit freundlichen Grüßen und bleib bei deinem Hinterfragen,

      Der Autor

  8. Dirk Wunderlich sagt:

    Er nahm seine Brille von der Nase und putzte sie sorgfältig. Dabei murmelte er: »Ich frage mich wirklich, was sie ihnen eigentlich auf den Schulen beibringen.«

    C. S. Lewis, Der König von Narnia (erschienen 1950)

    • Maria Kleinert sagt:

      In jeder Gesellschaft dieser Erde wird den Schülern genau das beigebracht, was die bestehende Ordnung nicht gefährdet.
      Oder glauben Sie wirklich, dass die herrschende Elite es zulässt, dass Ideen in den Schulen gelehrt werden, die die herrschende Klasse in Gefahr bringen könnten?
      Dies gilt für jeden Staat dieser Erde, auch für (den) Vatikanstaat.

      Allerdings müssen die Menschen zum Erdenken neuer Lösungen erzogen werden, um den Reichtum und die Macht der herrschenden Klasse abzusichern.
      Sie sehen, dass dies ein Spagat ist, oder?

  9. Dirk Wunderlich sagt:

    Ich frage mich, ob wir uns der Bedeutung der an unseren Schulen verwendeten Lehrbücher hinreichend bewußt sind. Deshalb habe ich ein kleines Buch zum Gebrauch der »Knaben und Mädchen der Oberstufe« zum Ausgangspunkt dieser Vorlesungen gewählt. Ich nehme nicht an, die Verfasser dieses Buches (es sind zwei) hätten es in böser Absicht geschrieben […] Ich will daher ihre Namen verschweigen, sie einfach Gaius und Titius nennen und ihr Werk Das grüne Buch. […] Ich befasse mich hier nicht mit dem, was sie sich wünschten, sondern mit der Wirkung, die ihr Buch auf den Geist des Schülers haben wird. […] Blieben Gaius und Titius bei ihrem Leisten und lehrten sie (wie versprochen) ihre Leser die Kunst des Aufsatzschreibens, dann hätte ihre Aufgabe darin bestanden, neben diese Anzeige Texte großer Schriftsteller zu setzen, worin die gleiche Empfindung richtig ausgedrückt wird, und dann den Unterschied aufzuzeigen. […] Zugleich wäre es tatsächlich eine Lektion in Literatur gewesen, ein Gebiet, dem Gaius und Titius ungeachtet des von ihnen erwähnten Zieles mit ungewohnter Scheu ausweichen. […] Aus dem besagten Abschnitt wird der Schüler überhaupt nichts über Literatur erfahren. Was er sich daraus aber schnell genug und vielleicht für immer merken wird, ist die Meinung, alle durch örtliche Assoziation hervorgerufenen Empfindungen stünden an sich im Gegensatz zur Vernunft und seien verachtenswert. […] Ohne ihm etwas über Literatur beizubringen – lange bevor er alt genug ist, selber zu unterscheiden –, haben Gaius und Titius aus seiner Seele die Fähigkeit zu gewissen Erfahrungen, welche Denker von überlegenerer Autorität für großherzig, fruchtbar und echtmenschlich hielten, herausoperiert. […] Das ist ihre Tageslektion Englisch, wobei sie über Englisch nichts gelernt haben. Ein weiteres Stückchen des menschlichen Erbes ist ihnen unbemerkt entwendet worden, ehe sie alt genug waren, zu begreifen. […] Nicht eine Theorie pflanzen sie seinem Geist ein, sondern eine Voraussetzung, die ihn zehn Jahre später, wenn deren Herkunft vergessen und sie selber unbewußt geworden ist, veranlassen wird, in einer Auseinandersetzung, die er nie als eine solche erkannt hat, Partei zu ergreifen. […] Wenn wir das Empfindungsvermögen unserer Schüler verkümmern lassen, machen wir sie zu einer um so leichteren Beute für die Propagandisten. Denn die ausgehungerte Natur rächt sich, und ein hartes Herz ist kein unfehlbarer Schutz für ein weiches Gehirn. […] Falls sie diesen Weg wählen, wird sich zwischen der alten und neuen Erziehung ein erheblicher Unterschied zeigen. Während die alte eine Einweihung war, wird die neue nur eine »Konditionierung« sein. Die alte behandelte ihre Schüler, wie Vögel ihre Jungen behandeln, wenn sie ihnen das Fliegen beibringen; die neue verfährt mit ihnen eher wie der Geflügelzüchter mit Küken; er züchtet sie auf eine bestimmte Art zu einem bestimmten Zweck, von dem die Küken nichts wissen. Kurz, die alte Erziehung war eine Art Vermittlung: Menschen gaben Menschlichkeit an Menschen weiter; die neue ist nur Propaganda.

    C. S. Lewis, Die Abschaffung des Menschen (erschienen 1943)

  10. Ich möchte dem Autor meinen tiefen Respekt aussprechen und wünsche ihm von Herzen, dass er an dem zu erwartenden Widerstand nur stärker wird und nicht einknickt oder gar daran zerbricht. Nach seinen Schilderungen muss ich mir aber darüber wohl keine Sorgen machen.

  11. Hoffnung sagt:

    Respekt an den jungen Autor. Sie lassen sich nicht vorschreiben was Sie zu denken haben. Sie wissen wie Sie richtig denken und ziehen die nötigen Schlussfogerungen. Ihren Text zu lesen war mir ein Genuss. Sie haben die Begabung den Leser durch Ihren flüssigen Schreibstil zu fesseln. Habe kein Abitur oder Studium gemacht.

  12. Karl sagt:

    Hi, ich bin 22 Jahre jung und Azubi, besuche also auch eine (Berufs)-Schule. Hat richtig gut getan deinen Text zu lesen. Ich denke es ist gut und richtig, so nüchtern und sachlich sonstwie ideologisierten Lehrkräften entgegenzuwirken! Weiter so!

  13. P.J.Media sagt:

    Sehr gute Schilderung. Genau sowas sollte man all den Eltern und sonstigen Ahnungslosen mal vorsetzten.
    Daher : Verbreiten, verbreiten, verbreiten !!

  14. heinzi sagt:

    Danke für den Text. Was mich interessieren würde ist noch: was wissen/denken Sie, wiviele Ihrer Mit-Gymnasiasten das ähnlich kritisch sehen wie sie?

    • Autor sagt:

      Hallo Heinzi,

      Direkt weiß ich es von etwa 4 in meinem direkten Umfeld (wir sind 25), allerdings gibt es Einige, die zwar nicht ausdrücklich unterstützten, aber trotzdem ihre Zustimmung signalisieren. Wie gesagt, ein Teil ist auch einfach apathisch, deshalb ist es
      schwer zu sagen, wie genau die Situation ist.

  15. Donald Trump sagt:

    Ihre Konklusion ist ausgezeichnet und Ihr Intellekt begeistert mich. Sollten Sie ein Hochschulstudium aufnehmen, so werden Sie schnell feststellen, dass Lehrer von Professoren als eher zweitklassig angesehen werden. Professoren sind aber auch nicht gerade brillant. Nach ein bis zwei Jahren sollten Sie das schnell ebenfalls feststellen. Ich halte Ihre Standhaftigkeit für richtig. Blicken Sie in die hellsten Köpfe, die Sie auf den Schreibtisch bekommen, dass dürfte Sie schnell überlegen machen, aber lassen Sie es ihren Lehrern nicht spüren, das kommt nicht gut an, ich kann mehrere Lieder davon singen. Wenn Sie weiterhin kritisch Denken, wird keine Ideologie dauerhaft den Weg in Ihren Kopf finden.

    Der Unterschied zwischen dummen und intelligenten Menschen ist, das intelligente irgendwann aus ihrem geistigen Gefängnis ausbrechen werden.

  16. Kaleun sagt:

    Ich war in dem Alter und gegenüber vielen meiner Lehrer genauso eingestellt, wobei es damals noch nicht so schlimm war.
    Rückblickend nur der Tipp, das alles auf die leichte Schulter zu nehmen: Es ist letztlich egal. Die meisten anderen Schüler würden die richtigen Vorlagen ebenso nachplappern wie die falschen. Der wache Geist hingegen hinterfragt und lernt an beidem gleichermaßen. Vielleicht ist die Beleidigung des Intellekts in ihrer Provokation sogar noch wirksamer als die freundliche Anregung.

  17. Einsiedler sagt:

    Die sogenannte Frankfurter Schule (Horkheimer, Adorno, Marcuse, Fromm) waren die geistigen Ziehväter der anarchistisch-marxistischen 68`er Bewegung. Fast alle führenden Vertreter der gegenwärtigen rot-grünen Koalition sind 68`er oder entstammen deren Nachfolgeorganisationen. Du lieber, sympatische baden-würtembergische Gymnasiast musst dich mit deren infantilen, debilen Schulplänen herumschlagen. Alles Glück dieser Welt wünsche ich dir und bleibe wachsam.

    • Bill sagt:

      nicht, dass ich die „Frankfurter Schule“ verteidigen wolle, aber sie war nie wirklich „Links“ in dem Sinne, dass sie sich mit der übergroßen Mehrheit der Bevölkerung und deren Interessen identifizierte.
      Liest man sich das fundamentale Werk, die „Dialektik der Aufklärung“ durch wird rasch klar, dass es um eine elitistische und letzten Endes diktatorische Veranstaltung von Menschen handelte die, der Tradition Platons („Philosophenherrscher“) folgend, die Macht haben wollte.
      Der Plebs wäre nur Mittel zum Zweck gewesen.
      Dumm nur, dass der Plebs wählen darf und diesen „Linken“* die Gefolgschaft verweigert, Trump oder AfD wählt oder für X-Exit stimmt.

      *wobei die modernen „Linken“ nun auch nicht eben herausragende Denker sind

      • Ich denke man muss zwischen der Frankfurter Schule (Horkheimer, Adorno …) und dem, was als Travestie auf die Frankfurter Schule und ihre empirische Ausrichtung nach dem Krieg stattgefunden hat bzw. dem, wozu Habermas die Frankfurter Schule geschwallt hat.

  18. Pingback: Was ist an Schulen los? Das ist an Schulen los! Erfahrungsbericht eines Gymnasiasten | Das Heerlager der Heiligen

  19. Friedrich P sagt:

    Wie der Schüler ausführt, ist die sublime Beeinflussung häufig versteckt z. B. in Fremdsprachentexten. Das kann ich schon aus meiner eigenen Schulzeit voll bestätigen. Wir hatten im Englisch Unterricht eine ganze Reihe gesellschaftspolitischer Texte garniert mit kleinen Geschichten, die ich mit meinem heutigen Wissen nur noch als Indoktrination bezeichnen kann. Auch uns wurde z.B. sinngemäß immer beigebracht schaut nach Amerika, wie übel es dort ist. Gegen den im Text beschriebenen Gilligan rubbish hilft Kant, damals wie heute Gold wert, der wegen seiner unbestechlichen Klarheit heutigen Staats-Pädagogen ein Dorn im Auge sein muß, jedenfalls könnte kein Lehrkörper der durch Kant gegangen ist den Gilligan Text noch ernst nehmen.

  20. Roland K. sagt:

    Sehr gut beschrieben, wunderbare Beispiele. Offensichtlich haben wir zu viele unfähige Lehrer; dem Schüler meinen Respekt verbunden mit dem Wunsch, sich weiter nicht jeden Unsinn gefallen zu lassen!

  21. A.S. sagt:

    Zum Glück sind Menschen mit einem eigenen Gehirn und einem eigenen Willen ausgestattet. Deshalb funktioniert die Indoktrination auch nur, wenn der Betroffene mitmacht.
    Der Autor des Artikels gehört zu den Menschen, die sich einen eigenen Kopf bewahren wollen und dafür gibt’s meinen Respekt. Zur Beruhigung: Es gibt sehr viele Menschen, die das eigene Denken nicht aufgeben wollen, u.a. deshalb funktioniert flächendeckende Indoktrination auch nie auf lange Sicht. Gerade haben wir ja erlebt, dass auch eine geballte Medienmacht und fast die gesamte Politprominenz die eigenen Gedanken nicht verhindern kann, siehe Trump oder Brexit.

  22. Vadder sagt:

    Bravo, junger Mann! Solange es noch solch junge, selbstdenkfähige Menschen gibt, ist mir weniger Bange um unsere Zukunft. Nur die kommunistischen Geschwüre sollten umgehend daran gehindert werden, einfachere Gemüter immerfort zu indoktrinieren!

  23. Florian Geyer sagt:

    @Autor
    Gratulation!
    Die wahrscheinlich wichtigste erkenntnis Ihrer gesamten schulischen Ausbildung!

    Zum Trost:
    Ich habe das Abitur 1987 abgelegt, mit massiven schwierigkeiten in den Naturwissenschaften, aber zumindest ohne Betrug bestanden.
    und damals war es bereits genauso, obwohl wir ein „Elitegymnasium“ mit deutlichen CDU-Einfluß in der Volksrepublik Hessen waren und die Dünnbrettbohrer allesamt die Schule gewechselt haben.
    Später habe ich dann in Marburg an einer Aufzugswand den Spruch „Dialektik des Gesinnungsterrors durch Rotfaschisten“ gelesen.
    Das trifft die Zustände auf den Punkt genau.

    Und was haben die Typen erreicht?
    40% + Nichtwähler, 20%+/- AfD Wähler, 10% +/- „Sonstige“.

    Macht 70 % Ablehnung des Gesamtsystems. Sonst haben sie NICHTS erreicht!
    Es gibt immer noch Rassen, Völker, die erde ist immer noch keine Scheibe und die Sonne dreht sich immer noch nicht um das Arbeiter- und Bauernparadies der nicht arbeitenden Arbeiterverräter und Bauernverächter!

    Diese Gestalten erleben gerade das vollständige Scheitern ihrer gesamten welt- und menschenfremden wahnideen.
    Lehnen Sie sich also zurück und genießen Sie den Film!
    Und immer schön bedeckt halten, bis Sie das Zeugnis in der Hand halten…

  24. MAB sagt:

    Danke für den aufschlussreichen Bericht. Und immer daran denken: Die Krähe fliegt im Schwarm, der Adler fliegt alleine.

  25. Cpt.Chilli sagt:

    Hinweis an Interessierte: Wer sich über das Berichtete weitergehend informieren möchte, dem sei dieses Werk empfohlen: „Generation Yolo – Warum Deutschland zugrunde geht“. Autor ist Sebastian Böhm, ein 17-jähriger Gymnasiast, der es mit epubli dieses Jahr veröffentlicht hat. Schmissig-frische Schreibe, bei der phytonesker Humor nicht zu kurz kommt, vor allem aber der analytische Tiefgang beeindruckend ist. Man könnte fast von einem Anflug von Jugendweisheit sprechen. Also: Echt lesenswert und daher unbedingt zu empfehlen. Mit bestem Gruß Cpt.Chilli

  26. Roland sagt:

    @ Autor… Bist du regelmäßiger Sciencefiles-Leser? Beim Lesen des Artikels hatte ich durchaus den Eindruck den Schreibstil von Sciencefiles wiederzuerkennen.

    • Autor sagt:

      Hallo Roland,

      ja das bin ich. Und es kann sein, dass ich stilistisch etwas ähnlich schreibe, weil ich einen sehr sarkastischen und ironischen Humor habe.

  27. supero14 sagt:

    Der Abschnitt mit Donald Trump und deinem Informatik leerer hat mich an eine Situation mit meinem Informatik leerer erinnert (11. Gymnasium Nordrhein-Westfalen).
    Und zwar lese ich zur Zeit das Buch „Der Energie-Irrtum – Warum Erdöl und Erdgas unerschöpflich sind“ und in der Stunde ließ ich das Buch offen auf dem Tisch liegen und mein Informatik leerer reagierte darauf mit „Leute die sowas lesen wählen auch Trump“… Der Leerer hat also studiert etc. und ist nicht in der Lage zwischen Politik und Wissenschaften zu differenzieren! Gratulation! Aber echt Respekt dafür das du dich selbst mit deinen Leerern anlegst!

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