Auch die KPD hat am Grundgesetz mitgeschrieben

Was wissen Sie vom Parlamentarischen Rat; also von den Vätern des Grundgesetzes?

Wir haben ein paar Fakten zusammengestellt.

Der Parlamentarische Rat hat vom 1. September 1948 bis zum 23. Mai 1949 in Bonn das Grundgesetz verhandelt. Anschließend haben die Landtage in den drei Besatzungszonen der westlichen Alliierten dem Grundgesetz zugestimmt, mit Ausnahme des Landtages von Bayern.

Der Parlamentarische Rat hatte 65 Mitglieder, die von den Landtagen benannt wurden.

Berliner Mitglieder des Parlamentarischen Rates hatten kein Stimmrecht.

Die Mitglieder des Parlamentarischen Rates waren im Durchschnitt 55 Jahre alt.

47 der 65 Mitglieder des Parlamentarischen Rates waren Beamte.
51 Mitglieder hatten einen akademischen Abschluss, 32 davon in Jura, 11 in Ökonomie.

11 Mitglieder des Parlamentarischen Rates waren Mitglied eines Reichstags in der Weimarer Republik.

Die Mitglieder des Parlamentarischen Rates haben den folgenden Parteien angehört:

  • CDU/CSU: 27
  • SPD: 27
  • FDP; LDP[Liberal Demokratische Partei (Hessen)], DVP [Demokratische Volkspartei (Württemberg)]: 5
  • KPD: 2
  • Zentrum: 2
  • DP [Deutsche Partei]: 2

Damit haben sowohl Kommunisten als auch Rechte aus der Deutschen Partei am Grundgesetz mitgeschrieben, was zeigt, es gab einmal eine Zeit, da war es in Deutschland möglich, dass Parteien vom linken und vom rechten Rand in das politische System integriert waren, so wie das eben die Idee in Demokratien ist. Dass es heute nicht mehr möglich ist, eine rechte Partei zu integrieren bzw. eine entsprechende Integration von linken Parteien verhindert wird, sagt einiges über den Zustand des deutschen demokratischen Versuchs.

Die folgende Tabelle stellt die Mitglieder des Parlamentarischen Rates nach Parteizugehörigkeit und dem entsendenden Landtag zusammen. Wir haben sie beim Wissenschaftlichen Dienst des Bundestages gefunden (Nr.48/08).

Parlamentarischer Rat

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8Comments

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  1. 1
    Brockenteufel

    Die KPD war, natürlich eine linksradikale Partei, aber die DP al eine „Rechte Partei“ zu bezeichnen, ist schon sehr zweifelhaft. Die einzige damals „Rechte Partei“, die zu dem Zeitpunkt (1949) aber noch nicht gegründet war, war die DRP (Deutsche Reichs Partei), die wie die KPD auch, später verboten wurde.

  2. 3
    dagtatmax

    Einen Kommentar , besser einen ganzen Artikel erwarte ich nun schon zu dem Aufstand der Wissenschaftler gegen die Vereinnahmung.
    „March for Science“ – kein Thema für sciencefiles ?
    Klimawandel z.B., Wissenschaftler gegen Ideologie – wahrlich treffend.

  3. 5
    merxdunix

    Zu Zeiten der Grundgesetzgebung herrschte Aufbruch- und Aufbaustimmung. Nach dem Krieg war eben wieder genug Platz und Raum für alle. Dagegen bestimmen heute vor allem Revierkämpfe und Futterneid die Rechtsfindung – Weltuntergang wegen der Engstirnigkeit und Profilneurosen heutiger Politiker.

  4. 6
    Heiner

    Die Mitglieder des parlamentarischen Rates hatten auch noch alle die Saalschlachten zwischen SA und Rotfrontkämpferbund im Gedächtnis.
    Die wußten, wohin einseitige Toleranz und das Wegschauen seitens des Staates bei diesen Formen politischer Kriminalität führt.
    Aber wer die Geschichte nur aus ZDF-History gelernt hat, scheint unfähig zu sein, Muster zu erkennen und zu vergleichen.

  5. 8
    Robert Bauer

    Ein Blick auf die Großväter würde möglicherweise zu reicherer Erkenntnis führen: Truman, Marshall, Clay, Koenig, Robertson u.v.a.m.(in der Reihenfolge ihrer Bedeutung).

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