EU-Migranten als Geiseln in BREXIT-Verhandlungen?

In der BBC-Serie Colditz, in der es um das Gefangenenlager geht, das die Wehrmacht im Colditzer Schloss und im Zweiten Weltkrieg betrieben hat, fragt Major Moon, wie man es erklären könne, dass die britischen Gefangenen ständig versuchen würden, aus Colditz auszubrechen, während es für deutsche Gefangene in Britannien keinerlei Hinweise gebe, dass sie versuchen würden, nach Deutschland zu kommen. Hauptmann Ullmann tut sich in dieser Szene durch den lakonischen Kommentar hervor, dass man den Eindruck haben könne, deutsche Gefangene wollten gar nicht aus britischen Gefangenenlagern ausbrechen.


Irgendwie ist diese kleines Szene bezeichnend für eine Fehlwahrnehmung, die es in Deutschland immer gegeben zu haben scheint und die es wohl immer noch gibt. Manche Deutsche, vielleicht auch viele Deutsche sind der Ansicht, Deutschland sei das gelobte Land, nach dem sich andere Nationen sehnen. Menschen aller Herren Länder sehnen sich danach, im Land der hohen Steuern, der linken Chaoten und rechten Spaziergänger heimisch zu werden oder zu sein, um auf diese Weise dazu beitragen zu können, dass unnötige Programme wie „Demokratie leben!“ und nutznießende Organisationen wie die Amadeu-Antonio-Stiftung sich auch morgen noch von Steuerzahlern aushalten lassen können.

Wer sich an die post-BREXIT-Abstimmungsdiskussion erinnert, der wird sich an die Briten in Deutschland-Diskussion erinnern. (Doppelte) Staatsbürgerschaft wollten die Grünen für die armen Briten, die vom heimischen Brexit ereilt wurden und denen nun die Vertreibung aus dem Paradies bevorstand, erwirken. Schleunigst wurden die Exil-Briten zum politischen Faustpfand oder auch zur politischen Geisel genommen, um sie in kommenden Verhandlungen vorführen zu können.

Niemand hat sich in Deutschland je gefragt, wie viele Briten denn tatsächlich in Deutschland leben oder – umgekehrt – wie viele Deutsche im Vereinigten Königreich Zuflucht genommen haben. Wenn man die entsprechenden Migranten als Geisel nehmen will, dann ist es sinnvoll, sich dahingehend zu versichern, dass die Gegenseite nicht ein viel größeres Geiselpotential für sich in die Waagschale werfen kann.

PEW hat sich die Mühe gemacht, die Anzahl der Migranten aus EU-Ländern, die u.a. in Deutschland und im Vereinigten Königreich leben, zu schätzen.

Ergebnis:
Zum Ende des Jahres 2015 lebten 100.000 Briten in Deutschland. Unter den 5.330.000 Migranten aus der EU machen sie 1,9% aus. Die meisten EU-Migranten kommen aus Polen (1.930.000 Migranten), Rumänien (590.000 Migranten), Tschechien (540.000 Migranten), Italien (410.000 Migranten) und Österreich (260.000 Migranten) nach Deutschland.

Im Vereinigten Königreich sieht das Bild völlig anders aus. 320.000 Deutsche leben im Vereinigten Königreich. Sie stellen 11% der EU-Migranten im Land. Damit stellen Deutsche hinter Polen (700.000 Migranten) und Iren (500.000 Migranten) die drittgrößte Migrantengruppe, und zwar deutlich vor Migranten aus Frankreich und Italien (je 150.000).

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