Tricksen mit Statistik: Zahl der straffälligen Zuwanderer hat sich verringert oder doch nicht?

Entwarnung bei BMI und der WELT:

Wir lassen unkommentiert, dass die Welt hier die Kategorie der “strafauffälligen Zuwanderer” erfunden hat. Der Begriff ist natürlich vollkommener Unsinn, denn im Lagebild des BKA, aus dem die Mannen der WELT ihre Weisheit haben, ist von tatverdächtigen Zuwanderern die Rede, nicht von strafauffälligen. Was soll das auch sein „strafauffällig“? Wie hat man sich einen Zuwanderer vorzustellen, der mit Strafe oder wegen Strafe oder durch Strafe oder als Strafe auffällig wird. Immer mehr Journalisten scheinen eine Inkommensurabilität mit Sprache zu entwickeln.

Doch zurück zum Lagebild, das angeblich zeigt, dass die Anzahl der tatverdächtigen, der einer Tat verdächtigen Zuwanderer, die von der Polizei ermittelt wurden, im Vergleich des I. Quartals 2017 zum IV. Quartal 2016 gesunken ist. Der erste Blick auf die Statistik scheint diese Auffassung zu belegen: Vom 1. Oktober bis zum 31. Dezember 2016 hat die Polizei rund 66.000 tatverdächtige Zuwanderer ermittelt. Vom 1. Januar bis zum 30. März waren es rund 64.700 tatverdächtige Zuwanderer. Ein Rückgang um 1.300 Zuwanderer. Und so meldet es die Welt ja auch in der ihr eigenen legasthenischen Weise: „Zahl strafauffälliger Zuwanderer hat sich verringert“.

Nun ist Quartal nicht Quartal.

Das IV. Quartal eines Jahres umfasst z.B. 92 Tage. Das erste Quartal eines Jahres entweder 90 oder (alle vier Jahre:) 91 Tage. 2017 waren es 90 Tage, zwei Tage weniger, an denen Zuwanderer Straftaten begehen und die Polizei tatverdächtige Zuwanderer ermitteln und statistisch erfassen kann. Wer mit Statistiken hantiert und Vergleiche anstellen will, der muss das in Rechnung stellen.

Ergo ergeben sich für das
IV. Quartal 2016: 66.000 tatverdächtige Zuwanderer / 92 Tage = 717 ermittelte Tatverdächtige pro Tag;
für das I. Quartal 2017: 64.700 tatverdächtige Zuwanderer / 90 Tage = 719 ermittelte Tatverdächtige pro Tag.

Tatsächlich ist die Anzahl der ermittelten tatverdächtigen Zuwanderer also gestiegen, nicht gefallen.
Ob das der WELT eine Berichtigung der gerade verbreiteten Meldung wert ist?

Anregungen? Hinweise? Kontaktieren Sie ScienceFiles

Print Friendly, PDF & Email

About Michael Klein
... concerned with and about science

6 Responses to Tricksen mit Statistik: Zahl der straffälligen Zuwanderer hat sich verringert oder doch nicht?

  1. Pingback: [Kritische Wissenschaft] Tricksen mit Statistik: Zahl der straffälligen Ausländer hat sich verringert oder doch nicht?

  2. Gereon says:

    Strafauffällige Zuwanderer sind die, die auch nach der 70. einschlägigen Tat noch ‘Bewährung’ kriegen.
    Es ist sehr auffälig, welche Strafen die wofür kriegen. Im Vergleich zu Einheimischen mindestens der 3. Generation Wenn ein überführter Täter freigesprochen wird (Niclas P.) obwohl Zeugen und Indizien Ihn eindeutig überführen, ist er . pigmeniert, moslemischer Überzeugung und mit Migrationshintergrund. Er hat keine Abschiebung, Gefängnis, Sanktionen zu befürchten, niemand geht ihm an den vom Jobcenter zugeworfenen Führerschein, keine leistungen werden eingestellt. Er bleibt , bis die nächste Straftat von ihm auffällt. Er ist ein straffauffälliger Zuwanderer.

    • Zuwanderer müsste man sein mit Migrationshintergrund und moslemischer Überzeugung.
      Dann hätte man Narrenfreiheit.!
      Wie wäre es , wenn man den Pass verliert und man sagt, man käme aus Syrien – ohne arabisch zu sprechen. Ist vor kurzem vorgekommen.
      Ein Deutscher hat sich als Araber ausgegeben, ohne dass der Mann ein Wort arabisch sprach. Die Vernehmung wurde in Französisch geführt.
      Hoffentlich hat er nicht lebenslänglich bekommen.

  3. Wieder einmal eine Statistik!
    Fragen Sie Polizisten auf der Straße, die können Auskunft darüber geben, wie es in diesem Land mit den “strafauffälligen Zuwanderer” aussieht.

    Im Gegensatz bis noch vor 2 – 3 Jahren sind die Herren und Damen vom Dienst heute weitaus aussagefreudiger, selbst wenn sie zu mehreren sind, obwohl bei Polizisten Redeverbot besteht.

    Manche sind richtig wütend, was die politische Situation angeht.
    Trotzdem lassen sich inzwischen viele nicht mehr den Mund verbieten.

    Ja – und von Busfahrern kann man auch so einiges zum Wandel zu diesem Thema in unserem Lande erfahren.
    Es gibt viele Möglichkeiten, wenn man mit offenen Ohren und Augen durch die Lande geht oder fährt.

  4. etsch says:

    Das Schmierblatt spricht aber von “Anzahl” und Sie halten dem aber – zu Recht – eine QUOTE entgegen (Tatverdächtige pro Tag). Eine Quote ist etwas anderes als eine Anzahl. Das müsste man denen also ebenfalls noch vorhalten.
    Gott, ich weiß noch immer nicht: Sind das Idioten oder Manipulatoren? Also Lückenpresse oder Lügenpresse? Oder beides?

  5. fdominicus says:

    Lassen Sie mich mal kramen, ich hatte da doch irgendetwas? .. Yepp das ist doch nichts Neues: http://www.freiewelt.net/blog/fluechtlingskriminalitaet-10069458/

    Aber die Schlagzeile steht und wer wird schon so frech/dumm/unverschämt sein nachzufragen?

Bitte keine Beleidigungen, keine wilden Behauptungen und keine strafbaren Inhalte ... Wir glauben noch an die Vernunft!

Translate »
error: Content is protected !!
Haben Sie Lust auf Auseinandersetzung oder steht bei Ihnen eher der Frust durch Auseinandersetzungen im Vordergrund? Der individuelle Umgang mit Konfliktsituationen ist ein Feld, das in Deutschland nicht beforscht wird. Dr. habil. Heike Diefenbach ändert dies zur Zeit. Sie haben die einmalige Gelegenheit, daran mitzuwirken. Nehmen Sie an unserer Primärforschung teil. Wirken Sie mit an der Erstellung einer Skala zur Messung von Konfliktorientierung.   Zur Teilnahme geht es hier.
Holler Box
Skip to toolbar