Der große Fake: NDR-Journalisten plagiieren bekannte Masche

So einfach wurden wir Wissenschaftler“, mit dieser Schlagzeile brüsten sich Svea Eckert und Peter Hornung für ihre angeblichen journalistischen und investigativen Fähigkeiten. Ihr Täuschungsversuch basiert auf einer bekannten Masche, die mittlerweile etwas angestaubt ist und auf computergenerierten Texten basiert. Solche kann man sich mit SCIgen am Massachusetts Institute for Technology (MIT) generieren lassen.

Eckert und Hornung haben das getan und das Ergebnis bei Verlagen eingereicht, die sie als „pseudowissenschaftliche Verlage“ ansehen oder diskreditieren wollen. Die Ausbeute: Sechs Verlage nahmen ihren Gibberish zur Veröffentlichung an.

Erfolg, so melden die neuen Sterne am Himmel des Plagiarismus.

Daran sieht man, dass die entsprechenden Verlage „pseudowissenschaftliche Verlage“ sind, die Peer Reviews versprechen, aber nicht durchführen, so behaupten Eckert und Hornung.

Ist das so?

Wenn Eckert und Hornung Recht haben, dann ist der Heidelberger/Berliner Springer-Verlag, der ein wissenschaftlicher Verlag sein will, kein wissenschaftlicher, sondern ein pseudowissenschaftlicher Verlag, denn:

“Over the past two years, computer scientist Cyril Labbé of Joseph Fourier University in Grenoble, France, has catalogued computer-generated papers that made it into more than 30 published conference proceedings between 2008 and 2013. Sixteen appeared in publications by Springer, which is headquartered in Heidelberg, Germany, and more than 100 were published by the Institute of Electrical and Electronic Engineers (IEEE), based in New York. Both publishers, which were privately informed by Labbé, say that they are now removing the papers.”

Aus dem, was Eckert und Hornung behaupten, muss man dann auch folgern, dass Springer nicht nur ein pseudowissenschaftlicher Verlag ist, sondern auch lügt, wenn es um die Peer Reviews geht.

Die Methode, die Eckert und Hornung plagiiert haben, um die Verlage, die sie als pseudowissenschaftlich diskreditieren wollten, zu narren, ist eine Methode, die Studenten am MIT im Jahre 2005 entwickelt haben, um „den Unterhaltungswert zu erhöhen“:

“Labbé developed a way to automatically detect manuscripts composed by a piece of software called SCIgen, which randomly combines strings of words to produce fake computer-science papers. SCIgen was invented in 2005 by researchers at the Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge to prove that conferences would accept meaningless papers — and, as they put it, “to maximize amusement.”

Der angeblich investigative Journalismus von NDR, WDR und SZ ist nichts anderes als ein billiges Plagiat, als die Übernahme einer Idee, auf die andere gekommen sind, unter Nutzung der Mittel, die diese anderen dazu entwickelt haben.

Das als eigene Idee zu verkaufen, ist so schäbig, wie es schäbig ist, nun die Verlage, die darauf hereingefallen sind, pseudowissenschaftlich zu nennen, denn, wie Eckert und Hornung wüssten, wenn es ihnen um die Wissenschaft und nicht um Diskreditierung ging, um eine gehaltvolle Aussage darüber machen zu können, wie anfällig Verlage für bestimmte Formen von Betrug sind, muss man die Grundgesamtheit adäquat abbilden. Abgesehen davon ist es ein Fehlschluss der unzulässigen Verallgemeinerung, wenn man aus dem erfolgreichen Versuch, einen Artikel in einem Bereich, nämlich der Computerwissenschaft, der zudem ein Bereich ist, der dafür bekannt ist, des öfteren einmal von per Computer erstellten Texten heimgesucht zu werden, auf “DIE WISSENSCHAFT” schließen will. Es ist nicht nur ein Fehlschluss, es ist ein Ausdruck krimineller Energie, deren Ziel darin besteht, nicht nur Verlage, sondern Wissenschaft als solche in Verruf zu bringen.

Warum haben Eckert und Hornung nicht versucht, ihren angeblichen Artikel bei Springer oder IEEE unterzubringen?

Weil sie befürchtet haben, dass die entsprechenden Verlage ihren angeblichen Artikel ebenso akzeptiert hätten, wie die, die sie zu pseudowissenschaftlichen Verlagen erklären wollten?

Der Verdacht drängt sich auf.

Und die Antwort auf die Frage, wer die Recherche finanziert wird, wird immer spannender.

Während es gelungen ist Springer und IEEE die meisten „computergenerierten Quatschartikel unter zu schieben, trotz Peer Review, haben andere Verlage Probleme mit Fake Peer Reviews oder mit Auftrags- und Gefallensreviews.

Aber beim NDR hat man kein Problem mit den Plagiateuren der Ideen anderer. Das ist eben Journalismus im Zeichen der malfiziosen Isomorphie.

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