Klima gerettet, Planet tot – Neue Studie zeigt, wie Erneuerbare Energien Biodiversität zerstören

In der Spieltheorie gibt es das so genannte “Zero-Sum-Game”, das Nullsummenspiel. Damit ist eine Situation beschrieben, in denen der Gewinn, den ein Spieler macht, exakt dem Verlust entspricht, den ein anderer Spieler macht. Was einer gewinnt, muss ein anderer verlieren. Die meisten sozialen Beziehungen in dieser Welt der nun einmal endlichen Ressourcen, sind Zero-Sum-Games. Wenn sich fünf Personen einen Kuchen teilen, und der erste, der an den Zug kommt, das größte Stück für sich reserviert, bleibt für die anderen vier weniger übrig. Wenn Rechtsextremismus-Gewinnler Steuergelder in den Hunderten von Millionen Euro abgreifen, um damit Dienste zu finanzieren, die man nicht benötigt, dann fehlen die Hunderte von Millionen Euro da, wo man sie sinnvoll einsetzen könnte.  Nullsummenspiele oder Zero-Sum-Games finden sich auch an öffentlichen Plätzen, wenn ein Kind im Park schreit, dann ist die Ruhe, die eine Vielzahl von anderen dort gesucht hat, zerstört, der Schreigewinn steht dem Ruheverlust gegenüber.

José Andrès Rehbein, Joe Lane, James E. M. Watson und Laura Sonter, die letzten drei Genannten von der University of Queensland in Australien, der Erstgenannte von der Weltbank, haben ein weiteres Beispiel für ein Nullsummenspiel beschrieben. Die Spieler: Erneuerbare Energien und Biodiversität. Das Ergebnis: Je mehr erneuerbare Energieproduktion, desto weniger Biodiversität.



Eigentlich ist es nicht weiter verwunderlich, dass sich der immense Landverbrauch erneuerbarer Energien, ihr unmittelbar tödlicher Einfluss auf Vögel, Insekten und andere Tiere, die großflächige Versiegelung von Boden NICHT positiv auf die Biodiversität auswirkt. Leser in der Uckermark, die vor Ort mit den Segnungen dieser letzten kollektiven Manie der Menschheit konfrontiert sind, können davon ein Lied singen. Die Studie von Rehbein et al., die in der Märzausgabe von Global Change Biology veröffentlicht wurde, geht indes einen Schritt weiter. Die Autoren zeigen, dass die gierige Erneuerbare Energien Industrien auch nicht davor zurückschreckt, ihren minderwertigen technologischen Schrott in Naturschutzgebieten, selbst in solchen mit striktem Verbot von irgendeiner Veränderung, in den letzten auf dieser Erde verbleibenden Wildnissen und selbst in Gebieten aufzustellen, die für die Biodiversität auf der Erde von herausragender Bedeutung sind, so genannte Key Biodiversity Areas (KBAs).

Was noch erschreckender ist als die Tatsache, dass Wind- und Solarparks sowie Wasserkraftanlagen in geschützten Gebieten errichtet werden, ist der Umfang, in dem dies geschieht. Selbst die vier Autoren, die trotz ihres Themas um politische Korrektheit bemüht sind, können nicht anders als festzustellen, dass der nach Ansicht der UN notwendige Ausbau erneuerbarer Energien, unweigerlich eine Zerstörung der Biodiversität auf diesem Planeten nach sich ziehen würde.

Um das Ausmaß der Übergriffe von Erneuerbaren Energienprofiteuren auf Naturschutzgebiete und Gebiete, die für die Biodiversität von zentraler Bedeutung sind (KBAs), bestimmen zu können, sind natürlich Daten notwendig. Die vier Autoren veranstalten ein wahres Feuerwerk des Datensammelns aus

  • der World Database on Protected Areas;
  • der World Database of Key Biodiversity Areas;
  • der Last of the wild map;
  • der Global Power Database

In ihre Analyse gehen 41.083 Naturschutzgebiete weltweit ein, 18.268 Gebiete, die für die Biodiversität von besonderer Bedeutung sind, 93% der vorhandenen Kapazität in Stromerzeugung durch Wasserkraft, Wind- oder Solarenergie und 99% der derzeit sich im Bau befindenden Anlagen. Die Analyse ist auf Anlagen mit einer Kapazität von mindestens 10 Megawatt beschränkt, was dazu führt, dass nur 29% der derzeit errichteten, aber 78% der im Bau befindlichen Anlagen erfasst sind. Bereits diese Daten zeigen, dass der Trend in Wind- und Sonnenenergie und bei Hydro-Energie zu immer größeren Anlagen geht, die immer mehr Boden versiegeln, Landschaft zerstören usw..

Insgesamt zählen die Autoren 12.658 Anlagen erneuerbarer Energiegewinnung, 2.206 davon befinden sich in einem Naturschutzgebiet oder in einem Gebiet, das für die Biodiversität von besonderer Bedeutung ist oder in einer der letzten Wildnisse weltweit. Die Folgen, die ein Solarpark oder ein Windpark oder ein Staudamm auf die Biodiversität in diesen Gebieten hat, muss man nicht beschreiben, die sollte jeder eigentlich kennen.


Was die Analyse der Autoren auch zeigt:

  • Derzeit sind es vor allem europäische Länder, die auf Naturschutzgebiete pfeifen, um ihren Wahn in erneuerbarer Energie auszuleben. Hier finden sich die meisten bereits existierenden Anlagen.
  • Das Gewicht wird sich in Richtung Südostasien, Südamerika und Afrika verschieben, dort befinden sich die meisten Anlagen, die in für die Biodiversität wichtigen Gebieten gebaut werden;
  • Dabei geht der Trend, wie gesagt, zu immer größeren, sich immer katastrophaler auf die Umwelt auswirkenden Anlagen;
  • Derzeit sind 2.830.387 Quadratkilometer Naturschutzgebiet oder für die Biodiversität zentraler Flächen vom Erneuerbare-Energien-Wahn erfasst. Die inkubierte Fläche wird bis 2025 um 4.449.010 Quadratkilometer auf 7.279.397 Quadratkilometer steigen.

Die beiden folgenden Tabellen zeigen das Ausmaß, der Übergriffe auf die letzten Orte, an denen sich Tiere und Pflanzen bislang ohne menschliche Nachstellung entwickeln konnten. Die erste Tabelle gibt den derzeitigen Stand wieder. Die zweite Tabelle stellt die Anlagen zusammen, die im Bau sind. Dabei zeigt sich deutlich, dass Hemmungen, die vielleicht einmal bestanden haben könnten, wenn es darum geht, mutwillig Flora und Fauna in einem Naturschutzgebiet mit minderwertiger Technologie zur Stromerzeugung zu zerstören, längst gefallen sind. Die Anzahl der Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energie in Gebieten, die für die Biodiversität wichtig sind, hat stark zugenommen.

Die folgende Abbildung zeigt für bestehende Anlagen das Ausmaß, in dem Naturschutzgebiete durch Anlagen erneuerbarer Energiegewinnung zerstört werden. Dass die Gewinnler dieser minderwertigen Technologien über Leichen gehen, ist lange bekannt. Das Ausmaß, in dem sie das tun, ist erschrecken. Alleine in Deutschland finden sich 42 Wasserkraft-, 42 Solarenergie- und 193 Windenergieanlagen in Naturschutzgebieten, in denen sie nichts zu suchen haben (Zum Vergleich: Im viel größeren China gibt es 90 Wasserkraft-, 90 Solarenergie- und 37 Windenergieanlagen in Naturschutzgebieten – Zur Erinnerung: Es sind nur Anlagen mit mehr als 10 Megawatt Leistung berücksichtigt). Aber wo die Gier regiert, bleibt der Lebensraum von Tieren und Pflanzen auf der Strecke. Es ist eben ein Nullsummenspiel, das hier gespielt wird. Wenige gewinnen, aber sehr viele verlieren.

Wenn Sie das nächste Mal einen Grünen oder einen anderen aus der Riege der Bigotten hören, wie er den Verlust der Artenvielfalt beklagt, dann erinnern Sie sich bitte daran, dass einer der größten Killer von Arten derzeit von genau den Grünen vertrieben wird, die seine Folgen beklagen: Es sind in Europa vor allem die Wind- und die Solarenergie-Betreiber, die die Artenvielfalt zerstören. Und wenn Sie das nächste Mal einen dieser Beseelten von der Gefahr, die Pestizide für die Artenvielfalt darstellen, reden hören, dann wissen Sie, die ganze Geschichte ist eine abgekartete Sache, um die Aufmerksamkeit abzulenken, abzulenken von denen, die mit ihren Pylonen und ihren Solarzellen, maximal zwei Dekaden Gewinn einfahren, ihren Giftmüll dann bei anderen (in der Regel bei Afrikanern) und ohne dafür die Kosten zu übernehmen abladen, die verantwortlich für die Zerstörung der Artenvielfalt sind, 2.206 Anlagen mit mindestens 10 Megawatt Leistung weltweit, die in Naturschutzgebieten und für die Biodiversität wichtigen Gebieten errichtet wurden, ohne einen Pfifferling für die davon ausgehende Zerstörung zu geben, sind mehr als genug Beleg dafür.

2.206 Belege für Gier, Wahn und Bigotterie.


Rehbein, José Andrès, Watson, James E., Lane Joe & Sonter, Laura (2020). Renewable Energy Development Threatens Many Globally Important Biodiversity Areas. Global Change Biology 26(5): 3040-3051.


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