Merkel I., Staatsratsvorsitzende der Deutschen, gibt eine Audienz

Herablassend.
Überheblich.
Entlarvend.

Die Haltung der EU gegenüber dem Vereinigten Königreich, so es denn die Haltung der EU und nicht nur die Haltung von Frankreich und Deutschland ist, können wir nicht besser als mit den drei Adjektiven beschreiben, die wir diesem Beitrag vorangestellt haben.

Merkel I., Staatsratsvorsitzende der Deutschen, bringt dies im folgenden Video perfekt zum Ausdruck:

Haben Sie diese Sequenz aus ganz wenig “Licht” und ganz viel “Schatten”, aus aneinander gereihten Leerformeln in Satzform, denen wir immerhin entnehmen können, dass konstruktiv über etwas diskutiert wurde, was Michel Barnier gesagt hat, bis zum Ende durchgehalten und dabei gelernt, dass natürlich Kompromisse geschlossen werden müssen, von beiden Seiten? Wie seltsam, dass die EU seit Beginn der Verhandlungen mit dem Vereinigten Königreich zu keinerlei Kompromissen bereit ist.

Aber darum soll es in diesem Post gar nicht gehen.



Uns geht es um diese Aussage von Merkel I.:

“Aber wir wissen auch, dass Großbritannien ein GEWISSES MAß AN UNABHÄNGIGKEIT haben möchte, dass es nicht mehr Mitglied in der EU ist.”

Dass es sich bis zum EU-Gipfel herumgesprochen hat, dass das Vereinigte Königreich aus der EU ausgetreten ist, ein Wissen, von dem wir häufig gezweifelt haben, dass es in der EU überhaupt vorhanden ist, dass nun nach rund 10 Monaten dieses Wissen durch die Instanzen der Brüsseler Bürokratie diffundiert ist, ist immerhin etwas. Nur: Verstehen heißt nicht unbedingt begreifen.

Ganz offenkundig begreift man in Brüssel und begreift Merkel nicht, was der Austritt der Vereinigten Königreichs aus der EU bedeutet.

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Dass Merkel, die in einem Land, dessen Führer sich fast jeden Redetext in Moskau genehmigen lassen mussten, aufgewachsen ist, kein Verständnis von Souveränität und Eigenständigkeit hat, ist nachvollziehbar. Dass Merkel sich aber offenkundig in einer Situation wähnt, in der in herablassender Weise Verständnis dafür geheuchelt werden kann, dass “Großbritannien ein gewisses Maß an Unabhängigkeit habe möchte”, das ist unglaublich und entlarvend zugleich.

Merkels Prämissen lauten: Großbritannien ist nicht unabhängig. In den Verhandlungen mit der EU geht es darum, das geringe Maß an Unabhängigkeit, das die EU dem Land der Renegaten zubilligen will, zu bestimmen. Nicht zu viel Unabhängigkeit, so lautet offenkundig eine weitere Prämisse, die vollkommen ignoriert, dass das Vereinigte Königreich ein freies und souveränes und dem Regierungsgebiet von Merkel I. entzogenes Land ist, dessen Bürger nicht über das Ausmaß an Unabhängigkeit, das ihnen die EU zugestehen möchte, verhandeln, denn sie sind unabhängig.

Nun wird klar, warum sich die EU-Kommission in den Verhandlungen überhaupt nicht bewegt hat und von Anfang an auf einer umfassenden Kontrolle der EU über die Handelsbeziehungen mit Großbritannien durch Oktroyierung der eigenen, und in Brüssel heilig gesprochenen “Standards” und eine umfassende Zuständigkeit des Europäischen Gerichtshofs bei gleichzeitigen vollständigen Verfügungsrechten über britische Gewässer, bestanden hat. Bei der EU und im Entourage von Merkel I., einem Führer, der an einen Roboter erinnert, wird Großbritannien nach wie vor als Vasall geführt. Es ging die ganze Zeit lediglich darum, eine Sprachregelung zu finden, die den Bürgern in Britannien vorgaukelt, das Vereinigte Königreich sei souverän und aus der EU ausgetreten, während Brüssel auch weiterhin volle Kontrolle über Großbritannien ausübt.

So langsam fallen alle Masken und die absolutistische Fratze der Europäischen Union kommt ungeschminkt zum Vorschein.
Gut, das Boris Johnson die Verhandlungen abgebrochen hat.

Seit 2016 hat sich die britische Wirtschaft, wir haben darüber berichtet, umorientiert. Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen haben neue Absatzmärkte außerhalb der EU erschlossen. Das schlägt sich in einem Rückgang der Exporte in die EU und von Importen aus der EU nieder. Dessen ungeachtet zeigt die Statistik der Handelsbeziehungen ein eindeutiges Bild, wenn es um die Frage geht, wer eigentlich ein größeres Interesse an einem Freihandelsabkommen haben sollte: Das Vereinigte Königreich oder Deutschland:

“Nach den vorläufigen Ergebnissen der Außenhandelsstatistik wurden von Januar bis Juli 2019 Waren im Wert von 47,1 Milliarden Euro von Deutschland in das Vereinigte Königreich exportiert und Waren im Wert von 21,3 Milliarden Euro aus dem Vereinigten Königreich nach Deutschland importiert. Damit gingen die deutschen Exporte um 4,6 % gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum zurück, während die Importe aus dem Vereinigten Königreich um 3,7 % sanken. Der Überschuss in der Außenhandelsbilanz betrug damit 25,8 Milliarden Euro.”


Features Image: Quelle


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