Daten-(W)Restle (r): Die Lockdown-Verschwörungsideologie

Passen Daten zum linken Weltbild, dann sind Linke, vielleicht spricht man auch besser von Linksextremen, Feuer und Flamme für die Forschung, die Ergebnisse, die Umfragen, die angeblich z.B. gezeigt haben, dass “extremes Gedankengut, […] vom rechten Rand bis weit in die Mitte der Gesellschaft verankert ist”. Beim ARD-Monitor steht diese Behauptung, die auf den Befragungs-Junk basiert, der Mitte-Studie genannt wird und von den politischen Vereinen von SPD und von Grünen finanziert wird, hoch im Kurs. Georg Restle, der Chef des Monitor, bei dem man nie weiß, warum er die Karriere als Hassprediger, die ihm vorbestimmt gewesen zu sein scheint, nicht angetreten hat und statt dessen regelmäßig vor der Kongregation der Rest-Monitor-Seher seinem Ärger Luft macht, bezieht sich explizit in seinen verbalen Tiraden auf diese wirre Idee des Extremismus’ der Mitte, ja er fordert gar eine Rassismusstudie über die Polizei, eine Studie, die nach allen Regeln der empirischen Sozialforschungskunst in jedem Fall eine Stichprobenziehung mit erheblichen Problemen und ungewissem Ausgang voraussetzt.

Wenn die Ergebnisse stimmen, dann verbreitet Restle selbst die Inhalte, die mit hanebüchenen Mittel in Junk-Studien gewonnen wurden. Was passt, das passt.



Was nicht passt, das wird bekämpft.

Bekämpft wird derzeit eines dieser wissenschaftlichen Ergebnisse, von denen, bei Veröffentlichung, niemand die Folgen vorhergesehen hat. Dieses Ergebnis findet sich im Epidemiologischen Bulletin Nummer 38, das Mitte September vom RKI veröffentlicht wurde. Darin haben Janna Seifried, Sindy Böttcher, Stefan Albrecht, Daniel Stern, Niklas Willrich, Benedikt Zacher, Martin Mielke, Ute Rexroth und Osamah Hamouda einen Bericht zum Infektionsgeschehen in Deutschland vorgelegt. Unvorsichtigerweise, wie man jetzt, da die politische Meute in Deutschland wieder Gefallen daran gefunden hat, ihre Bürger wegzusperren und nur zum Malochen das Licht der Welt und den Schacht der U-Bahn erblicken zu lassen, sagen muss.

In ihrem Bericht zum Infektionsgeschehen schöpfen die Forscher des RKI aus dem Vollen.
Wir haben schon in der Vergangenheit von diesem bemerkenswerten Ergebnis, von ideologischen Bedenken ungetrübter Forschung berichtet. Es reicht daher, sich auf die folgende Tabelle zu beziehen, die das ganze Ausmaß, der empirischen Katastrophe, die die Bundesregierung nun trifft, deutlich macht:

Das sind Daten, nach denen sich jeder Sozialforscher und mit Sicherheit jeder dieser Meinungsforscher die Finger lecken würde. Jener Meinungsforscher, die das Los gezogen haben, dummen Polit-Darstellern und den Medialen, die an ihren Hemdsärmeln hängen, stets aufs Neue die alte Mär, dass 1000 Befragte repräsentativ für Deutschland seien, aufs Brot schmieren zu müssen oder zu dürfen, denn wie jedes brave Kind, so essen die Polit- und Journalisten-Darsteller brav die repräsentative Kost, die ihnen serviert wird.

Derart niedrige, methodisch fragwürdige und ethisch unerträgliche Formen der politischen Bedürfnisbefriedigung haben die Epidemiologen vom RKI nicht nötig. Sie haben DATEN. Daten für 55.141 Deutsche, die positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurden. 55.141 von 202.225 zum Zeitpunkt der Berichterstellung. Ein Traum. Nicht einmal das Statistische Bundesamt hat eine solche Ausschöpfung der Grundgesamtheit. Statt dessen muss man den Mikrozensus als 1% Stichprobe der Gesellschaft führen. 1%, das repräsentativ für die Gesellschaft sein soll. Haarig, traurig, aber wahr. Das Statistische Bundesamt kommt nicht an die 27% Ausschöpfungsquote des RKI heran. 27% aller Anfang September in Deutschland positiv auf SARS-CoV-2 Getesteten füllen die Stichprobe des RKI prall voll, so prall, dass Fragen von Repräsentativität und von Gewichtung schallendes Gelächter auslösen müssen. Solche Formen der Manipulation hat man beim RKI nicht nötig, die überlässt man den gewerblichen Erforschern der Meinung, die Ergebnisse produzieren, die Georg Restle gefallen.

Indes, die viel verlässlicheren Daten des RKI, sie haben Restles Missfallen erregt. Warum? Darum:

  1. Privater Haushalt: 3.902 Ausbrüche;
  2. Alten-/Pflegeheim: 709 Ausbrüche;
  3. Arbeitsplatz: 412 Ausbrüche;
  4. Krankenhaus: 402 Ausbrüche;
  5. Asylbewerberheim: 199 Ausbrüche;
  6. Freizeit: 195 Ausbrüche;
  7. Hotel, Pension, Herberge: 169 Ausbrüche;
  8. Ambulante Behandlungseinrichtungen: 123 Ausbrüche;
  9. Betreuungseinrichtungen: 95 Ausbrüche;
  10. Reha-Einrichtung: 93 Ausbrüche;

Das ist die Hitliste der Ansteckungsorte, wie sie in der zitierten Publikation des RKI ermittelt wurde. Die Hitliste basiert auf der Vorarbeit der Gesundheitsämter, die gesetztlich durch § 11 IfSG (Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen (Infektionsschutzgesetz – IfSG)) dazu verpflichtet sind, soweit es möglich ist, die Ansteckungswege nachzuvollziehen.

Weiter im Epidemiologischen Bulletin:

“Die Gesundheitsämter ermitteln im Umfeld von Fällen, ob weitere Fälle aufgetreten sind oder auftreten. Können wahrscheinliche Infektionsketten nachvollzogen werden oder treten Fälle im epidemiologischen Zusammenhang auf (z.B. alle mit dem gleichen möglichen Expositionsort), können diese Fälle zu einem Ausbruchsgeschehen in der Software zu sammengefasst werden.

Solche Ausbruchsgeschehen werden an die zuständigen Landesbehörden und dem RKI übermittelt. Das Anlegen der Ausbrüche dient zunächst der Erleichterung der Arbeit im Gesundheitsamt und der besseren Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Gesundheitsämtern.”

In 27% der Fälle ist es Mitarbeitern der Gesundheitsämter gelungen, den Ansteckungsweg nachzuvollziehen, den SARS-CoV-2 genommen hat, um bei den konkreten positiv Getesteten zu landen, die die Mitarbeiter der Gesundheitsämter gerade untersuchen. Das Nachvollziehen der Ansteckungskette wird auch von Polit-Darstellern regelmäßig als besonders wichtig bezeichnet, denn ohne Kenntnis der Ansteckungskette keine Eindämmung der Verbreitung. Die Daten, die hier erhoben werden, sind also zentral, und man kann davon ausgehen, dass sie mit Akribie erhoben werden.

Nur dumm, dass dabei herausgekommen ist, dass private Wohnungen der Ort sind, an dem sich die meisten Deutschen angesteckt haben.

Es war nicht sofort dumm.
Wir haben Mitte September darüber berichtet, und es hat keine Wellen geschlagen.

Mitte September war die Corona-Welt noch in Ordnung.

Mitte September waren die Polit-Junkies noch nicht auf Entzug, noch nicht getrieben von der Sehnsucht nach dem Rausch, der sich einstellt, wenn man andere Menschen grundlos bevormunden kann.

Nun, Ende Oktober ist das anders.

Die Entzugserscheinungen schlagen durch.
Die Not muss gestillt werden.
Deutsche werden wieder eingesperrt, in ihre Privatwohnung. Dass der Versuch, eine Epidemie dadurch eindämmen zu wollen, dass man Menschen an dem Ort zusammensperrt, der bekannt dafür ist, die meisten Ansteckungen mit SARS-CoV-2 zu garantieren, eher ein fehlgeleiteter, wenn nicht gar idiotischer Versuch ist, darauf haben wir gestern hingewiesen.


Und heute kommt nur Herr Restle, der bezahlte Haltungsjournalist von Monitor, zur Hilfe der Bundesregierung geeilt:

Um präzise zu bleiben: in 27% der Fälle sind die Ansteckungsorte bekannt. 27% von allen positiv Getesteten. Das ist eine traumhafte Ausschöpfungsquote, die die Ausschöpfungsquote von 0,001%, die vermeintlich repräsentative Umfragen vorzuweisen haben, in einen so großen Schatten stellt, dass sie kaum mehr herauskommen. 27% sind Herrn Restle aber nicht genug. 27% seien zu wenig, so sagt er, der offensichtlich keinerlei Ahnung von den Methoden empirischer Sozialforschung hat. Aber, im Zeitalter der großen Klappen, in denen diejenigen, die am wenigsten von etwas wissen, die Münder zu eben diesem Etwas am weitesten aufreißen, ist Restle nicht verwunderlich, er ist Symptom einer tiefergehenden gesellschaftlichen Störung, einer Störung, die dann, wenn Daten nicht passen, einem Mitläufer dieser politisch-korrekten Strömung nicht passen, nicht zögert, ganze Berufszweige zu verunglimpfen, so wie Restle in diesem Fall die Mitarbeiter der Gesundheitsämter landauf landab bezichtigt, sie würden ihre Arbeit nicht korrekt machen. Vielleicht bezichtigt er auch die 55.141 Deutschen, die Angaben über den Ort ihrer Ansteckung gemacht haben, der Lüge. 

Es ist erstaunlich, welches Potential für Verschwörungsideologie in den Vertretern link(sextrem)er Weltsicht verborgen ist, ein Potential, das ausgepackt wird, wann immer es notwendig ist, die Realität zu bekämpfen, die eigene Ideologie gegen die Realität zu verteidigen. Die Ideologie sagt: Lockdowns helfen. Die Realität und eine Vielzahl von Studien, die wir am Ende dieses Beitrags verlinkt haben, sagt das Gegenteil. Also muss die Realität in Abrede und eine große Verschwörung der positiv Getetesten mit den Mitarbeitern der Gesundheitsämter herbeigeredet werden.

Wo die Grenze zwischen psychischer Erkrankung und Normalität bei denen, die diesen steten Krieg gegen die Realität führen, liegt, ist eine berechtigte Frage. Wir vermuten, die Grenze ist fließend. Auf welcher Seite Georg Restle wohl treibt? 

Wir wissen nur, auf der Seite der Wissenschaft steht er nicht.
Dazu fehlen ihm sowohl Kompetenz als auch die intellektuellen Notwendigkeiten.



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