COVID-19: “Die Diktatoren haben übernommen”

Peter Hitchens ist einer der profiliertesten politischen Kommentatoren im Vereinigten Königreich. Wer sich für die bewegte Karriere von Hitchens, die ihn vom politischen Linksaußen zu den Konservativen und von dort nach irgendwo geführt hat, interessiert, der kann sie im Internet an vielen Stellen nachlesen.

Wir präsentieren hier eine Übersetzung des Beitrags: “The dictators have taken over …”, den Hitchens heute (1. November 2020) in der Mail on Sunday veröffentlicht hat. Unabhängig von der Argumentation Hitchens, die – wie gewöhnlich pointiert und sprunghaft ist – geht es uns darum zu zeigen, dass es die Einheitsfront der MS-Medien, die alle Feuer und Flamme für Lockdown und andere unwirksame Maßnahmen gegen SARS-CoV-2 sind, nicht gibt. Hitchens war Korrespondent in Washington und in Moskau und hat für The Spectator, The American Conservative, The Guardian, First Things, Prospect, and the New Statesman geschrieben. Man kann ihn also mit Fug und Recht als Teil der MS-Medien ansehen. Hitchens ist seit Beginn der Pandemie ein Gegner der Lockdown-Maßnahmen und ein Gegner des Tragens von Masken. Er ist seiner Linie treu geblieben und heute Angehöriger einer stetig wachsenden Riege von Journalisten, die zum offenen Widerstand gegen die Maßnahmen der Regierungen der vier Home Nations übergegangen sind.

Das Original seines Textes findet sich hier.



Peter Hitchens: Die Diktatoren haben übernommen – und wir haben es nicht einmal bemerkt
[Übersetzung: ScienceFiles]

Es war einmal ein berühmter chinesischer Scharfrichter, der mit seinem rasiermesserscharfen Schwert so gut umgehen konnte, dass Menschenmengen dafür zu bezahlen pflegten, ihn dabei zu beobachten, wie er Verbrecher köpfte. Eines Tages kam er in eine kleines Dorf in der Provinz, wo die Behörden ihm eine große Summe Geld dafür gaben, dass er einen berüchtigten Mörder hinrichten sollte. Er betrat den Hinrichtungsplatz und machte ein paar elegante Schwünge mit seiner Waffe. Der Verurteilte saß mit düsterer Mine, aber unbeeindruckt von diesem Getue vor ihm. „Nun mach‘ schon!“, knurrte er. Der Scharfrichter beugte sich höflich, lächelte und sagte sanft: „Würdest du bitte mit dem Kopf nicken?!“. Der Mörder tat dies, und sein Kopf, schon von seinem Körper durch einen Hieb von unglaublicher Schnelligkeit getrennt, fiel von seinen Schultern herab.

Ich denke, dass wir in diesem Land wie der Verurteilte sind: eine schreckliche Sache wird uns angetan, aber wir haben es noch nicht erkannt. Es mag sogar so sein, dass tatsächlich schon eine britische Revolution stattgefunden hat, ein Gräuel, dem dieses Land in der Vergangenheit aufgrund von Vernunft und natürlichem Konservatismus mehrfach entkommen ist.

In einem Vortrag von erstaunlicher Kraft hat der ehemalige Richter am Supreme Court, Lord Sumption, im traurigen Detail enthüllt, was in unserem Land im Namen des Kampfes gegen Covid passiert ist. Ich habe eine Kopie und einen Mitschnitt des Vortrags auf dem „Peter Hitchens blog“ verlinkt und rate Ihnen dringend, ihn zu lesen bzw. anzuschauen. Im Vortrag wird gesagt, dass das Parlament beiseite geschoben wurde von Ministern, die per Dekret regieren.

Nun ist Jonathan Sumption aber nicht nur ein brillianter Anwalt. Er ist auch ein angesehener Historiker. Im letzten Jahr hat er die Reith-Vorträge der BBC gehalten, und sie waren die besten, die seit vielen Jahren zu hören waren. Falls Sumption eine politische Anschauung hat, habe ich keine Ahnung, welche es ist, und er benutzt Sprache mit immenser Sorgfalt.

Wenn er sagt, dies [war] der bedeutsamste Eingriff in die persönliche Freiheit in der Geschichte unseres Landes […] Wir haben niemals vorher versucht, so etwas zu tun, sogar in Kriegszeiten und sogar, wenn wir mit Gesundheitskrisen konfrontiert waren, die weit ernster waren als die derzeitige‘, dann können Sie sicher sein, dass das so ist.

Wenn er sagt: ‚Minister müssen niemandem Rechenschaft ablegen, außer einmal in fünf Jahren bei den Allgemeinen Wahlen‘, können Sie sicher sein, dass es wahr ist.

Das ist ein vollständiger Bruch mit jahrhundertealtem Gesetz und jahrhundertealter Tradition, und wer kann sagen, wo er enden wird?

Wenn er darauf hinweist, dass Gesetze, die tyrannische, ruinöse Geldstrafen androhen, nun auf im Fernsehen übertragenen Pressekonferenzen erlassen werden und durch Einschüchterungen durch Polizeikräfte, die weit außerhalb ihrer legitimen Autorität agieren, durchgesetzt werden, dann passiert das tatsächlich.

Er wirft der Regierung vor, ‚eine unbekümmerte Mißachtung der Grenzen ihrer legalen Macht‘ zu zeigen. Das ist die Art und Weise, sagt er, wie die Freiheit stirbt.

Und hinter all dem liegt eine erstaunliche, zuvor unbemerkte Übernahme wirtschaftlicher Macht, die die ganze Covid-Panik erst möglich gemacht hat. Es ist eine lange Tradition, dass das Parlament die letztendliche Kontrolle über den Geldbeutel der Regierung hat. Seine Zustimmung ist besonders wichtig, wenn es um geplante Ausgaben in großer Höhe geht. Ohne die Macht, dies zu tun, ist es bloß ein Maskottchen oder ein Spielzeug.

Aber diese Macht wurde beseitigt. Damals, im März, unbemerkt von fast jedem, hat das Parlament die Freiheit der Regierung, auszugeben, soviel sie will, stark ausgeweitet – von elf Milliarden Pfund auf fast 270 Milliarden Pfund.

Ich kann nicht sagen, wo und wie das enden wird. Es ist aber meine wachsende Überzeugung, dass Johnson und Hancock nicht begreifen, was sie tun.



Ihre Entscheidung, unsere kämpfende Wirtschaft einmal mehr durch eine alarmistische Stilllegung zu strangulieren, ist eine, die allein der Panik geschuldet ist und erkennbar dabei ist, den NHS zu zerstören, der angeblich durch sie gerettet werden soll, und außerdem die Jobs und Unternehmen zerstört, die noch nicht ruiniert oder ausgelöscht worden sind.

Mir erscheinen sie wie zwei Schuljungen auf dem Trittbrett einer altmodischen Dampflokomotive, die in die fortschreitende Dämmerung rattert – zu erschrocken, um nach Hilfe zu rufen, zu eitel, um ihren Irrtum einzugestehen. Sie haben die Dampflok aus Versehen in Bewegung gesetzt, indem sie törichterweise an Hebeln herumgespielt haben, deren Funktionen sie nicht kannten. Jetzt können sie die Bremsen nicht finden. Die Sicherheitsventile sind verstopft. Das Signalhorn pfeift, das Tempo nimmt zu.

Leider ist der Rest von uns gefangen im torkelnden, ins Verderben rasenden Zug hinter ihnen, unfähig, sie zu erreichen oder sie zu beeinflussen, geschweige denn: sie zu stoppen.

Das Seltsamste an der Pandemie ist, dass niemand wissen würde, dass sie überhaupt existiert, wenn die Regierung und ihr Sprachrohr, die BBC, nicht beständig versuchen würden, uns in einen Zustand nackter Angst zu versetzen, die uns hörig macht.

Es ist nicht hilfreich, dass sie einfach annehmen, der unbewiesene Glaube, dass shutdowns die Krankheit kontrollieren werden, sei wahr.

Viele sterben an anderen Krankheiten, deren Behandlung durch die Pandemie ausgesetzt oder reduziert worden ist.

All diese Tode werden zurecht von den Hinterbliebenen beklagt – aber sie können, dank der Pandemie, ihren Toten keine richtige Beerdigung geben.

Wie lange wird es dauern, bis sich die Erkenntnis durchsetzt, dass wir niedergetreten wurden, gänzlich unnötig, in Armut und Dunkelheit?

Wie um aller Götter willen, kommt es, dass angesichts der Dutzende von guten Dingen, die im Namen des Kampfes gegen Covid-19 verboten wurden, die Feier des elendigen, importierten Halloween an den meisten Orten stattfinden durfte?

Ich hatte gehofft, dass wir von Halloween verschont bleiben würde, das an manchen Orten wenig Besseres ist als eine Von-Tür-Zu-Tür-Einschüchterung und an anderen Orten zu fast tödlichem Zuckerkonsum durch Kinder führt.

Das tägliche Spektakel von Millionen, die in Maulkörben herumlaufen, ist doch gruselig genug.

Jede Regierung, die wirklich um die öffentliche Gesundheit besorgt ist, würde die Verbreitung und das Wachstum von Sportstudios befördern, die vermutlich mehr als jedes Medikament dafür tun, uns vor vermeidbaren Krankheiten zu schützen.

Fitte Männer und Frauen können Krankheiten wie Covid viel besser bekämpfen und überleben als unfitte. Aber Sportstudios sind oft Opfer von shutdown-Fanatikern.

Ich habe eine Botschaft von Sportstudio-Besitzern in Wales, die entschlossen sind, nicht von ihren irrationalen, wild um sich schlagenden, Politikern geschlossen zu werden. Lawrence Gainey von der Vereinigung der walisischen Sportstudio-Besitzer [Welsh Gym Owner Collective] sagt: ‚Wir glauben fest daran, dass Sportstudios eine grundlegend wichtige Dienstleistung darstellen‘.

‚Es ist ein wissenschaftliches Faktum, dass sportliche Aktivität den kostbaren NHS durch die Beförderung von physischem und mentalem Wohlbefinden entlastet. Dadurch, dass die walisische Regierung uns zwingt, Sportstudios zu schließen, begeht sie eine Handlung, die für einen großen Teil der walisischen Bevölkerung unglaublich selbstverletzend ist, und wir können nicht einfach dabei zusehen und das zulassen‘.

Ich muss dazu sagen, dass mich nichts dazu bringen würde, irgendwo ein Sportstudio zu betreten. Ich bleibe bei meinem Fahrrad.

Aber Mr. Gainey hat vollkommen Recht, und ich hoffe, dass er sich durchsetzen wird.



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