Science-Ethiker fordern: Ethikrat-Mitglied soll für Impf-Nebenwirkungen bestraft werden

Wolfram Henn will provozieren. Deshalb fordert er, dass Menschen, die sich nicht gegen SARS-CoV-2 impfen lassen wollen, ein Schriftstück mit sich tragen, in dem sie darauf verzichten, im Falle einer COVID-19-Erkrankung beatmet zu werden. Wer nun denkt, das sei ein Eingeständnis der Tatsache, dass die Überlebenswahrscheinlichkeit durch eine Beatmung nicht gesteigert, sondern, da zu Beginn der Pandemie viel zu schnell beatmet wurde, reduziert wurde, der sieht sich getäuscht. Herr Henn will “Menschen, die ganz schnell ganz kritisch sind”, dazu bringen, zu sagen, wofür sie stattdessen sind, um ihnen die Folgen ihres Handelns zu vergegenwärtigen. Das sagt er im Interview mit dem WDR1:

“Wolfram Henn: Zunächst will ich provozieren und im guten Sinne zum Nachdenken anregen. Ich habe auch nicht gefordert, dass die Leute auf eine Behandlung verzichten sollen. Sie sollen sich vielmehr hinsetzen und eine Patientenverfügung, die ja jederzeit mündlich widerrufbar ist, aufstellen und damit zu Ende denken, was die Konsequenzen ihres Handelns wären.

Dass am Ende im Notfall niemand auf eine Behandlung verzichten wird, ist doch vollkommen klar. Es geht darum, dass Menschen, die ganz schnell ganz kritisch sind und sagen, wogegen sie sind, doch sagen sollen, wofür sie stattdessen sind. Und wenn sie sich gegen etwas wenden, dann sollen sie die Konsequenzen ihres Handelns wirklich bis zum Ende durchdenken.”

Lehrmeister Henn will also diejenigen, die er für seine Schüler hält, belehren, über ihre moralische Pflicht, wie er das an anderer Stelle formuliert hat, sich impfen zu lassen. Nun ist das mit der Moral nicht so einfach. Es gibt allgemeine Grundsätze der Moral. Kants kategorischer Imperativ ist so einer, die Naturrechte, denen allein Menschen in der Philosophie von Thomas Hobbes verpflichtet sind, sind andere. Allen moralischen Grundsätzen ist indes gemeinsam, dass sie die INDIVIDUELLE ENTSCHEIDUNG als unhintergebares moralisches Recht des Einzelnen ansehen. Insofern sind bereits Versuche, Menschen mit unfairen Tricks zu der Entscheidung zu manipulieren, die man selbst für die richtige hält, ein Verstoß gegen die Moral. Schon lustig, wenn einer, der gegen Grundregeln der Moral verstößt, wie Henn das tut, von einer moralischen Pflicht schwätzt. Vielleicht hätte der Humangenetiker bei Allelen bleiben sollen.



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Aber Lehrmeister Henn übt sich lieber in Belehrung und reklamiert dabei ganz selbstverständlich die moralische Überlegenheitsposition für sich. Zwangsläufig muss er der Überzeugung sein, sich nicht irren zu können. Nur diese Überzeugung kann den (irrigen) Glauben rechtfertigen, man könne Entscheidungen nicht nur an Stelle von anderen treffen, sondern man könne bessere Entscheidungen für diese anderen treffen als sie selbst..

Wenn Henn für sich reklamiert, dass er sich nicht irren kann, dass sein Verdikt einer moralischen Impfpflicht für das Individuum, dem er diese Pflicht auferlegt, nur Vorteile und keine Nachteile hat, dann kann es für Wolfram Henn keinerlei Gefahr von Nebenwirkungen und sonstige Probleme, die sich im Zusammenhang mit einer Impfung gegen SARS-CoV-2 einstellen, geben. Das ist zwar vollkommen unwissenschaftlich, aber wo die Lehrmeisterei anfängt, hört gemeinhin die Wissenschaft auf, insofern ist es nicht verwunderlich.

Weil Henn für sich das Recht reklamiert, als Zensor individueller Handlungen aufzutreten und jedem eine moralische Pflicht zur Impfung zu verordnen, nehmen wir, im Gegenzug, für uns das Recht in Anspruch, von Henn zu verlangen, die Konsequenzen seiner Anmaßung zu tragen und sich als Surrogat-Opfer zur Verfügung zu stellen, das dann, wenn durch Impfungen Nebenwirkungen entstehen, stellvertretend für die Hersteller der Impfstoffe gegeißelt wird, wobei das Ausmaß der Geißelung der Schwere der Nebenwirkung entsprechen muss. Wir wollen hier dazu beitragen, dass Henn die Konsequenzen seines Handelns wirklich bis zum Ende durchdenkt, das ist besonders bei Leuten, die wie er, immer so schnell bei der Hand sind, wenn es darum geht, anderen etwas zu verordnen, von Wichtigkeit.

Was im Falle von Tod oder schwerer und nicht revidierbarer Erkrankung eines Geimpften durch einen anaphylaktischen Schock oder durch transverse Myelitis mit Herrn Henn geschieht, können wir dann diskutieren, wenn der entsprechende Fall eingetreten ist, der ja, nach der Sicherheit, mit der Oberlehrer Henn auftritt, nicht eintreten kann, obwohl er schon eingetreten ist, in zwei Fällen von anaphylaktischem Schock hat es den Geimpften geholfen, dass sie Pfleger in einem Krankenhaus sind und sofort behandelt wuden, die Transverse Myelitis hat hingegen ein Leben schwer geschädigt, um in der Logik der Diagnose von COVID-19 zu bleiben: Das Opfer war im Zusammenhang mit dem Test von AZD1222 zu beklagen.

Der oberste Grundsatz jeder Ethik besteht in der Unantastbarkeit individueller Entscheidung. Herr Henn weiß das offenkundig nicht. Was er als derart Unkundiger im Deutschen Ethikrat zu suchen hat, ist eine Frage, die man eigentlich mit nur einem Wort beantworten kann: NICHTS.



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