ARD-Sozialdarwinismus: Herzprobleme nach Impfung möglich – Tagesschau berichtet ganze Lügen und halbe Wahrheiten

Liest man den Bericht der ARD-Tagesschau mit dem Titel “Herzprobleme nach Impfung möglich“, der mit “US-Experten” beginnt [Framing für Arme], dann lernt man CNN richtig schätzen, [wer uns kennt, der weiß, was das bedeutet], denn im Gegensatz zur ARD-tagesschau, deren Angestellte entweder unfähig oder unwillig sind, Ergebnisse so zu berichten, wie sie veröffentlicht werden, ist man bei CNN in der Lage, ein paar der Daten, auf denen die Einschätzung der US-amerikanischen CDC basiert, dass Herzprobleme eben auftauchen und von denen, die sie erleiden, zu Gunsten eines größeren Ganzen in Kauf genommen werden müssen, zu berichten. Wenn es um Journalismus geht und um Information, dann ist die ARD-tagesschau sub-Standard, unterste Schublade.

Lesen wir den Beitrag der ARD-tagesschau entlang der Schlüsselwertungen, die beim Leser hängen bleiben sollen:

  • “US-Experten”;
  • “selten auftretende Herzmuskelentzündungen”;
  • “Vorteile der mRNA Impfstoffe … deutlich höher als die Risiken”;

Der Rest ist Wiederholung und Makulatur:

  • US Experten halten einen Zusammenhang mit den sogennanten mRNA-Vakzinen für wahrscheinlich;
  • Daten zu mehr als 300 bestätigten Myokarditis Fällen;
  • “Myokarditis ist eine seltene, aber keine neue Krankheit”;
  • “Bis zum 11. Juni wurde in den USA bei 323 Patienten im Alter von unter 30 Jahren nach einer Corona-Impfung eine Myokarditis oder eine Perikarditis diagnostiziert. Dem stehen mehr als 50 Millionen Impfdosen gegenüber, die bis dahin an Zwölf bis 29-jährige verabreicht wurden”;
  • “Zahl der Erkrankungen … sehr niedrig”;
  • “Künftig neuer Warnhinweis”

Sind Sie nun beruhigt?

Im folgenden stellen wir die Ergebnisse einer Analyse, die Tim Shimabukuro für das Advisory Committee on Immunization Practices (ACIP) dees CDC erstellt und am 23. Juni  2021 veröffentlicht hat. Machen Sie sich ein eigenes Bild über die Lügen und Halbwahrheiten, die die ARD ihnen heute als Information serviert.

Shimabukuros Analysen basieren auf den Daten von VAERS, dem Vaccine Adverse Event Reporting System der USA und auf den Daten von V-Safe, einem gemeinsam mit den Impfstoffherstellern betriebenen Portal, dem negative Gesundheitseffekte nach einer Impfung gemeldet werden können. Die Daten, die wir berichten, basieren auf VAERS, die Auswertung der Daten von V-Safe, ergibt ein identisches Ergebnis.

Die mehr als 300 Fälle von Myokarditis (Herzmuskelentzündung) und Perikarditis (Entzündung des Herzbeutels), von denen die ARD berichtet, sind tatsächlich 1.226 Fälle, die in VAERS erfasst sind. Darunter befinden sich 132 Meldungen, die keinem Impfstoff zugeordnet werden können, weshalb sie aus der weiteren Analyse ausgeschlossen werden. Es bleiben somit 1.094 Fälle von entweder Myokarditis oder Perikarditis, die vornehmlich nach der zweiten Impfung mit einem mRNA-Impfstoff gemeldet werden:

Wie man sieht, sind vor allem junge Männer von Myokarditis/Perikarditis betroffen. Das Medianalter für Männer liegt bei 24 Jahren. Der Median teilt eine Verteilung in zwei gleich große Hälften. Die nächste Abbildung zeigt die genaue Verteilung der Fälle nach Alter und belegt, dass Myokarditis/Perikarditis nicht nur ein Problem junger Männer nach Impfung sein kann.

Die Musik spielt in den folgenden beiden Tabellen, die zeigen, um wie viel die derzeitig beobachtete Fallzahl von Myokarditis/Perikarditis, die auf Grundlage von historischen Daten berechnete Erwartung an die Häufigkeit der entsprechenden Erkrankung übersteigt:

Die Grundlage der beiden Tabellen sind abermals deutlich mehr Fälle von Myokarditis/Perikarditis als bei der ARD-tagesschau angekommen sind. Tabelle 1 (links) beruht auf 236 Fällen von Myokarditis/Perikarditis, die nach der ersten Dosis eines mRNA-Impfstoffes gemeldet wurden. Tabelle 2 (rechts) basiert auf 988 Fällen von Myokarditis/Perikarditis (752 nach zweiter Dosis, plus 236 nach erster Dosis), die nach der ersten oder zweiten Dosis eines mRNA-Impfstoffes gemeldet wurden. Im Hinblick auf die erste Dosis übersteigt die beobachtete Häufigkeit von Myokarditis/Perikarditis in den Altersgruppen der 12 bis 17jährigen und der 18 bis 24jährigen Männer den Erwarungswert (der aufgrund von Erfahrungsdaten berechnet wurde) erheblich. Nach der zweite Impfung weitet sich das Risiko, an Myokarditis/Perikarditis zu erkranken auf die Gruppe der 25 bis 29jährigen und die Gruppe der 30 bis 39jährigen Männer aus. Sie alle haben ein höheres relatives Risiko, nach einer Impfung an Myokarditis/Perikarditis zu erkranken. Rechnet man die Werte in Wahrscheinlichkeiten (relative Wahrscheinlichkeit) um, dann ist das Risiko für männliche Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren nach Impfung an Myokarditis/Perikarditis zu erkranken, um mindestens das 11fache höher als ohne Impfung. Für junge Männer im Alter von 18 bis 24 Jahren ist das Risiko um mindestens das rund 9fache höher als ohne Impfung. Berechnet man die Spannweite des Risikos, dann variiert es für 12 bis 17jährige männliche Jugendliche zwischen einem 11fach und 66fach erhöhten Risiko und für junge Männer im Alter von 18 bis 24 Jahren zwischen einem um das 9fache und 117fache erhöhten Risiko. Der Vollständigkeit halber: 25 bis 29jährige junge Männer haben ein nach zweifacher Impfung im Vergleich zu keiner Impfung um das 3fache bis 34fache erhöhtes Risiko an Myokarditis/Perikarditis zu erkranken als Ungeimpfte ihrer Altersgruppe. Für Männer im Alter von 30 bis 39 Jahren ist des jeweilige Risiko um das 1,5fache bis 14fache erhöht.

Das an sich ist schon ein beeindruckendes erhöhtes relatives Risiko. Um sein Ausmaß zu verstehen, muss man es in den Kontext der absoluten Häufigkeit von Fällen der Myokarditis in Relation zur Anzahl der durchgeführten Impfungen stelle. Für alle, die zu faul sind, das aus den beiden Tabellen oben zu errechnen, hier die nächste Tabelle mit den entsprechenden Ergebnissen:

Auf eine Million Impfungen männlicher Jugenlicher im Alter zwischen 14 und 17 Jahren kommen somit 67 Fälle von Myokarditis/Perikarditis. Die Wahrscheinlichkeit, einer der Betroffenen zu sein (wenn man davon ausgeht, dass die Wahrscheinlichkeit in einer Altersgruppe gleich verteilt ist) beträgt somit: 0,007%. Auf 200 Geimpfte kommt somit 1 Fall von Myokarditis. Ist das viel? Die Antwort auf diese Frage ist wie immer eine, die man nicht für andere geben kann. Dessen ungeachtet beantwortet die ARD-tagesschau diese Frage in gewohnt sozialdarwinistischer Weise für Sie und uns:

“Vorteile der mRNA Impfstoffe … deutlich höher als die Risiken … Bis zum 11. Juni wurde in den USA bei 323 Patienten im Alter von unter 30 Jahren nach einer Corona-Impfung eine Myokarditis oder eine Perikarditis diagnostiziert. Dem stehen mehr als 50 Millionen Impfdosen gegenüber, die bis dahin an Zwölf bis 29-jährige verabreicht wurden”;

Vorbereitung auf die Energiewende.

Wer die Tabellen oben kennt, der sieht, wie die ARD-tagesschau hier versucht, mit Lügen Stimmung für ihre ekelhafte Form des Sozialdarwinismus zu machen. Die relevante Bezugsgröße sind nicht 50 Millionen Impfungen für 12 bis 29jährige, sondern 10 Millionen, also ein Fünftel der Lüge der ARD-tagesschau. Und es sind nicht 323 an Myokarditis/Perikarditis erkrankte, die diesen 10 Millionen Imfungen gegenüberstehen, sondern 988. Die ARD-tagesschau ist ein Propagandasender, dessen Beschäftigte entweder nicht Willens oder nicht fähig sind, korrekt zu berichten. Indes ist offenkundig, dass der Auftrag der Mietschreiber beim Staatsfunk darin besteht, die Bedeutung von Nebenwirkungen in Frage zu stellen und wenn es dazu notwendig ist, die Daten zu fälschen. Erschreckend dabei ist, dass diese ARD-Lügen im Dienste eines kruden Sozialdarwinismus stehen, der sich anmaßt, die Relevanz einer Erkrankung an Myokarditis/Perikarditis für diejenige, die es trifft, dadurch zu relativieren, dass sie eben Opfer für das kollektive Ganze darstellen und wenn es um die Volksgesundheit geht, dann müssen eben einzelne Opfer bringen und zuweilen auch über die Klinge springen. Wenn Sie einen Unterschied zwischen dem Sozialdarwinismus, wie in die ARD hier verbreitet und dem im Dritten Reich verbreiteten, sehen, dann bitte als Kommentar. Wir sehen keinen.

Bleibt noch aufzuklären, wo die mehr als 300, genau: die 323 an Myokarditis/Perikarditis Erkrankten herkommen, von denen im Beitrag der ARD-tagesschau die Rede ist. Von hier:

Für 484 Personen im Alter von 12 bis 29 Jahren liegt eine Anamnese ihrer Erkrankung vor, die Shimabukuro genutzt hat, um die Folgen einer Myokarditis/Perikarditis zu betrachten. Von den 484 Berichten konnte er bis zur Erstellung seines Berichts 323 mit einbeziehen (in 148 Fällen ist die Analyse noch nicht abgeschlossen). Für 309 dieser 323 Personen endete ihr Impfabenteuer mit Myokarditis/Perikarditis im Krankenhaus, 295 sind zwischenzeitlich wieder auf freiem Fuß. 9 Betroffene sind nach wie vor im Krankenhaus, 2 davon auf der Intensivstation, für fünf Betroffene liegen keine Daten zu dem Ende vor, das ihre Erkrankung genommen hat. Nur 14 der 323 Fälle, die Shimabukuro analysiert, können einen Krankenhausaufenthalt vermeiden. Eine Erkrankung an Myokarditis/Perikarditis ist also alles andere als ein Pappenstil. Aber das alles ficht die ARD-tagesschau nicht an. Im Rausch des Sozialdarwinismus wird eben unter männlichen Jugendlichen und jungen Männern gehobelt, dass die Spähne fallen. Die Volksgesundheit verlangt es so. Die vielfältigen Nutzen einer Impfung, die immer noch niemand genau benennen kann, sie stehen dem individuellen Schiscksal, das ohnehin nur das lumpige Individuum betrifft, wie es Friedrich Engels in der selben Geisteshaltung, die man heute bei der ARD finden kann, vorweggenommen hat, entgegen.

Ein Volk. Eine EU. Ein Impfstoff.



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