Lernen Sie frieren: “Die Bundesnetzagentur warnt”

13,3 Grad Celsius.
Das war im September in Deutschland die Durchschnittstemperatur.
2021 waren es noch 15,2 Grad Celsius im Tageshöchstwert und Monatsdurchschnitt.
Für 2021 stehen Durchschnittstemperaturen von 9,6 (Oktober), 4,9 (November) und 2,6 (Dezember) Grad Celsius als Erwartungswerte auf dem Programm.

Kalt.
Heizperiode, d.h. höherer Energieverbrauch, in jeder Hinsicht: bei fossilen Brennstoffen und bei Strom.

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Und so langsam scheint den Verantwortlichen der Allerwerteste auf Grundeis zu gehen, angesichts des drohenden Winters in Kälte und Dunkelheit. Und so hat die ARD-tagesschau, immer der beste Indikator dafür, welche Propaganda der Regierung derzeit am wichtigsten ist, eine neue Kolumne eingerichtet: Die Bundesnetzagentur warnt.

Bundesnetzagentur warnt
“Gasverbrauch steigt zu stark”
Stand: 06.10.2022 12:38 Uhr
Der Gasverbrauch ist vorige Woche angestiegen – zu stark laut Bundesnetzagentur. Denn private Haushalte und kleine Gewerbekunden verbrauchten deutlich mehr, als für diesen Zeitraum im Durchschnitt der vergangenen Jahre üblich war. Die Haushalte in Deutschland haben trotz der Energiekrise in der vergangenen Woche überdurchschnittlich viel Gas verbraucht. “Die Lage kann sehr ernst werden, wenn wir unseren Gasverbrauch nicht deutlich reduzieren”, warnte der Chef des [!sic] Bundesnetzagentur, Klaus Müller. Nach den Zahlen der Aufsichtsbehörde lag der Gasverbrauch der privaten Haushalte und kleineren Gewerbekunden in der 39. Kalenderwoche mit 618 Gigawattstunden um fast zehn Prozent über dem durchschnittlichen Verbrauchsniveau von 564 Gigawattstunden in den Jahren 2018 bis 2021 im entsprechenden Zeitraum.”

Die Haushalte und kleinen Gewerbekunden verbrauchen zu viel Energie, mehr als im Durchschnitt 2018 bis 2021 [als der September im Durchschnitt wärmer war], insgesamt 54 Gwh [Gigawattstunden] haben die privaten Haushalte und die kleinen Gewerbekunden mehr verbraucht als im nämlichen Durchschnitt und zwar, das vergisst die Tagesschau anzufügen, im wöchentlichen Mittelwert, also an einem gedurchschnitteten Tag.

54 GwH, unglaublich.
Diese Vergehen wider die Solidarität mit der Ukraine schlägt sich in der folgenden Abbildung nieder.

Man sieht es genau, der orange Balken schneidet die Kurve des Durchschnitts-Verbrauchs für die Jahre 2018 bis 2021, die in Kalenderwoche 39 in den besagten Jahren eine kleine Anstiegspause eingelegt hat, um sich in den Folgewochen auf den Weg zum gasverbrauchenden Höhepunkt zu machen. Indes: Kein Grund die Panik, die die ARD-tagesschau zu verbreiten den Auftrag hat zu reduzieren, gilt es doch die Erzählung vorzubereiten, dass irgendwelche unsolidarischen Haushalts- und kleingewerblichen Grasverbrauchsschweine die kollektive Anstrengung, warm und im Licht über den Winter zu kommen, torpediert haben, nicht etwa die Dilettanten in den Regierungen des Westens, die ihre Inkompetenz auf dem Rücken ihrer Bürger ausleben. Bräver als die privaten Haushalte und die kleingewerblichen Kunden seien die Industriekunden gewesen, die immerhin 60% des Gasverbrauchs auf sich vereinen.

“Der Verbrauch der Industriekunden lag laut Bundesnetzagentur in der vergangenen Woche mit 1370 Gigawattstunden nur noch gut zwei Prozent unter dem Niveau der Vorjahre. Ihr Verbrauch sinke allerdings nicht mehr so stark wie in der Vergangenheit.”

Schauen Sie genau hin, um zu sehen, dass der Gasverbrauch der Industriekunden über dem von 2021 aber noch ganz knapp unter dem des Durchschnitts der Jahre 2018-2021 liegt. Das allein ist maßgeblich. Die Industriekunden sind mit ihren 1.370 Gwh pro durchschnittlichem Tag unter dem Gasverbrauch des Durchschnitts der Jahre 2018-2021, der, wie man sagen könnte, heiligen Linie des Stromverbrauchs geblieben, während die privaten Haushalte und kleinen Gewerbekunden mit einem zum heiligen Durchschnitt exuberaten Mehrverbrauch von durchschnittlich 54 Gwh pro Tag über die Stränge geschlagen sind.

Indes, wussten Sie, dass während die ARD munter auf den Privatkunden und den kleinen Gewerbekunden herumprügelt, der Export von Gas, ja, Export, in der Kalenderwoche 39 704 Gwh im Tagesdurchschnitt betragen hat, also das 13fache des Mehrverbrauchs der privaten Haushalte, die, während munter exportiert wird, zur Einsparung aufgerufen und bald gegängelt werden?

Vergleicht man den Export mit den Vorwochen, dann ergibt sich ein Plus von 6,7%. Es wird also zunehmend mehr exportiert und in jedem Fall mehr als von privaten Haushaltskunden und kleinen Gewerbetreibenden mehr verbraucht wird. Aber natürlich ist der Export nach vornehmlich Tschechien und Österreich, zwei Länder, deren Einwohner im Winter generell einen kälteren Hintern bekommen, wenn sie sich dauerhaft im Freien aufhalten als Deutsche, eine Verpflichtung im Rahmen der Europäischen Union. Es wird eben nicht nur in Solidarität mit der Ukraine gefroren, es wird auch auf einheitlich europäischem Niveau gefroren. Eine Harmonisierung in Eis. Und denken Sie nur, was sich aus den vorhersehbar ins Kraut schießenden Wellen von Erkältungs- und Atemwegserkrankungen an Möglichkeiten für Einschränkungen, Lockdowns und sonstige Dinge, die die Phantasie von Karl Lauterbach so beflügeln, ergeben.

Um fair zu sein, es wird auch importiert, nach Deutschland, Gas, derzeit deutlich mehr als verbraucht wird, 3.267 Gwh in einer Woche, im Tagesdurchschnitt. Für die 39 Kalenderwoche ergibt dies einen Import von durchschnittlich 3.267 Gwh, von dem ein Verbrauch von 1.370 Gwh (Industrie) und 618 Gwh (Haushalten und Kleingewerbe) und ein Export von 704 Gwh zu subtrahieren sind. Bleiben 575 Gwh übrig, für die zu füllenden Lager, die mit Gas unbekannter Besitzverhältnisse gefüllt werden.

Irgendwie bekommt man ein ganz schlechtes Gefühl, wenn man nachzuvollziehen versucht, aus welchen Gründen man sich bei der Bundesnetzagentur ausgerechnet auf ein Einsparpotential von durchschnittlich 54 Gwh pro Wochentag kapriziert. Nach allem Anschein sind private Haushalte und Kleingewerbetreibende das letzte Glied in der Kette, das von allen anderen getreten wird. Und Beiträge in der Rubrik, “Die Bundesnetzagentur warnt“, sie dienen dazu, die Schuldfrage am Blackout bereits im Vorfeld zu klären. Schuld sind die Privathaushalte und die Kleingewerbetreibenden, die im Wochendurchschnitt 54 Gwh mehr verbraucht haben, als im Durchschnitt der Jahre 2018-2021. Ein Staatsverbrechen, das Faesers Innenministerium unbedingt mit Smartmetern verfolgen muss.

Übrigens, aus Österreich kommen Tipps, wie man sich vor dem Frieren schützen kann:

  • Tipp 1: Lernen Sie frieren. Gehen Sie in die Kälte. Härten Sie sich ab, denn: “Wenn man sich regelmäßig in der Kälte aufhält, wird das braune Fettgevebe stärker aktiviert.”
  • Tipp 2: Laufen Sie auch in der eigenen Wohnung mit fünf Lagen Pullover, Hemd, t-Shirt, Unterhemd, Thermohemd herum, denn: “Zusätzliche Kleidung schützt effektiv vor Wärmeverlust.”
  • Tipp 3: Meiden Sie alle Sitzgelegenheiten. Denn: “Je mehr man sich bewegt, desto länger bleibt der Körper warm.”

Sie sehen, der Winter kann kommen.



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