Nationalsozialismus, Sozialismus, Kommunismus, Faschismus, Kollektivismus, Totalitarismus – Blicken Sie durch die Welt dieser Begriffe?
Ich meine, jenseits der affektiven Konnotationen, die den Begriffen beigegeben wurden, quasi in Schulen ankonditioniert wurden, so dass es heute wieder möglich ist, eine affektive Unterscheidung zwischen Herrschafts-Systemen vorzunehmen, die allesamt auf das “lumpige Individuum” (Friedrich Engels) pfeifen, Individuen opfern, um wirre Ideen zu verfolgen, von deren historischer Unausweichlichkeit sich die Anhänger der jeweiligen Ideologie überzeugt haben (wobei Überzeugung in diesem Fall als Glauben, nicht als Wissen oder gar Belege anzusehen ist).
Irgendwie ist es Sozialisten, selbst Kommunisten gelungen, ihre Gemeinsamkeiten mit Nationalsozialisten, ihre gemeinsame Abstammung aus demselben Kollektivismus und ihren gemeinsamen zwangsläufigen Weg in den Totalitarismus zu leugnen und so zu tun, als gäbe es die Millionen Opfer, die Kommunismus und Sozialismus gefordert haben, nicht. Sozialismus und Kommunismus sind wieder Ideologien, denen man anhängen kann, ohne sich dafür schämen zu müssen, etwa ob der eigenen Dummheit oder Ignoranz gegenüber den Verheerungen, die diese Ideologien angerichtet haben.
Und dass dem so ist, das liegt im Wesentlichen daran, dass es Kommunisten und Sozialisten geschafft haben, die vergangenen Katastrophen, die sie mit genau den Mitteln verursacht haben, die sie heute wieder als Lösung gesellschaftlicher Probleme empfehlen, vergessen zu machen, quasi einen Schlussstrich unter den Genozid zu ziehen, den Josef Stalin oder Mao Zedong oder Pol Pot oder Mengistu Haile Mariam oder Jean-Bédel Bokassa oder Robert Mugabe an der eigenen Bevölkerung angerichtet haben, einfach deshalb angerichtet haben, weil die späteren Menschenopfer entweder zu Lebzeiten anderer Meinung waren oder für das große kollektive Ziel in weiter (und gemeinhin unerreichbarer Ferne) geopfert wurden.
Sozialismus, Kommunismus und Nationalsozialismus sind Varianten desselben Menschenhasses, Spielarten von Kollektivismus, die sich faschistischer Mittel bedienen und zwangsläufig im Totalitarismus enden.
Um diese zu zeigen, bedarf es lediglich zweier Indikatoren:
- dem Wert bzw. der Stellung des Individuums;
- dem Wert von Privateigentum
Individuelle Freiheit, vor allem als Entscheidungsfreiheit verstanden, setzt privates Eigentum voraus. Ohne Eigentum – und wenn es nur die Freiheit zur Entscheidung, die Hoheit / Agency über den eigenen Möglichkeitsraum ist – gibt es keine Freiheit und ohne Freiheit ist Eigentum, selbst wenn es in Teilen vorhanden ist, weitgehend wertlos. Gemeinsam mit dem, was Karl Raimund Popper als Kern einer offenen Gesellschaft beschrieben hat, sind Individualismus (individuelle Freiheit), Kritikfähigkeit und der freie Wettbewerb der Ideen das, was ein demokratisches Herrschaftssystem konstituiert. Sozialismus, Kommunismus und Nationalsozialismus sind gleichermaßen inkompatibel mit demokratischer Herrschaft.
Bestimmen wir die Begriffe in aller Kürze:
Kollektivismus
Kollektivistische Ideologien weisen einem Kollektiv, einem Staat, einer Gruppe, mehr Wert und Bedeutung zu als dem Individuum. Letzteres kann für das große Ganze geopfert werden, denn das Ganze ist dem Kollektivisten wichtiger als seine Teile. Individuen wird im Kollektivismus mit Misstrauen begegnet. Seinen Niederschlag findet das in Begriffen wie Egoismus, die dazu dienen, individuelle Handlungen als generell von Eigennutz getrieben und mit dem “großen Ganzen” nicht vereinbar zu kolportieren. Da eine solche “Weltanschauung” zwangsläufig zu der Frage führt, wo denn im Kollektivismus das “Große Ganze” herkommt und wer im Kollektivismus betimmt, was dem “Großen Ganzen” förderlich ist und was nicht, eine Frage, die man nur mit Verweis auf bestimmte “Individuuen”, die Herrenmenschen über die anderen Sklaven sind, beantworten kann, muss man feststellen, dass Kollektivisten und Anhänger kollektivistischer Ideologien offenkundig ein gewisses Maß an Dummheit auszeichnet (oder Verschlagenheit/Boshaftigkeit, wenn sie diejenigen sind, die für andere entscheiden.).
Sozialismus
Sozialismus zielt auf staatliche Kontrolle über Produktionsmittel und damit notwendig auf die Abschaffung von privatem Eigentum, zumeist schrittweise, aber mit stetig höherer Schrittfrequenz und größerer Schrittlänge. Sozialismus basiert auf Planung, auf zentraler Vorgabe individueller Handlungsmöglichkeiten und ist somit mit Individiualismus nicht vereinbar. Sozialismus ist eine Spielart von Kollektivismus.
Kommunismus
Zwischen Sozialismus und Kommunismus besteht wenig Unterschied. Letzterer ist die radikalere, häufig auch die gewalttätigere Variante von Sozialismus. Der Unterschied betrifft die Wahl der Mittel, um das “Große Ganze” zu erreichen, nicht die Ziele. Ziel in Kommunismus wie Sozialismus ist das Erreichen eines “prophezeiten Paradieses (die Gesellschaft der Gleichen)”, von dessen historischer Notwendigkeit sich die Anhänger dieser Ideologie überzeugt haben und für deren Erreichen sie bereit sind, Menschenopfer zu bringen.
Nationalsozialismus
Eine kollektivistische Ideologie, die – wie Sozialismus und Kommunismus – auf die Gleichschaltung und Unterordnung von Individuen (Volksgenossen) zielt. Die Volksgemeinschaft tritt an die Stelle der “Gesellschaft der Gleichen” im Kommunismus/Sozialismus, Wirtschaft und Privateigentum werden zugunsten der Volksgemeinschaft gelenkt bzw. abgeschafft. Wie Kommunisten/Sozialisten an die Prophezeiung einer Gesellschaft der Gleichen glauben, so glauben auch Nationalsozialisten an die Prophezeiung einer Gesellschaft der Gleichen, dieses Mal der “rassisch homogenen Gleichen”.
Faschismus
Faschismus ist ein Herrschaftssystem, das auf der Herstellung einer “Gleichheit der Meinungen” basiert und keinerlei Abweichung zulässt. Der Einzelne wird dem Kollektiv untergeordnet, eine gesteuerte Wirtschaft wird per Kollusion von politischen und wirtschaftlichen Akteuren zum beiderseitigen Vorteil genutzt, Privateigentum wird abgeschafft. Die Durchsetzung der Herrschaft erfolgt durch Gewalt.
Totalitarismus
Die vollständige Unterwerfung des Individuums unter “den Staat”, also die Verbrecher, die ihn sich zur Beute genommen haben. Eine Herrschaftsordnung, in der alle Produktionsmittel und Individun dem Zugriff “des Staates” ausgeliefert sind, der wiederum willkürlich erfolgt. Das Herrschaftssystem durchdringt jeden Bereich des öffentlichen und privaten Lebens und zielt u.a. darauf, Individuen ideologisch zu formen. Totalitarismus ist das zwangsläufige Endstadium für jede Form des Kollektivismus. Die Zwangsläufigkeit resultiert aus logischen und psychologischen Ursachen, erstere betreffen die Unmöglichkeit der Planung, die daraus zwangsläufig resultierenden Fehlallokationen von Ressourcen, die daraus stetig folgende Notwendigkeit, mehr zu planen und Schuld zuzuweisen, Letztere beziehen sich im Wesentlichen auf den Wertverlust von Belohnungen für Handlungen bei Wiederholung der entsprechenden Handlungen.
Insofern ist die Diskussion der letzten Tage, die Diskussion darüber, ob Nationalsozialismus eine linke Ideologie ist, eine Diskussion an der Oberfläche politischer Inhalte. Indes, die Funktionsweise, die Mechanik, die Sozialismus, Kommunismus und Nationalsozialismus antreibt, der Anti-Humanismus, die Menschenfeindlichkeit, die ihnen innewohnt, sie sind geteilt, unterscheiden sich in keiner Weise. Sowohl Sozialismus als auch Kommunismus und Nationalsozialismus sind Varianten von Kollektivismus. Sie nutzen Faschismus als Herrschaftsinstrument und enden im Totalitarismus.
Wir erleben das derzeit in Echtzeit und man denkt zwangsläufig an den Seufzer von Friedrich von Hayek, im ersten Kapitel seiner “Road to Serfdom”, übersetzt als Weg in die Knechtschaft, obschon “Weg in die Sklaverei” die bessere Übersetzung gewesen wäre.
„Although we had been warned by some of the greatest political thinkers of the nineteenth century, by de Tocqueville and Lord Acton, that socialism means slavery, we have steadily moved in the direction of socialism. And now that we have seen a new form of slavery arise before our eyes, we have so completely forgotten the warning, that it scarcely occurs to us that the two things may be connected.“
– The Road to Serfdom (1944), Kap. 1
Sozialismus bedeutet Sklaverei. Am Ende von Sozialismus steht Totalitarismus, Sklaverei und Menschenfeindlichkeit im Extrem, unausweichlich und immer. Leider hat sich der Etikettenschwindel von Sozialisten, die behaupten, Sozialismus sei von Kommunismus oder Nationalsozialismus verschieden, bewährt, leider war ihre Strategie, Nationalsozialismus nach rechts zu schieben und sich als etwas “ganz anderes” zu präsentieren, erfolgreich, so dass sozialistische Ideen, Ideen, die in der Vergangenheit gescheitert sind, unter großen Opfern gescheitert sind und in der Zukunft genauso scheitern werden, wieder salonfähig geworden sind, derjenige, der sie äußert, nicht aus der Stadt getrieben wird.
So wie diese Person nicht aus der Stadt getrieben wird:
Das eigentlich Erschreckende an einer solchen Aussage ist nicht der Anklang an Mao Zedong, Pol Pot oder Josef Stalin, das eigentlich Erschreckende ist, dass es Leute gibt, die so ideologisch verblödet sind, dass sie sich einbilden, sie könnten die GRUNDBEDÜRFNISSE anderer Menschen planen und bestimmen, dass es wieder möglich ist, einen derartigen kollektivistischen Unfug zu verbreiten.
Ich kann mir keinen größeren Angriff auf die Individualität eines Menschen und damit das, was ihn ausmacht, vorstellen, als eine solche Person, die sich tatsächlich einbildet, sie könne die Grundbedürfnisse anderer Menschen in Gramm und Litern und Quadratmetern angeben. Aber weil sie das nicht können, bestimmen sie über kurz oder lang, was jedem zusteht und unterdrücken all diejenigen, die damit nicht einverstanden sind, mit den Mitteln des Staatsterrorismus. Totalitarismus steht immer am Ende sozialistischer Idiotie.
